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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute



aerolith
14.11.02, 16:39
Rosa Luxemburg war alles andere als eine Kämpferin für die Freiheit! So ist jedenfalls mein Schluß nach dem Lesen des folgenden Beitrags:


erstellt im Beitrag Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden (http://www.jf-archiv.de/archiv01/371yy38.htm)

„Jawohl: Diktatur!“ (Hermann Schubart) Seit etlichen Jahren hat ein Wort der linksradikalen Theoretikerin und Agitatorin Rosa Luxemburg einen beträchtlichen Anklang in der politischen Landschaft Deutschlands gefunden. Es ist der häufig zitierte Satz: „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ Dieses Zitat wird von Linksradikalen, Linken, Linksliberalen und Liberalen der verschiedenen Schattierungen immer wieder als Ausdruck der wahren und korrekten politischen Gesinnung aufgegriffen und verständnisinnig weitergereicht. Selbst Politiker rechts von der Mitte greifen es zustimmend auf. Rosa Luxemburg als Vertreterin einer echten liberalen Gesinnung, dieses Bild ist durch dieses Zitat nachhaltig beeinflußt oder vielleicht sogar erst geschaffen worden. Aber wo hat dieser Satz seinen Ursprung? Wo steht er überhaupt? In welchem Zusammenhang bekommt er seine eigentliche Bedeutung?
Dieser Satz steht in einem unvollendeten Manuskript, in dem Rosa Luxemburg sich mit dem bolschewistischen Staatsstreich 1917 in Rußland und der Regierungspraxis Lenins auseinandersetzt. Von den verschiedenen Herausgebern hat dieses Manuskript dann die Überschrift „Die russische Revolution“ bzw. „Zur russischen Revolution“ erhalten.
Der Text ist in vier Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt rühmt sie die Bolschewisten wegen ihres welthistorischen Experiments, bei dem ihnen allerdings nicht alles vollkommen gelungen sei. Im zweiten arbeitet sie als deren Ziel die „Alleinherrschaft der radikalsten Partei“ heraus und betont „die ganze Macht in (den) Händen der ... Sowjets“, wobei sie Kautsky und Scheidemann scharf kritisiert. Nicht mit Mehrheiten sei die Diktatur des Proletariats zu erreichen, sondern nur mit der revolutionären Taktik gelange man zur Mehrheit und dem Endziel des Sozialismus. Im dritten Abschnitt kritisiert sie Lenin scharf wegen der Fehler bei der Bodenenteignung und dem Vorgehen gegenüber den Nationalitäten, wobei sie sich vehement gegen das Selbstbestimmungsrecht in Position bringt. Der vierte Abschnitt nun beschäftigt sich unter anderem mit dem „Mechanismus der demokratischen Institutionen“. Ihr Ideal ist dabei eine dauernde Wechselwirkung zwischen den Gewählten und der Wählerschaft und der ständige Einfluß der Stimmung der Massen auf die gewählten Körperschaften.
Lenin wirft sie die Beseitigung der Demokratie vor, sie selbst vertraut auf die breiten Volksmassen. Daß Lenin das Wahlrecht nur auf bestimmte Gruppen einschränkte, wird von ihr ausdrücklich gutgeheißen, denn das Wahlrecht ist „kein ernsthaftes Werkzeug der proletarischen Diktatur“; dieses verschiebt sie auf die Zukunft. Alle Mittel des Drucks gegen Bürgerliche seien erlaubt, „um den Widerstand mit eiserner Faust zu brechen“. Mit Lenin ist sie für Pressefreiheit und freies Leben in Vereinen und Versammlungen, aber nicht für Bürgerliche. Für die Herrschaft breiter Volksmassen sei ein gesundes öffentliches Leben nötig (das Trotzki aber abgewürgt habe), doch es müsse zur Erziehung der ganzen Volksmasse eine politische Schulung vorangehen, dies sei auch bei den Bolschewiken nötig gewesen. Nun fällt der in Frage kommende Satz von der Freiheit der Andersdenkenden.
Zunächst fällt auf, daß er in der wissenschaftlichen Ausgabe ihrer Schriften nur in einer Fußnote erscheint! Im Original des Manuskriptes steht dieser Gedanke nur als Bemerkung „am linken Rand ohne Einordnungshinweis“, das bedeutet, daß er nicht im ursprünglichen Textzusammenhang geschrieben, sondern als späterer Nachtrag hinzugefügt worden ist. Die Plazierung dieses häufig zitierten Satzes in einer Fußnote durch die Herausgeber der „Gesammelten Werke“ (Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED) ist wissenschaftlich korrekt, denn sie entspricht dem ursprünglichen Text.
Auch wenn Rosa Luxemburg diesen Zusatz nicht punktgenau in den ursprünglichen Text eingefügt hat, so ist doch klar, an welcher Stelle sie ihn hat haben wollen. Es ist die Stelle, wo sie von der „intensivsten politischen Schulung der Massen und Sammlung der Erfahrung“ spricht. Freiheit ist für sie also offenbar nur dann sinnvoll, wenn diese Schulung vorausgegangen ist. Eine so präparierte Volksmasse werde dann „in Freiheit“ schon in ihrem, das heißt Luxemburgs Sinne das Richtige entscheiden und den Fortschritt zur Diktatur des Proletariats voranbringen. Mit der Distanzierung in dieser Frage von Lenin und Trotzki wird auch ein eigener Führungsanspruch deutlich.
Für die Machthaber in der früheren DDR kann dieser Befund über das Manuskript nicht ganz so unwillkommen gewesen sein, denn so konnte dem Lesepublikum damals, sofern es auf den Gedanken gekommen wäre, nun unter Berufung auf Rosa Luxemburg Freiheit einzufordern, deutlich gemacht werden, daß solche liberal-demokratischen Anwandlungen eben nur Nebengedanken gewesen und an bestimmte Voraussetzungen gebunden seien.
In der 1968 in der Bundesrepublik erschienenen Ausgabe der „Politischen Schriften III“ ist der fragliche Satz aus dem minderen Rang einer Randbemerkung in den ursprünglichen durchlaufenden Textzusammenhang hinaufgehoben worden. Dies ist insofern eine Verfälschung, als diese Vorgehensweise durch den Herausgeber Ossip K. Flechtheim auch nicht andeutungsweise gekennzeichnet wird. Er kann zwar für sich in Anspruch nehmen, daß es sich um ein unvollendetes Manuskript handelt. Aber er präsentiert hier dem Lesepublikum im Westen eine Rosa Luxemburg, wie er sie offensichtlich gern hätte, denn wie sie bei einer nochmaligen Durcharbeitung des Textes zu einem späteren Zeitpunkt und in einer anderen Situation anläßlich einer Veröffentlichung ihres Manuskriptes mit den Randbemerkungen verfahren wäre, ist reine Spekulation.
[..]


Das ist eine große Enttäuschung für mich.

aerolith
01.01.03, 15:07
Die Weltbanken und die britische Regierung verhinderten 1940/41 die Verwirklichung des vom Reichsbankdirektor Schacht gemachten Vorschlags einer Massenevakuierung der "jüdischen Volksfeinde" aus moralischen Gründen. (zitiert nach E.R. Carmin: Das schwarze Reich. Hamburg 2002. S. 23.)
Wörtlich heißt es: "Da könnte man ja auf die Idee kommen, daß die Weltbanken und GB 1940/41 die von Hitler über Hjalmar Schacht vorgeschlagene Massenevakuierung der 'jüdischen Volksfeinde' aus moralischen Gründen verhinderten, denn sonst hätte es möglicherweise kein notwendiges Auschwitz und Bergen-Belsen gegeben."

weiterführender Link: http://www.shoa.de/madagaskar_plan.html (Link führt weiter auf wikipedia-Seite)

Der Autor ging in diesem nicht mehr funzenden Link davon aus, daß auf einer Insel, die ca. 800000 km² groß ist, nur 2000 Menschen leben können!?
Dann sagt und behauptet er, GB hätte 1940 D bereits besiegt. Das ist auch ein bißchen blöd, zumal er daraus den Schluß zieht, daß Hitler nunmehr beschlossen hätte, die Juden mit den Russen zusammen zu töten. Vielleicht hatte er das immer vor, das kann ich jetzt nicht entscheiden, aber 1940 war der Krieg gegen England nicht entschieden. Das kann ich Dir versichern. (Er war es schon lange vorher, nämlich 1880, will man der saturday review Glauben schenken, die schrieb: "Wenn Deutschland heute vernichtet wird, so gibt es keinen Engländer, der morgen nicht dadurch um so reicher würde. Sollten Völker etwa nicht einen Krieg führen um einen Millionenhandel? Aus tausend Eifersüchteleien wird sich ein ungeheurer Krieg entzünden, und das Ende wird die Niederlage Deutschlands sein. Dann werden wir die Völker Europas einladen: Da liegt Deutschland, kommt und nehmt euch ein Stück davon.")

Über die geheimen Verhandlungen zwischen Schacht, den Weltbanken und GB steht in dem shoa-Artikel nichts. Darüber hätte ich gerne einen Link.

aerolith
10.01.03, 10:59
Man will es kaum glauben, aber die russische Revolution 1917 ist von amerikanischen Bankiers zumindest mitfinanziert wurden.
Ein Neu Yorker namens Johann Schiff stattete Leo Trotzki mit 20 Millionen Dollar und einem amer. Paß aus (man kann ja nie wissen!), als der 1917 nach Rußland zurückkehrte, um seinen Plan einer Weltrevolution umzusetzen. Hinter Schiff stand die General Electric, die im Jahre 1927 einen 600 Milllionen Dollar-Auftrag des russischen Staates (bezahlt wurde in Gold) erhielt, die Materialien zur Verfügung zu stellen, die für die Elektrifizierung Rußlands notwendig waren. (kein schlechtes Schnäppchen, meine Herren)

Eine andere mir neulich untergekommene ungeheuerliche Wahrheit der Weltgeschichte: Es gab einige wichtige Juden, die die Nazis finanziell unterstützten. So gehörten einige Juden dem Vorstand vom Zeitungskonzern HEARST an (Neu York Times, Chikago Tribune, Sunday Times), der in diversen Blättern in den zwanziger Jahren Hitler als den kommenden Mann Europas beschrieb.
In Deutschland unterstützte der Chef von RHEINBRUNN AG, Silverberg, die Nazis, um sie zu lenken. Ehrenarier ("Wer Jude ist, bestimme ich!", Göring) wurden Oppenheim (Kölner Bankhaus) und Pferdmenges, saß zudem im Vorstand von General Electric - die schon wieder -, in dem noch andere Juden saßen, die ca. 30 Millionen Dollar für Hitlers Bewegung beisteuerten. Die andernorts (Lenins reise nach Rußland) bereits genannte Verbindung zwischen Warburg (Amerika) und Warburg (Deutschland) bestand auch in den zwanziger und dreißiger Jahren, dazu das Bankhaus Kuhn und Loeb, die unterstützten und sich über diverse amer. Firmen in die (u.a. deutsche) Aufrüstung einkauften.

Wohlgemerkt, lange bevor es zu einem Krieg kam, sickerten Millionen in eine politische Bewegung, die sich u.a. die Ausrottung der Juden auf das blutige Tuch geschrieben hatte. Über die eigentlichen Absichten habe ich hier aber noch gar nichts zu sagen.

aerolith
29.03.03, 21:10
Das bildungspolitische Ziel des CFR (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=cfr)besteht seit jeher darin, egalitäre (für die einen nennt sich das sozialistisch, für andere faschistisch, was aber aufs inhaltlich Gleiche hinausläuft) Prinzipien in die Welt zu bringen. Zu diesem Zwecke wurden die Ideen von Dewey seit den 30er Jahren in den USA unterstützt, die darauf hinauslaufen, Jugendlichen das Gefühl ihrer Gleichheit einzuimpfen. Das Gleichgewordene nämlich läßt sich besser steuern. Das Verschiedene dagegen bedarf verschiedenster Suppositionen, das aber ist eine Hürde, die die Menschheit bislang nicht übersprang. (Trotzdem bleibt genau das eben unsere Aufgabe, diesen Sprung immer wieder zu wagen.)

Es nimmt also kein Wunder, daß die Rothschilds den sowjetischen Außenhandel abwickelten, daß die Rockefellers immer und ewig sozialistische Ideen in sehr vielen kleinen und kleineren Projekten nicht nur finanziell unterstützten. Das ist eben kein Widerspruch, denn Gleichheit und Gerechtigkeit unterscheidet einiges. Der CFR (die Kommunisten und die Faschisten gleichermaßen) aber will Gleichheit, keine Gerechtigkeit, will Unitarismus und den Weltstaat, will die absolute Kontrolle, aber nicht die Vereinigung der Vielen, die sich selbst bestimmen. Es ist also eine Lüge, wenn Kapitalismus und Sozialismus/Faschismus als Gegenpole und Feinde gesehen werden sollen; sie sind zwei Seiten einer Münze.

