• Eine neue Linke braucht das Land

    Die Basis linken Denkens liegt in der Überzeugung, daß das Sein das Bewußtsein bedinge. Materialismus. Marx hatte diesem Grundsatz einen auf ökonomischer Analyse folgenden Plan hinzugefügt, daß nämlich die Arbeiterklasse (das Proletariat) am Ende die übergroße Mehrheit stellen müsse und sich nur zu vereinigen brauche, um die private Aneignung gesellschaftlich (eben durch die übergroße Mehrheit der Proletarier) erworbenen Mehrwerts umzukippen in die gesellschaftliche Nutzung eben dieses Mehrwerts. Die sozialistische Revolution. Auf diesen Überlegungen fußt auch der Gleichheitsgrundsatz linken Denkens. Die übergroße Mehrheit kann von Individualismus nur geschädigt werden, zumal der Individualist dazu neigt, das ist für den Marxisten evident, sich besonders auszuprägen und seine Ansprüche geltend zu machen, derweil diese doch erst im Kommunismus, wenn das Individuum keine Rolle für die Machtverhältnisse mehr spielt, ihr Recht bekommen sollen.

    In der gegenwärtigen historischen Situation sind drei merkwürdige Verdrehungen zu analysieren:


    1. die sich als "links" begreifende fridays for future - Bewegung unterstützt und wird von dem größten Finanzhai der Welt, der Kapitalisten schlechthin, unterstützt, dessen 7 BILLIONEN $ schwere Vermögensverwaltung nur Projekte unterstützen will, die klimaschützend wirken; anders gesagt: das, was der Linke bekämpfen müßte, unterstützt er nun: die Plutokraten, die nur darauf aus sind, Geld zu erzeugen, nun also aus fff;
    2. das Establishment ist keineswegs, wie es in der Weltgeschichte immer war, rechts oder konservativ, sondern links, grün und hipp und
    3. unter dem Deckmantel der Verfolgung der Feinde der Demokratie wird in beinahe jedem gesellschaftlichen Bereich auf all diejenigen Anpassungsdruck ausgeübt, die mit der von Linksgrünen bestimmten Regierungsmeinung nicht übereinstimmen, was gegen bisherige Strukturmuster des Verhältnisses von Rechts und Links verstößt und jeden gesellschaftlichen Fortschritt schon dadurch verhindert, daß sich ein Meinungskampf so nicht dialektisch verschränken kann, sondern dogmatisch und voraufklärerisch geführt wird: statt Gegnern werden Feinde apostrophiert.



    Meine Analyse endet mit der scheinbar überraschenden Erkenntnis, daß das, was sich heute als Links bezeichnet, das eben nicht ist. Das heute Linke hängt sich nur das Mäntelchen um: Klimaschutzpolitik ist ein Umverteilungspolitik von unten nach oben; Meinungsvereinheitlichung ist Faschismus und die heutigen Machthaber tragen keine Zylinder, sondern ausgewaschene Wollsocken und Selbstgestricktes. Am Ende aber bleiben sie doch, was sie sind: die Ausbeuter des kleinen Mannes.

    Kurz gesagt: Es ist an der Zeit, eine neue LINKE zu formulieren, eine, die den Namen verdient, eine LINKE, die fortschrittlich, gerecht und antiestablishmentär wirkt.