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Laßt uns über Fußball reden - Saison 2015/16 (II)

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Das neue Jahr beginnt mit zwei personellen Änderungen im Management-Bereich des Vereins:


  1. Kallnik übernimmt hauptberuflich die Funktion des Managers beim FCM in der vorhandenen SSG, die als 100%iger Tochter des FCM das auch bleiben soll. Die bislang beim e.V. beschäftigten Profispieler sollen fortan von der SSG direkt bezahlt werden. Diese Umgruppieren von Zuständigkeiten wurden im vergangenen Jahr als "Ausgliederung"(en) bezeichnet, was sie de facto nicht sind, denn wenn die SSG 100%ige Tochter des Vereins bleibt, ist es nur ein Spiel "rechte Hosentasche - linke Hosentasche". Zur Ausgliederung würde es erst werden, wenn die Mehrheitsverhältnisse der SSG verändert werden würden, so daß NICHT der FCM die Mehrheit besäße. Das aber ist nicht vorgesehen - und vereinsrechtlich auch nicht möglich -, sollte aber in den Geschäftsbedingungen der GmbH verankert werden. Eine Ausgliederung ist dann gegeben, wenn ein Geschäftsbereich aus den Strukturen herausgehoben und neuer Zuständigkeit übergeben wird, sozusagen zu einem Dienstleister des Vereins würde. Der Verein hätte dann nicht mehr die Kontrolle, sondern wäre in der Position, als Auftraggeber zu fungieren. Ich vergleiche das mal mit einem Schuster, der beschließt, fortan das Reparieren von Schuhen seinem Konkurrenten zu überlassen, wobei er von dem ein paar Prozente nimmt. Statt dessen konzentriert sich unser Schusterlein ganz auf die Herstellung von Schuhen. Auf den FCM gemünzt: eine ausgegliederte Profimannschaft wäre vereinslos. Der FCM könnte diese Spieler mieten und sie in seinem Namen spielen lassen, wäre aber auch die Sorge ihrer Bezahlung los. - Im Ausland ist dieses Geschäftsmodell möglich. In der BRD ist es nicht möglich, da muß der Verein 50+ an einem Unternehmen besitzen, das vereinsrelevante Tätigkeiten ausübt, eben beispielsweise Profifußballer bezahlt.
  2. Der alte Kämpe Maik Franz kehrt in einer Funktion zum FCM zurück und soll im Scoutingbereich arbeiten.


Beide Maßnahmen sind zu begrüßen.
Die hauptamtliche Tätigkeit Kallniks beißt sich nicht mit seiner ehrenamtlichen im Präsidium des Vereins. Dennoch sollte das Präsidium hauptamtlich arbeiten und die SSG als das betrachten, was sie ist: ihre ausübende Gesellschaftsform im Profifußball-Bereich. Wenn die Mitglieder, was früher oder später kommen wird, ihren Präsidenten selbst wählen, entstünde hier ein Konflikt, der dadurch beigelegt werden kann, daß Kallnik entweder selber Präsident des FCM wird und seinen Posten als Manager behält, sich also quasi selbst beschäftigt, oder daß er seine Tätigkeit im Präsidium aufgibt und nur als Manager arbeitet. Die erste Lösung ist nicht gut, die zweite wäre besser.
Ob der eiserne Michael seinen Vorschußlorbeer erweisen kann, bleibt abzuwarten. Ein beinahe 200 Bundesligaspiele aufweisender Profi muß keine Verbindungen haben, die sich in gute Verpflichtungen ummünzen lassen. Software zur Orientierung auf dem Spielermarkt kostet nix. Verbindungen mit diesen Spielern aufzunehmen, ist keine Sache, die ein einstiger Bundesligaprofi besser erledigen könnte als eine schnucklige 28jährige Kommunikationswissenschaftlerin. Also muß das kein Vorteil sein, daß unser eiserner Michael das jetzt macht. Ich begrüße die Rückkehr trotzdem, denn es immer besser, wenn diese Arbeit Leute machen, die Bindung zum Verein besitzen.

Im neuen Jahr stehen zwei Entscheidungen für den FCM an:

  1. Werden die Mitglieder eine Neustrukturierung ihres Vereins vornehmen, also basisdemokratische Elemente (Wahl des Präsidenten) stärken? Oder setzen sich die regressiven Kräfte durch, die Vertrauen erwarten, Blockwahl durchsetzen, aber für sich reklamieren können, daß der Erfolg ihnen endlich doch recht gibt?
  2. Welche sportliche Entwicklung nimmt die erste Männermannschaft? Kann sie die seit Härtels Arbeitsbeginn begonnene Entwicklung fortsetzen oder werden falsche Personalentscheidungen aus ihr einen (sportlich) x-beliebigen Drittligisten machen, der sich der Spielweise der anderen Mannschaften anpaßt?


Neben diesen zwei Richtungsentscheidungen fallen einige weniger wichtige Entscheidungen, die der Kontinuität. Die sehr gute finanzielle Arbeit des Präsidiums muß fortgeführt werden, was bedeutet: KEINE Verpflichtung teurer Stars. Statt dessen muß das Stadion ausgebaut werden, zuerst hinsichtlich der inneren Qualität, dann erst muß man zusehen, wie man seine Kapazität erhöhen kann. Zum inneren Ausbau gehört die Erhöhung der Sicherheit für die Aushämischen. Dazu gehört weiterhin der Austausch des Betonsockels um das Spielfeld durch eine weit weniger gefährliche weichere Umrandung, auf der Stollenträger nicht verletzungsgefährdet sind. Ich hoffe, daß die Taubendreckproblematik gelöst wird, die Parkplatzsituation verbessert wird und die Bierversorgung nicht länger jemandem überlassen wird, dessen Preispolitik mir sehr mißfällt.

Ich hoffe, daß die richtigen Entscheidungen getroffen werden und wünsche dem Verein und seinen Anhängern (also auch mir: ) ein erfolgreiches 2016. Sport frei!

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Kommentare

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  1. Avatar von aerolith
    Nun also doch! Unser rotbärtiger Vorlagenkönig möchte zurück nach Ostfalen. Ich begrüße das. Ausnahmsweise goutiere ich diesen Königswechsel, denn er würde unsere Schwachstelle auf der LV-Position beheben. Warum ich das goutiere, da ich doch üblicherweise gegen Königswechsel mittenmang der Saison bin? Ganz einfach: Weil Hammann kein Unbekannter ist und in eine Mannschaftsstruktur zurückkäme, die seit seinem Weggang nicht verändert wurde, sieht man einmal von Löhs Eindringen auf der DM-Position ab. Aber dort spielt Hammann nicht. Die LV-Position wurde bislang notbeholfen verwaltet. Die meisten unserer Gegentore wurden über links eingeleitet. Zwar hat Tarek zuletzt dort manierlich gespielt, aber eben nur manierlich. Tareks Potential liegt auch nicht im LV-Bereich, sondern weiter vorn.
    Aber es gibt ein Problem: Sandhausen, wo Hammannn vertraglich gebunden ist, will Ablöse. Da Sandhausen ein Zweitligist ist, dürfte die Ablöseforderung im mittleren sechsstelligen Bereich, zwischen 300 und 700k, liegen. 700k ist zuviel, 300k ist auch viel, aber zu leisten. Stellt sich nur die Frage, ob Hammann dieses Geld wert ist. Planen wir einen längeren Aufenthalt in Liga 3, dann wäre das zu viel Geld. Wollen wir schnell hinauf, ist es akzeptabel. Haben wir das Geld? Ja, wir haben es. Spielen wir weiters oben mit, kommen in den verbleibenden acht Spielen noch einmal 150k Zuschauer, also Mehreinnahmen von 900k €. Das rechtfertigt die Ausgabe. Man darf auch nicht vergessen, daß etliche Zuschauer mehr ins Stadion kommen, wenn das Signal "Attacke!" kolportiert wird. Riskant? Ja. Sollte Hammann ein sportlicher Reinfall werden, weil die dritte Liga nun einmal athletischer ist als die vierte, so wird die Verpflichtung trotzdem nicht falsch gewesen sein, denn ein Verein muß sich entwickeln und auch der Konkurrenz anzeigen, daß nicht mehr viertligagemäß gedacht wird. Hammann hat sich bewährt und zudem, so glaube ich, hat er MD ins Herz geschlossen. Ich würde ihm die Aufstiegsfeiern 2016 und 17 nicht vorenthalten wollen. Also, her mit dem Mann! Er wird sein Spiel nicht verlernt haben.
    Zudem laufen im Sommer etliche Verträge aus. Da muß eh ein Schnitt gemacht werden. Ich sehe ein akzeptables finanzielles Risiko, das minimiert werden kann, indem Hammann einen leistungsbezogenen Vertrag unterschreibt.
  2. Avatar von aerolith
    Ein wenig Vereinspolitisches. Die BLÖD von heute bringt einen Artikel über finanzielle Probleme des Vereins. Na ja, wir haben zu viel Geld.

    Mir kommen gleich die Tränen. Was hindert die SSG, verdientes Geld so zu investieren, daß das Finanzamt das anerkennt? Und im nächsten Jahr wird die Investition wieder versilbert und kann ausgeschüttet werden. Abgesehen davon ließen sich Verträge zwischen SSG und FCM e.V. auch ändern, die zur Zeit Geld festfrieren lassen. Zudem sind bei einem Zuschauerdurchschnitt von 18000 (ich rechnete mit 17000) nicht nur 600000 mehr in der Kasse, sondern mindest 6500 mal 19 mal 15 €, also 1,8 Millionen. (grob gerechnet, aber da die Anteile bei etix oder anderen Vorverkaufsanbietern marginal sind, wie man mir auf schriftliche Anfrage hin versicherte, die teuersten Karten über 20 € kosten und die meisten billigen Karten für unter 10 €/Karte durch Dauerkartenbesitzer gebunden sind, dürfte ein Durchschnittserlös von 15 €/Karte der jeweils zu den Heimspielen im Vorverkauf abgesetzten Karten über die prognostizierte Annahme von 10500 Zuschauern/Heimspiel für die SSG angemessen sein) Die beste Lösung läge für den FCM e.V. darin, die Spieler fortan von der SSG bezahlen zu lassen, ihr also die Verträge zu überlassen, was ja auch geplant ist. Es darf bloß nicht als Ausgliederung kommuniziert werden, was es ja auch nicht ist, da die SSG eine 100%ige Tochter des e.V. ist und bleiben sollte. Das sollte die MV dann auch beschließen, dann wird die Angst vor einem Ausverkauf auch wegbrechen, denn 100% bedeuten nun mal 100%. Ich schlage für diesen Prozeß nicht das Wort Umstrukturierung vor, was es das nicht wäre, da die Machtverhältnisse sich nicht ändern, sondern das Wort "Zuständigkeit". Fortan ist nicht mehr der e.V. für die Profis zuständig, sondern die zum e.V. gehörende GmbH namens SSG, die zu 100% dem Verein gehört. Dort mag man dann auch Steuerfachleute in die Spur schicken, denn alle sonst branchenüblichen steuerlichen Verrenkungen sind dann was für diesen privatwirtschaftlich agierenden "ausgegliederten" Teil des Vereins und nichts für die Öffentlichkeit.
    Wenn man das so kommuniziert, also fixiert, daß die SSG 100% FCM bleibt, hat auch der hartgesottenste Ultra, zu denen ich mich auch zähle, kein Problem mit einem entsprechenden MV-Beschluß, der formalrechtlich nicht einmal erfolgen müßte, denn das Präsidium besitzt nach der Satzung (§ 13/14, Abs. 1) das Recht zur Organisation seiner exekutiven Tätigkeiten, also der Geschäfte.

