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Thema: Manifest II (nur für Frauen?)

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 30.06.19, 12:43
    resurrector

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Ja, da isses doch. Die Provokation funzte. Wenigstens eine Frau erbarmte sich seinerzeit und versuchte sich an der Formulierung eines Manifestes. Es prüfe jeder, bevor er sich bindet! Als Verleger kolportiere ich, bevor es gebunden.
  • 04.10.06, 18:12
    ala

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    es geht ja grad nicht drum, weitere manifeste zu veranstalten, sondern das eine zu füllen.
    für mich ist manifest ein stein des anstoßens, der fest in der hand liegt, daß er auf dem wasser tanze


    kyras versuch ist sehr interessant. er sucht eine globale ethik. wir haben leider nur die ersten fragmente einer werteordnung mit den begriffen freiheit und verantwortung, die sie jeweils schon relativiert und die sich gegenseitig noch einmal relativieren.
    die ihr bei dieser realistik folgerichtig erscheinende selbstauslöschung als ethische konsequenz umgeht sie mit der selbstbehauptung des hoffenden menschen.
    die gesetze sind der verbindende winkel der beiden genannten werte: verantwortung konstatiert sie als auf die gesetze abgeschoben und freiheit als durch die gesetze gesichert. da zieht sich für beide werte die ethische schlinge noch etwas weiter zu.
    dem gesetz steht der gesetzgeber voraus, so daß die politische frage gestellt ist: demokratie und diktatur werden beide als willkür beschrieben, als organisationsformen der unfreiheit und wohl auch der verantwortungslosigkeit, da der wert durch die hohle form ersetzt ist. das dilemma einer positiven diktatur der güte - eine art himmelreich - fällt klarerweise ihrem realismus zur streichung und ein vages bestes aller möglichen modelle bleibt mit der demokratie:
    in ihr könne über die werte doch noch verhandelt werden. auch biete sie ritualisierte möglichkeiten, den eigenen unmut - wenn auch effektlos - auszudrücken.
    die im westen noch verständliche verantwortung für sich selbst, findet im inshallah - der hingabe an das schicksal - bereits keine entsprechung mehr. die erweiterte verantwortung für andere, brauche zu ihrer entwicklung, aber auch zu einer realitätsfindung als globale brüderlichkeit erst eine art erziehung der menschheit zur zügelung des egoismus wie des fatalismus gleichermaßen.
    die beurteilung sozialer verstrickung und daran gebundener verantwortung benötige also zeit. langsamkeit.
    so kommt kyra schließlich zu ihren beiden geboten:
    (man erinnere sich aber der bedeutung von gesetzen/geboten!):


    1. der mensch ist nicht herrscher der welt und hat kein recht, sie sich untertan zu machen


    2. der mensch sollte langsamer leben


    zu beiden geboten ist zu sagen, daß der mensch nur über eine kurze lebensspanne verfügt. fällt er als gestalter von welt weg, so wirken die etwas langsameren kräfte der natur, die aber so langsam auch nicht sind, sondern im chaos sich selbstregelnde mechanismen darstellen, die für sie genügen.


    für die vielen menschen in ihrem bislang als individuellen oder gruppenbezogenem konkurrenzkampf geführten leben, genügte das offenbar nicht. aber ist der mensch von der natur oder von der religion als supernova gewollt? die natur sieht gar keinen einzelnen menschen, sondern ein sich immer wieder in seinen kindern veränderndes und verjüngerndes wesen.


    damit hat kyra recht unter dem blickwinkel vom generationenbewußtsein des manifests. die aufgabe der einzelidentität, die nicht für sich sondern für die nachwelt verantwortet, muß sich nicht zu eigenen lebzeiten alles untertan machen. sie kann es langsamer angehen. damit stehen wir wieder an der grenze der sich selbst erhaltenden population, die, wenn sie sich als globale brüderlichkeit verstünde, tatsächlich lernen könnte, sich in das gesamtbiotop einzufügen, dort nur ein teil des ganzen zu sein, nur behutsame veränderungen auszulösen, den dingen ihre eigenzeit zur reifung zu lassen.


