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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abschied



Gegenströmung
22.02.03, 10:46
Gefährte
es ist tröstend
dass wir Raum und Zeit
nicht als die Grenze
unserer Liebe markieren


Liebe auf Zeit
und Liebe in Menschenkörpern
sind Augenblicke
von Schönheit und Flüchtigkeit


Jenseits von Raum und Zeit
wartet noch mehr


Deshalb trennt uns kein Körpertod

aerolith
22.02.03, 11:44
Bedeutet jenes tta nicht "Das bist du!"? Und wenn es das bedeutet, deutet das wiederum nicht auf das eigene Ich, das sich ins Du setzt, weil es aus dem Eigenen nichts Fremdes mehr ableiten will, sondern bei sich bleibt, eben Dasein im Sein verweigert?


Man korrigiere mich, wenn ich hier das Wesentliche buddhistischer Weisheit mißverstehe!


Diesen Gedanken auf nämlichst vorliegenden Text angewendet: Paßt nit!


Da ist von einem Gefährten die Rede. (Das ist dann schon einmal ein außenstehendes Du, kein aus dem Eigenen kommendes.) Da ist von Grenzen des Verstandes die Rede, von Bestimmungen des Empirischen, woraus ein Trost gefunden werden will. (Trost aber - selbst in einem metaphysischen Sinne und eigentlich nur so - versteht sich als erhaben gegenüber Empirik, nicht als überwindender Beginn derselben. Jedenfalls in diesen Breiten; vielleicht sehen das Kambodschaner oder Pikten anders.)


Das DASS ist in Lyrik fast immer gräßlich. Es sieht nicht nur beschissen aus, sondern gibt dem Text mit schöner Regelmäßigkeit etwas Belehrendes.


Abstrakta wie LIEBE gehören hier nicht her. Beschreib das, aber nenne es nicht.


Zu den anderen Strophen habe ich noch nichts gesagt.

Gegenströmung
22.02.03, 12:11
Bedeutet jenes tta nicht "Das bist du!"?....


.......Es bedeutet auch: Dies ist das, ich bin du - es bedeutet letztlich: Alles ist eins. Es gibt keine Trennung zwischen Wahrgenommenem und dem Wahrnehmenden, keine Trennung zwischen Dir und mir, so sehr ich dir auch jetzt getrennt vorkommen mag durch die Brille deines ALltagsbewusstseins....


Und wenn es das bedeutet, deutet das wiederum nicht auf das eigene Ich, das sich ins Du setzt, weil es aus dem Eigenen nichts Fremdes mehr ableiten will, sondern bei sich bleibt, eben Dasein im Sein verweigert?


....Wie immer in der Paradoxie bedeutet es auch das, jedoch auch sein Gegenteil zugleich.Es brauchte also in Deinem Falle keine Korrektur, nur eine Erweiterung, weil das Geschriebene von Dir stimmt, aber nur nicht ganz vollständig war....


Diesen Gedanken auf nämlichst vorliegenden Text angewendet: Paßt nit!


... Sorry, aber eigentlich hat es mit dem Text nun nichts zu tun, sondern ist der Name des Schreibers. Der Text hat mit der Überschrift zu tun. Oder werden in diesem Forum die Texte bei einer Kritik immer auch in Bezug zum Namen des Absenders gesetzt??
Hm... welcher Text würde dann zu Hannemann zum Beispiel passen?? Wirklich nur Hähne, Hühner, Eier?? - obschon dann noch das h fehlt und das n etwas Überflüssiges hätte...


Zu den anderen Strophen habe ich noch nichts gesagt.


....Nur zu, wenn es sich im meinem Falle lohnt! Das mit dem dass ist wirklich eine grässliche Schwäche von mir!

aerolith
22.02.03, 15:33
tatasi, Dein Gedanke mit Hannemann ist so falsch nit. Der Mann denkt eben nur an Hühner, große gelbe Hühner mit fettigen Krallen, die auf Augen drücken, im Jahr 264 Eier legen und auch sonst an Flugversuchen keine Mangelung hegen.


