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Thema: Philosophie leben - ein Versuch

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 24.02.18, 10:54
    resurrector

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    einen in dramaturgischer, syntaktischer und textkohärenter Hinsicht schlechten Text kann auch der beste Lektor nicht retten; sagte ich eingangs

    qed
  • 02.10.14, 14:56
    aerolith

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    wer philosophie leben will, der greift in politische verhältnisse ein, auch für eine streng auf sich genommene lebensführung. politische philosophie dünkt mich eine c.i.a., aber gut, folgen wir den fundamentalontologen lübbe/heidegger und leben sie, also bilden ein jetzt ab. philosophie leben bedeutet dann die durchdringung des tagespolitischen mit ewigen prinzipien. das durchzuhalten, scheint mir nur auf einen elitären kreis beschränkt.
  • 06.04.14, 11:33
    aerolith

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    marx kann kein philosoph gewesen sein. er war politiker und soziologe, wahrscheinlich sogar in dieser reihenfolge. camus öffnete mir die augen, denn ich muß ihm zustimmen: die ablösung der herrschaft durch das revolutionäre proletariat ändert nichts an der organisation und der herrschaftsausübung, also der verwaltungsmechanismen und damit nichts an der unterdrückung des menschen. es gibt keine böse (kapitalisten) und keine gute (marxistische bürokraten) verwaltung, denn beide sind machtinstrumente, die die freiheit des menschen behindern, aus welchen (guten) gründen auch immer.
    wer (frei) als philosoph leben will, der kann nur versuchen, sich diesen mechanismen der machtausübung zu entziehen.
  • 03.01.12, 17:42
    Sonnenschein

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Das Deutschland damals so sehr auf Frankreich geschaut hat, glaub ich weniger. eigentlich hielt man die franzosen bis nach dem zweiten weltkrieg immer für die "schwachen".
    Wo aber frankreich "inspirierend" war, ist dass er der dortige König als erstes abgesetzt wird (so um 1850). Was die Franzosen ihm nachhinein machen, wohl eher bewusst als Bewusst ist es das sie die Amerikaner in gewissen Sinne zum König machen. - Einfach weil sonst ein "starker Mann" fehlt. Und die Könige sind stark wenn sie gut waren, später aber dann nicht mehr...


    Und es scheint so als würden wir rein demokratischen Staaten es den Franzosen nachmachen... Hm?


    Bengel
  • 03.01.12, 10:30
    aerolith

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    als die franzosen um 1792/3 begannen, andersdenkende im namen des fortschritts zu töten, setzte bei den deutschen ein umdenkprozeß ein, der u.a. dazu führte, die deutsche geistesentwicklung von der westeuropäischen abzukoppeln. bis dato sah man von deutschland aus nach westen, um sich zu orientieren. positiv betrachtet. entweder äffte man nach (august der starke! u.a.) oder man folget in sprache, manieren, denken dem, was aus frankreich seinen weg ins reich fand. nach 1790 war das vorbei und sollte sich erst wieder nach dem zweiten WK einstellen.
    die abkehr erfolgte, nachdem die deutschen erkannt hatten, daß sie in ihrem denken und ihrer politischen reife bzw. verantwortung den franzosen (und briten) in nichts nachstanden. das politische konzept des aufgeklärten monarchen (absolutismus) schien fortan allen unseren großen denkern mehr oder weniger fortschrittlicher zu sein als das demokratischer oder zentralistischer (egal ob mit einem repräsentativen königtum oder einem pulk an verantwortlichen) lesart. zudem wurden radikalformen fürs ich entwickelt, die es bis dahin noch nicht gegeben hatte. diese radikalformen (im denken) setzten die welthaftigkeit des ich (weltanschauung!) und ließen bei den deutschen zahlreiche dichter und denker vor die aufgabe treten, eine welt zu entwerfen, die sich im kleinen politischen gewirke deutscher vielstaaterei wohl könnte durchsetzen lassen.

    ich kann in diesem systematisieren der welt nichts schlechtes sehen. es ist mir allemal lieber als das imperiale geprahle des wildgewordenen paria-kapitalismus, wie er zuerst in england und frankreich, dann in nordamerika und schließlich auch bei uns einzug hielt.
  • 18.06.07, 19:57
    aerolith

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    erstellt bei philozicke: Ich kann mit meinen aus Erkenntnis gewonnen Handlungen allenfalls einen Ansto? setzen. Aber sollte aus meinem Anstoß heraus Jemand handeln, dann liegt die Entscheidung dazu bei ihm.
    damit unterschätzt du die wirkung, die von menschlicher kommunikation ausgeht. jede bemerkung wird vom gegenüber gewogen und bewertet, ob er es nun will oder nicht. dies allein macht uns menschen, wie aristoteles schon erkannte, zu menschen, die gesellschaftswesen sind, zu zoon politikon. es geht mit dieser gegenseitigen manipulation sogar so weit, daß manch ein dummkopf die menschliche willensfreiheit leugnet. so weit kann nicht gegangen werden, aber wir sind zu einem großteil manipulativ und manipuliert. wenn ich dir also die sache mit den körbchen erzähle, so funktionalisiere ich deine wahrnehmung, denn dieses bild ist suggestiv. suggestion ist vieles, aber nicht alles. es hängt hier auch nicht daran, ob dui dich diesem bild fortan aussetzt, sondern du kannst gar nicht anders. aber damit ist noch gar nichts erreicht. erreicht ist erst etwas für uns manipulatoren, wenn wir unsere mitmenschen zu handlungen bringen können, die uns etwas nutzen.
    das hast du gemeint, sagst du?
    das ist ja auch noch nicht alles: ist der gedanke einmal herausgelassen aus dem tiefsten unserer seele, so arbeitet er fort, ein regressus. unabänderlich!
    setz deine phantasie ein! was bedeutet das?
  • 21.05.02, 23:45
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    @Griffon... spät aber sie kommt


    *****
    P:
    Aber eben genau diese Entwicklung zur Konsum, Leistungs- und Erwartungsgesellschaft, will das doch verhindern. Sie will die Einzeln doch weg vom Ich und hin zur Masse ziehen. Sie suggeriert uns doch täglich durch die Medien, wie wir zu sein haben um Erfolgreich zu sein, wie wir aussehen müssen um schön zu sein. Was wir haben müssen, um etwas zu darzustellen! Und was hat unser ICH davon?


    G:
    Das sehe ich - ehrlich gesagt - genau anders herum. Sicher suggeriert die Werbung ein Idealbild. Aber ist es nicht eher so, da? wir uns alle anstrengen müssen einen gewissen Individualismus ans Tageslicht zu bringen, um uns von der Masse abzuheben? Auf unseren Schreibtischen landen täglich hunderte von Bewerbungsschreiben - 80% sehen sich ganz ähnlich, weil die Urheber sich an irgendwelche Vorgaben schlauer Bücher halten. Aber es sind die anderen 20%, die individuell gestalteten, die ins Auge fallen und damit den Weg in die engere Wahl finden.
    Schau Dir die Jugend heutzutage an - natürlich huldigt auch sie einem gewissen Uniformismus - aber jeder einzelne versucht aufzufallen, ins Auge zu stechen, durch Piercings, Tattoos, verrückte Frisuren, Kleidung. Wer nicht auffällt, bleibt auf der Strecke. Wer nicht laut wird, bleibt ungehört.
    Wer kommt ins Fernsehen? Die Familie mit drei Kindern, die Sonntags den Spaziergang im Park pflegt sicher nicht. Nein - es sind die schrillen Typen, die Extremisten, die - ja - Egoisten.


