Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Boykott ist nichts Progressives, sondern auf Schädigung orientiert. Wer soll hier durch den Boykott geschädigt werden? Die Saalefront? Ein Zeichen setzen! wird geantwortet. Welches Zeichen? Das einer Einheitsfront? Die gibt es nur in einem Punkt beim FCM, in der Unterstützung der blau-weißen Krieger. Das ist ein Kennzeichen großer Vereine, daß Vielfalt existiert, Menschen aller Glaubensbekenntnisse, Wertvorstellungen sozialer Schichten und ethnischer Herkunft sich unter einer Idee vereinigen, eben die eigenen Farben zum Sieg zu brüllen und dann gemeinsam zu feiern oder neue Ziele zu fixieren. Wenn einer gewaltsam (durch gegnerische Haufen) aus den Reihen dieser Gemeinschaft gerissen wird, dann soll damit ja eine Schwächung dieser Gemeinschaft verbunden sein. Die Antwort darauf darf nicht Rückzug und Boykott heißen, sondern Angriff, stimmungstechnischer und unterstützungslauter Angriff. Das gegnerische Stadion sollte von uns überschwemmt werden und unsere Mannschaft sich fühlen, als ob es keine Gegnerunterstützung gäbe. Freiwilliger Verzicht durch fehlende Unterstützung dient letztlich denen, die diese Schwächung herbeiführten, also hier der Saalefront, die sofort aufgelöst und verboten werden sollte, sofern es feststeht, daß sie verantwortlich für den Tod von Hannes zu machen ist.
  2. Avatar von aerolith
    Es wurmt mir (!) ungeheuerlich, daß ich so wenig Zeit fürs Wichtige des Lebens finde: das Lesen schöner Literatur. Weitgehend fruchtlose Arbeit hält mich davon ab. Ich spüre jeden Tag ein wenig mehr, wie ich abstumpfe und tumb einem Tagewerk nachgehe, das mich Zahl und Rendite bestimmen läßt. Ich trockne aus.
  3. Avatar von aerolith
    FCM vs. Wehen Wiesbaden 0:0
    19. März 2017
    15300 Zuschauer, 6° C, Regen

    Das erwartet schwere Spiel gegen den sich zuletzt steigernden Abstiegskandidaten aus Hessen endete torlos. Das Gute am Anfang: in nicht allzufern zurückliegenden Zeiten hätten wir so ein Spiel 0:1 verloren. Wir müssen uns also verbessert haben. Bloß wo? Stehen wir hinten besser als vor Jahresfrist? Nö. Was ich heute an Fehlpässen aus dem IV-Bereich sah, was an raschem Spielaufbau fehlte und fehlendem Vorwärtsgang, der mal die Hessen zum Rausrücken hätte zwingen können, das gab es auch schon im Vorjahr. Aber die Null stand. Wir ließen auch nichts zu. Und das ist ja nun mal die Hauptaufgabe des Verteidigungsverbundes. Allerdings habe ich bei unserem Spiel zunehmend den Eindruck, daß das die Hauptsache für alle sein soll, daß also Angriffe nur deshalb initiiert werden, um hinten keinen reinzubekommen, so nach dem Motto: Wer angreift, kann hinten keinen reinbekommen. Der Angriff ist also Teil des Verteidigungskonzeptes und keineswegs dazu da, ein Tor zu erzielen. Ein erzieltes Tor ist Akzidenz, nicht aber Substanz unserer Angriffsbemühungen. Kernziel ist die Null. (erinnert mich irgendwie an die CDU-Politik: der geht es auch nicht um gesellschaftlichen Fortschritt, sondern um die schwarze Null) Entsprechend halbherzig werden die Angriffe dann auch vorgetragen, mit ner Bremse im Hintern. Immer zuerst den Blick nach hinten, ob abgesichert sei, ob man es vielleicht eventuell wagen könne, mal einen Gegenspieler auszuspielen, wenn dagegen nur die Ahnung eines Ballverlustes besteht, sofort, aber sofort zurückpassen. Beamtenfußball. Und dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, wird sich in den Mann hineingedreht, fallengelassen oder zuweilen auch in den Gegner hineingeworfen. Ich weiß nicht, ob mir das gefallen soll. Ich glaube, nicht. Ich verstehe unter Fußball was anderes.
    Im Mittelfeld kreist der Ball nach wie vor nicht. Wir benutzen zwei Methoden: entweder fummeln sich auf den Außenpositionen zwei (fast immer sind es zwei) Spieler durch, bleiben aber zu oft stecken, oder aus dem IV-Bereich wird ein in der Luft stehender Ball auf einen Außenspieler geschlagen, der diesen selten genug erreicht, meist nur dann, wenn er diagonal geschlagen wird, also so, daß der gegnerische Verteidiger die Flugbahn ziemlich präzise einschätzen kann und meist dann vor dem "Angreifer" zum Ball kömmt. Ich habe in dieser Saison, glaube ich, drei Mal Dreieckspiel mit abschließendem Flachpaß innen Fuß eines Angreifers erlebt. Wir können es also, benutzen dieses Mittel aber nicht. Ich habe auch heute wieder vergeblich auf einen finalen Paß von der Grundlinie gewartet. Da kam nichts durch. Und dann hängt unser MS beinahe in jedem Spiel in der Luft, weil auch aus dem OM-Bereich viel zu wenig Brauchbares kömmt. Ist ja nicht so schlimm, daß wir keinen OM-Bereich haben; da gibt es doch Alternativen. Keine Alternative ist es, wenn von hinten auf Beck hoch gespielt wird, denn auf WEN soll er denn ablegen? Sowislo und Löh sind defensiv orientiert und wagen sich nur selten nach vorn. Die Außenspieler sind mit ihrem Ringelpietz beschäftigt und Ernst spielt erfolglos in Würzburg. Fuchs ist in Rente und Pulido/Düker sitzt auf der Bank. Auf wen also soll Beck ablegen? Auf gedoppelte Außenspieler, die zudem meist hinter dem Mann von ihm aus stehen? Oder auf den nicht vorhandenen zweiten Stürmer? Wohin nur? Ergo: gedachte Annahme, Beck gewinnt das Kopfballduell... der Ball ist dann jedenfalls weg - so oder so. Intelligentes Spielen geht anders. Ich kann nur schwer hoffen, daß dieses Gegurke bald der Vergangenheit angehört.
    Als der Schiedsrichter dann aus einer Gewohnheit heraus für uns kurz vor Ende auf den Punkt zeigte, konnte ich nur hoffen, daß Weil versemmelt. Denn wenn er getroffen hätte, wäre nicht nur die Schwalbe belohnt worden, sondern unsere (heutige) Art zu spielen ja auch noch. So dachten wohl auch die meisten der ostfälischen Zuseher, denn die Enttäuschung über den verschossenen Elfer hielt sich sehr in Grenzen; ich konnte im weiten Rund beinahe Erleichterung spüren, denn so bleibt die Mannschaft in der Pflicht, ihr Spiel zu verbessern. Und das ist entscheidend.

