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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gefallene Engel



AnnLi
29.10.00, 11:05
ich habe hier schon oft vorbeigeschaut und dabei festgestellt, dass man euren Kritiken glauben kann und hoffe deswegen, dass ihr mir mal sagen könnt, was ihr von meinem Anfang haltet. Ansonsten möchte ich euch gar nicht weiter stören und hoffe dass ihr mich nich zu sehr zerfleischt.
(nur falls fragen auftreten sollten, noch kann hat der titel,wenig mit dem geschehnissen zu tun.)


Seit jenem unheilvollen Tag vor 3 Jahren, kam sie hier hoch. Sie liebte den Ausblick und war damals froh gewesen, einen Platz ganz für sich allein gefunden zu haben, denn niemand wusste, wo er sich befand- nur sie und das war auch gut so, denn sie mochte die Einsamkeit. Sie war der einzige Freund- Freund, ha, als ob sie jemals richtige Freunde in den 17 Jahren ihres Leben gehabt hätte-, denn sie konnte hier stundenlang über ihre Trauer, ihre Freude und über irgendwelche belanglose Dinge erzählen, ohne das ihr jemand wiedersprach, denn die Einsamkeit hörte sich immer geduldig all ihre Probleme an. Zum Anfang kam es ihr noch albern vor, sich alles von der Seele zu reden, ohne das jemand da war, aber mit der Zeit hatte sie sich daran gewöhnt und war auch froh, dass sie es getan hatte. Der Schmerz den sie damals, vor einer halben Ewigkeit, wie es ihr vorkam, gespürt hatte, war schlimm gewesen. Oft hatte sie sich eingebildet, dass sie nie wieder auch nur daran denken könnte, Freude zu empfinden, aber der Schmerz verging. In der Zeit direkt nach dem Tod ihrer Eltern war sie sogar froh darüber, dass sie einfach vergessen konnte, aber mittlerweile vermisste sie diesen Schmerz, denn er war ihre einzige Erinnerung an ihre Eltern. Teilweise hatte sie sie schon so weit vergessen, dass sie nicht einmal mehr wusste, wie sie aussahen- manchmal vergaß sie auch einfach, dass auch sie einst Eltern hatte, die sich um sie gekümmert hatten.
Aber das war jetzt schon alles lange vorbei. Der Krieg mit den Waldbewohnern hatte aufgehört und würde sich hoffentlich auch nicht wiederholen, da diese den Krieg ebenfalls mit einem sehr hohen Blutzoll bezahlen mussten- und vielleicht war es ja auch gut so, dass sie daran erinnert wurden, dass sie nicht unverwundbar sind. Die Waldmenschen hatten fast das ganze Dorf zerstört, darunter auch das Haus ihrer Eltern, und viele Menschenleben einfach ausgelöscht. In der Zeit danach sind nochmals viele gestorben- zu erschöpft von den Aufbauarbeiten oder einfach weil sie nicht mehr wollten, da ihnen dieser Krieg alles genommen hatte.
Sicherlich hatte auch sie geholfen oder es zumindest versucht, denn wer wollte schon Hilfe von einem 14- jährigem Kind!! Von den Dorfältesten wurde dann beschlossen, was mit ihr passieren sollte. Anfangs hatte sie sich dagegen gewehrt, bei einer neuen Familie zu leben, aber sie hatte schnell erkannt, dass es wenig Zweck haben würde. Ihre neue Mutter (als ob sie jemals eine neue Mutter haben würde- es gab nur eine für sie und die war tot!) verbrachte viel Zeit mit ihr, um ihr das Leben zu vereinfachen, doch ihre Bemühungen ließen schnell nach, als sie erkannte, dass Xahra nicht gewillt war, ihr dabei zu helfen. Äußerlich gehörte sie vielleicht zu dieser Familie, aber innerlich blieb sie allein- ewig, wie sie sich selber geschworen hatte, denn sie wollte niemals wieder lieben, einfach aus Angst den Schmerz bei weiteren Verlusten nicht noch mal besiegen zu können.
