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Notizen Julei 2015

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Wanderungen durchs Land. Heute Rottmersleben in Ostfalen, berühmt für seinen Pranger, an dem noch vor Jahresfrist ein jugendlicher Intensivstraftäter einen Tag verbracht haben soll. Gleich daneben ein Kriegerdenkmal für die Erhebung von 1813, erinnerlich durch ein Denkmal von 1913.

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Ein Stück weiter liegt das barocke Schloß Hundisburg. Eine magdeburger Fabrikantentochter verwirklichte sich hier über 70 Jahre lang, Luise von Nathusius. Ihre Arbeit lohnte sich. Zwei wunderschöne Schnappschüsse sollen es belegen:

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Und dieser Schnappschuß wird meinen Roman zieren: Herbstzeitlose.

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Kommentare

  1. Avatar von aerolith
    Beobachtung des Tages: der deutsche Punker benutzt beim Ausschnauben ein Taschentuch, kein Zellstoff, sondern eines aus Baumwolle.
  2. Avatar von aerolith
    Die Umstände bei der Geburt Jesu haben mich immer gewundert, allerdings aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit. Da ist von einem Stall die Rede, zugleich soll es im Winter gewesen sein, da ist von einem Kometen die Rede, von einer Jungfrau und so weiter.
    Der Philologe in mir wartet auf Bestätigungen durch Paulus. Aber der schweigt. Jesus sagt auch nichts darüber. Zugleich fehlen Belege für das Leben des jungen Jesus. Er hüpft mit dreißig Jahren wie Kai aus der Kiste. Wunderlich.

  3. Avatar von aerolith
    Merkwürdige Beobachtung: Weder 1919 bei der Verabschiedung der Verfassung für die Deutschen noch 1933, als man diese Verfassung unangetastet ließ, ereignete sich ein Traditionsbruch gegenüber dem Reichsgedanken, wie er 1867 in der Verfassung des Norddeutschen Bundes manifestiert worden war. Erst das Grundgesetz von 1949 gab den Reichsgedanken zugunsten des vagen Begriffs einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung auf, dabei war die Verfassung von 1919 weitaus demokratischer.

    Das muß ich noch genauer erforschen, aber merkwürdig ist das schon.
  4. Avatar von aerolith
    Die deutsche Sprachlandschaft ist schon bizarr. Bis heute scheinen etliche Dörfer ihre eigenen Idiome erhalten zu haben. Manchmal grenzen auch Flüsse sprachliche Besonderheiten ab.
    Nächste Woche fahre ich in ein Dörfchen unmittelbar östlich der Elbe (bei Schönhausen, wo Bismarck geboren wurde); dort redet man anders als westlich der Elbe, sagt meine Gewährsmännin.

    Es freut mich, wieder mal ein Mundartbuch zu machen, gerade weil es eine Zweitauflage ist und offenbar Nachfrage besteht.

    zweite Notiz heute:

    Um 1930 nahm der Staat 10 Milliarden Reichsmark ein (kaufkraftbereinigt sind das etwa 108 Milliarden €). Von diesen 10 Milliarden mußten 2 Milliarden an Kriegstribut gezahlt werden (Londoner Zahlungsplan). 20%.
    Heute arbeitet der bundesdeutsche Staat mit einem 300 Milliarden-€-Haushalt. 20% davon: 60 Milliarden €. Zahlbar jährlich an die Länder, gegen die wir nach Schuldspruch verantwortlich für deren Lage sind.

    Kommentar: Ich glaube, es hat sich nichts geändert. Wir zahlen und zahlen und zahlen. Wahrscheinlich würden wir andernfalls hierzulande im Schlaraffenland leben und hätten ganz andere Probleme. Sie schröpfen uns, und am Ende haben wir doch etwas davon, denn wie bei der Blutegelbehandlung regenerieren wir schneller, bleiben aktiv und sind immer damit beschäftigt, unsere desolate Lage zu verbessern.
  5. Avatar von aerolith
    Ernst Torgler scheint mir eine Schlüsselrolle beim Reichstagsbrandprozeß zu spielen. Brauche mehr Informationen, um das zu prüfen.

    Wie kann einer, der 1930 Fraktionschef seiner Partei im Reichstag war, und dort großartige Reden hielt, nur so schnell von den eigenen Genossen fallengelassen werden? Waren die Kommunisten doch in den Brand verwickelt? Was ist da im Busch?
  6. Avatar von aerolith
    In Prag soll es 1930 ein Pogrom gegen Deutsche gegeben haben. Darüber berichtet der DNVP-Abgeordnete Oberfohren in einer Rede im Reichstag am 17. Oktober 1930.
    Leider finde ich darüber nichts. Kann jemand helfen?
  7. Avatar von aerolith
    Frankfurt am Main hat Hindenburg die Ehrenbürgerwürde abgesprochen. Begründung: rechtswidriges Verhalten als Reichspräsident. Notverordnungen.

