aerolith

Laßt uns über Fußball reden! - Saison 2015/16 (I)

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Zu Teil II der Berichterstattung geht's hier lang...

Also, ALLE sind nicht scharf auf Pintol. Nicht jedes Neinchen ist ein Falschgepoltes. Es gibt gute Gründe, diesen Rasenkantenunterlippespieler hier nicht aufschlagen zu lassen. Der Mann paßt charakterlich nicht zu uns, andernfalls hätte er mit seiner Nase nicht unseren maroden Rasen umpflügen wollen - der lag ja mehr, als daß er spielte. Zudem immer dieses weinerliche Gehabe. Da kann er so gut spielen können, wie er's manchmal zeigte, spätestens an dem Tag, an dem es nicht läuft und er das Fallobst spielt, werden sich etliche Klubfreunde auf unseren Rängen regen und den Mann auspfeifen. Da kann Härtel vor der Saison was von Kratzen, Beißen, Spucken erzählen, das tangiert hier die wenigsten: Kämpfen lautet das Zauberwort, nicht schönspielendes Auafußballchen mit Gravitationsbeschleunigung. Das hat sich seit Riedigers Zeiten nicht geändert. Der Ostfale liebt den Kampf, aber nicht das rumlungernde Elfmeterschinden.
Ich denke, so einen brauchen wir hier nicht. Das ist eine Frage der Spielauffassung, die er nicht so leicht wird ändern können. Wäre er ein sehr junger Spieler und hätte diese spielerischen Fähigkeiten, würde ich ja sagen, weil die Mannschaft den Mann dann noch erziehen könnte. Aber Pintol steht im besten Fußballeralter, ist fertig und wird sich charakterlich kaum noch ändern lassen. Meiner Meinung nach ist Ärger vorprogrammiert, wenn er hier aufschlagen sollte, auch in der Mannschaft, denn ich glaube kaum, daß er sich wird hinten anstellen wollen. Vielleicht versucht der Mann sein Glück in Wolfsburg, Halle, Schalke oder in München, da paßt er besser hin. Die haben auch mehr Moos, ohne das bekanntlich nix los.

Der Diskussionshype um Pintol macht aber eine Schwachstelle unserer Verpflichtungspolitik deutlich: Zwar schrieb eine Fußballseite, daß wir nur PUNKTUELL verstärken würden, aber das scheint mir bei bislang sechs neuen Spielern wohl etwas inadäquat ausgedrückt. Es wurden, verglichen mit den abgehenden Spielern, hauptsächlich schwächere nichtdeutsche Spieler geholt. Keine Verstärkung dabei! Die Quote muß stimmen! Also her mit Semiten, Slawen, Schornsteigfegern und Eskimos! Andernfalls könnte ja ein Erfolg der Mannschaft arische "Segensträger" aus Ostelbien ins Stadion locken und deren "Siech Heil!"-Gebrüll dem Ruf des Vereins schaden. Nun, aus schwächeren Spielern können stärkere werden. Die Geholten sind noch jung (zwischen 18 und 24 Jahren alt), vielleicht wird es ja. Sollte mich freuen. Aber wahrscheinlich ist es nicht, denn KEINER der Neuen kann auf Anhieb Stammspieler sein, muß sich also hinten anstellen. Ob das alle tun? Nun gut, kein gravierender Fehler, ein Fehlerchen, das der Trainer durch gute Arbeit wieder ausbügeln kann. Gravierender ist da schon der (aufgrund klammer Kassen vom Kassenregio kolportierte) Verzicht auf einen gestandenen Spieler im Offensivbereich, der nicht nur Beck/Fuchs Dampf macht, sondern Erfahrung mitbringt: der Königstransfer. Und genau das Spüren dieses Mankos erklärt die Pintol-Diskussion bei den FCM-Fans, denn dieser Pintol spielt genau so, wie wir es brauchen - wenn er mal spielt und nicht auf dem Rasen liegt oder sich mit Gegenspielern oder dem Schiedsrichter oder den Zuschauern fetzt. Spätestens an dem Tag, an dem er das in Maghdeburg als Spieler des FCM tut, war's das. Und genau das kennen wir ja in Magdeburg, was das dann für Folgen für den Verein hat. - Nein, danke!

Ich fasse zusammen. Gesucht: ein gestandener Spieler im OM/HS-Bereich, der charakterlich zu uns paßt, wenig kostet und noch mal Gas geben will. Eine eierlegende Wollmülchsau.

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Kommentare

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  1. Avatar von aerolith
    Mitgliederversammlung (MV) beim FCM. Themen:

    1. Ausgliederung der Profimannschaft und
    2. Wahl einzelner AR-Plätze.


    Das Präsidium verklärte die von ihm geplante und vom AR unterstützte Ausgliederung als "alternativlos". Das war entweder Unkenntnis oder Verschleierung wahrer Absichten geschuldet. Das Totschlagargument hierfür lautete: Bewahrung der Gemeinnützigkeit des Vereins. Dieses Argument war entweder aus Unkenntnis geboren oder gelogen. Beides sprach nicht für Präsidium und AR. Erstaunlich genug: Nach Jahren untätigen Abnickens muckten die Mitglieder mehrheitlich auf und erteilten der Ausgliederung einen Korb. Ich begrüße das Aufmucken, hätte gegen eine Ausgliederung allerdings nichts einzuwenden. Alternativlos ist sie nicht, denn das beste Gegenbeispiel gibt der kommerzielle Prototypus im bundesdeutschen Fußball: Rasenball Leipzig. Zwölf Mitglieder hat der "Verein". Die Profimannschaft ist NICHT ausgegliedert, dennoch gibt es KEINE Probleme mit dem Status der Gemeinnützigkeit. Entweder wissen unsere Segensträger das nicht - was schlecht wäre - oder sie wissen es und fordern trotzdem die Ausgliederung, die sie alternativlos nennen - was noch schlimmer wäre.
    Die Mitglieder wollten sich im Vorfeld der MV Mitspracherecht dadurch sichern, daß sie fortan bei Ausgliederungen bzw. ausgegliederten Abteilungen des Vereins mitentscheiden wollten. Ein unkluger und Entwicklung hemmender Plan, denn er hemmt die Exekutive an der Ausübung ihrer Pflichten, der TÄGLICHEN Führung des Vereins. Welcher Manager kann effizient arbeiten, wenn er befürchten muß, daß jede seiner Arbeiten von der MV rückgängig gemacht wird? Abgesehen davon legt bundesdeutsches Vereinsrecht fest, daß ausgegliederte Vereinsteile mehrheitlich in Vereinsbesitz und damit -verantwortung bleiben müssen. Ein Passus in der Satzung, der den Mitgliedern Kontrollrechte über ausgegliederte Vereinsteile zusichert, wäre also bestenfalls redundant.
    All das ist Brack. Brack von Präsidium und AR, v.a. in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Brack von einzelnen Mitgliedern, die nun Kontrolle einfordern wollen, wo sie überflüssig ist und statt dessen darauf verzichten, an den richtigen Stellschrauben Kontroll- und Mandatierungsmechanismen einzubauen, die ihnen mehr Mitsprache zusichern. Welche Stellschraube ist das vor allem? Richtig, die der Mandatierung des Präsidiums. Es muß endlich in die Köpfe, daß das Präsidium NICHT vom AR bestimmt werden darf, sondern durch Mehrheitswahl der Mitglieder. Die Kandidaten müßten zuvor, ZUVOR!, angeben, was sie planen, z.B. eine Ausgliederung, und würden wohl kaum gewählt werden, wenn sie etwas VOR der Wahl zu tun beabsichtigen, was den Mitgliedern mehrheitlich nicht paßt. Diesem gewählten Präsidium muß man die Freiheiten lassen (§ 13, 8 resp. 14,8), die ihm Ausgliederungen gestatten. Ein entsprechendes Quorum bei der MV könnte solche Dinge jederzeit rückgängig machen.

