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Thema: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 18.08.19, 14:56
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Das Korsett, dieses von (meist taillelosen) Feministen als Ausdruck männlichen Dominanzverhaltens angefeindete Kleidungsstück, gehörte im 19. Jahrhundert zur Uniform der männlichsten Form der Unterdrückung: dem preußischen Gardeoffizier.
  • 14.07.19, 17:30
    aerolith

    Der Nichterwerb Kaliforniens

    Preußen spielte um 1842 mit dem Gedanken, sich auf dem amerikanischen Kontinent eine Kolonie anzulegen: Kalifornien. Der junge preußische König hatte erkannt, daß der Verzicht auf eine Kriegsflotte auf Dauer für den Handel unabdingbar sei; er ließ ein (!) Kriegsschiff namens "Amazone" bauen. Eine Korvette. Wow!
    In diesem Kontext kam auch die Erwerbung einer preußischen Kolonie ins Gespräch. Der preußische König ließ in England anfragen, ob Britannien eine Idee hätte, welches Eiland sich gut eignen würde, der absehbaren Überbevölkerung Deutschlands abzuhelfen. Der britische Minister Peel nannte Puerto Rico. Das war natürlich Spott, denn PR gehörte seinerzeit zu Spanien, konnte von Britannien also nicht einfach so vergeben werden; zudem war PR für eine Ansiedlung deutscher Auswanderer nicht geeignet: zu klein, zu heiß, zu wenig fruchtbarer Boden. Die Suche nach einem mutmaßlich geeigneten Gebiet führte zum Kandidaten Kalifornien/Oregon. Das gehörte seinerzeit zu Mexiko. Doch die Republik Mexiko war bankrott. Es bestünde also die Möglichkeit, das sehr dünn besiedelte Gebiet käuflich zu erwerben. Zwei Dinge sprachen dagegen: zum einen besaß Preußen keine Flotte, um die Erwerbung zu schützen, und zum anderen gab es die Monroe-Doktrin, die es Nichtamerikanern untersagte, auf dem amerikanischen Kontinent eine Kolonie zu erwerben. Der preußische König gedachte beide Probleme aus der Welt zu schaffen, indem er mit Dänemark kooperieren wollte, bis Preußen eine eigene schlagkräftige Flotte besitzen würde.
    Doch der Plan scheiterte innert der Ministerialbürokratie, die das Projekt prüfte, zahlreiche Fragen aufwarf, und letztlich die Umsetzung verzögerte, bis die aggressive Außenpolitik der USA, der Anschluß Texas' 1845 und Goldfunde in Kalifornien 1848 (was man in Washington dazu nutzte, gegen Mexiko einen Krieg um den heutigen Südwesten der USA zu führen) das Objekt der Begierde in weiter Ferne beließ.
  • 30.12.18, 10:49
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von den Anfängen bis 1888

    Friedrich der Große hatte zur Durchsetzung seiner Steuerpolitik (Gebühren und Stempelsteuern, Wechsel, Obligationen und Spielkarten, Umsatzsteuern, Zölle, Realsteuern...) französische Beamte nach Preußen geholt. Das Konvolut von 67 Tarifen, um 2775 Artikel durch Akzisen zu erfassen, erforderte einen großen Beamtenapparat, etwa 8000. Es gab zu wenige Deutsche, die die Arbeit hätten leisten können. Also holte der Preußenkönig Franzosen. Die deutsche Bevölkerung in Preußen war empört. Friedrich gab nach etwa zwei Jahrzehnten hartnäckigen Widerstands derselben entnervt auf und schickte die Franzosen wieder nach Hause.
  • 03.06.17, 02:25
    saul