    Was passiert statt dessen? Kallnik muß es noch lernen, daß man dem gemeinen homo sapiens ostfalicus nicht die Pistole auf die Brust setzen darf. Das mag der gar nicht, auch nicht von denjenigen, die er eigentlich mag. Da bekommt der Schnappatmung und reagiert impulsiv. Ich empfehle Baldrian, einen Lauf an der Elbe und eine andere Kommunikationsstrategie, wie ich sie oben beschrieb.

    Ich fasse zusammen:
    1. Es obliegt der Exekutive des Vereins (Präsidium), mit Vereinsteilen so umzugehen, wie sie das für richtig hält. Sie benötigt für ihr Handeln KEIN Mitgliedermandat. Will sie "ausgliedern", kann sie das jederzeit tun.
    2. Steuerrechtliche Erwägungen sollten diejenigen vornehmen, die Erfahrung darin haben, Gelder beim Auftraggeber, also dem Erwirtschafter, zu belassen. Eine GmbH hat da sicherlich mehr Möglichkeiten als ein e.V., denke ich. Für den e.V. ist es nur wichtig, daß er handlungsfähig bleibt. Bei unserem wachsenden sportlichen Erfolg ist es notwendig, daß wir auch Gelder zur Verfügung haben müssen, die in den Kauf oder die Bezahlung von teureren Spielern fließen und nicht durch mir nicht nachvollziehbare rechtliche Fixationen festgefroren sein sollen, wie es heute in der Zeitung stand.
    3. Ich schlage vor, daß auf der nächsten MV ein Beschluß gefaßt wird, nachdem die SSG eine 100%ige Tochter des e.V. bleibt. Damit dürfte auch der härteste Ultra kein Problem haben, um die sogenannte "Ausgliederung" durchzuwinken, die, wie ich bereits im Punkt 1 ausführte, formalrechtlich nicht von der MV durchgewunken werden muß.
  3. Avatar von aerolith
    Eine bemüht sachliche Zusammenfassung des ersten (größeren) Teils der Saison 2015/16 versucht diese Seite. Diese Einschätzung entspricht dem Tenor der Fußball-Fachpresse. Er klingt ungefähr so:
    Der FCM konnte dank seiner lauten Anhänger, einer auf Begeisterung fußenden Spielweise die taktischen und technischen Mängel überdecken und steht zu hoch in der Tabelle. Gegen spielstarke Mannschaften stand die Mannschaft auf verlorenem Posten und holte nur mit Ach und Krach Punkte. Die Liga hat sich jetzt darauf eingestellt und wird dem FCM angemessener begegnen, ihn also öfter schlagen als in der Hinrunde.

    Ich teile diese Einschätzung nicht. Die Auftritte der Gäste in unserem Stadion glichen einander. Wir standen in leichter Konterstellung, meist 3-5-2 (mit zwei 6ern), ohne jedoch ein Konterspiel aufzuziehen. Das ist kein Widerspruch. Mit dieser Spielweise hat die Liga ihre Schwierigkeiten, denn der Fokus der meisten Mannschaften in der dritten Liga liegt auf athletischem Kleinklein-Gespiele. Unser Fokus liegt im zielstrebigen Spiel nach vorn, im Abschluß. Diese Spielweise ist effizienter als der effektivere Zirkus, der bei uns angeboten worden ist, also von den meisten Gästen. Deshalb werden wir auch in diesem Jahr viele Punkte holen. Sollte die Verpflichtung von Hammann gelingen, sollte es sogar zum Aufstieg reichen können. Natürlich besteht immer die Gefahr, nach unten durchgereicht zu werden. Aber ich sehe eine kurze Verletztenliste, ein durch ausgebliebene Starverpflichtungen nicht durcheinandergebrachtes Mannschaftsgefüge und einen Trainer, der systematisch arbeiten kann. Da könnte nur sehr viel Pech eine veschlechterte sportliche Leistung begründen, nicht aber der normale Lauf der Dinge. Kurzum: der vierte Platz sollte gehalten werden können. Besseres ist möglich.
  4. Avatar von aerolith
    Besser is. Sieg! Ein krampfiges Spiel, das sich dem kleinformatigen und kleinbürgerlich-fixierten Stadion der Hallenser anpaßte - wie soll sich da was in Halle entwickeln, wenn man von vornherein so kleinformatig denkt? -; es brachte einen verdienten Sieger hervor und die Mannschaft siegte, die den Gegner nicht zur Entfaltung kommen ließ, selber geradlinig nach vorn spielte und in den entscheidenden Momenten Entschlossenheit beim Abschluß zeigte. Wollen wir hoffen, daß es erst mal unser letzter Auftritt im Kurt-Wabbel-Stadion II war. Wir sind sportlich an ihnen vorbeigezogen, mental und artifiziell waren wir immer schon drei Längen vor den Südostostfalen. Verstehe, wer will, daß dieses Spiel ein Derby gewesen sein soll, ein Spiel der Erzrivalen blabla. Seit wann ist Halle ein Rivale? Seit wann ist ein Spiel zweier Mannschaften, die mehr als 80 Kilometer voneinander entfernt ihre Heimstätten haben, ein Derby? Demnächst spielen wir noch ein Derby gegen Wladiwostok, weil beide Städte östlich von Goslar liegen und das in der Vorstellungswelt gleichgeschalteter Medienvertreter mit linksgrüner Bildung halt beides Örtlichkeiten im Osten sind. Genug davon. Bleiben wir beim Sportlichen. Härtel spielte mit Niemeyer links, der in der ersten Halbzeit ähnlich schwach spielte wie vor ihm der Türke oder Hennecke und auch das Gegentor verschuldete. Tunnel sind immer ärgerlich, fragt Uni oder Trümper!, aber man darf ihn, den Tunnelschuß, einem Spieler wie Lindenhahn auch nicht anbieten, denn der zielt darauf ab. Tarek spielte rechts, der Neue, Ernst, halblinks, wo sich aber auch Beck herumtrieb, so daß wir einerseits Halle stark auf rechts erlebten und wir unsererseits über links kamen. Das wurde ein Gehaue im MF, wie es befürchtet werden mußte. Gähn-Fußball. Es hat sich noch nicht bis Halle offenbart (revelation), daß wir mit diesem Hauruckkleinklein-Fußball gut zurechtkommen, denn wir legen es einerseits darauf an, bei gegnerischem Angriff dieses Kleinkleingespiele zu zerstören, dem Gegner aber ein leichtes Übergewicht zu konzedieren, andererseits aber spielen wir selber bei Angriffssituation ganz anders, nämlich geradeaus, um es mal einfach zu sagen. Ziehharmonika. Ich befürchte, für unsere Gegner, daß sie sich weiters in dem Gefühl sonnen werden, uns mutmaßlich spielerisch beherrscht zu haben (siehe auch Böger im Interview) und deshalb darüber wundern (werden), als Verlierer vom Platz gegangen zu sein. Alle warten auf unseren Einbruch. Prinzip nicht verstanden. Soll uns recht sein. Uns reichte heute eine eher unterdurchschnittliche Leistung zum Sieg.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker nicht gut. Beim Gegentor nicht chancenlos. Der Ball war ewig unterwegs. Schwache Abschläge. (5)
    Handke hatte Eindringlinge in unseren Strafraum im Griff. Alibipässe nach vorn. Die Glatze kleidet ihn nicht. (3) Puttkammer nicht sehr souverän. Zuweilen schlampige Pässe, wenig Spiel nach vorn. Andererseits mußte man keine Angst haben, daß da mal bei uns was anbrennt. Insofern befriedigend. (3,5) Niemeyer mit Schwächen zu Beginn. Wurde in der zweiten Halbzeit durch unser besser postiertes DM-Spiel entlastet und mußte kaum noch eingreifen. Muß seine Stärken im Doppelpaßspiel entwickeln. (4,5) Butzen ohne Spiel nach vorn. Hatte seine Seite aber im Griff. (3)
    Löh stand anfangs zu weit vorn. Biß gut. Wenig Konstruktives. (3,5) Brandt ein bißchen überdreht, aber jederzeit im Bilde. Wirkte vorn zu hibbelig. (4) Sowislo oft mit Ball am Fuß. Richtig so, wenngleich scheinbar wenig fruchtlos, aber da wir führten, war es nicht so wichtig, daß seine Vorstöße erfolglos blieben. Stellte die Kollegen gut und zeigte Präsenz. War heute ein guter Kapitän. (3) Ein Freund von Tareks Spiel werde ich wohl nicht mehr. Ich habe immer das Gefühl, er spiele nicklig, lasse den Fuß stehen, gehe auf das Foul und treibe auch sonst das, was ich unfaires Spiel nenne. Auch heute konnte ich wieder keinen geradlinigen Fußball bei ihm entdecken. Gespitzle, Bein drüberhalten, in den Mann gehen, Hackenspiel, Einwürfe erzwingen... Er spielt wie seinerzeit Peter Ducke von Jena, wer sich noch dran erinnern kann. Das ist nicht das Spiel, was ich von einem unserer Angreifer sehen möchte. Andere mögen das anders sehen. Ich sehe es so. (5) Ernst mit guten Aktionen, aber auch viel Leerlauf. Kein Zusammenspiel mit Beck oder Tarek. Die zwei Tore waren gut, aber wichtiger ist mir, daß er sich in das Spiel der Mannschaft einbringt und nicht NUR sein Spiel macht. (3,5)
    Beck
    heute neben sich. Stand falsch, kam zu keinem Abschluß. (5)

  5. Avatar von aerolith
    erstellt von liga 3:
    Der Traum vieler FCM-Fans ist Wirklichkeit geworden: Nico Hammann ist zurück beim 1. FC Magdeburg! Der Verteidiger kommt mit sofortiger Wirkung vom SV Sandhausen und unterschrieb einen Vertrag bis 2017. Erst vor einem halben Jahr hatte Hammann den umgekehrten Weg genommen. ”Mit Nico kehrt ein Spieler zurück, welcher maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die 3. Liga hatte. Wir wünschen uns, daß er seine damalige erfolgreiche Entwicklung nun bei uns fortsetzen kann”, jubelt Manager Mario Kallnik.

    [..]

