Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Ein großer Politiker starb heute: Hellmuth Schmidt. Mein bundesdeutscher Lieblingspolitiker. Unvergessen bleibt mir sein Auftritt am 3. Oktober 1976, als er Kohl in der Bundestagswahl besiegen konnte und Kohl ziemlich wütend wirkte. Zu dieser Zeit feierte ich den 13. Geburtstag meiner Freundin Viktoria mit modernen Gesellschaftstänzen. Bald kam Schmidt in die DDR. Da wirkte Honnecker ziemlich proletarisch mit seiner Bäfo auf der Rübe. Schmidts Stern sank, nachdem er dem NATO-Doppelbeschluß zugestimmt hatte. Damit verlor die sozialdemokratische Politik an Überzeugungskraft und er wurde zu einem Statthalter amerikanischer Politik. Seiner persönlichen Wirkung auf mich tat das keinen Abbruch. Ich hörte ihm immer gern zu, auch wenn mir nicht alles gefiel, was er sagte. Es war das Wie. Das war eine Sprache, ein Tonfall, eine Eleganz, die kein heutiger BRD-Politiker besitzt, am ehesten noch Gysi, aber der ist mir zu verschmitzt - und das traf auf Schmidt nie zu.
    Mit Schmidt stirbt ein Stück familiäre Bindung an meine sozialdemokratische Großmutter. Ich bin heute auch ein Stück Wegs zum Grabe gegangen.
  2. Avatar von aerolith
    Es herrscht einige Unklarheit bei den Freunden des Balls in Magdeburg, was die Strukturen des Vereins, das damit zusammenhängende Vereinsrecht und die Planungen des Präsidiums betrifft, den Verein zwar hinsichtlich der Zuständigkeitsbezeichnungen, nicht aber in Hinsicht der Zuständigkeiten umzumodeln. Es sind eben KEINE Strukturveränderungen, denn Strukturveränderungen müßten NEUE Machtverhältnisse, neue Chefs, neue Zuständigkeiten definieren, nicht aber nur ein linke Tasche - rechte Tasche - Spiel pflegen.
    Aber der Reihe nach:

    Wir haben in Magdeburg DREI Mitspieler, die in Hinsicht auf das Tagesgeschäft beim FCM agieren/reagieren:


    1. die Stadt (Eigentümer des Stadions und der Trainingsplätze des Vereins), die bis etwa 2036 (genauere Auskünfte nicht vorhanden, aber die Baukosten wurden mit 31 Millionen € angegeben) etwa 1 Million p.a. an den Erbauer des Stadions überweisen muß;
    2. die vom Verein geschaffene SSG (eine GmbH), die den Kartenverkauf abwickelt und an die Stadt eine Pauschale von 20000 € (oder waren es gar nur 10000 €?) je Heimspiel überweist und
    3. der Verein, der von seiner 100%-Tochter SSG Geld überwiesen bekommt, wovon die Spieler und die Vereinstätigkeiten bezahlt werden müssen.


    Mit wachsendem finanziellem Erfolg (18000 Zuschauer durchschnittlich spülen der SSG etwa 5,1 Millionen € in die Kassen; kalkuliert waren 3 Millionen €) ergeben sich Probleme:

    • die von der Stadt avisierten 20000 € pro Heimspiel waren viertligagemäß, müßten nun aber angesichts der wachsenden Einnahmen der SSG angepaßt werden, damit die Stadt nicht länger 700000 € p.a. zahlen muß;
    • der hohe Gewinn bei der SSG muß an den Verein überwiesen werden und darf nicht als Gewinn unter den Vereinsmitgliedern aufgeteilt werden, auch nicht unter den Spielern, da das satzungs- und vereinsrechtswidrig wäre;
    • die Mitglieder wollen nach Jahren des Duckmäusertums und Abnickens von Präsidiumsbeschlüssen nunmehr mitbestimmen.


    Neben zwei guten Lösungsvorschlägen räsoniert man etliche weniger durchdachte. Die beiden auf der Hand liegenden Vorschläge im Eignungstest:

    Lösungsvorschlag I: der Hauptkostenpunkt im Verein, die erste Männermannschaft, wird in die Zuständigkeit einer 100%igen Tochter des Vereins, der SSG, übergeben. Zugleich wird zugesagt, daß diese SSG keine Anteile an Investoren verkauft, die SSG also eine 100%ige Tochter des Vereins bleibt, was auch bedeutet, daß sie jederzeit und ohne Auszahlungen bei Anteilseignern zurückintegríert werden kann, falls das Präsidium das will. Die Leitung dieser SSG soll ein Präsidiumsmitglied übernehmen, das bislang im Verein die sportlichen und finanziellen Dinge regelte, von denen die Organisation der I. Männermannschaft die größte Arbeit abgab. Er würde sozusagen mit seinem (nunmehr hauptamtlichen) Arbeitsfeld nur die Fassade ändern, aber im Grunde immer noch als hundertprozentiger Teil des FCM gelten müssen, auch wenn nunmehr keine gemeinnützigen Kodizes gälten, da die SSG als GmbH privatwirtschaftlich aufgestellt sei.

    Gegen diesen Vorschlag erheben sich nun die Vorwürfe. Die einen meinen, daß der FCM damit seine Authentizität verliere oder ein Ausverkauf anstehe oder ein windiger Investor sich in den Verein einkaufen könnte. Zudem befürchten etliche, daß dies eine Lüge sei, denn, so argumentieren sie: warum "ausgliedern" (dieses Wort wurde irrtümlich vom Präsidium benutzt), wenn ein möglicher Investor doch keine Anteile am "Ausgegliederten" erwerben kann? Warum sollte er in eine Firma investieren, die zwar das Geld nimmt, aber keinen Anteil herausgeben kann, weil sie bei 100% Vereinsanteil bleiben muß/will? Könnten sich die persönlich abgeschlossenen Spielerverträge nicht auch weiterhin unter dem Dach des FCM e.V. abschließen lassen? Das funktioniert bei anderen Vereinen doch auch, ohne daß die Gemeinnützigkeit gefährdet wäre.

    Lösungsvorschlag II: Es bleibt alles so, wie es ist, allerdings übernimmt der Verein von der Stadt die Rückzahlung der Stadionraten oder kauft der Stadt die Trainingsplätze ab oder baut ein Fan-Casino oder... legt das Zuviel des Eingenommenen gemeinnützig an.

    Gegen diesen Vorschlag ließe sich anführen, daß ein gutes Jahr noch lange keine Gewähr für weitere gute Jahre ist und man sich nicht mit langfristig wirkenden Belastungen beschweren sollte, wenn die Einnahmeseite nicht langfristig gesichert ist. Allerdings sollte der Verein in einem guten Jahr schon investieren, damit es unabhängig vom sportlichen Erfolg sichere Einnahmequellen gibt.