    Wenn die Mitglieder diesen strukturellen Webfehler der Satzung - das Fehlen einer Direktwahl des Präsidiums durch die Mitglieder - NICHT beseitigen, wird es keine konstruktive Arbeit mehr geben können, sondern gegenseitige Lähmung. Früher oder später. Jeder Verein benötigt eine funktionierende Exekutive, die allein von der Basis gewählt wird und von dem AR hinsichtlich der Satzungskonfirmität kontrolliert wird. Es ist aber falsch, wenn die Judikative (AR) auch die Exekutive (Präsidium) bestimmt. Das ist KEINE Gewaltenteilung. Fehlende Gewaltenteilung führt früher oder später zu Verwerfungen, denn sie erfordert Vertrauen, das im Profigeschäft nur von Zwölf bis Mittag dauert.




    Anhand des MDR-Videos läßt sich erahnen, wie den Mitgliedern des FCM die Taschen vollgehauen werden. Beim HFC mit einer ganz ähnlichen Situation ist alles bestens und hinsichtlich der Gemeinnützigkeit unproblematisch, beim FCM gibt es dahingehend Probleme? Für Investoren soll die Möglichkeit bestehen, beim FCM zu investieren, gleichzeitig bleibt die SSG eine hundertprozentige Tochter? Das nenne ich dann mal Quarkquatschplatsch. Die Lösung des wirtschaftlichen Problems liegt nicht darin, die Profiabteilung in der SSG zu implementieren, sondern darin, die Einnahmen des Vereins (also nicht der SSG) zu steigern und mit den Gewinnen aus dem Ticketverkauf und anderem die Rückzahlung des Stadions zu bewerkstelligen, bei vollständigem Begleichen dann die SSG wieder dem Verein einzugliedern und so ein Fundament zu schaffen. Unabhängig davon muß der Verein sämtliche Geschäftsfelder ausbauen. Die Gemeinnützigkeit ist in keinem Fall gefährdet. Da gibt es ganz andere Vereine mit einem sehr viel größeren Geschäftsvolumen IM Verein, die keineswegs gefährdet sind, sondern munter im Profifußball agieren.

    Schließlich mein vorerst letzter Gedanke dazu: Die Ausgliederung der Profiabteilung hat wirtschaftlich Vorteile, weil es sich für einen Manager leichter arbeiten läßt, wenn er innerhalb einer Organisationsform (der SSG) agieren kann. Den Mitgliedern steht es jederzeit frei, die SSG wieder in den Verein zurückzuintegrieren. Insofern gäben sie nichts aus der Hand, wenn sie der Ausgliederung zustimmten, jetzt prolongiert im frühen Frühjahr. Das alte Manko des FCM kam hier wieder zum Vorschein, die Unfähigkeit, die Öffentlichkeit angehende Dinge auch verständlich und transparent zu kommunzieren. Angebotene Hilfe lehnen die Macher seit Jahren beharrlich ab. Sture Ostfalen halt. Ich liebe das.
  2. Avatar von aerolith
    FCM vs. Münster 3:0
    Das fälische Duell endete mit einem Sieg der Ostfalen, die so späte Rache für die Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 nahmen, als Magdeburg seine politische Selbständigkeit in Münster verlor und fortan zu einem Teil eines ostelbischen Churfürstentums wurde, das im Dreißigjährigen Krieg mehrfacherTreulosigkeit gefrönt hatte. So ungerecht ist die Welt: Betrüge und verrate, dann wirst du belohnt!

    Das Spiel heute erinnerte wieder an den Beginn der Saison. Unser Gegner mit gefälligem Kleinklein, wir ließen sie bis zum 16er machen und entwickelten aus einer leichten Konterstellung zielstrebiges Angriffsspiel. Die Münsterländer keineswegs mit brotloser Kunst, denn sie hatten unsere Schwachstelle links erkannt und spielten dort Katz und Mauß mit unserem Ami, der wieder wie ein Fußballanfänger verteidigte, wenn man hier von verteidigen sprechen kann. Das endete erst mit dem Tausch Malones gegen Tarek, der allerdings keineswegs LV spielte, sondern diesen Part unserem Türken überließ. Der machte es besser. Die Seite war fortan zu. Im Mittelfeld kamen wir zwar nicht zum Zuge, aber das war wohl auch gar nicht der Plan, denn heute hatten wir etliche Spieler, die gingen, wie man so schön sagt. Sie hatten Zug zum gegnerischen Tor und versuchten es nicht - wie noch letzte Woche in Elbflorenz - mit Kleinklein. Lerneffekt! Bravo! Münster hätte umstellen müssen, tat das aber nicht, was belegt, daß sie keine Spitzenmannschaft sind, denn die hätte erkennen müssen, daß man gegen uns mit Kleinklein nicht zum Erfolg kömmt. So kam es, wie es kommen mußte: zwei unserer durch zielstrebiges Angriffsspiel herausgespielten Chancen führten zu weiteren Treffern. Sieg!
    Ein Wort zu den angereisten Westfalen: das war bislang der beste Support, der uns Inhämischen alles abverlangte. Liturgischer Wechselgesang auf allen drei Seiten des Heimmannschaftsbereichs, der so in Deutschland einzigartig sein dürfte und beinahe alle Anhänger mitmachen ließ. Mir gefiel's.
    Weil es so außergewöhnlich war, hier ein Eindruck von der Stimmung im Stadion, die zuweilen an ein Beatles-Konzert erinnerte: "Wer nicht schreien kann, klimpert halt mit den Juwelen!"

    Jetzt der erste Auswärtsdreier, dann sind wir richtig gut im Geschäft. Gehen wir es an!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker da, als es anfangs in unserem Strafraum brannte. Schlechte Abstöße. (3)
    Malone unterirdisch. (6) Puttkammer mit gutem Raumspiel, guten Vorstößen und gutem Paßspiel. Gute Ansagen, die Lücken schließen halfen. (2) Handke mit hervorragendem Stellungsspiel. Ein Leuchtturm heute. Schwächen nach wie vor im Offensivspiel. (3) Der Türke mit dem für mich schwierigen Namen, weswegen ich ihn im Alleinstellungsmerkmal schlichtweg "der Türke" nenne, anfangs schwach, weil ohne Raumaufteilung, dann besser. Hat sich verbessert und ist nicht mehr so verspielt. Versuchte dennoch wieder seinen Drehrumbummtrick. Sollte er lassen. Seine Entwicklung ist gut. (3,5) Butzen wieder gut. Schade, daß sein Querfeldeinlauf kurz vor dem Ende abgebrochen werden mußte. Hielt seine Seite nach anfänglichen Schwierigkeiten, in denen er eher als ROV denn RV spielte, sauber und initiierte Angriffe. (2,5)
    Brandt verbessert. Noch nicht wieder mit alter Bärbeißigkeit und Dynamik, aber er ist auf dem Wege. Kam heute nur wenige Male zu spät und wenn, war es knapper als in den letzten Wochen. (3) Sowislo mit solider Leistung. Verteilte gut, stand gut und paßte gut. Sein Tor war kein Zufall. (2)
    Fuchs mit solider Leistung. Organisierte unser Stellungsspiel im MF. Das war wichtig. Wir hatten immer Druck auf den Gegner. Das war auch seinen Raumanweisungen zu verdanken. War aber nicht unser bester Mann heute. (2) Der beste Mann heute war Pulido. Bravo! Seppelte unaufhörlich, war immer eine Gefahr, paßte prima, lief auch nach hinten gut ab und hätte beinahe ein Tor des Monats erzielt. (1,5) Beck solide. (3)
  3. Avatar von aerolith
    Es herrscht einige Unklarheit bei den Freunden des Balls in Magdeburg, was die Strukturen des Vereins, das damit zusammenhängende Vereinsrecht und die Planungen des Präsidiums betrifft, den Verein zwar hinsichtlich der Zuständigkeitsbezeichnungen, nicht aber in Hinsicht der Zuständigkeiten umzumodeln. Es sind eben KEINE Strukturveränderungen, denn Strukturveränderungen müßten NEUE Machtverhältnisse, neue Chefs, neue Zuständigkeiten definieren, nicht aber nur ein linke Tasche - rechte Tasche - Spiel pflegen.
    Aber der Reihe nach:

    Wir haben in Magdeburg DREI Mitspieler, die in Hinsicht auf das Tagesgeschäft beim FCM agieren/reagieren:


    1. die Stadt (Eigentümer des Stadions und der Trainingsplätze des Vereins), die bis etwa 2036 (genauere Auskünfte nicht vorhanden, aber die Baukosten wurden mit 31 Millionen € angegeben) etwa 1 Million p.a. an den Erbauer des Stadions überweisen muß;
    2. die vom Verein geschaffene SSG (eine GmbH), die den Kartenverkauf abwickelt und an die Stadt eine Pauschale von 20000 € (oder waren es gar nur 10000 €?) je Heimspiel überweist und
    3. der Verein, der von seiner 100%-Tochter SSG Geld überwiesen bekommt, wovon die Spieler und die Vereinstätigkeiten bezahlt werden müssen.