    In Magdeburg wird der Publikumsliebling nun auf Anhieb gefordert sein: Da mit Felix Schiller, Ryan Malone und André Hainault derzeit gleich drei Innenverteidiger verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen, suchte der Club in den vergangenen Tagen einen Ersatz – und hat ihn mit Nico Hammann nun gefunden. Schon zwischen 2013 und 2015 spielte der Abwehrspieler für den 1. FC Magdeburg und absolvierte dabei 65 Pflichtspiele, erzielte 22 Tore und bereitete 20 weitere Treffer vor.
    Besonders positiv ist, daß es keine Ablöse geben soll, was bedeutet, daß Hammann wirklich zurückwollte und offenbar einen leistungsbezogenen Vertrag unterschrieb. So etwas findet immer dann meine Zustimmung, wenn diese Leistung erwartet werden kann und nicht zu Verwerfungen inner Mannschaft führt, weil jemand aufgrund seines Vertrages einen Platz in der Startelf erwartet. Hammann ist kein Unbekannter und wird sich schnell einfügen.
    Dafür gibt es Das ist ne klare Ansage an die Konkurrenz, ein Königstransfer: Wir wollen aufsteigen! Hammann füttert Beckus und hinten links haben wir endlich Ruhe. Das ist auch gut für Wassim und Hebisch, die nun steil geschickt werden können, diagonal innen Fuß. Ich seh es vor mir. Das ist auch gut für Fuchser, weil der nun jemanden zum spielen hat und wahrscheinlich ist es auch gut für die jungen Spieler, die nun noch einen Spezialisten vor die Nase bekommen, von dem sie lernen können. Und schließlich ist unser Rotfuchs auch gut für Ansagen im Spiel, denn Schiller, der das sonst übernahm, fehlt da. Alles also bestens. Ich bin schwer begeistert und freue mich auf die nächsten Monate.
    Diese Verpflichtung ermöglicht unserem Trainer neue Perspektiven: Wenn wir links sicher stehen und jemanden haben, der präzise Pässe spielen kann, könnte man Brandt und Löh im MF ein paar Meter nach hinten beordern, zugleich würde Fuchs im OM-Bereich eine Verbindung zum LOV (Hammanns Posten) bekommen können, also ebenfalls ein paar Meter tieferstehen. Das würde mit schnellen Außen zum alten magdeburger Konterfußball zurückführen, allerdings in der Variante Härtels, nämlich einem 4-3-3 oder, anders gesagt, einem 2-5-3 mit variablen Außenposten. Wir werden jedenfalls variabler und damit noch gefährlicher. Alternativ ließe sich so wie in Halle spielen, also mit einem strebsamen Halbaußenspiel, wie es Ernst pflegt, wobei aber Beck in der Luft hängt, also zum Mannschaftsspieler mutieren muß, der vorn rackert und dadurch Gegenspieler bindet.

    Zwei Dinge sprechen scheinbar gegen die Verpflichtung. Der von einigen geäußerte Vorwurf mangelnder Fitneß aufgrund fehlender Spielpraxis ist zu widerlegen: Daß Hammann nicht spielte, lag an den starken Auftritten seines unmittelbaren Konkurrenten, der spritziger als Hammann sein soll - wie man mir versicherte -, so daß der durchschnittliche Trainer keinen Anlaß zum Wechsel sah. Zudem ist Hammann kein Joker-Typ, sondern ein Spieler, der Sicherheit benötigt, damit er seine Leistung entwickeln kann, konnte also in seinen Kurzauftritten nicht überzeugen. Allerdings gilt auch in Magdeburg der Grundsatz: Ändere nie eine funktionierende Mannschaft! Gegen dieses Verdikt spricht allerdings die offensichtliche Baustelle LV.
    Der zweite Kritikpunkt: Hammann ist kein schneller Spieler. Das zeigte sich schon in Liga IV. Er gleicht das durch Biß am Mann und gutes Stellungsspiel aus. Es wird sich zeigen müssen, ob das in Liga III ausreicht. Ich glaube, ja. Wir werden sehen.
  6. Avatar von aerolith
    Neben der Rückkehr Hammanns zu unserem Kader wurde auch ein Spieler von einem Bundesligisten geholt, der aber nur bis zum Saisonende ausgeliehen wurde, ein 20jähriger Afrikaner namens Kingsmobi. Nun ja, eine überflüssige Leihe. Mir wäre es lieber, im IV-Bereich einen eigenen Jugendspieler nachzurüsten, der gelegentlich zum Einsatz kommt. Die Verpflichtung eines Spielers, der anderswo einen langfristig ausgerichteten Vertrag hat und schon von Anfang an weiß, daß er uns wieder verlassen wird, ist Unfug.
    Spielt er gut, wird er uns im Sommer wieder verlassen. Oder glaubt jemand, wir zahlen ihn aus einem dann noch laufenden Zweijahresvertrag heraus? Spielt er schlecht, haben wir nichts gewonnen.
    Die einzige Variante, die gut für uns wäre: er spielt so gut, daß wir aufsteigen. Aber auch für diesen Fall würde er uns Mitte des Jahres wieder verlassen und wir müßten dann eine eingespielte IV wieder neu justieren. So oder so also Mist in Hinsicht auf die sportliche Entwicklung der Mannschaft.

    Auch in vereinspolitischer Hinsicht ist das ein falsches Signal. Wir sollten gar nicht erst damit anfangen, Spieler von anderen (höheren) Vereinen auszuleihen, damit die bei uns Spielpraxis sammeln, um dann gereifter und mit höherem Marktwert zu unseren Konkurrenten zurückzugehen. Das ist der Weg unbedeutender Vereine. Unser Weg muß ein anderer sein, nämlich der sukzessive Aufbau eigener Spieler und pointierter Verstärkung durch Aushämische, jeweils einen pro Sommer.

    Deshalb gebe ich für diese Leihe einen :confused: Aber, wie sagte ein Kiebitz heute auf dem Übungsgelände: "Wer weiß, was sie sich dabei gedacht haben?"

    Trainingsbeobachtungen: sonnig, frisch, kaum Wind, tiefer Boden, 10° C. Gute Bedingungen also. Wechsel zwischen Übungen zur Schnelligkeit (Hürdentraining, bei denen Löh schlecht aussahund Liegestütze machen mußte), Kurzpaßtraining, Angriffstraining und Laufwegstraining, auch ein bißchen Schußtraining, allerdings nur in Verbindung mit einem Slalomlauf zuvor. Das gefiel mir alles sehr gut, weil es alternierte und so zwischen Spannkraft und Ausdauer ein Gleichgewicht herzustellen bemüht war. Der Trainer forderte hohes Tempo, griff oft korrigierend ein und ließ Übungen wiederholen, wenn sie nicht zu seiner Zufriedenheit ausgeführt worden waren. Einige Spieler hatten mit dem scharfen Paßspiel (keineswegs nur Kurzpaßspiel) ihre Probleme, aber insgesamt lief das gut ab. Für die Angriffsübungen hatte Härtel die Positionen vorab fixiert: so spielten Tarek und Hammann beide links (Tarek vor Hammann), auf rechts Butzen und Pulido. Beim Abschluß fiel Hebisch negativ auf, dem so gut wie gar nichts gelang; dafür versenkte Kruschke beinahe jeden Ball. Fuchs hatte offenbar keine große Lust. Beck versemmelte viele Bälle mit Links. Positiv fielen, wie gesagt, Kruschke und Hammann auf, auch Puttkammer und Butzen gefielen.
    Der Leihspieler gefiel mir durch ein unaffektiertes Auftreten. Er ist eher klein (im Vergleich zu seinen IV-Kollegen) und neigt dazu, die Bälle verhungern zu lassen, spielt auch zu oft in den Rücken, also hintenherum. Sein Laufverhalten kann ich nicht einschätzen, weil es kein Zweikampftraining gab und er in keiner wirklichen Verteidigungssituation war. Insofern hat sich mein heutiger Ausflug nach Ostelbien nicht gelohnt.
  7. Avatar von saul
    ich bin dafür, daß maik frantz, der ihn aus frankfurt vermittelt hat, an dessen stelle spielen sollte. der is doch noch im saft oder nicht?
  8. Avatar von aerolith
    Das Ergebnis geht in Ordnung. 1:1. Knapp sechzehntausend Ostfalen sahen ein verkrampftes Spiel zweier schlechter Mannschaften, die ihr Heil im Hauen und Stechen zu erkennen glaubten. Kopfballstaffetten wie aus Regionalligazeiten, schlappe Abstöße bis kaum zur Mittellinie, endloses Kleinkleingewürge und ein unbedachtes Flügelspiel vor allem unserer Mannschaft, die so tat, als könne man vom Flügel aus das schönere Tor schießen und darüber vergaß, daß der Winkel vor dem Tor schlichtweg größer ist. Konterspiel? Fehlanzeige. Zweite Bälle? Wozu denn? Was, nur drei Gegner vor mir? Dann will ich mal... Im Zentrum steht keiner? Egal, wir sind schnell. Dabei sah man, daß unsere Mannschaft fit ist. Sie hatte zuzusetzen, meist sogar im Kleinklein das bessere Ende für sich. Völlig ungewohnt. Tja, mir ist es lieber, man unterläßt das weitgehend und zirkelt dafür von außen den Ball auf den Nüschel eines in MD gewiß nicht unbekannten Mannes. Aber der trieb sich heute zu oft außen herum, wo er sich mit anderen um die Molle stritt, sogar oft gut aussah, aber was nützt das, wenn dann der Ball zwar irgendwie ins Zentrum gespielt werden konnte, aber er selber dort fehlt. Vielleicht ist das ja Plan C, also auf außen seppeln, dann reinflanken und selber verwerten. Ich weiß es nicht. Es fehlte heute einer, der im MF Ruhe ausstrahlt und sich aus dem Gehaue heraushält, dann aber die Bälle verteilt und die Leute besser stellt. Dabei gab es einige gute Ballverteilungen (Ernst, Brandt), aber da die Kollegen schlichtweg nur im Pulk anzutreffen waren, war das überflüssig. Und so fiel dann auch unser Tor eher zufällig. Und ebenso zufällig fiel das Gegentor, denn unser Gegner brachte vorn reinweg gar nichts zustande. Was mir relativ wurscht ist, aber unserer Defensive auch kein schlechtes Zeugnis ausstellt. Die Einwechslungen die falsche Entscheidung. Statt Ruhe wurde zwei Mal Hibbligkeit eingewechselt.
    Genug. Fehler erkannt. Ich hoffe, es werden die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Bemerkenswert war für mich die Reaktion des Publikums bei den kurz nacheinander folgenden Auswechslungen von Tarek und Ernst. Ich fand beider Leistung etwa gleich und gut. Tarek war dato der Torschütze des einzigen Treffers, aber Ernst erhielt deutlich mehr Beifall. Vielleicht der Bonus des Neuen? Ich beobachte das.
    Zum Stadion: Die Beschallung war heute zu laut. Nicht die Durchsagen sollen den Pegel aufs Maximum bringen, sondern die Anfeuerungsrufe und Torschreie. Der Rasen bei den Ecken ist eine Katastrophe. Hart, zu nah am Beton und dann auch noch Werbeflächen direkt beim Eckstoßbogen. Unser Brandt sollte das Eckenschießen mal üben. Das eine führt da zum anderen. Ich erwarte, daß dieser Betonsockel endlich verschwindet und Ecken besser kommen.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker im Pech beim Elfer. Auch heute wieder schwache Abstöße und KEIN Gegenspiel durch schnelle Abwürfe. Vielleicht sollte man das mal im Training üben. (4,5)
    Butzen hielt seine Seite sauber und versuchte sich im Gegenspiel. Gern öfter. Braucht den Doppelpaßpartner. Tarek ist es nicht. Hebisch? Der spielt weit unter Form. (3) Puttkammer nicht so souverän wie zuletzt. Sollte erfahren genug sein, um Ruhe ins Spiel zu bringen. Brachte er aber nicht. (4,5) Handke stand gut. Heute der Kopfballkönig. Etwa zwanzig Kopfbälle zuu viel. (3,5) Niemeyer stand heute gut und brachte sich auch ins Offensivspiel ein. Spielte schon ganz gut mit Ernst zusammen. Gern mehr. Da könnte sich etwas entwickeln. (3)
    Tarek verbessert. Spielte heute geradliniger und ging oft in die verwaiste Spitze. Belohnte sein Engagement mit dem Tor. Es ist nicht an ihm, das Spiel zu ordnen. Das müssen andere machen. (2,5) Ernst mit guten Szenen. Spielte bissig, aber ohne wirklich strategisches Talent. Vielleicht entwickelt sich das noch? Es ist auch nicht an ihm, unser Spiel zu lenken, obgleich er in der OM-Position spielt. Ich glaube, Härtel sollte einen von beiden Jungspielern draußen lassen, andernfalls wird es weiter Gewürge geben, denn im ZM/OM-Bereich braucht die Mannschaft einen Strategen, nicht nur Stürmer und Dränger. (3) Sowislo mit verbesserter Fitneß. Konnte problemlos mit den jungen Gegnern mithalten und hatte oft das bessere Ende für sich. Aber heute versagte er als Stratege, der er sein muß. Rhythmuswechsel, Leute umstellen, wenn man merkt, daß es nicht funzt. (3,5) Brandt heute fit. Er ist der Brechertyp, der aus der zweiten Reihe schießen kann. Muß dafür aber in Stellung gebracht werden. Wie wär's mal mit einem Spiel ums gegnerische Tor, bis Brandt die Schußposition hat? Kopfballstaffettenvizekönig. (4) Löh unauffällig und die meiste Zeit mit Kleinklein befaßt. Das ist auch ein Gutteil seiner Jobbeschreibung. Kopfballstaffettenbronzemedaillengewinner. (3,5)
    Beck mit etlichen guten Szenen und dennoch grundsätzlich falsch spielend. Er mutiert langsam zum LA. Er spielt dann mit Ernst, Niemeyer und zuweilen auch noch Sowislo links Ringelpietz. Willer das? Ich will das nicht so sehen. Der Mann gehört in das Zentrum. Es soll Leute im Stadion gegeben haben, die sahen ihn da heute. Zuweilen. Immerhin. (4,5)

