aerolith

Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2014/15 (II)

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Magdeburg in Jena. Unsere Mannschaft, unterstützt von etwa 2000 mitgereisten Fußballfreunden, die im ganzen Stadion verteilt waren, erspielte einen 4:0-Sieg. Bester Mann auf dem Platz: Nils Butzen, zweifacher Torschütze. Unsere Innenverteidigung heute mit Hammann, Schiller und Bankert. Solide Arbeit. Außen spielten Butzen und Schlosser. Schlosser mit Biß, aber ohne Genauigkeit. Butzen mit Biß und Drang in die Sturmmitte. Fuchs, ebenfalls links, konnte mit Schlosser wenig zusammenspielen, erhielt aber gute Bälle und flankte gefährlich. So in seiner Wirkung dennoch beschränkt, denn Fuchs ist stärker, wenn er im OM-Bereich das Spiel aufziehen kann. Reimann wie immer unauffällig, aber heute mußte er nicht in die spielgestaltende Zone, was seinem Spiel behagt. Kruschke stolperte heute weniger erfolglos im offensiven Mittelfeld herum, war sogar an wenigstens einem Tor beteiligt. Beck mit guter Partie. Wie immer brandgefährlich.
Kurzum, der Trainer fand eine gute Mischung aus soliden Arbeitern und kreativen Spielern, die er auch weitgehend richtig aufstellte und mit der richtigen Spieltaktik beauftragte. Jena zwar bemüht, aber ohne Durchschlagskraft. Das sollte uns zwar nicht kümmern, aber ihr Spielmanko erinnerte mich doch sehr an das von uns vom letzten Jahr: ein in der Luft hängender Stoßstürmer und eifrige, aber fruchtlose MF-Bemühungen ohne Struktur.
Nächste Woche geht's gegen den Klassenfeind aus Bärlin. Ich hoffe auf 15000 Zuschauer und ein 6:1.
Gute Beßrung, Glinker!

Zur Einzelkritik:
Tischer solide. Bemühte sich um flache Abwürfe, die den Mitspieler fanden. War da, als er gebraucht wurde.
Bankert hart und schnell, immer am Mann. Gute Leistung. Schiller oft gefoult. Gute Körpersprache und Präsenz. Hammann heute reserviert als IV. Keine Vorstöße, keine übertriebenen Langpässe. Ich sehe ihn lieber außen. Schlosser hibbelig. Wird wohl nichts mehr bei uns. Butzen mit großem Pensum und als zweifacher Torschütze erfolgreich. Nimmt eine gute Entwicklung.
Sowislo souverän im MF-Bereich, wenngleich das Spiel anfangs an ihm vorbeilief. Mit zunehmender Spielzeit immer dominanter. Reimann machte eine gute Arbeit als Abräumer vor der Abwehr. Kruschke verbessert, aber nicht gut. Er wirkt auf mich wie ein Rennpferd mit Scheuklappen.
Fuchs gut, aber als LA mit zu wenig Effizienz. Beck tat, was ein MS machen muß: er ging der jenaer Abwehr auf den Keks und machte 1,5 Tore.





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Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Dieser kleine Wichtigtuer aus Spanien muß sich hier wohl beweisen:
    erst trainiert er die Mannschaft kaputt (zwölf Verletzte!), die darauf im entscheidenden Stadium der Saison nichts mehr zusetzen kann, dann die falsche Anfangstaktik im wichtigen Halbfinalspiel, dann wechselt er den falschen Spieler aus und verzichtet auf das typische Bayernspiel und schließlich greift er nicht ein, um die fehlerhafte Grundaufstellung zu ändern. Das Fazit: eine fette 0:3-Niederlage.
    Wäre ich Bayern-Fan, dann hätte ich so 'nen Hals, aber von hier bis nach Wanne-Eickel.
  2. Avatar von aerolith
    Ja ja, ich weiß, der BFC ist längst nicht mehr das, was er mal war. Aber immerhin wollen die mit 13 Bussen kommen: Preußen en masse! Da darf man schon mal genauer hinsehen, wie wir uns vorbereiten. Da Zwickau verlor, besteht nun erst recht die Gefahr, daß wir es verkacken, denn die Situation kennen wir ja. Ich sag nur BEINAHE.

