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kls
30.09.01, 13:09
Einfach, weil ich diese Geschichte lieb habe. 1989. Ansonsten verabschiede ich mich aus dem Forum. (Ohne weitere Angabe von Gründen)

:-))

Nicht hinter jedem Geschreibsel steht die Absicht irgend jemandem das Leben zu erleichtern. Literatur muß manchmal weh tun, - dem Schreiber und auch dem Leser. Und wenn Liebe und Tod kein Thema sein sollten, was, bitteschön denn sonst?

IZMIR, URSACHE UND WIRKUNG

Nach der Diagnose: Virusinfektion der Leber, hässlich, Lebenserwartung einschränkend und ansteckend, trennte ich mich von Sarah, meiner letzten grossen Liebe, wartete noch drei Monate ab, bis ich mir sicher war sie nicht infiziert zu haben. Ein Held, ein echter Held, endlich mal jemand, der ein Stück weit nein zum ja sagen kann! Dann erinnerte ich mich meiner gut gefüllten Trickiste, zog an einigen Fäden, drückte auf diverse Knöpfe und flog für immer in die Türkei. Na-ja, wenigstens kamen 125 Tage bei rum. Ich schwor mir NIE wieder Ihren Namen zu denken, geschweige denn auszusprechen, ein Vorhaben, welches sich als undurchführbar erweisen sollte. Ich delektierte mich an Eric Clapton bei einem Open-Air-Konzert in Istanbul auf einer alten Burg (Rumeli Hisar) - wir lagen uns alle bei einer Jazz-Rock-Version von „Sunshine of your Love“ schluchzend in den Armen. Ich spielte stundenlang und unter erheblichem Alkoholeinfluss Gitarre in einem Nachtclub, welcher von der Schwester eines Schulfreundes betrieben wurde - fast schon eine Tradition. Ich lachte falsch aber herzlich über den makaberen Tod eines Mädchens, welches mit besoffenem Kopp beim oralen Unterwassersex ertrank, liess mich von wunderschönen russischen Nutten (Natascha's) ausnehmen ohne mit ihnen etwas Naheliegendes zu treiben und realisierte Produktionsmöglichkeiten für zwei deutsche Innenausbaufirmen. Von irgend etwas musste ich ja leben. Ich leckte meine Wunden, haderte vor mich hin und wartete auf das Ende. Es kam nicht, hatte vielleicht Skrupel oder auch bloss keine Zeit. Brütende Hitze, Dudelmusik, abends schlecht von Raki, morgens schlecht von Tee, türkische Melodramen im Fernsehen, Lammfleisch, Auberginen und Zuckermelonen. Ich prügelte mich mit zwei Schwulen, welche meine überzeugte Heterosexualität nicht akzeptierten und unbedingt mit mir ficken wollten. Ich ging händchenhaltend mit einer Zigeunerin spazieren, die meiner unglücklichen Liebe, ach, so ähnlich sah und stöberte in den Apotheken als wären's zu gross geratene Medizinschränkchen - hat alles nix genutzt. Ich wimmelte erfolgreich diverse Bekehrungsversuche zum Islam ab. Gut, daß ich meine Meinung über die Religionen im Allgemeinen und den Islam im Speziellen für mich behalten konnte. Ich besorgte mir eine Daueraufenthaltsgenehmigung und schrieb zwei Briefe, in denen ich Sarah meine Liebe gestand und ein blindwütiges Schicksal beklagte, welches uns den natürlichen Tod dieser Liebe vorenthielt (muss eine echte Offenbarung für sie gewesen sein), da ich mir sicher war sie nicht noch mal zu treffen. Es war mir ungeheuer peinlich als sie mir in Deutschland gleich am ersten Tag wieder über den Weg lief und mich von hinter der Leinwand her ansprach: „Seit wann bist du denn zurück?“ Ich stand am Grabe meiner Mutter und spürte nichts. Ich besuchte alte Freunde und machte einen Nostalgietripp zu den Stätten meiner Jugend und spürte immer noch nichts. Ich sass tagelang im Cafe und führte Selbstgespräche mit einem intelligenten Menschen während ich darauf wartete mich wieder ins Bett verkriechen zu können. Ich versuchte mich in Aktionsanalyse: Besaufen, Scheisse bauen und hinterher darüber jammern - ich baute keine Scheisse - ich war tot wie Dosenfisch. Ich verschenkte meine Gitarre unter dem Thema: „Wenn du dir vom Leben etwas Grosses erhoffst musst du dafür auch grosse Opfer bringen“ - und holte sie mir bei einem Pokerspiel zurück. Ich unterdrückte meine nicht unerheblichen mentalen Kräfte bis die Erde aufhörte sich zu drehen. Ich zog von einem der teuersten Hotels in eine 8,-- DM Absteige im übelsten Viertel von Izmir (Basmane) direkt neben einem Stundenhotel für Männer mit Vorliebe für Transvestiten. Die Erde hielt weiterhin still. Ich versuchte keinen natürlichen Hass auf dieses Arschloch zu entwickeln, was jetzt seinen da reinsteckt wo eigentlich meiner hingehört, wer immer es auch sein mag. Die Welt leugnete beharrlich ihren Job. Wenn ich Geschäfte tätigte zog ich mir ein Gesicht an wie andere Leute ihre Arbeitskluft. Die Welt machte überhaupt keine Anstalten mehr ihre Rotation wieder aufzunehmen. Meine Kinder riefen mich mehrmals an; ich war froh wenn ich die Gespräche ohne grössere Irritationen beenden konnte. Die Welt fror endgültig an Ihrer Achse fest. Mein facettenreicher innerer Diamant war wieder zu Kohle gewandelt. Um meine Suizidneigungen mal so richtig auszuleben kaufte ich mir eine Schrotflinte. Und davon erzähl ich euch jetzt:

Das türkische Waffengesetz ist eines der repressivsten dieser Welt, da die Türken dazu neigen geschäftliche, politische und auch private Diskrepanzen unter Verwendung von absolut ultimativen Argumenten auszudiskutieren.

Ultima ratio
[lateinisch], letztes Mittel (nämlich Waffengewalt). Der Ausdruck wurde in diesem Sinn zuerst von Caldaeern gebraucht; im 17. und 18. Jahrhundert als Inschrift auf Geschützen verwendet.

Natürlich hat trotzdem jeder mindestens eine Plempe, vermutlich aus Gründen des inneren Gleichgewichtes. Überall stehen Metalldetektoren, jeder Nachtclub beschäftigt einen Türsteher mit Spürgerät. Nun gibt es allerdings eine Lücke in dieser Gesetzgebung. Nämlich den Geltungsbereich dieses juristischen Korsetts für Ausländer. Will damit sagen: Jeder Tourist kann sich eine tödliche Waffe kaufen wenn er nur einen Ausweis vorlegt. Die Waffe wird nicht eingetragen und sofort hatte ich mit meiner ungeheuer kriminellen Veranlagung die finanzielle Potenz dieser Tatsache durchgecheckt. Ein deutscher Kaschoggi sollte es werden, aber natürlich reichte es mal wieder nicht für eine überzeugende Karriere - ja, ja - der kategorische Imperativ.

kategorischer Imperativ
nach I. Kant Formel für das Sittengesetz oder Vernunftgebot: Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.

Immerhin hatte mein Überich nichts dagegen einzuwenden, daß ich mir eine Waffe für den Hausgebrauch erwarb. Also kaufte ich mir eine Otomatik Av Tüfek, eine automatische Jagdflinte. Das Exemplar, welches ich mir zulegte, war für die Jagd ungefähr so gut geeignet wie eine Panzerfaust. Ca. 65 cm lang, vier Patronen unterm Lauf, eine in der Kammer und mit Pistolengriff: Kawumm, Kawumm, Kawumm, Kawumm, Kawumm! Zerstörung und Verwüstung, jeder im Umkreis von 10 Metern unwiderruflich tot. Filigrane Ziselierungen rechts und links neben dem Schloss, drei Sorten Munition: Grobes Schrot, 9 Stck. 3 mm Kugeln vor der Treibladung, - stellt euch mal das Unheil vor, welches man damit anrichten kann -, und 12 mm Geschosse, damit man was zum Durchgucken erzeugen kann. Der totale Mannstopper, faszinierend in seiner eindeutigen Gefährlichkeit und potentiellen Tücke. Ich knallte Pass und 250,00 DM auf den Tresen, bekam dieses Exemplar der orientalischen Waffenschmiedekunst ausgehändigt nebst Patronen, Garantieurkunde und einer Quittung über 100,00 DM. So sind die nunmal da unten. Ich liess es mir in eine Zeitung wickeln als wär's ein französisches Baguette und schritt, Dillinger lebt! von hinnen oder meinetwegen auch von dannen. Sah man es mir an? Angeblich soll das Tragen einer Waffe den Mittelpunkt verschieben und das Energiefeld verändern. Im Restaurant auf dem Klo lud ich das Gerät. Keine Sau blickte auf, als ich mich wieder an meinen Tisch setzte. Gab es hier denn niemanden, der mit seinen rudimentären Resten tiefverwurzelter Instinkte spürte, daß ich den Laden innerhalb von zwei Sekunden in ein Schlachthaus verwandeln konnte? Sah denn keiner, daß ich als ein Heiliger der Destruktion fähig war eine äußerst wirksame Macht auszuüben?