    Spielbericht vom Kurzen.
  9. Avatar von arma
    Guten Tag erst mal in die Runde, zu Deiner Einschätzung aerolith würde ich abweichen sagen, das dort nicht wirklich schlechte Mannschaften auf dem Feld standen. Im Laufe des Spiels verkrampft, ja das kann schon stimmen, aber die ersten
    30 Minuten vom 1. FC Magdeburg konnten sich durchaus sehen lassen und die letzten 20 Minuten von Werder Bremen waren auch nicht von schlechten Eltern. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, gehe ich nur teilweise mit deiner Einschätzung Konform

    'nen bissel ausführlicher hab ich es hier formuliert

    BWG arma
  10. Avatar von aerolith
    In den letzten Tagen thematisierten Sportseiten der Tagespresse das Thema "Hierarchie":
    erstellt vonner BILD:
    Kaum aufgestiegen und schon mit Blickrichtung zur 2. Liga. Fußball-Deutschland staunt über den 1. FC Magdeburg. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis des Höhenflugs? Fakt ist: seit Jens Härtel (46) im Traineramt ist, geht es nur noch bergauf! Doch Härtel wehrt ab, sagt bescheiden: „Das so etwas möglich war, hat was mit Charakter zu tun. Diese Jungs und diese Mannschaft haben Charakter. Alle gehen Woche für Woche ans Limit. Und die Hierarchie stimmt.“ Auf die legt er besonders wert. Während in vielen Teams die Stars sagen, wo es lang geht, sind bei ihm Stars unerwünscht: „Das Team ist entscheidend. Stars sind Individualisten, die nur glänzen, weil andere es ihnen ermöglichen. Bei uns stehen in der Hackordnung die Spieler ganz oben, die sich für das Team aufreiben. Ich habe, was das angeht, die Mannschaft, die sich ein Trainer nur wünschen kann.“ Und er sorgt dafür, dass das so bleibt. Selbst Kicker wie Christian Beck (27, 15 Treffer), Zweikampf-Wunder Jan Löhmannsröben (24), oder der überragende Stratege Lars Fuchs (33), die Außergewöhnliches leisteten, haben bei ihm keinen Freibrief. Und auch Neuzugang Sebastian Ernst (20), der beim 2:1-Sieg in Halle mit einem Doppelpack seinen FCM-Einstand gegeben hatte, wurde gleich gezeigt, wie es beim Aufsteiger läuft. Härtel: „Ich habe danach keine Überheblichkeit bei ihm festgestellt. Und nur deshalb durfte er gegen Bremen wieder spielen.“
    Ich bin mit dem, was unser Trainer da an psychologischen Erkenntnissen von sich gibt, nicht sehr glücklich. Daß Fußball Mannschaftssport ist, ist unstrittig. Daß Mannschaften eine Hierarchie besitzen, ist zwangsläufig, weil es Leistungsunterschiede gibt. Leistungsunterschiede bewirken Hackordnungen, Gehaltsstufen und Einsatzzeiten. Das ist das eine. Das andere ist der Zwang der Torerzeugung und Gegentorverhinderung. Beides ist durch Einzelleistungen zwar sattsam möglich, aber weniger erfolgversprechend als die Verbundleistung. Das führt zwangsläufig zur Verbreiterung der Mannschaft auf mehr als eilf Spieler, deren jeder zuerst im Verbund funktionieren muß, will man erfolgreich in seiner Spielklasse bestehen.
    Das aber wissen alle Mannschaften, alle Vorstände, das lernt jeder Trainer. Und so spielen die Mannschaften in der Liga dann auch. Man kann zwischen den einzelnen Spielsystemen kaum Unterschiede feststellen. Alle pflegen Kurzpaßspiel, rennen bei Angriffen nach vorn, verteidigen bei gegnerischem Angriff, stehen nicht auf Konter, arbeiten alle nach hinten mit, setzen auf Standardsituationen, besitzen eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern... Natürlich muß man bei gegnerischem Angriff verteidigen, natürlich muß man bei eigenem Angriff angreifen. Es ist das Wie, was die gute von der besseren Mannschaft unterschiedet und es ist wichtig, daß eine Mannschaft Wiedererkennungswert besitzt, daß der Zuschauer ohne Sicht auf die Trikotfarbe weiß: Das ist meine Mannschaft. So spielen wir!
    Ich habe keine Mannschaft in dieser Liga erlebt, die anders gewesen wäre. Doch, eine: unsere Mannschaft. Jedenfalls in der ersten Halbserie. Wir hielten uns aus Kleinklein bei eigenem Angriffsspiel weitgehend heraus, hatten vorn jemand, auf den das Spiel zugeschnitten war, spielten zwar keinen Konterfußball (leider nicht), aber standen in einer leichten Kontergrundaufstellung, ließen die anderen Mannschaften ihr Kleinklein zelebrieren. Im MF war da einer, der unserem Spiel Charakter gab, hinten waren/sind da die Leuchttürme, die alles abräumen und auf den Außen gab es zwar viel Stückwerk und Kopfdurchdiewandgerenne, aber strukturell geradlinigen Angriffsfußball. Das konnte funktionieren, weil die Leistungsträger auch erfahrene Spieler waren, die zudem von den Zuschauern geliebt wurden. Es war ein erfolgreiches Konzept, das nun Stück für Stück dem mainstream-Fußball preisgegeben wird.
    Die Mannschaft wird sukzessive an die Spielweise der Ligakonkurrenten herangeführt, uniformiert. In Halle ging es noch gut, weniger gut gegen Werder. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen, dürfte es heute in Chemnitz kaum besser werden.
    Kurzum: Der Star ist NICHT die Mannschaft, sondern sind immer einzelne. Es ist Aufgabe des Trainers, die überdurchschnittlichen Spieler in ein Gesamtkonzept einzubinden, aber nicht zu rasieren. Man muß jeden Spieler so nehmen, wie er eben ist, zwischen Jokern und Anfangsspielern unterscheiden, zwischen Stürmern und Drängern und Strategen. Wenn man so tut, als ob nur die unmittelbaren athletischen Leistungen den Ausschlag für eine Spielberechtigung in der Mannschaft reichen könnten, wird man die sportliche Entwicklung kaum befördern. Gleichheit hat noch nie den Erfolg gebracht, denn dann wird der Trainer zum Star der Mannschaft. Vielleicht ist das ja der Plan.
  11. Avatar von aerolith
    Ein Kampf- und Krampfspiel auf nassem Geläuf vor einem murrenden Publikum. Nehmen wir den Punkt als Gewinn. Wir kamen nicht ins Spiel, was daran lag, daß wir nicht spielten, sondern auf Spielzerstörung unseres Gegners beschränkt blieben. In einem hektischen Spiele gegen einen quantitativ limitierten Gegner muß man im MF auf den Ball treten und den freien Mann, den es ja geben muß, suchen. Das taten wir nicht, sondern versuchten das gleiche Spiel wie gegen eilf Mann: lauwarme Langpässe auf rutschigem Boden irgendwie in die Spitze spielen, am sinnvollsten dann, wenn Beck gerade hinten verteidigt hatte. Es leuchtet ein, daß diese Spielweise schwerlichst zum Erfolg führen kann. Zudem hatte man das Gefühl, daß unsere Spieler sehnlichst auf eine Rote in unseren Reihen warteten, um dann erst richtig Mannschaft zu sein. Diese Rote blieb aus, also richtete man sich auf ein Hauen und Stechen ein: lahm, wenig intelligent und langweilig. Bei der umständlichen Kleinkleinspielweise der Sachsen mußte einem auch nicht bang um einen Gegentreffer sein, der nur durch einen Abwehrpatzer, der natürlich bei nassem Rasen immer mal vorkommen kann, oder durch einen Standard hätte erfolgen können. Ich ertappte mich bei dem Wunsch dieses Gegentreffers, denn dann hätten wir kommen müssen, was ein ganz anderes Spiel für uns geworden wäre. Und bei dem unsicheren Sachsentorhüter darf man auch mal draufhalten. Aber, wie gesagt, so spielten wir nicht. Wir waren ja auch nur ein Mann mehr. Viel zu unsicher. Ich nenne das Kind, den Modus unseres Spielens, beim Namen und sage in aller Demut: Memmenfußball. Chancen wie die, einen Mann mehr auf dem Feld zu haben, muß man nutzen und nicht ängstlich abwarten, ob sich mal eine zufällig ergibt. Beinahe wäre unsere Loserspielweise noch belohnt werden, aber glücklicherweise ging der Zufallsabpraller nur an den Pfosten. Ein solches Tor hätte mein Gerechtigkeitsgefühl gestört. Zwar bin ich parteiisch, aber ich will auch nicht, daß Schlappschwanzfußball noch belohnt wird. So, wie wir in den letzten zwei Minuten spielten, hätten wir wenigstens ab Minute 60 spielen sollen. Ich wette, daß wir als Sieger vom Platz gegangen wären.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker Herr der Lage. Entschied sich immer richtig, wird aber wohl kein guter Paßgeber mehr. (3)
    Niemeyer mit Problemen und schwachem Paßspiel. Machte aber keine gravierenden Fehler. Kein Zusammenspiel mit Ernst. (4) Handke wirkte souverän, brachte aber keine Zuspiele zustande. (3,5) Puttkammer mit gutem Stellungsspiel und sicher am Mann. Auch er heute ohne Spielberuhigung und einer Rolle als Libero, die er heute durchaus hätte spielen sollen. (3,5) Butzen meistgefoulter und nach Tarek meistfoulender Spieler des Spiels. Ein Spiel, in dem er hätte marschieren können, denn die linke Seite der Chemnitzer wirkte defensiv schwach, weshalb sie ihr Heil inner Offensive suchte. (4)
    Tarek mit den üblichen Nickligkeiten. Für die sechste oder siebente erhielt er dann zurecht Gelb. Ohne jedes Spielverständnis und Gespür für die Situation. Das geradlinige Spiel letze Woche war offenbar eine Ausnahme. Ich hätte ihn zur Halbzeit herausgenommen. (5,5) Sowislo hatte heute die Chance, sich als Spielmacher zu betätigen. Einige Situationen hatte er, deutete an, wie gut er den Ball abschirmen kann. Machte viel zu wenig aus der Spielsituation. (4) Löh stand heute neben sich. Kaum Gewonnenes. Schlampige Zuspiele. (5) Brandt destruktiv. Man muß auch mal den Spielrhythmus wechseln. Wer soll das machen, wenn nicht das MF? (4,5) Ernst schwach. Kein Flügelspiel, kein Zusammenspiel, kein Ballhalten, kein Zug zum Tor. (5)
    Beck hing in der Luft oder war mit Abwehrarbeit (bei Überzahlspiel!) beschäftigt. Soller wohl machen. Ich halte davon gar nichts und stehe auf dem Standpunkt, daß ein Stürmer im eigenen Strafraum nichts zu suchen hat, sondern sich für den Gegenschlag bereithalten sollte. Brachte kein Zusammenspiel zustande und wirbelte wieder auf dem linken Flügel herum, wo aber auch kein Zusammenspiel mit anderen Guten...In der Musik nennt man das Bereitsein: Impromptu. Dummerweise war Beck nur in unserem Strafraum bereit und zu selten vorn. Sein Ziel ist es, ein Tor zu schießen und nicht, Angriffe der Gegner zu verhindern. Erkläre mir keiner, daß der moderne Fußball so etwas verlange. Es geht für Stürmer immer noch darum, Tore zu schießen und nicht darum, der eilfte Abwehrspieler zu sein. (5)

