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Laßt uns über Fußball reden - Saison 2015/16 (II)

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Das neue Jahr beginnt mit zwei personellen Änderungen im Management-Bereich des Vereins:


  1. Kallnik übernimmt hauptberuflich die Funktion des Managers beim FCM in der vorhandenen SSG, die als 100%iger Tochter des FCM das auch bleiben soll. Die bislang beim e.V. beschäftigten Profispieler sollen fortan von der SSG direkt bezahlt werden. Diese Umgruppieren von Zuständigkeiten wurden im vergangenen Jahr als "Ausgliederung"(en) bezeichnet, was sie de facto nicht sind, denn wenn die SSG 100%ige Tochter des Vereins bleibt, ist es nur ein Spiel "rechte Hosentasche - linke Hosentasche". Zur Ausgliederung würde es erst werden, wenn die Mehrheitsverhältnisse der SSG verändert werden würden, so daß NICHT der FCM die Mehrheit besäße. Das aber ist nicht vorgesehen - und vereinsrechtlich auch nicht möglich -, sollte aber in den Geschäftsbedingungen der GmbH verankert werden. Eine Ausgliederung ist dann gegeben, wenn ein Geschäftsbereich aus den Strukturen herausgehoben und neuer Zuständigkeit übergeben wird, sozusagen zu einem Dienstleister des Vereins würde. Der Verein hätte dann nicht mehr die Kontrolle, sondern wäre in der Position, als Auftraggeber zu fungieren. Ich vergleiche das mal mit einem Schuster, der beschließt, fortan das Reparieren von Schuhen seinem Konkurrenten zu überlassen, wobei er von dem ein paar Prozente nimmt. Statt dessen konzentriert sich unser Schusterlein ganz auf die Herstellung von Schuhen. Auf den FCM gemünzt: eine ausgegliederte Profimannschaft wäre vereinslos. Der FCM könnte diese Spieler mieten und sie in seinem Namen spielen lassen, wäre aber auch die Sorge ihrer Bezahlung los. - Im Ausland ist dieses Geschäftsmodell möglich. In der BRD ist es nicht möglich, da muß der Verein 50+ an einem Unternehmen besitzen, das vereinsrelevante Tätigkeiten ausübt, eben beispielsweise Profifußballer bezahlt.
  2. Der alte Kämpe Maik Franz kehrt in einer Funktion zum FCM zurück und soll im Scoutingbereich arbeiten.


Beide Maßnahmen sind zu begrüßen.
Die hauptamtliche Tätigkeit Kallniks beißt sich nicht mit seiner ehrenamtlichen im Präsidium des Vereins. Dennoch sollte das Präsidium hauptamtlich arbeiten und die SSG als das betrachten, was sie ist: ihre ausübende Gesellschaftsform im Profifußball-Bereich. Wenn die Mitglieder, was früher oder später kommen wird, ihren Präsidenten selbst wählen, entstünde hier ein Konflikt, der dadurch beigelegt werden kann, daß Kallnik entweder selber Präsident des FCM wird und seinen Posten als Manager behält, sich also quasi selbst beschäftigt, oder daß er seine Tätigkeit im Präsidium aufgibt und nur als Manager arbeitet. Die erste Lösung ist nicht gut, die zweite wäre besser.
Ob der eiserne Michael seinen Vorschußlorbeer erweisen kann, bleibt abzuwarten. Ein beinahe 200 Bundesligaspiele aufweisender Profi muß keine Verbindungen haben, die sich in gute Verpflichtungen ummünzen lassen. Software zur Orientierung auf dem Spielermarkt kostet nix. Verbindungen mit diesen Spielern aufzunehmen, ist keine Sache, die ein einstiger Bundesligaprofi besser erledigen könnte als eine schnucklige 28jährige Kommunikationswissenschaftlerin. Also muß das kein Vorteil sein, daß unser eiserner Michael das jetzt macht. Ich begrüße die Rückkehr trotzdem, denn es immer besser, wenn diese Arbeit Leute machen, die Bindung zum Verein besitzen.

Im neuen Jahr stehen zwei Entscheidungen für den FCM an:

  1. Werden die Mitglieder eine Neustrukturierung ihres Vereins vornehmen, also basisdemokratische Elemente (Wahl des Präsidenten) stärken? Oder setzen sich die regressiven Kräfte durch, die Vertrauen erwarten, Blockwahl durchsetzen, aber für sich reklamieren können, daß der Erfolg ihnen endlich doch recht gibt?
  2. Welche sportliche Entwicklung nimmt die erste Männermannschaft? Kann sie die seit Härtels Arbeitsbeginn begonnene Entwicklung fortsetzen oder werden falsche Personalentscheidungen aus ihr einen (sportlich) x-beliebigen Drittligisten machen, der sich der Spielweise der anderen Mannschaften anpaßt?


