aerolith

Notizen Junius 2016

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Dieser Tage ist wieder einmal viel von Völkermord und Vertreibung die Rede. Der Bundestag in der BRD verabschiedete eine Resolution, die das Vorgehen der osmanischen Regierung gegen die Armenier während des Ersten Weltkriegs als "Völkermord" bezeichnet.
Während des Weltkriegs ließen die Türken die orthodoxen Armenier für die russischen Ambitionen büßen und verdächtigten sie der latenten oder offenen Konspiration gegen das Osmanische Imperium. Das führte zu repressiven Maßnahmen gegen die Armenier. Das Reich erhob vergebens Beschwerde gegen das jungtürkische Vorgehen, blieb in diesem Protest aber nicht konsequent, was die Rede des Prinzen von Schonaich im Reichstag vom 24. Juni 1918 belegt. Gegen Schonaich behauptete der für Außenpolitik verantwortliche Staatssekretär Kühlmann, daß man die Türken am Vormarsch nach Transkaukasien gehindert habe, weil diese Gebiete nicht im Frieden von Brest-Litowsk denselben versprochen worden seien, eine dauerhafte Lösung allerdings in Gesprächen in Konstantinopel zu vereinbaren sein werde.

Die Diskussion ist nicht neu. Schon während des Ersten Weltkriegs wurde im Reichstag über das osmanische Vorgehen gegen die Christen in ihrem Imperium diskutiert. Die Reichsregierung erhob Beschwerde gegen das jungtürkische Vorgehen, betrieb den Protest aber nicht konsequent genug, denn zu groß war die Gefahr, daß die Südostflanke durch einen Wechsel des Osmanischen Imperiums zu den Feinden des Reiches wegbrechen würde.

Es sollte heute aber nicht so getan werden, als ob die Deutschen hier gegenüber Armeniern oder Türken in einer Bringeschuld seien. Völkermorde sind keine Erfindung der Türken oder Deutschen, sondern eine der Amerikaner, die diese Praxis seit dem Entstehen ihres Kolonialreiches pflegen. Sie gingen gegen die Ureinwohner ihres Kontinents vor, wobei sie sogar Skalpprämien auslobten und so den Tod von wenigstens 20 Millionen Indianern zu verantworten haben.

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Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Es liegen Veränderungen in der Luft. Positive. Ich kann es spüren. Vieles Nebulöse wird durchdrungen von einem neuen Geist der Klarheit. Die Muffigkeit der letzten JAhre spült dieser aus den Fugen, legt Kanten frei. die neu verfugt werden müssen.
  2. Avatar von aerolith
    Interessante innenpolitische Entwicklungen in Kasachsthan - das T muß aspiriert werden. Der seit 1990 im Amt befindliche moskautreue Nasarbajew gerät verstärkt in den Fokus staatsstreichlerischer Gegner. Das müffelt nach der CIA. Wollen die Rußlands Südseite destabilisieren?

    Bericht bei RT
  3. Avatar von aerolith
    Der Brexit würde Britannien gut bekommen. Auch wir hätten mehr Nutzen als Schaden, allerdings erst nach den Angleichungen, denn viele Dienstleistungen für die BRD werden von Britannien aus geleistet, was dann wegfallen würde. Die Briten bekämen einen erneuten geostrategischen Blick, den sie mit neuen Inhalten füllen würden, wir würden uns mehr auf Kerneuroipa beschränken und hier effizienter arbeiten können.

    Wird aber nicht passieren, denn ganz gleich, was da irgendwelche Umfragen sagen, am Ende werden die Leute das Risiko von Veränderungen nicht eingehen wollen. Darum wird der Brexit mit 10% oder mehr Unterschied abgeschmettert werden, ich sollte sagen abgeschmettert werden worden sein.
  4. Avatar von aerolith
    Merkwürdige Zufälle:

    Zufall 1: Genau ein Jahr nach dem Einstellen von Miles Davis' Musik zum Filmklassiker "Fahrstuhl zum Schafott" stelle ich in mein iTunes weitere Musik von Miles Davis ein.

    Anmerkung dazu: Ich höre selten Jazz. Deshalb ist es bemerkenswert.

    Zufall 2: Am 17. Juni, dem einstigen Tag der deutschen Einheit, bearbeite ich just im Geschichtsbuch diese Zeit und die damit zusammenhängende Folge, die Entspannungspolitik. Es ist sehr schwer, das angemessen zu bewerten und zugleich zu vermitteln.
  5. Avatar von aerolith
    Heute gibt es einen Erdbeermond - und das zur Sommersonnenwende. So was geschieht selten; ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann es das letzte Mal war. Als guter Ostfale wollte ich auch zum Brocken, aber Sohn meinte, wir sollten uns an der Grenze herumtreiben, vom Süden aus auf den Brocken blicken, also geht's nach Bad Kösen/Nebra, wo man kürzlich die Himmelsscheibe fand, die ja auch einen Blick auf den Brocken darstellt. Ein wenig psychedelische Einstimmung:

  6. Avatar von aerolith
    Hätte ich nicht gedacht, aber ist wohl so: die Armen in Britannien haben die Wahl entschieden. Die Reichen stimmten für den Verbleib in der EU, die Armen wollen hinaus. Bizarr, da doch die Reichen so argumentierten, daß es Wohlstandsverlust gäbe, wenn man ausstiege. Offenbar haben die Armen kalkuliert, daß es Wohlstandsverlust für die Reichen sei, nicht aber für sie, denn sie sind schließlich schon das, was man nach einem Wohlstandsverlust ist: arm.
    Das sagt doch alles über diese EU aus: sie ist eine Wirtschaftsvereinigung und kann entsprechend nur so argumentieren. Vielleicht kömmt man langsam mal dahinter, daß der Reichsgedanke schlagender ist und jedem Menschen eine identitäre Perspektive gibt, denn ist es nicht so, daß Menschen nun einmal danach streben, sie selbst zu sein? Zugleich ist das Votum eine Entscheidung gegen den Weltstaat. Die multinationalen Interessengruppen dürften ein klein bißchen kotzen. Und das gefällt mir dann doch sehrlichst, gleichwohl sie auch mit dieser Scheidung sicherlich bald etwas anzufangen wissen werden.
  7. Avatar von aerolith
    Bud Spencer ist tot. Ein großer Mann, ein gewaltiger Mann, ein Mann mit Witz und Herz. Ein Kerl nach meinem Geschmack.