Der eigentliche Gegenpol besteht zwischen Kapitalismus (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=kapitalismus)und Humanismus (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=humanismus).

aerolith
04.06.03, 00:00
Die Magdeburger Band THE SIX BEETLES behauptet steif und bein, daß es sechs Beatles gegeben hätte. Muffty und Druffty (weiß jetzt nicht, wie ich die schreiben soll) seien im Keller eingesperrt gewesen, hätten aber die meisten Titel der Beatles geschrieben, die da Verlust, Angst, Hilflosigkeit und dies alles thematisierten. Beispiele? HELP, WITH A LITTLE HELP, COME TOGETHER, LET IT BE, EIGHT DAYS A WEEK...

Interessante These: Man könnte die Beatles ihres Saubermann-Images entkleiden, indem ein kleines Büchlein diese These aufnimmt und das gängige Klischee der sauberen Beatles so gegen den Strich kämmt.

Eine Geschichte: Zwei Beatles sind im Keller eingesperrt und müssen Songs schreiben. Sie sind häßlich und dürfen in der Öffentlichkeit nicht gezeigt werden. Freiheit wird erkauft. Denn, wie wir heute wissen: Es ist immer alles ganz anders.

aerolith
11.08.03, 18:34
Hjalmar Schacht verfocht das Konzept der Integration Deutschlands in die Weltwirtschaft. Der Westen, vor allem die USA, verhinderte diese langfristig angelegte Reintegration Deutschlands. Schacht wurde entlassen und es gewannen diejenigen die Oberhand, die den Autarkie-Ansatz verfolgten. Dieser sah vor, Deutschland einen eigenen funktionierenden Wirtschaftsraum zu erschließen, was nur über die Erweiterung von Lebensraum möglich schien.
Nebenprodukt dieser Geschäftigkeit war der Antikomintern-Pakt mit Japan, der den künftigen Feind quasi geographisch markierte.

Besonders süffisant ist, daß Schacht anfangs ein eigenes Autarkie-Konzept entwickelte, das er um 1935 aufgab. Seine Verbindungen zur britischen Hochfinanz machten seine Stellung sehr ambiguin.

Weitere Forschungen zu dieser Figur der finanziellen Aristokratie stehen aus.

aerolith
12.08.03, 18:18
Stichwort HUNNENREDE des Kaisers 1900:
Sie ist die heute am häufigsten zitierte Rede Kaiser Wilhelms II. und das, obwohl sie kurz nach den Ereignissen um den Krieg in China (Boxeraufstand) fast schon wieder vergessen war. Der britische "Daily Telegraph" kommentierte sie seinerzeit, daß "dies wohl die einzige Sprache sei, die die Asiaten verstünden." Im Ausland hatten Wilhelms markige Worte zunächst keineswegs so katastrophal gewirkt, wie heute immer wieder gerne dargestellt wird. Martialische Reden war man im Zeitalter des Nationalismus und Imperialismus gewöhnt und Kaiser Wilhelm II. bildete da keine Ausnahme. Erst nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges entsann man sich in den reichsfeindlichen Kreisen der Kaiserrede von 1900 und stellte die in den Dienst der Greuelpropaganda zur Begründung deutscher Schuld am ersten Krieg, wonach "die Deutschen, wie einst ihre Vorfahren, die Hunnen (!), mordend vergewaltigend, brennend und sengend die Länder verheerten."

Die Ironie dieser Episode ist, als die deutschen Soldaten endlich in China eintrafen, waren die eingeschlossenen Gesandtschaften in Peking längst von internationalen Truppen (v.a. Russen und Japaner) befreit worden. Der Oberbefehlshaber der europäischen Interventionstruppen Graf Waldersee konnte nur noch militärisch eher unbedeutende, kleinere Aktionen durchführen lassen.

Lektorierter Text aus www.deutsche-schutzgebiete.de/hunnenrede.htm (http://www.deutsche-schutzgebiete.de/hunnenrede.htm), worüber auch der vollständige Wortlaut der "Hunnenrede" erlesen werden kann.

aerolith
12.08.03, 18:18
Stichwort HUNNENREDE des Kaisers 1900:
Sie ist die heute am häufigsten zitierte Rede Kaiser Wilhelms II. und das, obwohl sie kurz nach den Ereignissen um den Krieg in China (Boxeraufstand) fast schon wieder vergessen war. Der britische "Daily Telegraph" kommentierte sie seinerzeit, daß "dies wohl die einzige Sprache sei, die die Asiaten verstünden." Im Ausland hatten Wilhelms markige Worte zunächst keineswegs so katastrophal gewirkt, wie heute immer wieder gerne dargestellt wird. Martialische Reden war man im Zeitalter des Nationalismus und Imperialismus gewöhnt und Kaiser Wilhelm II. bildete da keine Ausnahme. Erst nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges entsann man sich in den reichsfeindlichen Kreisen der Kaiserrede von 1900 und stellte die in den Dienst der Greuelpropaganda zur Begründung deutscher Schuld am ersten Krieg, wonach "die Deutschen, wie einst ihre Vorfahren, die Hunnen (!), mordend vergewaltigend, brennend und sengend die Länder verheerten."

Die Ironie dieser Episode ist, als die deutschen Soldaten endlich in China eintrafen, waren die eingeschlossenen Gesandtschaften in Peking längst von internationalen Truppen (v.a. Russen und Japaner) befreit worden. Der Oberbefehlshaber der europäischen Interventionstruppen Graf Waldersee konnte nur noch militärisch eher unbedeutende, kleinere Aktionen durchführen lassen.

Lektorierter Text aus www.deutsche-schutzgebiete.de/hunnenrede.htm (http://www.deutsche-schutzgebiete.de/hunnenrede.htm), worüber auch der vollständige Wortlaut der "Hunnenrede" erlesen werden kann.

aerolith
20.03.05, 20:03
Hubertus Knabe (https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_Knabe) hat sich einer Lüge angenommen und ein Buch geschrieben: "Tag der Befreiung?" (Propyläen)


Zurecht meint er, daß 1945 keiner der Alliierten nach Deutschland kam, um die Deutschen zu befreien. Wenn man das heute den Menschen so verkauft, dann ist das eine Lüge. Viele haben das so oft gehört, daß die Alliierten als Befreier kamen und glauben das inzwischen.

aerolith
06.05.05, 22:57
Der Goldschatz der Reichsbank, den die Amerikaner im April 45 bei Merkers (Thüringen) sicherten, besaß einen Umfang von ca. 10000 Tonnen. (FTD, 6.5.2005, S. 12) [Nennwert 5.7.2016: 3.463.000.000.000 €, also etwa 3,5 Billionen €]


Ich wußte nicht, daß es so viel war. Allerdings könnte ich mir diesen Berg gut vorstellen, denn wenn die Nazis den Franzosen das Gold weggenommen haben, die um 1930 bereits 3800 t besaßen und dann selber noch in Europa einsammeln gingen, dann sind 10000 t durchaus vorstellbar.

Andere berichten von lediglich 100 t (https://www.flickr.com/photos/temp/339661747), dritte von 10000enden Kunstwerken (https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article140590698/Die-verschwundenen-Schaetze-der-Nazis.html)...

305

Das Gift
20.05.05, 20:17
Der Einfachheit halber habe ich mal die 30 Millionen Sowjets und 6 Millionen Juden zusammengezogen, die anderen Opfer Nazideutschlands habe ich mal außen vorgelassen, damit der kosmopolite Aerolith nicht gleich Pipi in die Augen kriegt: jeder von ihnen hat den Nennwert von 0,270 Gramm Gold zu Deinem nazideutschen Goldschatz beigetragen, ein Goldzahn wiegt etwa 20 bis 50 Gramm je nach Herstellungsverfahren, eine sowjetische Maschinenfabrik im Jahre 1940 etwa 50 Kilogramm in Gold. Aerolith, manchmal frage ich mich, ob bei Deiner ABC-Ausbildung die Gasschutzmaske jedesmal wirklich dicht gewesen ist, denn manche Deiner Kommentare, nehmen wir beispielsweise mal "Kritik am Kapitalismus ist gleichzeitig Kritik am Judentum", lassen Dich nicht unbedingt als Geistes größtes Kind erscheinen, aber mach mal weiter, denn seitdem das Wolkensteinforum auch ergooglet werden kann, prophezeihe ich, dass Du durch genau solch stumpfe und unreflektierte Äußerungen so manchen Nationalidioten hier anziehen wirst, der genau nach solcher "Wissens"-Vermittlung lechzt.

ala
21.05.05, 00:03
götz aly, hitlers volksstaat.

ein buch, neu, nach freigabe der reichsfinanzarchive geschrieben, (bzw. was von den unterlagen nicht durch die nachfolgeregierung(!) zerstört wurde, um jüdische rückzahlungsansprüche zu vermeiden):
kernthese: der holocoust als massenRAUBmord an den juden, mit der folge (oder der vorgelagerten absicht?) der sanierung der kriegskasse und sozialer "käuflichkeit" der bevölkerung.

ich habe es selbst nicht gelesen, nur rezensionen, aber ein interview mit aly gesehen. er ist sehr vorsichtig, keine regreßdiskussionen aufrühren zu wollen, dreht für mein gefühl das ganze vom kapital weg hin zu einer these, wonach die deutschen nicht überwiegend antisemitisch gewesen seien, sondern dem "sozialismus", den sozialen wohltaten des nationalSOZIALISmus (von diesen mit jüdischen kapitalmitteln bewirkt) erlegen seien.

das ist so neu nicht, war diese schuldenbefreiung auch im mittelalter mit ein grund der pogrome, doch gewinnt die nicht steigerbare inhumanität hier auch eine klar kapitalistische komponente, die bislang nicht so im bewußtsein war.

wessen also waren die 100.000 tonnen? sind sie in amerika dann nicht richtig?
waren sie das ziel dieses kriegs nach innen oder nur ein "nebenprodukt"? (ist von der faktenlage so zynisch, daß einem schlecht wird)

Robert
21.05.05, 10:35
Gift, Du willst streiten?
Ich glaube, Du siehst das zu einfach, machst hier eine Milchmädchenrechnung auf. Die zudem nicht mal so stimmt. 10000 Tonnen sind 10 000 000 Kilogramm. Bei Deinen 36 Millionen Toten - wobei es in Rußland nur 20 Millionen Tote gab, die sicherlich alle bis an die Zähne mit Gold bewaffnet waren - ergibt das dann je Totem 300 Gramm Gold, nicht 0,27 Gramm. Du gehst zudem davon aus, daß jedem Toten das Gold aus dem Mund gebrochen wurde, auch denen, die nichts hatten? Du gehst davon aus, daß jede zerstörte Fabrik zu 50 Kilogramm Gold verhüttet wurde? Na aber! Da hätten wir ja in Rußland einige Hüttenwerke, Schmelzöfen, Anlagen hinbauen müssen. Abgesehen davon verkennst Du den Charakter dieses Krieges, den zuerst die Nazis als Vernichtungskrieg führten, nicht als Raubkrieg.

Du hast das Wesen meines Forums bis heute nicht begriffen. Ich sammle alles mögliche, was nicht unbedingt in die herkömmlichen Lesarten passen will, ich rede über alles mögliche. Was ich gegen Rechte habe, habe ich in in meinem Verschwörungsordner und meinem artifiziellen Selbstverständnis-Ordner dargelegt. Was ich gegen Linke habe, wird noch folgen. Am schlimmsten für mich sind aber jene oberflächlichen Psilophen, die schematisch, pawlowsch wie Hunde, bellen, wenn sie den einen oder anderen Gedanken lesen, den sie seit ihrer Jugend in dem einen oder anderen Zusammenhang zu denken glauben müssen. Leute, die mich dann in diese anerlernten schematischen Korsetts drücken wollen, kann ich nicht gebrauchen. Da lasse ich zuviel Kraft in der Auseinandersetzung, die ich für die Durchsetzung meiner Pläne benötige. Lies einfach in den entsprechenden Ordnern nach, such Dir die Antworten auf Deine Vorwürfe heraus, damit ich mich hier nicht wiederholen muß!

Ich habe keine Furcht vor irgendwelchen Auseinandersetzungen, aber ich will mich nicht wiederholen. Mit einem Nazi setze ich mich auch gerne auseinander. Solchen Leuten sage ich auf den Kopf zu, daß sie undeutsch handeln. Das macht sie verrückt. Und genau das denke ich über diesen ganzen Nazi-Spuk, daß er undeutsch war. Aber das erkläre ich Dir Selektivwahrnehmer nicht, sondern einem potenziellen Nazi, der sich hierher verirrt. Dir sage ich bloß, daß ich Dich nicht mehr gebrauchen kann. Abflug!

