aerolith

Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2016/17 (Halbserie I)

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Das erste Spiel in der neuen Saison, die am 1. Juli begann, spielten unsere Jungs gegen die Hertha-Bubis. Daß ich als Dauerkartenbesitzer Eintritt zahlen mußte, war ein erstes Ärgernis. Die Preise steigen zudem. Unfuglich.
Das schöne Sommerwetter, umme 24° C, nutzten etliche Ostfalen zu einem freudigen Blick auf die Neuverpflichtungen. Sie waren bevorzugtes Thema bei fast allen kleineren und größeren Runden, denen ich heute beiwohnte. Das Spiel war ein typisches Vorbereitungsspiel, wenig ergebnisorientierter Fußball, statt dessen ständige Korrekturen der Laufwege, der Raumbesetzung, der Art und Weise des Vortrages. Sowohl Härtel als auch sein brummiges bärliner Pendant nahmen sich da nichts. Die meisten Anweisungen richteten sich an Spieler, die falsch standen. Stellungsspiel wurde heute großgeschrieben. Einzelkritik aller erspare ich mir, nur einige Bemerkungen:

Sprenger abgeklärt und ruhig. Steht gut und spielt den Ball gut zum eigenen Mann. Wenig Risiko. Sachlich und stark am Mann.
Kath als LV mit einigen Vorstößen, aber unpräzisen Flanken. Neigt dazu, sich zu verzetteln. Unsicher.
Hammann mit vielen Fehlpässen, schlechtem Stellungsspiel und ungenauen Zuspielen. Hat viel zu tun.
Beck mit angezogener Handbremse. Ist sich seiner Position sicher und spielte so, als ob er bloß keine Verletzung riskieren wollte.
Sowislo mit der ruhigen Art, wie ich sie in der Vorbereitungsphase kenne. Sachlich und doch in den entscheidenden Momenten da.
Exslager anfangs sehr schlecht: stand falsch, spielte falsch ab, lief in die falschen Räume und wirkte wie ein fünftes Rad am Wagen. Nach seinem Tor besser, zum Ende hin gut. Da hatte er seine Position halb rechts gefunden.
Ernst mit guter Vorstellung. Ein, zwei Situationen, wo er hätte eher abspielen müssen, aber mit guter Technik, Kondition und Dynamik.
Tarek heute gut. War nach 80 Minuten platt. Lief viel, räumte vieles auf und brachte sich auch gut ins Offensivspiel ein. Weiter so!
Handke anfangs wie ein Drehrumbumm: unbeweglich-statisch, langsam, mufflig. Wurde im Laufe des Spiels besser, stand dann gut und ließ nichts zu. Paßte auch ansehnlich.
Novy ohne Bindung zum Spiel.
Düker mit Gespür für den potentiellen freien Raum, gut im Zuspiel, aber mit Schwächen beim Abschluß. Darauf kömmt es jedoch an.