    >>>Ja, Griffon! Aber es ist nicht die Masse. Es gibt immer nur einige Wenige, die ihren Weg auf diese Art und Weise machen. Damit unsere Gesellschaft sie darstellen kann. Und diese Schrillen... wie werden sie denn dargestellt? Als gute, glückliche Menschen? Nee, nee. Doch mehr als abschreckende Beispiele.


    ******
    P: Es gibt viele ängstliche Menschen, die sich Minderwertig vorkommen, nur weil sie eine gewissen Norm nicht erfüllen, die sich arm vorkommen, nur weil sie nicht mit ihrem Nachbar mithalten können.


    G:
    Sicher - aber sind sie nicht selbst schuld? Wer verhindert denn, da? auch sie "Erfolg" im Leben haben - wenn nicht sie selbst? Und weiter: bemerkst Du, daß ich Erfolg in Anführungszeichen geschrieben habe? Warum sind diese Menschen nicht mit ihrem Leben zufrieden? Warum sind sie nicht zufrieden, so wie sie sind? Auch das wäre ja eine gewisse Form des Individualismus. Aber nein -fangen an sich am Nachbarn zu messen. Wozu? Was kümmert mich der Ferrari meines Nachbarn? Ich kann mir keinen leisten - aber mein BMW reicht mir auch. Deshalb muß ich mich nacht minderwertig fühlen. Für mich ist auch der BMW ein Erfolg. Ich bin zufrieden damit.


    >>>Nun warum wohl.... sie möchten einfach dazu gehören! Und das Beispiel mit dem Ferrari und dem BMW nehme ich jetzt einfach nicht so ernst...


    ******
    P:
    Wieviel Beziehungen scheitern jeden Tag, weil die Enttäuschung zu groß wird, weil der Partner der Erwartung nicht standhält und sich erlaubt, ein Stück er selbst zu bleiben in diesem Getriebe.


    G:
    Meine langjährige Beziehung ist letztendlich auch daran gescheitert. Aber anders. Ich habe mich 15 Jahre lang an meine Partnerin angepaßt und mein eigenes Ego ihren Bedürfnissen untergeordnet. Dann konnte ich das nicht mehr. Es hat mich 5 Jahre gekostet mein eigenes Ego wieder auszugraben. Dann kam ich zu dem Schluß, daß eine Beziehung mit einer Frau, die mit meinem Ego nicht zurecht kommt, keine Zukunft hat. Soll sie sich ihren Traummann backen - ich bin es (offenbar) nicht. Heute lasse ich mich nicht mehr formen. Ich sage, was ich denke und tue, was ich für richtig halte. Das ist meine ganz persönliche Form des Egoismus. Meine jetzige Partnerin liebt mich, wie ich bin. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich möchte keine Partnerin, die sich verbiegt und möchte mich auch niemals mehr verbiegen müssen. Dabei vergesse ich natürlich nicht, daß eine Partnerschaft natürlich auch eine gewisse Kompromißbereitschaft erfordert. Aber alles hat seine Grenzen.


    >>>Puh.... eine Übereinstimmung


    ******
    P:
    Wie viele trauen sich nicht, sie selbst zu sein, weil sie Angst haben aus der Norm
    zufallen, Außenseiter zu werden??? Von diesen Menschen gibt es wahre Massen. Sie begegnen mir überall! In der Firma, im Freundeskreis, unter Nachbarn und viele, viele, viele füllen täglich die Praxen von hunderten von Psychologen und Therapeuten, weil sie einfach mit sich und der Welt nicht mehr klar kommen.


    G:
    Sorry - aber diese Menschen tun mir überhaupt nicht leid. Was sind das für Kreaturen, die meinen immer so wie jemand anders sein zu müssen? DAS sind wirklich Massen-Menschen. Nein - soolen sie doch tatsächlich sie selbst sein und glücklich damit. Niemand hindert sie daran - außer ihre eigene Unzulänglichkeit.


    >>>Griffon, können das nicht auch einfach die Lebensumstände sein in denen sie hineingeboren wurden, in denen sie aufgewachsen sind? Das Wort Unzulänglichkeit ist mir hier zu einfach!


    *****
    P:
    Das sehe ich nix mit Ego, da sehe ich jede Menge Ängste, Lebensängste! Ich empfinde das nicht als Kultivierung und Optimierung des Egos, sondern schlicht und einfach als Massensuggestion der Ängste!


    G:
    Erster Satz: richtig! Ich sehe da auch kein Ego - nur Selbstmitleid.
    Zweiter Satz: falsch. Es ist die Selbst-Suggestion, die sie unglücklich macht. Warum machen sie sich nicht frei von äußeren Zwängen? Niemand zwingt sie auf die Medien zu hören. Daß die Werbung verkaufen will, ist doch logisch - und legitim. Wer darauf reinfällt, ist selbst schuld. Das kann man nicht der Werbung anlasten. Nein - wer meint irgendwelchen Normen nicht gerecht werden zu können, nicht mit seiner kleinen Welt zufrieden ist und dann die Schuld für seine armselige(?) Existenz bei anderen sucht, lügt sich in die Tasche. So wie der Student, der zum dritten Mal durch die Prüfung gerasselt ist, die Schuld für sein eigenes Versagen bei den Eltern oder früheren Lehrern sucht. Jeder hat die Macht und die Freiheit im Rahmen seines Umfeldes seinen eigenen Weg zu gehen.


    >>>Selbstsuggestion? Nein! Eine persönliche Frage: Warum bist Du mit Deinem BMW zufrieden?


    *****
    P:
    Suche in Dir und sei Du selbst! Das wollte ich ausdrücken. Gegen einen gesunden Egoismus habe ich überhaupt nichts einzuwenden, wenn er ehrlich ist.


    G:
    Genau - suche in Dir selbst und sei Du selbst. Aber wenn Du fremden Idealen hinterherheischst und dabei scheiterst, dann schiebe nicht die Schuld auf die böse böse Gesellschaft!


    >>>Schuld - Unschuld wieder diese Worte. Für mich spielt hier einfach vieles Zusammen, Das persönliche Umfeld, die Gesellschaft und die ganz individuelle Persönlichkeit!


    *****
    G:
    So weit sind wir gar nicht auseinander - nur bei der Ursachenforschung stehen wir auf verschiedenen Seiten, scheint mir


    >>>Ja, Griffon und Nein.
    Ich versuche die Dinge von allen Seiten zu betrachten. Deine Aussagen, meine Aussagen und Weitere können zu diesem Thema bestimmt noch ganz andere Aussagen treffen. Und alles zusammen gibt ein Ganzes! Niemand liegt ganz richtig und niemand ganz falsch.


    Philo
  • 21.05.02, 15:47
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Ja Robert! Du hast es geschafft...

    Ich verbringe die nächste Woche an die Nordsee. Dort werden mir viele Frauen mit entsprechenden Fahrradkörbchen begegnen. Nein.... nicht Marx oder Lenin... jedes dieser Körbchen erinnert mich an Dich!