Aber so wirke ich nunmal auf meine Mitmenschen. Überzivilisiert, harmlos, eher ein Mann des Wortes denn der Tat. Gefährlich nur in Potentio, etwa wenn ich zugestrunkelt in der Kneipe den stärksten Wemser anmache, weil ich harten Blues schiebe. Eines Abends sitze ich in einem Bierpub (Birahane) als 20 Bullen reingestürmt kommen und eine Personenkontrolle durchführen. Zwei Verhaftungen - mich würdigen sie nicht eines Blickes. Ich trinke mein Bier aus und beschliesse in ein Kabarett zu gehen, wg. Auffrischung meiner sexuellen Phantasien, was passiert? Richtig, 20 Polizisten betreten energischen Schrittes den Keller, der letzte mit Videokamera, aber mich übersehen sie trotzdem schon wieder. Kein Witz: An diesem Abend geriet ich noch in zwei weitere Razzien und niemand wollte irgend eine Legitimation von mir sehen. Sowas macht sehr nachdenklich...

Beleidigt zog ich mich ins Hotel zurück um ein wenig mit meiner Neuerwerbung zu spielen. Ich zerlegte sie in ihre Einzelteile, feilte am Abzug herum und setzte sie wieder zusammen. Ich reinigte den Lauf, obwohl ich noch nicht einmal geschossen hatte. Ein Auftragskiller vor seinem nächsten Job, in unseren Kreisen auch Hitman genannt, der bei zugezogenen Vorhängen das Werkzeug seiner Branche instand setzt.

Ich stellte mir vor, wie es wohl sei sich - Mund voll Wasser - den Lauf unters Kinn zu halten und abzudrücken. Haare, Blut, Hirn, Knochensplitter und Hautfetzen an der Wand, geplatzte Augäpfel, Schädeldecke weggesprengt, abgerissenes Gesicht - nicht mehr rückgängig zu machen, endgültig, irreversibel, ewige Dunkelheit. Macht sich der Rückstoss eigentlich schon bemerkbar bevor die Kugel den Lauf verlässt? In Deutschland hatte ich zwei oder drei halbherzige Selbstmordversuche unternommen nachdem mir der Arzt telefonisch den Laborbefund in meinen Solarplexus gerammt hatte und damit für immer mein Liebesleben zerstörte - mich zum endgültigen Wichsertum verurteilte - aber: „Nehmen Sie es wie ein Mann. Das haben Sie nun von Ihren kleinen Spielchen.“ Falls der Rückstoss Einfluss auf die Flugbahn hat, nämlich, muss man die Waffe fest auf den Boden pressen wenn man abdrückt. Wär‘ schon peinlich in so einer Situation danebenzuschiessen. Auf jeden Fall soll man angeblich noch nicht einmal mehr den Knall hören, aber das ist auf empirischer Ebene nicht beweis- oder widerlegbar. Ich vergewisserte mich mehrmals, daß wirklich keine Patrone im Lauf oder Magazin war, und versuchte eine Trockenübung. Ich konnte nicht! Sobald ich das Scheissding auf mich selber richtete reagierte mein Körper mit Fluchtbewegungen. Es war mir nicht möglich Kimme, Korn und mich selber auf eine Linie zu zwingen. Ich machte das Licht aus und visierte einen Gast im Nachbarhotel an. Der Lauf folgte problemlos seinen Bewegungen, sogar den Abzug konnte ich betätigen. Na also! Ging doch...

Beruhigt packte ich mir die Waffe unter die Matratze und holte sie in den nächsten sechs Wochen nicht mehr hervor. Als ich dann nach Deutschland zurückgeordert wurde: „Nur für zwei Monate, bis wir wieder genügend Aufträge haben, ehrlich“, (Mit grauenvollen Knirschen ruckelte sich die Erde langsam wieder frei) hatte ich natürlich ein Problem. Mit so einem Ding würde ich noch nicht einmal in die Nähe eines Fliegers kommen. Ich besitze selbstmurmelnd keinen Waffenschein. Ich fragte im Geschäft nach, nein, das Teil da wollten sie noch nicht mal geschenkt - wer weiss schon, was in der Zwischenzeit für ein Blödsinn damit angestellt wurde. Im Hotel zurücklassen? Und wenn sie in falsche Hände gerät? Wenn mir plötzlich ein Mord untergeschoben wird? Fingerabdrücke und ausserdem waren meine Daten auf dem Quittungsdurchschlag. In der Ägäis versenken? Am Besten Nachts mit der Büchse im Arm an den wachsamen Blicken von Zöllnern, Zivilpolizisten und Soldaten, welche im Hafen einer eventuellen griechischen Invasion vorbeugen, vorbei schleichen, dann mit einem geklauten Fischerboot aufs offene Meer hinausrudern und versenken. Man muss keine präkognitiven Talente haben um den zu erwartenden Ärger vorherzusehen. Ich habe die Waffe dann bei einem Freund deponiert in der, hoffentlich zutreffenden Annahme, daß dessen natürliches Harmoniebestreben einem Missbrauch vorbeugt.