    Mit wachsendem finanziellem Erfolg (18000 Zuschauer durchschnittlich spülen der SSG etwa 5,1 Millionen € in die Kassen; kalkuliert waren 3 Millionen €) ergeben sich Probleme:

    • die von der Stadt avisierten 20000 € pro Heimspiel waren viertligagemäß, müßten nun aber angesichts der wachsenden Einnahmen der SSG angepaßt werden, damit die Stadt nicht länger 700000 € p.a. zahlen muß;
    • der hohe Gewinn bei der SSG muß an den Verein überwiesen werden und darf nicht als Gewinn unter den Vereinsmitgliedern aufgeteilt werden, auch nicht unter den Spielern, da das satzungs- und vereinsrechtswidrig wäre;
    • die Mitglieder wollen nach Jahren des Duckmäusertums und Abnickens von Präsidiumsbeschlüssen nunmehr mitbestimmen.


    Neben zwei guten Lösungsvorschlägen räsoniert man etliche weniger durchdachte. Die beiden auf der Hand liegenden Vorschläge im Eignungstest:

    Lösungsvorschlag I: der Hauptkostenpunkt im Verein, die erste Männermannschaft, wird in die Zuständigkeit einer 100%igen Tochter des Vereins, der SSG, übergeben. Zugleich wird zugesagt, daß diese SSG keine Anteile an Investoren verkauft, die SSG also eine 100%ige Tochter des Vereins bleibt, was auch bedeutet, daß sie jederzeit und ohne Auszahlungen bei Anteilseignern zurückintegríert werden kann, falls das Präsidium das will. Die Leitung dieser SSG soll ein Präsidiumsmitglied übernehmen, das bislang im Verein die sportlichen und finanziellen Dinge regelte, von denen die Organisation der I. Männermannschaft die größte Arbeit abgab. Er würde sozusagen mit seinem (nunmehr hauptamtlichen) Arbeitsfeld nur die Fassade ändern, aber im Grunde immer noch als hundertprozentiger Teil des FCM gelten müssen, auch wenn nunmehr keine gemeinnützigen Kodizes gälten, da die SSG als GmbH privatwirtschaftlich aufgestellt sei.

    Gegen diesen Vorschlag erheben sich nun die Vorwürfe. Die einen meinen, daß der FCM damit seine Authentizität verliere oder ein Ausverkauf anstehe oder ein windiger Investor sich in den Verein einkaufen könnte. Zudem befürchten etliche, daß dies eine Lüge sei, denn, so argumentieren sie: warum "ausgliedern" (dieses Wort wurde irrtümlich vom Präsidium benutzt), wenn ein möglicher Investor doch keine Anteile am "Ausgegliederten" erwerben kann? Warum sollte er in eine Firma investieren, die zwar das Geld nimmt, aber keinen Anteil herausgeben kann, weil sie bei 100% Vereinsanteil bleiben muß/will? Könnten sich die persönlich abgeschlossenen Spielerverträge nicht auch weiterhin unter dem Dach des FCM e.V. abschließen lassen? Das funktioniert bei anderen Vereinen doch auch, ohne daß die Gemeinnützigkeit gefährdet wäre.

    Lösungsvorschlag II: Es bleibt alles so, wie es ist, allerdings übernimmt der Verein von der Stadt die Rückzahlung der Stadionraten oder kauft der Stadt die Trainingsplätze ab oder baut ein Fan-Casino oder... legt das Zuviel des Eingenommenen gemeinnützig an.

    Gegen diesen Vorschlag ließe sich anführen, daß ein gutes Jahr noch lange keine Gewähr für weitere gute Jahre ist und man sich nicht mit langfristig wirkenden Belastungen beschweren sollte, wenn die Einnahmeseite nicht langfristig gesichert ist. Allerdings sollte der Verein in einem guten Jahr schon investieren, damit es unabhängig vom sportlichen Erfolg sichere Einnahmequellen gibt.

    Vor diesen an sich einfachen Lösungen, die schlichtweg vom Präsidium diskutiert und OHNE Mitgliederbefragung durchgeführt werden dürften (§ 13,8 resp. § 14,8), hat sich jetzt ein Hindernis aufgetürmt. Der homo sapiens ostfalicus: stur, besserwisserisch, laut, angepißt und mißtrauisch. Präsidium und AR ließen das Fettnäpfchen nicht aus und wollen eine 75%ige Zustimmung auf einer MV/aoMV, die sie eigentlich nicht brauchen. Doch nun ist der Ostfale erwacht und macht Tamtam, denn er befürchtet, daß man ihm etwas wegnimmt, ihn aus der Verantwortung nimmt, ihn ausschließt oder schlimmer noch, daß man den FCM zu etwas Gewöhnlichem macht.

    All das ist Unsinn, jedenfalls in Hinsicht auf die geplante Umbenennung, die irrtümlicherweise den Namen AUSGLIEDERUNG erhalten hat. Es wird nämlich gar nichts ausgegliedert, denn die SSG bleibt 100% FCM und soll das auch bleiben.
  4. Avatar von aerolith
    Bockmist

    Bespreche folgt...

    Ja, es ist richtig, sich finanzstarke Partner zu suchen, wenn man Profifußball etablieren muß.
    Fußballvereine werden nicht zu Wirtschaftsunternehmen, denn das dürfen sie nicht. Auch Bayern München e.V. ist kein Wirtschaftsunternehmen, sondern ein Fußballverein, allerdings einer mit einem riesigen Rattenschwanz an Unternehmungen. Aber die Substanz ist der Fußballverein.

    Das Zauberwort für die Etablierung eines Amateurvereins im Profifußballgeschäft soll "Ausgliederung" resp. Umorganisation der Vereinstätigkeit lauten, meist mit Umstrukturierung falsch betitelt. Aus dem Verein werden die wirtschaftsaffinen Bereiche ausgegliedert oder im Kontext eigener Kreisläufe in die Gesamttätigkeit des Vereins involviert. Sie handeln fortan als kapitalistische Unternehmen, die Angestellte bezahlen müssen, meist die Profis der ersten Männermannschaft. Erwirtschaften die GmbHs Gewinn, was beabsichtigt ist, zahlen sie Steuern und führen dem Mutterverein Gelder zu, die die Aufrechterhaltung des Vereinslebens gewährleisten und sonst vom Steuerzahler gezahlt werden müßten - mehr oder weniger. Die GmbHs sind ohne Verein nicht legal. Gewinne dürfen unter den Angestellten der Ausgliederung verteilt werden, nicht jedoch auf die Konten der Vereinsmitglieder fließen. Allerdings darf der Verein kein Vermögen anhäufen, wohl aber all das, was zur Aufrechterhaltung seiner Vereinstätigkeit benötigt werden kann: Stadion, Trainingsplätze, auf Gemeinnutz orientierte Angelegenheiten, die im Grunde den Steuerzahler entlasten. Und allerdings dürfen einzelne Vereinsmitglieder im KOntext der durch das Profigeschöäft angebahnten Geschäöftsbeziehungen Profite machen, aber nicht als Vereinszugehöriger, sondern als privat wirtschaftende Person. Das ist ein feiner, aber substantieller Unterschied.

    Der Verein hat bei "Ausgliederungen" substanziell zwei Möglichkeiten:


    1. er beteiligt Außenstehende (Investoren, Firmen, Hedge-Fonds), gibt je nach Gesellschaftsform des Ausgegliederten Aktien oder Anteile ab und erhöht so sein Kapital oder
    2. er schafft eine Gesellschaftsform (meist GmbH) und behält 100% der Anteile.


    Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Der wichtigste Vorteil für eine 100%-Tochter ist der der Kontrolle, die vollkommen bei den Vereinsmitgliedern liegt, auch wenn die wirtschaftlichen Entscheidungen ein von der GmbH eingesetzter Manager übernimmt, denn es muß keine Rücksicht auf eventuelle Schadensfälle genommen werden. Schlimmstenfalls haftet die "Ausgliederung" mit ein paar Tausend Euronen, je nach Gesellschaftsform. Der Verein ist davon nur in dieser Höhe betroffen - ein akzeptables Risiko, wenn man bedenkt, daß er jedes Jahr Millionen umsetzt. Zudem muß beim Abspringen eines Investors dem keine Auszahlung von Anteilen geben, weil der Verein bei einer 100%-Tochter schlichtweg keine Anteile zu vergeben hat. Der Verein behält auch bei Ausgabe von Anteilen jederzeit die Mehrheit (50+1-Regel), aber es macht schon einen Unterschied, ob jemand mit zehn Millionen im Verein beteiligt ist und plötzlich aussteigt und ausgezahlt werden muß oder ob der Verein alle Anteile behält und Investoren nur damit locken kann, Einzelgeschöfte abzuschließen, die dem Investor kein Mitspracherecht geben können, sondern letztlich auf dem Vertrauen in die Arbeit der GmbH basieren. Zudem kann die MV jederzeit die GmbH wieder in den e.V. zurückführen.
    Der eigentliche Vorteil der GmbH liegt auf der Hand: der Verein riskiert nicht seine Existenz, wenn die Einnahmeseite zurückgeht und dennoch große Zahlungen an Spieler, Trainer oder für Stadionunterhalt anfallen sollten. Deshalb ist die Schaffung einer GmbH und von dieser bezahlten Professionellen für den Verein von Vorteil, allerdings nur, wenn der Verein und damit die MV das Zepter in der Hand behält, also jederzeit eine hundertprozentig vereinseigene GmbH zurückverwandeln kann - es ist gewissermaßen keine Ausgliederung, wenn der Verein hundert Prozent hält. Zudem, und das dürfte der eigentliche Grund für den Plan sein, behalten die jetzt agierenden Wirtschafter die Kontrolle bei einem aufstrebenden Verein mit großem Potential. Es ist also davon auszugehen, daß sich Interessenten melden, die gegen einen (jetzt überraschenderweise freigewordenen) Platz im AR Geld in die GmbH schießen, das ihnen angesichts steigender Spielertransferabschlagszahlungen satte Dividenden einbringen könnte. Keine Abgabe von Prozenten an Fremde, dafür aber Aufnahme im System. Der magdeburger Weg.

    Nun zum Bockmist-Vorwurf. Der Artikel nennt nicht wenigstens eine Alternative, tut also so, als ob Profifußball zwangsläufig Vereine zur Ausgliederung resp. Gründung einer GmbH zwingt, die die Spieler anstellt.
    Es ist ebenso möglich, innerhalb des Vereins die Spieler anzustellen und zu bezahlen, ohne daß damit Gemeinnützigkeit gefährdet wäre. Es ist eine Frage des Managements. Bei einem Zuviel an Einnahmen muß eben angeschafft werden, was der Aufrechterhaltung des Vereins nützt. Wenn sich ein Rosenzüchterverein mit neun Hanseln aufgrund seiner zu großen Mehreinanhemen ein Segelflugzeug anschaffen kann, ohne seine Gemeinnützigkeit zu verlieren...

    Die Umlegung der Spieler und Trainer in die vereinseigene GmbH ist der einfachere Schritt und besitzt den Vorteil, daß der Verein unbeschwerter agieren kann, weil eine BESCHRÄNKT HAFTENDE Gesellschaft nun mal nur begrenzt für Schäden aufkommt, falls es solche gibt.

    So muß das kommuniziert werden. AUSGLIEDERUNG klingt nach Verlust, nach Kontrollverlust für die Mitglieder. Da es sich aber um KEINE AUSGLIEDERUNG, sondern um eine Geschäftsabläufen folgende Aktion handelt, die jederzeit von den Mitgliedern per MV-Beschluß rückgängig gemacht werden kann, hat Petermann völlig recht, wenn er sagt: "Für die Mitglieder ändert sich nichts." Er vergaß hinzuzusetzen: "Wir (in den Führungsriegen) aber werden Gewinne erzielen."
    Für mich ist das völlig knorke, denn schließlich soll sich Engagement auszahlen.
  5. Avatar von aerolith
    Der "Nachschuß" zur Ausgliederung von elbsport ist besser als die erste Darstellung. Die wichtigsten Argumente dagegen:


    1. mehr als die Hälfte der bundesdeutschen Profivereine spielt mit eingegliederten Profiabteilungen;
    2. falls ausgegliedert werden soll, besteht die Gefahr, daß Investoren Anteile erwerben und darüber Vereinspolitik betreiben, auf die die Mitglieder keinen Einfluß mehr nehmen können.


    Der konterkarierende Beitrag Pro-Ausgliederung ist dagegen schlecht. Bei Rasenball Leipzig bestimmen die Mitglieder des Vereins. Die Profiabteilung ist NICHT ausgegliedert: es sei denn, der Sport-Reporter von der WELT hat beim Wontorra-Plausch gelogen (siehe Tonquelle bei etwa 7:30 min). Allerdings darf bezweifelt werden, ob RB Leipzig im gängigen Sinne unseren Vereinsvorstellungen genügt. Bei zirka zwölf Mitgliedern und einem Quasiaufnahmestopp bleibt alles sehr übersichtlich, was Vereinstätigkeit betrifft. Dennoch, und das ist das Erstaunliche, hat Rasenball KEINE PROBLEME mit der Gemeinnützigkeit.

    Kurzum: Die klügste Entscheidung liegt demnach darin, den Mitgliedern die Kontrolle zu belassen, den Verein aber Geldflüssen zu öffnen, was eine in ihren Handlungen unbeschnittene, aber den Mitgliedern rechenschaftspflichtig seiende Exekutive händelt. Das ist KEINE eierlegende Wollmülchsau, sondern kann schlichtweg durch zwei Satzungsänderungen bewirkt werden.


    1. Von der Exekutive (Präsidium) vorgenommene Ausgliederungen müssen 100%-Töchter des Vereins bleiben, sind somit, streng genommen, keine Ausgliederungen.
    2. Die MV bestimmt durch einfache Mehrheitswahl den Präsidenten.


    Fertig ist die Laube. Dann bleibt alle Macht bei der MV, zugleich hat das Präsidium freie Hand bei seinen Plänen (Mandat der Mitglieder); Investoren könnten in Absprache mit dem Präsidium Geld in diverse Ausgliederungen investieren und auf privatwirtschaftlicher Basis am Gedeih des Vereins partizipieren, während diese GmbHs Gewinne machen dürfen, die zur Erweiterung des Vereinsspektrums der Gemeinheit zurückgeführt werden.

    Wird es so gemacht werden? Kaum.
  6. Avatar von aerolith
    Bravo! Ein fettes Lob für die Schiller-Verlängerung. Ich freue mich wie Bolle auf den Tag, an dem er wieder für uns aufläuft. Das Stadion wird beben. Tumultuarische Szenen wie bei der Uraufführung der Räuber, allerdings ist der homo sapiens ostfalicus kein Theaterpublikum, sondern schlichtweg von Sturheit, Bärbeißigkeit, Widerstandswillen und Trotz begeistert. Was, schon wieder ne Verletzung?! Scheiß drauf! Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
  7. Avatar von aerolith
    Die Wiederwahl Fechners zum Präsidenten des FCM, wie sie satzungsgemäß durch den AR erfolgte, wird sich als Fehler erweisen, denn sie statuiert die Macht des AR und wird, das ist absehbar, die Verwerfungen im Verein nicht beenden. Es hätte jetzt die Möglichkeit einer Revolution von oben bestanden, also die Ankündigung, daß im Kontext der Professionalisierung der AR vorschlägt, einen hauptamtlichen Präsidenten von der MV wählen lassen zu wollen. Die neuen Probleme kündigen sich schon an und werden aufgrund fehlender Mandatierung der Exekutive durch das Volk (die Vereinsmitglieder) und daraus folgender meist mißverständlicher Kommunizierung mit der wachsenden Zahl der Vereinsmitglieder zunehmend kritisert werden.
    Das Thema "Ausgliederung" wurde durch den AR-Beschluß, daß die Exekutive sich fortan vermehrt um die Professionalisierung der SSG kümmern solle, erledigt, denn dieser Beschluß besagt nichts anderes, als daß die SSG als 100%ige Tochter des Vereins genauso unter der Fuchtel des AR steht wie jede andere Organisationsform im Verein. Und das ist auch richtig so. Nicht richtig aber ist, daß diejenigen, die die Tages-Angelegenheiten des Vereins führen sollen, nicht von den Mitgliedern bestimmt werden, sondern von denjenigen, die nur aufzupassen haben, daß das Getane auch satzungskonform abläuft. Dadurch erhalten die Wächter (AR) nämlich zu viel Macht. Sie sollten nur aufpassen, nicht aber auch diejenigen bestimmen, über die sie aufzupassen haben.