    ich denke, das ist eine gute ergänzung.
  • 29.09.06, 17:04
    Layla

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    manifest ist eines der wörter, die ich sehr ungern benutze, weil ich bisher auch zu faul war, dem begriff auf den grund zu gehen. mittlerweile weiß ich zwar, was ein manifest sein soll, aber der begriff, das wort als solches mißfällt mir. gibt es da nicht ne alternative?
  • 29.09.06, 11:11
    Paul

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    latürnich! lohnt immer.
    könnten ja ein manifest nur für dummis oder welche, die insgesamt immer ein bischen länger brauchen ins auge fassen...
  • 29.09.06, 09:45
    ala

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    nö, pauli, du bist ganz richtig!


    ich konnte grade herzlich lachen über meine eigene dusseligkeit: ich lese "manifest" und denke natürlich nur an DAS manifest! daß kyra ein eigenes schreiben wollte, ist mir glatt entgangen.


    manchmal bin ich so herrlich dumm! es ist ein gottesgeschenk.

    lohnt sichs nun hier weiterzumachen?
  • 24.09.06, 07:01
    Paul

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    aha, so erscheint mir das nun plausibel. ich brauch zuweilen eben etwas länger bzw. bin etwas ...
    vielleicht liegt es auch daran, daß ich einmal in die sauna wollte und mich schon sehrlichst drauf freute und als ich dann da ankam: nur für frauen! zack, wieder nach hause getrottet. schmollend. wobei ich das mit der sauna tatsächlich versteh. (frauenversteher?).
    kyra IST tatsächlich frau und absolut nicht nur nick.
    (cave ist nick, falls fragen aufkämen...).
    schönen sonntag. für alle geschlechter! und wesen...
  • 23.09.06, 18:43
    ala

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    "nur für frauen" ist tatsächlich totel unverständlicher titel. ich habe mir gestern eine zusammenfassung kyras gedankengangs gemacht und damit folgende schwierigkeiten: die verknüpfung zum manifest ist noch gar nicht erfolgt. die gedanken sind richtig klug, werde ihnen aber widersprechen müssen.


    es ist überhaupt! keine! weibliche sicht darin und ich frage mich, ob kyra - die ich nicht mehr kennengelernt habe - eine frau ist oder halt ein weiblicher nick.


    frauen lesen tatsächlich anders. bei der bibel ärgert sie vor allem die stelle, an der jesus seine mutter verleugnet, sie tragen große sympathie für maria magdalena, jesus ist ihr bester freund, die leidensmutter ist, so wie mütter sind, ihre ikone.
    beim manifest würden sie vermutlich das leben, nicht die freiheit, als ersten wert besprechen. die aristokratische hierarchie wäre ihnen näher als jede demokratie, die sie ja als männerwelt erfahren...
    naja - werde mit der zeit näher einsteigen
  • 23.09.06, 06:16
    Paul

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    dann sind wir uns ja einig.
    so ist der titel "nur für frauen" irreführend.
    ein buch für alle und keinen ist mir da verständlicher...
  • 22.09.06, 18:38
    ala

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    du siehst diesen versuch als verengung, paul. das ist es nicht. auch die bibel wird von frauen anders gelesen als von männern ohne daß es deshalb ein aufgespaltenes buch wird. männer- und frauensicht bereichern sich gegenseitig, denn sie setzen vielleicht andere prioritäten, sind aber vom gleichen buch gleich betroffen. muslime würden einige positionen des manifests vielleicht auch besser verstehen als katholiken. und pauls sicht auf dieses manifest wäre auch gewinnbringlich. es bedarf keiner neuen manifeste, sondern einer zunahme von betrachtern und betrachtungsweisen dieses manifests.
  • 22.09.06, 06:51
    Paul