    Zur Einzelkritik:
    Zingerle ohne Fehler. Mußte keine Parade zeigen. Brachte die ruhenden Bälle regelmäßig zum Gegner. (3,5)
    Hammann mit sehr guter Defensivleistung und unzureichendem Paßspiel nach vorn. (3,5) Weil heute unsicher. Mehrere Situationen, die er hätte souveräner lösen müssen. Wenig Zug nach vorn. Elfer müssen sitzen. (4,5) Handke solide. (3) Butzen mit verbessertem Zusammenspiel mit Tarek. Vergab unsere beste Chance aus dem Spiel. keine Flanke zum MS. (3,5) Schwede mit Firlefantenspiel. Wenig Zug, viel Kleinklein, keine Chance. (4,5)
    Kath mit Indenmanndrehern und einer Form von Schaulaufen, die mir nicht gefällt. Vorn ist das Licht! (5) Tarek heute nicht so nicklig wie sonst. Auch sein Zusammenspiel ist besser geworden. Wenn er jetzt noch flanken könnte... (3) Sowislo wieder mit tadelloser Leistung im DM-Bereich, aber unübersehbaren Schwächen bei der Verteilung der Bälle im Offensivbereich. (3,5) Löh manierlich. Bekam eine Gelbe, die er nicht verdient hatte. Es fehlt ihm an Dynamik im Vorwärtsgang, dafür immer zuerst nach hinten orientiert. Ja ja, die Null muß stehen. (3,5)
    Beck ohne Torchance und einigen haspligen Bällen. Braucht einen Partner. (5)
  4. Avatar von aerolith
    Ham se inner Raiffeisenstraße mir nichts dir nichts die Bäume weggehauen und einfach über den Zaun aufs Friedhofsgelände geschmissen. Banausen. Totenruhe kenn die nich. Die Straßenbahn, die Straßenbahn, die dort keiner braucht.
    Wer so was macht, der schubst auch alte Damen vor dieselbe.
  5. Avatar von aerolith
    FCM vs. Münster 1:0, 10.3.2017
    17800 Zuschauer, 4° C
    Tor: Weil

    Das Spiel der Ost- gegen die Westfalen endete mit einem verdienten Sieg der Ostfalen. Die Westfalen waren zu lange darauf orientiert, die Null zu halten und begannen erst nach dem Rückstand, offensiver zu agieren. Doch die Festung der Festungsstädter stand, so daß sogenannte Hundertprozentige nicht einmal konzediert werden mußten. Das lag an unserer stabil aufgestellten Verteidigung, in der Weil, Handke und Hammann nichts zuließen und es den westfälischen Außenspielern auch nicht gelang, entscheidend hinter den Mann zu kommen. Einzig in Einszueins-Situationen konnte sich der pummlig wirkende 11er das eine oder andere Mal behaupten, kam aber nur in abschlußfernen Gegenden des Spielfelds dazu.
    Das Spiel allerdings wirkte über weite Strecken ermüdend. Härtel hatte aus dem vorigen Spiel eher wenig gelernt und ließ wieder langatmig angreifen, allerdings diesmal mit halblangen Pässen unseres solide spielenden Lothringers Charles Laprevotte, den ich kurzerhand Karl nennen werde, und eher weniger Kleinklein. Da sich weder Kath links noch Tarek rechts in Szene setzen konnten und die direkten Zweikämpfe unserer Offensive nicht ausfochten, blieb es wieder mal bei einfach zu verteidigenden Halbfeldflanken auf unseren zugedeckten Mittelstürmer. Da bedarf es schon einigen Glücks für einen Treffer. Da aber Münster viel zu wenig fürs eigene Offensivspiel tat, läßt sich das Spiel auch so interpretieren, daß es nur eine Frage der Zeit sein mußte, bis wir irgendwann einmal frei zum Schuß oder eine gefährliche Situation würden erzeugen müssen. Wir spielten nicht stur auf das eine Tor, aber einfallsreich geht anders. Das Glück/die Wahrscheinlichkeit war mit uns. Ein Quergeher nach einem erstmals halbwegs geradlinig vorgetragenen Angriff lag auf Tareks Fuß. Der gegnerische Verteidiger war in seinem Strafraum dumm genug, den vom Tor wegdriftenden Ball dem diesen hintereilenden Angreifer von hinten aus vom Fuß spitzeln zu wollen. Das geht in 99 von 100 Fällen schief. Pfiff, Elfer, versenkt. Bravo! Jetzt, ab MInute 67, wurde es endlich ein Fußballspiel. Mainz griff nun an. Wir versuchten zu kontern, konnten das aber nicht, weil es an einer Grundaufstellung zum Konterspiel fehlt. Da Münster aber das Angriffsspiel ebenfalls nicht erfunden hat, kamen sie zu keinen nennenswerten Chancen. Sieg! Platz 2.

    Zur Trainerproblematik:
    Das Spiel erhellte in erschreckender Weise, wie wenig unser Trainer zu lernen bereit ist. Er ließ das gleiche Spiel gegen Münster spielen, das letzte Woche gegen Mainz schiefgegangen war, nahm allerdings zwei Personalveränderungen vor. Kath und Karl rückten für Löh und Schwede in die Anfangsformation. Beide spielten gut. Dennoch kann ich die weitverbreitete Lobhudelei für Härtel nicht mittragen. Schaut man sich den Stamm der Mannschaft an, so hat sich da seit Härtels Engagement bei uns kaum etwas getan. Die Achse unseres Spiels bilden nach wie vor Spieler, die Petersen verpflichtete. Die Heranführung neuer Leistungsträger an den Stamm der Mannschaft erfolgt schleppend. Hinsichtlich der taktischen Variabilität hat die Mannschaft eher eingebüßt. Taktische Wechsel, die ich vor ein, zwei Jahren noch zuweilen erkennen konnte, werden nun nur durch veränderte Spielstände vom Gegner aufgezwungen, nicht aber selber initiiert. Das ist ein großes Manko, das schleunigst beseitigt werden sollte. Es gelingt zudem nicht mehr, unseren MS entscheidend in Szene zu setzen, statt dessen erfolgte eine spielerische Anpassung an die Spielweise der meisten Mannschaften der Liga. Das kann nicht unser Weg sein. Auch gelang es Härtel nicht, Spieler aus unseren Jugendmannschaften an die erste Elf heranzuführen. Statt dessen wurden etliche Spieler verpflichtet, die nicht einschlugen, eh nur auf der Durchreise waren oder bestenfalls Ligamittelmaß abbilden. Eines aber spricht für Härtel. Der Tabellenplatz. Vergessen wir jedoch nicht, daß alles sehr eng beieinandersteht und wir ebenso auf Platz 14 stehen könnten und noch landen können.
    Kurzum: wenn ich alles abwäge, komme ich zu dem Schluß, daß Kallnik besser daran täte, einen Trainer zu verpflichten, dessen taktische Variabilität bekannt ist, einen Taktikfuchs. Mit Härtel steht die Entwicklung weitgehend.