    Das ist das eine heute. Das andere war das Spiel im Schwabenländle Großaspach Sonnenhof vs. FCM 1:0 (Beobachtungen aus der Fernsehübertragung des Südwestfernsehens), wo gegen die satzungstechnisch oligarchisch-strukturierten Aspacher der erste Auswärtssieg hersollte. Härtel brachte mit Hebisch und Beck zwei Spitzen, die in der ersten Halbzeit nicht in der Luft hingen, denn sowohl Sowislo als auch Brandt spielten das ein ums andere Mal mit dem Ball am Fuß offensiv. Links stand der Türke besser als zuletzt der Ami, versuchte aber Vierzigmeterpässe in den Fuß zu spielen, was ich auf einem novembrigen Rasen für etwas überambitioniert halte, somit für schädlich. Pulido heute nicklig und unpräzise. Zahlreiche Fehlpässe im Aufbauspiel (v.a. von Hennecke und Pulido) ließen unser Gegenspiel eher bläßlich wirken.
    Aber das alles sah von der Anlage - nicht von der Umsetzung - besser aus als in den letzten Auswärtsspielen.
    Dann aber die alten Fehler. Härtel bringt bei schwerem Boden drei Leichtgewichte mit Schwächen im Defensivspiel, die natürlich versagen müssen. Hennecke mit einem seiner vielen Fouls, wie er sie schon in den letzten Spielen fabrizieren mußte, weil er nie richtig zum Ball geht, sondern meist wartet, daß der zu ihm kömmt. So kann man nicht gewinnen! Wenn im MF kein Spieler auf den Ball tritt, taktisch variierend Lang- und Kurzpässe spielt und Raumordnung vorgibt, läßt sich ein athletisches Team wie Aspach nicht besiegen. Und das war nicht das erste Mal, daß, nach erfolgtem Rückstand, mit der falschen Grundtaktik in Auswärtsspielen agiert wird und am Ende langer Hafer auf tiefem Boden den Sieg bringen soll. Da geht eher eine Kuh durchs Nadelör...

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit katastrophalen Abschlägen. Konnte sich nicht auszeichnen und hielt das Wenige, was aufs Tor kam. (4)
    Hennecke schwach. Langsam zum Ball, schwach bei den Abspielen und mit zahlreichen Fouls im Offensivspiel. (5) Handke auf tiefem Geläuf mit Schnelligkeitsnachteilen. Flachspiel ist seine Sache nicht. War aber unermüdlich. (4) Puttkammer anfangs gut, dann paßte er sich dem schwachen Niveau an und setzte keine Akzente. Die hätten wir heute gebraucht. (4) Der Türke begann gut, ließ dann nach und wurde zum Ende ziemlich schlecht. Muß seine Kräfte besser einteilen, damit er am Ende zusetzen kann. Sollte sich nicht so sehr damit beschäftigen, sich zu zeigen. (5) Butzen heute schwach. Kam etliche Male zu spät und setzte nach vorn zu wenige Akzente. Seine Seite war nicht zu. (4,5) Brandt viel zu unruhig. Der Blick ging nach unten, die Pässe kamen selten an. (4,5) Sowislo überfordert. Hätte das Spiel an sich reißen müssen, die Räume anders aufteilen und Ruhe ins Spiel bringen müssen. Das konnte er nicht. (5)
    Pulido anfangs mit einigen guten Aktionen, aber auch da schon mit etlichen schlampigen Zuspielen, die den Gegner immer wieder in Ballbesitz brachten. (5) Hebisch als Störfaktor vorn gut. Bekam keine Chance, sich als Stürmer auszuzeichnen, weil entweder sollte er den Ball in drei Metern Höhe annehmen oder blitzschnell auf tiefem Geläuf Doppelpaß spielen. Unsinnig. (4) Beck gut. Schade, daß der erste Sturmlauf nicht erfolgreich war. Immer ein Unruheherd, aber mit zunehmender Spielzeit immer weniger in Szene gesetzt. (3)

    Spielbericht


    Nachbemerkung: Daß für ein paar Maulschellen nach Provokationen von unfähigen Ordnern jetzt so ein Katastrophenszenario entworfen wird, ist wieder mal Kennzeichen dieser hysterischen Zeit, in der Winzigkeiten große Wirkungen haben und die großen Schweinereien es nicht einmal auf Seite 9 der Lokalpresse schaffen.
  8. Avatar von aerolith
    FCM vs. VfB Stuttgart II 2:2

    Ein schwaches Spiel, das ich allerdings nicht schnell abhaken möchte, denn das Spiel folgte einer Tendenz, die schnellstens sistiert werden sollte. Das Krankheitsbild lautet Selbstdarstellung. In der Mannschaft stehen zu viele Selbstdarsteller, denen ihr eigenes Auftreten wichtiger zu sein scheint als der sportliche Fortschritt der Mannschaft. Einen, zween verträgt, ja, sollte jede Mannschaft haben, aber bei uns sind es vier, zuweilen sogar fünf Spieler, die in jeder sich bietenden Situation die Pirouette drehen, den komplizierten Ball spielen, den Zweikampf suchen statt abzuspielen oder sich schlichtweg im Spiel verpissen, weil die Spielsituation ihnen keine Möglichkeit zu geben scheint, in der sie sich hervortun könnten. Das Problem sind nicht die Spieler, die so spielen, sondern der Trainer, der das nicht unterbindet, sondern durch seine Einwechslungen sogar noch befördert. Damit gibt er das Signal, wie gespielt werden soll. Er bestraft nicht mannschaftsundienliches Spiel, sondern fördert die Spieler, denen Haltungsnoten, Haarschnitt, Töppenfarbe und korrekte Schnürsenkelverquerung offensichtlich wichtiger sind als das Spiel der Mannschaft. Anders läßt es sich für mich nicht erklären, daß seit Wochen dieselben Fehler gemacht werden, sogar eine Steigerung der Fehlerintensität zu beobachten ist. Das hat sich bis ins Schwabenland herumgesprochen, wo die Kuckucksuhren bekanntlich etwas langsamer, dafür beständiger ticken, daß unsere linke Seite leicht zu bespielen ist, weil selbst Ballgewinne unserer dort flanierenden "Verteidiger" schnell wieder hergegeben werden: Hacke, Spitze, Drehrumbum und der Ball is wieder um. Spieler, die so spielen und vom Trainer nicht bestraft werden, fühlen sich in ihrem Tun bestärkt. Ich kenne diesen Spielertyp genau, habe während meiner aktiven Zeit sicherlich Dutzende kennengelernt, denen es nur darauf ankam, mir (langsamem Spieler) den Ball durch die Beine zu spielen oder mich auszutanzen oder... und es nicht verknusen konnten, wenn ich etwas härter zur Sache ging. Das machte der einmal mit mir! Dann war die Seite zu, es sei denn, der Bursche ist mir weggerannt. κατ' ἐξοχήν. Und das war im 19. Jahrhundert. In der Zwischenzeit müßte doch die Trainingswissenschaft neue Methoden entwickelt haben, wie man verteidigt. Ich weiß nur, daß man es SOOOOO, wie das unsere linke Seite tat, nicht machen darf. Das war abzusehen, daß von den gefühlten vierhundert Flanken mal eine durchkommen wird, zumal der Schwabentrainer mit der Einwechslung der 5 doch anzeigte, daß nun vorn hinein geflankt werden soll. Was macht unser Trainer? Er nimmt den platzverweisgefährdeten Pulido runter und bringt mit Tarek den nächsten schwachen Defensivmann für die linke Seite. Ich raffe das nicht. Da muß man doch die Seite mal zustellen! Rechts geht es auch.
    Das war schon schlimm, beinahe genauso schlimm war die mangelhafte Chancenverwertung. Puttkammer darf auch mal einen reinmachen, auch Sowislo schlamperte. Unsere beiden Tore waren jeweils das Ergebnis einer Einzelleistung und nicht das einer Mannschaftsleistung. Es freut mich für Wassim, für den es Zeit wurde, daß er mal trifft. So konnten wir wenigstens ein Unentschieden behaupten, denn im Unterschied zu den meisten der anwesenden Zuschauer denke ich, daß wir mit dem Punkt gut bedient sind. Die Schwaben waren zwar schwach, aber sie zeigten Fußball als Mannschaftssport. Zehn Minuten länger und wir hätten 4:2 verloren, denn sie hatten uns gut zurechtgelegt und von uns kam nichts, diese Tendenz umzudrehen.