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    ich hätte gern ein manifest für nur über 30jährige. und eins für nur über 40jährige auch gleich. und dann noch eins nur für bartträger. und natürlich eins nur für muslime. und nur für paul auch eins.
    ups, keiner mehr da?
    nö, nö, so wird das nix, mädels.
    ich dachte wir sitzen alle in einem boot.
    AHOI!
  • 26.06.02, 12:38
    Madge

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Warum handeln denn schon die ersten Seiten der Bibel von einer nicht wiedergutzumachenden Sünde, wenn das Christentum- deiner Meinung nach- von einem "guten Menschen" ausgeht? Warum wird dem Menschen dann überhaupt die richtende Instanz des Jüngsten Gerichtes auferlegt? Die Vorstellung von der Hölle wäre völlig überflüssig.
    Ich bin deiner Meinung, dass der Mensch nicht als gutartiges Wesen anzusehen ist, aber das heißt noch lange nicht, dass es ihm verboten ist, sich aufgrund seiner Intelligenz zum Herrscher zu machen. Schau dir unsere Welt an. Regiert derjenige,der sich durch besonders viele gute Eigenschaften auszeichnet? Es ist eine Utopie der Märchen, dass die Könige, von denen Märchen und Sagen ja oftmals erzählen, gütig, weise und gerecht sind.


    Ich denke, dass eine Mischung aus Intelligenz und einem uneingeschränktem Streben nach dem persönlichem Vorteil gefährlich und destruktiv sein kann.
  • 25.06.02, 13:28
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Aber das Christentum hat nicht vorausgesehen, wie destruktiv Intelligenz sein kann. Sie gingen von einem "guten Menschen" aus. Das ist meiner Meinung nach völlig falsch!
  • 25.06.02, 12:51
    Madge

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Ich denke, die absolute Freiheit ist nicht nur unmöglich zu realisieren, sondern auch noch dem Wohle des Menschen abträglich. Unfreiheiten, wie Gesetze und Normen, sind so selbstverständlich, wie das "Amen" in der Kirche. Ein Mensch, dem alles offen stünde, würde sich grämen vor Langeweile und Überdruss. Es gäbe nichts mehr zu erreichen, zu erschliessen. Der Mensch braucht Ziele, etwas nach dem er streben kann, etwas das in ihm ein Gefühl von Glück auslöst, sobald das angepeilte Ziel erreicht ist. Ohne Erfolg , ohne Weiterkommen- denke ich- gibt es kein wirkliches Glück und keine vollkommene Zufriedenheit. Dieser Drang mehr und mehr zu erreichen ist endlos. Erfolg ist folgerichtig wie eine Droge, von der man nicht ablassen kann.
    Sehen wir es einmal so: Unfreiheiten bzw. der Drang unsere Freiheiten zu erweitern sind unser aller Lebenselixier.




    "Der Mensch ist nicht Herrscher der Welt und hat auch kein Recht sie sich untertan zu machen."
    Kyra, das Christentum sieht das anders. Ist es nicht logisch, dass das intelligenteste Lebewesen, den Auftrag erhält zu herrschen?
  • 27.05.02, 14:57
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Mädels, ich bin ein wenig enttäuscht.....dann mach ich halt alleine weiter.