    AW: europäische Zusammenarbeit

    Ob es Gesetze gibt, die Geschichte berechnbar oder vorhersehbar machen, ist eine nicht ganz leichte Fragestellung. Ich möchte kurz darauf antworten. Der Gegenstand der Degeneration beispielsweise als Formel für die Geschichte, und ich belaße sie nicht mathematisch, weil das andere beherrschen als ich, erscheint mir heute tatsächlich persönlich in Gedanken als plausibel. Beispiele heute: mein aktueller Beitrag im Ordner "der allwissende Erzähler"; Beispiel aus der Geschichte: Die Vernichtung der Etruska.
    Meine Formel/Thesis/Anschauung/Schlussfolgerung: Es setzen sich nicht die Hochkulturen durch, sondern die Aggressiven, kampfwilligen, Cannibalistizistischen. Anderes Beispiel ist eine Vermutung von mir, die in die Anfänge der Menschheit zurückreicht, die Menschen vor zwei und einer Million Jahren: Die Stämme und Rassen, die vor Hunger und Tod geflohen sind, trafen entweder auf höher kultivierte oder aggressivere Stämme. Ich schätze, daß der zweitere Schlag überwog, und sich schließlich somit stets fortpflanzelte. Die Folge ist Degeneration.

    Gruß,

    Saul
  • 24.03.17, 17:14
    aerolith

    Reichsgründung

    Ein Grundirrtum der materialistischen Geschichtsschreibung von sozialistisch bis liberal: die Reichsgründung 1870/71 sei "ein klassisches Beispiel für den staatlich-wirtschaftlichen Vergrößerungsdrang" (Friedrich Naumann 1915).

    Der Grundirrtum liegt darin, daß die wirtschaftlichen Kräfte in Deutschland bereits vor der Reichsgründung im Fahrwasser der industriellen Revolution fuhren und daß, einmal abgesehen von den (französischen) Milliarden der Gründerzeit, 1873 Schluß mit lustig war: Gründerkrach. Es gab wegen der Reichsgründung keine wirtschaftlichen Vorteile, die nicht auch andere staatliche Organisationsformen hätten bewirken können. Man muß nur die Wachstumsraten dieser Tage betrachten, um diese These bestätigt zu finden. Entscheidend für wirtschaftliche Entwicklung sind nicht staatliche Organisationsformen, sondern Rechtssicherheit, innere Sicherheit und der Wille der (jeweiligen) Inhämischen, der Wille zur Leistung. Die Reichsgründung erfolgte nicht vorrangig aus wirtschaftlichen Gründen, sondern aus politisch-mentalen. Die Elite in Deutschland wollte das Reich, das Frieden und Sicherheit gewährleisten würde, jedenfalls mehr als die politischen Umstände ohne Reich. Im Schatten dieses politischen Willens wudelten die Bürgerlichen mit ihren Schornsteinen und ihrem Erwerbstrieb. Aber die waren nur Akzidenz dieser Zeit, auch wenn sie das jetzt, im nachhinein, gern umdeuten wollen. Der große wirtschaftliche Aufschwung in den deutschen Landen begann ab etwa 1850, besonders intensiv ab etwa 1894 mit der zweiten industriellen Revolution, die Amerika und das Reich an die Spitze der Welt brachten, wo sie heute noch stehen.
  • 08.07.16, 07:53
    aerolith

    Die Union Schottlands mit England 1707

    Die gegenwärtige Diskussion um die Zukunft Großbritanniens kürt folgende verkannte Wahrheit der Weltgeschichte zu einem bemerkenswerten Detail:

    Die Vereinigung Schottlands mit England war nicht das Produkt englischen Imperialismus, sondern Ergebnis eines schottischen Antrags. Die Kaufmannsinnung Schottlands wollte die Union, weil sie von den Geschäften in den englischen Kolonien ausgeschlossen blieb und die Geschäfte mit den natürlichen Partnern Frankreich und Holland aufgrund der Kriegssituation extrem eingeschränkt liefen. Kurzum sollte die seit 1603 (Personalunion über Jakob I.) avisierte politische Vereinigung mit England zu einem Dauerzustand gemacht werden, der es den schottischen und meist anglikanischen Kaufleuten ermöglichen würde, an den Geschäften ihrer englischen Kollegen zu partizipieren.
    Widerstand kam aus den schottischen Hochlanden. Nach der Schlacht von Culloden 1746 wurden diese Widerstände endgültig gebrochen, nachdem der letzte Stuart besiegt, die freien Hochländer ihres Gemeindebesitzes (Kollektiv) beraubt und dieser staatstreuen Kapitalisten (Clanhäuptlingen, aber auch neuem Adel) übereignet wurde, die als Landadlige die Ländereien verpachteten. Kapitalismus.
  • 01.04.16, 10:05
    aerolith

