Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Schlaff, charakterlos, uninspiriert, taktisch und mental nicht auf der Höhe. Dazu falsche Einwechslungen: der schwache Özil hätte schon in Halbzeit I rausgemußt; Boateng völlig überfordert und Müller ohne jede Bindung. Die DFB-Auswahl bildete ein Abziehbild der politischen Situation in der BRD.
    Da ich nicht hoffen kann, daß sich etwas ändert, sage ich nur: meinen Glückwunsch an Mexiko! Gut gemacht.
  2. Avatar von aerolith
    Dieser Tage wird in Ostfalen darüber diskutiert, ob die Zusammensetzung der Mannschaft einen spielfreudigen Mittelfeldspieler verträgt, also den zentralen MF-Spieler, der die Fäden in der Hand hält, freigespielt werden muß, um die tödlichen Pässe zu spielen resp. Torschüsse abzuliefern. Die Erfahrungen mit solcherart spielenden "Zehnern", wie sie auch genannt werden, scheinen in Magdeburg nicht gut zu sein, denn schaut man sich die Einsatzzeiten dieses Typus in den letzten Jahren an, scheinen sie nicht das geleistet zu haben, wofür sie geholt worden waren, hießen sie nun Kurth, Müller, Cwielong oder Ludwig. Ein weiteres Argument der Gegner eines Königstransfers, als die die Verpflichtung eines "Zehners" gilt, liegt in dem Erfolg des Meistertrainers Härtel, der auf Kollektiv statt Hierarchie setzt. Franz/Kallnik dagegen präfigieren den Hierarchiegedanken. Das Gleichgewicht zwischen beiden Extremen war bislang ein Garant des Erfolges, denn wenn weder das eine noch das andere zum beherrschenden Prinzip wird, kann sich ein dynamisches Spiel der Kräfte entwickeln - zum beiderseitigen Vorteil. "Zehner" sind technisch überdurchschnittlich begabte Spielertypen, meist zur Egozentrik neigend, immer aber auch daran interessiert, sich Wasserträger zu organisieren, die ihr Spiel erst zum Durchbruch bringen können. Ein Spielerkollektiv dagegen verzichtet auf diverse Hackordnungsplattitüden und setzt auf das Prinzip "Jeder hülft jedem", was bedeutet, daß auch Stürmer hinten mithelfen müssen, daß es nicht darum geht, bestimmte Spieler freizuspielen, auch, aber nicht grundsätzlich, sondern v.a. darum, mit geballter Kraft den Gegner zu zermürben.
    Beide Strategien haben ihr Für und Wider. Durchschlagenden Erfolg aber wird immer nur die Mannschaft haben, die beide Systeme beherrscht, im Wechsel den Gegner völlig verunsichert. Und genau das war in den letzten Jahren immer unsere Stärke, eben das Unberechenbare auf der Basis eines Kräftespiels zwischen Kollektiv- und Individualfußball.

    Kurzum: Ich trete für die Verpflichtung eines zentralen MF-Spielers ein, eines Königstransfers, eines Ballschleppers. Wahrscheinlich wird er wieder bei uns scheitern, wir aber aufsteigen. Ich befürchte, daß, wenn wir einen solchen Spielertypen nicht verpflichten, unser Spiel zu leicht ausrechenbar wird.