    Zur Einzelkritik:
    Zingerle hielt die Null. Was Spärliches aufs Tor kam, hielt er sicher fest. Trödelte nicht, hastete aber auch nicht. (3)
    Hammann mit guter Leistung. Solides und nicht übertriebenes Landpaßspiel, sichere Defensivleistung mit gutem Stellungsspiel. (2) Weil stark. Sogar mit Vorwärtsdrang! (1,5) Handke solide und eher unterdurchschnittlich gefordert. Wenn er am Flügel auftaucht, wirkt er immer wie ein Bärchen im Porzellanladen. Ich mag das. (2,5) Butzen ohne Verve. Zu oft mit technischen Problemen im Angriffsspiel, fehlender Abstimmung mit Tarek und Ungenauigkeiten. Hinten aber solide. (3,5) Niemeyer hielt diesmal durch, spielte aber weniger auffällig. Etliche technische Fehler im Zusammenspiel, auch einige Stellungsfehler. (4)
    Sowislo mit etlichen technischen Fehlern, aber starker Defensivleistung. Wirkte heute einige Male zu langsam. (3,5) Karl mit solidem Spiel. Ist kein Lenker, eher der Typus passiver Aufbauspieler, wenn es so etwas überhaupt gibt. Legt den Ball eher nach hinten oder zur Seite und wirkt staksig, aber auch schwer ausspielbar. (3) Tarek mit den üblichen Nickeleien, für die er eine Gelbe verdient gehabt hätte. Fehlende Geradlinigkeit, dafür aber auch großer Einsatz. Kann nicht mit anderen zusammenspielen, weil es ihm an Raumverständnis und Technik fehlt, geht aber immer drauf, wenn er draufgehen kann und ist dadurch im OM-Bereich ein ständiger Unruheherd für die Gegner. Ich bin mir bei seiner Beurteilung eher unschlüssig, denn einerseits mag ich Spielertypen, die nie aufgeben und immer draufgehen, aber wenn ich sehe, wie Tarek flankt oder mit anderen zusammenspielt, geht mir die Hutschnur hoch. Holte aber auch den Elfer raus. (3) Kath mit viel Aufwand und wenig Zählbarem. Brachte keine Flanke von der Grundlinie in den Strafraum, geschweige denn auf den Nüschel Becks. (4,5)
    Beck hing wieder mal in der Luft, hatte aber auch einige gute Szenen, in denen er auf den Flügeln angriff, was aber nicht seine Aufgabe sein sollte, denn wer soll dann seine Flanke verwerten? (4)
  6. Avatar von aerolith
    Das zu befürchtende Ergebnis in einem zu erwartenden Spiel trat ein. Unser ausrechenbarer Trainer brachte die Elf aus Duisburg und ließ auch so spielen. Einzig Niemeyer rückte für den erkrankten Kath in die Startelf. So bildeten Tarek und Butzen rechts ein Angriffsduo, links spielten besagter Niemeyer und Schwede Ringelpietz. Wie schon in Duisburg kam KEINE Flanke von der Grundlinie zum eigenen Mann im gegnerischen Strafraum. Statt dessen Halbfeldflanken. Leicht zu verteidigen. Die in der Luft stehenden Flankenwechsel aus unserer IV-Reihe sahen zwar schön aus, blieben aber fruchtlos, weil der Ball schlichtweg zu lang in der Luft war und so die schnellfüßigen Verteidiger in die Gefahrenzone eilen konnten. Da auch aus dem zentralen MF präzise Zuspiele in den Lauf unterblieben, kam so etwas wie Handballstimmung auf. Immer schön ringsum um den gegnerischen Strafraum, wo kernige IV-Verteidiger standen und alles weghauten, was da (aus dem Halbfeld) reinkam. Die eher schwächlichen mainzer Außenverteidiger spielten die Igel, wurden aber kaum gefordert, jedenfalls auf unserer rechten Seite nicht, da Tarek und Butzen schlichtweg nicht zusammenpassen und Verständigungsprobleme zu besitzen scheinen. Alles okay, wenn dann aber kein taktischer Wechsel erfolgt, denn das muß ein Trainer doch erkennen, daß sich da etwas ändern muß und man nicht stur einfach weiterspielt, dann wird so ein Spiel eben verloren. Da muß kein Cwielong eingewechselt werden, der NICHT auf den Ball treten kann, sondern eher ein dynamischer Spieler zu sein scheint, der Unruhe verbreitet und in Spielsituationen, in denen es läuft, sicherlich eine gute Wahl ist, nicht aber in einem Spiel, in dem es nicht läuft. Da muß man sich zurückziehen, wie man seit wenigstens zwanzig Jahren weiß, und den Gegner ein bißchen kommen lassen - dann gegenstoßen. Auch bei Rückstand, denn damit rechnen die jungen Burschen nicht! Statt dessen? Mainz war dem dritten Tor näher als wir dem Ausgleich.

    Noch ma: man muß die Burschen kommen lassen, ihnen aber auf den Füßen stehen und den Zahn ziehen, sie also nur scheinbar ins Spiel kommen lassen. Man darf sich nicht auskontern lassen, sondern muß über schnelle Außen kommen und flanken. Man muß taktische Wechsel im Spiel vornehmen, denn meist sind II. Mannschaften inhomogen und haben mit ebenjenen Wechseln Schwierigkeiten.
    Und was taten wir? Wir spielten Handball, brachten keine Flanken in den Strafraum und änderten unsere Spielweise auch nach dem erneuten Rückstand nicht.

    Wenn das ein Bewerbungsvideo für Härtels Verlängerungsansinnen sein sollte, dann bitte nicht verlängern. Der mainzer Trainer dagegen hatte seine Hausaufgaben gemacht und darf sich verdient über drei Punkte freuen. Bin pappesatt. Ich erwarte entsprechende Lehren aus diesem Spiel.

    Zur Einzelkritik:
    Zingerle ein Unruheherd. Stand oft zu weit vor seinem Kasten und eilte zudem überflüssigerweise hinaus, womit er den technisch starken Gästen die Aufforderung zu Weitschüssen mitteilte. Einer schlug dann auch ein. (5)
    Weil mit sehr ansehnlichem Halbfeldpaßspiel. Ich sehe seine Verpflichtung dennoch kritisch, weil er am Mann zwar stark ist und auch manierlich passen kann, aber schlichtweg keine Pace besitzt, sondern von hinten schon die Struktur zum Umdenstrafraumgespiele gibt. Spielt eher nach Außen statt präzise in den Fuß des stürmenden Mitspielers. Damit nimmt er strukturell Fahrt aus unserem Spiel. (4) Hammann dito, aber deshalb etwas besser zu bewerten, weil er viele Pässe zu den Außen brachte, die dann aber viel zu wenig daraus machten. (3,5) Handke konnte sich in diesem Spiel nicht einbringen. Vielleicht wäre es besser für ihn gelaufen, wenn Hammann Libero gespielt hätte und er einen von zween IVs? (4)
    Tarek keineswegs grottenschlecht, aber: brachte keine Flanke zum eigenen Mann, verhaspelte sich, brachte keine Koordination in das Zusammenspiel mit egal wem und verlor etliche Bälle. Kämpfte aber gut und brachte manchen verlorenen Ball wieder zurück. War für das heutige Spiel der erwartbar falsche Mann. (4,5) Butzen spielte mit angezogener Handbremse. Ich hatte das Gefühl, daß er nicht wußte, wann er wo hinzulaufen hatte. Dabei hätte er heute mit seinen angeschnippelten Pässen sicherlich gute Vorlagen geben können... (4,5) Schwede mit einigen guten Aktionen, aber wenig Zwingendem. Muß wie sein Pendant rechts an seiner Flankengenauigkeit arbeiten. (3,5) Niemeyer mit gutem Beginn. Nach 60 Minuten platt. (3) Löh mit mäßiger Leistung. Spielte mir zu oft den sicheren Paß statt dem MF-Spiel Geschwindigkeit zu geben. Passable Defensivleistung. (3,5) Sowislo heute zu oft überfordert. (5)
    Beck wich aus lauter Verzweiflung auf den linken Flügel aus. Wenig Erfolgreiches heute. (5)
  7. Avatar von aerolith
    Wenn ich zwei Pullen Bockbier getrunken habe und danach desolation row von Robert Zimmermann höre, kann ich das Werk völlig verstehen. Im nüchternen Zustand ist es nur angenehm, das Werkchen.

    Merkwürdig.
  8. Avatar von aerolith
    80,7% der gültig abgegebenen Stimmen votierten für die "Ausgliederung" der SSG. Das bedeutet nichts anderes als ein Ermächtigungsgesetz für den AR und die Aushebelung der Kontrolle desselben durch die MItglieder. Im Unterschied zu dem Ermächtigungsgesetz aus Zeiten der Weimarer Republik ist die Ermächtigung zeitlich nicht begrenzt, geht also noch weiter als das Altbekannte. Allerdings besitzen die Mitglieder nach wie vor das Recht, durch einen erneuten und anderslautenden Mitgliederbeschluß von wengstens 75% der abgegebenen Stimmen diese schreckliche Entscheidung wieder rückgängig zu machen oder gar durch die einzig sinnvolle zu ersetzen, die nämlich endlich die Exekutive des Vereins der Mitgliederbestimmung überläßt, wobei diese Exekutive dann das Recht besitzen sollte, Teile des Vereins wirtschaftlich so auszurichten, daß kurz-, mittel- und langfristig keine steuerlichen oder anders generierten Finanzprobleme auftauchen können.