    Beim Training lümmelten sich heute die gesunden Spieler. Etliche waren ruhig, arbeiteten konzentriert (Puttkammer, Sowislo, Lange, Schiller), ein paar wirkten recht lustlos (Hammann, Siefkes) und einige überdreht (Beck, Handke) und Steinborn wirkte verbissen. Das bedeutet alles gar nichts, denn Training ist nicht entscheidend, aber so was gibt Fingerzeige. Lange versemmelte ein paar Freistöße, die er vor Jahresfrist noch versenkt hätte, dafür schoß Fuchs lange Ecken auf den zweiten Pfosten, wo Bankert oder Schiller den Ball knapp verzogen. Handke übte schon mal die MS-Position und versenkte etliche ihm von Beck zugespielte Bälle. Bankert übte anfangs flache Innenristpässe auf die Außen, was ganz gut aussah, dann spielte er wieder den langen Hafer.

    Alles in allem war das nicht sehr aussagekräftig, zumal ich den Eindruck hatte, daß der Trainer das Training nur für den Rhythmus brauchte, aber hier nicht scharf zur Sache ging. Nach einer Stunde war auch Schluß.
  3. Avatar von aerolith
    Das war ein schönes Spiel, leider nicht von meiner Mannschaft. Nach gutem Beginn setzte das im Kopf ein, was angesichts der Zwickau-Niederlage zu befürchten war: Verwaltungsfußball. Die Mannschaft sollte den Schalter schleunigst wieder umlegen und sich auf das besinnen, was sie am besten kann: angreifen. Das Malade fing hinten beim unzumutbar verschleppend spielenden Tischer an, der noch jeden Abschlag zum Gegner brachte - wenn nicht direkt, dann so, daß der Kopf des eigenen Spielers immer den eines Preußen fand. Auf der anderen Seite war der bärliner Torwart so selbstbewußt, daß er aus dem Stand mit dem Innenrist zu seinem an der Strafraumecke/Grundlinie (!!!) wartenden Verteidiger paßte, der seelenruhig das Aufbauspiel VON HINTEN aufzog, und das, trotz unserer Verteidigungsvorhut Beck, Kruschke und Fuchs. Das hatte schon Klasse - und wenn ich den BFC nicht verachten würde, wäre ich heute sein Fan geworden. Unser MF-Spiel war lausig: ungenau, zugleich eigensinnig und zapplig. Da war keiner, der mal auf den Ball trat, den Kopf von der Rasennabe hob und den freien Mann suchte. Fuchs rannte sich (in Halbzeit I) vorn 'nen Wolf; Beck machte da noch mit, gab dann aber auf, was wohl eine Ansage von Fuchs nach sich zog. Es fehlte unserem Spiel das Anfangsfeuer. Weder Butzen rechts noch Hammann links marschierten. Reimann brachte weder Ruhe ins Spiel noch Dynamik in Angriffssituationen; bei gegnerischen Standards standen wir wieder mal so, daß Konterspiel nicht möglich war und hinten strahlten weder Bankert noch Puttkammer die gewohnte Ruhe aus.
    Die bärliner Fans hielten sich mit Schmähgesängen zurück und auch von unseren kam nichts. Das war ja beinahe Freundschaftsspiellatmosphäre - und das bei nem BFC-Spiel? Der Schieri war nicht schlecht, wenngleich er nicht unbedingt für uns pfiff. Zwei, drei Fehlentscheidungen sind normal für ein Spiel. Die Spielunterbrechung war eine richtige Maßnahme.