  12. Avatar von arma
    Mit Memmen -fußball liegst Du ganz sicher nicht falsch der Klops in der Hose
    war allenthalben zu spüren . . . . . . sah auch grausam aus.

    mehr von mir hier
  13. Avatar von aerolith
    Wenn man sich eine Saison wie ein Theaterstück vorstellt, dann muß man fünf Teile placieren. Im ersten Abschnitt (Exposition) wird die Spielweise in der Liga vorgestellt. Ein Neuling hat es da leicht, sofern seine Abläufe funktionieren und er entweder besser als seine Kontrahenten das durchschnittliche Spiel der Liga spielt oder durch eine andere Grundausrichtung die Gegner überrascht. Ein Neuling ist ja erfolgreiches Spiel gewöhnt, andernfalls wäre er nicht aufgestiegen. Ist die strukturelle Spielweise opportun, führt dies im zweiten Abschnitt (Klimax) entweder zur Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit oder schon in dieser Phase der Saison zur ersten kleinen Katastrophe, die entweder so aussieht, daß die bisherige Spielweise perfektioniert (gesteigert) oder geändert wird, was in beiden Fällen Fingerzeige für das mutmaßliche Ende der Saison, also Erfolg (positive Katastrophe/Happy End) oder Mißerfolg (negative Katastrophe/Abstieg), gibt. Unsere defensive Grundaufstellung vom Anfang der Saison überließ dem Gegner meist das Mittelfeld, behakte ihn nur ordentlich, spielte aber bei eigem Angriff überfallartig keineswegs das Spiel der Gegner. Das war für die Mannschaften dieser Liga ungewohnt, denn bislang versuchte noch jede über gefälliges MF-Spiel den Weg zu unserem Strafraum, wo baumlange Verteidiger noch (beinahe) jeden Angriff stoppten.
    Zur Zeit befinden wir uns in der dritten Phase der Saison (Peripetie). Jetzt zeigt sich dem aufmerksamen Beobachter die endgültige Richtung, wo es eben hingeht. Die Weichen werden gestellt. Die sich bei uns abzeichnende Tendenz lautet Stillstand, wenn nicht sogar Regression oder gar Selbstzerstörung. Wir verlassen OHNE NOT den erfolgreichen Fußball vom Saisonbeginn und experimentieren. In der heutigen Aufstellung trennte sich der Trainer von der Idee einer kopfballdominanten IV und setzte statt dessen auf mitspielende IVs. Nicht nur das: Wie in den letzten Spielen bereits beobachtet worden ist, wird fortan auch nicht mehr auf MF-Kleinklein verzichtet, sondern es werden munter ellenlangen Kopfballstaffetten und betuliches Gewürge im MF gepflegt. Der gleiche Gähn-Fußball wie in zig anderen Stadien der Liga. Warum beides? Der neue IV-Mann gewann von fünfzehn Kopfballduellen eenen oder zween, stand etliche Male schlecht, spielte aber - meist vergeblich, aber strukturell - die Form des modernen IV, der den Ball auch mal treibt, meist verstolpernd. Zwei gute Szenen hatte er: einmal paßte er gut zu Beck auf den Flügel und einmal lief er vor unserem Strafraum einen gefährlichen Konter ab. Doch lohnte sich dieses Experiment mit einem Spieler, der jetzt schon weiß, daß er uns zum Saisonende verlassen wird? Nein. Im Angriff verzichtete Härtel auf Hebisch, für den das heute eine gute Spielsituation gewesen wäre, wenn man ihm den Ball in den Fuß gespielt hätte. Statt dessen mühte sich wieder Beck auf Außen, der dann in der Mitte fehlte. Zu oft fehlte. Und wenn man einen Mann wie Ernst bringt, der auch mal vor dem gegnerischen Strafraum mit dem Ball am Fuß eine Ehrenrunde drehen kann, muß man Anspielstationen im Sturmzentrum schaffen. Und schließlich, kaum waren wir endlich ein bißchen in Fahrt gekommen, nahm Härtel (den sicherlich erschöpften) Fuchs aus der Mannschaft - damit war unser Angriffselan zu Ende, denn Tarek zeigte schon kurz darauf, warum er eigentlich nichts in der Mannschaft zu suchen hat. Er lief aufs gegnerische Tor zu, ließ sich abdrängen und stolperte den Ball dann am Tor vorbei.
    Wenn ich das alles betrachte, dann kann ich nur eins feststellen: Man hat die Saison abgehakt und versucht jetzt alles, um bloß nicht aufzusteigen. So blieb es beim 0:0. Seit acht Spielen unbesiegt und dennoch ziemlich erbärmlich, weil die Tendenz unzufrieden macht.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker hätte heute, nach kürzlich überstandenem Infekt, Tischer Platz machen sollen. Zwar gut bei einigen Paraden, aber kraftlos beim Abstoß, schnellen Umschalten und Klären. (4)
    Butzen mit guten Ansätzen. Auf seiner Seite brannte nichts an, unternahm auch Vorstöße. Einige Male nur durch Foul aufzuhalten. (2,5) Unser Afrikaner (David K.) mit den genannten Stellungsproblemen und schwach im Kopfballduell. Gutes Paßspiel. Keine Gefahr im gegnerischen Strafraum. Ist keine Verstärkung. (4) Handke mit einigen Paßproblemen, aber gutem Stellungsspiel und wie gewohnt kopfballstark. (3,5) Hammann mit einigen guten Szenen. Hielt seine Seite sauber und machte einige Konterversuche, wurde aber von Glinker nicht bedient. Gute Paßwechsel. Einige Versuche des Zusammenspiels. (3)
    Löh mit etlichen Patzern, besonders im Aufbauspiel schlampig und hasplig. (4,5) Brandt mit bekannten Flankenproblemen von links. Pirouetten statt Direktspiel. Keine gute Entwicklung. (4,5) Sowislo mit gutem Stellungsspiel, guter Athletik und befriedigendem Paßspiel. (3) Ernst besser als zuletzt. Alternierte mit Fuchs, spielte auch mit ihm zusammen, kam aber zu keinem Abschluß. Muß seine Funktion in der Mannschaft noch finden. (3,5)
    Fuchs mit Licht und Schatten. Einige Langpässe kamen nicht an; es ist aber wichtig, daß er genau die spielt, denn so etwas bricht das Spiel immer auf und schafft in einem eingefahrenen Spiel neue Situationen. Gerade als er sich als Wühler entdeckt hatte, mußte er runter. Ich würde mir hier von unserem Trainer mehr Gespür wünschen. Die Spielsituation war so, daß ein Tor in der Luft lag. (3) Beck hing heute nicht in der Luft, aber er hat ein Formtief. Gewann kaum einen Kopfball und spielte zu oft außen. Die Chance kurz vor der Halbzeit muß er nicht machen, aber ein formstärkerer Beck hätte sie gemacht. Ich muß an dieser Stelle auch einmal die kölner IV loben, die beinahe ohne Foulspiel Beck im Griff hatte. (3,5)