    Die gestrige Entscheidung wurde ohne großen Kampf eingeleitet. Die Opposition verzichtete auf ein Gewort, um unschlüssige Mitglieder von ihrer Position zu überzeugen, die ich für demokratischer und anstrengender, aber auch arbeitsintensiver halte, doch da soll es ja Menschen geben, die Arbeit nicht scheuen. Also, sie verzichtete. Warum? Um die Einheitsfront nicht zu gefährden? Hm. Um keinen Streit anzufangen? Um nicht auf verlorenem Posten zu erscheinen? Weil sich keiner fand, der die Traute besaß, sich gegen eine offensichtlich feindlich eingestellte Saalmehrheit zu artikulieren? Weiß nicht, aber enttäuschend war das schon. Darum will ich einige Worte hier verlieren, die gesagt hätten werden können, sogenannte Trepverter.

    Der Präsident versicherte hier, wie sehr der Verein die Ausgliederung brauchen würde. Er benutzte das Wort "alternativlos" zwar nicht, aber nichts anderes versuchte er hier zu vermitteln. Im Raum steht weiters sein Rücktritt, falls wir dem Satzungsänderungsvorschlag nicht zustimmen. Im Raum steht weiters der Rücktritt des ARs und der von Kallnik, steht die ausbleibende Vertragsverlängerung von unserem Erfolgstrainer, stehen wohl auch etliche Spieler, die im Falle einer Reprofessionalisierung unseres Vereins hier nicht weiter spielen würden.
    Im Ernst? Merkt ihr es noch, wie ihr hier manipuliert werdet? Glaubt hier jemand im Ernst, daß dieses Schreckensszenarium Wirklichkeit werden würde, wenn wir hier heute der Kapitalisierung unseres Vereins die Rote Karte zeigen würden? Ja, aber... Welches Aber? Wir sind doch nicht die Rückschrittlichen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen und hier Verhältnisse wie zu Zeiten der Regionalliga haben wollen. Wir wollen nicht nach Meuselwitz fahren, sondern nach München, Hamburg und Köln. Glaubt hier jemand, daß die Weichen dafür durch einen Beschluß gefaßt werden, der die Mitglieder entmachtet und den AR endgültig zum Alleinherrscher des Vereins macht, der dann jedweden Geldscheinwinker unter Maßgabe des Totschlagarguments in den Verein läßt, der da lautet: "Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir..." Schafscheiß, Genossen! Entscheidend ist nicht der Investor, sind nicht Gelder von sonstwo, sondern die harte sportliche Arbeit auf dem Platz und der Zusammenhalt auf den Rängen. Dann hauen wir jeden weg. Und Geld? Das kommt automatisch mit dem sportlichen Erfolg, dafür muß man keinen Investor ins Boot holen, jedenfalls keinen, der erst einmal Forderungen nach einem AR-Platz stellt, der ihm jetzt OHNE Mitgliederbefragung gegeben werden darf, denn was anderes bedeutet es, wenn ZWEI zusätzliche Posten im AR OHNE Mitgliederbefragung erteilt werden dürfen? Von wem erteilt? Vom AR selber oder dem von ihm abhängigen Präsidium. Und weil wir Mitglieder dann nur noch einige AR-Mitglieder bestimmen dürfen, jedenfalls nicht alle auf einmal, werden kurz vor der Wahl zwei Rücktritte erfolgen, wir wählen dann zwei neue AR-Plätze, die dann durch zwei vom AR selber ergänzt werden. Und schon haben wir unsere Macht ausgespielt. Wollt ihr das? Ja, die meisten nicken. Sie haben Vertrauen in die Tätigkeit der Segensträger. Ja, die meisten wollen Profifußball in Ostfalen sehen, koste es, was es wolle. Und wenn das so ist, dann ist der FCM bald nur noch ein Verein wie jeder beliebige andere auch. Gute Nacht!
    Oder aber, ihr stimmt gegen die "Ausgliederung" und für eine Rückgliederung der SSG in den Verein, der dort vom hauptamtlichen Präsidium geführt wird. Die können Überschüsse vor Steuer in Unternehmen ausgliedern, die gewinnträchtig arbeiten. Da können wir sie kontrollieren, da brauchen wir keine windigen Geschäftemacher, da können wir uns weiter systematisch entwickeln, unser Marketing verbessern, unseren Ruf erhöhen, v.a. unser Spiel verbessern: Schritt für Schritt. Das muß die Zukunft des FCM sein. Die Kapitalisierung des FCM lehnen wir ab.
  9. Avatar von aerolith
    Das Spiel gegen einen Konkurrenten um die Aufstiegsplätze endete mit einem klaren 3:0 für die Elbestädter. Osnabrück war im Spiel ohne Zug zum Tor, kam auch in den spielentscheidenden Zonen zu oft den halben Schritt zu spät und konnte zwar im Kleinklein in den eher zu vernachlässigenden Spielzonen punkten, doch das ist brotlose Kunst und eher kontraproduktiv, wenn der Überspielte die Igelmentalität besitzt, also schlichtweg immer wieder dasteht und irgendwann hat er ihn dann, den Ball, und einen Plan, nämlich ratzfatz nach vorne stürmen, ohne Firlefanz, dann reinflanken und da steht dann schon einer, hält die Omme hin - Tor auf Tor. Zwei Tore nach Flanken, das dritte mit dem Kopf nach Flanke prima vorgelegt. Bravo! So will ich das sehen. Und mehr will ich heute gar nicht darüber schreiben, denn während des Spiels dachte ich an etliches andere, u.a. auch über die "Ausgliederung" nach, die im Grund ja keine ist, aber dennoch die Tür weit aufstoßen würde für die Rationalisierung des Fußballs in Ostfalen, für die Angleichung hiesiger Verhältnisse an die des Westens, für die Kapitalisierung des hiesigen Fußballs, die Öffnung für die Brosamen der reichen Vereine/Kapitalgesellschaften aus aller Welt. Gar mancher in MD möchte das. Es ist ihm egal, wie der Verein aufgestellt ist, Hauptsache, er kann Profifußball schauen. Die Besonderheiten des deutschen Vereinsrechts, gottlob, allerdings lassen Satzungsänderungen nur zu, wenn eine große und breite Mehrheit der betroffenen Vereinsmitglieder diesen zustimmen. So kann es also gerade in Fußballvereinen immer wieder dazu kommen, daß die treue und lautstarke Gemeinschaft der hardcore-Fans, relativ klein an Zahl, doch eben treu und immer da, eine gegenüber der eigentlichen Quantität überproportional anteilige Machtstellung besitzt. Stimme ist eben nicht gleich Stimme. Etliche Mitgliedschaften bestehen nur auf dem Papier, greifen also nicht ins Vereinsleben ein. Das könnte sich am Sonntag für die Vereinsoberen rächen, die jetzt eine Mobilisierungskampagne auf den Weg gebracht haben und den eher kaum an Partizipation interessierten Mitgliedern Kontrolle in einem Lebensfeld konzedieren, wo dies kaum zu erwarten ist, denn wie sollte diese Kontrolle der "ausgegliederten" GmbH durch die Mitglieder praktisch umgesetzt werden? Böse Zungen bezeichnen dieses Kolportieren demokratischen Verständnisses als pure Heuchelei. So weit würde ich nicht gehen, aber es müffelt schon ein wenig nach prädisponierten Schuldzuweisungen.