    Zur Einzelkritik:
    Tischer grottenschlecht. Unsicher, langsam und ungenau.
    Butzen wie immer stark am Mann, aber heute ohne Drang nach vorn. Gab es da eine Ansage? Bankert nicht so sicher wie schon gesehen, oft aber in letzter Not da. Schwaches Spiel nach vorn. Puttkammer ohne DM-Spiel. Wollte oder konnte er nicht? Ungenaue Kopfbälle. Schiller ungewohnt zurückhaltend. Fiel nicht auf. Hammann nach seiner Gelben zurückhaltend. Die Gelbe kann man ihm aber geben.
    Reimann mit passabler Defensivleistung, aber ohne jedes Esprit im Aufbau. Kruschke seppelte viel und gefiel mir heute besser als zuletzt. Aber es reicht mir nicht. Auf der RA-Position will ich mehr sehen. Sowislo mit Ansätzen. So nennt man das wohl. Kam nicht durch und trat nicht auf den Ball. Das kurz vor Schluß muß man nicht als Foul an ihm pfeifen.
    Fuchs als Meckermann. Eigensinnig und ungenau. Trieb zwar an, brachte aber zu wenig zum eigenen Mann. Beck schaltete nach seinem Tor einen Gang zurück. Ging nicht mehr vorn drauf und bot sich auch kaum noch an. Sollte diesen Schlendrian nicht einreißen lassen. Fehlte ihm Handke als Compagnon im MS-Bereich? :wasgeht?:

  4. Avatar von aerolith
    Bärlin, schon wieder Bärlin. Ich hoffe, das Gereise in dieses ostelbische Fischerdorf wird alsbald abusus und erst 2016 wieder aktuell. Wenigstens konnten wir dort ein Zwischenziel erreichen, die Meisterschaft in der Mittelstaffel der Regionalligen. Vielleicht erkennt man das bald mal in der Chefetage der Fußballigeneinteiler, wie unsinnig (organisatorisch und wirtschaftlich) die Einteilung in fünf Staffeln ist, aus denen drei Aufsteiger ermittelt werden! Ja, auch wirtschaftlich, denn wenn wir heute um den Staffelsieg = Aufstieg hätten spielen können, wären sicherlich mehr als 2000 Ostfalen nach Bärlin aufgebrochen, auch in den Spielen zuvor hätte es mehr Brisanz gegeben, damit ein höheres Zuschauer- und Medieninteresse. Man könnte beispielsweise drei Staffeln bilden (Nord-, Süd- und Weststaffel), aus denen die Sieger aufsteigen und die Zweiten einen weiteren Aufsteiger ermitteln.
    Nun, das Spiel in Bärlin gegen einen halbgar spielenden Gegner wurde aus drei Gründen gewonnen:


    1. unser Sturmzentrum ging konzentriert zur Sache und scheute sich nicht, in die Zonen hineinzustoßen, in denen es bekanntlich besonders wehtut ();
    2. Fuchs konnte heute auf der Position spielen, auf der er für die Mannschaft das meiste leisten kann: im OM-Bereich (dafür ein ) und
    3. wir spielten heute taktisch klug, wechselten das Tempo und brachten damit die Buletten aus dem Rhythmus (das kennen sie von der Regio nicht), dafür ).


    Macht zusammen ein sattes 4:1. Das Gegentor entstand, weil ein Stürmer hinten aushalf, wofür Hebisch schlichtweg nicht gemacht ist. Der Mann hat sich bei gegnerischem Standard an der Mittellinie aufzuhalten und auf den Konterball zu warten. Dafür ein . Die Außenverteidiger nahmen das Spiel nach vorn an, wurden durch Fuchs auch immer wieder in dieses Spiel eingebunden. Reimann konnte mit Puttkammer den DM-Bereich sauberhalten und entlastete unsere Abwehr, die dadurch auch mehr fürs Spiel nach vorn tun konnte. Das sah zwar alles nicht meisterlich aus, aber es genügte heute. Ob es gegen die Südhessen genügen wird, werden wir sehen.

    Zur Einzelkritik:
    Tischer wackelte bei hohen Bällen in unseren Strafraum. Das lernt er nicht mehr.
    Butzen mit Biß am Mann. Hätte sich über zwei, drei Pfiffe gegen uns nicht beschweren dürfen. Zuerst den sicheren Ball spielen, dann erst den Blick für die offensive Aktion haben. Er steht in der letzten Linie. Puttkammer mit sehr gutem Spiel. So will ich das immer von ihm sehen. Klare Körpersprache, gute Pässe. Schiller heute vor der Familie. Sollte sie nach MD einladen, wenn es um die Wurst geht. Bankert fiel nicht auf - und nicht ab. Handke später bärenstark. Sollte gehalten werden! Hammann mit guten Bällen und gutem Zusammenspiel mit Fuchs. Hielt seine Seite nach Anfangsschwierigkeiten sauber.
    Reimann mit guter Defensivarbeit. Brauchte heute nicht anzutreiben, aber das kann er eh (noch) nicht. Kruschke fiel wieder ab. Wenn die Mannschaft gut spielt, fällt er als schlechter Spieler auf; spielt die Mannschaft schlecht, fällt er nicht auf, kann sich sogar profilieren. Merkwürdig. Ich beobachte das noch ein bißchen. Fuchs prima.
    Beck gut. Hebisch mit mehr Licht als Schatten als heute. Sollte sich als unser Konterspieler profilieren und sich aus unserem Strafraum herausscheren. Amen.