Ich sehe das Judentum als kernkapitalistisch; eine diesbezügliche Gleichung ist für mich statthaft. (Lies Thomas Manns "Joseph", dann verstehst Du vielleicht noch besser, was ich meine!) Kapitalismus hat Vorteile und Nachteile, er hatte für mich seine Zeit. Deutschtum setze ich mit Humanismus gleich. Auch der hat Vorteile und Nachteile. Und seine Zeit. Amerikanismus ist für mich Imperialismus. Der ist noch. Slawentum hat für mich sehr viel mit bäuerlicher Grundordnung zu tun, Araber sind Feudalisten... Usw. Alle Völker zusammen sind Welt und bringen ihre Prinzipien in den Schmelztopf der Menschheit, haben ihre Funktion, ihre Aufgabe, keine besser oder schlechter als die andere, alle mit Vorteilen und Nachteilen gegenüber den anderen. Es darf bloß nicht dazu kommen, daß sich ein Prinzip vollends durchsetzt und die anderen vom Tisch haut, dann entsteht Ungerechtigkeit. Neue Ungerechtigkeit, die alte exponiert. Und die Statthalter der Ungerechtigkeiten sind die Psilophen, die durch ihre schematischen Denkmuster diese statuieren helfen, statt ihrer Pflicht nachzukommen, mit den Mustern aufzuräumen, sie auf ihre Gründe zurückzuführen und so transparent zu machen, damit sich jedes Menschlein entscheiden kann, welchem Prinzip es selbst folgen will, selbst ausleben will. Ich glaube, hier liegt eines Deiner Hauptprobleme, was sich mir in Deinen Beiträgen hier offerierte, Du bist ein entwurzelter Tagelöhner, der seinen Platz erst noch finden muß. Geh und suche ihn! Dann komm wieder!

Achtpanther
23.05.05, 11:16
Die Erz-über zeugungen des Aerolith, ein wahrlich weites Feld. Vielleicht erzählst Du uns ja mal, wie Du Dir das mit der Herkunft des Nazigoldes vorstellst - unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Deutschland am Vorabend des Krieges faktisch bankrott war.



Hier noch etwas Lesestoff, zu Mann & den Juden (http://iasl.uni-muenchen.de/)



und zu Herkunft und Verbleib des Goldes (http://www.parlament.ch/homepage/do-archiv/do-ch-wk2-zusammenfassung-eizenstat-report.htm)

Das Gift
08.06.05, 20:43
Jüngst machte mich ein Bekannter, dem ich auf dem Gebiet Kompetenz zusprechen würde, schriftlich zum Thema Hedgefonds auf folgendes aufmerksam:

"Der Name Hedgefond geht auf Carol J. Loomis zurück. Sie verfasste im Jahre 1966 einen Artikel im Fortune Magazin über einen Mann namens Alfred Winslow Jones, Über den es Gründe gab, zu glauben, dass er der beste professionelle Vermögensverwalter von Kundengeldern ist. Im Jahre 1949 brachte besagter Jones 100,000 US-Dollar auf (von denen 40% sein eigenes Geld war), gründete eine Limited Partnership, eine der deutschen Kommanditgesellschaft ähnliche Unternehmensform, und begann, teilweise fremdkapitalfinanziert, mit dem Kaufen und Leerverkaufen von Aktien. Im Jahre 1952 wandelte Jones seine Anlagegesellschaft in eine General Limited Partnership, eine der GmbH & Co. KG verwandte Unternehmensform, um und begann eine Performancegebühr von 20 Prozent der Wertsteigerung zu verlangen.

This one fellow was responsible for combining short selling, leverage, incentive fees, and shared risk-the four most common characteristics of the classic hedge fund-into one investment package.

Der Vorteil dieses Investmentvehikels lag in der durch die Rechtsform gegebenen beinahe uneingeschränkten Veranlagungsmöglichkeiten und dem damit verbundenen hohen Ertragspotential.
Die Bezeichnung Hedgefond geht auf die von Jones verfolgte marktneutrale Strategie zurück. Bei einer derartigen Strategie wird eine Hälfte des vorhandenen Vermögens zum Kauf von durch den Manager als unterbewertetet eingestuften Wertpapieren
verwendet, während die andere Hälfte zum Leerverkauf von als überbewertet deklarierten Wertpapieren genutzt wird. Dadurch galt das gesamte Portfolio des Fonds als gegenüber dem systematischen Risiko (Marktrisiko) gesichert (gehedged).

Wie sieht es nun in der Realität aus?

Die Armut Südamerikas, sowie der Zusammenbruch der asiatischen Wirtschaftsräume, die in den 80ern noch ehrfürchtig als Tigerstaaten bezeichnet wurden, geht allein auf das Konto eines einzigen Hedgefonds, dem vom George Sorros, im Auftrag der Rothschildbank, gesteuerten Quantum Fonds, in dessen Reihen sich drei Nobelpreisträger als mathematische Berater befinden.

Nach der Vernichtung des Europäischen Floatingsystems der Währungen (Zerstörung des Britischen Pfundes), folgte zunächst die Vernichtung der mexikanischen Währung, dann der argentinischen und brasilianischen.
Schließlich wurden die asiatischen Staaten ruiniert.
Der letzte Schritt sollte die Zerstörung des japanischen Yens sein, was jedoch, ebenso wie der Angriff auf die Mark, an den Billionen Dollar schweren Devisenreserven der (zurecht) paranoiden Japanischen Landesbank scheiterte.

Seit der Jahrtausendwende ist Herr Sorros, nach Einstreichung von rund 10 Mrd. Dollar Provision, übrigens ein strikter Verfechter der Devise: Hedgefonds müssen verboten werden!

aerolith
07.07.06, 18:15
Eine der bislang nicht gelösten Fragen lautet: Wie konnte aus dem harmlosen Vorkriegsmaler Adolf Schicklgruber-Hitler, der zudem eher als Müßiggänger einzuschätzen war, ein rastloser Arbeiter, ein "fanatischer Wiedergänger der nationalen Schandesauflösung" werden?

Die Psychohistorie bemüht sich hier um eine Lösung, ob sie plausibel ist, möchte ich nicht behaupten, aber sie ist zumindest nachdenkenswert: Nachdem Hitler am 15.Oktober 1918 (nach dem Waffenstillstand) einer englischen Gelbgasgranate ausgesetzt war, wurde er blind und ins Lazarett nach Pasewalk verbracht. Der Krankheitsverlauf bei einer solchen vorübergehenden Blindheit ist in etwa der, daß anfangs eine hysterische Apathie wegen des dem Körper unbekannten Zustandes der Blindheit nach ca. drei Wochen allmählich neuem Lebensmut weicht, denn dann läßt die Blindheit nach.
Nun aber erfuhr Hitler am 9.November von der Revolution, die Besserung kippte zurück in hysterische Blindheit. Heilung ist hier nur über Sprache möglich, eine Aufbautherapie des Egos mußte her. Den Job übernahm der deutsch-tschechische Jude Dr.Weiß. Er heilte Hitler mit den Worten: "Sie müssen blind an sich glauben, dann werden Sie aufhören, blind zu sein... Mit Österreich ist es zu Ende, aber mit Deutschland nicht."
Als Hitler das begriffen hatte, hatte er eine Aufgabe. Er wurde gesund und stürzte sich rastlos in seine Aufgabe, die da lautete: die Niederlage ungeschehen machen, die Juden beseitigen.

Denn, das vergaß ich hier noch zu erzählen: Bei solchen Therapien kommt es manchmal zu Fehlleitungen. Hitler verband die englische Giftgasgranate irgendwie mit dem deutsch-tschechischen Juden Weiß und dem Tod seiner Mutter, die nach einer (ihrerzeit übliche) Jodoformbehandlung eines jüdischen Arztes zur Behandlung von Brustkrebs (Heilungschance 1907 3%) starb. Daher (u.a.) der Judenhaß!

aerolith
07.07.07, 13:11
Um 1900 tobte in Wien eine Pressefehde zwischen Urania-Meyer aus Berlin und dem wiener Astronomen Palisa. Es ging um kosmisches Eis. Meyer meinte, es sei ein Hirngespinst, Palisa dagegen glaubte daran, daß jährlich tausende Tonnen kosmisches Eis auf die Erde stürzten, so auch das Wasser auf die Erde gekommen sei.
Nahrung erhielt diese später von Hörbiger (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=hoerbiger)in der Welteislehre ausgebaute These durch ein Vorkommnis im Wadi Urirlu, in dem ein Wolkenbruch ca. 1 km² derart unter Wasser gesetzt hatte, daß nicht wenige ihre Annahme einer Eiseinschußtheorie bestätigt sahen, denn wo sollte in der Wüste eine derartige Menge Wasser plötzlich herkommen?

Die Wahrheit über die Herkunft unseres Wassers liegt demnach im Kosmos.

aerolith
13.03.08, 01:49
Eine der großen Lügen des 20. Jahrhunderts ist die Lebenslüge der Bundesrepublik Österreichs, daß Hitler Österreich okkupierte, mithin Österreich das erste "ausländische" Land gewesen sei, das von Nazi-Deutschland okkupiert worden sei.

Heuer jährt sich der Anschluß zum siebzigsten Mal.

Die historische Wahrheit (also etwas, was aus dem Kontext seiner Zeit verstanden werden muß und nicht der Interpolation gehorcht) aber ist, daß dieser "gewaltsame" Anschluß mit dem Willen der übergroßen Mehrheit der Östmärker erfolgte. Und das war keine momentane und durch Propaganda oder dergleichen gesteuerte emotionsgeladene Eruption eines lenkbaren Massenwillens, sondern gespeist aus dem tiefen Bedürfnis der Deutschen Österreichs, auch staatlicher Bestand-Teil eines Reichs zu sein, nicht anders als bei Sachsen, Thüringern oder Falen.

Man bedenke hier immer das Anschlußverbot von 1919, die antideutsche (kleindeutsche) Reichsgründung von 1871 und Österreichs deutschen Beruf, wie ihn Bismarck noch 1888 formulierte und Österreich-Ungarn bis 1918 wahrnahm.

So lange man diese Lüge,also die Behauptung, daß der "Anschluß" gegen den Mehrheitswillen der Österreicher erfolgte, Jahr für Jahr, wie kürzlich erst wieder im ZDF, aufpoliert, werden wir Deutschen es lernen müssen, mit der Lüge zu leben. Was das für das Seelenleben eines Volkes bedeuten mag, erleben wir jeden Tag. Es frißt die Seele auf und wirkt selbstzerstörerisch.

Unsere armen Kinder! - Und, ja, ich bin ein Patriot (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=patriot).

aerolith
12.06.08, 13:54
1948 beschlossen zahlreiche arabische Staaten, Israel auszulöschen. Sie forderten die arabischen Bewohner Israels auf, ihre Wohnsitze zu verlassen und einstweilen in Anrainerstaaten Unterschlupf zu finden. Man wolle sich nicht erst lange damit aufhalten, Personalien festzustellen und würde auf alles schießen, was sich in den Weg stelle.

Israel siegte bekanntlich. Auch mit Hilfe zahlreicher Araber, die in Israel blieben und ihre Stammesfeindschaften pflegten. Zum Lohn wurden diese Araber zu Israelis, sie bekamen die israelische Staatsbürgerschaft. (deshalb immer zwischen Juden und Israels unterscheiden!) Die einstweilen ausgewanderten Araber durften nach dem Krieg nicht wieder zurück und fristeten in zahlreichen konzentrationslagerähnlichen Aufenthaltsorten ihr Dasein, den Haß sowohl auf die reichen Ölscheichs wie auch die Israelis pflegend, denen sie ihr Unglück zuschrieben. In den anrainenden arabischen Staaten dagegen wurden und werden sie als Fremdlinge und Unerwünschte behandelt. Zudem sehen diese Ausgewanderten, wie die Israelis aus unfruchtbaren Wüstenstrichen fruchtbare Obstplantagen mach(t)en und beißen sich darob nur noch mehr.

Diese Zustände erklären die verzwickte Lage in Nahost.

aerolith
24.06.08, 05:56
Reichsverr?ter:

Auch wenn es politsich nicht korrekt ist, mir wurscht, ich pflege die Holländer udnh Schweizer so zu nennen. Insbesondere aber die Holländer.

Es gibt mehrere Gründe dafür.

Der wichtigste Grund liegt im Westfälischen Frieden. Es war dies eine Zeit, in der das Reich politisch, wirtschaftlich und moralisch am Boden lag. Daß sich der Erzfeind Frankreich in dieser Zeit Gebiete aus dem Reich schnitt, ist dem nicht übel zu nehmen. Das liegt in der Natur der Sache. Daß aber die zum Reich gehörigen Holländer diese Situation benutzten, um sich selbständig zu machen, ist Verrat. Denn darin zeigt sich gerade christliche Nächstenliebe und Verantwortungsbewußtsein, Freiheits- und Selbstbehauptungswillen, wenn man in Notzeiten zusammensteht. Statt dessen war die Selbständigkeitserklärung der holländischen Provinzen nicht nur eine Verzichtserklärung am Wieder- bzw. Neuaufbau des Reiches, sondern vor allem durch Eigennutz und Selbstliebe gekennzeichnet. Eine pragmatische Entscheidung, keine verantwortungsbewußte.