Neben diesen zwei Richtungsentscheidungen fallen einige weniger wichtige Entscheidungen, die der Kontinuität. Die sehr gute finanzielle Arbeit des Präsidiums muß fortgeführt werden, was bedeutet: KEINE Verpflichtung teurer Stars. Statt dessen muß das Stadion ausgebaut werden, zuerst hinsichtlich der inneren Qualität, dann erst muß man zusehen, wie man seine Kapazität erhöhen kann. Zum inneren Ausbau gehört die Erhöhung der Sicherheit für die Aushämischen. Dazu gehört weiterhin der Austausch des Betonsockels um das Spielfeld durch eine weit weniger gefährliche weichere Umrandung, auf der Stollenträger nicht verletzungsgefährdet sind. Ich hoffe, daß die Taubendreckproblematik gelöst wird, die Parkplatzsituation verbessert wird und die Bierversorgung nicht länger jemandem überlassen wird, dessen Preispolitik mir sehr mißfällt.

Ich hoffe, daß die richtigen Entscheidungen getroffen werden und wünsche dem Verein und seinen Anhängern (also auch mir: ) ein erfolgreiches 2016. Sport frei!

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Kommentare

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  1. Avatar von aerolith
    Ein Spiel für all jene, die immer noch glauben wollen, daß Einbürgerungen und die Hinwendung zu Multikultitruppen notwendig seien, um international mithalten zu können. Island mit einer Einwohnerzahl, die etwa dem Ballungsraum Magdeburgs entspricht, spielte mit elf Isländern. Portugal schickte seine Weltauswahl ins Rennen. Allein der Marktwert eines eingewechselten 18jährigen, der für den portugiesischen Fußballverband spielberechtigt genannt werden darf, übersteigt den Marktwert der gesamten isländischen Mannschaft. Aber was für den Klubfußball sicherlich seine Berechtigung besitzt, nämlich der Zusammenkauf von Spielern aus der ganzen Welt, hat es für den Nationalmannschaftsfußball nicht. Mein Herz gehört jenen Mannschaften, die als nationale Einheiten auftreten, den Ungarn, Ukrainern, Polen, Kroaten, Spaniern, Isländern, Russen oder Rumänen, die den Geist einer EM verstanden haben und nicht mit internationalen Mischtruppen auflaufen und so Paradigmen des Klubfußballs als Ungeist der Vergrauung in den Nationalmannschaftsfußball hineinführen.
    Die Isländer glichen die besseren Einzelkönner auf ihrer Gegnerseite mit Teamgeist aus, den die zusammengewürfelten und auf den Punkt fittrainierten Teams mit ihren Multikultitruppen nur in Ausnahmefällen bilden können, bissen sich in ihre Gegenspieler und zogen ihnen den Zahn. Das wird nicht reichen, um den Titel zu holen, aber es reichte gestern, um den Portugiesen eins auszuwischen. Abgesehen davon halte ich eine EM mit 24 Vertretern für überdimensioniert. Das Besondere verliert für Qualifikanten den Reiz.
  2. Avatar von aerolith
    Das intensive Spiel zwischen Ungarn und Island hätte nimmermüde Ungarn als Sieger vom Platz gehen lassen sollen. Wirklich? Fußball ist ein Mannschaftssport, in dessen Funktionsrahmen viele Wege zum Erfolg führen. Das macht diesen Sport neben einigen anderen Eigenschaften so wundervoll. Eine Handvoll Männer kann sich da gegen den Rest der Welt behaupten, igelt sich auf seiner Burg ein und verteidigt. Unbezwingbar. Wir sind unbesiegbar, merkt euch das. Wir lassen keinen auf unsere Insel, wir eilf -sons.
    Das hat was, wenn da gekämpft wird, sich in den Mann verbissen wird, wenn millionenteure Talente zahn- und wirkungslos an diesem Willen abprallen. Nur ein sehr stumpfsinniger Verstandesmensch wird die Frage stellen, ob man mit dieser Grundeinstellung den Geist des Spieles nicht depraviere, ob man so nicht auf den Gewinn der Trophäe, um die es doch offenbar zu gehen scheint, verzichte? Wie gesagt, nur ein stumpfsinniger Mensch würde so eine Frage stellen.