    Glückwunsch an die Mannschaft, den Trainer und den sportlichen Leiter! Gut gemacht! Jetzt feiern, dann zwei Tage freinehmen, dann vorbereiten. Der Balkon wartet.



    P.S. Gute Leistung, Halberstadt! Kullmann zurückholen!
  5. Avatar von aerolith
    Das Spiel heute gegen den Meister von 1908 und 11, Viktoria Bärlin, verfolgten über 10000 Zuschauer. Die meisten davon waren in Feierlaune und waren mehr damit und mit organisatorischen Dingen beschäftigt, als daß sie sich dem Spiel zuwandten. Einigen aus der Mannschaft muß das auch so gegangen sein, denn es war ein deutliches Gefälle beim Zursachegehen auszumachen. Einige spielten wohl zum letzten Mal in unserem Dreß und wollten sich zeigen, andere wollten Kräfte für den Mittwoch sparen und dritte spielten schlichtweg den Stiefel, den sie gegenwärtig draufhaben, der aber meiner Meinung nach nicht für unsere Elf genügt. Unterformspieler. So genügte den Preußen eine bestenfalls ligadurchschnittsreife Leistung, um den verdienten Erfolg einzuheimsen.
    Eine Analyse der Spieltaktik spare ich mir und komme statt dessen zu den Einzelbewertungen.

    Zur Einzelkritik:
    Tischer bemüht, den Ball schnell zum eigenen Mann zu bringen. Das sah schon besser aus als in den letzten Spielen. Beide Tore aus Standards, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er nicht beide Male Zeit genug hatte, den Ball in seiner Flugbahn einzuschätzen, also ihn auch hätte fangen müssen, bevor er vom Kopf eines Preußen in unser Tor bugsiert wurde. - Wenn er den Ball mit Dropkick abschlägt, fliegt er zehn Meter weiter. Ich hoffe, er kann sich am MIttwoch steigern und hat mehr Glück beim Herauslaufen. Auf der Linie ist er ja Weltklasse.
    Hammann mit professioneller Einstellung, aber ohne den letzten Biß. Kein gutes Zusammenspiel mit Siefkes. Puttkammer um Ordnung und Drang bemüht. Handke mit zahlreichen Pässen ins Nichts. Wirkte so, als ob er abgeschlossen hätte. Bankert solide, aber ohne jede Präzision im Spiel nach vorn. Lange verzettelte sich und besaß keinen Rhythmus, keinen Zugang zum Spiel. So spielt ein Spieler, dem das Vertrauen fehlt. Ich fänd seinen Weggang schade, denn ich weiß, wie gut er spielen kann.
    Tarek überfordert. Kein Zusammenspiel, den halben Schritt zu spät beim Zerstören des gegnerischen Spiels, schlechte Raumaufteilung und ungenaue Zuspiele. Kleinklein. Siefkes der Meister des Kleinklein. Manchmal geht es ja nicht anders, aber Siefkes sucht es. Immer hintenrum, wenn Schnelligkeit gefordert ist und mit dem Kopf durch die Wand, wenn Zusammenspiel nötig. Kein Spieler nach meinem Geschmack. Sowislo mit angezogener Handbremse. Das Spiel lief an ihm vorbei. Ich hoffe, er hat Mittwoch die notwendigen Körner, um unser Spiel zu lenken.
    Steinborn auch schlecht. Ein Mann, der Geschwindigkeit aufnehmen muß und nicht im Doppelpaß erfolgreich ist. Kein gutes Zusammenspiel mit Hammann und dessen Nachfolger Butzen, wobei Butzen eher zu ihm passen könnte. Vielleicht tut ein Vereinswechsel ihm gut. Beck vorn in der Luft hängend. Mußte immer auf die Flügel ins Kleinklein, was ihm nur dann liegt, wenn er den Flügel vor sich hat. Keine Chance heute. Das sagt alles.