Der zweite Grund für meine Bezeichnungsbenutze liegt im Verhalten Hollands während des ersten großen Krieges im 20.Jhd.. Kurz zuvor hatten die Buren im Burenkrieg von den Engländern erfahren, was es heißt, in seiner Freiheit beschnitten zu werden. Sie wurden in Konzentrationslager gesperrt und ermordet. Das Reich hatte die Buren so gut es ging unterstützt, nicht weniges ist über Deutsch-Südwest gelaufen. Eine offene Unterstützung hätte sofortigen Krieg in Europa bedeutet. Während des Ersten Weltkrieges sympathisierten die Holländer so zwar mit den Mittelmächten, konnten sich aber auch hier nicht entschließen, ihre (moralische) Bringeschuld einzulösen. Die Genehmigung des Aufenthalts von Kaiser Wilhelm nach dem Krieg ist hier nur eine winzige Kompensationshandlung.

Zu guter letzt die dritte Verratshandlung: Im letzten großen Krieg wurde Holland besetzt. Das war eine militärische Notwendigkeit für das Reich. Die Holländer sympathisierten auch hier mit dem Reich, schon am ersten Tage der Besetzung meldeten sich 40000 Holländer freiwillig bei der SS. Man stellte entsprechende Verbände auf, die bis Kriegsende auf ca. eine halbe Million Mann ansteigen sollten. In Holland selbst war nur eine winzige deutsche Besatzungsmacht von ca. 2000 Mann. Den Rest erledigten dort im Sinne des NS holländische Hilfstruppen, holländische Faschisten, um es so zu sagen. Nach dem Krieg wollte kein Holländer davon etwas wissen. Es waren die bösen Deutschen gewesen, die alles Übel in Holland angezettelt hatten.

Ich erkenne hier ein Handlungsmuster, das dem Naturell des pragmatischen (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=pragmatismus), des kalvinistischen Protestanten entspricht. Er handelt so, wie es ihm nützt. Eben deshalb nenne ich sie bis heute "Reichsverräter", eigennützige Selbster.

aerolith
19.12.08, 14:47
Der französische Autobauer Renault (http://www.wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=renault) verdankt seinen Reichtum vorrangig dem CV 4, dessen Verkauf ab 1947 große Profite abwarf. Aber wer weiß schon, daß dieses Auto Ferdinand Porsche konstruierte, nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen in Kriegsgefangenschaft?

mehr dazu hier (http://www.reinhard-buerck.de/waltraud_schwambach/misc/saarland/cv4/cremeschnittchen_history.htm)

aerolith
04.04.09, 01:25
Verkannt sind, vielmehr verleugnet sind die Kriegsverbrechen der Alliierten bzw. mit ihr Assoziierten im Zweiten Weltkrieg, auch darüber hinaus. Psychologisch werden sie erklärt/gutgeheißen dadurch, daß behauptet wird, die Deutschen hätten zuvor ähnliche Verbrechen begangen. Als ob ein Verbrechen dadurch entschuldbar wäre!


erstellt von SPIEGEL (http://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,617260,00.html)

In der kroatischen Gemeinde Harmica ist ein Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg mit den sterblichen Überresten von schätzungsweise 4500 Menschen entdeckt worden. Bei den Toten soll es sich um deutsche Soldaten handeln. [..] Nach Darstellung von Kroatiens Innenminister Tomislav Karamarko gibt es in Kroatien rund 840, im benachbarten Slowenien 600 und in Bosnien-Herzegowina etwa 90 solcher Massengräber. Im vergangenen Monat war ein solches Massengrab in Slowenien mit mehreren hundert Leichen entdeckt worden.

Verbrechen relativiert sich, wenn es alle machen. Je länger ich mich mit Geschichte befasse, um so klarer wird mir, daß Verbrechen zum alltäglichen Geschäft inner Politik gehört, so daß die Linien zwischen gut und böse kaum mehr auszumachen sind. In den öffentlichen Medien dagegen wird immer so getan, als ob NUR wir Deutschen Verbrechen begangen hätten, die Alliierten dagegen Gutmenschen waren, die für ihre gerechte Sache kämpften und denen schon DESHALB jedes Mittel gestattet war.

Für mich ist Verbrechen Verbrechen, da spielt es keine Rolle, welche Absichten damit verfolgt wurden.
Wenn man im Westen und Osten endlich einmal die Einsicht bekäme, die eigenen Verbrechen zuzugeben, wären wir einen guten Schritt weiter für eine objektivere Geschichtsschreibung.

aerolith
11.04.09, 15:10
Eine verkannte Wahrheit liegt darin, daß die Nazis in den Hochzeiten ihrer Macht sehr viel großzügiger mit politisch Nichteinwandfreien sein konnten, als dies gemeiniglich angenommen wird. Ein Beleg ist die hier wiedergegebene Textstelle aus der Biographie Gustaf Gründgens' von Curt Riess. Riess behauptet zwar, daß die mutmaßliche Toleranz auf die Dummheit der Nazioberen zurückzuführen sei, widerlegt sich aber selbst, indem er einen höheren Beamten zu Wort kommen läßt, der alles andere als dumm zu sein scheint und doch wohl leichterart Verhohnepieplungen erkannt haben dürfte.
Es ist dieses Phänomen auch in anderen Zeiten zu beobachten, wenn Tyrannen oder Diktatoren sich sehr fest im Sattel sitzen glauben, lassen sie es zu, daß man Witze über sie macht, über sie lacht, sie aufs Korn nimmt. Gefährlich ist ihnen nur die Gleichgültigkeit oder eine konzertante Aktion der Gegner.

Darüber könnte man allerdings streiten, denn ich erinnre hier auch an den Film "Der Name der Rose", in dem das Gegenteil mit Hilfe der Poesie von Aristoteles (http://www.wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=aristoteles) behauptet wurde, daß lachen nämlich die Angst nähme und somit den Mächtigen das, was sie auszeichnet: Angstverbreitung. :verwirrt:

http://www.vonwolkenstein.de/images/gruendgens1940.jpg

Schnob van Quittenlauch
06.05.09, 10:51
unbestritten ist es, dass der krieg von deutschland begonnen wurde, dass kriegsverbrechen von deutschen begangen wurde, dass von deutschen judenvernichtung systematisch betrieben wurde.

genauso unbestritten ist es, dass die flächenbombardments der deutschen städte, denen rund 600.000 zivilisten zum opfer fielen, die vertreibungen der deutschen aus dem sudetenland und aus den ostdeutschen gebieten kriegsverbrechen der allierten gewesen sind. da wird dir kein ernstzunehmender historiker oder völkerrechtler etwas anders sagen. es ist erschreckend, wie groß das unwissen mancher deutschen über ihre eigene geschichte ist!

und gleich vorweg: das argument: "die deutschen haben aber angefangen!" ist natürlich ein kindergartenargument, das die kriegsverbrechen der allierten nicht ungeschehen macht.

kassandra
06.05.09, 19:19
Unabhängig davon, ob ich Herrn Reemtsmas Projekt für seriös halte oder nicht (eher nicht), stimmt die Aussage [daß nur die Deutschen den Krieg als Verbrechen geplant hätten] so nicht, denn sie impliziert, daß Kriegsverbrechen der Alliierten nicht vorher geplant waren. Das ist bezüglich des "moral bombing" der Briten schon einmal falsch:

"Im übrigen wurde die Strategie der Vernichtung ganzer Städte in Großbritannien schon vor Beginn des Zweiten Weltkrieges geplant und die dazugehörigen Flugzeugtypen entwickelt, sie kann also keine Reaktion auf die deutsche Seite sein ..." (Dr. Wolfgang Schaarschmidt).

Auch die Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat war auf Seiten tschechischer Nationalisten schon seit 1918 ein Thema:

Die Ausstoßung der deutschen Bevölkerung war bereits 1918 geplant. Als Alternative war 1919 eine zweite Option im Gespräch: "... bevor Deutschland sich seiner besinnt, (wird) das ganze böhmische Gebiet ohne jede Gewalt tschechisiert sein ... Wenn dieser Prozeß nicht schnell genug vonstatten geht, schreiten wir zur Aussiedlung des deutschen Elements ..." (Josef L. Stehule, Ceskoslovensky stat v mezinarodnim pravu a styku, Praha 1919, abgedruckt in "Odsun", München 2000).

Man sollte also nicht alles glauben, was einem die hiesigen Qualitätsmedien so an "Geschichtswissen" zu vermitteln suchen. Die Wahrheit spielt für die Herrschenden weder vor noch während oder nach einem Krieg eine Rolle.

K.

rodbertus
08.05.09, 17:32
das ist eine meiner methoden, daß ich anzweifle. ich zweifle alles an. na ja, beinahe alles. ist mir wurscht, ob das politisch korrekt ist oder was auch immer.

für die nazis waren die juden gift im blut des volkes, die bolschewisten ihre todfeinde. undeutsch an den nazis war, daß sie jedes mittel für geeignet ansahen, dieses gift zu vernichten, auszumerzen bzw. zu töten. unsere philosophie hatte allerdings ein wichtiges ergebnis, daß nämlich der zweck die mittel nicht heilige. die nazis setzten sich einfach darüber hinweg; deshalb sind sie für mich undeutsch, barbarisch. sie schufen sich gesetze, die ihre mordtaten gegenüber andersdenkenden, andersrassigen, andersausgerichteten legitimierten. in einem einfachen sinne war nichts illegal, was sie taten. aber in einem moralischen sinne, gar in einem ethischen ist jede verschleppung eines anderen ins KZ ein verbrechen. von den zahlreichen erschießungen politischer und militärischer feinde will ich da gar nicht erst reden. aber das war krieg, und es gibt nicht wenige, die da den verstand aussetzen. doch warum soll das dann im nachhinein nur den deutschen zugesprochen werden, daß verbrechen (aus sicht des zivilisierten, bürgerlichen moralempfindens) begangen wurden?

im westen geht und ging man mit solchen erwägungen sehr viel pragmatischer um. dort ist jedes mittel seither erlaubt (solange es juristisch verfechtbar ist), weil man ja selbst jeden zweck verfolgen darf (solange er bestehenden gesetzen nicht widerspricht). ich empfinde diese einstellung auch als barbarisch. aber das sind ausländer, die müssen das selbst wissen, was gut und richtig für sie ist. sie sollen mir bloß nicht vorschreiben, was ich für gut und richtig zu halten habe. genau das tun sie aber seit etlichen jahren, versuchen es zumindest. :kotzsmilie:

und so darf dann, aus meiner sicht, auch gefragt werden, wie sehr die sieger des letzten krieges die fakten manipulier(t)en bzw. von vornherein mit uns das zu machen gedachten, was die nazis mit ihren feinden taten.
aus heutiger (vorherrschender) sicht entsteht bei einer solchen sichtweise schnell der eindruck einer schiefen optik; es ist dies in der tat eine schiefe optik, die aber nur dadurch schief wirkt, weil die vorherrschende selber das schiefe zum geraden machte und es genug dummköpfe gibt, die das nachplappern, was sie aus getürkten schulbüchern, einer gleichgeschalteten öffentlichkeit oder aufgrund der meinungsmache politisch-korrekter historiker haben.

Gast
10.05.09, 19:51
Unabhängig davon, ob ich Herrn Reemtsmas Projekt für seriös halte oder nicht (eher nicht), stimmt diese Aussage so nicht, denn sie impliziert, daß Kriegsverbrechen der Alliierten nicht vorher geplant waren. Das ist bezüglich des "moral bombing" der Briten schon einmal falsch:

...

K.

Der Unterschied bleibt trotzdem bestehen, ohne vorherige Kriegserklärung Hitlers hätte es nämlich gar kein "moral bombing" auf deutsche Städte gegeben.

Was Deine Quellen Dr. Schaarschmidt und J. L. Stehule betrifft, muss ich mich erstmal schlau machen, von welcher Qualität diese sind.



...
und so darf dann, aus meiner sicht, auch gefragt werden, wie sehr die sieger des letzten krieges die fakten manipulier(t)en bzw. von vornherein mit uns das zu machen gedachten, was die nazis mit ihren feinden taten.
...


Man sollte hier wirklich nie glauben, dass gewisse Aussagen nicht doch noch getopt werden können...

Nach Deiner kruden "Logik" hätten die Allierten alle Deutschen, derer sie während oder nach dem Krieg habhaft geworden sind, ins KZ stecken, sie zu Zwangsarbeitern machen oder sie gleich ermorden müssen. Genau das taten nämlich die Nazis mit einem Großteil ihrer Feinde!