    Frauen und ihr Schmuck

    Bis heute hielt sich die merkwürdige Affinität der Frauen zu Schmuck. Sie ist die Folge einer tiefenpsychologischen Grundierung im Mittelalter. So war es Kriegern in einer Fehde, im Krieg, verboten, Frauen ihren Schmuck zu nehmen. Ihr Geld, ja, Ihre Unschuld - sofern gegeben -, ja, nicht aber ihren Schmuck.

    Vielleicht aber liegt es schlichtweg daran, daß Frauen im Schmuck ihr kindliches Gemüt in konzentrierter Formung wiederfinden.
  • 18.03.16, 08:33
    aerolith

    Ludwig XIV. war eigentlich ein Habsburger

    Hem behauptet in seiner Geschichte des Hauses Habsburg, Ludwig XIV. sei "als ein Glied der Familie Habsburg zu bezeichnen", da die von Mazarin gestiftete Ehe seiner Eltern Abkömmlinge des Hauses Habsburg vereinigte. Ein Inzuchtprodukt.

    Das würde Ludwigs vehementes Drängen nach elsässischem Besitz erklären, den Stammlanden der Habsburger. Vielleicht kann der Streit ums Elsaß als Familienzwist im hause Habsburg gelesen werden?
  • 04.02.16, 15:21
    aerolith

    Luise von Preußen

    Gefragt nach den Ursachen der ausbleibenden Revolution im Reich um 1790 kann Interessierten geantwortet werden, daß ein Grund sicherlich in dem Verhältnis der Adligen zu ihren Untertanen lag. Während die französische Aristokratie volksfern war (weitgehend, aber nicht nur gezwungenermaßen), traf das für die deutsche Aristokratie keineswegs zu. Am deutlichsten wird das in Augenschein zweier Königinnen dieser Zeit, Marie Antoinette und Luise von Preußen. Marie war zwar eine deutsche Prinzessin, wurde aber bei aller Begabung in das französische System gepreßt. Das bewirkte den berühmten Ausspruch, daß das Volk Kuchen essen solle, wenn das Brot knapp würde. Die zur gleichen Zeit lebende Luise dagegen feierte mit ihren Untertanen Bauernfeste (oft in Paretz, wo Luise auf einer Leiterwagen Einzug hielt!), richtete nachhaltige Armenbewirtung ein und mischte sich auch sonst oft unters Volk, dessen Nöte und Ängste sich anhörend. So etwas wäre einer französischen Prinzessin unmöglich geblieben und erschienen. Luise war da keineswegs die einzige Königin/Prinzessin, die so handelte. Die deutschen Prinzessinnen genossen eine bessere Ausbildung als die französischen, lernten mehrere Sprachen, durften, sofern sie Neigung zeigten, sich auch in philosophischen und philologischen Studien ergehen, denn sie waren Teil des Regierungskonzepts, nicht nur Staffage eines absoluten Herrschers. Erinnert sei hier an Anna Amalia von Weimar, die preußische Königin Elisabeth oder Maria Theresia von Habsburg, Kaiserin des Reiches. Auch die in Rußland herrschenden Zarinnen waren Deutsche. Das ist kein Zufall. Der deutsche Aristokrat besaß eine Pflicht gegenüber seinen Untertanen, der männliche gleichwohl wie der weibliche. Die Kleinstaaterei hatte den Vorteil einer Regierungsnähe zum Volk. Man mußte sich kümmern. Umeinander. Es gab zwar auch abstrakte Gesetze, aber v.a. gab es die Herrschaft vor Ort.
    Deshalb gab es im Reich bei ähnlichen Sozialverhältnissen keine Revolution.
  • 29.01.16, 18:06
    aerolith

    Asylpolitik unter Friedrich III. von Hohenzollern, Churfürst von Brandenburg

    Im Jahre 1700 allein kamen mehr als 15000 Kalvinisten nach Brandenburg, dazu noch etliche hundert Familien aus Belgien und der Schweiz, die sich in Brandenburg niederließen, eigene Rechtsbezirke/Stadtteile bekamen, u.a. in Magdeburg, wo sie gesonderte Rechte erhielten.
    Gemessen an der Bevölkerungszahl waren das etwa 2% p.a., die da nach Brandenburg strömten.