  6. Avatar von aerolith
    Über der Stadt wabert eine blaugraue Wolke. Wird sie sich entladen im Urschrei? Wird sie weiterziehen und sich andernorts ereignen? Unruhe, Nervosität, Getriebenheit kennzeichnen die letzten Tage bei vielen Menschen. Wenn diese unsäglichen Entscheidungskämpfe um den Aufstieg doch nicht wären... Tja, Freunde, Bunsenbrenner und Halbgewalgte, dann gäbe es diese unvergeßlichen Augenblicke eben ein paar Wochen vorher in der Meisterschaft. Aufstiegsspiele sollten sie denn auch heißen, nicht aber Relegation. Relegation bedeutet, daß jemand NACH einer Prüfung die Erlaubnis erhält, dort zu BLEIBEN, wo er bereits war. Wir aber wollen NICHT dort bleiben, wo wir sind, sondern hoch-hinaus. AUFSTIEG lautet das Zauberwort, das die Gemüter in die beschriebene unruhige Wallung bewegt.
    Und da haben wir in Ostfalen schlichtweg mehr emotionale Anspannung als die Südhessen, deren Erlebniswelt schon höherklassige Gefilde absuchte. Wir nicht. Wir sind dran! Wir haben es verdient. Andererseits würde ein Aufstieg das Ende einer Ära bedeuten, nämlich das Ende des nachwendlichen Amateurfußballs in Magdeburg, Wir würden neue Herausforderungen annehmen müssen, neue Täler durchschreiten müssen, neue Gegner und altbekannte Wegbegleiter von einst wieder antreffen, dem einen ein freundliches Hallo zurufen, anderen den Fehdehandschuh hinwerfen, wie wir es nicht anders kennen. Daraus resultiert die Freude des Augenblicks, in der Erahnung des Neuen, des bekannt-unbekannten Neuen.
    Aufstieg bedeutet eine verbreiterte Wahrnehmung in der BRD, bedeutet einen Weckruf für die inhämische Wirtschaft, für den Fixationspunkt Magdeburg, für den Sport und die sich daran knüpfende Wirtschafts- und Finanzkraft der Region.
    Zwei Spiele werden darüber entscheiden, ob wir bereit sind für das altbekannte Neue, für den Sprung in eine neue Sphäre des Fußballs. Geben wir alles!
  7. Avatar von aerolith
    In der Pressekonferenz VOR dem Spiel ließ sich der Mannschaftskapitän Sowislo über die Spieltaktik der Südhessen entlocken, daß sie im ZM-Bereich stark spielen und eine solide Abwehrformation besitzen, aus denen heraus die Spitzen gefüttert werden.
    Ein 4-3-3-System also mit ZM-Spieler.
    Das käme unserer Grundtaktik entgegen, die ich mal als 5-3-2 bezeichnen möchte. Wir müßten dann aus dem OM-Bereich in die Außenstürmerpositionen ziehen, um im Rücken der gegnerischen Außenverteidiger durchzustarten, die den Ball dann entweder zurücklegen oder auf Becks Birne placieren. Was wir auf keinen Fall machen dürfen: wie gegen Viktoria im ZM-Bereich herumstolpern und Kleinklein veranstalten wollen. Das Spiel ist also keines für Kruschke oder Tarek, auch nicht für Hebisch, wenn er zum Doppelpaß gezwungen wird, sondern eines für Raumverlagerungen und marschierende Außenverteidiger. Im DM-Bereich muß zerstört werden, dann haben wir da Ruhe und können gewinnen.