    Vor diesen an sich einfachen Lösungen, die schlichtweg vom Präsidium diskutiert und OHNE Mitgliederbefragung durchgeführt werden dürften (§ 13,8 resp. § 14,8), hat sich jetzt ein Hindernis aufgetürmt. Der homo sapiens ostfalicus: stur, besserwisserisch, laut, angepißt und mißtrauisch. Präsidium und AR ließen das Fettnäpfchen nicht aus und wollen eine 75%ige Zustimmung auf einer MV/aoMV, die sie eigentlich nicht brauchen. Doch nun ist der Ostfale erwacht und macht Tamtam, denn er befürchtet, daß man ihm etwas wegnimmt, ihn aus der Verantwortung nimmt, ihn ausschließt oder schlimmer noch, daß man den FCM zu etwas Gewöhnlichem macht.

    All das ist Unsinn, jedenfalls in Hinsicht auf die geplante Umbenennung, die irrtümlicherweise den Namen AUSGLIEDERUNG erhalten hat. Es wird nämlich gar nichts ausgegliedert, denn die SSG bleibt 100% FCM und soll das auch bleiben.
  3. Avatar von aerolith
    Der russische Sport soll dopingverseucht sein und man fordert einen Ausschluß Rußlands bei den Olympischen Spielen.

    Uups! Das ist ja nun die absolute Überraschung. Damit rechnete ja nun niemand. China, USA, Kenia u.a. dürften wohl ähnlich dopingverseucht sein. Aber an Rußland wird jetzt ein Exempel statuiert. Verheuchelte Bande.

    Der Sport wird erst dann sauber, wenn man überall aufräumt und am Ende nur noch zehn oder zwölf Nationen bei der Eröffnungsveranstaltung einlaufen. Das aber wäre schlecht fürs Geschäft. Also nimmt man sich die sowieso vom Westen gefemten Russen und schreit als Hauptnutznießer der Kriminalität beim Sport: "Haltet den Dieb!" Der Klassiker.
  4. Avatar von aerolith
    FCM vs. Münster 3:0
    Das fälische Duell endete mit einem Sieg der Ostfalen, die so späte Rache für die Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 nahmen, als Magdeburg seine politische Selbständigkeit in Münster verlor und fortan zu einem Teil eines ostelbischen Churfürstentums wurde, das im Dreißigjährigen Krieg mehrfacherTreulosigkeit gefrönt hatte. So ungerecht ist die Welt: Betrüge und verrate, dann wirst du belohnt!

    Das Spiel heute erinnerte wieder an den Beginn der Saison. Unser Gegner mit gefälligem Kleinklein, wir ließen sie bis zum 16er machen und entwickelten aus einer leichten Konterstellung zielstrebiges Angriffsspiel. Die Münsterländer keineswegs mit brotloser Kunst, denn sie hatten unsere Schwachstelle links erkannt und spielten dort Katz und Mauß mit unserem Ami, der wieder wie ein Fußballanfänger verteidigte, wenn man hier von verteidigen sprechen kann. Das endete erst mit dem Tausch Malones gegen Tarek, der allerdings keineswegs LV spielte, sondern diesen Part unserem Türken überließ. Der machte es besser. Die Seite war fortan zu. Im Mittelfeld kamen wir zwar nicht zum Zuge, aber das war wohl auch gar nicht der Plan, denn heute hatten wir etliche Spieler, die gingen, wie man so schön sagt. Sie hatten Zug zum gegnerischen Tor und versuchten es nicht - wie noch letzte Woche in Elbflorenz - mit Kleinklein. Lerneffekt! Bravo! Münster hätte umstellen müssen, tat das aber nicht, was belegt, daß sie keine Spitzenmannschaft sind, denn die hätte erkennen müssen, daß man gegen uns mit Kleinklein nicht zum Erfolg kömmt. So kam es, wie es kommen mußte: zwei unserer durch zielstrebiges Angriffsspiel herausgespielten Chancen führten zu weiteren Treffern. Sieg!
    Ein Wort zu den angereisten Westfalen: das war bislang der beste Support, der uns Inhämischen alles abverlangte. Liturgischer Wechselgesang auf allen drei Seiten des Heimmannschaftsbereichs, der so in Deutschland einzigartig sein dürfte und beinahe alle Anhänger mitmachen ließ. Mir gefiel's.
    Weil es so außergewöhnlich war, hier ein Eindruck von der Stimmung im Stadion, die zuweilen an ein Beatles-Konzert erinnerte: "Wer nicht schreien kann, klimpert halt mit den Juwelen!"

    Jetzt der erste Auswärtsdreier, dann sind wir richtig gut im Geschäft. Gehen wir es an!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker da, als es anfangs in unserem Strafraum brannte. Schlechte Abstöße. (3)
    Malone unterirdisch. (6) Puttkammer mit gutem Raumspiel, guten Vorstößen und gutem Paßspiel. Gute Ansagen, die Lücken schließen halfen. (2) Handke mit hervorragendem Stellungsspiel. Ein Leuchtturm heute. Schwächen nach wie vor im Offensivspiel. (3) Der Türke mit dem für mich schwierigen Namen, weswegen ich ihn im Alleinstellungsmerkmal schlichtweg "der Türke" nenne, anfangs schwach, weil ohne Raumaufteilung, dann besser. Hat sich verbessert und ist nicht mehr so verspielt. Versuchte dennoch wieder seinen Drehrumbummtrick. Sollte er lassen. Seine Entwicklung ist gut. (3,5) Butzen wieder gut. Schade, daß sein Querfeldeinlauf kurz vor dem Ende abgebrochen werden mußte. Hielt seine Seite nach anfänglichen Schwierigkeiten, in denen er eher als ROV denn RV spielte, sauber und initiierte Angriffe. (2,5)
    Brandt verbessert. Noch nicht wieder mit alter Bärbeißigkeit und Dynamik, aber er ist auf dem Wege. Kam heute nur wenige Male zu spät und wenn, war es knapper als in den letzten Wochen. (3) Sowislo mit solider Leistung. Verteilte gut, stand gut und paßte gut. Sein Tor war kein Zufall. (2)
    Fuchs mit solider Leistung. Organisierte unser Stellungsspiel im MF. Das war wichtig. Wir hatten immer Druck auf den Gegner. Das war auch seinen Raumanweisungen zu verdanken. War aber nicht unser bester Mann heute. (2) Der beste Mann heute war Pulido. Bravo! Seppelte unaufhörlich, war immer eine Gefahr, paßte prima, lief auch nach hinten gut ab und hätte beinahe ein Tor des Monats erzielt. (1,5) Beck solide. (3)
  5. Avatar von aerolith
    Heute nacht haben meine Gingkos ihre oberen Blätter abgeworfen. Sie stehen zwei Meter voneinander entfernt, der eine windgeschützt, der andere an der Außenseite des Fensters, nicht windgeschützt. Trotzdem war es bei beiden heute an der Zeit. Sie kommunizieren.