Liebe Kinder, ein anderes Mal werde ich Euch dann an dieser Stelle berichten wie meine Überlegungen ein Drogenkartell zu gründen nie über den theoretischen Ansatz hinaus kam.

Moralität
[lateinisch], nach I. Kant (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=kant#immanuel_kant)nicht die bloss äusserlich-formale Übereinstimmung einer Handlung mit dem Sittengesetz, sondern die bewusste Übereinstimmung des Willens mit der Idee der Pflicht (Ausdruck der Gesinnungsethik); im Gegensatz zur Haltung der Legalität.

Nur gut, daß diese Geschichte keine grossartige Moral hat.

kassandra
30.09.01, 20:54
Kokettieren wir hier nicht ein wenig (oder auch etwas mehr) mit dem eigenen Liebes- (Lebensleid), der exotischen Heimat (oder Nicht-mehr-Heimat), wo man Zimmerflaks für 250 DM kaufen kann und die Lokale ständig von ganzen Polizeikompanien gestürmt werden, der eigenen Unkonventionalität (ich bin nicht wie ihr)?
Kurzum: Hauen wir mit diesem Textlein nicht ein wenig auf den Schlamm?
Oder sind das bösartige Unterstellungen?

Es liest sich dennoch nicht schlecht.

Gruß
K.

Hannemann
01.10.01, 00:07
Es liest sich sogar verdammt gut. Junge, komm bald wieder!
Vielleicht das nächste Mal mit einer Beschreibung der türkischen Küche, habe nämlich gehört, sie könnte überirdisch sein. Seit Jahren versuche ich... finde aber kein mir passendes Hotel: Nicht zu groß, nicht zu klein, edel, Sand, Strand, Kultur und Küche, vor allem!
Selbst eine Anfrage an die Türkische Botschaft mit Hinweis auf den letzten Feinschmecker dieses Planeten- ICH!- brachte kein befriedigendes Ergebnis. Könntest Du, dessen Berufung ist, Stätten reinen Geschmacks zu schaffen, vielleicht...
Laß es Dir gut gehen, wenigstens die paar Tage, die Dir noch bleiben.

Marina
01.10.01, 02:04
Naturgegeben hätte ich irgendwann Fragen zur Lust gestellt. Etwa so: Weißt du noch...?
Gruß
M

kls
01.10.01, 12:04
Kokettieren wir hier nicht ein wenig (...)

Komisches Argument. Natürlich kokketiere ich. Tut doch wohl jeder, wie ich meine. Dennoch war es mein Bestreben dem Leser eine Interpretation selber zuzumuten. Ich weiss naemlich nicht, wie man das Gefühl, am Ende des Weges angekommen zu sein, anders beschreiben soll, denn über die Handlungen, welche mir im Nachhinein doch ziemlich abgedreht vorkommen. Ansonsten halte ich mich tatsaechlich für etwas Besonderes. Tut doch wohl auch jeder.


Hannemann:
Es liest sich sogar verdammt gut. Junge, komm bald wieder!

Leider habe ich aus den meisten Kommentaren das Gegenteil rausgelesen.


Vielleicht das nächste Mal mit einer Beschreibung der türkischen Küche, habe nämlich gehört, (...)

Ja, die türkische Küche ist die beste Küche der Welt. Man bekommt sie allerdings selbst in der Türkei kaum noch mehr auf die Geschmacksknospen. :wasgeht?:

traumtänzer
02.10.01, 19:26
[..] ich wollt eben sagen, daß mir der text sehr gefällt, kls.

bye
tt

Kyra
02.10.01, 20:10
Hallo kls

nix da keine Previlegien. Eine nette Frau (die Robert rausgeekelt hatte, schrieb mir hinterher etwas gekränkt, es sei wie in einer alten russischen Ballettschule. Und das stimmt und das ist auch gut so. Damals war es das beste Ballett der Welt.