    Das Aufstellungsbild wurde ermöglicht durch: http://1.fcm-live.de/utils/aufstellungsbild/ - Dank ooch!
  8. Avatar von aerolith
    Was wir heute (fußballerisch) erlebten, wird in der kommenden Saison das übliche werden. Die meisten Mannschaften spielen ein mehr oder weniger modifiziertes 4-3-3 resp. 4-4-2, kommen über die Athletik und Mittelfeldspiel zur Erzeugung von Chancen. So auch Offenbach. Gähn! Wir spielen ein anderes System, das meiner Meinung nach erfolgreicher ist - kurz- und mittelfristig. Wir spielen sozusagen hinter die aufrückenden Außenverteidiger des Gegners und haben drei Innenverteidiger, dazu zwei defensive MF-Spieler, die das Zentrum zumachen, dann den Ball über die offensiven Außenverteidiger steil nach außen spielen, von wo dann der finale Paß zum Sturmzentrum erfolgt. Dieses Spiel erzeugte heute einige Chancen. Offenbach NULL. Es war etliche Male knapp für uns, aber eine Hundertprozentige (für unseren Gegner) habe ich nicht zählen können. Wir standen stabil, Tischer blieb auf der Linie und ließ seine Abwehrrecken die Drecksarbeit machen, die sie auch gern annahmen, kam doch mal was durch, so hielt Tischer, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Ich glaube, Offenbach hätte heute noch eine Stunde spielen können... Ihr System paßt zu uns. Wir werden auch die Dritte Liga rocken, denn offenbar können wir auch athletisch mithalten. Der Rhythmuswechsel nach der Pause war zwar wenig ansehnlich, aber es war nicht so, daß ich nun Angst bekommen mußte. Sehr bedauerlich, daß Hebisch nicht die Traute besaß, allein abzuziehen und Beck kurz vor Schluß eine Nachschußmöglichkeit versemmelte. Das wird sich aber nicht rächen, denn auch in Offenbach werden wir so erfolgreich spielen. Wir müssen dort dem Neuner einen auf den Fuß stellen und die 31 zudecken. Die anderen können wir laufen lassen.

    Zur Einzelkritik:
    Tischer heute sauber. Abstöße bitte von Hammann oder Puttkammer machen lassen, dann kommen sie zehn Meter weiter. Dropkick wie immer gut. Abwürfe auch gut.
    Butzen ein wenig blaß, was aber auch daran lag, daß wirklich Gefährliches auf seiner Seite nicht geschah. Darf mehr marschieren. Schiller gut, aber mit wenig Fortune bei seinen wenigen Vorstößen. Handke bärenstark. Gutes Timing und Gespür für die taktische Situation. Puttkammer gefiel mir sehr gut. Lief ab, paßte meist gut und dirigierte das Stellungsspiel. Hammann mit gutem Zusammenspiel mit Fuchs. Die Torvorbereitung erfolgte nicht zufällig über seine Seite. Defensiv verbessert.
    Reimann mit gutem Biß. Zwar immer noch kein Kreativspieler, aber das lernt er vielleicht noch. Wuselig, nahm den Kampf an und blieb weitgehend fair. Besaß eine wichtige Rolle, die er gut ausfüllte. Sowislo mit einigen starken Augenblicken. Wurde offensichtlich von der Kulisse beflügelt. Kein Kräfteverschleiß erkennbar. Bravo! Bei Fuchs dagegen schon, dennoch war ich traurig, als er ausgewechselt wurde, denn er paßte gut (nicht sehr gut) und brachte Spielkultur in unsere Angriffe. Genau das ist seine Rolle.
    Hebisch. Ach, Hebisch! Beck mit großem Einsatz und Torvorbereitung. War heute nicht der Flankenabnehmer. Um so besser, denn so waren die Offenbacher offenbar verwundert. So was ist immer gut, wenn der Gegner mit dem Spiel seines Gegners nichts anzufangen weiß und dann in den Modus umschaltet, den er eben draufhat. Ich nenne ihren Stil mal: mortui fuerint in pulchritudinem.

    Nachbetrachtung mit einigen Szenen aus dem Spiel:
  9. Avatar von aerolith
    Wir verbinden Dichtung und Wahrheit. Immer wieder gern gelesen: ein Bild und seine Geschichte.