    Draußen sind 15°. Es wird Winter.
  6. Avatar von aerolith
    In den Diskussionen zur Zuwanderung wird auf beiden Seiten kapitalistisch argumentiert. Die einen behaupten, sie täte not, die anderen nennen die Kosten. Das ist keine Alternativdiskussion. Beide Seiten sollten sagen, was sie wollen und nicht eine Argumentation der Not betreiben. Deutschland wird nicht untergehen, wenn kein Zuwanderer kömmt und es wird nicht untergehen, wenn viele Zuwanderer kommen. Im einen Fall müßte man die Wirtschaftsweise in ein paar Jahren ändern und vielleicht mal ins Auge fassen, wirklich bloß das zu produzieren, was man braucht, auch im Tausch zu Gütern, die hier nicht produziert werden oder schlichtweg von den Deutschen gewollt werden, also gegen etwas getauscht werden, was andere wollen. Aber müssen wir zehn Millionen Autos mehr produzieren, als sie hier gebraucht werden?
    Ein Zuviel an Zuwanderung verträgt kein Gemeinwesen. Da gibt es immer Bürgerkrieg. Mir ist kein Fall einer friedlichen Einwanderung bekannt. Es gab immer Verteilungskämpfe.

    Mir wäre es sehr recht, wenn das kapitalistische Wirtschaften beendet würde. Mir wäre es aber auch sehr recht, wenn jedem Menschen auf der Welt das Recht zur freien Wahl seines Lebensmittelpunktes gewährt werden würde. Die Lösung? Einwanderern kein Geld geben und sie an die hier geltenden Gesetze binden. Das aber wird nicht passieren, weil das kapitalistische Denken vorherrscht.
  7. Avatar von aerolith
    Mitgliederversammlung (MV) beim FCM. Themen:

    1. Ausgliederung der Profimannschaft und
    2. Wahl einzelner AR-Plätze.


    Das Präsidium verklärte die von ihm geplante und vom AR unterstützte Ausgliederung als "alternativlos". Das war entweder Unkenntnis oder Verschleierung wahrer Absichten geschuldet. Das Totschlagargument hierfür lautete: Bewahrung der Gemeinnützigkeit des Vereins. Dieses Argument war entweder aus Unkenntnis geboren oder gelogen. Beides sprach nicht für Präsidium und AR. Erstaunlich genug: Nach Jahren untätigen Abnickens muckten die Mitglieder mehrheitlich auf und erteilten der Ausgliederung einen Korb. Ich begrüße das Aufmucken, hätte gegen eine Ausgliederung allerdings nichts einzuwenden. Alternativlos ist sie nicht, denn das beste Gegenbeispiel gibt der kommerzielle Prototypus im bundesdeutschen Fußball: Rasenball Leipzig. Zwölf Mitglieder hat der "Verein". Die Profimannschaft ist NICHT ausgegliedert, dennoch gibt es KEINE Probleme mit dem Status der Gemeinnützigkeit. Entweder wissen unsere Segensträger das nicht - was schlecht wäre - oder sie wissen es und fordern trotzdem die Ausgliederung, die sie alternativlos nennen - was noch schlimmer wäre.
    Die Mitglieder wollten sich im Vorfeld der MV Mitspracherecht dadurch sichern, daß sie fortan bei Ausgliederungen bzw. ausgegliederten Abteilungen des Vereins mitentscheiden wollten. Ein unkluger und Entwicklung hemmender Plan, denn er hemmt die Exekutive an der Ausübung ihrer Pflichten, der TÄGLICHEN Führung des Vereins. Welcher Manager kann effizient arbeiten, wenn er befürchten muß, daß jede seiner Arbeiten von der MV rückgängig gemacht wird? Abgesehen davon legt bundesdeutsches Vereinsrecht fest, daß ausgegliederte Vereinsteile mehrheitlich in Vereinsbesitz und damit -verantwortung bleiben müssen. Ein Passus in der Satzung, der den Mitgliedern Kontrollrechte über ausgegliederte Vereinsteile zusichert, wäre also bestenfalls redundant.
    All das ist Brack. Brack von Präsidium und AR, v.a. in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Brack von einzelnen Mitgliedern, die nun Kontrolle einfordern wollen, wo sie überflüssig ist und statt dessen darauf verzichten, an den richtigen Stellschrauben Kontroll- und Mandatierungsmechanismen einzubauen, die ihnen mehr Mitsprache zusichern. Welche Stellschraube ist das vor allem? Richtig, die der Mandatierung des Präsidiums. Es muß endlich in die Köpfe, daß das Präsidium NICHT vom AR bestimmt werden darf, sondern durch Mehrheitswahl der Mitglieder. Die Kandidaten müßten zuvor, ZUVOR!, angeben, was sie planen, z.B. eine Ausgliederung, und würden wohl kaum gewählt werden, wenn sie etwas VOR der Wahl zu tun beabsichtigen, was den Mitgliedern mehrheitlich nicht paßt. Diesem gewählten Präsidium muß man die Freiheiten lassen (§ 13, 8 resp. 14,8), die ihm Ausgliederungen gestatten. Ein entsprechendes Quorum bei der MV könnte solche Dinge jederzeit rückgängig machen.

    Wenn die Mitglieder diesen strukturellen Webfehler der Satzung - das Fehlen einer Direktwahl des Präsidiums durch die Mitglieder - NICHT beseitigen, wird es keine konstruktive Arbeit mehr geben können, sondern gegenseitige Lähmung. Früher oder später. Jeder Verein benötigt eine funktionierende Exekutive, die allein von der Basis gewählt wird und von dem AR hinsichtlich der Satzungskonfirmität kontrolliert wird. Es ist aber falsch, wenn die Judikative (AR) auch die Exekutive (Präsidium) bestimmt. Das ist KEINE Gewaltenteilung. Fehlende Gewaltenteilung führt früher oder später zu Verwerfungen, denn sie erfordert Vertrauen, das im Profigeschäft nur von Zwölf bis Mittag dauert.




    Anhand des MDR-Videos läßt sich erahnen, wie den Mitgliedern des FCM die Taschen vollgehauen werden. Beim HFC mit einer ganz ähnlichen Situation ist alles bestens und hinsichtlich der Gemeinnützigkeit unproblematisch, beim FCM gibt es dahingehend Probleme? Für Investoren soll die Möglichkeit bestehen, beim FCM zu investieren, gleichzeitig bleibt die SSG eine hundertprozentige Tochter? Das nenne ich dann mal Quarkquatschplatsch. Die Lösung des wirtschaftlichen Problems liegt nicht darin, die Profiabteilung in der SSG zu implementieren, sondern darin, die Einnahmen des Vereins (also nicht der SSG) zu steigern und mit den Gewinnen aus dem Ticketverkauf und anderem die Rückzahlung des Stadions zu bewerkstelligen, bei vollständigem Begleichen dann die SSG wieder dem Verein einzugliedern und so ein Fundament zu schaffen. Unabhängig davon muß der Verein sämtliche Geschäftsfelder ausbauen. Die Gemeinnützigkeit ist in keinem Fall gefährdet. Da gibt es ganz andere Vereine mit einem sehr viel größeren Geschäftsvolumen IM Verein, die keineswegs gefährdet sind, sondern munter im Profifußball agieren.

