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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : die killer teil 1



kleinpaket
29.08.01, 11:53
Ein Tisch im Garten eines Restaurants. Daran sitzen sich gegenüber zwei Männer, beide jung, beide muskulös, beide vornehm gekleidet, dunkle Anzüge und Krawatte, rot die eine, blau die andere. So kann es jedenfalls nicht weitergehen, sagt der Blaukrawattige. Der andere stemmt seinen Bierkrug hoch, Prost, Hugo, sagt er und trinkt. So nicht, meint Hugo, nimmt seinen Bierkrug und fügt hinzu: Prost, Schorsch.
Der Rotkrawattige stellt seinen Bierkrug wieder hin. Es wird aber so weitergehen, soviel ist sicher, sagt er.
Nicht, wenn wir aussteigen.
Doch, auch dann.
Hugo führt sich mit der Hand durchs streng links gescheitelte Haar. Auf seiner Stirn glänzen feine Schweisströpfchen. Er presst seine Lippen aufeinander, wie er das immer tut, wenn er nachdenkt. Fazit ist also, das wir keine andere Wahl haben?
Schorsch sagt nichts.
Aber so kann es doch nicht weitergehen! Der Ton von Hugos Stimme klingt weinerlich. Schorsch winkt ab.
Warum denn nicht? fragt er.
Hugo zuckt mit den Achseln. Weil... weil...
Weil was?
In diesem Moment kommt die Serviertochter aus dem Innern des Restaurants. Mit zusammengekniffenen Augen prüft sie die Zufriedenheit der Gäste, welche zwischen ihr und der Sonne hocken. Als diese nicht auf sie achten, kehrt sie sich auf dem Absatz um und verschwindet wieder im Restaurant.
Weil der Käpt’n uns sonst...
Was, Hugo, was sonst?
Der Käpt’n wird immer unzufrieden sein mit uns. Der verzeiht uns das nie.
Schorsch muss grinsen. Das ist dein Problem?
Hast du ein anderes?
Schorsch langt ins Innere seiner Jacke, zieht einen Revolver heraus. Ich muss dich töten, Hugo, das ist mein Problem.
Schorsch richtet die Waffe auf Hugo. Dieser starrt entsetzt auf die Mündung, der Kiefer klappt ihm nach unten dabei. Er will etwas sagen, aber seine Stimme bleibt ihm tief im Hals stecken.
Schorsch grinst immer noch. Keine Angst, sagt er und lässt die Waffe wieder in seiner Jacke verschwinden. Du hast doch nicht im Ernst geglaubt...
Verfluchter Scheisskerl! Hugo hämmert die Faust auf den Tisch, so sehr, dass die Bierkübel einen Satz in die Luft machen.
Das ist mein Problem, entgegnet Schorsch ruhig. Und deines eigentlich auch, wenn ich mir das recht überlege.
Der Käpt’n will, dass du mich tätest? Fragt Hugo, nachdem er sich wieder einigermassen unter Kontrolle gebracht hat. Seine Augen schielen ein dickes Fragezeichen in die Hitze des Nachmittags.
Der Käpt’n will, dass ich dich eliminiere, so ist das.
Und? Fragt Hugo.
Und was? Fragt Schorsch.
Warum tust du’s nicht?
Weil ich eine bessere Idee habe.
Hugo presst seine Lippen aufeinander.
Willste hören?
Hmmm, macht Hugo.
Der Käpt’n denkt, wir seien Vollidioten. Wenn ich dich kalt gemacht habe, werde ich der nächste sein, der kalt gemacht wird. Damit wäre dein Problem gelöst, der Käpt’n wäre dann bestimmt soweit zufrieden mit uns. Aber es gibt eine andere Lösung.
Nu sag schon, drängt Hugo, neugierig geworden.
In diesem Moment steht schon wieder die Serviertochter am Tisch. Wünschen die Herren noch etwas? Fragt sie höflich.
Mit einer wegwerfenden Gebärde verscheucht Hugo sie wie eine lästige Fliege. Also sag schon, Schorsch!
Wir wischen dem Käpt’n eins aus, indem du mich tätest.
Hä?
Nicht wirklich natürlich. Hör zu.

uisgeovid
29.08.01, 15:23
Liebes kleines Paketchen!
Ich bin ja eigentlich ein Netter, aber irgendwie will es mir bei diesem skurril schweizerisch angehauchten Text nicht gelingen, nett zu bleiben. Das hat keine Dynamik und kommt dazu noch in kleinen Paketen daher. Wieviele Teile lang müssen wir denn noch warten, bis sich eventuell herausstellt, dass die "Killer" mit Wasserpistolen spielen oder so?
nix für ungut, aber herzlichst
uis

aerolith
29.08.01, 17:59
Also, soo schlecht ist das nicht. Es hangelt sich, auf einen Gag wartet man vergebens. Vielleicht auch vergeblich, aber soweit möchte ich nicht gehen. Warten wir das zweite Paket ab!

Hannemann
29.08.01, 20:02
Die lästige Serviertochter killt beide mit dem Tranchiermesser.

uisgeovid
29.08.01, 20:48
Zumindest bin ich jetzt drauf gekommen, was mich stilistisch ein klein wenig nervt. Die gleichzeitige Verwendung der Wörter "Käpt'n" und "Serviertochter" in diesem Text ist es. Regional schließt sich das irgendwie aus, der Erzähler ist sich nicht treu entweder oder bekommt das Ganze atmosphärisch nicht in den Griff.

Hannemann
29.08.01, 21:19
uis, denk mal an den Bodensee...Käpt`n mein Käpt`n!

uisgeovid
29.08.01, 21:33
Gerne auch, Hannemann, an die Rheinschiffahrt bis Basel...aber zu einem alemannischen Zungenschlag will mir das einfach nicht passen, dieses norddeutsche, Whitman'sche "Capt'n, oh my Capt'n".