    Dazu fällt mir folgender Warnruf ein: Niemals abseits der Hauptstraßen aufhalten! Niemals allein fahren, immer im Geleitzugsystem. An Ampeln nicht halten, sondern stur durchfahren. Dort lauern sie besonders gern, insbesondere außerhalb Magdeburgs. Sie benutzen Eisenstangen und werfen Backsteine, die sie eigens dazu bereits vor wichtigen Spielen bereitlegen. Ich kann aushämischen Fans nur raten, ihre Fanutensilien, besonders die "Omareisegruppenhutträger", versteckt zu tragen. Aber auch dann gibt es keine Sicherheit, denn der homo sapiens ostfalicus erkennt den Südhessen und schlägt sofort und in Gruppen zu, mindestens zu zehnt, denn er weiß ja, daß gegnerische Fans gern im Pulk reisen.
  10. Avatar von aerolith
    Sieg!!!
    Ein Sieg des Willens, des besseren Systems, der besseren Mentalität. Wir bissen sie nieder, kämpften sie nieder, erspielten sie nieder. Ich bin stolz, stolz stolz. Nach dem gut herausgespielten 0:1 unseres Gegners (egal, wer) war mir nicht bange, DENN unser Spielsystem mußte zu Chancen führen, wie wir sie bereits vor dem Gegentreffer herausspielten. Und so kam es dann auch. Nachdem wir uns kurz schüttelten, spielten wir einfach weiter. Sowislo flankte BLIND auf den zweiten Pfosten, WEIL er wußte, daß dort jemand der Unseren lauerte - und prompt versenkte dieser dort Vermutete die Flanke. Es war Schyller. Der akzidentielle Schiller. Bravo! Zwangsläufig. Und weiter ging's. Die Südhessen wußten nicht, wie ihnen geschah und KONNTEN nicht umstellen, denn sie spielen eben nur das übliche. Wir aber spielen den modernsten Fußball, ein 5-3-2. Jeder Gegner, der nicht umstellen kann, muß schon hervorragende Einzelspieler in seinen Reihen haben, um uns zu schlagen. Aber, wie wir wissen, KEINER wird es wagen...
    Die folgenden Tore waren sozusagen eine Folge unserer spielstrukturellen Übermacht. Ich erspare mir Einzelheiten, schließlich will ich unsere kommenden Gegner nicht informieren. Nur eine Information für sie: Wir sind wieder da!

    Einzelkritik spare ich mir: Alle bekommen ein Bienchen und haben Getränke frei, sofern sie in meiner Nähe aufschlagen.

    Zukunft: Zwei Spieler sollten auf Kalles Einkaufszettel stehen, denn die passen zu uns: Gjasula und Müller. Wenn möglich, dann verpflichten.

    Ein Lied!

    Zusammenfassung und erste Feierlichkeiten:
  11. Avatar von aerolith
    Das war eine für magdeburger Verhältnisse recht ordentliche Jublermasse uffm alten Marcht. Es störten nur die mittenmang aufgestellten Freßbuden und die schlechte Akustik bei den Mikroansagen vom Balkon. Da ist noch qualitativer Spielraum, meine Damen. Daß sich unsre Jungs nun als Sängerknaben outen mußten, lag wohl in der Natur der Sache. Bei der Aufstiegsfeier im nächsten Jahr wird das alles noch besser klappen. Allerdings wird es dann eng uffm Marcht. Vielleicht ziehen wir nächstmals auf den Domplatz um?

    P.S. Das goldig Blitzende vorn halbrechts ist der ostfälische Otto auf seinem Pferd, der Magdeburger Reiter. Er wird in Bälde unser Reich durchmessen und den niederknieenden Gegnern erklären, welchen Tribut sie zu zahlen haben.

  12. Avatar von aerolith
    erstellt von Volksstimme am Kindertag 2015:

    Der Kader 2015/16:

    Tor (3): Matthias Tischer (Vertrag bis 2016), Jan Glinker (2016), Lukas Cichos (2017)

    Abwehr (5): Steffen Puttkammer (2017), Silvio Bankert (2017), Felix Schiller (2016), Christopher Handke (2016), Michel Niemeyer (2017)

    Mittelfeld (8): Nils Butzen (2016), Sven Reimann (2016), Niklas Brandt (2016), Torge Bremer (2016), Marius Sowislo (2016), Marcel Schlosser (2016), Kevin Kruschke (2016), Jan Löhmannröben (2017).