    Am Ende des Tages allerdings sieht es so aus, daß Island vielleicht ungeschlagen bleibt und trotzdem nach Hause fahren muß. Der Mythus würde ins Unermeßliche wachsen. Und mir würde das am zweitmeisten gefallen, denn am Ende möchte ich, daß die Ostmark und die nimmermüden Ungarn in dieser Gruppe das Rennen machen. Geht es an! Nehmt die Burg ein!

    Um Mitternacht dann die Auslosung zur I. Hauptrunde im DFB-Pokal. Wir werden die Eintracht aus Frankfurt empfangen. Gutes Los. Danke, Caroline!

    Eine Einladung zum Spiel solltest Du erhalten.

    Zum Spiel: Hauen wir sie weg!
  3. Avatar von aerolith
    Die Burg steht. Auch die multikulturelle Auswahl der Ostmark kam nicht durch. Statisch deren Spiel. Alaba wartete auf eine Schußgelegenheit, statt das Spiel an sich zu reißen. Flanken statt Spiel. Arnautowitzsch moserte in guter Wiener Manier, aber er stellte sein Spiel auch nicht um. Da muß man doch mal erkennen, daß Methode A nicht greift! Keine Spielintelligenz, also zurecht ausgeschieden. Erbärmliche Mentalität ohne Verve.
    Freude über den Sieg der Iren. Der britische Fußball, in den letzten Jahren oft totgesagt, erlebt ein Revival. Alle vier Vertreter stehen in der ersten K.O.-Runde.. Mein Herz aber gehört weiter den tapferen Nordmännern. Und den Ungarn, die grandios gegen Portugal auftraten, durch gefälliges Zweikampfverhalten und Paßspiel mir sehrlichst gefielen.

    Beim FCM werden wieder die gleichen Fehlker wie im letzten Jahr gemacht. Als ob man nichts dazugelernt hätte. Es fehlt der neue Star - Müller ist es nicht, aber ein guter Mann -, den die Mannschaft braucht und es fehlt die klare Ansage an die Konkurrenz, daß wir uns jedes Jahr verbessern werden. Das muß man ja nicht in Lautsprechermanier tun; es würde der dezente Hinweis reichen, daß wir uns verbessern werden, dann kann sich jeder ausrechnen, was das bedeutet. - Ich werde gefragt, warum mir die Leisetreterei nicht gefällt, warum ich dagegen polemisiere, schließlich sei der Profifußball in Ostfalens Metropole ein kleines Pfänzchen, das gepflegt und gehegt werden müsse und keine groben Schnitte vertrüge. Mitnichten, mentalitätsverwehrte Okkasionalisten, seit wann geht es hier um sorgsame Pflege? Es geht um Hackordnungen und Progression. Kniet nieder!
  4. Avatar von aerolith
    Voreinschätztung der bisherigen Neuzugänge

    Es sind deren sieben:
    Leopold Zingerle (Torwart, 2017)
    Gerrit Müller (Mittelfeld, 2018)
    Tobias Schwede (Mittelfeld, 2017)
    Maurice Exslager (Sturm, 2018)
    Moritz Sprenger (Abwehr, 2017)
    Julius Düker (Sturm, 2018)
    Florian Kath (Mittelfeld, 2017)

    Natürlich kann ihre Leistungsfähigkeit nicht a priori eingeschätzt werden. In diesem Punkt muß den Verantwortlichen schlichtweg vertraut werden. Eingeschätzt werden aber kann das, was man Fakten vom Papier her nennt, auch kann die Vertragssituation, sofern öffentlich mitgeteilt, in Hinsicht auf die Nützlichkeit für den Verein geprüft werden und daraus abgeleitet werden, was getan und was NICHT getan worden ist. Bislang. Schließlich lassen sich Schwerpunkte erkennen, welche Bereiche der Mannschaft neu personalisiert werden, welche nicht. Unsere Segensträger lassen mitteilen, daß keine weiteren Verpflichtungen geplant seien. Dazu zuerst einige Worte:
    Ich sehe hier drei Spieler, die auf dem Sprung stehen: Novy, Tarek und Wassim. Novy ließ zwar mitteilen, daß er seinen Vertrag erfüllen wolle, doch sehe ich für ihn keine Verbesserung seiner Chancen. Er hatte auch keine Chance auf Einsatzzeiten, als er fit war. Hammanns Verpflichtung, die Rückkehr Schillers und Henneckes und die gute Form Butzens dürften ihn nicht zu einem Einsatz kommen lassen. Ich schätze, er wird uns vor Ende der Sommertransferperiode noch verlassen. Tarek bekommt viel Konkurrenz. Zudem schwingen einige Anfragen von höherklassigen Vereinen im Raum. Seine Spielstärke hat im letzten Jahr nicht zugenommen. Auch bei ihm glaube ich zu erkennen, daß er bei einem halbwegs akzeptablen Angebot gehen werden wird. Wassim steht ebenfalls in seiner Entwicklung, konnte sich im letzten Spieljahr nicht verbessern; im Gegenteil: nach anfänglich guten Leistungen geriet er in sportliche Schieflage, konnte immer mal wieder eine halbwegs duchschnittliche Leistung abrufen, einmal auch eine gute, aber im Grunde dürfte das nicht das sein, was Härtel von ihm auch erwartet. Es fehlt an Konstanz und Kontinuität. Ob sich bei ihm ein anderer Verein meldet, kann ich nicht einschätzen. Bislang sind keine diesbezüglichen Avancen bekannt geworden. Tendenz: eher wird er bleiben.