    Ich möchte jetzt die einzelnen Aspekte nicht durchgehen und jeweils bewerten. Entscheidend ist für mich immer nur eines, Gesellschaftsform hin oder her, die Partizipation des Einzelmitglieds einer Gemeinschaft an den Entscheidungsprozessen. Der FCM krankt an einem strukturellen Grundübel, das sich jetzt auch wieder zeigt, an der fehlenden Beteiligung seiner Mitglieder an der Bestimmung seiner Exekutive. Eben deshalb haben wir jetzt auch diesen Salat. Wenn die Exekutive von den Mitgliedern bestimmt werden dürfte, man dieser aber zugleich das Recht auf Ausgliederung jedes beliebigen Teils des Vereins konzedierte, würde das Präsidium (nichts anderes ist die Exekutive) viel freier handeln können, zugleich aber würde sie immer im Interesse der Mitgliedermehrheit entscheiden müssen. Die itzige Struktur mit einem allmächtigen AR, an dessen langen Arm die Exekutive baumelt, würde auch durch die Bildung einer mit AR versehenen SSG nicht verbessert werden, jedenfalls nicht für die MItglieder. Sie dürfen nämlich weiterhin nur indirekt über die Besetzung des AR eingreifen, allerdings darf der AR unabhängig von den MItgliedern zwei Sitze vergeben - wow, das nennt man dann ein oligarchisches Element in Reinkultur! Anders gesagt: Wenn die Mitglieder tatsächlich zwei oder drei Leute in den AR entsenden sollten, die den anderen AR-Mitgliedern nicht passen, so können die die Mehrheitsverhältnisse zu ihren Gunsten mirnichts, dirnichts durch Selbstberufung wieder regulieren, denn in keinem Jahr werden alle AR-Posten auf einmal vergeben. Wahnsinn! "Die Mitglieder bestimmen, wer den eingetragenen Verein und die SSG überwacht [die AR-Posten]. Mehr Mitbestimmung geht nun wirklich nicht." (Oesterhoff, AR-Mitglied) Der AR aber kann immer, er ist die Judikative des Vereins, dies oder jenes einbringen, erst mal einen Ausschuß bilden, er kann immer auf Zeit spielen, um einen Sachverhalt zu prüfen. Das kann dauern und erfüllt nicht die Bedürfnisse eines auf schnelle Entscheidungen drängenden Fußballfreundes.
    Der AR ist wichtig, denn eben wegen dieses Verschleppmodus wirkt er wie ein Korrektiv. Wenn aber das Korrektiv zugleich das ausführende Organ kontrolliert und dieses wiederum keine Rechenschaft gegenüber dem Mitglied besitzt, haben wir eine oligarchische Struktur, an der die "Ausgliederung" nichts ändert, ja diese sogar noch zementiert. Der AR ist also das Konstitutiv des Vereins, nicht die Mitglieder, die es doch sein sollten.
    Da zudem Leistung immer in Abhängigkeit von den handelnden Personen gemessen werden muß, spielt es auch keine Rolle, ob die SSG nun innert oder außert des Vereins wudelt. Keine erhebliche, denn jede Geselllschaftsform hat ihre Vor- und Nachteile.

    Ich blicke gespannt auf die morgige Abstimmung und tippe ein JA zur "Ausgliederung" mit über 80% der Stimmen.
  10. Avatar von aerolith
    Das erste Mal trafen in Liga III die Trabantstädter aus Westsachsen gegen die Mannen aus der Ostfalenmetropole an. Im Vorfeld hatte unser Trainer wieder mal unlauteres Spiel von seiner Mannschaft verlangt. Im Vorjahr sprach er von "kratzen, beißen...", dieses Mal verlangte er eine Schindermentalität, was im Fußball bedeutet, Gegner und Schiedsrichter bewußt zu täuschen, zum eigenen Vorteil versteht sich. So was kann man vielleicht im Sachsenland von seiner Mannschaft verlangen, nicht aber bei uns in Ostfalen. Wir sind störrisch, gerechtigkeitsliebend, ja, -heischend, und wir mögen es überhaupt nicht, wenn sich jemand einen Vorteil durch unmoralische Mittel erschleichen will. Da pfeifen wir auch die eigenen Leute aus, wenn sie in den Verdacht geraten, so zu handeln. Jedenfalls etliche von uns. Es sollte mich nicht wundern, wenn diese Äußerungen Härtel irgendwann auf die Füße fallen. Offen, gerade, direkt, Frontalästhetik: so lieben wir das, das erwarten wir vom Auftreten und Spiel unserer Mannschaft und vor allem von unseren Verantwortlichen.
    Auch bei der Aufstellung der Mannschaft bewies der Trainer heute keine Souveränität, brachte im IV-Bereich den neuen Mann aus Würzburg, der gleich mal Koordinationsprobleme in den IV-Bereich brachte, ließ vorn gleich drei Fummler auflaufen, dafür aber einen Koordinatoren draußen. Das Ergebnis war Einzelkampf, zu häufig unpräzise Zuspiele und eine sich dadurch verstärkende Unsicherheit in allen Mannschaftsteilen im Laufe der ersten Halbzeit.
    Bedingt durch einen glücklichen Elfmeter zum Ende der ersten Halbzeit sah sich der Trainer offenbar bestätigt und ließ die Mannschaft unverändert weitermurkeln. Glücklicherweise stand mit Zwickau ein Gegner auf dem Platz, der sich in der Liga erst einmal einfinden muß. So spielten also Not gegen Elend. Die Fehleinschätzung der Spielsituation setzte sich auf unserer Seite fort, als Härtel für den indisponierten Fummler Farona den Nickler Tarek einwechselte, der in die Spielsituation nun gar nicht paßte. Die brotlose Kunst setzte sich also fort: Einzelgänge, Hochundweitbälle auf zugedeckte Spitzen, fehlendes Kreisen vor dem gegnerischen, statt dessen vor dem eigenen Strafraum und dann passiert eben das Wahrscheinliche: aus wenigen Chancen werden selten viele Tore. Da muß man schon mal ein System entwickeln, das mindestens sechs Chancen pro Halbzeit erzeugt, damit wenigstens zwei Tore fallen, wenn man schon 0:1 in Rückstand gerät. Mitnichten. Statt also MF-Spiel mit wechselnden Flügelläufen zu initiieren ein Gähnspiel ohne taktische oder strategische Wechsel. Es war nicht so, daß wir noch Stunden hätten spielen können, um ein Tor zu erzielen, aber vier Chancen je Halbzeit sind eben zu wenig für zwei Tore. Es fehlte also eine Halbzeit fürs zweite Tor.