    Verantwortung II


    Die Verantwortung für die Mitmenschen


    Natürlich könnte man sagen, wenn jeder für sich selber verantwortlich ist, erübrigt sich eine Verantwortung für andere Menschen. Die ist natürlich falsch, da ein unterschiedliches Hilfsbedürfnis besteht. Der Mensch ist genetisch wohl so angelegt, dass ihm seine Familie am nächsten steht. Sinnvoll solange die Umgebung feindlich ist. Als nächstes würden wohl die Angehörigen der eigenen Volksgruppe unter die Verantwortung fallen. Das ist schon ein Stück weiter in der Entwicklung als soziales Wesen - aber noch nicht genug. Hier kommen wir schon erstmals zum Begriff der Brüderlichkeit. Dies meint ja, sich mit Menschen verwandt zu fühlen, mit denen einen nichts mehr als das Menschsein verbindet. Diese Parole der französischen Revolution ist bis heute eine Idee, die auf ihre Einlösung wartet. Es scheint immer noch mehr Dinge zu geben, die die Menschen trennen, als Gemeinsamkeiten. Sonst wäre das Ungleichgewicht der Lebenssituationen nicht zu verstehen. Sonst wäre es den reichen Ländern ein Bedürfnis, den armen Staaten zu helfen. Dies ist aber nicht der Fall. Verantwortung für andere setzt also eine Zügelung des Egoismus voraus. Dies kann sicher nicht von Heute auf Morgen geschehen, aber es sollte ein vorrangiges Gewicht auf Altruismus bei der Erziehung der Kinder gelegt werden.
    Ebenso die Weltoffenheit. Kinder müssen früh lerne, sich mit anderen Kindern, egal welcher Hautfarbe zu identifizieren, sich ihnen verbunden zu fühlen. Ein Ideal sollte sein, zu schenken. Heute ist das Ideal, am meisten zu besitzen, zu horten. So bedeutet Verantwortung für andere, sich einzumischen, zu teilen und den trennenden Gedanken von Länder und Völker nach und nach aufzugeben. Dies scheint in der Welt heute eine Utopie zu sein. Der Weg dahin wäre möglich, aber es würde Generationen brauchen.
    Verantwortung für Andere muss auch getragen werden. Nicht jeder ist gleichermaßen dazu in der Lage. Außerdem ist sie unbequem, da sie die Freiheit noch mehr einschränkt. Die Freiheit des Menschen wird sich möglicherweise am Ende auf die Freiheit der Gedanken und der Meinungsäußerung beschränken. Aber auch hier muss es Einschränkungen geben - ebenso wie Freiräume. Da Worte Waffen sind, kann man bei öffentlichen Äußerungen nicht alle Dinge akzeptieren. Der absolute Freiraum wäre der Kunst vorbehalten.
  • 24.05.02, 15:45
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Hallo ich,


    bevor ich die Ziele festlege, wollte ich einmal definieren, was man unter Freiheit verstehen kann - muß. Ich dachte das ist die Grundlage. Nehmen wir einfach die Grundwerte Freiheit Verantwortung Gleichheit Brüderlichkeit Moral und Religion...z.B. müssen wir uns ja erst einmal darauf verständigen, was wir darunter verstehen.

    Ich hoffe, man verzeiht mir, wenn ich erst einmal versuche die Begriffe abzuklären, die in diesem Manifest wichtig sind.