    Angriff (4): Christian Beck (2016), Lars Fuchs (2016), Nicolas Hebisch (2016), Tarek Chahed (2017)
    Das soll der Kernkader sein, ergo sind fünf Leute aus dem alten Kader gestrichen, drei neue Spieler eingepflegt, bedeutet: zwei Spieler weniger als in der ausklingenden Saison. Das bedeutet weiters, daß mindestens noch SECHS weitere Spieler kommen werden, denn wir müssen in der nächsten Saison mit mindestens acht Pflichtspielen mehr rechnen, ergo benötigen wir mindestens VIER neue Spieler und außerdem wenigstens gleichwertigen Ersatz für diejenigen, die uns verlassen. Rechnen wir zusammen, so sind das wenigstens NEUN neue Spieler, wovon drei hier schon eingepflegt sind (Löhmannsröben, Tarek und Niemeyer).
    Handlungsbedarf sehe ich im Sturm und im Abwehrverbund, insbesondere auf den Außenpositionen.

    ausführliche Saisonauswertung folgt demnächst, womit ich diesen Blog dann schließen werde
  13. Avatar von aerolith
    Die Auswertung einer Saison kann nur im Abstand zu den letzten Eindrücken erfolgen. Zwei Tage sind zu wenig, aber zwei Wochen vielleicht zu viel. Daher häppchenweise. Heute das Formular mit den Saisonleistungen der Spieler, wobei ich alle Strukturfreunde dazu auffordere, sich das Formular herunterzuladen und dann selbst auszufüllen, am besten mit einem Bleistift, denn das ist ein ganz anderes Gefühl als das virtuelle Häkchensetzen beim PDF-Formular. Dennoch HIER das Formular. Wer es ausfüllt, einscannt und an mich zurückschickt, gern auch mit Anmerkungen, wird sich hier wiederfinden.



    Der Sieger für mich heißt PUTTKAMMER, der die besten Kosten-Leistungswerte aufweist. Ein Blick auf die Verlierer-Liste zeigt, daß ich weitgehend mit der sportlichen Leitung übereinstimme, andernfalls gäbe es nicht fünf von sechs Übereinstimmungen bei den Abgängen. Tischers Leistungsentwicklung ist nicht positiv. Er steht in seiner Entwicklung, muß energischer an seinen Schwachstellen arbeiten, andernfalls wird er Glinker nicht verdrängen können, der eine sehr gute Saison bei uns spielte und für mich einer der Gewinner ist.
    Betrachtet man die Bewertungen in der Vertikalen, so lassen sich mannschaftliche Stärken und Schwächen ablesen. Zu unseren Stärken gehören Schnelligkeit, mannschaftsdienliches Spiel, das Auftreten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, was letztlich auch die Zufriedenheit im Kollektiv erklärt. Zu unseren Schwächen zählen Paßspiel, die taktische Flexibilität (die sich aber verbessert hat) und die Führungsstruktur. Wir haben zu viele Mitläufer, so mein Eindruck, wobei sich durch die Verpflichtung Bankerts das Verhältnis von Führungsspielern zu den ruhigen Arbeitern verbessert haben dürfte.
    Aufgrund der Abgänge und den höheren quantitativen und qualitativen Anforderungen in Liga III liegt es auf der Hand, daß wir
    A) vier ZUSÄTZLICHE Spieler zu den Abgängen benötigen und
    B) qualitativ im Außenverteidiger- und Sturmbereich aufrüsten müssen.
    Wir brauchen keine Ergänzungsspieler aus niedrigeren Ligen oder Laufkundschaft aus Übersee oder von größeren Vereinen, die ihre Spieler X, Y bei klammen Drittligisten parken und sie sofort abziehen, wenn sich deren Leistungskurve nach oben bewegt. Dieses Spielchen kennen wir aus früheren Jahren - und es hat nur unserer Entwicklung geschadet. Ich hoffe, man hat dazugelernt, befürchte aber, daß sich hier die im Profifußball artifiziellen Geschäftsmodelle auch bei uns Bahn brechen werden.
    Wir brauchen mindestens zwei gestandene Spieler, die Erfahrung in der neuen Liga besitzen.

    Teil II der Saisonbetrachtung demnächst