    Aber bist Du deshalb jetzt schuldig? Nein! Denn ob es bei mir nur ein Gedanke bleibt, oder ob ich mir jetzt selbst jemanden zulege, den ich in meinem eigenen Fahrradkörbchen spazieren fahre, diese Entscheidung liegt bei mir!

    Ich kann mit meinen aus Erkenntnis gewonnen Handlungen allenfalls einen Anstoß setzen. Aber sollte aus meinem Anstoß heraus Jemand handeln, dann liegt die Entscheidung dazu bei ihm.

    Und ist es nicht völlig egal, ob ich aus Erkenntnis heraus etwas herauslasse, oder ganz einfach so? Alles was ich herauslasse wird im Äußerem auf irgend eine Art und Weise Wirkung zeigen. Ist der besser Weg dann nicht der, der Erkenntnis?

    Und Robert, ich bin ganz Deiner Meinung, das Erkenntnis die Handlung selbstverständlich beeinflußt, sonst wäre es keine Erkenntnis. Aber das Erkenntnis schuldig macht.... Nein! Oder bist Du der Meinung, der Mensch ist schon deshalb schuldig weil er denkt? Bitte erkläre mir doch diese, Deine Erkenntnis genauer.

    Philo
  • 17.05.02, 10:04
    rodbertus

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    PZ, voller Erkenntnisstolz darf ich berichten, daß Du auf dem Wege zum Unglück ein Stück weiter gekommen bist. DENN allerdings bedeutet Denken und Nachdenken, daß Du anders handelst als zuvor, daß Denken und Erkennen schuldig machen. In Deiner Brust mag Deine Tat noch Dein sein, Dein Wort, Deine Erkenntnis, doch einmal herausgelassen, wird sie zum Opferball jener tückischen Mächte, über die Du keine Macht besitzt. Wann aber wirst Du eine Tat tun? Immer doch dann, wenn Du es Dir gut überlegtest!
    Begriffe wie FALSCH und SCHULD sind Denknotwendigkeiten. Sie strukturieren Dein Denken und Dein Handeln. Basta. Ob Du das nun willst oder nicht ist ganz nebensächlich, bestenfalls kann es Begleitumstände modeln, niemals aber vollends aushebeln.

    Wehr Dich ruhig noch ein bißchen, spätestens an dem Tage, an dem Du eine Frau mit einem Körbchen an Dir vorüberfahren siehst, wirst Du Dich meiner erinnern, dieses Brechts und Lenins, die da mitfahren...
  • 17.05.02, 08:06
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Nun Robert, wenn Handeln durch Kenntnis an Unschuldigkeit verliert hieße das ja im Umkehrschluß das alle Kenntnis in irgend einem, wenn auch so kleinem Sinne schuldig machte...


    Ich mag diese Begriffe nicht
    schuldig - unschuldig,
    falsch - richtig,
    Unwahrheit - Wahrheit...


    es kommt immer darauf an, von welcher Seite aus man die Dinge betrachtet.


    Und, ich fahre niemanden im Fahrradkörbchen durch die Gegend. Auch wenn ich eine Frau im mittleren Alters bin
  • 13.04.02, 13:57
    aerolith

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Du verkennst die Wirksamkeit des Unbewußten. Einmal aus dem bittren Topf der Wahrheiten geschleckt und das Leben ändert sich, ob man's will oder nicht.
    Ich will Dir ein Beispiel nennen über die Wirksamkeit von Wahrheiten und Beobachtungen mitteilen, PZ! Es gibt da diese Fahrradkörbchen, die zumeist hinter dem Fahrradsitz befestigt sind. Mein Vater erzählte mir einmal von einer seiner Patientinnen, die glaubte, dort säße Brecht neben Lenin und Marx und trieben sie zu Höchstleistungen an. Nun, das war zu DDR-Zeiten. Die Wirksamkeit dieses Tatbestandes ist nicht mehr so akut, allerdings möchte ich glauben, sagen zu können, daß ich bei jedem Fahrradkörbchen, vor dem sich eine Frau abstrampelt, daran denken muß, daß sie nun Marx und Lenin und Brecht durch die Weltgeschichte schippert.


    Machen wir den Test bei Dir. Stell Dich vor ein nämliches Fahrrad und stell Dir das vor. Und dann beobachte Dich, ob Du fortan so empfindest, nicht immer, aber recht oft, daß Frauen in mittlerem Alter dazu neigen, Persönlichkeiten mit sich herumzufahren.


    Und dieses Beispiel beweist nur die Authentizität von psychologischen Vorgängen; jetzt stell Dir vor, was in Deinem Nichtwahrnehmbaren los ist, wenn Du Dich einmal zu den Blumen hinabbeugtest, um aus ihrem Kelch zu naschen, wenn Du also Erkenntnis getrunken?


    Deine Frage, ob einer Theorie auch Praxis folgt, ist hinfällig. Immer. Vielleicht anders, als man denkt, auch will, aber Handeln verliert an Unschuldigkeit durch Kenntnis.
  • 07.04.02, 13:52
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Nun Robert...


    die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters und was ich von der Wahrheit halte, schrieb ich ja bereits einen Beitrag vorher!


    Zitat Robert: "Und wenn Du ein der Philosophie gemäßes Leben als schön empfindest..."


    Nein, ich empfinde es nicht immer schön, das Leben gemäß der Philosophie! Es ist oft schmerzhaft und auch erschrenkend! Aber, es ist dennoch der einzige Weg sich selbst zu finden. Denn nur in Schmerz und Leid fängt man an sich zu hinterfragen.
    Philosophie leben ist Echtheit und innere Wahrheit, meine halt. Die kann für jemanden anderes ganz anders aussehen. Und das bedeutet, mich selbst zu finden, immer ein Stückchen mehr. Nach aussen hin die Toleranz zu besitzen, es auch jedem anderem zuzugestehen. Philosophie leben bedeutet, mich eben nicht auf irgendwas festzulegen oder einzuschießen, sondern offen zu bleiben für neue Erkenntnisse, neugierig die Welt zu betrachten und mich dabei nie selbst zu verleugnen.


    Geschafft habe ich das bis jetzt noch nicht, und ob ich es je schaffen werden? Keine Ahnung! Aber ich bin auf dem Weg.


    Zitat Robert: "Verwechselst Du vielleicht Ethik (als Teilbereich der Philosophie) mit Philosophie (was ja Erkenntnistheorie und Logik gleichermaßen einschließt)?"


