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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Liebesmacht



Linora
25.11.01, 22:20
Immer wieder schafft es die Liebe
wundervolle Worte in ein Herz zu schreiben...
und auf noch so verdorrtem Boden
fasst sie wieder hoffnungsvolle Wurzeln,
erblüht in einem unbeschreiblichen Strahlen..
mit Knospen aus Diamanten...

Hannemann
25.11.01, 23:57
Schluchz, ich bin so gerührt. Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Die Liebe ist eine Himmelsmacht.

Angesülzt, vorgeglüht, her mit der Schlampe!

aerolith
26.11.01, 18:56
Ich wünschte, ich könnte Dir glauben, was Du da zu schreiben meinst. Allein, Du hast nichts geschrieben. Weg damit!

Soufrasi
27.11.01, 09:20
... ist schon traurig, wie wenige Menschen doch solche Erfahrungen wie LINORA machen, noch trauriger ist, dass es Menschen gibt, die schon so verkümmert sind in Herz und Seele, dass sie Gedanken dieser Art und Weise so selbstherrlich und ja schon beleidigend verurteilen.
Diesen Menschen sei gesagt: Nur kein Neid und nicht die Hoffnung aufgeben! Denn irgendwann schleichen sich Gefühle ein, die das Unterbewusstsein sich schon lange gewünscht hat, nie aber zugeben wollte. Keine Angst, man ertrinkt auch dann nicht in sülzigem Herz-Schmerz! Vielleicht reift man ja auch daran...

aerolith
27.11.01, 09:28
Souf.., ich möchte doch bitten: Schwanz ganz schnell wieder einziehen! Wie überheblich bist Du eigentlich? Gefühle hast nur Du udn jeder, der was anderes fühlt oder eben bei diesem Unrat nichts fühlt, ist ein Zyniker? Aber bleiben wir beim Text! Willst Du allen Ernstes behaupten, daß der Ordnereingangstext lyrisch, wenigstens literarisch sei?

Was haben wir da: LIEBE, HERZ, WIEDER, WUNDERVOLL, HOFFNUNGSVOLL, KNOSPEN, UNBESCHREIBLICH, STRAHLEN, DIAMANTEN - öhem. Das ist, mit Verlaub gesagt, nichts. Aus sogenannten Sammelbegriffen, Wortfeldgeneratoren wie LIEBE oder HERZ läßt sich 2001 so wenig ein Gedicht schreiben wie 1786. Ist ein besonderes und einmaliges Gefühl Grund des Schreibens? Sehe ich da irgendwo eine Verdichtung, einen subjektbezüglichen Einschlag? UNBESCHREIBLICH, WIEDER, -VOLL, ES... das sind die Achsen, an denen sich der Rest des faden Geworts aufhängt und so gleichsam die Luft selbst wegdrückt.
Bevor ich mich hier noch weiter aufrege, zieh Leine und beglücke Lieschen Müller mit/in diesem Wortgitter, vielleicht fällt die ja darauf rein

asmodai
27.11.01, 11:06
liebe(r) linora,

leider hat robert recht. ich glaube dir gern, dass du mit unerschöpflichen blüten beschenkt worden bist, doch das von dir getöpferte gefäß ist missraten, taugt nicht als blumenvase.

bernouilly
27.11.01, 18:39
auch mir gefällt es nicht. ist wie die weiterführung des pseudonyms und erinnert mich an weichspüler. scusa...

gruss stöver

e.m.
27.11.01, 19:34
Leider kann ich mich dem nur anschließen: für mich ist das Ding eine breite Spur zu kitschig, zu abgegriffen.

Weniger ausgetretene Pfade in der Wortwahl...?

Nur weil ich ein paar Sätze über Liebe schreibe, wird noch kein Liebesgedicht draus.

Linora, bislang lese ich in nur eine Art Feststellung über die Liebe.
Vielleicht hilft es, sich mal bei dem einen oder anderen Lyriker Liebesgedichte anzuschauen und sich inspirieren zu lassen...?

Sorry... :wasgeht?:

e.m.

Paul
28.11.01, 12:34
hm, mir kitschgenossen gefällt das, neige ja selbst dazu, ähnlich schwülstiges von mir zu geben -
es könnt von mir aus sogar noch bombastischer sein, länger, eine flut von bildern - mag sein, daß es als lyrikfetzen nicht handlich, nicht fassbar (weil sie es nicht ist, fassbar, die liebe...) ist, vielleicht doch wohliger aufgehoben als teil eines mono- oder dialogs wäre... - so kriegt man als leser eines vor den latz geknallt, bleibt dann allein gelassen, enttäuscht... -
derartiges wird von den herren kritikern übrigens immer gern getreten, vielleicht aus den erwähnten gründen, vielleicht wäre es mal ne studie wert...-
mag es auch nicht gut sein, hübsch ists allemal...- knospen aus diamanten...