    Gemünzt auf die Bevölkerungszahl der BRD entspricht das 1,6 Millionen Flüchtlingen. Hoppla!

    P.S. Es gibt allerdings einen großen Unterschied: die Neubürger waren reich, gut ausgebildet und anpassungsfähige Christen.
  • 26.01.16, 15:04
    aerolith

    Tetzel und der Ablaßhandel

    Man nimmt immer an, daß die Reformation durch die Ablaßverkaufspraktiken des Ablaßverkäufers Tetzel (andere schreiben ihn Tezl) veranlaßt worden sei. Tetzel soll die eingenommenen Gelder nach Rom geschickt haben, wovon u.a. die Peterskirche gebaut worden sein soll.

    Das ist nur die halbe Wahrheit.

    Tetzel arbeitete im Auftrag des Erzbischofs von Magdeburg, eines jüngeren Bruders von Joachim von Hohenzollern, Churfürst von Brandenburg. Albrecht hieß dieser Erzbischof, der zugleich Halberstadt und Mainz bediente und große politische Ambitionen besaß. Der nämlich hatte Tetzel losgeschickt, ihm ein Taschengeld für dessen Dienste versprochen, den Großteil aber NICHT nach Rom geschickt, sondern ungefähr die Hälfte in die eigene Tasche gesteckt. Das erzürnte die magdeburger Bürger besonders, daß ihr Erzbischof ihnen das Geld aus der Tasche zog, selber mit seinen Geschäften keine Steuern zahlen mußte und insgeheim Konkurrenzfirmen aufbauen konnte. Deshalb AUCH befreiten sie sich über Luthers Theologie von dieser Plage. Die Ulrichskirchengemeinde tat es als erste, andere folgten. Das ist die Reformation in wirtschaftspolitischer Hinsicht, ein Kampf um Steuergleichheit.
  • 12.12.15, 12:15
    aerolith

    Konservative Revolution

    Die von Stahl um 1860 initiierte "Konservative Revolution" war keine, sondern eine liberale. Sie verband konservative Formen mit liberalen Inlahten und verkaufte das dem König als Sicherung seiner Herrschaft.

    Konservativ ist das Gegenteil von Kompromißbereitschaft. Eine Revolution stülpt das Untere zuoberst. Der in der Geschichtswissenschaft benutzte "Konservative Revolution" ist also eine c.i.a., eine contradictio in adiecto.
  • 02.11.15, 16:57
    aerolith

    "Grieche" als Schimpfwort

    Plutarch berichtet, daß die Römer das Wort "Grieche" als Schimpfwort gebrauchten. Nichts besonderes, möchte man meinen. Allerdings wird doch immer wieder behauptet, daß sich die Römer an den Griechen orientierten. Sprache, Schönheitsideal, Literatur, Architektur etc. Wie aber erklärt es sich dann, daß die Römer für die Griechen ein Schimpfwort hatten, eben weil ihre Hauslehrer meist griechische Sklaven waren, wie einst auch Plutarchos? Vielleicht meinten sie gar nicht die Griechen, sondern die Lehrer, zu denen Schüler ja meist in einem Haßliebe-Verhältnis stehen?
  • 20.08.14, 07:57
    Michael

    Symbolzahl

    Die göttliche Zahl 40 wird häufig verwendet, um einen Wachstumszyklus zu umschreiben. Sprache besteht aus Symbolen von Symbolen. Daher wurden in alten Texten verschiedene Aussageebenen angesprochen: Die Augen des Körpers sehen eine Unmöglichkeit auf der physikalischen Ebene.