    Robert, ohne Erkenntnis geht es nicht und die Logik braucht man, um es umzusetzen. Aber was nützt den großen Philosophen ihre ganze Schreibe, was nutzt die Diskusion über diesen geschriebenen Wörter und wie sie vielleicht gemeint gewesen sein können, was nutzen das alles, wenn wir es nicht in Handlung umsetzen?
  • 07.04.02, 12:37
    rodbertus

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    PZ, so geht das doch nicht. Ich will Dir ja keinen Zahn ziehen - hüte Dich vor Menschen, die mit der Zange an Dich herantreten und das nämliche behaupten -, aber Du solltest doch ein bißchen eingrenzen. Verwechselst Du vielleicht Ethik (als Teilbereich der Philosophie) mit Philosophie (was ja Erkenntnistheorie und Logik gleichermaßen einschließt)? Und wenn Du ein der Philosophie gemäßes Leben als schön empfindest, ist dann der Drang zur Erkenntnis gemeint, der sich über Dinge wie WAHR und UNWAHR gleichermaßen hinwegsetzt wie über Schönes und Häßliches?
  • 04.04.02, 05:28
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    @Robert

    In Langenscheidts Lexikon wird der Begriff Philosophie wie folgt definiert:

    "Wissenschaft der Erkenntnislehre, wiss. Weltanschauung, Denkrichtung, Lebenseinstellung, Weltanschauung, Art und Weise des Angehens oder des Lösens eines Problems; Einstellung"

    Was mich an den Philosophen reizt? Alles! Ich lese mich durch die philosophische Weltgeschichte. Angefangen bei den Veden, über die alten Griechen bis hin in die Neuzeit. Wahrheitssuche und die daraus folgenden Erkenntnisse. Ich lege mich nicht fest. Mir liegt Platon und ich liebe Nietzsche (weil er mit dem Herzen schreibt) und Montagnie (wegen seiner Toleranz). Müßte ich aus irgend einem Grunde eine Religion wählen, wäre es der Hinduismus. Aber das war nur ein kleiner Auszug!

    Was ich unter Philosophie leben verstehe ist, nach der Erkenntnis auch zu handeln. Eine wichtige Erkenntnis drücke ich mit den Worten Charlie Chaplins aus: "Die Wahrheit ist nie so "oder" so. Meistens ist sie so "und" so. Und meine abgeleitete Handlung... Differenzierte Sichtweise und die sich daraus ergebende Toleranz.

    Zitat Robert:

    "Das ist ganz schön plakativ. Die Palette der Philosophen reicht von Müller bis Schmidt. Du müßtest Deine Wahrnehmungen schon einschränken."

    Und eben genau das will und werde ich nicht... Meine Wahrnehmungen einschränken! Was nicht heißen soll, daß ich nicht bereit bin mich auf einen bestimmtes Thema einzulassen. Themen ergeben sich oder werden angestoßen.

    @Griffon und Robert

    Zur Zeit verfüge ich leider über so gut wie keine Zeit! Befinde mich mitten in einer Großrenovierungsaktion. Deshalb auch nur wenige Beiträge von mir. Ich lebe halt im Chaos, aber aus Chaos entsteht Ordnung.
    Deshalb Griffon, komme ich auf Deinen letzten Beitrag in diesem Ordner noch zurück, sobald es mir wieder möglich ist.
  • 03.04.02, 21:45
    rodbertus

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    erstellt von PZ: Für mich bedeutet Philosophie nicht nur das Lesen großer Denker und die Diskusionen darüber. Ich möchte sie auch versuchen zu leben
    Das ist ganz schön plakativ. Die Palette der Philosophen reicht von Müller bis Schmidt. Du müßtest Deine Wahrnehmungen schon einschränken. Was reizt Dich an einem Philosophen? Ist es Bodenständigkeit oder Weltflucht, steht Angepaßtheit (Man muß seine Pflicht dort erfüllen, wo Gott hinstellte!) oder nominalistische Gleichmütigkeit (Ich denke, also sag ich's.) im Vordergrund.
  • 02.04.02, 15:27
    Griffon

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Hi Philozicke,

    P: ich hoffe sie ist gut, Deine Deckung

    Nun - bei dieser Antwort brauche ich sie nicht

    P: Hast Du vielleicht meinen Text ein wenig schlampig gelesen???

    Das will ich nicht kategorisch ausschließen ...

    P: Aber eben geben genau diese Entwicklung zur Konsum, Leistungs- und Erwartungsgesellschaft, will das doch verhindern. Sie will die Einzeln doch weg vom Ich und hin zur Masse ziehen. Sie suggeriert uns doch täglich durch die Medien, wie wir zu sein haben um Erfolgreich zu sein, wie wir aussehen müssen um schön zu sein. Was wir haben müssen, um etwas zu darzustellen! Und was hat unser ICH davon?

    Das sehe ich - ehrlich gesagt - genau anders herum. Sicher suggeriert die Werbung ein Idealbild. Aber ist es nicht eher so, daß wir uns alle anstrengen müssen einen gewissen Individualismus ans Tageslicht zu bringen, um uns von der Masse abzuheben? Auf unseren Schreibtischen landen täglich hunderte von Bewerbungsschreiben - 80% sehen sich ganz ähnlich, weil die Urheber sich an irgendwelche Vorgaben schlauer Bücher halten. Aber es sind die anderen 20%, die individuell gestalteten, die ins Auge fallen und damit den Weg in die engere Wahl finden.
    Schau Dir die Jugend heutzutage an - natürlich huldigt auch sie einem gewissen Uniformismus - aber jeder einzelne versucht aufzufallen, ins Auge zu stechen, durch Piercings, Tattoos, verrückte Frisuren, Kleidung. Wer nicht auffällt, bleibt auf der Strecke. Wer nicht laut wird, bleibt ungehört.
    Wer kommt ins Fernsehen? Die Familie mit drei Kindern, die Sonntags den Spaziergang im Park pflegt sicher nicht. Nein - es sind die schrillen Typen, die Extremisten, die - ja - Egoisten.

    P: Es gibt viele ängstliche Menschen, die sich Minderwertig vorkommen, nur weil sie eine gewissen Norm nicht erfüllen, die sich arm vorkommen, nur weil sie nicht mit ihrem Nachbar mithalten können.

    Sicher - aber sind sie nicht selbst schuld? Wer verhindert denn, daß auch sie "Erfolg" im Leben haben - wenn nicht sie selbst? Und weiter: bemerkst Du, daß ich Erfolg in Anführungszeichen geschrieben habe? Warum sind diese Menschen nicht mit ihrem Leben zufrieden? Warum sind sie nicht zufrieden, so wie sie sind? Auch das wäre ja eine gewisse Form des Individualismus. Aber nein - fangen an sich am Nachbarn zu messen. Wozu? Was kümmert mich der Ferrari meines Nachbarn? Ich kann mir keinen leisten - aber mein BMW reicht mir auch. Deshalb muß ich mich nacht minderwertig fühlen. Für mich ist auch der BMW ein Erfolg. Ich bin zufrieden damit.

    P: Wieviel Beziehungen scheitern jeden Tag, weil die Enttäuschung zu groß wird, weil der Partner der Erwartung nicht standhält und sich erlaubt, ein Stück er selbst zu bleiben in diesem Getriebe.

    Meine langjährige Beziehung ist letztendlich auch daran gescheitert. Aber anders. Ich habe mich 15 Jahre lang an meine Partnerin angepaßt und mein eigenes Ego ihren Bedürfnissen untergeordnet. Dann konnte ich das nicht mehr. Es hat mich 5 Jahre gekostet mein eigenes Ego wieder auszugraben. Dann kam ich zu dem Schluß, daß eine Beziehung mit einer Frau, die mit meinem Ego nicht zurecht kommt, keine Zukunft hat. Soll sie sich ihren Traummann backen - ich bin es (offenbar) nicht. Heute lasse ich mich nicht mehr formen. Ich sage, was ich denke und tue, was ich für richtig halte. Das ist meine ganz persönliche Form des Egoismus. Meine jetzige Partnerin liebt mich, wie ich bin. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich möchte keine Partnerin, die sich verbiegt und möchte mich auch niemals mehr verbiegen müssen. Dabei vergesse ich natürlich nicht, daß eine Partnerschaft natürlich auch eine gewisse Kompromißbereitschaft erfordert. Aber alles hat seine Grenzen.