    Ein Wort zur Umrahmung des Spiels: Schwach. Radio-Gelaber mittenmang des Spiels? Jeht jar nich. Die Ansagen vor dem Spiel, daß man seinen Nachbarn denunzieren soll, wenn der sich nicht benimmt, war schlechter Geschmack. Pfui für so was! Straftaten anzuzeigen dagegen, unterstütze ich. Aber Ordnungswidrigkeiten sollen gefälligst die Ordnungshüter ermitteln und anzeigen, nicht aber der Freund von nebenan. Sind wir hier im Spitzelstaat 2.0 angekommen? Nochmal pfui!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker bis auf wenige Aktionen gut. Brachte gewonnene Bälle flach zum eigenen Mann und strahlte die gewohnte Ruhe aus. (3)
    Butzen hielt seine Seite sauber und kam auch mal nach links. Heute allerdings ohne Vorwärtsgang. (3,5) Puttkammer ohne Souveränität. Es fehlte an Ordnung im zweiten Gang. Muß da Ansagen (nach links) machen und den Schlendrian verhindern, der sich einstellte. (4) Der Türke mit der gewohnten Nonchalance im Abwehrspiel. Ein Freund werde ich von ihm wohl nicht mehr. An beiden Gegentoren beteiligt. Nicht zum ersten Mal. (5) Handke kein Turm im Abwehrkampf. War schlecht positioniert und antizipierte nicht, was meist seine Stärke ist. Dafür heute Verbesserungen im Paßspiel nach vorn. Das aber ist unwichtiger als die Absicherung der Null. (4,5) Hennecke mit den gewohnten Schwächen bei der Raumeinteilung, was uns zwei Gegentore einbrachte: wenn drei Gegenspieler frei vor unserem Torwart aufs Einköpfen warten können, muß die IV geschlafen haben. (4,5)
    Pulido nicklig und eigensinnig. (5,5) Sowislo verpißte sich in Halbzeit I, dann besser, aber ohne spielgestalterische Kraft. (4,5) Wassim ähnlich, aber mit zwei guten Offensivaktionen. Ohne Bindung zur Mannschaft. Stand oft schlecht und tat wenig für die Defensive. (3) Brandt nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Ich erwarte langsam mehr von unserer zentralen Kraft im MF. Muß sich steigern. (4)
    Beck heute glücklos. Versuchte sich als Raumorganisator, aber das mißlang. Sollte sich auf seine Arbeit vorn konzentrieren, dort ablaufen oder zustellen oder schlichtweg abschließen. (4)
  9. Avatar von aerolith
    Bizarr! Jetzt kam heraus, daß mein Lieblingsverein mit mir zusammen Geburtstag hat. Man irrte sich über Jahrzehnte, als man annahm, der 22. Dezember sei der Gründungstag gewesen. Eine Pressemitteilung vom Neuen Deutschland, das nun wirklich nicht der Lügenpresse subsumiert werden kann - -, belegt, daß der Gründungsabend der des 21. Dezember 1965 gewesen ist. Wahrscheinlich nahm man allerorten in gut kommunistischer Weltwahrnehmung an, daß Versammlungen doch nur mittwochs stattzufinden haben, ergo muß auch ein Mittwochnachmittag (22.12.1965 war ein Mittwoch) der Gründungstermin gewesen sein. Und warum sollte die Zeitung erst zwei Tage nach erfolgter Gründung berichten?
    Alles falsch, Genossen: mein Geburtstag ist auch der Gründungstag des ersten DDR-Fußball-Klubs. Der kürzeste Tag des Jahres bringt die Wende in der deutschen Vereinsgeschichte. Ab sofort ging es aufwärts.
  10. Avatar von aerolith
    Würzburger Kickers vs. FCM 1:1
    Die Reise führte uns erstmals nach Unterfranken, in die Wein- und Studentenstadt Würzburg. Der mit zahlreichen Erst- und Zweitligaerfahrenen auflaufenden Aufsteiger gab einen unansehnlichen Kraftfußball ohne Strategie, Rhythmuswechsel oder taktische Finessen. Wir spielten nur zwei oder drei Mal während dieses eher trostlosen Kicks, der von der Spannung lebte. Zum Haareraufen waren die Abwehrprobleme links, was erst besser wurde, nachdem der Türke und der Spanier getauscht worden waren. Zum Haareraufen war auch unsere Unfähigkeit, im MF mal auf den Ball zu treten, Ruhe hereinzubringen und ein Spiel aufzuziehen. Es läßt sich NICHT erkennen, daß an dieser strukturellen Schwäche unseres Spiels gearbeitet werden würde. Und wenn man solche Spieler nicht hat, dann muß man sie sich formen, die Spieler einsetzen, die wenigstens in Ansätzen diverse Eigenschaften mitbringen und dann systematisch aufbauen. Aber immerhin hatten wir zwei, drei Mal ein paar Lichtblicke, immer war Fuchs beteiligt. Die Regel unseres "Aufbauspiels" allerdings lautete: "Schieß die Molle weit nach vorn!" Ist ne blöde Regel. Gibt es keine andere? Tja, wenn man kein Gegenspiel initiieren kann, fängt man meist noch ein Gegentor. Ist nur eine Frage der Zeit. Daß wir heute nach einem Handspiel inner 89. Minute abgestraft worden sind, will ich nicht als Pech bezeichnen. Es passierte eben so und war auch irgendwie gerecht, jedenfalls wurde mein Gerechtigkeitsempfinden durch den Ausgleich nicht malträtiert. Lieber allerdings wäre es mir gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Doch das wiederum hätte den einen oder anderen dazu verleitet, unsere Spielweise rechtfertigen zu wollen. Und lieber ist es mir also, wir lernen aus Fehlern, wobei ich hier so langsam meine Zweifel habe, denn dann müßte sich ja irgendwie die Spielweise ändern. Nehmen wir das Positive mit: Wir sind nach wie vor der erfolgreichste Aufsteiger und können die nächsten zwei Wochen mit Siegen das Kalenderjahr erfolgreich abschließen. Gehen wir es an!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker mit bislang unbekannten Schwäche bei der Raumaufteilung des Strafraums. Glänzte aber auch beim blitzschnellen Abtauchen, einmal allerdings zu spät unten. (3,5)
    Der Türke wie gehabt mit sehr schwachem Abwehrverhalten. Lernt nicht dazu. (5) Hennecke linker Aushilfsverteidiger. Ohne passables Spiel aus dem Abwehrverbund. Muß zulegen. (4,5) Handke stand gut, war auch passabel am Mann, brachte aber keinen Ball in den DM-Bereich, was genau seine Aufgabe sein sollte. (4) Butzen mit Schwierigkeiten, die er weitgehend löste. Muß seine Vorstoß-Fähigkeiten, sein Marschierenkönnen kultivieren und entwickeln und sich nicht auf Defensivaufgaben beschränken wollen. (3,5)
    Pulido grottenschlecht. Das eine gute Spiel gegen Wiesbaden war wohl ne Eintagsfliege. (5) Sowislo mit der guten Flanke vor dem 0:1. Versuchte MF-Spiel, brachte aber keine Ruhe in unsere Aktionen. (3,5) Löh nur als Zerstörer akzeptabel, wenngleich er zu oft zu spät kam. Immer aber mit einer guten Körpersprache, die dem Gegner signalisierte, daß es Schwierigkeiten mit ihm geben würde. (3,5) Wassim ohne Gespür für die taktische Situation, dazu nicklig und eigensinnig. (5)
    Fuchs mit einigen guten Aktionen. Es war mir aber zu wenig. Konnte unserem Spiel keine Ordnung geben. Die von Beck aufgelegte Chance muß er nutzen. (3,5)
    Beck war da. Gefiel mir heute. War nicht so nicklig wie zuletzt und meckerte auch nicht unnötig. (2,5)