    Jesus Christus ging für 40 Tage in die Wüste. Nach vierzig Tagen fand er seine wahre Identität. So steht die Angabe der 40 Jahre symbolisch für 4000 Jahre. Es wird also eigentlich gesagt, das Volk würde 4000 Jahre durch die Wüste gehen. Wann kamen diese Gäste hier an? (Youtube: Seelenwissenschaften, Die geheime Geschichte der Menschheit)

    Daneben wird vom Manna und der Bundeslade gesprochen. Solange dieses unbetrachtet bleibt, zeigt Wissenschaft hier ihre fragmentierte Baumscheibenbetrachtungsweise. Den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen beschreibt die Ebenenverwechslung bei der Betrachtung eines beliebigen Objektes der Wahrnehmung.

    Ein Bezug zur Gegenwart könnte ebenso hergestellt werden: Sie irren immer noch umher und versuchen, ihrem historischen Schmerzkörper durch Projektion von Schuld in das Außen zu entkommen. Analog ist auch die Überwindung der Sklaverei, welche heute mit dem Namen Marktkonformität umschrieben wird. Unser Fall soll begonnen haben, als der Pharao Sklaverei betrieb. Um Menschen zu versklaven, benötigen wir Angst als Druckmittel. Angst besitzt jedoch nur, wer den Tod fürchtet. So kam die Angst in die Welt: Die Schuld wurde erfunden.

    An der Schuld zerbricht die Welt, das heißt, wir irren planlos in der Wüste umher. Der Umkehrschluss bedeutet, Schuld durch Vergebung in die Wirkungslosigkeit zu begleiten. Eine kollektive Schicksalsbelehrung, erkennen wir die Ebenen der Aussagen und verbinden diese durch das Werkzeug Verstand. Erkennen wir einen Nutzen in dieser selbsterzeugten, historisch gewachsenen Situation, können wir den Nutzen von Vergebung erfassen: Es nutzt uns doch allen, zu erkennen, dass Sklaverei zwar manchmal manchen nutzte. Niemals jedoch wendete sich dieser scheinbare Vorteil nicht zu einem Nachteil.

    Wir arbeiten global unsere Ego-Geschichte aller Zeitalter ab. Darauf weist der Text hin. Das Wort offenbart sich selbst, beantworten wir die Fragen nicht ständig von einer unvernetzten Ebene. Es zu erkennen und den Nutzen der Schicksalsbelehrung anzunehmen, bedeutet, die Ursache aufzulösen. Der Weg zur Auflösung von Konflikten aller Art ist ganz einfach: Wir verzichten darauf, Recht zu haben. So fließt das Manna, also das Tao, in die Welt.

    Der Verlust der Bundeslade steht auch als Symbol für den Verlust der Seelenkraft durch die Nicht-Anbindung an das Bewusstseinsfeld "Gott". Hier keine Definition vorzunehmen, lässt das Einweben der Dinge in die Zeit mühelos geschehen. Wir wollten nicht lernen, unseren Nächsten nicht aufs Blut auszusaugen? Welchen Nutzen hat dies, und: Für wen?

    Wir alle leben in wechselseitigen Energiediebstühlen und daraus resultierenden Konflikten. Statt diese Quelle im Inneren wahrzunehmen, suchen wir mit Eifer, was im Außen Leiden schafft. Energiemangel, also das Fehlen der Ladung durch die Lade, ist das Symbol unserer Zeit. Weil aber dieser Energiemangel auf der Seelenebene entsteht, ist er nicht auf körperlicher Ebene zu kompensieren. Wir suchen Einheit in Körpern, was nur vorübergehend möglich ist. Einheit ist, wenn Geist und Seele vereint sind. Was ist die Moral von der Geschicht: Glaube nichts, nur weil es dir so gesagt wird. Sieben Schalen der Zwiebel. Sieben Schalen des menschlichen Zorns. Wir lassen fleißig Zorn in die Welt fließen, wollen jedoch unbeirrbar keinesfalls bemerken, dass das Gegenteil ebenso funktioniert: Herzensgüte l?st den Schmerzkörper auf. Aller historischer Schmerz seit der so genannten Vertreibung aus dem Paradies lastet als verdrängter unbewusster Anteil im kollektiven Menschengeist.