    Verantwortung


    Verantwortung für sich selber
    Hier kommen wir schon an einen Scheidepunkt. Ein Mensch der z.B. dem Islam angehört wird etwas völlig anderes unter Eigenverantwortung verstehen, als ein Europäer oder Amerikaner. Wenn wir von einem Manifest für alle Menschen ausgehen, kommen wir hier schon zu den ersten Schwierigkeiten. Selbstverantwortung ist für einen Schicksalsgläubigen Menschen etwas von weit geringerer Bedeutung, weil er ja gottgesteuert ist. Wir können dies aber auch nicht achtlos beiseite lassen, da über die Hälfte der Menschheit solchen Religionen angehören. Verantwortung und Schicksal passen nicht zusammen. Aber bleiben wir erst einmal bei unserer westlichen Welt, der gemäßigten Religiosität, die zwar ein wenig an Schicksal glaubt, aber dennoch der Meinung ist, sie könne ihr Leben selber bestimmen.
    Wo beginnt und wo endet die Selbstverantwortung?
    Alleine ihr Beginn ist schwer festzumachen. Die übliche Erziehung überlässt einem Kind je älter es wird, umso mehr Verantwortung. Es wird ein Bewusstsein vorausgesetzt, sich selber nicht zu schaden. Wir wollen es nicht unnötig komplizieren, sondern erst einmal akzeptieren, dass ein Mensch mit 18 Jahren für sich selber verantwortlich sein kann. Hier sehen wir auch ein deutliches Ende der Freiheit, er darf es sich nicht aussuchen, er muss die Verantwortung tragen. Zwar gesteht man einem Jugendlichen noch zu, Ursachen für sein Handeln in seiner Geschichte zu sehen. Aber wer dies zu lange tut, wird gesellschaftlich abgestraft. Ursache und Wirkung (durch Erziehung Umwelt ect.) werden hier willkürlich begrenzt.
    Die nächste Abgrenzung liegt in dem Begriff: „Eigenverantwortung“. Wo hört das „ich“ in einer engen sozialen Verstrickung auf?
    Jede meiner Handlungen beeinflusst nicht nur meine Mitmenschen, sondern auch meine Umgebung. Um dies auch nur annähernd abschätzen zu können, müssten die Menschen langsamer leben. Belohnt sollten diejenigen werden, die sich selber über ihre Handlungen erschöpfend Auskunft gegeben haben. Dies ist in einer profitorientierten Gesellschaft kaum möglich, da Leistung in Arbeit x Zeit definiert wird. Aber kann er überleben, wenn er sich nicht immer weiter steigert?
    Ja, das würde er meiner Meinung nach können, wenn er weniger expandierend leben würde, sondern mehr in die Tiefe. So hat Verantwortung auch etwas mit Zeit zu tun.
    2.Gebot: Der Mensch sollte langsamer leben.

    da gleich die Kinder kommen, werde ich wohl erst Sonntag wieder einsteigen können. Zumindest werde ich versuchen inzwischen weiter zu denken


    PS. richtig nachdenken ist anstrengend!


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. Mai 2002 editiert.]
  • 24.05.02, 14:08
    Ich

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Liebe Kyra,


    bestimmt mache ich mal wieder alles zu kompliziert, aber ich frage mich: Was ist das Ziel? Ist des Menschen Ziel die Freiheit (Idealfall)?
    Ein Ziel, das scheinbar zum Scheitern verurteilt ist?
    Oder ist sein Ziel, so bequem und lange wie möglich zu leben (Realität)?
    Oder sollte sein Ziel die natürliche Erhaltung seines Lebensraumes sein? (Hausmeister für die Erde)?
    Verstehe mich jetzt nicht falsch, ich ordne nur meine Gedanken - bin mir aber noch nicht über das Ziel - oder die Ziele - im klaren.


    1.
    Ist der Mensch es wert zu leben
    Meine Meinung:
    Das Naturgesetz sagt ja.


    Über deine anderen Punkte mache ich mir noch Gedanken ...
  • 24.05.02, 13:31
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Freiheit und Demokratie oder Diktatur


    Der westliche Mensch legt großen Wert darauf, in einer Demokratie zu leben weil sie ihm das Gefühl von Freiheit suggeriert. Das dies nur in sehr eingeschränktem Maße den Tatsachen entspricht, sollten wir einen Blick auf ihr Gegenteil, die totale Diktatur werfen.
    Worin unterscheiden sie sich substanziell?
    Erst einmal müssen wir uns von dem Gedanken befreien, dass eine Diktatur mit negativen Dingen einhergehen muss. Es könnte theoretisch eine Diktatur der reinen Güte geben. Zum Beispiel das Himmelreich wäre ja so eine Diktatur. Trotzdem wollen wir sie nicht, weil sie uns das empfinden gibt, ausgeliefert zu sein (das sollten sich Christen, die an den Himmel glauben, durch den Kopf gehen lassen). Dabei wären die Möglichkeiten für die organisierte Unfreiheit, genauso groß wie in einer Demokratie. Dies liegt in der falschen Vorstellung, dass Wahlen Freiheit bedeuten. Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen einer Diktatur und der Demokratie ist, dass Werte verhandelbar sind. Es gibt einen Katalog von Möglichkeiten, seinen Unmut auszudrücken. Dies verschafft subjektiv Erleichterung, ändert aber wenig, wenn man nicht die Mehrheit auf seiner Seite hat. Insgesamt verlangt eine Demokratie, je aktiver sie gelebt wird, je näher an der Basis sie stattfindet, mehr Leistung vom einzelnen Menschen. Wir haben ja bereits festgestellt, dass Verantwortung und die damit verbundenen Entscheidungen die Freiheit nur einschränken. Da dies für das Individuum aber befriedigender ist, wird die Unfreiheit in Kauf genommen und als Freiheit empfunden.
  • 24.05.02, 12:51
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    Da offenbar keine vor mir beginnen will, hier ein Anfang:


    1.
    Ist der Mensch es wert zu leben


    Diese grundsätzliche Frage sollte zuerst geklärt werden, da sich ja daraus die Richtung des Manifestes ableitet.
    Die meisten Gründe sprechen nicht für ein Weiterleben. Der Mensch hat aus seiner zweifelhaften Auffassung, sich die Welt untertan machen zu dürfen, mehr Schaden angerichtet als irgendein anderes Lebewesen. Nicht einmal seine eigene Art konnte er in der Mehrheit zufrieden stellen. Er säht Unglück und erntet es folgerichtig auch. So müsste ein Manifest, wäre es zum Wohle der Welt gemacht, folgerichtig sein Aussterben forcieren. Da ich jedoch ein Mensch bin, werde ich den schwierigen Weg wählen und an eine Möglichkeit für sein Weiterleben unter anderen Bedingungen und mit anderen Schwerpunkten nachdenken.


    Somit ist mein erstes Gebot:
    Der Mensch ist nicht Herrscher der Welt und hat auch kein Recht sie sich untertan zu machen.


    2.
    Die Festlegung der Grundwerte und ihre Definition


    Freiheit
    Da die Freiheit dem Menschen als besonders hohes Gut gilt, muss ich Fragen stellen:


    1. Gibt es Freiheit?


    Wenn man Freiheit als Abwesenheit von Begrenzungen versteht, gibt es sie nicht. Sie ist unmöglich. Grenzen werden durch Verantwortung und Gesetzte gesetzt. Somit ist Freiheit immer relativ. Das widerspricht aber ihrem Begriff, der sie als absoluten Wert auffasst.
    Da Freiheit auch immer die Freiheit der anderen ist, ist sie von ihren Möglichkeiten sehr eingeschränkt
    So wird man über Abstufungen von Unfreiheit sprechen müssen, wenn man Freiheit meint.


    Freiheit und Verantwortung
    Wie ja bereits Sartre festgestellt hat, bedeutet die größte Freiheit auch die größte Verantwortung. Wenn sich ein Mensch dem aber in letzter Konsequenz stellt, ist er in der gegenwärtigen globalen Situation eigentlich verpflichtet, sich sofort das Leben zu nehmen. Jeder der dies lesen kann, lebt auf Kosten anderer Menschen und der Natur. Somit ist, wenn man doch weiter leben möchte, auch der Begriff der Verantwortung zu relativieren.
    Somit wären wir bei einer relativen Freiheit, bei relativer Verantwortung. Dies würde aber immer noch bedeuten, dass jeder Mensch alle seine Handlungen in all ihren möglichen Folgen bedenken muss. Dies ist aber unmöglich. Im günstigsten Fall wäre er zum Nichtstun verdammt. Somit ist es fast unmöglich, sich alleine über die Verantwortung der Freiheit zu nähern.