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Kommentare

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  1. Avatar von aerolith
    Vorab ein wenig Vereinspolitik:
    erstellt von Volksstimme:
    Beim 1. FC Magdeburg macht das Wort „Melk-Kuh“ die Runde. Mario Kallnik, Vorstandsmitglied für Sport und Finanzen, mahnt zum Maßhalten. Magdeburg l „Es gibt eindeutige Tendenzen dafür, dass nach dem zweifellos überragenden finanziellen Ergebnis nun versucht wird, mit dem Club das schnelle Geld zu machen. Das wird es mit mir als den Hauptverantwortlichen aber nicht geben, der FCM ist keine Melk-Kuh“, betonte Kallnik, wohlwissend, dass er sich damit keine Freunde macht, zum Wohle des Vereins aber für ihn nur dieser Weg der richtige ist. Namen nannte der 42-Jährige nicht. Nach Volksstimme-Informationen wollen aber wohl Spieler und Wirtschaftspartner am Kuchen teilhaben. Das außergewöhnlich hohe Plus ist vor allem der guten Einnahmesituation geschuldet. Die SSG (Stadion- und Sportmarketing GmbH) als 100-prozentige Tochter des Vereins machte 2015/16 einen Umsatz von rund 7,5 Millionen Euro und verdoppelte damit nahezu das Ergebnis gegenüber 2014/15, als der Verein noch viertklassig spielte. 4,64 Millionen Euro betrugen bei einem Zuschauerschnitt von knapp 18.400 die Ticketeinnahmen. Im Sponsoring waren es 2,74 Millionen Euro. Auch hier gab es gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung. Letztlich erwirtschaftete die SSG einen Gewinn von 429-000 Euro. Auch im Verein gestaltete sich die Entwicklung äußerst positiv. Unterm Strich wurde ein Plus von 462.000 Euro erzielt und das Eigenkapital nach einem „kleinen“ Überschuss aus 2014/15 (knapp 7800 Euro) auf 470.061,69 Euro deutlich gesteigert. Weiterer positiver Nebeneffekt: Wegen des noch aus Insolvenzzeiten geltenden Verlustvortrages muss der Gewinn letztmalig nicht versteuert werden. Dabei ging es bei den Zahlen für den Lizenzbereich der ersten Männermannschaft steil nach oben. 2014/15 betrug der Etat 1,7 Millionen Euro, 2015/16 schon 2,6 und 2016/17 voraussichtlich 3,4 Millionen Euro. Warum Kallnik trotz des größten Gewinns seit der Wende so genau aufs Geld schaut und auf wirtschaftliche Solidität setzt, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen sei schon jetzt absehbar, dass die Einnahmen nicht annähernd wieder so hoch sein werden wie in der Aufstiegssaison. Zum anderen sollen die Gewinne vor allem in den Ausbau der Nachwuchsarbeit fließen. Zunächst will der FCM seine Pläne für ein Jugendinternat umsetzen. Kallnik: „Ein öffentliches Internat gibt es bereits, da wir sind jedoch abhängig von Schule und Fußballverband. Nun ist zum 1. Juli 2017 ein eigenes Projekt mit 13 Plätzen geplant.“ Kostenpunkt: Rund 80.000 Euro. Ferner gibt es derzeit für die FCM-A-, B- und C-Jugendteams nur zehn Förderverträge. Kallnik: „Normal wären bis zu 40, damit wir nicht immer wieder Talente verlieren. Daher werden jetzt erst einmal 25 Förderverträge geschaffen.“ Damit nicht genug. Um zu erreichen, dass mehr Talente den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, soll auch die Personalkapazität erweitert werden. Mit Matthias Tischer, Lars Fuchs und Silvio Bankert wurden bereits drei Ex-Profis in den Trainerstab eingebunden. Hier sind für die Zukunft weitere Einstellungen geplant. Kallniks Kernbotschaft lautet: „Kein Harakiri, sondern Politik der kleinen Schritte.“