    Das ist natürlich eine Lüge. Die Notverordnungen waren keineswegs rechtswidrig. Und was Hindenburg mit der Streichung des Juden 1933 aus dem Register der frankfurter Ehrenbürger zu tun gehabt haben soll, erschließt sich mir nicht. Auch die Benennung Hitlers zum Reichskanzler war keineswegs rechtswidrig. Jede Regierung des Reiches bedurfte der parlamentarischen Absicherung. Die Nazis waren die stärkste Kraft im Reichstag, also war es nur eine Frage der Zeit, bis sie die Regierung stellen durften. Alles gesetzlich.
    Der SPD-OB sollte sich mal belesen.
    Abgesehen davon konnten die Reichskanzler jederzeit durch das Parlament gestürzt werden, denn das Parlament besaß das Recht dazu, sein Mißtrauen auszusprechen. Allerdings wollte die SPD die von Hindenburg bestimmten Reichskanzler (vor Hitler) im Amt halten. Und schließlich hat Ebert (SPD) selber gut 100 mal Notverordnungen angeordnet und so das Reich durch schwierige Zeiten manövriert. Rechtsbruch?
  8. Avatar von aerolith
    Es juckt mir in den Fingern, undeutsche Elemente bei den Nazis zu sammeln. Es dürfte etliches zusammenkommen. Heute stieß ich beim Streit zwischen dem SPD-Abgeordneten Hoeger und dem NSDAP-Fraktionsvorsitzenden Straßer auf eines. Straßer behauptete, daß sein Ehrenwort gegenüber dem von ihm verhaßten System (der Weimarer Republik) nichts gälte udn er dieses Mittel im politischen Kampf immer wieder einsetzen würde. Daraufhin fragte Hoegner, ob Sträßer der Zweck die Mittel heilige, was Straßer bejahte.

    Peng!

    Damit steht das erste undeutsche Element der Nazipolitik fest: der Zweck heiligt bei den Nazis die Mittel.

    Warum undeutsch? Wenn die deutsche Philosophie etwas hervorbrachte, dann dieses: der Zweck heiligt nicht die Mittel. Westliche Pragmatiker behaupten das - und verfahren eben so. Das setzt in der Moderne spätestens mit Richelieu ein, geht über die Jakobiner, englische Utilitaristen bis hin zu Lincoln und James in Amerika. Atombombenabwürfe und Bombenteppiche auf wehrlose deutsche Städte, Kollateralschäden in kriegerischen Auseinanderstezungen bis in die heutige Zeit udn das allgemeine Verdikt, daß der Staat gefährdet sei, wenn man nicht hart gegen die bösen Jungs vorginge, die mutmaßlichen und die möglichen, koste es, was es wolle.

    Ja, das ist das Denken der Nazis bis in unsere Zeit: pragmatisch, über Leichen gehend, klientelistisch, kurzum undeutsch.
  9. Avatar von aerolith
    Ist schon merkwürdig. Da findet man leicht über jeden antisemitisch grundierten Pups was, aber über antideutsche Ausschreitungen, die es als öffentliches Gesprächsthema bis ins Parlament schafften - es soll sogar ein Treffen des deutschen Außenministers Curtius mit dem tschechischen Benesch gegeben haben -, findet man gar nichts. 1930 soll es in Prag antideutsche Pogrome gegeben haben. Ich finde bloß nichts dazu bei Google. Also gab es die nicht. Die im Reichstag müssen spinnen. Vielleicht hat ja bloß jemand ein antideutsches Graffiti gesprayt? Bestimmt war's so.
  10. Avatar von aerolith
    Umzug hat was. Alles neu, alles doch bekannt. Diese Blicke der Nachbarn, die Angst, etwas Wertvolles zu verlieren, die Freude auf die neue Einrichtung und das Erhalten des Alten.
    Aber diese Treppen!
  11. Avatar von aerolith
    Merwürdig-kommunistisches Abstimmen in Kuala Lumpur zwecks Bestimmung des Winterspielortes für 2022. Alma-Ata (Almaty) gegen Peking. 85 IOC-Mitglieder erhalten irgendein modisches Schnickschnackgerät zur Abgabe ihrer Stimme. 89 Stimmen! Am Ende nimmt man altmodische Stimmzettel, auf die jeder seinen Favoriten schreibt. Peking gewinnt mit 44 zu 40. Immerhin. Da war dann die Ungenauigkeit nur eine vertretbare Invarianz beim Auszählen.

    Es lebe der Sport!

    P.S. Mir ist neu, daß Peking im Gebirge liegt. Egal. Hauptsache die Kasse stimmt.