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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich motze!



Hannemann
03.01.01, 18:24
Mal in piano, oft auch in forte,
Doch immer die gleichen verschmalzenden Worte,
Das große Fressen der lyrischen Torte:
Für die Lust am Sterben sich zu bewerben;
Tot ohne Not heißt das Gebot.
Schwarz-Trauer schwimmt in Ewigkeit,
Kaum durch den Schwur einer Rose befreit.
Und dann auch die Liebe: Mehr Schmerz, keine Triebe;
Nix fummeln an Rübe, das Fühlen bleibt trübe.
Es foltert sich Sühle,
Die Trauer stopft Kühle;
Sich stähle, wer quäle!
Was soll das Gemühle?
Mein Ruf ist wild, mein Schrei klingt weit:
Leck mich am Arsch, Unendlichkeit!
(und auch die Engel, jederzeit)

Bigvogel
03.01.01, 18:28
hi, hannemann,
darf ich das in meiner rosenanthologie aufnehmen? wärste in guter gesellschaft!

grüße
big

Doderer
03.01.01, 19:11
Mein Ruf ist wild,
mein Schrei klingt weit:
Leck mich am Arsch, Unendlichkeit!
(und auch die Engel, jederzeit)


entzückt über diese zeilen - das muß aus bayern kommen

it
04.01.01, 08:28
Und dann auch die Liebe: Mehr Schmerz, keine Triebe;
Nix fummeln an Rübe, das Fühlen bleibt trübe.

:cool:

Aber wer oder was zum Teufel ist Sühle?

it

aerolith
04.01.01, 08:57
Sag mal, Hanni, nicht nur müllst Du die Ordner hier voll, Du schmatzt auch noch dabei. Das nimmt hier überhand mit den Sülzkoteletts. Du verkaufst sie zwar als Sahnebiskuit, aber es bleibt doch gute alte Hausmannskost, vielleicht ein bißchen zu derb gepudert.


Dieses obere Beispiel muffelt, Fett läuft an den Seiten runter, außerdem hat es keinen Anfang, kein Ende. Dieses Hauruckreimen kannst Du Dir für Büttenreden aufheben.
Tot ohne Not heißt das Gebot.
Was ist denn das für ein Müll? Soll ich hier partout ironisch gestimmt werden? Vergiß es!
Und lustiger wird's noch hier:
Und dann auch die Liebe: Mehr Schmerz, keine Triebe;
Nix fummeln an Rübe, das Fühlen bleibt trübe. Das ist gequirltes Verdauungsendprodukt, mein Lieber. Das ist Lustigkeit, die mit dem Rammbock, einem fetten Rammbock, daherkommt.

Klarer noch:
Ich sag Dir, was mich stört: das Opportunitäre. Die Reime wirken auf den Effekt gemünzt. Das ist unehrliche Dichtung, weil sie das Wort beliebig macht. Weil das Beliebige das Extrahierte ist, dem alles ausgezogen wurde, nur die Substanz des Nichtverbrauchten eben nicht. Willst Du hier neue Töne anschlagen, dann zieh Dir doch Stülpenhandschuhe an und feg durchs Feuer der Eitelkeiten! Ich mag diese Ausnüchterung nicht, die des Geistes, Freund Blase.


Zitat: Was soll das Gemühle? Oh, schauen wir doch mal, was er darauf reimt.... QUÜLE und SÄHLE. Was ist Sühle?

Es ist immer leichter, sich über anderer Mühen zu belustigen, als selbst ein neues Wort des Verstehens an die Mitmenschen zu setzen. Gesetzt, man will es. Was einen antreibt, das ist entscheidend, der Rest findet sich bei gleichbleibendem Wollen und genug Ausdauer.