    P: Wie viele trauen sich nicht, sie selbst zu sein, weil sie Angst haben aus der Norm
    zufallen, Außenseiter zu werden??? Von diesen Menschen gibt es wahre Massen. Sie begegnen
    mir überall! In der Firma, im Freundeskreis, unter Nachbarn und viele, viele, viele füllen täglich
    die Praxen von hunderten von Psychologen und Therapeuten, weil sie einfach mit sich und der
    Welt nicht mehr klar kommen.

    Sorry - aber diese Menschen tun mir überhaupt nicht leid. Was sind das für Kreaturen, die meinen immer so wie jemand anders sein zu müssen? DAS sind wirklich Massen-Menschen. Nein - soolen sie doch tatsächlich sie selbst sein und glücklich damit. Niemand hindert sie daran - außer ihre eigene Unzulänglichkeit.

    P: Das sehe ich nix mit Ego, da sehe ich jede Menge Ängste, Lebensängste! Ich empfinde das nicht
    als Kultivierung und Optimierung des Egos, sondern schlicht und einfach als Massensuggestion
    der Ängste!

    Erster Satz: richtig! Ich sehe da auch kein Ego - nur Selbstmitleid.
    Zweiter Satz: falsch. Es ist die Selbst-Suggestion, die sie unglücklich macht. Warum machen sie sich nicht frei von äußeren Zwängen? Niemand zwingt sie auf die Medien zu hören. Daß die Werbung verkaufen will, ist doch logisch - und legitim. Wer darauf reinfällt, ist selbst schuld. Das kann man nicht der Werbung anlasten. Nein - wer meint irgendwelchen Normen nicht gerecht werden zu können, nicht mit seiner kleinen Welt zufrieden ist und dann die Schuld für seine armselige(?) Existenz bei anderen sucht, lügt sich in die Tasche. So wie der Student, der zum dritten Mal durch die Prüfung gerasselt ist, die Schuld für sein eigenes Versagen bei den Eltern oder früheren Lehrern sucht. Jeder hat die Macht und die Freiheit im Rahmen seines Umfeldes seinen eigenen Weg zu gehen.

    P: Suche in Dir und sei Du selbst! Das wollte ich ausdrücken. Gegen einen gesunden Egoismus habe ich überhaupt nichts einzuwenden, wenn er ehrlich ist.

    Genau - suche in Dir selbst und sei Du selbst. Aber wenn Du fremden Idealen hinterherheischst und dabei scheiterst, dann schiebe nicht die Schuld auf die böse böse Gesellschaft!

    So weit sind wir gar nicht auseinander - nur bei der Ursachenforschung stehen wir auf verschiedenen Seiten, scheint mir ...
  • 28.03.02, 17:37
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Griffon........
    ich hoffe sie ist gut, Deine Deckung

    Hast Du vielleicht meinen Text ein wenig schlampig gelesen???
    Denn genau das sage ich doch....

    SEI DU SELBST! Erwache zu Deinem Selbst, suche es in Dir!

    Was heißt denn das Wort EGO übersetzt..... ICH!
    Und egoistisch = selbstsüchtig, ich bezogen


    ...Griffon: Die Entwicklung zur Konsum-, zur Ellbogengesellschaft ist ein ganz logischer Schritt. Der Egoismus des Einzelnen wird einfach kultiviert und dabei optimiert. Er treibt die Menschen voran und damit auch die Menschheit. Wohin die Gleichschaltung des Einzelnen zum Masse-Wesen führt, kennen wir ja....

    Aber eben geben genau diese Entwicklung zur Konsum, Leistungs- und Erwartungsgesellschaft, will das doch verhindern. Sie will die Einzeln doch weg vom Ich und hin zur Masse ziehen. Sie suggeriert uns doch täglich durch die Medien, wie wir zu sein haben um erfolgreich zu sein, wie wir aussehen müssen um schön zu sein. Was wir haben müssen, um etwas zu darzustellen! Und was hat unser ICH davon?
    Es gibt viele ängstliche Menschen, die sich Minderwertig vorkommen, nur weil sie eine gewissen Norm nicht erfüllen, die sich arm vorkommen, nur weil sie nicht mit ihrem Nachbar mithalten können. Wieviel Beziehungen scheitern jeden Tag, weil die Enttäuschung zu groß wird, weil der Partner der Erwartung nicht standhält und sich erlaubt, ein Stück er selbst zu bleiben in diesem Getriebe. Wie viele trauen sich nicht, sie selbst zu sein, weil sie Angst haben aus der Norm zufallen, Außenseiter zu werden??? Von diesen Menschen gibt es wahre Massen. Sie begegnen mir überall! In der Firma, im Freundeskreis, unter Nachbarn und viele, viele, viele füllen täglich die Praxen von hunderten von Psychologen und Therapeuten, weil sie einfach mit sich und der Welt nicht mehr klar kommen.

    Das sehe ich nix mit Ego, da sehe ich jede Menge Ängste, Lebensängste! Ich empfinde das nicht als Kultivierung und Optimierung des Egos, sondern schlicht und einfach als Massensuggestion der Ängste!

    Suche in Dir und sei Du selbst! Das wollte ich ausdrücken. Gegen einen gesunden Egoismus habe ich überhaupt nichts einzuwenden, wenn er ehrlich ist.
  • 28.03.02, 16:44
    rodbertus

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Überleben? Wozu? Um zu genießen? Um zu verdauen? Für Sex?

    Nö, Griffon. Du liegst falsch. Das Leben ist ein Gut, nicht einmal das Höchste. Wie willst Du lieben können, wenn Dir ein riesiges Ego im Wege steht? Wie willst Du bei völliger Selbstverleugnung oder Selbsthaß lieben können? Wie ein Philosoph zu leben bedeutet nicht, sich an eine Lehre zu halten, sondern nur eines: sich beugen können und dies als Selbstwert begreifen.
  • 28.03.02, 16:16
    Griffon

    AW: Philosophie leben - ein Versuch

    Nach meiner Überzeugung ist der Mensch nun einmal Egoist. Klingt blöd - ist aber so. Jeder ist sich selbst der Nächste. Steht schon in der Bibel - wenigstens eine Bibelstelle, der ich zustimmen kann.
    Ich schreibe hier bewußt Egoist - und nicht Egomane. Und ich halte das durchaus nicht für etwas schlechtes. Wer ist schon tatsächlich barmherziger Samariter? Wer opfert sein Leben für andere? Die wenigen, die es laut unseren Geschichtsbüchern getan haben - kennen wir ihre wahren Motive?
    Nein - überlege einfach: welcher Mensch ist für Dich persönlich der wichtigste auf der Welt? Dein Freund? Deine Mutter? Mmmhh? Quatsch: Du selbst bist es! Wie kannst Du anderen gutes tun, wenn Du nicht zuerst an Dein Überleben denkst? Wie kannst Du andere lieben, wenn Du Dich nicht selbst liebst? Das klingt alles vielleicht sehr narzistisch - aber wenn man es ganz nüchtern betrachtet und nicht gleich wieder ins Extreme zieht, dann bekommt es vielleicht Hand und Fuß.