    Kommentar: Das Bimbamborium mit ausgelagerten GmbHs und vereinsinternen Lösungen ist etwas für Finanzjongleure und dürfte sich als Hosentaschenbilliard erweisen, finanziell gesehen. Es ist mir also rille. Entscheidend ist die Kontrolle aller Vereinsteile, auch der ausgelagerten, durch die gewählte Exekutive des Vereins, denn nur so kann ein Maximum an Partizipation gesichert werden. Und das ist mir nicht rille. Ein vom Mitglied gewähltes Präsidium muß der MV rechenschaftspflichtig sein, nicht NUR dem AR. Eine Kann-Bestimmung ist hier wenig hülfreich, wenn man ein Maximum an Mitsprache der Vereinsangehörigen sichern will.
    Daß wir in diesem Jahr weniger einnehmen sollten als im zurückliegenden, will mir nicht so recht einleuchten. Ab Sommer spielen wir in der Zweiten Liga, was den Zuschauerzuspruch wieder wuppen sollte, zudem nehmen wir an Fernsehgeldern mehr ein. Nicht zuletzt sind die Sponsorengelder gestiegen und werden weiter steigen. Aber Kallniks Vermutung, daß die Einnahmen sinken werden, ist nur wieder das bekannte understatement, das ich in finanziellen Dingen sogar begrüße. Lieber ein wenig weniger Einnahme geplant, um so schöner ist es dann, die Talerchen im Geldbeutel zu zählen. Da werden die Augen größer und größer.
    Anders sehe ich das im sportlichen Kontext, da ist Tiefstapelei eher schädlich als nützlich, zumal bei uns, den GdW.
    Die Stadionstimmung ist durch Redundanz geprägt- Die Fangesänge überlagern sich. Wahrscheinlich sind es die Alt-Fans, die jetzt die Chance wittern, vergessenes Liedgut wieder in den Kehlen der Antreiber auf den Rängen zu implementieren. Ich freue mich schon auf
    Wir schlagen Rom, wir schlagen Wien

    Wir schlagen Rom, wir schlagen Wien,
    wir schlagen Dynamo Ostberlin
    wir sind die Meister aller Klassen,
    wir sind vom Super FCM.

    Der FCM, der FCM, der FCM ist wieder da –
    der FCM ist wieder dam der FCM ist wieder da. (siehe Song-Texte bei Mirko)


    Zum heutigen Spiel: Die Gäste aus Schwaben spielten das ligaübliche Kleinklein, das uns nicht gefährlich werden konnte. Das kennen wir inzwischen und wissen damit umzugehen. Unser Spiel war heute durch Diagonalität gekennzeichnet. Mit Ernst, Düker und Schwede spielten vorn drei Leutchen, die gern den Ball ablegen und stupsig in freie Räume legen, wohinein der Partner laufen soll. Das klappte zwar nur selten, bewirkte aber doch eines, nämlich eine völlige Überforderung der schwäbischen Abwehr, die dergleichen aus der Liga nicht gewöhnt ist, denn in Liga III spielt man Kleinklein und keinen anarchischen Stupsfußball, der auch noch durch etliche (konservative) Langpässe konterkariert wurde, so daß die Schwaben wohl so gar nicht mehr wußten, wie sie sich aufstellen und agieren sollten. Mir recht. Da die Abwehr eine solide Leistung bot und uns ein frühes (erzwungenes) EIgentor in die Karten spielte, wurde es ein vergnüglicher und wenig aufregender Fußballnachmittag, dessen Höhepunkt der Ausgleich Wehen Wiesbadens war, der uns Tabellenplatz 3 einbrachte. Sag ich doch: Wir steigen auf.