    Zur Einzelkritik:
    Zingerle ein Unsicherheitsfaktor. Ohne schnelle Gegenspielmöglichkeit, denn wir stehen eben nie auf Konter. (5)
    Butzen ohne wirkliches Offensivspiel, weil die Struktur unseres Spiels die heute auch nicht zuließ. Ließ nach hinten wenig zu. (3,5) Weil mit Koordinierungsschwierigkeit, schlampigen (halbhohen) Zuspielen und wenig Impulskraft nach vorn. Kann seine Verpflichtung nicht verstehen, denn eine Qualitätssteigerung gegenüber zuhandenen IV-Spielern ist für mich nicht erkennbar. (4) Handke ohne echte Herausforderung, ohne Impuls nach vorn, ohne Präzision. (4,5)
    Kath mit Flugeinlagen. Ohne Präzision im Zusammenspiel, zu oft mit halbherzigem Flügelspiel. (5) Sowislo ohne Steigerung im Spiel und fehlendem strategischem Timbre. Verlor, was er gewann, spielte ungenau und kam zu langsam zum Ball. Das war heute ein Spiel, in dem er seine Klasse hätte zeigen müssen. (5) Löh mit solider Arbeit. (3) Schwede hätte heute kreative Momente setzen müssen. Brachte den einen oder anderen guten Ball, doch zwingendes Spiel sieht anders aus. Wirkte nicht frisch, weder mental noch körperlich. (4)
    Pulido ohne jedes Spielverständnis. Sobald er am Ball war, war der auch weg oder wurde kurz darauf wieder rückwärts gesichert. Merkwürdige Auffassung von Angriffsspiel. (5,5) Beck hing weitgehend in der Luft. Wie letzte Woche. Erarbeitete sich eine Chance, die er auch beinahe hätte nutzen können. (4)
  11. Avatar von aerolith
    Merkwürdige Dinge tun sich da in den letzten Tagen. Den Anfang machte der Trainer mit dem Wechselt der numero I. Die neue Nr. 1 spielte in Köln dann auch gleich mal unsicher. Schlampige Faustabwehren, mangelhafte Zuspiele mit dem Fuß: Zingerle war kein Sicherheitsfaktor in unserem Spiel. Im Spiel wechselte der Trainer dann falsch ein. Statt mit Düker rechtzeitig einen ballsicheren Spieler zu bringen, brachte er den hibbligen Tarek, dessen Stärke die Ballbehauptung mitnichten genannt werden kann. Beck blieb weiters in der Luft hängen und Kath versuchte es zu oft allein; auch Pulido, nicht bekannt als mannschaftsdienlicher Spieler, kann eben nicht auf den Ball treten, sondern will mit dem Kopf durch die Wand. Die Zeitungen schreiben was vom "Zuspätaufwachen". Ha! Das Spiel wurde einfach falsch gelesen und darum verloren. 1:2.
    Und heute lese ich, daß Ernst, der eben erst wieder an Spielstärke gewann, uns verlassen will und so ein Spielertausch vorgenommen wurde, der eher Würzburg nützen dürfte. Aber warten wir es ab, vielleicht ist der neue DM-Spieler einer, der auf den Ball treten kann. Unser Lothringer jedenfalls sah erst mal zu, obgleich das doch sein Spiel hätte sein können, denn wenn es bei uns am Sonntag irgendwo hakte, dann im DM-ZM-Bereich, wo schlichtweg keine Ruhe einkehrte.

    Der Winter in der Nähe Magdeburgs: Kloster Hadmersleben. Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte:

  12. Avatar von aerolith
    Fakenews auch bei den Wetterdiensten?
    Im gestrigen Temperaturprofil für Magdeburg sollte es keinen Frost gegeben haben. Allerdings glanderte ich bei meinem Morgenspaziergang über zugefrorene Gehwege und hartes Weißgras.
  13. Avatar von aerolith
    Sportliches: Am Anfang der Halbserie versuchte der Trainer eine Anbindung unserer Spielweise an die der meisten anderen Mannschaften. Offensichtlich befürchtete er, daß wir im zweiten Jahr mit unserer letztjährigen Spielweise nunmehr nicht länger erfolgreich sein könnten und suchte sein Heil in der Anpassung an andere. Mit dem Strom schwimmen, mit den Wölfen heulen, Lemming sein... Daher setzte er auf den Einsatz dynamischer Spieler und MF-Kleinklein, ließ vermehrt nickeln und den freien Fall üben, verzichtete auf Konterstellung oder Konterfußball. Allerdings blieb er der Linie bärbeißiger DM-Arbeit treu und setzte auch auf Langpaßspiel. Insofern war das kein wirklicher Bruch mit der Spielweise vom vorigen Spieljahr.
    Die Ergebnisse blieben aus. Als lernfähiger Verantwortlicher stellte Härtel wieder um und paßte die neuen Spieler dem alten System an, konnte durch deren höhere individuelle Leistungsfähigkeit auch bessere und wachsende Leistungen erzeugen. Nachdem sich Beck einen unberechtigten Platzverweis eingehandelt hatte, mußte er auch im Kernbereich der Offensive dazulernen. Er brachte den ballsicheren und klug antizipierenden Düker und hatte plötzlich zwei funktionierende Spielsysteme, die sich dann auch noch kooptieren ließen.
    Ausblick: Da es bis heute nicht gelang, Konterspiel strukturell anzulegen und Härtel nach wie vor die Ziehharmonika vorzieht, sollte die Implementierung von einer strukturellen Konteraufstellung bei gegnerischem Angriff die nächste Aufgabe sein, die es der Mannschaft einzuimpfen gilt. Wenn es dann noch gelingt, endlich den ZM-Spieler zu züchten, der im MF auf den Ball treten und die schnellen Außen schicken kann, sollten wir durchmarschieren. Und ich rede jetzt nicht von Liga II.
  14. Avatar von aerolith
    Îst schon ziemlich widerlich, wie jetzt die gleichen Leute den Todesschützen von Mailand als Helden feiern, die sonst offen gegen die Todesstrafe auftreten. Wahrscheinlich sind es die gleichen, die auch Abtreibung befürworten, aber jederzeit Kollateralschäden in Kauf zu nehmen bereit sind, wenn es nur ihren eigenen Arsch retten würde. Pack!
  15. Avatar von aerolith
    Die Schaffung des Zweiten Reiches 1871 war keine Revolution von oben, sondern nur das Ergebnis systematisch betriebener (organischer) Politik, die den Volkswillen, liberale und dynastische Interessen gleichermaßen zu verbinden wußte.
  16. Avatar von aerolith
    Vorab ein wenig Vereinspolitik:
    erstellt von Volksstimme:
    Beim 1. FC Magdeburg macht das Wort „Melk-Kuh“ die Runde. Mario Kallnik, Vorstandsmitglied für Sport und Finanzen, mahnt zum Maßhalten. Magdeburg l „Es gibt eindeutige Tendenzen dafür, dass nach dem zweifellos überragenden finanziellen Ergebnis nun versucht wird, mit dem Club das schnelle Geld zu machen. Das wird es mit mir als den Hauptverantwortlichen aber nicht geben, der FCM ist keine Melk-Kuh“, betonte Kallnik, wohlwissend, dass er sich damit keine Freunde macht, zum Wohle des Vereins aber für ihn nur dieser Weg der richtige ist. Namen nannte der 42-Jährige nicht. Nach Volksstimme-Informationen wollen aber wohl Spieler und Wirtschaftspartner am Kuchen teilhaben. Das außergewöhnlich hohe Plus ist vor allem der guten Einnahmesituation geschuldet. Die SSG (Stadion- und Sportmarketing GmbH) als 100-prozentige Tochter des Vereins machte 2015/16 einen Umsatz von rund 7,5 Millionen Euro und verdoppelte damit nahezu das Ergebnis gegenüber 2014/15, als der Verein noch viertklassig spielte. 4,64 Millionen Euro betrugen bei einem Zuschauerschnitt von knapp 18.400 die Ticketeinnahmen. Im Sponsoring waren es 2,74 Millionen Euro. Auch hier gab es gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung. Letztlich erwirtschaftete die SSG einen Gewinn von 429-000 Euro. Auch im Verein gestaltete sich die Entwicklung äußerst positiv. Unterm Strich wurde ein Plus von 462.000 Euro erzielt und das Eigenkapital nach einem „kleinen“ Überschuss aus 2014/15 (knapp 7800 Euro) auf 470.061,69 Euro deutlich gesteigert. Weiterer positiver Nebeneffekt: Wegen des noch aus Insolvenzzeiten geltenden Verlustvortrages muss der Gewinn letztmalig nicht versteuert werden. Dabei ging es bei den Zahlen für den Lizenzbereich der ersten Männermannschaft steil nach oben. 2014/15 betrug der Etat 1,7 Millionen Euro, 2015/16 schon 2,6 und 2016/17 voraussichtlich 3,4 Millionen Euro. Warum Kallnik trotz des größten Gewinns seit der Wende so genau aufs Geld schaut und auf wirtschaftliche Solidität setzt, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen sei schon jetzt absehbar, dass die Einnahmen nicht annähernd wieder so hoch sein werden wie in der Aufstiegssaison. Zum anderen sollen die Gewinne vor allem in den Ausbau der Nachwuchsarbeit fließen. Zunächst will der FCM seine Pläne für ein Jugendinternat umsetzen. Kallnik: „Ein öffentliches Internat gibt es bereits, da wir sind jedoch abhängig von Schule und Fußballverband. Nun ist zum 1. Juli 2017 ein eigenes Projekt mit 13 Plätzen geplant.“ Kostenpunkt: Rund 80.000 Euro. Ferner gibt es derzeit für die FCM-A-, B- und C-Jugendteams nur zehn Förderverträge. Kallnik: „Normal wären bis zu 40, damit wir nicht immer wieder Talente verlieren. Daher werden jetzt erst einmal 25 Förderverträge geschaffen.“ Damit nicht genug. Um zu erreichen, dass mehr Talente den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, soll auch die Personalkapazität erweitert werden. Mit Matthias Tischer, Lars Fuchs und Silvio Bankert wurden bereits drei Ex-Profis in den Trainerstab eingebunden. Hier sind für die Zukunft weitere Einstellungen geplant. Kallniks Kernbotschaft lautet: „Kein Harakiri, sondern Politik der kleinen Schritte.“