    Grottenkick. Hier das Beste:

  11. Avatar von aerolith
    Das Spiel Bournemouth gegen Manu endete mit einem Sieg der Dorsetter von der Kanalküste. Ich sah ein rassiges Spiel, in dem der offensichtlich taktisch begabte Heimtrainer genau die richtigen Mittel gegen sein stocksteif-verknöchertes Gegenüber gefunden hatte: anarchisches Flügelspiel gegen hüftsteife Außenverteidigung. Anarchie lautete das Zauberwort. Da wurde der Ball nicht ängstlich nach vorn getragen, da wurden keine Langpässe auf zugedeckte Stürmer geschlagen, da wurde nicht betulich hintenherumgespielt... Bournemouth verzichtete auf all die bekannten Unmittel gegen einen überteuerten Gegner und spielte mit meist britischen Spielern, die im letzten Jahr noch Zweitligafußball generierten, ansehnlichen Konterfußball, der mein Herz höherschlagen ließ. Bei Manu wenig Ordnung, kein Gespür für die Spielsituation, nur marginale Rhythmuswechsel und schließlich eine katastrophale Wechselpolitik des Trainers, der seinen torgefährlichsten Mann, Fellaini, herausnahm und statt dessen mit Paul jemanden brachte, der seit hundert Jahren kein wichtiges Tor geschossen hatte. Sollte mich nicht wundern, wenn dem holländischen Seitenliniensitzopa fortan der Wind ins Gesicht blasen würde und man ihn aus Manchester expedierte. Aber zurück zu Bournemouth. Ich habe da wohl eine neue Liebe. Das winzige Stadion war ein Hexenkessel. Ringsum johlende Freude, wie sie bei Briten typisch ist, wenn sie Oberwasser zu haben glauben. Ein saftiger Rasen liegt dort, wie man mir versicherte, seit über hundert Jahren. Der Verein spielt in diesem Jahr erstmals erstklassig und so spielt er auch: erstklassig. Der noch vor wenigen Jahren viertklassige Küstenverein aus einer Stadt mit ein paar Tausend weniger Einwohnern als Magdeburg gehört jetzt einem reichen Russen, der sich aber aus sportlichen Angelegenheiten heraushält und wohl mit dem Erstligaufstieg im letzten Jahr sein Ziel erreicht hat. Jedenfalls kann ein Investor oder gar Vereinsbesitzer offensichtlich auch was anderes als Geschäft.
    Sehr sympathisch das Ganze. Danke, Bournemouth!
  12. Avatar von aerolith
    Ich bin ein Freund der Spielstättenbezeichnung "Kampfbahn". Stadion ist doch was anderes, da muß eine Seite offen bleiben. Eine Kampfbahn dagegen führt die Zuschauer nah heran ans Geschehen - ohne Aschenbahn oder dergleichen.
    Für das HKS empfehle ich die Verbreiterung des Rasens jeweils um einen Meter an die Zuschauerzäune und deren Versetzung um einen bis zwei Meter näher heran ans Geschehen. Das würde das HKS zum Hexenkessel machen und etwa tausend zusätzliche Plätze erbringen.

    http://www.11freunde.de/quicklist/kaempfen-und-siegen

    Fußball gab es heute auch. Der erste Auswärtssieg in Erfurt. Leider sah ich das Spiel nicht von Anfang an, deshalb gibt es auch kene Bespreche, aber es gibt Freude. Endlich geschafft! Hoffen wir in gut progressiver Art auf ähnliche Ergebnisse in den nächsten Spielen. Nunmehr herrscht Vorfreude nicht nur auf das Fest der Liebe, sondern auch auf meinen Geburtstag, der zufällig mit dem meines Lieblingsvereins zusammenfällt. Zwei Tage zuvor soll und wird im HKS eine rauschende Feier stattfinden. 23001 Zuschauer werden den bedeutendsten ostfälischen Verein feiern und ihm zum 50. Geburtstag gratulieren. Der Gegner wird zur Nebensache. Mit dann 32 Punkten werden wir in Schlagweite zu den Aufstiegsplätzen überwintern. Im Winterlager wird unser Trainerstab an den Schwachstellen arbeiten:

    • nachlassende Konzentration zum Ende des Spiels (Kraftfrage) und
    • nachlässiges Konterspiel (Spielstruktur).


    Das wird gelöst werden oder, drücke ich mich in einer Zeitform aus, die ich so liebe, das wird im März gelöst worden sein.

    Der letzte Bericht in diesem Blog vom letzten Heimspiel 2015 am Sonnabend.
  13. Avatar von aerolith
    Der am 21. Dezember 2015 zu begehende Geburtstag des ruhmreichen Ersten Fußballklubs aus der ersten Reichshauptstadt Magdeburg zu Ostfalen fand am heutigen Sonnabend einen vorgezogenen würdigen Rahmen vor gut 23029 Anhängern plus vierzehn Zusehern aus Rheinhessen. Das alternierend blau und weiß kondomierte Publikum feierte einen verdienten Sieg seiner Helden, der mit 3:1 keineswegs zu hoch ausfiel. Die technisch sehr guten Gäste, deren jeder sicherlich ein besserer Fußballer als jeder unserer Spieler ist, taten das, was von ihnen erwartet wurde: sie zelebrierten ihre Kunst und waren superstark - aber sie waren keine Mannschaft. Wir kochten sie schlichtweg ab. Wurde unser erster Spieler ausgespielt, stand der zweite da, dann der dritte - spätestens der vierte hatte ihn dann, den Ball. Ich will den Mainzern ja keinen Tip geben, ABER da muß man doch mal die Spielweise ändern! Jungs, Fußball ist Mannschaftssport! Wir hatten eine Mannschaft. Da mißlang etliches. Fuchs war heute eindeutig zu langsam. Sowislo sprangen die Bälle weg. Wassim mußte erkennen, daß andere noch schneller sind und Pulido kam überhaupt nicht klar - aber er kämpfte und war oft genug der vierte Mann, der den Ball dann erkämpfen konnte. Dafür ein . So will ich das sehen. Und genau das sind die Tugenden, die die Ostfalen begeistern: Kampf und ein wuchtiges Trotzdem. Und vorn hilft Beck. Aber der braucht auch die präzisen Zuspiele in die Gefahrenzone. Und die genau brachte unsere Mannschaft zustande, die Mainzer dagegen starben in Schönheit vor unserem und in unserem Strafraum. Prinzip nicht begriffen.

    Ich fand im Stadion Planet MD und möchte heute ausnahmsweise einmal eine Seite daraus für die Aushämischen, die also außerhalb des Stadions leben, hier ablichten:
    Das ist eine Ansage. Ich stimme dem zu. (Orthographiehinweis: SOWEIT bedeutet INSOFERN; gemeint dürfte SO WEIT sein, denn es geht ja darum, sich möglichst TIEF zu beugen ) Der König kündigt sein Kommen an. Die in der Zwischenzeit vom Zwischenkönig Regierten (a interregi recti) dürfen fortan ihre Huld erweisen. Knieend!
    Spielen wir so weiter, ist unser Aufstieg unaufhaltsam. Punktuelle Verstärkungen links und im OM/HS-Bereich (erst im Sommer) mit Spielern, die ins Mannschaftsgefüge passen, sollten das System erhalten und sukzessive idealisieren. Härtel hatte heute in der Halbzeit die Schwachstelle erkannt: den DM-Bereich. Er brachte Löh für Pulido; fortan kamen die Mainzer überhaupt nicht mehr zum Abschluß. Tarek spielte links gut und hatte nur Probleme beim Vorstoß, hing da aber auch zu oft in der Luft. Hier fehlt eben der OM-Spieler, der laufstark genug ist, immer den Anspielpartner abzugeben. Brandt ist das eher nicht. Seine Stärken liegen im DM/ZM-Bereich, nicht aber in der Schnittstelle zwischen Angriff und Mittelfeld. Pulido zeigte einmal mehr, daß er KEIN Konterspieler ist, aber er gefiel mir heute gut in der Absicherungsarbeit, die nun sicherlich nicht das ist, was er spielen möchte. Daß er sich aber in den Dienst der Mannschaft stellte und seine Pirouetten unterließ, ist mir das zweite wert.
    Wir stehen auf Platz 4. Drei Punkte bis zum Aufstieg. Machbar. Ich erwarte das nicht, aber ich erhoffe und wünsche es mir. Ich erwarte, daß unser Spielsystem verbessert wird. So wie in Erfurt und so wie heute will ich das sehen. Ich erwarte, daß mehr junge Eigengewächse den Weg in unser Profiteam schaffen und daß im Zweifelsfall kein Auswärtiger geholt wird. Ich erwarte, daß sich der Verein basisdemokratischer aufstellt und zugleich sein Volk einen König küren läßt, der nicht mehr in Abhängigkeit der Erbsenzähler steht. Ich erwarte, daß der Wirtschaftsbeirat Gremium wird.
    Doch jetzt lehne ich mich erst einmal zurück, feiere den Sieg, meinen Geburtstag, die Geburt unseres Herrn und das Ende eines guten Jahres, zu dem für mich auch der Aufstieg und die sportliche Entwicklung meines Lieblingsvereins gehören. Dank ooch!