    Schließlich mein vorerst letzter Gedanke dazu: Die Ausgliederung der Profiabteilung hat wirtschaftlich Vorteile, weil es sich für einen Manager leichter arbeiten läßt, wenn er innerhalb einer Organisationsform (der SSG) agieren kann. Den Mitgliedern steht es jederzeit frei, die SSG wieder in den Verein zurückzuintegrieren. Insofern gäben sie nichts aus der Hand, wenn sie der Ausgliederung zustimmten, jetzt prolongiert im frühen Frühjahr. Das alte Manko des FCM kam hier wieder zum Vorschein, die Unfähigkeit, die Öffentlichkeit angehende Dinge auch verständlich und transparent zu kommunzieren. Angebotene Hilfe lehnen die Macher seit Jahren beharrlich ab. Sture Ostfalen halt. Ich liebe das.
  8. Avatar von aerolith
    Tabakiana. Als Raucher gehört man inzwischen zu einer bedauerten und gefürchteten, zuweilen auch diffamierten Minderheit. Wir werden immer weniger. Verwirrend an dem unten verlinkten Bericht ist, daß zwar etwa 30% der Bevölkerung rauchen, aber nur 13% an Krankheiten sterben, die auf Tabakkonsum zurückgeführt werden. Was denkt da der kluge Mann? Vielleicht sterben mehr Menschen daran, daß sie nicht rauchen? Genau.
    Es soll eine Sucht sein. Das kann ich von mir nicht bestätigen. Ich rauche seit 35 Jahren, aber ich rauche sehr unbeständig. Zuweilen rauche ich Wochen gar nicht, dann an einem Tag beinahe eine Schachtel, meist an Fußballtagen. Aber auch dann nicht immer, selbst wenn das Spiel spannend ist. Ist das Suchtverhalten? Ich glaube, das Rauchen ist nur für die Suchtmittel, die auch anderes süchtig konsumieren: Menschen, Alkohol, Meinungen, Informationen, Unterhaltung...

    Tabakverbauchstbericht hier
  9. Avatar von aerolith
    Reformationstag. Die Hauptstadt der Reformation spielte gegen die Wechselprofis (sie wechselten regelmäßig ihre Religion wie auch ihre Bündnisse) aus der Sachsenhauptstadt. Dreißigtausend Zuschauer im Stadion. Es hat sich nicht viel getan in den letzten dreißig Jahren, seit ich das letzte Mal im Stadion zu Dresden war. Das Publikum in Dresden besteht aus 30% Prekariat, 60% Klatschpappeneventis und den 10% Bessergestellten, die so ab Minute 60 ihre Sektkelche der Halbzeitpause leergeschlürft haben, um dann wieder dem Spiel beizuwohnen. - Bei uns gibt es diesen fingerkuppenbetrachtenden Menschenschlag auch, aber bei uns herrscht insgesamt eine größere Homogenität der Zuschauer: bei uns gibt es mehr Fans - mehr Substanz - und weniger Akzidenz, weniger Eventpublikum. Die grundsätzlichen Spieltaktiken haben sich kaum geändert. Als ob es keine Rolle spielte, wer da als Trainer auf der Bank sitzt: Dresden mit technisch feinerer Klinge und gutem Wechsel zwischen Kleinklein und präzisem Langpaßspiel; unsere Spielweise leider arg verhunzt durch Hackespitzeeinszweidrei-Spieler und wenig Zug zum Tor, aber im Kern noch erkennbar als Spiel aus dem stabilen Deckungsverbund. Leider entwickelt unser Trainer diesen Stil nicht, sondern setzt auf nicklige Spieler, die FÜR SICH glänzen wollen und nach erfolgter Bravouraktion den Ball entweder zum Gegner spielen oder schlichtweg beim dreiundzwanzigsten Gegner dann nicht mit ihrem Drauftretenrollenlinksrechtswechseldichspiel weiterkommen. Am Ende muß man mit solchen Spirenzchen mit leeren Händen dastehen. Gegen technisch übellegene Mannschaften spielt man nicht delen Spiel mit, sondeln steht ihnen auf den Socken. Alte chinesische Weisheit.
    Heute hätte man eine Mannschaft gebraucht, die EISERN gegenhält, den Sachsen den Zahn zieht und dann - DANACH!, also so ab Minute 85 - zum finalen Schlag ansetzt. Statt dessen versuchten wir mitzuspielen, mit Kurzpaßspiel, mit Dreieckspiel, mit "gezogenen Fouls", wie es im modernen Fußballjargon heißt, also mit unfairer und betrügerischer Spielweise. Ich will das nicht sehen. Es paßt mir nicht. Es paßt vielen nicht. Das ist KEIN magdeburger Spiel. Wir sind geradlinig und spielen keinen fallsüchtigen, verdreckten Fußball. Dreckig? Ja. Verdreckt? Nein. Das ist ein Unterschied.
    Falsche Spielweise und unsere Unfähigkeit, im Spiel einen Wechsel der Töne herbeizuführen gaben den Ausschlag zur verdienten Niederlage. Ich bin pappesatt, denn ich verkrafte es schon, sportlich mal nur zweiter Sieger zu sein, nicht aber verkrafte ich es, wenn es hausgemachte Fehler sind, sich wiederholende Fehler sind.
    Wieder hing Beck in der Luft, was aber nicht sein Fehler war, sondern der aus dem Mittelfeld. Wir spielten auf den Außenpositionen Hackespitzeeinszweidrei, brachten den Ball aber NIE! bis zu Beck, der KEINEN Ball über diese Spielweise bekam. (seine Chance aus dem Spiel war das Ergebnis eines geradlinig vorgetragenen Angriffs, wie ich ihn öfter sehen möchte) Dabei kann das doch nicht so schwer sein, eben so zu spielen, daß man im Mittelfeld den Ball laufen läßt. Der Ball muß von außen weg, von diesem Kleinkleingespiele weg hin in den DM/ZM-Bereich, denn dort werden die Chancen kreiert, das erst ermöglicht es den Stürmern, nach Außen auszuscheren, was wiederum Platz im Zentrum für Stoßspieler schafft. Aber wie spielen wir? Wir versuchen über Kleinklein auf den Außen durchzukommen. Dumm nur, daß das nicht klappen kann, weil das natürlich sehr eng werden muß, wenn die Außenlinie schon mal eine Seite abgrenzt! Erkenntnis? Das sind schlichtweg Raumgesetze. Aber es soll Politiker geben, die das nicht begriffen haben, daß nur ein Körper an einem Platz sein kann - und nicht mehrere. Und wenn schon unsere Politiker das nicht begreifen, warum sollte es dann ein Trainer begreifen, der doch kein Schlechter ist? Aber wahrscheinlich bin nur ich der Dumme, der die Dinge zu einfach sieht.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker ohne Käppi bei tiefstehender Sonne. Das ging einmal fast schief. Beim dritten Tor spekulierte er falsch, aber eigentlich hätte der Türke den Torschuß Eilers' verhindern müssen. War also nicht Glinkers Fehler. Beim zweiten Tor machtlos. Das Zuspiel für den Torschützen mußte im DM-Bereich verhindert werden. Heute mit keinem Ball zum Gegner. Zwei, drei gute Reflexe. (2,5)
    Handke gut positioniert. Wenig Spiel nach vorn. Muß sich hier mehr einbringen, damit das Spiel nicht über Kleinklein nach vorn getragen werden muß. (4) Hennecke ohne Spiel nach vorn. Das kennen wir inzwischen. Am Mann schwach. Zu oft nur zweiter Sieger. Stellte die Räume auch eher schlecht zu. Nimmt eine merkwürdige Entwicklung. Fehlt es an Potential? (4,5) Malone mit den erwartbaren taktischen Problemen: stand schlecht, verhinderte das Durchspielen nicht, brachte keine Impulse als LV nach vorn. Seine Stärken liegen eindeutig im Offensivspiel (Einwürfe, Flanken, Schüsse, Kopfbälle), wenn er sich bei ruhenden Bällen vorn einbringen kann. Er sollte als Stürmer spielen, nicht als Verteidiger. Es nützt uns nichts, wenn er pro Spiel ein Tor macht, wenn wir auch seinetwegen hinten zwei oder drei fangen. (4,5) Butzen lag mir heute zu oft. Ging nicht, sondern ließ sich aufs Kleinklein ein. Hatte bei etlichen Freistoßentscheidungen Glück. Sollte sich nicht darauf verlassen. (4)
    Der Türke mit den gewohnten Schwächen. Spielte zwischen LV- und DM-Bereich. Eigentlich eine gute taktische Variante, aber seine Spielweise gefällt mir nicht: sie ist gefallsüchtig und wirkt zuweilen pomadig. Wieder große Probleme beim Zustellen der Räume, in den Zweikämpfen und beim präzisen Paßspiel. Was er gewann, verlor er gleich darauf wieder. (5) Brandt unverbessert. Bekam keinen Zugriff und verlor zu viele Zweikämpfe. Die anderen waren schlichtweg besser. Muß zusetzen. (5) Sowislo anfangs nicklig. Kam im Laufe des Spiels besser hinein, muß aber als Kapitän den Rhythmuswechsel vornehmen und die Spielweise korrigieren, wenn er merkt, es läuft nicht. Das tat er nicht, obgleich er persönlich im Laufe des Spiels besser wurde. (4,5)
    Tarek schwach. (5,5) Beck hing in der Luft, aber das heute war kein Spiel, beim dem er hätte zurückgehen müssen, um sich Bälle zu holen. Er wurde schlichtweg von seinen Kameraden nicht gefüttert. (4) Pulido verbessert. Er wird zwar immer ein egomanischer Kleinkleinspieler bleiben, aber einen kann man pro Mannschaft schon vertragen, vielleicht sollte man sogar EINEN haben. Weiß ich jetzt nicht. Endlich sein erstes Tor. Gefiel mir heute besser als zuletzt. (3)

