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Thema: Über meine posierlichen Nachbarn

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  • 15.11.04, 22:39
    arminius

    open end

    Nun habe ich aufgrund mancher Hinweise hier die Geschichte leicht geändert, weiteres behalte ich mir vor, vielen Dank ... [nicht funzender Link wurde entfernt]
  • 15.11.04, 19:58
    Mr. Jones
    hab das stücklein sehr gern gelesen: portrait of a nachbarsfamilie. und manchmal bin ich froh, bleibt ein text eine momentaufnahme, und was ist deiner anderes, letztlich. ein bild ists, und durchaus ein glaubwürdiges, ja, trotz oder wegen der spitzen.
    mit verlaub: hier bin ich nicht froh und frage: wie wäre es, wenn nun jemand käme, dieses bild nähme und in seine gallerie stellen würde? das könnt dann der anfang einer möglichen geschichte sein, zum beispiel, und die würd ich gern lesen nun noch, denn die vermisse ich hier in der tat und fast schmerzlich. mit andern worten: mir, ungenügsam wie ich bin, reicht es hier nicht, wenn der text bildhaft und glaubwürdig ist.
  • 15.11.04, 03:37
    arminius

    wollte nicht auf fremde füße treten

    Vielen Dank für die Kommentare, in denen merkwürdigerweise das Wort Satire nicht fällt. In der Tat ist der Text jemandem literarisch in den Mund gelegt, sozusagen, und spiegelt mich dabei nicht wider. Es reicht mir hier, wenn der Text bildhaft und glaubwürdig ist.
  • 07.11.04, 16:39
    ala

    AW: Über meine posierlichen Nachbarn

    warum treffen dich die familienvaterposen so besonders? das wird aus dem text nicht deutlich. ein undefinierbarer ha?, der sich aufmanndlt aus eigenem defizit? literarisch? woran? worin?
  • 07.11.04, 13:01
    aerolith

    AW: Über meine posierlichen Nachbarn

    Gut am Anfang, schlecht in der Mitte, versöhnend am Ende.

    Du schwankst zwischen den verschiedenen Darstellungsformen, sprachlich auch, willst wohl keine Entscheidung treffen, ob Du alter oder neuer Orthographie folgst?
    Dem Text fehlt noch etwas, selbst wenn er so kurz bleiben soll, vielleicht eine Geschichte?

    Aber als Fingerübung eines Gardinenstehers ist der Text manierlich. Selbstverzupft.
  • 07.11.04, 12:11
    kls

    AW: Über meine posierlichen Nachbarn

    Endlich echte Literatur in diesem Forum. Dass ich das noch erleben durfte. (Schluchzend die Augen bedeckend)

    Eine zornige Schrift, die von erheblicher Intoleranz gegenüber allen Menschen zeugt, welche nicht die gleiche Wahrnehmung haben wie der Autor, dem vermutlich das Label junger Wilder übergestülpt werden sollte.

    Ich schreibe es nicht gerne, aber mir persönlich gefällt diese Art von Text. Hat so etwas Rotziges an sich und ist gut beobachtet, fast schon klischiert. Ein Hauch von Romantik in der Selbstdarstellung des Protagonisten, den das Leben noch nicht ausreichend zurückgebissen hat.
  • 07.11.04, 01:53
    arminius

    Über meine posierlichen Nachbarn

    Posen sind ja weit verbreitet, unter Kerlen sowieso. Die mich aber besonders treffen, sind die Familienvater-Posen. Herkömmlicherweise bei Mitfünfzigern in Begleitung einer jüngeren, aufgemotzteren Frau, zwei halb(v)erwachsenen Töchtern, einen fabrikneuen Middleclass-Wagen parat, also kaum abbezahlt, und ein vermeintliches Publikum. Wie die sich aufplustern können, mein lieber Pfau, eine Klasse für sich! Vielleicht merken Sie es schon, ich rede von Nachbar Hempel: Der fährt bereits eine Art Gruppentanz auf, wenn er seine Familie nur von der Haustüre raus ins Auto einladen muss. Als Platzanweiser von diktatorischen Gnaden spielt er sich auf, mit weitausholenden Bewegungen, ohne Anfassen freilich, denn das machen die jungen Damen ja schon selbst, ganz alleine. So, die Türen in die Schlösser gezoomt, das Brusttaschenhandy überprüft und mit dem Taschentuch über die schweißnasse Stirn gefahren, dann schwebt der Herr des Hauses einmal komplett ums Auto, mit Hüftschwung, sofern das überhaupt geht (aha, am Rücklicht schnell drüber poliert) herum zum Piloteneinlass. Filialleiter bei der Sparkasse und ehrenamtlich stellvertretender Küster vor Ort. Fehlt nur noch, dass er rüberwinkt, dieser Idiot. Da winkt er! Dann lässt er sich gemächlich in seine Sitzpolster plumpsen, zieht die Fahrertüre bei und probt die Lichthupe aufflackernd. Langsam rollt er vom Hof, ruckt fachmännisch am Rückspiegel, sehr präzise. Er placiert die Sonnenbrille auf der Ablage gut sichtbar, mit mir auf Augenhöhe schaut er herüber, nickt wie benommen und fährt vorbei. Ich hatte schon Angst, dass er hupt. Da hupt er.

    Am Abend, wenn die Kaufhäuser schließen, kehrt er zurück mit ihnen, gebeutelt und entnervt, mit leerer Brieftasche, abgefertigt. Ob er denn auch mal mitanfassen wolle, wird ihn seine Frau auffordern, bevor er ihnen die Einkäufe mit hängenden Schultern hinterher schleppt. Und seine beiden Töchter werden einfältig kichern und die Figur herzeigen - der Affe fällt nicht weit vom Stamm. Ich werde bescheiden hoffen, dass wenigstens eine von ihnen verstohlen rüberwinkt; und bestimmt tun sie es wieder alle drei. Und ich auch.

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