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Thema: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

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  • 21.08.19, 19:57
    resurrector

    AW: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    viel viel später in einem Lande fern vor unserer Zeit...

    Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich heute kein Lob für den SPIEGEL mehr äußern möchte. Man müßte mich zwingen - mit Geld beispielsweise.
  • 08.11.02, 13:04
    Florian

    AW: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    Würdigung der Publizisten? Erste Richtigstellung: Unseld ist DER klassische Verleger, Verlagsleiter was auch immer Publizist trifft eher den Herrn Augstein.
    Zur ersten Orientierung ein Bild des grossen Helden, eine weitere Vertextung erfolgt später.
  • 08.11.02, 12:35
    rodbertus

    AW: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    Unseld kann ich nicht würdigen. Zu dem habe ich keine Beziehung. Florian aber, denke ich. Oder andere. Dieser Ordner soll die beiden würdigen, nicht nur mein Text.


    In Deinem Text, Griffon, habe ich auch keine Würdigung des Herrn Unseld finden können. Zufall?
  • 08.11.02, 11:11
    Griffon

    AW: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    Und wo bleibt die Würdigung Unselds - oder habe ich was überlesen???


    Nu - diese Würdigung kam ja zur rechten Zeit - jetzt ist es ein Anruf ...
  • 07.11.02, 18:12
    kls

    AW: Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    Ich kann ja nicht so schön schreiben, aber Augstein war schon ein eigenes Kaliber. Überhaupt verklärt mir eine nostalgisch-idealisierende Erinnerung die Meinung, das damals wesentlich integere, souveränere Menschen am Werkeln waren, als in den letzten 20 - 30 Jahren.
  • 07.11.02, 16:33
    aerolith

    Würdigung der Publizisten Augstein und Unseld

    Ich kann mich noch erinnern, wie ich seinerzeit vor nunmehr beinahe zwanzig Jahren den ersten SPIEGEL (Schmuggelware in der DDR) in den Händen hielt. Ich las und las und las und staunte und erschrak gleichermaßen. Da redete einer mit seinem ganzen Herzen und er nahm kein Blatt vor den Mund. Darf der das? fragte ich mich.
    Ich war so erzogen worden, eben immer das zu sagen, was ich dachte. Allerdings sollte ich nicht immer sagen, was ich dachte.
    Und der Herr aus dem damals sehr fernen Hamburg, der sagte wöchentlich, was er dachte. Und er trat damit vielen auf die Füße. In der DDR sowieso, aber auch in der BRD. Ich konnte es beim Lesen des ersten SPIEGELs förmlich spüren, wie sich einer fühlen mußte, dem man gerade auf die Füße getreten hatte.
    Fortan war ich Staatsfeind. Und ich bin es wohl heute noch.
    Das habe ich ihm zu verdanken. Es ist viel. Jeder, der mit dem Wort arbeitet, weiß, daß es die Reinheit desselben immer zu erhalten gilt, eben auch gegen die Widerstände der Minderbemittelten, der Fälscher und der Ideologen. Koste es, was es wolle! Denn die Reinheit des Wortes liegt nicht offen dar. Sie ist verhüllt, der Kern ist Freiheit. Freiheit aber muß errungen und behauptet sein, immer wieder neu. Das ist Humanismus. Und das war die Botschaft Augsteins. In jeder seiner von ihm angeführten letzten Debatten, die ich noch verfolgte - wohl les ich nicht mehr den SPIEGEL, doch nicht Augsteins wegen -, nahm er die Denkschablonen dieser Republik mit zum Prüfstand und stellte jedes Mal fest, daß sie eben nur Schablonen waren, die nicht mehr paßten.
    Vielleicht war das auch die Grenze seiner Tätigkeit: ein Journalist kann die Makel nur nennen und zeigen, beheben kann er sie nicht, nicht einmal, wenn er es selbst wollte. Und darin liegt wohl auch Augsteins Grenze: über das Stadium des Anzeigens ist er nie hinausgekommen, auch in seinen Büchern nicht, die wegen mangelnder Verdichtung den Leser recht schnell ermüden.

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