    Spielbericht vom Kurzen:

  14. Avatar von arma
    nun denn Robert, die beiden Winterneuzugänge. Hammann , bes. aber David Kinsombi würde ich dann doch positiver bewerten. Das was der David da vor meinen Augen in der II Hz. gezeigt hat, würde ich ganz sicher nicht so negativ bewerten.

    mehr dazu hier
  15. Avatar von aerolith
    Ja, da war doch was im Hinspiel. Richtig. Da besetzten ostfälische hardcore-Fans Hansa-Territoritum. Die werden sich im Rückspiel rächen wollen. Die Polizei nennt das ein "Hochsicherheitsspiel". Etwa wie Schalke gegen Dortmund oder HSV vs. St. Pauli. (Man stelle sich vor: nur 700 Schalke-Fans dürfen beim BVB ins Stadion!) Zuviel Monepopelrangelei im Vorfeld? Was macht man? Alle a priori wegsperren. Stasi-Methoden beim FCM. Das Fußball-Spiel gegen die Hanseaten wird zum Exempel für die Oberlehrer in politisch-korrekter Vorauseiligkeit gegenüber ordnungsschnurzelnden Platzhirschen. Der FCM verbietet die Freizügigkeit, verbietet von vornherein Auseinandersetzung auf den Rängen, will sich seine Kuschelmuschelatmosphäre nicht von kaltgespülten Hitzköpfen kaputtschreien lassen. Was für ein Armutszeugnis, das aus kämpferischer Stadion-Auseinandersetzung Klatschpappeneventpublikum erzeugen soll. Eine Erziehung nach linksgrüner Manier im CDU-Gewand. Eine Merkelei. Kallnik greift voll durch, wehrt sich nicht gegen Stahlknechts Obstruktion zur Ausschaltung jedweden Widerstands gegen die öffentliche Ordnung, wie sie von Fußballfans ausgehen kann, sondern diffamiert durch seine Zustimmung zu den befohlenen Maßnahmen jedweden Hansa-Fan als kriminell. Der Staat zeigt sein wahres Gesicht: Freiheit nur dann, wenn sie im Sinne der CDU-Direktiven gelebt wird.
    Vor der Wahl zeigt sich, wo die wahren Störer der Freiheit sitzen.

    Auskunft Kallniks am Tage nach der Erregung:



    gut kommentierte, faktenbasierte Zusammenfassung der Affäre hier
  16. Avatar von arma
    Zitat Zitat von aerolith
    Ja, da war doch was im Hinspiel. Richtig. Da besetzten ostfälische hardcore-Fans Hansa-Territoritum. Die werden sich im Rückspiel rächen wollen. Zuviel Monepopelrangelei im Vorfeld? Was macht man? Alle a priori wegsperren. Stasi-Methoden beim FCM. Das Fußball-Spiel gegen die Hanseaten wird zum Exempel für die Oberlehrer in politisch-korrekter Vorauseiligkeit gegenüber ordnungsschnurzelnden Platzhirschen. Der FCM verbietet die Freizügigkeit, verbietet von vornherein Auseinandersetzung auf den Rängen, will sich seine Kuschelmuschelatmosphäre nicht von kaltgespülten Hitzköpfen kaputtschreien lassen. Was für ein Armutszeugnis, das aus kämpferischer Stadion-Auseinandersetzung Klatschpappeneventpublikum erzeugen soll. Eine Erziehung nach linksgrüner Manier im CDU-Gewand. Eine Merkelei. Kallnik greift voll durch, wehrt sich nicht gegen Stahlknechts Obstruktion zur Ausschaltung jedweden Widerstands gegen die öffentliche Ordnung, wie sie von Fußballfans ausgehen kann, sondern diffamiert durch seine Zustimmung zu den befohlenen Maßnahmen jedweden Hansa-Fan als kriminell. Der Staat zeigt sein wahres Gesicht: Freiheit nur dann, wenn sie im Sinne der CDU-Direktiven gelebt wird.
    Vor der Wahl zeigt sich, wo die wahren Störer der Freiheit sitzen.



    hast Du schön in Worte gefasst. Janz schlimme Angelegenheit das, wen sich das in die Breite verteilt.
  17. Avatar von aerolith
    Ich muß gestehen, daß ich auch zu denen gehöre, die Leihgeschäften skeptisch gegenüberstehen, insbesondere bei einem Leihgeschäft eines mittenmang der Saison gekommenen Spielers, der weiß, daß er nach wenigen Monaten den Verein wieder verlassen wird. Unstrittig ist es unsinnig, wenn ein Spieler geholt wird, auf dessen Position kein Bedarf besteht und er in eine funktionierende Mannschaft eindringt, also unnötig Unruhe hereinbringt. Auf der Haben-Seite eines Leihgeschäfts stehen zwei Dinge:
    1. Beteiligung an den geschäftlichen Prozeduren innert des Profifußballs, Geschäftsanbahnung für weitere Geschäfte und
    2. Leihspieler sind meist vertraglich an höherklassige Vereine gebunden und noch im Entwicklungsprozeß, bringen also neben hohem Engagement auch eine solide Ausbildung und Talent mit.

    Der Fall "Kinsombi", ein 20jähriger negrider Spieler, der in den Medien als Deutsch-Kongolese bezeichnet wird, ist nun besonders exemplarisch für die Praxis des Leihspielergeschäfts. Daß ein frisch beim FCM eingestellter Scout sich extemporieren muß, ist die eine Sache; daß aber unser Trainer in die Mikrophone spricht, daß Tagesform bei der Aufstellung entscheidet, will ich so nicht gehört haben, denn das bedeutet nichts anderes als den Verzicht auf einen strategischen Plan und die Beliebigkeit der Spieler und der Spielweise. Bedeutet es nicht? Doch, genau das bedeutet es. Ich habe mir das Spiel des Kongolesen angesehen, ihn auch im Training beobachtet und festgestellt, daß er einen ganz anderen Stil pflegt als seine Konkurrenten auf der IV-Position. Er spielt so wie viele höherklassige IV-Spieler, treibt den Ball, beteiligt sich am MF-Kleinklein und spielt beim Spielaufbau eher in den Rücken als in den Fuß, mag entgegenkommende Mitspieler. Das alles dürfte der Grund sen, ihn aufzustellen, denn Härtel will offenbar weg von unserem artifiziellen Spiel des Hoch und Weit auf den startbereiten Center. Das deutete sich in den letzten Spielen schon an, als er Beck aus der Mitte nahm und den wuseligen Ernst Fuchs vorzog, der den Ball in den Fuß spielt, seltener aber mit dem Ball am Fuß losstiefelt. Eine spielerische Angleichung an das Gspiele der anderen Mannschaften in der Liga, die allesamt beliebig spielen - und deshalb auch nicht aufsteigen werden. Wir aber waren auf einem guten Weg, mit unserer Haudraufspielweise die Liga zu rocken. Kömmt jetzt die große Angst, die bewußte Nivellierung des eigenen Stils zugunsten der Ligaalltaglichkeit? Kömmt jetzt das schon öfter praktizierte devote Lichtunterdenscheffelgestelle, so im Sinne: Ich bin klein, mein Herz ist rein, mein Popo ist schmutzig, ist das nicht putzig? Im IV-Bereich werden vor der Saison strategische Marschrichtung bestimmt. In diesem Bereich wird nicht gewechselt, es sei denn, der Trainer wird dazu gezwungen. Es ist dem Spiel jeder Mannschaft abträglich, wenn im IV-Bereich munter das System gewechselt wird. Ohne Not!
    David K. spielte im Pflichtspiel nicht sehr schlecht, aber jede gefährliche gegnerische Aktion entstand aufgrund seiner Spielweise (siehe obiger Spielbericht, wo jeder nachprüfen kann, wann gefährliche Situationen für unser Tor entstanden und wer ursächlich...): entweder stand er schlecht oder er spielte den Ball zum Gegner oder er ließ sich ausspielen. Daß er auch einige gute Aktionen hatte, wird von mir nicht bestritten. Sein Talent und seine Ruhe am Ball gefielen mir auch. Aber er paßt nicht mit seiner Spielweise. Und, was noch schlimmer ist: ES, also das Drumherum, paßt nicht. Härtel glaubt, daß die Leihe über die Saison hinaus erfolgen wird. Wie denn das? Spielen wir dann mit Kinsombi gegen seinen Verein? Zahlen wir einen Betrag umme 500000 € für einen Spieler, der noch zwei Jahre Vertrag woanders hat? Stellen wir unser Spiel jetzt völlig um?
    All das gefällt mir nicht und kann auch denjenigen nicht gefallen, die eine andere Entwicklung des FCM wollen, nämlich weiter auf dem Weg, der im letzten Sommer eingeschlagen worden ist. Malone, Hennecke und Schiller werden in diesem Spieljahr noch zurückkehren, Bankert steht bereit. Es besteht kein Bedarf im IV-Bereich, zumal auch Brandt und Löh die IV-Position spielen können. Man sollte Kinsombi schleunigst zurück nach Karlsruhe schicken, wo er eine Zukunft hat und das Ganze als irrtümliche Fehlleistung derer bezeichnen, die Quoten (der FCM brauchte neben dem Quoten-Türken, dem Quoten-Migrationsmischling noch den Quoten-Bunten, um als politisch-korrekt gelten zu dürfen) und Partizipation am Profifußballalltag propagieren, denen aber nicht geholfen werden konnte. Ich befürchte jedoch, daß genau das nicht passiert und statt dessen auf dem Rücken Kinsombis das politische Vexierspiel im vorauseilendem Gehorsam gegenüber den politischen Segensträgern den FCM in seinem Spiel den anderen Mannschaften der Liga angleichen wird. Sportliche Nivellierung sichert den Bestand des e.V.. So werden sich etliche finden, die sein bestenfalls remisöses Spiel für uns in den Himmel zu loben werden wissen und darüber ganz vergessen, daß 38 Remis pro Saison den Abstieg bedeuten würden. - Na gut, das war jetzt übertrieben.
  18. Avatar von aerolith
    Die Spiele des FCM werden schwächer. Das hat seine Gründe in fehlgeleiteter psychologischer und falsch verstandener sportpolitischer Arbeit. Die bereits angezeigte Implementierung neuer Spieler zersetzte das Innenleben einer funktionierenden Mannschaft. Exemplarisch dafür die zwei wichtigsten sportlichen Folgen:
    a) Gegentore durch Fehler im IV-Bereich und
    b) fehlende Flanken aus dem Außenstürmerbereich auf Beck.
    Die Gegentore in Osnabrück entstanden beide, weil im IV-Bereich Raumteile ungedeckt blieben und der Ball bei beiden Gegntoren in diesen Raum gespielt wurde: "Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht!" Das sah man bis zum Einsatz des Kongolesen in dieser Saison noch nicht und es ist typisch für das Spiel eines NICHT eingespielten IV-Teams, daß genau solche Pannen geschehen. Typisch ist auch die nachlassende Leistung Handkes, der sich neu orientieren muß und das spielen soll, was er am schlechtesten kann, einen mitspielenden IV-Mann mit Kleinklein-Attitüde. Härtel zerbricht die Struktur des FCM-Spiels zugunsten einer Anpassung unserer Spielweise an die der Liga-Konkurrenten, die das allesamt besser können als wir. Das führt zu Unsicherheit und Regression in überstanden geglaubtes Kick'n'Rush-Gespiele. Unsere Spieler kennen die Laufwege ihrer Mitspieler nicht mehr und machen das, was dann üblicherweise geschieht: sie bolzen die Molle nach vorn, wo ein Mann gegen drei steht. Die Folge sind bestenfalls Kopfballstaffetten mit ungewissem Ausgang. Wo sind sie hin, die Strukturen unseres Spiels? Ernst spielt keinen Außenstürmer, denn das kann er nicht, es fehlt ihm an Flankengottmentalität. Er ist der Typ Wuseler. Kinsombi ist der Typ mitspielender IV-Spieler, der eher den Schritt zuwenig als zuviel macht und dem Gegenspieler NICHT auf den Füßen steht, dafür aber den Blick für den Mitspieler hat. Handke ist so ungefähr das Gegenteil davon und hat jetzt keine Ahnung, wie er mit dem ihm aufgezwungenen neuen Mann umgehen muß, zumal er bis vor kurzem noch sehr erfolgreich spielte. Kurzum: Falls eine Verunsicherung im IV-Bereich gelingen sollte, so ist das Experiment gelungen.
    (Anmerkung: Hauchdünn abseits. Der LV und der IV müssen rechtzeitig herausrücken)
    (Anmerkung: Im IV-Bereich steht der gegnerische Angreifer frei. Der 7er der Osnasen wird gleich zur Grundlinie durchgehen und dann diesen Angreifer anspielen.)
    Im MF wirkte der Einsatz Ernsts im ersten Spiel erfrischend, was seinen Grund darin gehabt haben dürfte, daß die Hallenser den Mann nicht kannten und sich nicht darauf vorbereiten konnten. Nun, jetzt kennt man ihn und weiß ihn zu nehmen. Ernsts eine Schwäche liegt darin, daß er zwar gute Anlagen besitzt, sie aber eher weniger in den Dienst der Mannschaft stellt. Er ist nun kein eigensinniger Spieler, sondern schlichtweg als junger Mann in eine fremde Umgebung geworfen, in der er sich ohne Rückendeckung behaupten muß. Zudem dringt er in eine Pfründe ein, die vom Platzhirsch besetzt worden ist - eben deshalb ist er ja geholt worden. Reibungspunkte? A priori bei dieser Konstellation zuhanden. Die Folge? Der zweite Platzhirsch hängt fortan in der Luft, wird nicht mehr mit Flanken versorgt, der erste Platzhirsch muß sich eine neue Aufgabe suchen, die er aufgrund nachlassender Schnelligkeit nicht erfüllen kann. Ergebnis: fehlende Flügelläufe und nachlassende Effizienz im Angriffsspiel. Sollte die Funktionsweise unseres Offensivspiels neu justriert werden, so ist auch dieses überflüssige Experiment nicht gelungen. Jedenfalls noch nicht.
    So. Jetzt könnte man als Beobachter fordern, daß man zum alten Spielsystem zurückkehren möge. Das wäre aber falsch. Das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen und die Sicherheit dahin. Zwingend folglich aber scheint es mir zu sein, den IV-Bereich zu sichern. Entweder findet man einen zweiten spielenden IV-Mann, der sich mit dem Kongolesen besser versteht, oder man findet einen Spielertypen, der besser zu Handke paßt. Oder man tauscht beide. So aber geht es nicht weiter. Schon im Spiel gegen Fortuna Köln waren die Schwächen in der Abstimmung im IV-Bereich offenkundig (siehe Spielbericht), Osnabrück nutzte die nun erkannten Schwächen aus, wahrscheinlich hat man das Spiel gegen Fortuna gut analysiert.
    Für die Zukunft läßt sich hier nur eines folgern: KEINE Verpflichtungen im Winter, wenn sie nicht zwingend notwendig sind. Vielleicht schickt man nächstmals nicht zwei junge und talentierte Spieler (wie dieses Jahr Reimann, Bremer) weg und holt sich zwei nicht in die Mannschaft passende Neulinge, denen man zudem gleich Startplätze in der Mannschaft gibt und so Strukturen zerstört, die gewachsen waren und erfolgreiches Spiel ermöglichten.