    Zur Einzelkritik:
    Glinker sicher. Seine Abschläge kamen heute besser, hatten auch fast immer eine gute Länge. Da wir kein Konterspiel aufzogen, konnte er das Spiel auch nicht schnell machen. Man sah ihm an, daß er das gern getan hätte. (2)
    Handke bärenstark. Klare Körpersprache. Im Paßspiel nach vorn verbessert. Das wird noch. Starke Einwürfe in Halbzeit I. (2) Puttkammer mit einigen kleinen Stellungsfehlern, was er aber durch guten Einsatz wettmachte. Ging, wenn er gehen konnte. Spielte sicher ab. (2,5) Hennecke heute besser als zuletzt. Wurde zwar öfter ausgetanzt, stand aber schnell - und war wieder da. Wie beim Hasen und Igel müssen sich die Mainzer vorgekommen sein. Mußte heute links weniger aushelfen. (3)
    Tarek stopfte unsere linke Seite heute gut. Schwächen im Spiel nach vorn, wobei ich mir nicht sicher bin, was er bei seinen Vorstößen wollte. Absprechen. (3,5) Butzen hatte heute viel zu tun, machte das aber gut. Zu wenig Spiel nach vorn. Hier muß gearbeitet werden: das Quergehen muß von Flankenschutz begleitet werden. (3,5)
    Pulido mit guter Defensivarbeit. Schwache Zusammenspiele. Ich weiß nicht, ob ich das Unterlassen von etwas positiv bewerten darf. Nö. (4) Brandt bissig. War anfangs überfordert und wurde erst besser, als Löh ins Spiel kam. Formverbesserung erkennbar, auch im Spiel nach vorn. (3) Sowislo mit zu weiter Ballführung. Bekam zu selten Zugriff. Seine Tendenz gefällt mir nicht. (4)
    Fuchs heute körperlich überfordert, dennoch mit einigen guten Bällen. Den auf den Fuß im gegnerischen Strafraum fallenden Ball in Halbzeit I muß er versenken und nicht nur draufknallen. (3,5) Beck mit drei Toren. Soll ich meckern? Nö. (1)

  14. Avatar von aerolith
    Zwei wichtige Personalien sind erledigt: Glinker und Fuchs werden über ihr Vertragsende 2016 an den Verein gebunden: Glinker bereits mit schriftlichem Vertrag bis 2018. Gut so. Glinker hat sich das verdient. Er strahlt Ruhe aus, wirkt aber nicht einschläfernd. Ich habe an ihm nur zwei Dinge zu bemäkeln:
    1. fehlendes Konterspiel und
    2. zuweilen schlampige Abstöße.
    Das fehlende Konterspiel ist weniger seine Schuld, denn wir stehen schlichtweg bei gegnerischem Angriff NICHT auf Konter, sondern pflegen die Allerweltstaktik des Alleverteidigenallegreifenan, wie dies die meisten Mannschaften machen, wovon ich aber kein Freund bin. - Die Abstöße sind mal gut, mal schlecht, zu oft aber schlecht. Daran muß er arbeiten. Mit seiner Strafraumbeherrschung ist er Tischer vorzuziehen, aber auch im Mann gegen Mann und auf der Linie ist Glinker wenigstens gleichgut. Mit 31 Jahren ist er im besten Torhüteralter und sollte die nächsten Jahre nicht schlechter werden.
    Die andere Personalie läßt mein Herz hüpfen, und ich gebe es zu, damit hatte ich eher nicht gerechnet, denn obgleich Fuchs in Magdeburg zu den Publikumslieblingen gehört, spüre ich schon sanfte Spannungen zwischen ihm und seinem Trainer. Vielleicht ist das aber auch gut so, wenn er es produktiv in Ehrgeiz ummünzt. Spannungen (auch in der Mannschaft) sind im Sport wichtig. Wichtig ist auch eine klare Hackordnung, zumal bei uns in Magdeburg, wo nichts so sehr gefällt wie klare Ansagen auch im Spiel. Wischiwaschigleichheitsphantasien erzeugen keinen Rhythmus, der für mannschaftliche Sportarten von besonderer Bedeutung ist. Man sah es besonders gut gegen Mainz. Diese Mannschaft hatte keinen Rhythmus, sondern bloß ein Muster, wonach sie spielte. Um es noch deutlicher zu machen: Hätte Fuchs am Sonnabend bei den Mainzern gespielt, hätten wir verloren. Wahrscheinlich. Ich will damit deutlich machen, wie wichtig einzelne Spieler sein können. Ich sehe bei der per Handschlag beschlossenen Verlängerung aber auch ein großer Problem: Fuchs ist nicht wirklich fit. Er kann im Spiel manches überspielen, aber das ändert nichts daran, daß er im Winter sehr an seiner Fitneß arbeiten muß, damit er im Frühjahr nicht einbricht und noch öfter ausfällt als im vergangenen Herbst. Wie er dann in den Trainerstab eingebunden werden soll, ist auch eine spannende Sache.

    Für Kalle und Härtel, die beide Personalien wohl entschieden haben, gibt es jedenfalls den vorweihnachtlichen . Wenn sie mir jetzt noch einen OM-Spieler präsentieren und wir für links einen Verteidiger bekommen, der die Seite zumacht, die Bahn flink hoch und runter marschiert und dabei seine Mitspieler nicht aus den Augen verliert, dünkt mich, sollten wir das Saisonziel klar aussprechen: Attacke!
  15. Avatar von aerolith
    Der erste Neue steht fest. Sebastian Ernst, ein 20jähriger OM-Spieler aus Hannover, soll uns verstärken. Ein Törchen und fünf Torvorlagen in der vierten Liga, nur etwa 58 Minuten je Einsatztag, davon 17 in diesem Jahr. Er ist also Wechselkandidat für seinen Trainer, denn das alles liegt unter dem Durchschnitt für einen Offensivspieler. Wenn ich dagegen an unsere Offensivspieler denke, die eine Liga höher kicken... Muß eine Perspektivverpflichtung sein, ist also kein Spieler, der laut "Hier!" schreien dürfte, wenn es um die Verteilung der Pfründe geht. Insofern ist das erst einmal gut, denn ein funktionierendes Mannschaftsgefüge sollte man nicht mitten im Rennen durcheinanderschütteln, sondern eben nur ein bißchen drin rühren - dann klappt's auch mit dem Aufstieg. Zugleich ist ein Reservespieler eines im Abstieg befindlichen Bundesligisten sicherlich motiviert genug, sich empfehlen zu wollen. Was er kann, werden wir bald wissen. Wegen Fuchsers Verletzungsmisere dürfte er bald Einsatzzeiten bekommen. Dann kann mehr über ihn gesagt werden. Derweil beobachte ich sein Verhalten, seinen Einsatzwillen, seine Einfügebereitschaft, seine Körpersprache.

    Willkommen und alles Jute!

    Zu den Blogeinträgen für das Jahr 2016 während der Saison 2015/16 hierüber!
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