Und nochmal auch für Dich zum mitschreiben:

Diesen unsäglichen Krieg hat Hitler begonnen! Die große Masse des deutschen Volkes hat ihm dabei zugejubelt und sehr viele haben bis zuletzt an den "Endsieg" geglaubt.
Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte die Wehrmacht die Ressourcen und technischen Möglichkeiten der Allierten oder sogar schon die Atombombe besessen...
So sehr ich auch ALLE Kriegsverbrechen verurteile, verschließe ich trotzdem nicht die Augen vor der Tatsache, wer der Verursacher und somit Hauptschuldige war.

aerolith
10.05.09, 22:38
Gast, Du solltest aufhören, selektiv zu lesen. Kassandra hatte angezeigt, daß die britischen und tschechischen Ambitionen lange VOR der Kriegserklärung Hitlers fixiert wurden. Ob es umgekehrt deutsche Ambitionen gab, die Briten von ihrer Insel zu verjagen oder die Tschechen aus ihren Siedlungsgebieten, darf zumindest bezweifelt werden.

Mir solltest Du keine KRUDE Logik unterstellen, was immer das sein mag. Vielleicht sagt dir Morgenthau (http://www.encyclopaedia-germanica.org/de/index.php/Morgenthau-Plan) etwas? Der hatte einen Plan: u.a. sollten die deutschen Frauen sterilisiert und den Männern die Samenleiter durchgeschnitten werden... ich überlasse es Deiner Phantasie, was das bedeutet.

Vielleicht ist Dir auch bekannt, daß die KZs nach dem Kriege munter weiterbenutzt und dort Hunderttausende (Deutsche) umgebracht wurden. Untermenschen für die Alliierten. Die nannten diese bloß nicht Untermenschen, taten aber das gleiche, was die Nazis mit den apostrophierten Untermenschen (übrigens ein Wort, das der SPD-Abgeordnete Schumacher erstmals 1930 in die politische Auseinandersetzung gebracht hatte) taten, sie brachten sie um. Die Alliierten machten es auch ein bißchen anders: sie ließen diese Nazis (im Grunde alle deutschen Soldaten, die in Gefangenschaft waren plus mutzmaßliche udn tatsächliche Gefolgsleute der Nationalsozialisten, meist älteren Jahrgangs) durch halb Deutschland marschieren, gaben ihnen kaum etwas zu essen und sperrten sie eng zusammen. Wenn du ein anschauliches Bild von dieser Art Menschenbeseitigung haben möchtest, dann lies die Biographie des Schauspielers Gustav Gründgens, der dies wie durch ein Wunder überlebte!
Viele viele andere überlebten es nicht. Und da steckte kein Plan dahinter?

Zu Deinem anderen Vorwurf: Hitler hatte Europa zu seiner Verfügung, war aber nicht in der Lage, diesen Koloß wirtschaftlich derart zu organisieren, daß die Ressourcen auch zum tragen kamen.

Das ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß die Deutschen nicht in der Lage waren, den ihnen seit 1938/9 zur Verfügung stehenden Wirtschaftsraum zu organisieren bzw. kriegsfähig zu machen. Schließlich ist es nicht unmöglich, daß Hitler auch die Atombombe besaß. Es gibt nicht wenige (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28210080.html), die das behaupten. Ich bin da noch unschlüssig, dazu muß ich erst einmal ein bißchen forschen. Ich weiß allerdings, daß er Paris nicht dem Erdboden gleichmachte, obwohl er dazu die Möglichkeit besessen hätte. (wir haben hier (http://forum.vonwolkenstein.de/threads/727-Gefahrenzone-Magdeburg-Trauermarsch-des-Nationalen-Widerstandes?p=8584&viewfull=1#post8584)darüber bereits diskutiert)

Verursacher des zweiten Weltkrieges waren nicht die Deutschen oder die Nazis. Sie entfesselten ihn, so lautet die derzeit korrekte politische Lesart, wie sie zum Beispiel Nipperday benutzt. Der zweite Weltkrieg war an dem Tage historisches factum est, als wir gezwungen wurden, Versailles (http://wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=versailles#section1)zu unterschreiben. Ob der Entfeßler nun Hitler, Müller oder Pischenreuther heißen würde, ist da nebensächlich. Es lag 1919 auf der Hand, daß die Deutschen vor der Tür stehen würden, sobald sie wieder zu Kräften gekommen wären. Deshalb ist die Petainsche Forderung einer vollständigen Zerschlagung Deutschlands nach 1918 auch mit einer gewissen Berechtigung zu sehen, sofern man Franzose ist. Da aber weder Briten noch Amerikaner daran Interesse hatten, wohl aber an einem zahlungskräftigen, mithin starken Deutschland, wurde das Reich (bis auf die zwölf Millionen Deutschen, die gegen ihren Willen außerhalb des Reiches leben mußten, so aber erst recht eine Kriegsgarantie für die Westmächte abgaben; blood lands) belassen, was im Zeitalter der Nationalstaaten die Gewähr für angelsächsische Sieger war, daß Europa nicht zur Ruhe kommen würde und sie somit beste Geschäfte machen würden. Dieses Prinzip nennt sich balance of power und hatte schon seit einigen Jahrhunderten den Briten gute Dienste geleistet.

Gast
11.05.09, 11:00
Natürlich musste jetzt Morgenthau ins Spiel kommen... Fakt ist, dass dieser Plan aber nie umgesetzt wurde, einerseits durch die au?enpolitische Konstellation nach dem Ende des Krieges und andererseits durch die Ablehnung im eigenen Land. Manchmal funktioniert Demokratie eben doch. Im Gegensatz dazu wurden die Pläne der Nazis während des Krieges umgesetzt, die Diktatur und das kollektive Wegsehen der Deutschen machten es möglich.

Es ist unumstritten, dass die Alliierten nach ihrem Sieg nicht gerade zimperlich mit den Deutschen umgingen. Jedoch muss in dieser Frage differenziert werden. Während die Briten und Amerikaner doch recht human agierten, die Franzosen vielleicht nicht so konnten, wie sie wollten, ging man in der sowjetischen Besatzungszone teilweise mit dem eisernen Besen zu Werke. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die UdSSR sehr viel mehr unter dem Krieg zu leiden hatte, als ihre Verbündeten. Grundsätzlich war die Befehlslage aber auch in der Roten Armee eindeutig, die Besiegten sollten nicht als Ganzes ausgelöscht werden. Wie Du schon sagtest, Zehntausende hatten zu leiden und sind zu Tode gekommen, die Sowjetunion hatte millionenfache Verluste zu beklagen.
Allein der Vergleich dieser Zahlen spricht Bände...

1938/39 hätten die Nazis noch soviel Wirtschaftsorganisation betreiben können. Den Mangel an kriegsentscheidenden Ressourcen (?l!) konnten sie weder zu diesem noch einem späteren Zeitpunkt des Krieges ausgleichen.

Was die Atombombe betrifft, mögen vielleicht irgendwelche Wünschelrutengänger und andere Spinner vermuten, dass Hitler sie bessessen hat. Ich halte mich da doch an die historisch belegten Fakten und die sagen eindeutig etwas anderes aus.

Die Ursachen des 2. Weltkrieges sind sicherlich auch in den Folgen von 1918 zu finden.
Auch das ist unstrittig. Unstrittig ist aber auch, dass Hitler diesen Krieg immer wollte und bei seinen Zielen auch wusste, dass er ihn führen muss. Selbst wenn die Sieger von 1914/18 bereit gewesen wären, den Versailler Vertrag zu revidieren, dieser neue Krieg wäre dadurch nicht verhindert worden.

Zum Schluss noch ein Wort zu den tchechischen Ansprüchen. Die "Alldeutschen" hatten ihre "naturgemäß" gegensätzlichen, in ihrer Intention aber gleichlautenden Forderungen bereits lange vor 1918 gestellt. Auch in dieser Frage also bitte nicht im Nachhinein die die Tchechen zu den Bösen und die Deutschen zu den Guten machen...

aerolith
11.05.09, 11:39
Deine Darstellung liest wie der Abklatsch eines üblichen Lehrbuches. So einfach ist Geschichte nicht gestrickt. Scheuklappendenken. Ich halte mich da lieber offen, was man auch Opportunismus nennen kann. Vielleicht sehe ich die Dinge in fünf Jahren wieder anders als heute, auf keinen Fall aber werde ich Deinen Darstellungen folgen, denn die habe ich überwunden.

Wenn Du schon mit solchen irrsinnigen Zahlen kömmst, wer mehr Menschen auf dem Gewissen hat, dann halte Dir 20 Millionen ermordete Indianer durch die amerikanische Demokratie vor Augen und lies im Schwarzbuch des Kommunismus nach, worin 50 Millionen Tote allein der Stalinherrschaft zu subsumieren sind.

Ich möchte betonen, daß ich derartige Aufrechnungen, wer der größere Schuft war, für blödsinnig halte, gleichzeitig jedoch war dieses Totschlagargument des Gastes korrekt zu widerlegen.

Die Tschechen und Polen haben im Unterschied zu den bösen Deutschen dieselben, ob unschuldig oder nicht, vertrieben. Die Deutschen haben das nicht getan, trotz der von Dir genannten Alldeutschen, die in der Nazi-Zeit allerdings verboten (https://geschichte.prepedia.org/wiki/Alldeutscher_Verband)worden waren. Auch witzig, daß Hitler die nicht leiden konnte. Die deutschen Besatzer haben Polen und Tschechen auf Reichsgebiet wohnen lassen (wie die Landkarte nach einem möglichen deutschen Sieg ausgesehen hätte, bleibt Spekulation), wo sie eben wohnten. Aber sie haben sich natürlich die Feinde des Reiches aus den Wohnungen/Verstecken geholt - und das waren nicht wenige. Auch hat mancher Volksdeutscher nach der Revision von Versailles 1938/39 sein Mütchen an Polen und Tschechen gekühlt. Aber das ist etwas anderes und nicht mit der irreversiblen Vertreibung von Millionen Deutschen aus ihren uralten Siedlungsgebieten zu vergleichen. Vertreibung war keine politische Option für Hitler, wohl aber Versklavung, wie man das heute nennt. Ob es aber dazu in der politischen Wirklichkeit (nach einem deutschen Sieg) gekommen wäre, bleibt Spekulation. Fakt ist, daß es keine Vertreibung von Polen und Tschechen gab, allerdings gab es Ausweisungen von Polen, die sich zwischen 1918 und 39 in deutschen Besitz gesetzt hatten. Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte.

rodbertus
11.05.09, 15:35
die ausgangsfrage lautet: verkannte wahrheiten der weltgeschichte. das ist keine frage, sondern ein ordnerthema. in diesem ordner geht es nicht um thesen, sondern um aspekte der wahrnehmung. geschichte ist nichts anderes. sogenannte faktizität erweist sich bei näherem hinsehen als nichts anderes als etwas gemachtes. was heute als WAHR gilt, ist dies in ein paar jahren schon gar nicht mehr. nichts ist so veränderbar wie die geschichte.

wenn ich jemanden darüber parlieren höre, daß etwas vergangen sei und darob nicht mehr zu ändern, dann schwillt mir der kamm. nichts ist veränderbarer als die vergangenheit, denn diese west in uns und ist nichts anderes als interpretation.

ich sammle, was mir unterkommt. und manchmal stelle ich eine frage, die sich erst als virulent erweisen muß. manche erweisen sich nicht und werden vergessen, bis sie wieder auftauchen, weil sie eben doch unter der oberfläche unserer weltwahrnehmung wesen.
es ist nun nicht so, daß ich jedes angebot eines historikers aus egal welchen zeiten ablehne; im gegenteil: es gibt nicht wenige, die heute meinen beifall finden. es ist aber so, daß der prozeß der forschung niemals endet. was mir heute gefällt, wird von mir morgen bekritelt - und umgekehrt.

verbrechen ist immer an eine existierende rechtsordnung gebunden. diese ändert sich. ewige gesetze, ewige rechte... ich weiß nicht, ob es so etwas gibt. und wer so etwas aufstellt, muß sich selbst daran messen lassen.

um beim beispiel zweiter weltkrieg zu bleiben: wer eine atombombe einsetzt und mit einem schlag hunderttausende umbringt, der hat für mich keine moralische berechtigung, die feinde als verbrecher zu bezeichnen. tut mir leid, wenn das andere anders sehen und für sie der zweck die mittel heiligt. für mich tut er das nicht.

der ordner ist verkannten wahrheiten vorbehalten, nicht einer diskussion über moral und verbrechen in irgendwelchen zeitaltern. nicht themarelevanten äußerungen in diesem ordner werde ich löschen bzw. in andere ordner umkopieren.

aerolith
28.07.09, 01:07
116 deutsche Raketentechniker brachte Wernher von Braun mit nach USA, Huntsville, Alabama. Dort konzipierte er die Mondlandung. Auf russischer Seite saßen auch etliche Deutsche inner Crew um Koljurew (oder so ähnlich). Wie wir alle wissen, haben die Deutschen brav unsere Fahne aufm Mond gehißt. Dafür noch heute besten Dank!

http://www.vonwolkenstein.de/images/fcmmondlandung.jpg

aerolith
04.10.09, 10:49
Die Katastrophe des ersten Weltkrieges brachte es mit sich, daß der Fortschrittsglaube gebrochen wurde.