    P.S. Gelb-Rot für Brandt war falsch. Der Oberarm liegt am Körper. Der Ball geht nicht gegen die in der Bewegung seiende Hand, sondern gegen den Ellenbogrn, wobei Brandt in der Bewegung ist.
  19. Avatar von aerolith
    erstellt von fcm.de

    Am heutigen Mittwoch, 24.02.2016, trafen sich Vertreter der aktiven Fanszene des 1. FC Magdeburg, Vertreter der Polizei sowie Offizielle des 1. FC Magdeburg und des FC Hansa Rostock in der MDCC-Arena Magdeburg, um sich mit Blick auf das gemeinsame Spiel am 05.03.2016 und das damit zu vergebende maximale Gästekartenkontingent auszutauschen.
    Aufgrund der aktuell unzureichenden baulichen Voraussetzungen in der MDCC-Arena und der vorliegenden Gefahrenanalyse seitens der Polizei hatte sich der 1. FC Magdeburg bereits für ein maximal genehmigtes Gästekartenkontingent in Höhe von siebenhundert Karten entschieden. Des Weiteren wurde beiden Fanlagern durch den 1. FC Magdeburg eingeräumt, bei einer etwaigen positiven Veränderung der Gefahrenanalyse durch die Polizei, in Absprache mit den jeweiligen Sicherheitsbehörden eine andere Entscheidung verantworten zu können. Explizit dazu konnten die Vertreter der unterschiedlichen Fanlager im Rahmen des heutigen Termins geeignete Maßnahmen aufzeigen bzw. diskutieren, welche eine positive Veränderung der derzeitigen Gefahrenanalyse bewirken sollte. Von beiden Seiten wurden dabei verschiedene Ansätze diskutiert und bewertet.

    In der Diskussion wurde von der Polizei klargestellt, dass sie nicht über die Anzahl der Gästefans entscheidet, sondern, dass es letztendlich allein die Entscheidung des Vereins ist. Somit wurden Bestandteile der Gefahrenanalyse bezogen auf das maximal mögliche Gästekartenkontingent geändert. Auf Grundlage dessen haben beide Vereine gemeinsam mit den Fanvertretern eine einvernehmliche Lösung erarbeitet.
    Im Ergebnis wurde sich darauf geeinigt, das Spiel unter das Motto „Vertrauen“ und somit Wahrung der Grundrechte von Fans zu stellen. Der FC Hansa Rostock erhält auf Wunsch 2.000 Karten explizit für dieses Spiel.
    Die Fanvertreter beider Vereine haben darüber hinaus bei diesem Treffen bekräftigt, ihre Mannschaften emotional und friedlich zu unterstützen.
    Robert Marien, Vorstand Marketing und Vertrieb beim F.C. Hansa Rostock: „Das positive Ergebnis ist das Resultat eines guten und partnerschaftlichen Gesprächs mit den Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg, für das ich mich bedanken möchte. Durch die Bereitstellung des erhöhten Gästekarten-Kontingents ist es nun doch ermöglicht worden, dass auch unsere Fans, dieses traditionsreiche Duell live im Stadion erleben können. Wir freuen uns auf ein spannendes und friedliches Spiel in Magdeburg.“
    Mario Kallnik (Stadion- und Sportmarketing GmbH): „Wir freuen uns gemeinsam eine einvernehmliche Lösung gefunden zu haben. Nun haben beide Fanlager die Möglichkeit der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie emotional ihre Mannschaften unterstützen und respektvoll miteinander umgehen können.“
    Der 1. FC Magdeburg betont ausdrücklich, dass nach Fertigstellung der sicherheitsrelevanten baulichen Voraussetzungen im Gästebereich der MDCC-Arena, grundsätzlich zehn Prozent des Gästekartenkontingents für Gästefans zur Verfügung stehen werden.
    Es ist festzuhalten, dass auch nach Fertigstellung der baulichen Sicherheitsmaßnahmen in der MDCC-Arena bei der Umsetzung der Zehn-Prozentregelung die Einschätzung der Gefährdungslage der Polizei auch zukünftig Berücksichtigung finden wird.
    Das Exempel. Fortan werden diese Sitzungen regelmäßig stattfinden. Hochpolite Entscheidungsfinder verabreden auf der Basis gegenseitigen Vertrauens das, was der Normalfall, vernünftig sein sollte. Die Gemaßregelten bellen artig und wedeln mit dem Schwanz. Und dann haben sich alle wieder lieb. Als ob der Skorpion auf dem Rücken eines Frosches nicht zustechen würde!

    Andererseits freut mich diese Entscheidung, die gut für Magdeburg, gut für Stahlknecht und die CDU und gut für die Polizei ist.

    Unter der Oberfläche wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der zu weiteren Einengung der Bewegungsfreiheit und zur Personalisierung von Eintrittskarten, mithin der damit verbundenen Überwachsungstätigkeit, Denunziation und Datensammlung führen wird. Das ist keine Zukunftsmusik.

    Offenbar liegt im Verhältnis zwischen Verein, Bindegliedern zwischen Verein und Fanszene (Sozialarbeitern) und den ULtras einiges im argen. Anders ist diese Reaktion



    kaum zu erklären. Ich werde am Sonntag hingehen und mir das anschauen. Falls sich in Magdeburg endlich basisdemokratische Elemente regen sollten, wäre das durchaus in meinem Sinne. Zeit würde es.

    Kommentar zur angemahnten Struktur-Prüfung: Wenn es um Kommunikation gehen sollte, sind dafür mehrere Personen verantwortlich (wozu Fan-Verantwortliche, ein Fan-Rat und ein Aufsichtsratsmitglied, das Block U wählte und das Präsidium absetzen könnte?), keineswegs aber fehlerhafte Strukturen.
    Daß die Vereinsstrukturen fehlerhaft sind, sage ich seit Jahren. Solange die Mitglieder ihre Exekutive nicht selbst bestimmen, wird es weiter kompliziert bleiben, die Arbeit der Exekutive (Präsidium) zu maßregeln, wenn sie sich gegen die Erwartungen der Mitglieder stellt. Fraglich ist dann nur, ob es sich um ein Mehrheitsmandat handelt, wenn Block U gegen Präsidiumsbeschlüsse und -maßnahmen agitiert.
    Kurzum: Es ist eine Machtfrage, die geklärt werden muß udn für Block U immer dringlicher wird, denn mit steigender Mitgliederzahl schwindet ihr Einfluß, da anteilig mehr Klatschpappeneventis Mitglied werden, die die "jungen Hüpfer" zwar als Stimmungshintergrund benötigen, als mehr aber nicht.