Aber, okay. Ich ging davon aus, daß zwischen diesem eigentümlichen Namen und dem Text ein Sinnzusammenhang bestehen soll. Dann eben nicht. Setz ich mir eine neue Brille auf und les ihn noch einmal.


... ich lese ...


Hm. Meine Erfahrung - schon Scheiße, gell? - sagt mir, sie flüstert es zärtlich in mein Ohr, daß LIEBE RAUM und ZEIT braucht, sonst stirbt sie. Hat das nicht zur Überhöhung des Wunsches geführt, eben ewig miteinander Bett und Borke zu teilen? Und wie könnte das dann ein Trost sein? Welcher Trost soll das sein? Ich kömm wieder auf den metaphysischen, nicht Kette, sondern Glied einer Kette zu sein, mithin unvergänglich. Wer will schon behaupten, daß das, was getan wurde, nicht getan worden wäre? Ich gebe einem Grashalm eine Chance, daraus wächst ein Baum... Ich gebe einem Gedanken und einer Hoffnung Raum und Zeit, daraus wächst ein Stückchen Ewigkeit. Ohne Raum und Zeit wäre die Liebe nicht entwicklungsfähig, was dem Wesen der Liebe widerspräche.


Das sind so Gedanken zum Inhalt Deines Textes. Zur Form habe ich jetzt nichts gesagt.




Uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiis!

Bauer Hans
22.02.03, 21:53
Original erstellt von Robert:
Dein Gedanke mit Hannemann ist so falsch nit. Der Mann denkt eben nur an Hühner, große gelbe Hühner mit fettigen Krallen, die auf Augen drücken, im Jahr 264 Eier legen und auch sonst an Flugversuchen keine Mangelung hegen.


Schlichtweg gelogen, mein Trachten, meine Sorge, ist zu 99 Prozent, nicht elendiglich zu verhungern. In den Weisheiten des Buddhismus dagegen kenne ich mich überhaupt nicht aus.


"Fest entschlossen, das höchste Wohl für alle lebenden Wesen, selbst für Hühner, zu erlangen, die großartiger sind als selbst ein wunscherfüllender Edelstein, möchte ich lernen, sie zutiefst zu lieben."

uisgeovid
22.02.03, 21:55
Puhhhh...hatte ich diesen Text auch noch übersehen...naja...bei der Flut.

Aber was ist schon irdisches, empirisches Wissen? Anhäufung, mehr nicht. Aber auch die Ameisen häufen an, riesige Haufen, haben einen Staat und unterhalten sich in Formic. Eine meiner Lieblingszeilen in Dichtung schlechthin und überhaupt: "Then word goes forth in Formic: 'Death's come to Jerry McCormic...'" (Robert Frost, "Departmental") Also Ameisen sind wir manchmal, aber gewiss nicht, wenn wir lieben. Die letzte Zeile des Gedichts, denn es ist bedingt eines, ist der Hammer schlechthin, korrespondiert in negierendem Sinne mit dem Titel. Wenn Abschied, dann nur in dieser und von dieser Welt, aber auch leider von dieser Art der körperlichen Liebe. Wie machen es eigentlich die Ameisen? Egal. Schön das Wort "Gefährte" zu Beginn, es stimmt lyrisch ein und macht den folgenden Text doch zu einer Art Gesang. Dazu passt aber nicht, und jetzt komme ich dazu, die letzte Zeile. Die ist mir zu didaktisch, zu belehrend trotz aller Hoffnung, die sie beschwören will. Das kann man anders machen, denn ihr Inhalt schwebt schon vielgesagt zwischen den anderen Zeilen. Mir kommen diese Verse entgegen, gleich geh ich raus und schau in die Sterne ein wenig.


herzlichst uis

Gegenströmung
22.02.03, 22:11
Mir kommen diese Verse entgegen, gleich geh ich raus und schau in die Sterne ein wenig.


... gibt es eine weisere Form, als sich von der Klarheit eines Sternenhimnmels gedanklich inspirieren zu lassen?


Schau! Nur das!