Während bis zu dieser Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts Weltgeschichte unter dem Paradigma des Universalismus gesehen wurde und die Betrachtung der Weltgeschichte auf den Glauben an den Fortschritt der Menschheit aufbaute, kamen nunmehr die Pessimisten zum Zuge, die das Geisteserbe der Antike nun anders fruchtbar machten. Statt kosmopolitischem Humanismus im Weltreich der Gedanken, das unsichtbar alle Menschen miteinander dem Besseren zuführte (Hegels Weltgeist-Idee), fußend auf dem Idiom der Gleichheit der Menschen und gefüllt von der Hoffnung eines Weltbürgertums, kamen depravierende Gedanken, Untergangsstimmungen ins vordere Bewußtsein, was zwangsläufig in dem Diktat einer beherrschenden Idee, einer beherrschenden Rasse enden mußte. Die alten Ideale hatten schließlich in die Katastrophe geführt, die neuen waren noch unverbraucht und versprachen eine Führung mit dem ewigen Reich des Friedens.

kls
04.10.09, 13:55
... ist nur ein Tintenfass, in welches ein Schicksal eine Feder taucht und ein Leben schreibt. Herrlich beknackter Spruch, wie ich finde.

Historiker sehen zwangsläufig Zusammenhänge, Prozesse, welche die Schlüsselereignisse der Menschengeschichte deterministisch erklären. Das kann, muss aber nicht die Wahrheit sein. Vielleicht sind Ereignisse weniger kausal, sondern bloß chaotisch strukturiert, dennoch gewissen Rhythmen unterworfen. Und dann kommt eben mal wieder eine Kultur hochgeschwappt, nach 1,618 Einheiten klatscht sie wieder zurück. Und weil nun dieser Apfelmännchenweltformel insgesamt Folge geleistet werden muss, braucht es da einen Mao, dort einen Bismarck, hier einen Hitler, alle von dem Abfolge her im Nachhinein erklärbar, aber in Wirklichkeit nur Mustererfüllung eines chaotischen Metaprogramms.

Robert, wie du raus lesen kannst, verlangt selbst die Ablehnung von Determinismus deterministisches Denken. Vermutlich können wir Menschen nicht anders. Unser Hirn sucht wohl evolutionsbedingt nach Zusammenhängen, selbst wenn diese nicht gegeben. Das hat uns von den Bäumen getrieben.

aerolith
20.03.10, 13:13
Operation "Keelhaul" (1945) (http://www.wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=keelhaul): muß erforscht werden.

Ungeheuerlicher Vorgang, wenn wahr, der sogar schon Verwendung bei einer James-Bond-Verfilmung fand. Verbrechen oder politisches Kalkül?

meinungsloser
05.04.10, 14:17
und die katze tritt die ecke krumm...

aerolith
02.07.10, 11:29
England verwehrte nach dem ersten Weltkrieg Mischlingen (ein Elternteil deutsch, eins britisch) Anstellungen im öffentlichen Dienst mit eben der Begründung, daß ein Elternteil deutsch sei.

aerolith
10.11.10, 14:53
Nach Auskünften des Abwehrspezialisten Bentivegni (http://www.wiki.vonwolkenstein.de/doku.php?id=bentivegni) war es Botschaftsangehörigen während des Dritten Reiches in ausländischen Botschaften untersagt, etwas zum Nachteil des Gastgeberlandes zu unternehmen. (Es gab einen entsprechenden Führerbefehl.) Bei aller Agententätigkeit durften solche Attaches bzw. Angehörigen nichts unternehmen, was ihre Stellung exponieren könnte.

aerolith
30.07.11, 19:06
Der gute Michael Reinsch verfaßte heute einen Gedenkartikel zum 75. Jahrestag der Eröffnung der Olympischen Spiele zu Bärlin. Er entblödet sich nicht, die jüdische Sportlerin Helene Mayer als eine zu zeihen, die sich internationale Kritik durch das Bezeigen des damals als "deutschen Gruß" geltenden und heute "Hitlergruß" genannten römischen Grußes eingefangen haben soll. Der Mann sollte sich die Dokumentation Leni Riefenstahls anschauen: nicht nur die Deutschen zeigten den "deutschen Gruß", u.a. Franzosen, Ungarn, Italiener oder Polen marschierten mit selbigem ein. Das war 1936 ein Akt der Höflichkeit, keine politische Kundgebung für die Nazis, also keine Bekanntgabe, daß man selber Nationalsozialist sei. Sicherlich war es auch eine politische Kundgebung, ähnlich geartet wie das um 1970 obwaltende "Hi!", aber anders als die Faust in Mexiko. [1968 in Mexiko grüßten afroamerikanische Sportler mit der Malcolm X - Faust, das war politisch]

Die Kritik Reinschs ist ein typischer Fall von Interpolation. Heute wird alles, was sich mit dem NS verbinden läßt, verdammt, so auch der Gruß, den Hitler wählte, um seine Verbindung zu Mussolini und im weiteren Sinne als mutmaßlicher Rechtsnachfolger des Römischen Reiches (Adler!) anzuzeigen. Es wird mit dergleichen tendenziöser Darstellung Geschichtsklitterung betrieben und letztlich ein Popanz aufgebaut, der wohl vielen Journalisten Geld bringbt. Sie können dann diesen Popanz pflegen, den Troll füttern und verdienen nicht schlecht dabei. Mit Seriosität hat das nichts zu tun.

Wirklich dumm wurde es dann allerdings, als Reinsch behauptet, die DDR habe die Strukturen der Nationalsozialismus zum Aufbau ihrer Sportsupermacht benutzt. BSGs (Betriebssportgemeinschaften), Sportleistungszentren und Pioniersport als integrale Bestandteile des totalitären Staates.

Hallo, Reinsch, das gab es alles schon vor den Nazis und nicht nur in Deutschland. Das gibt es auch andernorts. Daß der Sport in der DDR eine größere Bedeutung besaß als heute in der BRD, lag v.a. daran, daß er Aufstiegs- und Reisemöglichkeiten schuf, die es zwar heute auch gibt (vielleicht sogar noch stärker als zu DDR-Zeiten), v.a. aber daran, daß die DDR immer im Wettkampf mit der BRD stand. Die Effizienz, die der DDR-Sport erzielte, hätte ich mir für die Wirtschaft gewünscht. Allerdings galt in der DDR ein Grundsatz für die Effizienz in der Wirtschaft: "Mehr geht nicht. Wir können nicht zwei Großmächte ernähren."
Beim Sport mußten man seinerzeit auch aufpassen, damit man nicht besser abschneide als die Sowjetunion. Das waren spannende Zeiten, wenn es ans Schwanzmessen (Medaillenspiegel) bei Olympischen Spielen ging.
http://www.vonwolkenstein.de/images/helenemayer1936.JPG

http://www.vonwolkenstein.de/images/frankreicholympia1936.JPG

P.S. Besonders bizarr an dem "Hitlergruß" der Jüdin Mayer ist, daß die beiden anderen Damen "Blutarier" waren, die eine in Berlin geboren, für Österreich startend, die andere ebenfalls Deutsche, aber für Ungarn startend. Beide zeigen den Gruß nicht, aber die Jüdin, die für Hitler-Deutschland startet, tut es. Bizarr!

aerolith
23.06.12, 19:18
Die Virulenz des Kapitalismus (http://www.wiki.vonwolkenstein.de/Datenbank/doku.php?id=kapitalismus#schichtungsprinzip_des_ka pitalismus) liegt in einem einfachen psychologisch-soziologisch-ontologischen Gesetz begründet, das seine Lebensdauer für nahezu ewige Zeiten bewirkt. Der Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens von einem Kritiker zu einem Bewahrer seines (erworbenen) gesellschaftlichen Umfelds. Greift er Verhältnisse in seiner Jugend an - zumeist, weil er außerhalb der Macht und des Erwerbsprozesses steht -, ändert sich das schlagartig an dem Tag seines Eintritts in verantwortungsvolle Tätigkeit oder den Erwerb von Besitz. Plötzlich stehen konservative (Wert erhaltende) Aspekte hoch im Kurs der Weltwahrnehmung, also seine Einbindung in den Erwerbsprozeß, seine Partizipation an Entscheidungsprozessen, seine Einbindung in diese (teuflische) Welt.

Da der Kapitalismus die immanente Fähigkeit besitzt, diese Dynamik des Lebens in sich aufzunehmen, wird er ewig existieren.

Es ist ja nun auch nicht so, daß es ihn erst seit zwei-, dreihundert Jahre gäbe; schon im alten Babylon gab es kapitalistisch anmutende Verhältnisse mit Geld- und Wechselgeschäften, Kapitalgesellschaften und (bilateralen) Handelsverträgen...

aerolith
01.09.15, 19:45
Daß Hitler beim Aufstieg der NSDAP auch jüdisches Geld nahm, ist allgemein bekannt. Daß er sich aber auch öffentlich mit führenden jüdischen Bankiers und Industriellen traf, war mir neu. So teilt der KPD-Abgeordnete Neubauer in seiner Rede am 16.Oktober 1931 (http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w5_bsb00000130_00124.html) im Reichstag (unwidersprochen von anwesenden Nazis) mit, daß beim Harzburger Front-Treffen u.a. Mittendorf von Shell (Kriegsgeräte gegen das Reich im Weltkrieg), Gottstein vom (jüdischen) Jakob-Michael-Konzern (https://www.munzinger.de/search/portrait/Jakob+Michael/0/7247.html) (offenbar alte Frontkameradschaft) und Regendanz vom amsterdamer Büro der Rothschilds (!) eingeladen und anwesend waren.

aerolith
02.09.15, 15:48
Daß Hindenburg Hitler zum Kanzler ernennen mußte, lag in der Natur der Sache der Demokratie der Weimarer Republik. Die stärkste Partei im Reichstag besaß ein Anrecht auf Stellung des Reichskanzlers - früher oder später. Die NSDAP ihrerseits sah in Hindenburg einen Vertreter der Sozialdemokratie, zumal der aus der DNVP ausgetreten war. Klingt merkwürdig, war aber so, wie diese Rede (http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w5_bsb00000130_00188.html) Goebbels' belegt. 1925 galt Hindenburg den Vertretern der "nationalen Opposition" (also allen Parteien von der DVP an rechtswärts) als Hoffnungsträger. Mit Hindenburgs Festhalten an Brüning, der wiederum die SPD zum regieren benötigte, veränderte sich die Meinung der Nazis gegenüber dem greisen Feldmarschall spätestens nach 1930. Fortan galt er ihnen als Feind, als Unterstützer der von ihnen so gehaßten Weimarer Republik.
Die Aberkennung (http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt-hindenburg-als-ehrenbuerger-gestrichen-13643985.html)der Ehrenbürgerschaft Hindenburgs für Frankfurt/Main bezeugt einmal mehr das linksfaschistische Denken heutiger Politiker: historisch ungeschult oder umdeutend, oberflächlich und in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Zeitgeist Entscheidungen treffend.

aerolith
08.09.15, 17:13
Das Verhalten der SPD während der Weimarer Republik war schon bizarr. Zwar ließe sich beinahe alles unter der Überschrift "Staatsräson" subsumieren, doch etliche Sumpfblüten lassen da schon fragen, ob man nicht bereits im Winter 1918/19 (mit der gewaltsamen Niederschlagung der bolschewistischen Räte), gemeint ist das Zusammengehen der eigentlich dato marxistischen SPD mit den kapitalistischen Linksliberalen und anderen Bürgerlichen zur Rettung der kapitalistischen Basis des Reiches, klugen Köpfen in der SPD hätte klarsein müssen, daß sie da irgendwie die falsche Richtung einschlugen. Besonders deutlich wird die Tendenz ihrer politischen Fehlleistungen im merkwürdigen Wechsel ihrer Beziehung zu Hindenburg. 1925 wurde Hindenburg als verkalkter Repräsentant der überlebten Monarchie, als Deutschnationaler, Kriegsverbrecher (Hindenburg stand auf der Liste der Kriegsverbrecher, die Frankreich erstellt hatte) und Staatsfeind von den Sozis bekämpft, 1932 machten sie ihn zu ihrem Kandidaten als Retter der Weimarer Republik.

Am 4. Dezember 1924 stand im sozialdemokratischen "Vorwärts" folgendes dazu:

http://www.vonwolkenstein.de/forum/attachment.php?attachmentid=192&stc=1

Anmerkung der Redaktion: Wir hatten im Wolkenstein einen Ordner zu bewußtem Haarmann, dem Schlächter von Hannover. Jonathan hatte da mal etwas geschrieben. Dieser Text wird demnächst in selbigen Ordner verschoben worden sein.

aerolith
13.01.16, 17:29
Die Erdgastrasse "Druschba", an der Tausende Mitteldeutsche arbeiteten und die als Objekt der deutsch-russischen Freundschaft zu DDR-Zeiten propagandiert worden war, war in Wirklichkeit ein westdeutsch-russisches Projekt. Die Essener Ruhrgas AG plante und finanzierte es großteils. Heute verdienen neben der Ruhrgas AG (und die BRD) der russische Staat damit Millionen p.a. Im Laufe der Jahrzehnte dürften es einige Milliarden geworden sein. Ein Bricklebrit (http://www.internet-maerchen.de/maerchen/tischlei.htm).