    Die Diskussion in einem FCM-Fanforum deutet Verwerfungen innerhalb der Fanszene an:
    Zitat Zitat von ratatoeskr
    Zitat Zitat von FCM-Fan.de
    Zitat Zitat von mildred pierce
    welche verfehlungen meinste denn?
    Ist das jetzt dein Ernst? Das Heimlichkeitstestspiel gegen Rattenball, die heimliche Preiserhöhung, der Suffauftritt bei der MV, der Umgang mit den Fans in Sachen Ausgliederung,...

    Ja, Kallnik und Co. haben den Verein auf gesunde, solide Füße gestellt. Ja, Kallnik und Co. haben uns aus einem 25jährigen Jammertal geholt. Aber das ist für mich kein Freibrief oder Rechtfertigungsansatz für den Versuch (mal wieder heimlich :roll: ) Gästefans generell auszuschließen.
    Das liest sich für mich wie "Ja, der Mann hat mich aus dem brennenden Auto gezogen und mir damit mein Leben gerettet, aber er trug dabei ein total hässlichen Pullover und hatte Mundgeruch. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen."
    Vielleicht hat der übelriechende Mundgeruchler den Rettling aber nur aus dem Auto gezogen, um ihn in seiner Schuld zu wissen. Erfüllt der sie nicht, läßt er ihn beim nächsten Autounfall vielleicht einfach verbrennen.

    Übertragen: Vielleicht machen die Verantwortlichen bloß alles für ihre Karriere und ziehen weiter, wenn der Proband nicht so will, wie sie das wollen? Vielleicht werden sie von ganz anderen Leuten bezahlt, um den FCM weichzuspülen und im bundesdeutschen Profifußballsystem zu implementieren?

    Es ließe sich vieles annehmen. Vielleicht erleben wir zur Zeit einen Systemkampf zwischen basisdemokratischen und systemerhaltenden Kräften. Interessant ist der deshalb, weil von den gut 3000 Mitgliedern sicherlich ein Gutteil Block U zu subsumieren ist, es also hier Handlungsbedarf beim Establishment gibt. Die haben das Pfand des Geldes. Wird spannend, wer sich da wie durchsetzen kann. Insofern sehe ich die Angelegenheit tatsächlich NICHT als Vorspiel (Prolog), sondern eher als Exposition im fünfaktigen Drama. Sonntag erleben wir die Klimax, wenn Block U einlädt und die Spannungskurve entweder steigt oder sich andeutet, daß die Angelegenheit am Ende wie eine Komödie ausgeht, also gut.
    Weiß jemand, wie die Sache wahrscheinlich ausgehen wird? Ich weiß es nicht.

    Nachschlag oder Wie man vorauseilenden Gehorsam als insuffisanten "Schwarzen Peter" verkauft.
  20. Avatar von aerolith
    Das vogelwilde Spiel unserer Mannschaft zerbrach den Strukturwillen der Profis aus Schwaben. Es zeigte sich einmal mehr, daß nicht der Fußball erfolgreich ist, der geordnet vorgeht, sondern der, der aus einer Grundordnung heraus anarchisch spielt. So dürfte sich jedem Fußballehrer im Stadion die Halskrause gewölbt haben, wäre er ein Verfechter des systematischen Spiels nach vorn, denn nicht die Mannschaft, die so spielte, verließ das Spielfeld als Sieger, sondern die Mannschaft, die es eben nicht machte. Es erinnerte in diesem Sinne wohltuend an die ersten Spiele der Saison, bei denen, man höre und staune, wer als Sieger die Walstatt verließ? Richtig, die anarchische Mannschaft.
    Als wir in der zweiten Halbzeit begannen, strukturierter zu agieren, gerieten wir beinahe noch auf die Verliererstraße, denn unsere Gegner in dieser Liga beherrschen das schlichtweg durch die Bank besser als wir, sie sind aber ebenso durch die Bank damit überfordert, gegen einen aufgeschreckten Hühnerhaufen systematisch zu agieren, dann kömmt noch die Kulisse - und fertig ist das explosive Gemisch, das uns die Punkte im HKS beschert. Ich wünschte mir, es wäre Absicht gewesen, so zu spielen, befürchte aber, daß es eher Unvermögen war. Unruhe als Gestaltungsmerkmal paßt zwar zu unserer Politik, aber kaum auf den Fußballplatz. Oder? Diese Unruhe begann hinten, woran die wieder einmal wacklige IV ihren Anteil besaß, die mit bestenfalls 60% gewonnener Zweikämpfe beim Kongolesen und etwa 75% beim Randostfalen keine besonders guten Werte erzielte und so Unsicherheit erzeugte, derer unser MF keineswegs Herr wurde. Es fehlte schlicht an einem planvollen Angriffsspiel. Am Ende zeigte sich das verstärkt in der fehlenden Abschlußstärke bei einigen verheißungsvollen Kontern. Wir müssen unbedingt unser Konterspiel verbessern!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mußte kaum eingreifen, denn die Schwaben schossen immer vorbei, wenngleich manchmal knapp. Halbgare Abschläge und kein Abwurf. (4)
    Hammann sicher und mit gutem Spiel nach vorn. Scheiterte mit einem Freistoß knapp. (2,5) Kinsombi ein Unsicherheitsfaktor. War am Gegentor wieder beteiligt und hatte Glück, nur Gelb zu sehen, verlor zu viele Zweikämpfe in der Gefahrenzone und stand auch schlecht. Schlampige Pässe nach vorn und zu selten Zusammenspiel mit den Kameraden. (5) Handke nicht viel besser, aber etwas. Gewann zu wenige Zweikämpfe und köpfte und paßte zu oft in den zugestellten Raum. (4) Niemeyer mit einer guten Partie. Hielt seine Seite weitgehend sauber. Spielte aber vogelwild nach vorn. (3,5) Löh mittelprächtig. Wenig Konstruktives als DM-Spieler, aber maßgeblich an der Zerstörung des Spiels der Gegner beteiligt, insofern gut. Erwarte von ihm , daß er den gewonnenen Ball sicher zum Mitspieler spielt. Dann wäre ich zufrieden. (3,5) Sowislo ohne Kreativität und Paßgenauigkeit. War aber ein Tausendsassa - und das mag ich. Es gibt bei der englischen Übermannschaft dieser Saison, Leicester, einen Spieler namens Kante (mein Lieblingsspieler in dieser Saison), der spielt ähnlich, aber qualitativ so, wie ich das von unserem Mittelfeldmotor auch erleben möchte. (3) Ernst stand einmal richtig. Im übrigen ein Ausfall. Ganz schwache Vorstellung. Wenn man dribbeln kann, muß man Ruhe in die eigenen Angriffe bringen oder zielstrebig angreifen. Er aber macht weder das eine noch das andere, sondern spielt selbstbezogen. (4,5) Tarek durchwachsen. Heute nicht so nicklig und beinahe zielstrebig. Gute Leistung beim 2:0. (3) Pulido mit guter Leistung. Präzise Eingabe in den Rücken der Abwehr vor dem 2:0. Gern mehr davon. Sein Spiel paßt zu dem der Stuttgarter, eher nicht zu dem unserer Mannschaft, heute aber war er ein Matchwinner. Vielleicht werden wir doch noch Freunde. (2,5)
    Beck mühte sich vorn und hing heute nicht so in der Luft wie in den letzten Spielen. Unruhe hieß das Signalwort in diesem Spiel. (3)

    Neben dem Spiel fand am Vormittag eine Veranstaltung im Fanprojekt statt, die ich besuchte. Etwa 150 vereinstreue Anhänger versammelten sich, um die Gründe für die Verwerfungen zwischen dem Präsidium und der "aktiven Fanszene" zu erfahren. Ich lasse die Ereigniswiedergabe außen vor (hier nachlesen) und konzentriere mich auf das, was es bedeutet und welche Schlußfolgerungen daraus zu ziehen sind.
    Zu Block U gehören etliche Vereinsmitglieder, etwa 500, schätze ich. Da bei Mitgliederversammlungen nur zirka 200 Vereinsagehörige anwesend sind, würde angesichts der höheren Mobilisierung bei Block U-Mitgliedern mühelos eine Satzungsänderung durchgesetzt werden können, die das schäbige Verhalten des Präsidiums gegenüber den Mitgliedern/aktiven Fans des Vereins ein- für allemal beheben könnte. Block U könnte die Direktwahl des Präsidiums durchsetzen. Dann wäre das Präsidium auch rechenschaftspflichtig und müßte jederzeit befürchten, abgesetzt zu werden, wenn es sich solche Aphasien wie dito erlauben würde. Heute muß es keine Folge befürchten, denn der AR steht (bis auf einen Vertreter) hinter der Arbeit des Präsidiums und betrachtet nicht die maximal 4000 aktiven Fans als Hauptklientel, sondern die etwa 150000 anderen, die aber eher das Potential des Vereins abgeben und keine Mitglieder und auch eher selten Zuschauer bei den Heim- oder Auswärtsspielen sind. Die jetzt getroffene Lösung soll "Vertrauen" nahelegen, ein klassisches Wort in Diktaturen, in denen der HInweis auf eine vage Zukunft das Manko fehlender Kontrolle durch die Regierten beheben soll. "Habt Vertrauen, Genossen, alles wird gut!" Zugleich wird von der Vereinsführung von den aktiven Fans verlangt, daß sie mit einer Zunge und in einem Atemzug eine fixierte Meinung vertreten. Was für eine unsinnige Forderung! Vom Arbeiter bis zum Professor, vom Hungerleider bis zum Millionär, vom Rechtsradikalen bis zum Linksaußen: der Fußball besitzt eine große integrative Kraft, aber er kann nicht für Einhelligkeit im Handeln sorgen. Das wäre auch nicht satzungskonform. Gerade die Tatsache, daß der FCM ein e.V. ist und ALLGEMEINnützig sein will, verbietet es, von den Zuschauern einheitliches Handeln zu verlangen. Wer so etwas will, der will die Diktatur, der will tatsächlich aus Zuschauern Hampelmänner machen, die nur das machen, was einem profitorientierten Geschäftsmodell hold sein soll. Das wird in Magdeburg nicht klappen. Vielleicht sollte man das dem Preußen Kallnik mal beibiegen.
    Kurzum: Ich würde dem jetzt avisierten Burgfrieden nicht trauen, sondern die Satzung ändern: Direktwahl des Präsidenten, wie ich es seit Jahren fordere. Dann muß der springen, wenn die Mehrheit der versammelten Mitglieder es will. Heuer aber ist das Präsidium nur dem AR rechenschaftspflichtig - und da zählen nur Zahlen, nicht aber die Befindlichkeiten der Mitglieder. Es wird sich also nichts ändern, wenn hier nicht Hand angelegt und die Struktur des Vereins verändert wird. Die Zeit ist reif für einen Wechsel der Töne.
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