    Die Entwicklung zur Konsum-, zur Ellbogengesellschaft ist ein ganz logischer Schritt. Der Egoismus des Einzelnen wird einfach kultiviert und dabei "optimiert". Er treibt die Menschen voran - und damit auch die Menschheit. Wohin uns die Gleichschaltung des Einzelnen zum Masse-Wesen führt, kennen wir ja. Da braucht man gar nicht erst mit dem Finger nach Osten zu zeigen.


    Ich bin bekennender Egoist. Ich kämpfe um mein Überleben, versuche so zu leben, daß es mir gut geht und wenn ich in den Spiegel schaue, dann bin ich ganz zufrieden mit mir - auch wenn nicht alles perfekt ist. Und dieses bißchen Egoismus macht mich stark, verleiht mir die Fähigkeit zu lieben und für andere ein wichtiger Ansprechpartner zu sein. Was wäre ich ohne Egoismus? Ein Weichei, das anderen nach dem Munde redet.


    So - Provokation beendet - ich geh' schon mal in Deckung
  • 23.03.02, 18:08
    Philozicke

    Philosophie leben

    Für mich bedeutet Philosophie nicht nur das Lesen großer Denker und die Diskussionen darüber. Ich möchte sie auch versuchen zu leben .


    Hier stelle ich Gedanken von mir ein, die mir beim Frühlingserwachen vor zwei Jahren durch den Kopf gingen. Ein Versuch meine Gedanken in lesbarer Form zu bringen...


    Tja, dann trau ich mich einfach mal:


    Es duftet nach Frühling...
    Hagen, im März 2000

    Zitat:
    „Wer nicht auf das Kleine sieht,
    scheitert am Großen.
    Weil der Weise unbefangen
    das Ende im Anfang sieht,
    das Große im Kleinen,
    wird auch
    das Verfänglichste und Schwerste
    ihm leicht.“ (Lao Tse)

    VORWORT

    Frühling....


    Das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf,
    bereit neu zu beginnen, den ewigen Kreislauf
    von Werden und Vergehen fortzusetzen...

    Für uns mit allen Sinnen wahrnehmbar!
    Das Zwitschern und Singen der Vögel in der Morgendämmerung...
    Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut...
    Die Schneeglöckchen und Krokusse,
    die zarten Knospen an Sträuchern und Bäumen...
    Und wahrnehmbar durch Nase und Zunge....
    Ja, es schmeckt und duftet nach Frühling!

    Frühlingsempfinden...


    Ich fühle, ich spüre es,
    das dicke Blut der dunklen Jahreszeit wird geschmeidiger, und beginnt meinen Körper schneller zu durchfließen, breitet sich wohlig über die ganze Fläche aus, gelangt bis in die kleinsten Winkel. Meine steifen Nerven erwachen, räkeln sich um sich im ganzen Körper auszudehnen. Die Starre löst sich, alles wird freier, durchlässiger, offener. Das Dunkle fällt ab vom mir um den Hellem Platz zu machen.
    Ich atme es regelrecht, und nicht nur durch meine Nase und meine Lunge, sondern mit jeder einzelnen meiner Poren. Mich durchdringt dieses Gefühl, dieser Geschmack, dieser Duft.


    Ein Aufleben...


    Aber wieso? Ich lebe doch die ganze Zeit! Was ändert sich?
    Ich bin ein Teil dieser Natur! Sie kann gut ohne mich, aber ich nicht ohne sie! Ich bin auf sie angewiesen. Ohne Luft, ohne Wasser, ohne Licht und ohne Nahrung würde ich nicht existieren. Ich wäre nicht! Das Gesetz der Jahreszeiten trifft auch mich. Mich, diesen einen kleinen winzigen Anteil von allem Leben. Und deshalb ist es so sehr spürbar, dieses Erwachen der Natur im Frühling! Das Helle nach langer Zeit der Dunkelheit, des Kahlen, des Trüben, des farblosen Grau in Grau des Winters. Mit ihren prachtvollen, leuchtenden Herbstfarben, mit der Ernte des aus ihr Wachsendem verabschiedet sich die Natur in den Winterschlaf. In den kleinen Tod Winter, der aber durch sein Erscheinen bereits die Wiedergeburt des Frühlings ankündigt. Vergehen und Werden....
    ein nie endender, ewiger Kreislauf.

    Jahreszeiten....

    Zitat:
    „Biegsam und zart sind Gräser und Bäume,
    wenn sie wachsen,
    fest und hart, wenn sie sterben.
    Daher gehören das Feste und Harte zum Tod,
    Weichheit und Zartheit zum Leben.“ (Lao Tse)

    Klar, kennt jeder!
    Frühling, die Zeit der Erwachens der Natur, das Sprießen neuer Triebe. Blütenpracht und laue Lüfte. Bienen und Pollen, Befruchtung und Bestäubung. Von Mutter Natur so eingerichtet, damit der Baum, der Strauch, die Blume das entwickeln oder hervorbringen kann, worauf die eigene, ganz spezielle Daseinsberechtigung beruht.
    Sommer, die Zeit des Wachstums und der Entwicklung. Der Frühling hat es in Gang gesetzt, jetzt muss es reifen, um das aus sich heraus zu entwickeln, das hervorzubringen, wozu es geschaffen wurde.
    Herbst, jetzt ist die Reife erreicht, die Entwicklung abgeschlossen! Jetzt kann geerntet werden, was durch die Zeit des Entstehens und der Reife hervorgebracht wurde. Es ist vollbracht! Und jetzt?
    Winter, es ist alles getan, was getan werden musste. Ende, aus, vorbei, es bleibt nichts mehr über. Also, Ruhezeit, Ausruhen, Kraft sammeln für das nächste Werden.
    Nur...
    was ist denn mit uns Menschen als Teil der Natur? Wir tragen keine Früchte oder Blüten aus uns hervor. Und als Nahrungsquelle für fleischfressende Tiere erschaffen zu sein, ist bestimmt die falsche Theorie und heute auch kaum noch anwendbar. Auch sind die Tiere nicht wählerisch und begnügen sich meistens mit den kranken oder schwächlichen Teilen ihrer Nahrungsquellen. Ist einfacher! Aber was ist nun mit den Jahreszeiten, mit der Daseinsberechtigung für uns Menschen?


    Jahreszeiten...


    Schauen wir einfach noch mal zurück....


    Frühling; erwachen, das Sprießen neuer Triebe! Kann das für uns nicht auch aufwachen bedeuten und hinschauen, was denn in uns vorhanden ist? Etwas vorfinden, was als Keim bereits da ist? Und bestäuben, befruchten, Pollenflug könnte doch auch bedeuten, diesen Keim einzupflanzen und ihn aufgehen zulassen?


    Sommer; reifen, entwickeln, wachsen! Könnte doch bedeuten, dass das in uns Vorhandene, nach dem wir es entdeckt und eingepflanzt haben, nun die Zeit zum reifen geben, bis es seine Entwicklungsstufen durchlaufen hat?


    Herbst; Erntezeit, es ist vollbracht! Auf uns bezogen könnte es sein, dass wir das in uns Vorhandene, nach der Zeit der Entwicklung und Reife nun auch aus uns herauslassen? Von innen nach außen treten lassen?