Lester
28.11.01, 13:21
...warum ist das Gedicht zu tadeln (Robert tadelt ja nicht, sondern wütet)? Ist es schlecht? Es ist einfach zu kurz. Mach aus 'wunderbare Worte', die Worte, die gemeint sind: neue, noch nie gehörte Worte, mach aus 'Liebe', was damit gemeint ist, aus 'unbeschreibliches Strahlen', das Strahlen, das gemeint ist. Kostet Phantasie & Arbeit.

Linora
29.11.01, 16:21
... es ist für mich Neuling wirklich interessant, welche Meinungen mein kurzer Text hervorgerufen hat. Vielen Dank allen! Vielleicht sollte ich noch etwas üben, bis ich mich wieder mal hierher wagen kann...

kls
29.11.01, 16:34
Ein Bekannter hat sich mit Deinem Text wie folgt auseinandergesetzt. Vielleicht sagt es Dir etwas. Wie viel Du davon annimmst ist Dein Bier. Obs taugt kann ich nicht beurteilen.


Immer wieder schafft es die Liebe
wundervolle Worte in ein Herz zu schreiben...
und auf noch so verdorrtem Boden
fasst sie wieder hoffnungsvolle Wurzeln,
erblüht in einem unbeschreiblichen Strahlen..
mit Knospen aus Diamanten...



Eine Kunst wäre es, daraus einen guten, brauchbaren Text zu schmieden: genau das lernt 'man/frau' bei Ludwig Reiners (Stilkunst).

(Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt blamiere

1. an den ANFANG (oder ans Ende) kommt DAS WICHTIGSTE: 'immer wieder' ist unwichtig, das sind Füllwörter

2. 'Fehler': die vielen (nazi-)kitschigen Adjektive: 'wundervolle, hoffnungsvolle', kann der Boden 'verdorren'? Zweige verdorren, oder?

Wundervolle Worte
schreibt die Liebe
in ein Herz!

3. das Wichtigste sind die VERBEN:
schaffen, schreiben, fassen, erblühen

'erblüht in einem unbeschreiblichen Strahlen' : Strahlen ist ein substantiviertes VERB - erblüht oder/und strahlt

4. Subjekt ist einzig die LIEBE (in dem Text meine ich

5. Wurzeln haben mit Hoffnung zu tun: schon richtig, 'hoffnungsvolle Wurzeln' ist Quatsch. Strahlen hat mit Diamanten zu tun: wohl wahr. Knospen können erblühen: jaja. 'Worte in ein Herz schreiben'? "Aua!" Welche Worte meint sie? Natürlich IHRE wundervollen, hoffnungsfrohen, unbeschreiblich strahlenden Wortpfeile!

6. 'die Liebe': zu allgemein, 'in ein Herz', Konkretes ist besser!

7. Rhythmus und Klang der Sätze sind unter aller Sau! Sollte das 'n Gedicht sein? Das ist nicht mal Prosa.

8. die Liebe erstrahlt mit Knospen aus Diamanten: blühen könnten sie nicht

9. die Liebe fasst Wurzeln auf noch so verdorrtem Boden (fasst Wurzeln? was meint sie? Stellt sie sich die Liebe als Baum vor? Nein, sie müßte Same sein, und Wurzeln bilden sich, krallen sich fest in ausgedörrtem Boden - ausgedörrt? Wie sagt 'man'? dörty dora

10. 'immer wieder fasst sie wieder'

11. die ... sind überhaupt das Beste, nicht nur drei, sondern auch ..

12. höchstrichterliches Urteil: der Text hat nicht mal die Qualität eines Schlagers

... so, jetz' reicht's mir aber - (ein Gedankenstrich fehlte noch)

Hochachtungsvoll
Günter Te
Amateurkritiker

Sofie
29.11.01, 19:17
Die Liebe findet immer den Weg
Sich in Worte zu kleiden - allein:

Nur der Liebende vermag sie zu deuten.

Uns anderen bleibt die Hoffnung,
der Neid und die Erinnerung...

asmodai
29.11.01, 19:22
hoffnung und erinnerung - schön, das reimt sich.

aerolith
09.12.17, 11:44
Da war sich seinerzeit die Forumgemeinde weitgehend einig: Kitsch ist formlose Selbsthudelei.
Entweder bin ich in meiner (ästhetischen) Entwicklung stehengeblieben oder ich habe eben eine feste Weltanschauung. So oder so: auch heute finde ich den Text mißlungen, ja, ärgerlich. Mich ärgert die maßlose Arroganz, die sich dahinter verbirgt. Zugleich kann ich kein lyrisches Ich entdecken.

Lyrsa allerdings, ist es allemal.