Quelle (http://www.berliner-kurier.de/25-000-bauleute-aus-der-ddr-schufteten-an-der-erdgas-trasse-durch-die-udssr-erichs-letzte-helden-21706248)

aerolith
28.03.16, 17:43
...durchlebte einen Bedeutungswandel. Heute besitzt sie zwei Bedeutungen:

a) am Ende eines aus einem Fahrzeug lugenden Aggregats gibt sie ein Achtung für hinterdrein Fahrende und
b) sie ist das Symbol der Arbeiterklasse, gemeinhin der marxistisch (verbildeten) Proletarier.

Im Mittelalter wurde bei Markttagen eine rote Fahne aufgezogen. Solange sie hing, war dies für alle Stadtfremden das Zeichen, daß sie unter Marktrecht stünden, also unangreifbar waren. Wurde sie eingeholt, mußten die Fremden (Kaufleute, Juden, Fahrende) die Stadt verlassen und verloren den Schutz durch die Stadt.

aerolith
07.08.16, 17:51
Politischen Führern wird oft vorgeworfen, sie würden auf die Entwicklung der ihnen anbefohlen Nationen zu wenig Einfluß nehmen. Ich erinnre mich an Kohl, dem das vorgeworfen wurde, auch Merkel wird immer wieder vorgeworfen, ihrer politische Richtlinienkompetenz zeige sich darin, daß sie richtungslos operiere.

Ein verkannte Wahrheit der Weltgeschichte lautet, daß Zeiten, in denen große Nationen scheinbar richtungslos operieren, die glücklichsten Zeiten für diese Nationen sein können, oft sogar sind. Es ist eher so, daß Zeiten, in denen diese Führer agieren müssen, meist durch Krieg, Unruhe und Not gekennzeichnet sind. Die Größe einer Nation zeigt sich durch ein nahezu undurchdringliches System gegenseitiger Pflichten und Interessen, das erst in Notzeiten radikal aufbricht und nivelliert. Dann ist die Führungsfähigkeit der Eliten gefragt. In Friedenszeiten dagegen geht es nicht um Führungsnachweise, sondern um Gestaltungswillen, um die Förderung aller in der Gesellschaft wirkenden Kräfte, der guten wie der schlechten, der zerstörerischen wie der aufbauenden. In Krisenzeiten zeigt sich erst die Güte eines Systems, die Qualität der Entscheidungen aus Friedenszeiten. Die Gestaltung der Gesellschaft ist kein Aufgabenbereich des politischen Führers, sondern der Gesellschaft, ihrer Vielfältigkeit. Der politische Führer muß nur dafür sorgen, daß jede Kraftentwicklung möglich ist, gerade die, die gegen seine eigenen Auffassungen gerichtet sind. Erst dann wird die Gesellschaft wachsen, denn nichts stärkt sie mehr als das Wachstum an ihren Flügeln und nichts tötet sie mehr als die Nivellierung der Interessen in einem grauen Einheitsbrei.

aerolith
14.08.16, 20:18
Als ein Wesensmerkmal des Nationalsozialismus gegenüber dem Faschismus gilt dessen Rassismus. Allerdings hatte Mussolini nichts gegen die 70000 Juden, die seinerzeit in Italien lebten. Dafür bestrafte er rigoros italienische Frauen, die sich mit Rassefremden einließen. Er berichtete auf einer Autofahrt von Potsdam nach Bärlin 1937 dem Staatssekretär im Äußeren, Vicco von Bülow-Schwante, daß ihm drei (!) Fälle bekanntgeworden seien, die sich in den italienischen Kolonien "vergessen" hätten. Er habe diese Frauen auspeitschen lassen und dann für 5 Jahre "in Konzentration" schicken lassen.

Meiner Meinung nach ist das gelebter Rassismus. Ganz nebenher erfährt man, daß Italien Konzentrationslager besessen haben muß.

aerolith
19.08.16, 16:40
Der Präsident der Südafrikanischen Union, Hertzog, konzedierte der deutschen Regierung 1938 berechtigte Ansprüche auf Ersatz für das 1919 durch Versailles verlorengegangene Schutzgebiet Deutsch-Südwest. Die deutsche Regierung allerdings wollte keine Ausgleichszahlung, denn die nationalsozialistische Politik sah vor, alle Deutschen in einem Reich zu vereinigen: "der Gedanke einer finanziellen Abfindung für ein deutsches Kolonialgebiet mit einer erheblich deutschen Bevölkerung [ist] für uns indiskutabel" (Hans Georg von Mackensen, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, 31. Oktober 1938). Dazu zählten auch die etwa 100000 Deutschen in Südwest. Diese Politik lief auf böhmische Zustände hinaus. Ein Antrag der Deutschen aus Südwest würde die Annektierung des Gebietes bedeuten, die Südafrika hingenommen hätte, vielleicht auch Britannien und Frankreich. Vielleicht. Vielleicht nicht. Man weiß nicht, was die Äußerungen des südafrikanischen Präsidenten von 1938 wirklich bedeuten. Seine wohlwollende Haltung zum Reich kostete ihn 1939 die politische Karriere, wahrscheinlich auf Druck der Briten.

Erläuterungen: Die in diesem Gebiet außerdem ansässigen Herero, Nama und Hottentotten waren weitgehend Nomadenvölker, die dort immer mal ansässig waren und erst etwa hundert Jahre vor den Deutschen ihre Nomadenzüge auf diesen Teil Afrikas gelegt hatten. Sie sollten das auch fürderhin tun dürfen, hatten sich aber zu dieser Zeit weitgehend mit den Deutschen in Südwest arrangiert und díenten ihnen als Hausdiener oder weniger als Feldarbeiter (das Gebiet eignet sich nur zur Viehwirtschaft), vereinzelt auch im Bergbau, waren also wenigstens saisonweise weitgehend seßhaft geworden. Eine afrikanische Staatsbildung gab es nicht, keine Parteien, keine modernen Strukturen. Die deutsche Organisation nahm die Afrikaner auf, sofern diese paßten und willig waren. Eine Apartheid wie in Südafrika gab es in Südwest nicht. Die Afrikaner besaßen vor dem Weltkrieg die Möglichkeit, zu Reichsbürgern zu werden, denn das Reich knüpfte Staatsangehörigkeit nicht an die Nationalität. Das Reich war eben kein Nationalstaat! Das kam aber kaum vor, wenngleich Herero-Führer Reichsbürger geworden sein sollen. (das muß ich aber erst noch prüfen)

P.S. Bei wikipedia wird behauptet, Mackensen sei am 4. Feber 1938 von Neurath in seinem Amt als Staatssekretär abgelöst worden. Die mir vorliegende Quelle trägt das Datum 31. Oktober 1938; von Mackensen zeichnet hierin als Staatssekretär. Der Adressat ist der deutsche Botschafter in Pretoria.

aerolith
02.09.16, 17:55
Polens Ministerpräsident Beck brachte im Dezember 1937 während des Besuches des französischen Außenministers Delbos die Juden-Frage zur Sprache. Er schlug Delbos vor, die jüdische Emigration nach Madagaskar zu forcieren. Delbos stimmte dem offenbar zu und sagte Unterstützung zu. Zugleich soll es polnische Kolonialwünsche gegeben haben. (Akten zur deutschen auswärtigen Politik, S. 87.) Wo denn nur?

Das jedenfalls berichtet der deutsche Geschäftsträger in Warschau, Wühlisch.

aerolith
16.11.16, 19:51
Die außenpolitische Isolation Sowjet-Rußlands um 1930 ist eine Mär. Die Russen konnten sich mit der Tschechoslowakei und Frankreich wichtige Verbündete sichern.
Das schlug sich unter anderen um 1936 darin nieder, daß die etwas produktionsarme französische Rüstungsindustrie zu wenig Kriegsmaterial produzierte, das aber für den Krieg gegen Franco gebraucht wurde. Die Russen loieferten das Material nach Frankreich, die es an ihre Rotfrontkämpfer in Spanien weiterleiteten. Parallel dazu versuchte Delbos (Außenminister) vergeblich, mit Italien, das Franco unterstützte, zu einem Abrücken von der Achse Rom-Berlin zu bewegen. Die Italiener verlangten schlichtweg, daß Frankreich seine Unterstützung der Francogegner einstellen solle, wozu Frankreich nicht bereit war.
Sowjet-Rußland seinerseits versuchte nach 1936, sich seiner außenpolitischen Partner zu entledigen und nach deutschen Vorbild eine autarke Wirtschaftspolitik zu betreiben. So reduzierten die Russen ihre Konsulate auf etwa die Hälfte und verlangten auf der Basis der Parität das gleiche von Finnen, Italienern, Deutschen, Türken, Tschechoslowaken etc... Der Außenhandel schmolz dahin, zugleich borgten sich die Russen 200 Millionen RM vom Reich. Bizarr. Zurückgezahlt haben sie es nie.

aerolith
05.01.17, 08:22
Nach Abschluß des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes 1939 kursierte in Bärlin das Gerücht, Stalin werde nun bald dem Antikominternpakt beitreten.

aerolith
04.02.17, 10:03
Die emotionale Verbundenheit zwischen Deutschen und Ungarn zeigte sich um 1925 u.a. darin, daß es für die Ungarn zum schönen Ritual wurde, nach dem Zeigen eines Films über Zeppeline in Amerika das Deutschlandlied anzustimmen. Man stelle sich das vor! Heute unvorstellbar.
Zeitgleich führte die Presse der Weimarer Republik von links bis rechts einen Feldzug gegen Horthy-Ungarn, das nicht bereit war, einen der nach Ungarn geflüchteten Erzberger-Mörder auszuliefern.

aerolith
04.03.17, 11:41
Der russische Attache des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, bezeichnete in einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Brockdorff-Rantzau, das Verhältnis des Reiches zu Sowjet-Rußland als Hermanns-Verhältnis (Anspielung auf die Nibelungentreue, aber zugleich auf den Verrrat, dem Hermann der Cherusker durch eigene Leute ausgesetzt gewesen war), das durch die Absichten des Reiches, dem Völkerbund beizutreten, beendet zu werden drohe. Man sei dann zwar noch freundschaftlich miteinander verbunden, aber die Herzlichkeit müsse dahin sein.

Das war 1925.

Rapallo (http://www.vonwolkenstein.de/Datenbank/doku.php?id=rapallo)hatte eine gemeinsame Basis geschaffen, von der noch Hitler profitierte, als er den Nichtangriffspakt auf den Weg brachte. Die gemeinsame Basis war der Widerwille gegenüber dem Versailler Diktat, dessen Kampf beiden galt. Der Beitritt des Reiches in den Völkerbund erfolgte aus Absichten, die Ausländer aus dem Reich zu bekommen (Rheinlandbesetzung), wurde in Rußland aber so verstanden, daß die Westgrenzen des Reiches fortan als fest, die Ostgrenzen aber als ephemere Gebilde aufgefaßt werden müßten. Das Zweischneidige der deutschen Außenpolitik jener Tage wird hier besonders deutlich.

aerolith
01.06.17, 15:25
In den letzten zweihundert Jahren haben die USA über zweihundert Kriege geführt, Deutschland (nimmt man Östreich mit dazu) ca. fünfundzwanzig. Davon haben die Amerikaner nur zwei Kriege nicht als Angriffskrieg geführt.

Ich frage mich gerade, ob der Krieg gegen die Japaner (1941-45) nicht vielleicht auch initiiert war, summa summarum: Das waren doch nicht alles notwendige bzw. gerechte Verteidigungskriege! (prophylaktischer Angriffskrieg = vorweggenommener Verteidigungskrieg zur Selbstbehauptung)

Ich denk da noch ein bißchen drüber nach.

aerolith
01.06.17, 18:23
Wie der Diplomat Carl von Schubert (Staatssekretär im AA) 1926 aus Genf berichtete, schlug er bei Gesprächen über eine sich annähernde deutsch-polnische Zusammenarbeit schlichtweg vor, daß man Europa wirtschaftlich zu einem Block zusammenbauen müsse, um künftig in der Weltwirtschaft gute Chancen zu haben. Sein polnischer Kollege Jackowski stimmte dem zu. Eigentlich hatte er ein Lamento seines deutschen Kollegen erwartet, das die polnische Entdeutschungspolitik (http://www.vonwolkenstein.de/texte/zechlin_polenpolitik_1926.pdf)in Polen thematisiert hätte gehabt haben dürfen.

Verkannte Wahrheit? Das Reich wollte eine EU, lange vor 1945. Wohlgemerkt: Es war hier nicht die Rede von bilateralen Wirtschaftsvereinbarungen, sondern von der Konstituierung eines europäischen Wirtschaftsraumes. Das darf dann doch mal betont werden. Es gab eine Alternative zu den Ereignissen um 1939/45. Stellt sich nur die Frage, warum dieser deutsche Wunsch scheitern mußte? Wer stand dagegen? Wen vertrat von Schubert in diesem Gespräch? Er war Offizieller. Überlebte als Diplomat mehrere Regierungen, ein enger Vertrauter Stresemanns, also Schwerindustrie. Zugleich eng mit den preußischen Junkern verbandelt. Ein brückenschlagender Mann.