[..]

Roberts Ruppigkeit lässt Proportional zu Deiner Ernsthaftigkeit nach. (Aber auch wenn man diese erste Hürde überwunden hat und somit Standfestigkeit beweist, schont er nicht, wenn ein text daneben ist (siehe meinen letzten Text). Aber ich finde das völlig ok., ich will etwas haben, was Robert hat. Ich will etwas von ihm, nicht er von mir!(damit meine ich kein Buch, sondern die Arbeit an meiner Sprache). Wenn man sich erst einmal klarmacht wer hier gibt und wer nimmt, ist auch die manchmal aufbrechende Ruppigkeit kein so großes Problem mehr. Selbst wenn ich jemals ein Buch machen sollte und es toll verkauft würde, hätte er sich jede Mark dabei verdient.
Die Frage ist eigentlich eher, ob Du Dich psychisch in der Lage siehst Dich auch mal unterzuordnen. Robert wäscht Dich und macht Dich auch nass dabei. :klatschen:

Kyra

kls
02.10.01, 20:46
"nix da keine Previlegien."

Was Robert, der Menschenfresser, mit kleinen Mädchen so treibt interessiert mich nicht. Wenn Dir der Preis einer permanenten Anblafferei nicht zu hoch erscheint, ist mir das auch Wumpe. Ich jedenfalls lasse mich nicht anblaffen, nur weil jemand die deutsche Sprache besser beherrscht als ich. Außerdem, wenn ich sauer bin kann ich nichts annehmen. Der Lerneffekt wäre also gleich Null. Seine Geistesleistungen würden schlichtweg verpuffen. Will Robert das?

[..]


"ich will etwas haben, was Robert hat. Ich will etwas von ihm, nicht er von mir!"

Richtig! Aber seine süffisante, arrogante, unnötige Aggressionen verursachende Art möchte ich nicht. Das kann er Dir oder sonst wem antun. Auch ein geschenkter Textzupfer sollte sich an einfache Regeln des Anstandes halten. Punkt, Aus, Schluss!


"Die Frage ist eigentlich eher, ob Du Dich psychisch in der Lage siehst Dich auch mal unterzuordnen."

In der Sache immer. Ansonsten bin ich Klavierspieler und kein Klavier.


"Robert wäscht Dich und macht Dich auch nass dabei."

Bislang hat er nichts gewaschen, sondern nur mit Schlamm geworfen...kls...

kls
03.10.01, 13:17
ZUM UNTERSCHIED ZWISCHEN TRESEN UND BUCH

Oberflächlich betrachtet: Kaum! Mit beiden kann man sich nicht rasieren.

Aber auch bei genauerer Betrachtung fallen uns viele Gemeinsamkeiten auf die intellektuelle Netzhaut. Sowohl das Buch als auch der Tresen werden irgendwo aus Holz hergestellt, werden gekauft und genutzt. Hinter den Herstellungsprozessen verbergen sich Menschen und ertragsorientierte Unternehmen mit Verkauf, Produktion und Verwaltung.

An mehreren Stellen allerdings kann der aufmerksame Analytiker kleine Differenzen im Detail feststellen. Die Nutzung eines Tresens erscheint weniger sinnvoll als das Lesen eines Buches und es besteht auch ein Unterschied in der Endbehandlung, also letztendlich zwischen Lektor und Lackierer.

Nämlich: Wenn sich mein Oberflächenmann so eine Schnauze erlauben würde wie ein gewisser Herr R., würde er von mir erst mal einen auf dieselbe bekommen, selbst wenn er umsonst für mich werkeln täte.

Der Unterschied zwischen Tresen und Buch? Nutzer und Hersteller von Zweiterem kloppen sich nicht. Leider!

Wenn einem Tresen die Oberfläche fehlt, kann man sich dennoch daran besaufen. Und auch ein unredigiertes Buch kann erfreuen. An einem Tresen ohne OF können sich Damenstrümpfe eine Laufmasche holen, an einem unlektorierten Buch Deutschlehrer mit Pickelhaube einen Hirnriss.

Der Inhalt zählt. Am Tresen genau so wie im Buch!

Weißt Du Kyra, ich nehme das alles gar nicht so ernst. Es sind nur Worte und wie R. richtig erkannt hat: Ich will doch schon zufrieden sein, wenn ich mich nicht allzu sehr langweilen muss.

So. Weil das Thema anfängt langweilig zu werden: Zehn mal angedroht, neun mal gelogen: Tschau-tschüss...kls...