    Kommentar: Das Bimbamborium mit ausgelagerten GmbHs und vereinsinternen Lösungen ist etwas für Finanzjongleure und dürfte sich als Hosentaschenbilliard erweisen, finanziell gesehen. Es ist mir also rille. Entscheidend ist die Kontrolle aller Vereinsteile, auch der ausgelagerten, durch die gewählte Exekutive des Vereins, denn nur so kann ein Maximum an Partizipation gesichert werden. Und das ist mir nicht rille. Ein vom Mitglied gewähltes Präsidium muß der MV rechenschaftspflichtig sein, nicht NUR dem AR. Eine Kann-Bestimmung ist hier wenig hülfreich, wenn man ein Maximum an Mitsprache der Vereinsangehörigen sichern will.
    Daß wir in diesem Jahr weniger einnehmen sollten als im zurückliegenden, will mir nicht so recht einleuchten. Ab Sommer spielen wir in der Zweiten Liga, was den Zuschauerzuspruch wieder wuppen sollte, zudem nehmen wir an Fernsehgeldern mehr ein. Nicht zuletzt sind die Sponsorengelder gestiegen und werden weiter steigen. Aber Kallniks Vermutung, daß die Einnahmen sinken werden, ist nur wieder das bekannte understatement, das ich in finanziellen Dingen sogar begrüße. Lieber ein wenig weniger Einnahme geplant, um so schöner ist es dann, die Talerchen im Geldbeutel zu zählen. Da werden die Augen größer und größer.
    Anders sehe ich das im sportlichen Kontext, da ist Tiefstapelei eher schädlich als nützlich, zumal bei uns, den GdW.
    Die Stadionstimmung ist durch Redundanz geprägt- Die Fangesänge überlagern sich. Wahrscheinlich sind es die Alt-Fans, die jetzt die Chance wittern, vergessenes Liedgut wieder in den Kehlen der Antreiber auf den Rängen zu implementieren. Ich freue mich schon auf
    Wir schlagen Rom, wir schlagen Wien

    Wir schlagen Rom, wir schlagen Wien,
    wir schlagen Dynamo Ostberlin
    wir sind die Meister aller Klassen,
    wir sind vom Super FCM.

    Der FCM, der FCM, der FCM ist wieder da –
    der FCM ist wieder dam der FCM ist wieder da. (siehe Song-Texte bei Mirko)


    Zum heutigen Spiel: Die Gäste aus Schwaben spielten das ligaübliche Kleinklein, das uns nicht gefährlich werden konnte. Das kennen wir inzwischen und wissen damit umzugehen. Unser Spiel war heute durch Diagonalität gekennzeichnet. Mit Ernst, Düker und Schwede spielten vorn drei Leutchen, die gern den Ball ablegen und stupsig in freie Räume legen, wohinein der Partner laufen soll. Das klappte zwar nur selten, bewirkte aber doch eines, nämlich eine völlige Überforderung der schwäbischen Abwehr, die dergleichen aus der Liga nicht gewöhnt ist, denn in Liga III spielt man Kleinklein und keinen anarchischen Stupsfußball, der auch noch durch etliche (konservative) Langpässe konterkariert wurde, so daß die Schwaben wohl so gar nicht mehr wußten, wie sie sich aufstellen und agieren sollten. Mir recht. Da die Abwehr eine solide Leistung bot und uns ein frühes (erzwungenes) EIgentor in die Karten spielte, wurde es ein vergnüglicher und wenig aufregender Fußballnachmittag, dessen Höhepunkt der Ausgleich Wehen Wiesbadens war, der uns Tabellenplatz 3 einbrachte. Sag ich doch: Wir steigen auf.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker war da, wenn er gefordert wurde, was, glaube ich, einmal der Fall war. Brachte den Ball gut zum eigenen Mann und wirkte sicher. Wie gesagt, keine EInleitung eines Konterspiels, was aber auch nicht möglich war, weil wir immer noch dieses unsägliche Ziehhamronikasystem spielen, was mir gar nicht gefällt. (3)
    Butzen mit Anfangsschwierigkeiten. Ließ dann an Aggressivität nach, ohne daß seine Seite löchrig wurde.Gutes Stellungsspiel. (2,5) Schiller stark. Ließ nichts zu. Heute weitgehend ohne Offensivimpulse, nur am Anfang mit zwei guten Offensivaktionen. (2) Hammann mit gutem Stellungsspiel und stark am Mann. Schwaches Paßspiel, aber der Paß vor dem 1:0 war erste Sahne. (3) Handke mit starker Leistung. Ließ sich zwar einige Male ausspielen, war aber wie der Igel immer wieder da und brachte sich auch mehrmals gut ins Angriffsspiel ein. Das erste Tor ist seins, obwohl er es nicht selber erzielte. (2) Schwede bärenstark. Gute Laufwege, grundsätzlich verqueres und gutes Paßspiel und brandgefährlich. Muß sich mit seinen Partnern noch besser absprechen, um die Fehlpaßquote zu minimieren. (2)
    Ernst mit seiner besten Saisonleistung. Dynamisch, verspielt, aber nicht überspielend. Gefiel mir ausnehmend gut. Nur manchmal den halben Schritt zu schnell oder zu langsam in dem Raum, wo er sein sollte. Abstimmungsarbeit! (1,5) Brandt mit guter Spielentwicklung. Bissig am Gegner, aber nicht übermotiviert. Solides Paßspiel. Beim Abschluß nach wie vor schlecht. (3) Sowislo wie gewohnt zum Ende hin sehr stark. Anfangs eher zurückhaltend und vornehmlich mit Defensivaufgaben befaßt. Bin mit seiner Leistung und Leistungsentwicklung zufrieden. (2,5)
    Beck wirkte heute wie ein Fremdkörper in unserem Spiel, biß sich aber ins Spiel und wurde zum Ende hin besser. Sein Spiel ist das der Standards, des geradlinigen Angriffsfußballs, nicht das des Verquergehens und Ballstupsens. Ist aber ein guter Kontrapunkt, der die Abwehr beschäftigt, insofern auch zukunftsträchtig mit seiner Spielweise in einem Dreieckssystem Düker-Ernst-Schwede, zumal er seine Qualitäten als Endverwerter hat. (3,5) Düker erfrischend. Gutes Raumspiel, gutes Paßspiel, einige Abstimmungsprobleme, die sich aber abschleifen werden, wenn Härtel unser magisches Dreieck beisammenläßt. Botr sich gut an, stand meist dort, wo er stehen mußte und behauptete den Ball, wenn er zu ebhaupten war. (2)
  17. Avatar von aerolith
    Wunderbar, dieser blaue Himmel und die in weiße Kristalle getauchte Welt. Wir werden doch nicht etwa weiße Weihnachten bekommen?
  18. Avatar von aerolith
    Der Aufmacher in der hiesigen Volksstimme betraf das Strafmaß für erwischte Einbrecher. Es soll erhöht werden.