Kam es so, weil es so kommen mußte oder, weil es so kommen sollte? Steckt in der Geschichte ein von Menscheninteressen unabhängiger Sinn oder ist sie ein Kräftespiel, bei dem einzelne Menschen, gar Interessengruppen, weitaus mehr Bedeutung besitzen, als man das heute wahrhaben will? Lassen sich Gesetze formulieren, die Geschichte vorhersehrbar machen? Oder ist sie letztlich eine Projektionsfläche für dato Herrschende, die sich ein Geschichtsbild nach ihrem gusto modeln und daraus auch die Zukunft entstehen lassen können?

aerolith
05.07.17, 13:31
erstellt von Achtpanther:

Die Erz-über zeugungen des Aerolith, ein wahrlich weites Feld. Vielleicht erzählst Du uns ja mal, wie Du Dir das mit der Herkunft des Nazigoldes vorstellst - unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Deutschland am Vorabend des Krieges faktisch bankrott war.



Hier noch etwas Lesestoff, zu Mann & den Juden (http://www.iaslonline.de/)



und zu Herkunft und Verbleib des Goldes (https://www.parlament.ch/de/suche#k=raubgold)

Antwort (https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=19981174)der schweizer Regierung 1998 auf eine Anfrage, wieso die Schweiz im Auftrage der tschechoslowakischen Regierung Gold, 12,5 t, ans Reich auslieferte:

Der Zwischenbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg (UEK) über die Goldtransaktionen geht an mehreren Stellen auf die Umstände der Auflösung des Golddepots ein, das die tschechoslowakische Zentralbank Anfang 1939 bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterhielt. Gemäss dem Bericht bestand das tschechoslowakische Depot bei der SNB aus 1013 Goldbarren (d. h. rund 12,5 Tonnen) im damaligen Wert von 61,4 Millionen Schweizerfranken. Das Depot wurde am 8. März 1939 vollumfänglich auf das Depot der Reichsbank transferiert. Das Gold wurde anschliessend in drei Lieferungen - am 15., 20. und 21. März 1939 - nach Deutschland gebracht.

Eine sorgfältige Prüfung der Umstände dieser Operationen zeigt, dass sich die SNB strikt an die damals üblichen Gepflogenheiten hielt. Als Verwalterin von Depots mehrerer Zentralbanken war sie, nicht gehalten, die Gründe zu überprüfen, welche den Transaktionen, um deren Ausführung diese Banken sie ersuchten, zu Grunde lagen.
Was den Transfer des tschechoslowakischen Goldes auf das Depot der Reichsbank betrifft, so muss man wissen, dass die tschechoslowakische Nationalbank diesen Transfer am 7. März 1939, also eine Woche vor dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei, selber angeordnet hat. Es hat sich herausgestellt, dass dieser Transfer im Zusammenhang mit Verhandlungen stand, die Deutschland und die Tschechoslowakei in letzter Minute führten, um gewisse Modalitäten des Münchener Abkommens vom 29. September 1938 zu regeln.
Ebensowenig konnte sich die SNB dem Transport des tschechoslowakischen Goldes nach Deutschland widersetzen, denn dieses lag seit dem 8. März auf dem Golddepot der Reichsbank und die Schweiz hatte keine Massnahme zur Sperrung deutscher Guthaben ergriffen. In dieser Hinsicht verhielt sich unser Land keineswegs anders als die übrige Welt: Kein einziges Land ergriff im Anschluss an die Besetzung der Tschechoslowakei derartige Massnahmen.
Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die Zentralbanken anderer Länder bezüglich des tschechoslowakischen Goldes ähnliche Entscheide trafen wie die SNB. Auf Anordnung der tschechoslowakischen Zentralbank transferierte die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am 8. März 1939 580 kg Gold, die in Brüssel lagerten, an die Deutsche Reichsbank. Eine ähnliche Transaktion wurde am 20. März, d. h. fünf Tage nach der Besetzung der Tschechoslowakei, von London aus getätigt und verschaffte der Reichsbank weitere 23 Tonnen tschechoslowakischen Goldes. Weder die belgische Nationalbank noch die Bank von England widersetzten sich diesen Transaktionen.
Schliesslich ist zu bemerken, dass die Alliierten nach Kriegsende weder von den neutralen Ländern noch von der BIZ Rechenschaft über das von ihnen allenfalls erworbene tschechoslowakische Gold oder über die von ihnen allenfalls bewilligten Transaktionen mit solchem Gold verlangten. Trotzdem hatte die Tripartite Commission for the Restitution of Monetary Gold, welche die Alliierten eingesetzt hatte, um die von Deutschland ihrer Goldreserven beraubten Länder zu entschädigen, der Tschechoslowakei das Recht auf Entschädigung zuerkannt. Wie andere Länder auch, erhielt sie etwa 2/3 ihrer Verluste, d. h. rund 28 Tonnen Gold, gedeckt.
Im Ergebnis ist der Bundesrat der Auffassung, dass die SNB nicht befugt war, die Ausführung des Überweisungsauftrags zu verweigern, den ihr die tschechoslowakische Zentralbank am 7. März 1939, eine Woche vor dem deutschen Einmarsch, übermittelt hatte. Da die Schweiz keine Massnahmen zur Sperrung deutscher Guthaben in unserem Land ergriffen hatte, konnte sich die SNB auch nicht dem Verlangen der Reichsbank widersetzen, das auf ihrem Depot in Bern lagernde Gold nach Deutschland zu schaffen.

Kommentar: Das ist eine weitverbreitete Mär von der deutschen Zahlungsunfähigkeit kurz vor dem Weltkrieg. Die Wirklichkeit dürfte anders ausgesehen haben. Ich lese derzeit Quellen des AA, in denen neben viel Langeweile auch manch interessantes Detail steht. So werden Wirtschaftsbeziehungen mit den Russen in aller Detailliertheit besprochen, u.a. haben die Russen Jahr für Jahr Millionen Schulden gegenüber dem Reich angehäuft, die sie opftmals mit Gold bezahlten. Mit südamerikanischen Staaten blühten die Handelsbeziehungen, die aber auch diese zu Säumern werden ließ. Da häufen sich Milliardenrechnungen zugunsten des Reiches. Bereits 1934. Wie dann erst 1939 bei deutscher Hochkunjunktur und sich verbessernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In dieses Bild paßt auch die Zahlung der Tschechoslowakei, die VOR dem Einmarsch erfolgte. 12,5 t sind nun kein großes Geld, verglichen mit den 10000 t, die Patton in Merkers gefunden haben soll.
Da aber die meisten Handelsbeziehungen des Reiches auf Ware-Ware-Kontrakten lagen, dürften kaum nennenswerte Minusbeträge in den Büchern gestanden haben, zudem hatte ein Führerbefehl es deutschen Unternehmen verboten, Geschäfte auf Kredit zu machen. Die Mär von einer deutschen Verschuldung im Ausland ist also alles andere als glaubhaft. Wahr allerdings ist, daß aufgrund der Mißachtung des als "jüdisch" verschrienen Goldes (jedenfalls offiziös) eher geringe Goldbestände in der Reichsbank zu vermuten sind. Dagegen spricht die hier angezeigte Quelle. - Es bleibt verwirrend.

Zur zweiten Aufforderung, ich möge doch einmal entsprechende wissenschaftliche Beiträge (http://www.iaslonline.de/) zu Thomas Manns Verhältnis zum Judentum zur Kenntnis nehmen, um meinen Standpunkt zu revidieren.
ich habe etliche Beiträge gelesen, eines aber kam in diesen Beiträgen nicht vor: die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen Judentum und Kapitalismus. Genau diesen Zusammenhang hat Thomas Mann aber stets hergestellt, 1918 in seinen Betrachtungen und auch in seiner Joseph-Triologie. Wie ernst kann ich also diverse Darstellungen nehmen, dioe sich zwar lang und breit über Thomas Manns ambivalente Beziehung zum Judentum äußern, aber nirgends auch nur das Wort "Kapitalismus" benutzen? - Nicht sehr ernst, will mir scheinen.

aerolith
18.09.17, 18:20
Das Militär entwickelte zahlreiche Ideen für seine Zwecke, doch auch nichtmilitärische Lebensbereiche nutzten diese umgesetzten Ideen.

Beispiele: Die Beutematerialien des Kriegsgeräts, was v.a. die Briten aus Deutschland mit nach England nahmen, gaben der Entwicklung der britischen Musikindustrie entscheidende (technische) Impulse. Sie brachten die Mehrspurtechnik (audielle Aufnahmen) von der deutschen Spionage; das Hi-Fi wurde entwickelt, um U-Boote besser verorten zu können. Klangwelten kamen zuerst aus der Militärtechnik.

P.S. Trump will einen Rüstungsetat von 700 Milliarden $. Ob da irgendwas für den R'n'R abfällt?

aerolith
03.03.18, 12:27
Der von den meisten Historikern kritisch beäugte Friedensvertrag von Brest-Litowsk, dessen Aschluß sich dieser Tage zum hundersten Male jährt, war keineswegs der Raubfrieden, als der er v.a. von linksgrünen und ausländischen Historikern bezeichnet wird.
Kern des Vertrages war der notwendige Frieden für das Reich und Rußland. Die ihn abschließenden Bolschewiken brauchten Frieden, um ihre Macht zu sichern. Die Deutschen brauchten den Frieden, um ihre Kräfte gegen den Westen bündeln zu können, letztlich zur Herbeiführung eines status quo ante - Friedens. Und, ja, sicherlich gab es Stimmen im reich, die aufgrund der ENtbehrungen während der Kriegsjahre auch neues Land forderten, aber diese schrillen Stimmen besaßen nur ein untergeordnetes Gewicht: weder Kaiser noch Regierung sprachen sich dafür aus. Im Gegenteil.
Beide Parteien mißtrauten einander, zugleich aber waren sie sich einig darin, den Völkern eine Verheißung zu schenken. Lenin hatte das Selbstbestimmungsrecht der Völker zwar nicht zur Substanz des Bolschewismus erklärt, auch das Reich verstand sich nicht als Gewährsmann eines wie auch immer gearteten Selbstbestimmungsrechtes, aber dieser Aspekt war beiden Seiten auch nicht zuwider. Also kam es schnell zu einem Ergebnis, einem Korridor von Finnland bis Bulgarien. Finnland, Baltikum, Polen, Weißrußland, Ukraine oder auch Bessarabien sollten eigene Nationalstaaten bekommen. Nach dem Krieg. Hinter manchen Forderungen standen große Fragezeichen, beispielsweise hinter den rumänischen. Aber gut.
Der dem Reich zugewiesene Raubcharakter, der diese Pufferstaaten als politische Konkursmasse begreift, die früher oder später vom Reich würde einverleibt werden, verfängt hier aus vielen Gründen nicht. Erstens wollte das Reich keine Grenze zum bolschewistischen Rußland, zweitens war man nicht an fremden und wenig entwickelten Völkern im eigenen Reich interessiert und drittens besaß das Reich auch keine finanzielle oder administrative Möglichkeit, die genannten Gebiete zu verwalten. Vielleicht irgendwann nach dem Krieg, aber nur ein sehr vages Vielleicht.

genauere Ausführungen hier (https://jungefreiheit.de/wissen/2018/demuetigungen-blieben-erspart/)

aerolith
25.07.19, 12:06
Heute vor 85 Jahren versuchten österreichische Nationalsozialisten einen Staatsstreich. Manche Historiker glauben vermeinen zu müssen, daß Hitler ihnen dafür den Auftrag gegeben hatte. Das ist falsch. Hitler hatte den österreichischen Nazis sogar verboten, illegal an die Macht kommen zu wollen. Beleg? Am deutlichsten wohl der, daß von den 9000 bestens geschulten und ausgerüsteten Nazis in der "Österreichischen Legion", die in Bayern auf eine Chance zum losschlagen warteten, nur 50 entgegen dem ausdrücklichen Befehl, die Füße stillzuhalten, sich am Aufstand in Österreich beteiligten.

Der Putsch ging schief. Die Nazis ermordeten Kanzler Dollfuß, wie der Mörder im kurzen Prozeß angab, soll das eher ein Unfall als Absicht gewesen sein. Nun ja, wer einen Putsch plant, nimmt auch Tode in Kauf, auf der eigenen und erst recht auf der Gegenseite.
Der österreichische Ständestaat reagierte hart. 50000 Nazis saßen 1938 in den "Anhaltelagern", einer weicheren Form des KZ.

Ich glaube, dieser mißglückte Putsch gab für Hitler den letzten Ausschlag, die SA politisch zu erledigen. Der Röhm-Putsch mit diversen "Beseitigungen" von SA-Leuten erfolgte eine Woche später.