  10. Avatar von Kalu
    Mir ist, als ob sich eine Hasskappe über Deutschland gestülpt hätte. Überall nur Wallung. Überall Brüllaffen.

    Große Reiche sind bislang häufig an ihren inneren Querelen untergegangen.
  11. Avatar von aerolith
    Dieser Seehofer aus dem Grenzland spielt den bösen Bullen. Konsequenzpotential: Null. Was willer denn machen? Selbst eine Kündigung des Koalitionsvertrages mit der CDU würde die Mehrheit der CDU/SPD-Regierung nicht brechen. Willer die Einwanderer an Bayerns Grenzen verhaften lassen? Das wäre zwar rechtens, eigentlich sogar seine Pflicht, aber das wird er nicht tun, weil ihm die linksfaschistische Keule seitwärts quer über den Bauernschädel gezogen werden würde. In der BRD gilt immer noch zweierlei Recht: eines für die Inhämischen, eines für die Fremden und das Establishment. Daran wird sich nichts ändern. Er könnte die Einwanderer wie die Ösis in Busse packen und nach Bärlin karren. Das wird er dann wohl tun, denke ich. Das fällt da gar nicht auf, wenn da noch zwei oder drei Millionen Asiaten mehr leben.
    Also, das wird die Lösung sein.
  12. Avatar von aerolith
    Die Vorfreude auf das Spiel gegen uns lag wohl bei den Güllisten schon beim Spiel in Kiel, woran man mal wieder sehen kann, wie die Hackordnung in Mitteldeutschland ist. Uns entlockt das ein paar vereinzelte Rufe, aber kein Mannschaftsphoto mit nem niedlichen Transparent, anders gesagt: Was schert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt?



    Zwischentabelle:

    Platz Verein Torverhältnis Punkte
    1 FCM 9:5 12
    2 DD 10:5 12
    3 Chemnitz 6:6 8
    4 Cottbus 6:5 8
    5 Aue 2:1 8
    6 Halle 7:11 6
    7 Hansa 4:6 4
    8 RWE 5:10 1
  13. Avatar von aerolith
    Das Spiel der premiumproduktorientierten Ostfalen gegen die wasserreinigenden Rheinhessen begann langweilig, woran auch sehr behäbig abziehender Pulverdampf bei isothermischem Herbstwetter mit geringen Luftdruckgegensätzen nichts ändern konnte. Die blau-weiße Nebelschau kam beim Publikum nicht an. Die Not gegen Elend-Variante von letztem Sonntag fand taktisch ihre Fortsetzung, mit einer taktischen Änderung: Malone spielte links für den (bisher) schwachen Türken und hatte offensichtlich die klare Anweisung bekommen, sich nicht in irgendein Angriffsspiel einzumischen. Sein mädchenhaftes Zweikampfverhalten ließ mich Arges befürchten. Auch im ZM-Bereich wurde gestümpert, kehrte keine Ruhe bei eher lustlos und zugleich hasplig vorgetragenen Alibiangriffen ein. Tarek bekam auf seiner Außenposition keinen Ball in den Fuß und spielte wieder nicklig. Nach seinem dritten oder vierten Foul sah er zurecht die Gelbe. Da auch Hennecke halblinks stümperte, kam hinten keine Ruhe rein, was dazu führte, daß unser Angriffsspiel in der Luft hing. Da darf sich dann auch mal einer zurückfallen lassen, aber Beck lag auch mehr, als daß er sich in das Spiel verbiß. Das sah nicht gut aus.
    Nach dem Seitenwechsel drückten die Rheinhessen, die offenbar und zurecht ihre Chance witterten. Aber plötzlich, so ab Minute 58, änderte sich das Bild. Es kam Druck in unser Spiel: Tarek gewann die kleinen Zweikämpfe, Sowislo drang in die Räume und brachte dadurch unsere Stürmer besser ins Spiel, die oft ein Bein dazwischen bekamen, ohne daß es jetzt Chancen gegeben hätte. Aber so läuft das im Fußball: feine Stimmungswechsel, Spielverlagerung und dann plötzlich kommen auch die Chancen. In diesen Stimmungswechsel brachte Härtel Fuchs und Wassim. Das Spiel verlagerte sich weiter in Richtung gegnerisches Tor, und einmal kam der Ball dann auch durch. Malone köpfte aus 42 cm Entfernung in etwa 2,13 Meter Höhe den Ball ins Tor. Sieg.
    Nächste Woche geht es gegen den Erzrivalen aus Elbflorenz. Gülle kann geschlagen werden. Das wäre ein wichtiger Schritt auf dem Wege zum Meistertitel Mitteldeutschlands. Wie in alten Zeiten. Gehen wir es an!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker kaum geprüft, dann aber da. Schlechte Zuspiele. Aus dem Spiel heraus immer schlecht im Zuspiel. Das war schon mal besser. (3,5)
    Malone mit großen Problemen beim Verstellen der Räume. Kein Angriffsspiel. Ging aber bei Standards nach vorn, was sich einmal lohnte, insofern kein gutes, aber ein befriedigendes Niveau, denn die Null stand. (3,5) Hennecke mit ganz schwachem Paßspiel, vielen Unsicherheiten und technischen Problemen. Lief aber etliche Mals nach links, um dort Räume zuzustellen und die Rheinhessen auszubremsen. (4) Handke befriedigend. Mußte heute aber auch kaum sein Bestes geben. Versuchte zwei, drei Mal den Steilpaß, was mißlang. Aber das will ich sehen, es ist besser als die in der Luft stehenden Bälle auf den Schädel seines Kumpelz. (3,5) Butzen mit mehr Licht als Schatten. Hatte seine Seite im Griff und setzte Akzente nach vorn. Quergehen, Butze! Du mußt die Leute so stellen, daß der Raum da ist. Das kann man üben. (2,5)
    Löh mit eher mäßiger Leistung, aber kein Ausfall. Versuchte heute mehrfach den Libero, was ihm aber nicht gelang. Erst mit der Mannschaft besser im Spiel. (4) Brandt zapplig und unsicher. Das übertrug sich auf die Mannschaft, da er in der Schaltstelle spielt. Es ist aber richtig, daß der Trainer ihn bringt, denn nur so läßt sich sein Spiel entwickeln. (4) Sowislo unauffällig. Verpißte sich bis etwa Minute 58, danach viel stärker und beinahe so, wie ich ihn sehen möchte: mit dem Ball am Fuß durchs MF stiefeln. Nein, STIEFELN paßt eher zu Mewes, bei Sowislo ist das eher ein Schweben. Das trifft es auch nicht richtig, ein Gleiten. Gern öfter. (4) Tarek mit sehr schwacher erster Halbzeit. Da mit Gelb belastet, sah ich ihn schon draußen. Kam aber besser ins Spiel, was am besseren Spiel der Mannschaft lag. Er braucht den Ball in den Fuß. Es fehlt ihm an Selbstvertrauen. (4)
    Beck schwach. Lag zu oft, meckerte und brachte wenig Spiel mit seinem Sturmpartner zusammen. (5,5) Hebisch hing in der Luft. Ein Zuspiel für ihn, sonst Ebbe: sehr undankbare Rolle. Tat viel, war aber ohne Wirkung. (4,5)

    Danke an den Kurzen fürs Zusammenschnippeln des Spielvideos:
  14. Avatar von aerolith
    Das wäre schön, wenn meine geliebten Gilmore Girls wiederbelebt werden würden. Man munkelt...
  15. Avatar von aerolith


    Lars Wallrodt (WELT) erzählt bei etwa 7:30 etwas über die Struktur bei Rasenball Leipzig. Die zwölf Vereinsmitglieder des RBL e.V. haben die Profimannschaft NICHT ausgegliedert. Offenbar gibt es keine Probleme mit der Allgemeinnützigkeit. Anders gesagt, entweder haben sich die Verantwortlichen beim FCM, die behaupten, daß die Allgemeinnützigkeit gefährdet sei, wenn NICHT AUSGEGLIEDERT würde, geirrt oder sie wissen es besser, hauen dem homo sapiens ostfalicus aber die Taschen voll.

    Ich beobachte das.
  16. Avatar von aerolith
    Spielbericht aufgrund der Fernsehbilder. Ich werde in diesem Jahr nur ein Spiel in der Ferne besuchen, das in Dresden, denn das ist für mich ein DDR-Klassiker (nach dem Spiel gegen den BFC, das für mich noch bedeutsamer ist).