    Zur Einzelkritik:
    Glinker war da, wenn er gefordert wurde, was, glaube ich, einmal der Fall war. Brachte den Ball gut zum eigenen Mann und wirkte sicher. Wie gesagt, keine EInleitung eines Konterspiels, was aber auch nicht möglich war, weil wir immer noch dieses unsägliche Ziehhamronikasystem spielen, was mir gar nicht gefällt. (3)
    Butzen mit Anfangsschwierigkeiten. Ließ dann an Aggressivität nach, ohne daß seine Seite löchrig wurde.Gutes Stellungsspiel. (2,5) Schiller stark. Ließ nichts zu. Heute weitgehend ohne Offensivimpulse, nur am Anfang mit zwei guten Offensivaktionen. (2) Hammann mit gutem Stellungsspiel und stark am Mann. Schwaches Paßspiel, aber der Paß vor dem 1:0 war erste Sahne. (3) Handke mit starker Leistung. Ließ sich zwar einige Male ausspielen, war aber wie der Igel immer wieder da und brachte sich auch mehrmals gut ins Angriffsspiel ein. Das erste Tor ist seins, obwohl er es nicht selber erzielte. (2) Schwede bärenstark. Gute Laufwege, grundsätzlich verqueres und gutes Paßspiel und brandgefährlich. Muß sich mit seinen Partnern noch besser absprechen, um die Fehlpaßquote zu minimieren. (2)
    Ernst mit seiner besten Saisonleistung. Dynamisch, verspielt, aber nicht überspielend. Gefiel mir ausnehmend gut. Nur manchmal den halben Schritt zu schnell oder zu langsam in dem Raum, wo er sein sollte. Abstimmungsarbeit! (1,5) Brandt mit guter Spielentwicklung. Bissig am Gegner, aber nicht übermotiviert. Solides Paßspiel. Beim Abschluß nach wie vor schlecht. (3) Sowislo wie gewohnt zum Ende hin sehr stark. Anfangs eher zurückhaltend und vornehmlich mit Defensivaufgaben befaßt. Bin mit seiner Leistung und Leistungsentwicklung zufrieden. (2,5)
    Beck wirkte heute wie ein Fremdkörper in unserem Spiel, biß sich aber ins Spiel und wurde zum Ende hin besser. Sein Spiel ist das der Standards, des geradlinigen Angriffsfußballs, nicht das des Verquergehens und Ballstupsens. Ist aber ein guter Kontrapunkt, der die Abwehr beschäftigt, insofern auch zukunftsträchtig mit seiner Spielweise in einem Dreieckssystem Düker-Ernst-Schwede, zumal er seine Qualitäten als Endverwerter hat. (3,5) Düker erfrischend. Gutes Raumspiel, gutes Paßspiel, einige Abstimmungsprobleme, die sich aber abschleifen werden, wenn Härtel unser magisches Dreieck beisammenläßt. Botr sich gut an, stand meist dort, wo er stehen mußte und behauptete den Ball, wenn er zu ebhaupten war. (2)
  2. Avatar von aerolith
    Sportliches: Am Anfang der Halbserie versuchte der Trainer eine Anbindung unserer Spielweise an die der meisten anderen Mannschaften. Offensichtlich befürchtete er, daß wir im zweiten Jahr mit unserer letztjährigen Spielweise nunmehr nicht länger erfolgreich sein könnten und suchte sein Heil in der Anpassung an andere. Mit dem Strom schwimmen, mit den Wölfen heulen, Lemming sein... Daher setzte er auf den Einsatz dynamischer Spieler und MF-Kleinklein, ließ vermehrt nickeln und den freien Fall üben, verzichtete auf Konterstellung oder Konterfußball. Allerdings blieb er der Linie bärbeißiger DM-Arbeit treu und setzte auch auf Langpaßspiel. Insofern war das kein wirklicher Bruch mit der Spielweise vom vorigen Spieljahr.
    Die Ergebnisse blieben aus. Als lernfähiger Verantwortlicher stellte Härtel wieder um und paßte die neuen Spieler dem alten System an, konnte durch deren höhere individuelle Leistungsfähigkeit auch bessere und wachsende Leistungen erzeugen. Nachdem sich Beck einen unberechtigten Platzverweis eingehandelt hatte, mußte er auch im Kernbereich der Offensive dazulernen. Er brachte den ballsicheren und klug antizipierenden Düker und hatte plötzlich zwei funktionierende Spielsysteme, die sich dann auch noch kooptieren ließen.
    Ausblick: Da es bis heute nicht gelang, Konterspiel strukturell anzulegen und Härtel nach wie vor die Ziehharmonika vorzieht, sollte die Implementierung von einer strukturellen Konteraufstellung bei gegnerischem Angriff die nächste Aufgabe sein, die es der Mannschaft einzuimpfen gilt. Wenn es dann noch gelingt, endlich den ZM-Spieler zu züchten, der im MF auf den Ball treten und die schnellen Außen schicken kann, sollten wir durchmarschieren. Und ich rede jetzt nicht von Liga II.
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