Nachdem das Dorf wieder so weit aufgebaut war, dass alle ein Dach über dem Kopf hatten, fand sie diesen schönen Platz. Sie war von Anfang an fasziniert von ihm, so dass sie seitdem immer hierher kam, um jeden Abend dem Sonnenuntergang zu zuschauen und er war jeden Tag anders.
An diesem Abend war die Dämmerung besonders schön. Zuerst wurde der Himmel von Wolken überzogen. Als sich dann die Sonne dem Horizont näherte, tauchte sie den Himmel in verschiedene Rottöne und ließ die Berge, die sich rings um das Tal, in dem ihr Dorf stand, befanden, noch bedrohlicher erscheinen. Etwas an diesem Anblick beunruhigte Xahra, aber vielleicht bildete sie es sich auch nur ein, da der Tag heute alles zusammengenommen nicht so lief, wie sie es sich erhofft hatte, da es mal wieder zu einer Konfrontation mit ihrem Bruder Jyad gekommen war. Eigentlich mochte sie ich ihn ja, aber in letzter Zeit häuften sich ihre Streitigkeiten zusehends. Einen Grund gab es eigentlich nie, weshalb es Xahra auch schwerfiel sie zu umgehen. Sie würde nie zu einem eindeutigen Ergebnis, warum sie sich überhaupt stritten, kommen und konzentrierte sich deswegen wieder auf den Sonnenuntergang.
Obwohl die Sonne schon nach einer halben Stunde vollends verschwunden war und nur noch ein kleiner Streifen Rot am Horizont übrig blieb, wollte Xahra noch nicht zurück, sie hatte keine Lust zurück zugehen um es wieder zum Streit mit Jyad kommen zu lassen. So blieb sie einfach noch sitzen und ging dann nach weiteren 30 Minuten, bevor es zu dunkel wurde. Es konnte dann nämlich verdammt schwierig werden sich zurecht zu finden, da der Weg zur Spitze dieses Ausläufers der Berge nur so vor Löchern und heimtückischen Fallen, geschaffen von den andauernden Kräften der Erosion, strotzte.
Aber sie schaffte es auch diesmal, ohne sich nennenswert zu verletzen. Die Schrammen war sie schon gewohnt, da sie, ob nun auf dem Weg hoch oder runter, mehrmals gegen Steine oder eckige Kanten stieß.
Nach dem Abstieg, war es ihr dann ein Leichtes den Weg zurück zugehen, da sie über ihn schon hundertemal gegangen war.
Kurz, bevor sie das Dorf erreichte, überkam ihr schon wieder so ein mulmiges Gefühl, aber sie tat es als Vorgefühl auf einen kommenden Streit mit Jyad ab und kümmerte sich nicht weiter darum.
Doch als sie im Dorf ankam, steigerte sich dieses Gefühl zusehends und sie wusste, dass es nicht mit Jyad zu tun hatte, denn es war... irgendwie anders als sonst, wenn sie etwas ahnte. Sie konnte sich es aber immer noch nicht erklären. Das letzte Stück legte sie ein wenig rascher, als nötig gewesen wäre, zurück und ging dann, im Haus angekommen, ohne Umschweife oder Ankündigung, dass sie wieder da sei, die Treppe rauf in ihr Zimmer, schlüpfte aus ihrem Kleid und legte sich ins Bett. Bevor sie einschlief, gelang es ihr dieses Gefühl so weit zu verdrängen, dass sie wenigstens einigermaßen beruhigt einschlafen konnte, aber es blieb. Bis zum nächsten Morgen, an dem sie nur langsam auf die Beine kam und einen Schrei vernahm... .