    Das Schmerzmonster des Egos wird genährt, wenn wir Schmerz wahrnehmen. Daher schauen wir auf das Elend und stärken es damit. So arbeiten sich Ego- und Schmerzmonster gegenseitig zu. Unser kollektives Schmerzmonster ist derweil in ausufernde Kämpfe verwickelt. Es mit Liebe und Vergebung zu beleuchten, bedeutet, keine Schuld zu suchen. Es gibt keine Schuld. Um das zu erkennen, sollen wir 4000 Jahre brauchen. Na denn. Die Aufgabe der Unterdrückung löst das Dilemma auf. Das Leben ist frei. Wer das Leben einsperrt und missbraucht, stellt sich gegen den Fluss der Zeit. Damit den Fluss aufhalten zu können, ist jedoch eine Illusion: Wir können vor unserem kollektiven Ego nicht davonrennen. Solange wir einen Nutzen im planlosen Umherirren zu erkennen glauben, werden wir in der Wüste bleiben.

    Zu glauben, einen Vorteil zu gewinnen, wenn der Nächste einen Nachteil hat, kann niemals wahr sein. Das ist die Lehre der Geschichte. Sie nicht anzunehmen, bedeutet zunehmendes Konfliktpotenzial. Friede wird sein, wenn wir zu vergeben gelernt haben. Auch uns selbst. Moderne Finanzwirtschaft ist Zinssklaventum. Da beißt die weiße Maus keinen Faden ab. Doch dem Pharao hat es nichts genutzt, die Angst vor dem Tod als Mittel zur Konditionierung in die Welt zu bringen. Jede Kraft erzeugt eine Gegenkraft, solange die Intention einer Handlung nicht Liebe ist. Liebe ist also der Gegentraum zur Sklaverei. LEt MY PEOPLE GO, das waren wohl die Worte.

    Ach ja, ebenso kann der Bau der Pyramiden logistisch so niemals stattgefunden haben. Wollen wir noch lange in der Wüste umherirren?
  • 11.02.12, 15:22
    aerolith

    romantische "Politik"

    Die Romantiker verfolgten nicht das politische Ziel einer Wiedererrichtung mittelalterlicher Verhältnisse; sie waren nicht an der Revidierung/Restauration interessiert... Politik interessierte sie nicht. Ihre "politische" Leidenschaft entzündete sich, wenn es um Persönlichkeiten (wie Napoleon, den sie haßten) oder um die Nationalität (vor allem in Hinsicht auf die Sprache, Musik oder andere Aspekte des "Oberbaus") ging; staatliche, wirtschaftliche oder politische Verhältnisse dagegen zu ändern bzw. zu beeinflussen lag außerhalb ihres Interesses.
  • 16.05.11, 09:47
    aerolith

    Straffung der Zentralgewalt

    Die Niedermetzlung von Aufständischen ist nicht auf den arabischen Raum beschränkt. Heinrich VII. von England ließ 1497 die ihm ungelittenen Cornwalliser niedermetzeln, wohlgemerkt, es waren nicht nur einige wenige Adlige und ihre Getreuen, sondern letztlich alle auf Cornwall, die sich Heinrich VII. in den Weg stellten.

    In der positivistischen Geschichtsschreibung nennt sich das dann euphemistisch "Straffung der Zentralgewalt".

    Der gleiche Prozeß vollzog sich in Frankreich, Rußland und sicherlich auch in zahlreichen anderen auf Zentralismus orientierten Staatswesen in der Weltgeschichte.
  • 27.09.10, 14:55
    aerolith

    Haselnuß

    Der Paläobiologe Küster vermutet, daß die Haselnuß bereits seit 9000 Jahren als Nahrungsmittel geschätzt und angebaut wird. Damit werden Annahmen, daß die erste bewußte Landwirtschaft in Mesopotamien entstand, zumindest in Zweifel gezogen.

    Zudem bekommt heinos lied doch gleich einen ganz anderen Bedeutungshintergrund.
  • 20.05.10, 10:13
    aerolith

    Die Macht des Politikers

    unda fert nec regitur (die Dinge haben ihren Lauf und können nicht beherrscht werden).