    Winter; Ausruhen, Kraft sammeln! Das könnte doch auch für uns bedeuten, sich auszuruhen, neue Kräfte zu sammeln und nachzusehen, ob da nicht noch mehr in uns steckt, noch mehr Keime vorhanden sind, noch mehr, was wir aus uns heraus arbeiten und nach außen bringen sollten? Für einen neuen Kreislauf des Werdens und Vergehens?


    Denn wenn wir in unserem persönlichen Winter verweilen, sind wir dann nicht bereits wirklich starr, oder sogar innerlich tot? Leben wir dann noch für unser Dasein oder nur für die äußeren Räder der Gesellschaft? Leben wir dann wirklich noch oder funktionieren wir einfach nur?

    Gesellschaft...


    Leider, so empfinde ich es, steckt unsere heutige Gesellschaft in ihrem ganz persönlichen Winter, weil das Höchste im Äußeren gesucht wird.
    Das Leben im Haben und nicht im Sein.
    Die materiellen Werte, nicht die persönlichen!
    Was kann ich noch haben, was will ich mir leisten, damit ich als das gelte, was mir die Konsumgesellschaft vor lebt. Leben, in immer schneller werdenden Zeitabläufen, immer mehr, immer höher! Was hat dieser oder jener, was ich nicht habe. Worauf muss ich hinarbeiten, damit auch mir dieses oder jenes leisten kann. Und warum will ich es mir leisten, warum muss ich es unbedingt haben, wo ist die Notwendigkeit? Warum???
    Damit ich gesellschaftsfähig bleibe, damit ich als was gelte. Aber als was???
    Konsum, Konsum – den letzten beißen die Hunde! Wirklich?


    Ist da noch Zeit den inneren Keim zu entdecken? Wo bleibt die Achtung vor dem Leben? Vor allem Leben in diesem Universum. Nicht nur vor unserem kleinen Nichtigen? Wo das aufeinander zugehen, da miteinander sein? Wo der Respekt und die Akzeptanz vor der Individualität allen Lebens?
    Ist es untergegangen im kalten, starren, dunklem Winter des Konsums? Beherrscht von Neid, Berechnung, Herzlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Kälte und Härte? Wo ist das Verstehen, das Gönnen, die Herzlichkeit und Rücksichtnahme. Wo die Wärme und die Weichheit?
    Wollen wir das? Wollen wir das wahrhaftig? Oder laufen wir nur wie eine Herde dummer Schafe hinter unserem Hirten, der Konsumindustrie, her? Stöpsel in den Ohren, Scheuklappen vor den Augen, stumm und starr, verhärtet oder ängstlich, harrend der Dinge die da kommen? Und warum laufen wir im Alltagstrott, lassen uns drehen durch die Räder des Industriekapitals? Weil wir unser Stück abhaben wollen, vom Kuchen des Wohlstandes und von der Macht? Nennt man das Glück? Nennt man das Zufriedenheit? Nennt man das mit sich und den anderen im Einklang sein?
    Erwachen, wie die Natur im Frühling....

    Zeit des Erwachens....

    Zitat:
    „Wie Du auch bist,
    so diene Dir selber als Quell der Erfahrung!
    Wirf das Missvergnügen über Dein Wesen ab,
    verzeihe Dir Dein eigenes Ich:
    denn in jedem Falle hast Du
    an Dir einer Leiter mit hundert Sprossen,
    auf welcher Du zur Erkenntnis steigen kannst.“(Friedrich Nietzsche)

    Wach werden! Aber wie? Geht das überhaupt? Ich als Einzelner im großen Getriebe der Gesellschaft? Ich, meine kleine Wenigkeit kann etwas tun, damit unsere Gesellschaft aus dem Winterschlaf erwacht und es Frühling werden kann?
    Die Antwort ist „JA“!!!
    Der erste Schritt ist die Achtsamkeit! Die Achtsamkeit zu sich selbst!
    Lassen wir die ewig schwatzende Gesellschaft doch schwatzen. Verschließen einfach unsere Ohren vor diesem Geschwätz und horchen in uns hinein. Ganz aufmerksam... was für ein leises, zartes Summen? Da ist ja was, tatsächlich. Irgend etwas ist da, tief in uns drinnen. Die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen kann dieser Arbeit gleichkommen, die uns jetzt bevorsteht. Aber es lohnt sich. Denn da drinnen sind wir, unser innerster Kern, unser inneres Wesen. Tief vergraben unter dem Müll unserer Erfahrungen, unserer Konditionierungen unserer Erziehung! Sollten wir denn überhaupt? Unsicherheit und Ängste vor dem was dort schlummert? Oh, oh... was könnte auf mich zukommen? Was liegt dort vergraben?
    Ein Stück individuelle Menschlichkeit, ich, alles was in mir vorhanden ist!
    Viele Fehler, aber sind sie denn schlimm. Müssen wir uns schämen? Nein, denn ein Fehler ist erst dann ein Fehler, wenn er erkannt, aber nicht geändert wird. Schaue wir uns unsere Fehler an. Jeder hat welche. Wir sind in größter Gesellschaft mit unseren Fehlern. Manche sind so klein und nichtig, dass wir über sie lächeln sollten, manche möchten wir uns gar nicht anschauen, weil wir sie für uns nicht wahrhaben wollen. Aber genau diese sind es, die wir uns genau anschauen sollten, denn wenn wir sie erkennen, verpuffen sie im Nichts und können keinen Schaden mehr anrichten.
    Aber was ist da noch in uns? Kreativität? Nein...


    Doch!!!
    Die Suche nach unseren Stärken, unseren Lieben, was wollten wir schon immer, und haben es erst gar nicht versucht, weil wir es uns innerlich nicht zutrauen, dass dort kleine Dichter, Denker, Sänger, Maler oder, oder, oder in uns versteckt sind. Nur wenn wir es nicht versuchen, werden wir auch nie erfahren, was in uns steckt. Holen wir diese Anteile einfach aus uns heraus. Es gibt so eine Vielfalt in uns, wir brauchen uns nicht über andere zu definieren. Das was unser inneres Wesen für uns bereit hält, kann niemand wegnehmen. Es geht nie verloren, und kein anderer kann es benutzen.
    Achtsam nach innen schauen, so nimmt es Form an und wird sich im Äußerem verwirklichen.

    Zitat:
    „Im Gebirge der Wahrheit kletterst Du nie umsonst:
    entweder Du kommst schon heute weiter hinauf
    oder Du übst Deine Kräfte,
    um morgen höher steigen zu können.“
    (Friedrich Nietzsche)

    Zwischenmenschlich, menschliches...

    Gedicht:
    „Das Leben führt den ernsten Mann
    auf bunt verschlungenem Pfade.
    Oft wird gehemmt des Laufes Kraft,
    dann wieder geht es gerade.

    Hier mag sich ein beredter Sinn
    in Worten frei ergießen,
    dort muss das Wissen schwere Last
    in Schweigen sich verschließen.