    Zu den neuen Spielern:
    Mit Zingerle kömmt ein ehrgeiziger Torhüter zu uns, dessen Leistungskurve nach unten geht. Ob er unter Tischer aufblüht, kann ich nicht entscheiden. Das werden wir sehen. Potential jedenfalls ist da, andernfalls wäre er nie bei Bayern zum Reservetorwart aufgestiegen. Bin gespannt, ob er sich gegen Glinker, der nun kein schlechter ist, durchsetzen kann.
    Müller kommt zum abtrainieren, könnte uns aber wenigestens im kommenden Spieljahr noch einige Freude bereiten. Bleibt er fit, ist er eine Bereicherung für unser MF, zugleich aber wird damit Härtels Anbindung an die Spielweise der Liga forciert, was mir nicht gefällt, also Kleinklein, Ballbesitzfußball. Gähn! Andererseits könnte er für die taktische Alternative (Plan B) stehen, denn manchmal ist Ballbesitzfußball taktisch ein gutes Mittel. Insofern sehe ich der Verpflichtung positiv gegenüber.
    Schwede könnte eine perspektivische Verpflichtung sein. Ich traue ihm jetzt nicht viel zu. Er schaffte es nicht in die Stammformation von Bremen II, die in der Tabelle weit unter uns stehen. Andererseits ist er jung und kömmt ohne Rückkaufoption und dergleichen Bockmist. Er will sich also bei uns reinklemmen. Den Mann muß ich im Spiel sehen, dann kann ich seine Perspektiven besser einschätzen.
    Exslager kömmt mit viel Vorschußlorbeer. Kann ich nicht teilen. Für mich ist er ein Spieler auf dem absteigenden Ast, aber mit 25 ist er nun auch nicht alt, sollte als Stürmer noch besser werden können. Vielleicht findet er bei uns zu alter Stärke zurück und entwickelt sich gut. Möglich. Aber er ist kein Spieler, bei dem man sich sicher sein kann, daß er 10-15 Buden pro Saison macht. Könnte auch auf der Bank versauern und dürfte dann kein Spieler sein, der sich hinten anstellt. Konfliktpotential.
    Sprenger ist mit 20 Jahren ein sehr junger Spieler. Leihgeschäfte sind die Pest.
    Zu Düker am besten die Einschätzung meines Onkels aus Braunschweig: "Ich hätte ihn nicht gehen lassen, weil er auf den ersten Blick nicht schlechter ist als die anderen. Auf jeden Fall ist er entwicklungsfähig. Ein Fehleinkauf für MD ist er auf keinen Fall. Ein guter Trainer macht aus ihm etwas. Insgesamt also positiv."
    Die Verpflichtung von Kath kann ich nicht nachvollziehen. Ein Leihspieler, der weiß, daß er wieder zurückgehen wird. Es ist auch nichts von einer Kaufoption für uns bekannt. Spielt er gut, steigert er seinen Marktwert und Freiburg hat was davon, wir aber müssen 2017 die durch ihn dann verursachte Leerstelle wieder neu füllen. So läßt sich eine Mannschaft NICHt systematisch entwickeln. Hat man denn aus der Kinsombi-Sache nichts gelernt? Spielt er schlecht, haben wir nichts davon, daß er da ist.