    Gewöhnlich werden Einzelpersonen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Gang der Dinge überschützt. Bismarck oder Stalin, Hitler, Lincoln, Perikles sind solche Leute, die dafür gelten, daß ohne ihr Wirken ganze Zeitalter anders verlaufen wären. Bismarck äußerte sich darüber 1871 in der Art, daß die ihm angetragene politische Führungsrolle durch ihn nicht dazu geführt habe, die Dinge nach SEINEM Gusto zu entscheiden zu können; nein, vielmehr habe er nur darauf geachtet, wie sich die Dinge entwickelten, um "das Gereifte zu sichern; der Staatsmann müsse wie ein Förster sein, der geduldig abwarte, bis der Wald schlagreif geworden."
  • 04.05.10, 06:57
    aerolith

    Grassmann

    Eine grundsätzliche Entwicklung der Weltgeschichte: vom Zentrum zur Peripherie, zu den Peripherien.

    Zurückgedacht, muß das Zentrum im vorderasiatischen oder eben atlantischen Teil der Welt liegen, wobei Atlantis erst in den letzten Jahrzehnten fröhliche Urständ im Bewußtsein der Europäer feierte.

    Grassmann entwickelte diese Theorie vor hundertfünfzig Jahren, die in etwa bedeutet, daß sich aus Vorderasien die Kultur Richtung Europa entwickelte, dann über den Teich in seiner Bedeutung schwappte und nunmehr noch weiter nach Westen im asiatischen Teil der Welt das Zentrum bilden wird. Dann? müßte sie die Erde verlassen und anderswo geballt und konstitutiv werden?

    viel für und wider
  • 15.07.09, 10:39
    aerolith

    reiche Römer

    Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, daß manche Römer nach den Punischen Kriegen mit ca. 300 Millionen Sesterzen (ca. 2,3 Mrd.€) ca. 2000 mal reicher wurden, als der reichste Grieche des klassischen Athen, Diphilos, jemals gewesen war, der 160 Talente besessen haben soll (ca. 1,2 Millionen €). Kehrt man das auf die gewachsenen Duchschnittsverdienste zwischen dem 5. und 1. Jahrhundert vor Christus, so besaß Diphilos ca. 1,5 Millionen Tageslöhne zu seiner Zeit, die reichsten Römer dagegen etwa 100 Millionen Tageslöhne, was die reichsten Römer gegenüber Diphilos immer noch ca. 70 mal reicher machte. - Heute gibt es Privatvermögen von 40 Milliarden €, was in etwa 400 Millionen Tageslöhnen entspricht.

    passend dazu ein lied
  • 17.05.09, 17:20
    aerolith

    brutale Römer

    Ein Professor namens Heather am king's college zu London behauptete in der Sonderausgabe des SPIEGELs zum Untergang Roms (S.23), daß die Römer in ihrer Machtausübung brutaler gewesen seien als die Russen nach dem zweiten Weltkrieg in den von ihnen eroberten Gebieten. Er begründet das damit, daß die Römer keinen weltpolitischen Gegner besessen hätten wie die Russen in den Amerikanern.

    Das nenne ich eine haarsträubende Interpolation. Abgesehen davon kann ich mir römische Internierungslager für politisch Andersdenkende kaum vorstellen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die Römer, die Interesse an der wirtschaftlichen Ausbeutung der eroberten Gebiete hatten, neue Maßstäbe hinsichtlich der Unterdrückung gesetzt haben. Die Russen hingegen besaßen zu dem wirtschaftlichen Interesse vor allem eines hinsichtlich der Rache und der politischen Machtausübung. Korrektive wie Gesetzbücher waren den Römern da schon eher bekannt, zumal sie den Bewohnern ihrer eroberten Gebiete auch Bürgerrechte zuerkannten, peu a peu, während die Russen so etwas nicht ins Auge faßten, sondern eher eine Nivellierung ebstehender Gesetze durchsetzten.