    Das von den Medien als Ostklassiker - so ein Blödsinn: Aue war und bleibt ne grau-lilafarbene Mauß - gehypte Spiel in Aue endete torlos. Ein langweiliges Spiel. Not gegen Elend. Die Sachsen versuchten es über unsere linke Seite, wo unser Türke weder Spiel nach vorn, noch gutes Stellungsspiel hinten zuwege brachte und von Härtel erst kurz vor Ende ausgetauscht wurde. Das sah ein Blinder, daß da spätestens zur Halbzeit was hätte geschehen müssen. Kein koordinierter Angriff, Kopfballstaffetten, Kleinkleingewühle. Widerlich. Warum machen wir so ne Scheiße mit? Da muß doch mal ein Kontrapunkt gesetzt werden, eine sportliche Entwicklung zu erkennen sein. Sind wir jetzt mit Nullnummern zufrieden? Aber links war beileibe nicht die einzige Baustelle. Im ZM-Bereich gab es keinen kontrollierten Spielaufbau. Da trat keiner auf den Ball, da brachten sich die Spitzen nicht in Position, da wurden keine Räume erspielt, sondern letztlich nur Fußball gearbeitet, allerdings keineswegs in Meistermanier, sondern bestenfalls lehrlingshaft. Das ist schon länger keine Sache des aufgestellten Personals mehr, denn ich sah dieselben Spieler schon wesentlich besser agieren. Sie SOLLEN so spielen und zuerst die Null sichern, anders kann ich mir auch dieses sinnbefreite Einwechseln eines Brecherstürmers 30 Sekunden (!) vor dem Abpfiff nicht erklären. Wäre ich böse, würde ich diese Taktikänderungsverzichtserklärung "vereinsschädigend" nennen. Ich bin aber nicht böse, sondern ein Mann der Mitte. Darum auch ein Lob: Wir haben 18 Punkte erspielt und stehen zuiemlich sicher im Mittelfeld. Der mutmaßlich gesteckte Plan ist zwischenzeitlich erfüllt worden. Sportlich dagegen stehen wir. Ich gehe soweit, das nächste Spiel gegen Wiesbaden ein Richtungsspiel zu nennen. Verlieren wir, spielen wir ab sofort gegen den Abstieg, ein Sieg dagegen ließe uns Zeit, die sportliche Ausrichtung so zu bestimmen, daß die Orientierung aufs SPIELEN gelegt werden könnte, nicht aufs Halten der Null. Nullgespiele ist Verlierermentalität. Ein weiteres kleines Lob zum Auftreten unserer Mannschaft: sie spielte NICHT nicklig. Besser is. Jedenfalls fiel mir nichts auf, aber im Fernsehen sieht man viel weniger als im Stadion.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker heute oft als Direktpasser. Das ist schlecht, wenn wir dazu gezwungen werden, denn das kann nicht funzen. Da Aue keine Hundertprozentige zuwegebrachte, kann ich ihn auch nicht loben. Tadeln aber auch nicht, weil er keine Fehler machte. (3)
    Handke stark am Mann. Einmal schlug er am Ball vorbei, einmal ließ er sich ausspielen, sonst gut. Seine Bälle nach vorn kamen gut an, trafen aber aussichtslos stehende Stürmer an. Langbälle nur in den Lauf, nicht auf den Kopf. (3,5) Hennecke ohne Spiel nach vorn, bissig am Mann. Grau. (4) Löh befriedigend. Zwar ohne Schaum vorm Mund, aber ich hatte nie das Gefühl, daß Aue den Weg durch die Mitte würde finden können. Ist aber kein Libero wie Puttkammer. Es fehlte hier Spiel mit dem DM-Bereich. (3,5)
    Der Türke stand oft falsch, wurde hinterlaufen und stellte die Räume nicht zu. Als linker Läufer muß da mehr Flügelspiel kommen. Heute auch schwache Standards. (5) Brandt ohne Gestaltungskraft. War im Kopf mit Zerstörungsarbeit beschäftigt und ordnete nichts. In seiner einzigen guten Offensivaktion hätte er das Tempo nicht herausnehmen dürfen. (5) Sowislo blaß. Offenbar sollte er die Null sicherstellen. Auf beiden Seiten. Ihm fehlte heute Spritzigkeit. (5) Butzen mit einigen guten Aktionen und guter Defensivarbeit. Muß diagonalgehen, das ist seine Stärke, denn dadurch bricht er die Ordnung des Gegners auf und bringt Impulse in unser Angriffsspiel. (3)
    Hebisch spielte so, wie ein Stürmer spielt, der lange nicht im Punktspiel traf. Es fehlte der halbe Schritt. Aber das sah in dieser Saison schon schlechter aus. Im nächsten Spiel ist er hoffentlich den halben Schritt schneller. (4) Beck ohne Bindung. Klingt merkwürdig, aber genau so spielte er heute. Als ob der Wurm in seinen Laufwegen, seinem Drang zum Tor oder zum Zusammenspiel stecken würde. (5) Tarek bemüht und besser als zuletzt. Schade, daß sein Torschuß nicht einschlug. Spielte heute NICHT nicklig. So mag ich sein Spiel schon eher. (3,5)
  17. Avatar von aerolith
    Nicht nur Tantchen feierte ihren 75. Geburtstag, auch John Lennon. Am 9. Oktober wäre er 75 Jahre alt geworden.

    Ein Interview mit Ringo Starr bringt mal wieder die alte Mär vom Tode Pauls im Jahre 1966. All die schönen Lieder nach 1966 (von Paul) soll es also nicht gegeben haben. Bizarr. Ich glaube, Ringo wird langsam geltungssüchtig. Er will partout der letzte Beatle sein!
  18. Avatar von aerolith
    Die Rückgabe des SPD-Parteibuches wegen eines Konfliktes mit der SPD-Vorsitzenden in Ostfalen, Frau Budde, glaube ich als lokalpatriotische Tat deuten zu können. Er, der magdeburger Oberbürgermeister Trümper, hat jetzt den Rücken frei und kann Entscheidungen treffen, die ihm mit einem SPD-Parteibuch nicht möglich wären. Mandat bis 2022.
  19. Avatar von aerolith
    Zur kommenden MV fällt mir ein Aphorismus Schillers ein, ein Distichon:

    Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig;
    Sind sie in corpore, gleich wird Euch ein Dummkopf daraus.

    Quelle

    In diesem Sinne! Es leben die klugen Entscheidungen in corpore.
  20. Avatar von aerolith
    MV-Vorbereitung: Es wird vorgeschlagen, die Mitglieder bei geplanten Einstiegen von Investoren vorab befragen zu müssen.
    Das, was hier gut klingt, weil es das Mitspracherecht der Mitglieder stärkt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als geschäftshemmend, als Einschnitt in die Exekutivgewalt des Präsidiums. Andererseits ist das nur die konsequente Fortsetzung des vereinsschädigenden Abstimmungsverhaltens der meisten Vereinsmitglieder auf MVs, denn wenn sie schon nicht das Präsidium (die Exekutive des Vereins) selbst wählen wollen, dann wollen sie ihm auch noch Knüppel zwischen die Beine werfen und ein Gesetz ignorieren, was dieser Exekutive sowieso den befürchteten Ausverkauf unmöglich macht: die deutsche 50+1-Regelung, die bei jeder aus einem Verein ausgegliederten GmbH (AG) dem Verein die Stimmen- resp. Anteilsmehrheit sichert. Anders gesagt, man will, und das zeichnet sich ab, daß die meisten Mitgleider einem diesbezüglichen Antrag auf repressive Exekutivbeschneidung zustimmen werden, die Kräfte an der Entfaltung hemmen, die Freiheit brauchen und eben nicht erst bei Krethi und Plethi um Erlaubnis fragen sollten, ob sie jetzt die Dinge erledigen dürfen, die eben im Alltagsgeschäft des Profifußballs auf den Nägeln brennen.
    Ich erkenne hier die Schnurzelmentalität der Ostfalen wieder. Man muß ihnen die Dinge in verneinter Form vorlegen, wenn man etwas erreichen will. Legt man sie positiv vor, brüllen sie NEIN.

    Wollte Ihr ein Hundertwasserhaus? - Nein, zu häßlich.
    Wollt Ihr einen Dom? - Nein, zu teuer.
    Wollt Ihr ein Stadion? - Nein, Viertligisten brauchen so einen teuren Klopper nicht.
    Wollt Ihr eine Kirche für 30 Millionen, die 100 Millionen im Jahr einbringt? - Nein, die haben kein Nutzungskonzept.
    Wollt Ihr eine Neuorganisation der Verkehrsflüsse in der Innenstadt? (Tunnelbau) - Nein, zu teuer.
    Wollt Ihr Mitbestimmung in Eurem Lieblingsverein? - Nein, die da oben sollen mal machen.
    Wollt Ihr Eure Vorstände in Ruhe arbeiten lassen? - Nein, wir wollen jedesmal gefragt werden, bevor sie arbeiten.

