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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klingers "Faust"-Roman



aerolith
19.01.05, 06:49
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Mit dem Ur-Wallenstein bin ich so gut als fertig. Die Textvorlage fürs nächste Projekt steuerte der zu Unrecht vergeßne Goethe-Rivale Klinger (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=klinger)bei. Ich werde seinen sehr guten Faust-Roman aus dem Jahre 1791 neu erschließen, was bedeutet, daß ich dem kürzlich bei Reclam wieder aufgelegten Original-Text eine nach heutigen Gesichtspunkten lektorierte Fassung zustelle. Vielleicht bringe ich beide Fassungen in einem Buch heraus, das dann ca. 700 Seiten haben könnte.

In diesem Ordner werde ich über den Stand der Dinge berichten.

aerolith
12.03.05, 08:18
Nachdem ich mir nunmehr die neuste Ausgabe des Klinger-Romans (bei Reclam für 6,10 Euro beziehbar) ansah, stellte ich fest, daß weder in puncto



Interpunktion noch
Textkohärenz


zufriedenstellend gearbeitet wurde. Der Text harrt also noch einer Überarbeitung, damit er in Deutschland bestmöglich im Bewußtsein wahrgenommen wird.

Ich werde das übernehmen und den Text kürzen, straffen und dennoch in seinem ästhetischen und vor allem inhaltlichen Dasein belassen.

aerolith
17.03.05, 09:57
Noch einmal darüber nachgedacht. Projekt wird ins zweite Glied verschoben, andere Projekte sind vorrangig zu behandeln.

Grund: Ein Haufen unerledigter Werke, die erst einmal abgearbeitet werden müssen (Lexikon, Unkepunz, Verschwörungsbuch)

aerolith
13.04.05, 23:34
Nachdem ich mich in den letzten Wochen ein wenig mit Herrn Klinger befaßte, bin ich zu dem Entschluß gekommen, daß ich ihn nicht lektorieren werde. Seine Sprache ist derb und kontrastreich, sie hat eine Schwungsucht, die exaltiert wirkt, überspannt. Die Inhalte sind von unrühmlicher Maßlosigkeit und gleichzeitig indifferentem Geschwätz.

Meine Arbeit wäre die eines Sisyphos; gleichzeitig würde ich kaum der Ästhetik eines ewigen Stürmers gerecht werden können.

Fazit: Vergebene Liebesmüh, nein, eine Erfahrung. Manches sollte besser dem Vergessen anheimfallen. Weiter suchen.

rodbertus
09.04.13, 17:35
hm. blutgeleckt. von wegen "ewiger stürmer"! der mann schrieb 1790 ein drama mit geradezu ingeniöser bandbreite: medea auf dem kaukasus.

zeitlose themen, großartige dramaturgische verwicklungen und lösung. ein meisterwerk. leider nahezu unbekannt.