    Wie gesagt, das widerstrebt meiner Vorstellung; allerdings ist das nur ein Gefühl. Brutalität ist kaum meßbar, bleibt subjektive Wahrnehmung.
  • 04.05.09, 10:33
    aerolith

    Erde gedreht

    Wer sagt uns eigentlich, daß wir die Welt so betrachten sollen, wie es unser europazentrierter Blick befiehlt? Es spricht nichts dagegen, die Welt andersherum zu beschauen: Australien ist dann nicht mehr down under, Neuseeland keine Insel der südlichen Hemisphäre, Südamerika wird zu einem Koloß des Nordens.

    Unsere Erdkugel kann, gerade weil sie eine Kugel ist, auch andersherum betrachtet werden. Kopfüber!
    oder auch so
  • 10.10.08, 21:10
    ala

    entursachung

    die blätter färben sich nicht im herbst bunt, sondern sie entfärben sich in ihre bunten ursprungsfarben, weil sie die chlorophyll-poduktion einstellen. da könnte ein naseweis fragen, was das mit weltgeschichte zu tun hat?

    eben.
    alles.

    wir - oder bescheidener: die geschichtsbetrachtung - gehen nie davon aus, daß sich etwas in seinen urzustand zurückversetzt, ins sine qua sic. wir nehmen immer weiterführende ursachen an.
  • 17.07.08, 19:17
    aerolith

    Maria-Antonia von Habsburg

    Die oftmals beklagte Hinrichtung des französischen Königs und seiner frouwe, Maria-Antonia von Habsburg, sintemalen Königin von Frankreich, war rechtens und bedarf keiner (späten) Entschuldigung durch Frankreich. Das ist in vielerlei Hinsicht Unfug:


    1. war Maria-Antonia französische Königin, somit Französin geworden;
    2. wenn, dann müßte die Entschuldigung bei allen Deutschen erfolgen, denn den aus dem Reichsverband ausgeschiedenen Teilstaat Österreich gab es 1793 noch nicht;
    3. hatte die französische Königin nach den Verfassungsänderungen vom August 1792 (eigentlich schon nach der Annahme der ersten Verfassung von 1791) keine absolutistische Macht mehr, die ihr das Recht gegeben hätte, den Staat als Eigentum zu betrachten, mithin überhaupt nicht in der Lage zu sein, staatsverräterisch handeln zu können und
    4. handelte die Königin durch ihre Konspiration mit den Feinden des französischen Staats staatsverräterisch, worauf die Todesstrafe stand. Sie war sich dieses Vergehens auch bewußt.



    Nach 215 Jahren für Hinrichtung entschuldigt

    Besser spät als nie, hat sich offenbar der französische Außenminister Bernard Kouchner gedacht: In Wien entschuldigte er sich für die Hinrichtung der gebürtigen Österreicherin Marie-Antoinette vor 215 Jahren. Die Gemahlin König Ludwigs XVI. hat bei der Französischen Revolution ihren Kopf verloren.
    [..]
    Es tut mir leid", sagte Kouchner. Er bedaure den Tod der Österreicherin. Aber damals sei eben die Zeit der französischen Revolution gewesen.




    Und nach dem Tod der Gemahlin Ludwigs XVI. habe sich schließlich ganz Europa von dieser Revolution inspirieren lassen", sagte der Außenminister. Marie-Antoinette war am 16. Oktober 1793 auf der Guillotine hingerichtet worden.



  • 28.05.08, 17:42
    aerolith

    Kanonen der Moritzburg

    In Halle (Saale) sind (!) die Kanonen der Moritzburg, wo der Abgesandte des dort verhaßten magdeburger Erzbischofs saß, gegen die Stadt gerichtet.

    Ich glaube, wir überschätzen nationale Befindlichkeit ganz gewaltig. Die Deutschen hat so etwas nicht interessiert, da gab es bloß Stände. Ich glaube auch nicht, daß sich in Reval die Deutschen gegen die Slawen irgendwie verbündeten. Reiche gegen Arme, Dumme gegen Dämliche, Rotbemalte gegen Gr?übetupfte... ja, aber nationale Gegensätze gibt es erst seit Napoleon. Bis dahin hat das im Reich keinen interessiert, welche Nationalität einer hatte.
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