    Hm. Als dreifaches Opfer in den vergangenen Jahren denke ich, daß dann wohl aus einem Dudu ein Dududu werden wird.
  19. Avatar von aerolith
    FCM vs. HFC
    19200 Zuschauer, davon 300 aus Halle
    3° C, diesig
    Tor: Sowislo

    Daß Fußball alle Lebensbereiche umfaßt, wurde dieser Tage wieder einmal deutlich. Fehlplanungen beim Stadionbau fielen den Verantwortlichen vor die Füße, die aber mirnichts, dirnichts einander den schwarzen Peter zuschoben und dann auch noch so dreist waren, die Zuschauer mit Verhaltensverboten zu belegen und Strafen anzudrohen, wenn sich die Zuschauer nicht an die neue Direktive halten würden. "Hüpfverbot", mein Unwort des Jahres, für alle Ostfalen. Die Gäste dürfen, denn die sind nicht so zahlreich und halten das auch nicht so lange durch wie wir.
    Eine Frechheit. Der Preuße Kallnik, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach dadurch auszeichnete, daß er die Anhänger des FCM zu erziehen gedachte oder schlichtweg prollig-patzig seiner alternnativlosen Vereins- und Wirtschaftspolitik aussetzte und behauptet, daß Spieler beim FCM auch direkt vom FCM bezahlt werden müßten, was natürlich Unfug ist, denn eben für solche Dinge gibt es die Möglichkeit der Auslagerung von Vereinsteilen. Profifußball hin oder her. Der FCM ist nicht gezwungen, elf beim e.V. angestellte Spieler aufs Feld zu schicken. Siehste! Er kann auch Spieler aufs Feld schicken, die in einer ausgegliederten, aber dem Verein zu wenigstens 51% gehörigen GmbH angestellt sind. Das machen andere Vereine schließlich auch. Die haben sogar AGs gegründet. Die Satzung läßt das zu - ohne jede Mitgliederbefragung.
    Das ist das eine.
    Das andere ist die Frechheit, daß so getan wird, als ob ein Stadion hundert Jahre halten müßte. Wenn technische Probleme auftreten, dann darf deren Behebung nicht Jahre dauern. Wo sind wir denn? Dann ändert gefälligst die Regularien, um so etwas zeitnah zu reparieren. Ist das nicht zudem eine Garantieleistung? Ich schlage zudem vor, den Sitzplatzbereich hinter unserem Tor zu einem Stehplatzbereich zu machen und gegebenenfalls so aufzuziehen, daß Interferenzen und Redundanzen keine bleibenden Schäden in einer Konstruktion hinterlassen. Es sollte doch Stadien geben, die ähnliche Probleme haben wie wir. Oder sind wir die Einzigen, die hüpfen?

    Fußball wurde auch gespielt. Unser Spiel war anfangs ansehnlich. Der Ball lief gut. Düker gewann viele entscheidende Zweikämpfe und verteilte die Bälle in der Spitze. Wenn er jetzt noch Zug zum Tor hätte, wäre er sicherlich eine Granate. So aber müssen andere die Tore schießen, scheint mir. Schwede und Ernst und Kath kamen aus dem offensiven MF, brachten den Ball aber nicht in die gefährliche Zone, sondern nur kurz davor. Es war also nicht so, daß wir eine Chance nach der anderen kreierten, sondern eher so, daß wir ein gefälliges MF-Spiel sahen, dem kurz vor dem gegnerischen Strafraum die Luft ausging. Glücklicherweise pfiff der Schiedsrichter nach einer Standardsituation eine mir nicht ersichtliche Regelwidrigkeit der Halunken ab und entschied auf Strafstoß. Sowislo versenkte sicher. Die Randostfalen kamen danach, aber wirklich Schaum vorm Mund hatten sie nicht. Es gab vier oder fünf Situationen, die vielleicht zu einem Tor hätten führen können, aber zwingend war davon nichts. So konnten wir das Ergebnis nach Hause bringen. Am Ende des Tages brüllten die Sieger das magdeburger Lied und freuten sich nicht nur über die drei Punkte, sondern auch über den Anschluß an die Spitze. Zwei Punkte bis zum Relegationsplatz!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit Wacklern. Kein Umkehrspiel, keine Präzision bei den Zuspielen. Machte aber keinen gravierenden Fehler. (4)
    Tarek mit großen Anfangsproblemen. Wurde zum Ende hin besser und gewann einige wichtige Zweikämpfe. Kein Umkehrspiel. Keine Zuspiele. Nickligkeiten und Hysterie. (4,5) Hammann ohne die gewohnte Sicherheit. Schwache Zuspiele, keine gute Paßquote. Es fehlte ihm an Souveränität und Abstimmung. (4) Schiller mit einigen theatralischen Sendungen. Gegenspiel zu hastig. Hielt seine Seite aber weitgehend sauber. (3,5) Handke stand gut und hatte seine Gegenspieler im Griff. Heute ohne Spiel nach vorn, aber das war heute auch nicht sein Part. Ich kann mich an keinen Fehlpaß erinnern, aber auch an kein Zuspiel von hinten heraus... (3)
    Kath mit starkem Beginn. Ließ dann nach und war mir zu sehr auf das "Ziehen" von Fouls aus. Ich kann ihn nicht so recht verorten, ob er MF oder Stürmer spielt. Er hängt zwischen den Welten, findet aber noch keine Struktur, um sich im Spiel der Mannschaft zu implementieren. Es ist wie ein Angebot an den Trainer, aber das hilft uns nicht wirklich. Sollte bald eine Fixation seiner Aufgaben erhalten. Ich erkenne gutes Potential. Heute hätte er Stoßstürmer spielen sollen. (3) Sowislo heute auf dem Kriegspfad. Meckerte und lamentierte. Ich glaube, der Schieri gab ihm deswegen auch die Ampelkarte. Ich mag es nicht, wenn sich Spieler meiner Mannschaft mit dem Schiedsrichter anlegen. Hat der vielleicht gefoult? (4,5) Löh mit Biß. Das war auch richtig so, denn den heutigen Gegner durfte er nicht ins Spiel kommen lassen. Seine frühe Herausnahme war richtig, andernfalls wäre er beim nächsten kleineren Foul geflogen. (3) Schwede mit viel Licht. Er weiß im Unterschied zu Kath, wo er hinlaufen muß. Hatte oft einen Fuß dazwischen und brachte anfangs auch Gegenspiel zustande. Baute dann aber und war in einer zerstörerischen Aufgabe gefangen, die ihm eher weniger liegt, die er aber erfüllte. (2,5)
    Ernst formverbessert. Muß in die Rolle des Verteilers hineinwachsen. Hoffentlich lenkt ihn der Trainer entsprechend. Gute Ballbehandlung, aber tendentiell brotlos. Muß auf Effizienz getrimmt werden. Ruckzuck, ab geht die Luzie. (3,5) Düker ist kein Stoßstürmer, aber ein exzellenter Ballverteiler in der Spitze, sofern die Mannschaft Angriffs- oder Konterfußball spielt. Sah deshalb am Anfang des Spiels auch gut aus, zum Ende hin, als wir weder Konter- noch Angriffsspiel initiierten, eher schlecht. (3,5)
  20. Avatar von aerolith
    Empfehle Blechbüchse für funkgesteuerte Autoschlüssel. Die läßt nämlich keine Funkstrahlung durch.
Seite 3 von 17 ErsteErste 1234513 ... LetzteLetzte