aerolith
29.10.00, 12:11
Hallo AnnLi! Eigentlich sollte Bo hier das erste Wort haben, aber sie träumt wohl mal wieder im Klostergarten mit mit dem Mönchlein ein stilles Gebet.

Dein Text hat etwas Trauriges. Er baut sich langsam auf. Ich fragte mich, ob Du die Namen Deiner Hauptpersonen wirklich erst so spät nennen solltest.
Die Sätze sind mir anfangs zu lang. Da kürzer, dann beim Verweilen bei Deiner Heldin vielleicht etwas mehr Holz ins Feuer legen, also auch mal ein Problem länger und anschaulicher beschreiben, nicht nur nennen.

Deine Welt ist bunt; wahrscheinlich ist hier der richtige Ort für Dich, diese Welt anderen mitzuteilen, auch sie sich entwickeln zu lassen im Gespräch.

Freundliche Grüße von einem, der hier nur gelegentlich mal reinschaut.

AnnLi
29.10.00, 12:57
hui, man mit einem "lob" deinerseits hätte ich ja gar nicht gerechnet *g*- ich habe bei deinen Texten/bemerkungen nämlich auch schon mal öfters reingeguckt und ich muß mal so sagen, manche hast du da ganz schön auseinandergenommen :angel:



Deine Welt ist bunt; wahrscheinlich ist hier der richtige Ort für Dich, diese Welt anderen mitzuteilen, auch sie sich entwickeln zu lassen im Gespräch.


*freu*

Bo
29.10.00, 18:53
hallo AnnLi!


herzlich willkommen.


das thema deines textes gefällt mir sehr gut.
allerdings stört mich, dass die sätze etwas zu lang sind.
außerdem könntest du die gefühle noch besser beschreiben. überhaupt könntest du noch mehr beschreiben.
ansonsten gefällt mir der text. ich bin schon auf die fortsetzung gespannt...


rob: reg dich nicht so auf! schließlich hast du ja durch meine stundenlange arbeit im kloster endlich deinen liter tinte...
nur gut, dass du nix vom löschsand abgekriegt
hast *fg* :cool:


*wink*


Bo

AnnLi
31.10.00, 11:13
hi bo!
also das dir die sätze zu lang sind, tut mir leid, aber so schreibe ich immer.
weitere kapitel sind auch schon fertig, aber von hier kann ich die nich "veröffentlichen" da die auf meinem compi zuhause sind...


grüße AnnLi

rodbertus
22.04.03, 14:08
Das ist ein Text für Bowle. AnnLi hat die Gabe, Dinge in ihrer Entwicklung zu erfassen. Daß es sprachlich mit der Umsetzung hapert, mag man ihr nachsehen. Das ist lernbar, aber der Blick, der Blick übers Ganze, der ist unbedingt notwendig, BEVOR ein Plan entsteht.

Ein Lob habe ich allerdings seinerzeit nicht ausgesprochen. Vielleicht ist AnnLi wie meinereiner ein Ostfale? Bei uns ist es üblich, Lobe zu vermitteln, indem nicht gemeckert wird. Viel gemeckert habe ich nicht; vielleicht hat sie das schon als loben verstanden.

Patina
02.05.03, 12:32
Hallo Robert,
ich habe den Text, den du für mich hervorgeholt habe, jetzt erst bemerkt.


Das ist eine ganz andere Schreibweise als die meinige und ich meine ich sollte mir nicht den Schuh anziehen, irgendjemand zu kopieren.


Ich finde den Anfang zum Abschied im Moment so ziemlich gelungen. Mr. Jones hat mir dabei geholfen.


Es ist so, daß die Protagonistin im weiteren Verlauf der Geschichte immer mit ihrem Freund spazierengeht und mit ihm redet. Aber er ist gar nicht mehr da. Er ist gestorben.


Könntest noch ein paar Worte dazu sagen?


Lg Patina

rodbertus
02.05.03, 12:53
Hat ja gedauert, Bowle, bis Du Dich hier meldetest. Beißt Dich hier was, oder nennen wir es so: Was ficht Dich hier an?
Klar, AnnLi schreibt anders als Du, aber sie hat einen langen Plan gemacht, bevor sie etwas zu Papier brachte, zu bringen beabsichtigte.


Ich habe da immer so meine Zweifel, ob ein Plan schon die halbe Miete sein kann?! So ganz ohne Plan geht es nimmer; allerdings wage ich zu bezweifeln, daß ein Plan gut sein kann, er kann helfen. Ein Ziel benötigt keinen Plan, aber jeder Plan hat ein Ziel. Das Ziel ist entscheidend, die Botschaft. Pläne geben über Motive keine Auskunft, bestenfalls über Methoden.

Patina
05.05.03, 10:21
Lieber Robert,


mich frisst hier nichts an. Keine Angst. Bin nur mit Mr. Jones am Werkeln und das nimmt eben halt mal viel Zeit in Anspruch.


Und wir haben einen Plan. Mehrere Spaziergänge werden im Präsens in die Erinnerungen eingeflochten.


Liebe Grüße Patina

resurrector
28.01.19, 07:41
AnnLi war eine der zahlreichen Ephemeren, Laufkundschaft. Dieser Text ist nicht von Bedeutung, besitzt jedoch eine gute Exposition. Das gibt es nicht oft; die meisten kommen nicht über eine Anfangsidee hinaus.