    Schnurzel eben. Allerdings wird bei vielen Fragen nicht der Volksmund gefragt. Aber wenn er dann mal gefragt worden wäre, hätten wir in Magdeburg kein Hundertwasserhaus, keinen Dom, kein Stadion. Und da er gefragt wurde und wird, wird keine Ulrichskirche wiedererbaut und wird der FCM zu einem x-beliebigen Verein heruntergewirtschaftet werden, der zusehends daran arbeitet, seinen Ruhm herzuschenken für einen Startplatz im bundesdeutschen Profisystem.
    Der Ruhm rührt aus einem Selbstverständnis, nämlich aus dem Bewußtsein, kraft der systematischen Entwicklung eigener Stärke zu Höchstleistungen fähig zu sein. Das bewirkte in den 70er Jahren den Ruhm des FCM, von dem er heute noch zehrt. Pragmatische, politische und wirtschaftliche Schranken gab es auch zu DDR-Zeiten, sicherlich noch höhere als heute, aber in einem Punkt wurde hartnäckig gearbeitet: Was kümmern uns die anderen? Wir sind die Größten der Welt, denn wir können aus Scheiße Gold machen. Das war das Selbstverständnis. So trat die Mannschaft auf, so traten die Anhänger auf, so wurde der FCM in der DDR wahrgenommen. Alleinstellungsmerkmal: Europapokalsieger mit einer Bezirksmannschaft. Kniet nieder!
    Damit wird heute aufgeräumt. Der Verein und die Mentalität seiner Anhänger werden angepaßt, sollen auf der Grundlage einer Eingebundenheit in die Spielregeln des bundesdeutschen Profifußballs neuen Ruhm erringen, der sich aus sportlichen Leistungen speisen soll, aus dem fairen Auftreten seiner Fans (das bedeutet die Durchsetzung des Klatschpappenpublikums). Ich nenne das Handballisierung des Fußballs.
    Das ist nicht das schlechteste Konzept. Für Energie Cottbus! Für Union Bärlin! Für die TSV Groß-Gerau. Aber nicht für den FCM. Für den FCM ist das das Todesurteil. Dem wird jetzt im Angesicht sportlichen Aufschwungs keiner zustimmen. Aber es wird so kommen, wenn die Weichen so gestellt werden, wie das jetzt zu befürchten ist und zum Teil schon erfolgt ist.
    Als ich seinerzeit mit Freunden zur Zeit größter sportlicher und wirtschaftlicher Not ein Konzept für den FCM entwickelte, waren wir uns über drei Dinge sicher:

    1. Gleichgewicht der Kräfte bei größtmöglicher Freiheit der einzelnen Vereinsbereiche (Satzungsarbeit);
    2. Schaffung von Eigenkapital und Sicherung ständigen Kapitalzuflusses durch Arbeit (Wirtschaftsarbeit) und
    3. Entwicklung eines sportlichen Leitfadens zur Bewirkung auch sportlicher Alleinstellungsmerkmale (Sportarbeit).

    Das ist Theorie und läßt sich leicht formulieren. Schwierig ist die Umsetzung. Der schwierigste Bereich ist die Satzungsarbeit. Das will man nicht glauben, aber es ist so. Wenn man ein System geschaffen hat, dann finden sich auch die passenden Leute, die innert dieses System das Bestmögliche erreichen können. Auch der beste Manager/Trainer kann seine Kräfte nur so gut entwickeln, wie das System ist, in dem er arbeiten muß. Das beste satzungstechnische System ist eines, in dem jede Kraftentwicklung zum Wohle des Ganzen möglich ist, also ein System,

    • in dem der Präsident das Tagesgeschäft ohne Widerstand erledigen kann;
    • in dem der AR wenig zu tun hat, also selten als Korrektiv einschreiten muß und
    • in dem die Mitglieder die höchstmögliche Partizipation besitzen.

    Wenn eine dieser Stellschrauben falsch justiert worden ist (das läßt sich aus der Satzung ermitteln), kann der Verein nicht bestmöglich arbeiten. Die Analyse ergab, daß beim FCM zwei Stellschrauben falsch justiert worden sind:
    1. die Position des Präsidiums und
    2. die Partizipation der Mitglieder.

    Der AR liegt im Zentrum seiner Wirkungskraft, hat die Macht. Das hatte seinerzeit auch ASAP erkannt, weswegen sie einen Posten im AR forderten, nicht das Präsidium, was sie doch eigentlich als Investor hätten fordern müssen, denn das Präsidium ist die Exekutive des Vereins, also der Managerbereich, in dem die Geldflüsse organisiert werden, neues Kapital verwaltet, eingesetzt und vermehrt werden soll. Nein, sie wollten einen AR-Platz, denn der AR bestimmt bei uns das Präsidium, besitzt damit zuviel Macht. Das Präsidium kann nämlich deshalb nicht frei arbeiten, sondern muß sich immer erst die Zustimmung des AR einholen - nicht die der Mitglieder. Die Arbeit des Präsidiums soll weiter eingeschränkt werden, denn ein Satzungsänderungsvorschlag will die Mitgliederzustimmung an Pläne des Präsidiums knüpfen, konkret erst einmal im Falle von Beteiligungen im Männerbereich, aber dabei wird es nicht bleiben, weil mißgelaunte Mitglieder immer geltend machen könnten - sofern dieser Vorschlag angenommen werden würde -, daß die vom Präsidium initiierten Maßnahmen mit dem Männerbereich zu tun haben. Anders gesagt, das Präsidium hängt dann in seiner Arbeit am Gängelband von Mitgliedermehrheitsmeinungen, die, wir wissen es alle, wechseln.
    Der falsche Weg.
    Der richtige Weg ist der der freien Kraftentfaltung mit Mandatierung. Diese würde dadurch erreicht werden, daß die Mitgleider sich die Kontrolle über die strategische Ausrichtung ihres Vereins dadurch sichern, daß sie das Präsidium selbst bestimmen. Das würde WAHL bedeuten. Wahl bedeutet Wahlkampf und in einem Profiverein auch Hauptamtlichkeit. Im Wahlkampf würden die Kandidaten ihr Programm entwickeln müssen. Das würde bedeuten, daß sie auch in puncto Ausgliederung und Finanzierung (Sponsoring) ihre Pläne auf den Tisch legen müßten. Die Mitglieder wählen ihren Präsidenten und können den auf seinen Plan festlegen. Der AR kontrolliert, ob das Präsidium im Sinne der Satzung arbeitet und die bundesdeutsche Vereinsrechtlichkeit garantiert, daß kein Kontrollverlust des Vereins durch fremde Investoren erfolgen kann.
    Begleitet wird diese Tätigkeit durch Räte, einen zum Gremium gewordenen Wirtschaftsbeirat (in dem sich Investoren sammeln und die wirtschaftliche Ausrichtung des Vereins mitbestimmen) und einem Sportbeirat, der garantiert, daß Trainer hier nicht ihre Lieblinge mit Langzeitverträgen unterbringen, die uns dann auf der Tasche liegen, wenn der Trainerwechsel erfolgt.
    Das würde die bestmögliche Arbeitsweise des FCM ermöglichen.
    Doch wie wird es kommen? Statt alle Teile im Verein zu halten und den breiter aufzustellen (was Gemeinnützigkeit sichern würde), wird das wichtigste Teilchen ausgegliedert, zugleich wird dem Präsidium ein Gängelband angelegt und letztlich bleibt alle Macht beim AR.

    Soll keiner in zwei, drei Jahren sagen: Hätten wir uns mal eine bessere Satzung geschaffen!
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