    Sehr gelungenes Interview mit Achim Streich

  5. Avatar von aerolith
    Island vs. England 2:1

    So was geschieht, wenn eine homogene Mannschaft auf eine zusammengewürfelte Multikultitruppe trifft, die weder Rhythmuswechsel noch Miteinander kennt. Die Briten hatten keinen Schneid, keinen Willen, keine Ideen, keine Ahnung, wie man spielen solle. Die Isländer in diesen Belangen überlegen. Sie traten als homogene Mannschaft auf, in der jeder wußte, was er zu tun hatte. Sie beherrschten das Spiel mit Ball befriedigend, ohne Ball grandios. Es gab bei den Isländern zwei, drei Spieler, die hatten nur die Aufgabe, die Räume zuzustellen, nicht aber den Ball zu spielen. Das muß man sich mal vorstellen! Da gehste als Spieler auf den Platz und hast vom Trainergespann die Aufgabe bekommen, NICHT den Ball zu spielen, sondern nur als Destruktivum den Gegner fertigzumachen. Welcher Spieler einer englischen Mannschaft würde das heute mit sich machen lassen? Keiner. Denn das würde ihren Marktwert gefährden, wenn er nicht glänzen dürfte. Einigen Isländern scheint das wumpe zu sein. Sie stellen sich in den Dienst des Ganzen. Sie haben das Prinzip des Mannschaftssports begriffen. Wird der erste ausgespielt, steht der zweite da, der dritte, irgendwer hat dann die Molle und spielt sie zu den drei, vier Mitspielern, die für den Angriff verantwortlich sind, rückt dann selber nach, um die Räume zuzustellen und keinen Konter einzufangen. Das bedarf größter Disziplin, Laufbereitschaft und dem, was man das Überwinden des inneren Schweinehunds nennt. Und das funktioniert nur dann, wenn die Mannschaft eine homogene Einheit ist und kein Haufen von Söldnern, der ebenso für Sierra Leone, Mali, Frankreich oder Pakistan spielen könnte, weil die Hälfte der Mannschaft zwei oder drei Staastsbürgerschaften besitzt, unter denen sie immer diejenige wählen, die ihnen das meiste Geld versprechen.
    Der Sieg wird keine Umkehr im Fußball des FA bewirken. Das wäre ja eine politische Bankrotterklärung. Also wird man den Fehler beim Trainer und einzelnen Spielern suchen. Falscher Ansatz. Mir auch wurscht.

    Ich freue mich über den Sieg der Isländer, auf die ich, wie ich ja bereits vor Monaten schrieb, bei dieser EM halte und hoffe, daß sie jetzt auch das ebenso multikulturell aufgestellte "französische" Team schlagen. Das allerdings steht unter extremem Druck, denn das Ausscheiden dieser Elf würde in Frankreich wohl den Bürgerkrieg auslösen. Ich tippe daher auf einen französischen Sieg nach einer umstrittenenen Schiedsrichterentscheidung.
  6. Avatar von aerolith
    Da weiß ich jetzt gar nicht, ob ich dieses Spiel schon zur neuen Saison zählen darf. Im Grunde beginnt die ja erst morgen. Deshalb stelle ich meine Beobachtungen hier ein.

    Bei wunderbarem Sommerwetter, 23° C, fand am Eichenweiler das Spiel zwischen den einst aufstrebenden Fortunen und dem FCM statt. 1133 zahlende Zuschauer erlebten eine einseitige Begegnung. Bier gut, Bulette mäßig warm. Beides nicht überteuert wie im HKS, sondern jeweils 2,50. Mein Blick galt den neuen Spielern. In der ersten Halbzeit sah ich Müller auf der OM-Position. Tarek, sein Konkurrent, zog sich anfangs auf LV zurück, sofern das überhaupt der Fall war, spielte dann aber eher so etwas wie einen Stürmer. In HS-Position spielte Düker. Müller war präsent, verteilte die Bälle, wußte, wo er wann hinzulaufen hatte und machte zwei Tore, dann zog er sich ein wenig ins ZM zurück und ließ Tarek weiter nach vorn, der dort aber viel schwächer war. Düker spielte gut, hat aber keinen schnellen Antritt. Aber er hat etwas, was ich lange nicht bei uns sah: Spielverständnis und Gespür für die Situation. Er kann sich anbieten und geht in die Räume, wo der Ball am ehesten zu erwarten ist. Er verpißt sich nicht oder steht schlecht hinter dem Mann, wie wir es in den letzten Jahren immer wieder erleben mußten. Kurzum, ich denke, er ist kein Stoßstürmer, sondern eher der Typ mitspielender und verwertender Stürmer. Ebenfalls zwei Tore. Gute Anlagen, etwas unpräzise beim Direktspiel und etwas verkniffen, aber das legt sich mit der steigenden Zahl der Trainings- und Spieleinheiten. Denke ich. Kurzum, beide gefielen mir gut.
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