    Freiheit und Gesetzte


    Freiheit die durch klare Gesetzte eingeschränkt wird, die allgemein anerkannt werden.
    Diese Art der Freiheit, wird vom Menschen subjektiv als am größten empfunden, solange die Gesetzte ihn in seiner persönlichen Entfaltung nicht zu stark einschränken. Durch Gesetze ist der Mensch nämlich die bedrückende Verantwortung los. So kann er sich innerhalb dieser Gesetzte relativ frei bewegen und muss seine Handlungen nicht immer wieder aufs Neue vor sich rechtfertigen. Auf die Frage der Moral, kommen wir später.


    Freiheit und Gesetzgeber


    In einer Demokratie werden die Gesetzte von Volksvertretern beschlossen. Diese werden in freien Wahlen von allen Bürgern gewählt. Aber schon im Vorfeld treten die ersten Probleme auf. Es sind nicht alle die wählen dürfen. Man bestimmt ein Alter ab dem das möglich ist. Dies ist willkürlich, da die Reife eines Menschen schwer am Alter festzumachen ist. Aber da wir uns ja bereits von der Freiheit verabschiedet haben, können wir auch der Willkür das Tor öffnen - ohne sie werden wir keine als demokratisch empfundene Gemeinschaft organisieren können. Hier treffen wir auf das nächste Hindernis. So sinnvoll es ist, wenn man in einem Staat leben möchte (dies ließe sich auch vertiefen) Wahlen abzuhalten, ist die Frage offen, wie häufig sie stattfinden sollten. Aus rein organisatorischen Gründen liegen meist Jahre dazwischen. In dieser Zeit hat das Volk relativ wenig Einfluss auf die Gesetzgebung.
    Vielleicht sollte man an dieser Stelle die Natur des Menschen einen Augenblick näher betrachten. Würde er sich subjektiv freier fühlen, wenn er mehr Entscheidungen zu treffen hätte? Einige wenige möglicherweise ja. Aber die meisten würden sich eher gequält fühlen, wenn man sie an Entscheidungen beteiligen würde, die sie in dem Augenblick nicht direkt betreffen.
    So kann man feststellen, dass die meisten Menschen sich in einem nicht zu eng gefassten Regelwerk, was ihnen die Illusion vermittelt, sie könnten sich frei entfalten, das Größtmögliche Gefühl von Freiheit gibt. Somit ist Freiheit eine Organisationsform der Unfreiheit.
  • 23.05.02, 18:59
    Kyra

    AW: Manifest II (nur für Frauen?)

    da sich ja offenbar keiner so recht vorwagt, werde ich morgen mal einen Entwurf versuchen. (außer "ich" kommt mir zuvor, was mich freuen würde). Auch Häppchen werden angenommen. Ich erwarte nicht vor Montag die neue Weltformel von uns. Gut Ding will Weile haben.
  • 23.05.02, 11:44
    Kyra

    Manifest II (nur für Frauen?)

    es soll ja nicht daran scheitern, da? ich zu blöd bin Manifest zu schreiben.


    Was bisher geschrieben wurde:
    ich mache jetzt mal disen Ordner auf, sollte er sich füllen wird Robert ihn sicher zu Langzeitprojekten verschieben. Hier können wir, in unserer Sprache all das niederlegen, was wir für eine lebenswete Zukunft für wichtig und notwendig erachten. Was wir aus der Vergangenheit mitnehme, was wir ablegen wollen. Wohin uns der Weg führen soll. Wie die Gesellschaft ihre Werte besimmen soll usw.

    ich schreibt:

    nicht die Kunst, aber die Wissenschaft http://www.zeit.de/2002/22/Wissen/20...nfoerderu.html

    ich neige ja selber dazu, solchen Fragen mit einem schlauen Link aus dem Weg zu gehen. Aber ich dachte hier könnte jede Frau, die dazu etwas zu sagen hat, dies auch äußern. Nicht warum sie das nicht so gut kann. Z.B. wäre eine Aufstellung der wichtigen Themen für den Anfang sinvoll - oder?
    Wer will?

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