    Doch wo zwei Menschen einig sind
    in ihrem innerem Herzen,
    da brechen sie die Stärke selbst
    von Eisen und von Erzen,

    und wo zwei Menschen sich
    im innerem Herzen ganz verstehen,
    sind ihre Worte süß und stark
    wie Duft von Orchideen.“
    (Kung Tse)

    Wow, ein schönes Gedicht!
    Aber wirklich nur ein Gedicht? Oder vielleicht eine Lebensweisheit? Oder bereits ein Stück Leben selbst?
    Ich persönlich entscheide mich für die letzte Variante! Ich kleines romantisch Verträumtes?
    Nein; ich sehe es ganz realistisch! Als den Weg zu mehr Miteinander und zu mehr Menschlichkeit offen und voller Vertrauen. Als Weg zu einem neuen Anfang, einem neuen Frühling.
    Nicht nur für Zwei, sondern für Alle! Für Alle die sich berühren lassen von dem Geist dieser Worte. Für Alle die lernen zu sein, für alle die die Liebe zu sich selber entdecken, die bereit sind zu lernen, sich selbst zu lieben! Mit allen vorhandenen Anteilen, bereit die kleinen Fehler zu belächeln und sich die Großen anzuschauen, achtsam und offen, bereit nach den Keimen zu suchen, diese einzupflanzen, das innere Wesen zu befreien und es nach außen treten zu lassen. Dort wird es strahlen und mit diesen Strahlen andere berühren, die erwachen von dieser Wärme und diesen weichem Fluss, erwachen, weil sie es plötzlich empfinden können.
    Wenn wir die Liebe zu uns selbst entdecken, dann gibt es keinen Neid mehr, keinen Hass, keine Unzufriedenheit und keine Angst. Wir leben mit uns selbst im Einklang und können es deshalb auch mit den anderen. Nur wenn wir lernen uns selbst zu lieben, können wir auch alle anderen lieben. Die wahrhaftige Liebe, die Liebe ohne Erwartungen, ohne Bedingungen! Die alles umfassende Liebe. Die Liebe von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, von Geist zu Geist. Sich berühren lassen, tief, direkt und fließend ohne Umweg über den alles zerpflückenden, alles zerdenkenden Verstand.


    Ja, wir können etwas tun, jeder Einzelne für sich! Denn durch unser Wesen stoßen wir andere an, berühren sie, lassen sie aus ihrem persönlichen Winterschlaf erwachen. Wir tragen dazu alles in uns, alles dafür ist vorhanden. Wir müssen es nur entdecken, einpflanzen, wachsen lassen! Es werden immer mehr werden, von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute und Sekunde zu Sekunde.


    Und was genau tun?
    einfach bereit sein...
    für das Leben im Sein,
    alles andere folgt daraus!


    Der Weg ist hart, steinig und oft schmerzhaft denn...


    Zitat:
    „Jeder, der irgendwann einmal
    einen neuen Himmel gebaut hat,
    fand die Macht dazu
    erst in der eigenen Hölle.“
    (Friedrich Nietzsche)

    Es duftet nach Frühling!
  • 13.03.02, 21:57
    Patina

    AW: Philosophie leben - ein (dritter) Versuch

    Vergiß den Text. So kannst du das Thema nicht umschreiben. Du mußt das Ganze in etwas andere einbetten. Weiß Gott, was ich in was. Aber in etwas ganz anderes. Schreib eine Geschichte. Aber so wirkt das nur wie ein fahl gewordener alzheim-getesteter Philosph.
  • 13.03.02, 21:45
    Philozicke

    AW: Philosophie leben - ein (dritter) Versuch

    Ich versuchte mich mit der Umsetzung Deiner Ratschläge. Dabei sagte mir bereits mein Gefühl, dass der ganze Text eigentlich ganz neu geschrieben werden müsse.
    Ich finde ihn jetzt schlechter, als den Ursprungstext, weil mir das, was ich damit ausdrücken will verloren geht.
    Also... noch schlechter als vorher...

    Eine weitere Textarbeit an diesem Text lohnt wohl nicht.

    Aber was ich gerne von Dir wissen möchte ist, ob ich Dich und Deine Ratschläge überhaupt verstanden habe und auch ein wenig umsetzen konnte, auch wenn es den Text wahrlich nicht besser gemacht hat.

    Wäre nett

    Philo



    [Diese Nachricht wurde von Philozicke am 13. März 2002 editiert.]
  • 13.03.02, 21:42
    Gast

    AW: Philosophie leben - ein (dritter) Versuch

    Hm tja...
    Was müssen wir denn "leisten"?
    Das klingt als sei es unreflektiert aus "Leistungsgesellschaft" entnommen. Was wiederum dirket zur "Gesellschaft" überleitet.
    Texte über die Gesellschaft sind zwar fein, aber auf Dauer auch ein wenig öd.

    Ich jedenfalls fand den Text schon nach dem ersten Absatz nicht mehr sonderlich fesselnd.
    Kein Feuer.

    Aber naja

    Noch 2 Dinge:
    erstens: was soll man schon von einem Kritiker halten, der nicht mal recht schreiben kann ("dirket" sollte eigentlich "direkt" lauten).
    zweitens: dies Forum ist reichlich unübersichtlich.
  • 10.03.02, 13:46
    Philozicke

    Philosophie leben - ein (dritter) Versuch

    noch ein Versuch...

    Das Lebensspiel

    Zu einer Zeit in der alle Werte dieser Welt sich fast ausschließlich auf zwei Begriffe reduzieren, nämlich Macht und Besitz, erblickte ich das Licht der Welt.
    Eine schöne heile Welt, hell, bunt und glitzernd, voller Spannung und Spiel, so stellt sie sich mir dar. Vergleichbar mit der Vielseitigkeit eines großen Jahrmarktes und seinen vielen, sich spielerisch anpreisenden Händlern und Gauklern...

    Die Masse sammelt sich, um das bunte Treiben zu betrachten. Es erweckt Sehnsucht, man möchte dabei sein, um nichts zu verpassen. Hinter verkaufsbetonter Freundlichhaltung grinsen hämisch die Gesichter der Händler und Gaukler. Kommt herbei, hier macht jeder mit. Je mehr mitspielen um so besser für alle und um so besser für uns! Es ist nicht schwer. Ihr müßt nur euren Beitrag leisten und ihr könnt alles erwarten, was euch hier vorgespielt und angepriesen wird. Laßt Euch gefangen nehmen von diesem Spiel. Hier ist die heile, bunte Welt, ja hier, nur hier im Spiel des Lebens!
    Und wenn ich dieses Spiel nicht mag, frage ich leise?

    Erfüllung, Liebe, Erfolg, Anerkennung und Macht, materielle Sicherheit, mehr braucht man nicht zum Glück. Hier fehlt es an nichts!
    Willst Du wirklich darauf verzichten?
    Du mußt Dich an die Spielregeln halten, darfst nicht ausscheren!
    Das ist fein ausgedacht. Besser als in früheren Zeiten. Keine Sklaven, keine Antreiber und keine Peitschen. In diesem Spiel geht es nur um Leistung und Erwartung, so schaukelt es sich von selbst zu recht. Dieser Kreislauf wird nicht so schnell durchblickt.

    Und wenn doch....

    Man kann nicht so schnell ausbrechen, denn wenn alle dieses Spiel spielen, ist man schnell einsam und allein!

    Und das willst Du doch nicht..., oder????
  • 07.03.02, 20:35
    Philozicke
    Mit Deiner Kritik kann ich etwas anfangen. Ich war beruflich die Woche unterwegs und werde mich am Wochenende damit auseinandersetzten.

    Ciao, Philo
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