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Thema: Worte

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 16.06.18, 13:22
    anderedimension

    AW: Worte

    warum geilt ihr germanisten euch immer so an der rechtschreibung auf? unabhängig davon ist auch nicht alles richtig...was man euch einst beibrachte. fehler vererben sich. der text ist prima - und leer_machen ist ein grenzfall. dazu benötige ich kein nachschlagewerk und auch kein germanistikstudium...sondern einfach nur meinen verstand. beispiel: "spielen". ohne kontext und jedes weitere wort kann ich damit etwas anfangen. "spielen". also funktionieren auch "überspielen", "umspielen", "abspielen". wie verhält sich das mit "leermachen"? anders! hier haben wir im doppelten sinne eine schwaches verb "machen"...das...steht es für sich alleine...nichts erklärt - und mit dem sich nichts assoziieren lässt. ausnahme dann...wenn es sich um eine antwort handelt. beispiel: "was meinst du, soll ich den job annehmen?". "machen!". doppelt schwach...da ich ja gerade mit hilfe von "machen/tuen/können" das starke verb erkläre. was machst, kannst, tust du? stehen, sitzen, tanzen, kochen. bleibt nun die frage ob an dieser stelle auch ein adjektiv als antwort genügen könnte. ja und nein. ja..wenn es einen konkreten bezugspunkt gibt. beispiel: mann und frau sitzen vor dem fernseher. er nimmt die fernbedienung in die hand und schaltet während des spannenden krimis das gerät ab. sie fragt "was machst du?", er antwortet "aus". da könnte auch laut ode leise...oder wenn er den keller ausräumt leer stehen. wo leermachen geht, da geht auch vollmachen. aber geht auch halbleermachen? nein, geht nicht....obwohl es theoretisch funktionieren müsste, denn halbleer ist eine ebenso exakte aggregatsbeschreibung wie voll oder leer. zeigt, dass es eine von der logik abgekoppelte sprache nicht gibt. was wiederum heißt...dass mann sprache nicht zu 100% richtig lernen und lehren...aber zu 100% richtig verstehen kann (theoretisch). niemand auf dieser welt wird diese 100% je erreichen...weshalb es in sachen sprache gar keinen oberlehrer geben kann. das ist wie im straßenverkehr. es gibt klare und allgemeingültige regeln, dennoch werden diese in der rechtssprechung auch mal ausser kraft gesetzt...bzw. überstimmt.
  • 16.06.18, 10:30
    resurrector

    AW: Worte

    ein interessanter text, der mir von jahr zu jahr besser gefällt. entweder werde ich alt oder der text ist tatsächlich besser, als ich es anfangs zu konstatieren glaubte.
  • 18.10.05, 11:44
    aerolith

    AW: Worte

    die längst überfällige textarbeit für den rest...
    Das letzte Mal habe ich alle Wörter mit hartem T vermieden, ich habe sie einfach nicht in die Leitung gelassen. Ich glaubte, den Tücken dadurch entgehen zu können. Dafür habe ich mich dann an der Kerze verbrannt, als ich die Mücken verjagen wollte, die um die Flamme tanzten.


    Unselig angezündet ist schnell etwas. Also schick mir keine Zündhölzer durch die Leitung! Vielleicht kann ich mir das Sprechen ganz abgewöhnen. Ich werde nicht nur das harte T streichen, sondern auch das M. Dann plagen mich diese Viecher nicht mehr. Und nach und nach werde ich alle anderen Buchstaben streichen.
    Das ist eine hübsche idee, die mich daran erinnert, mal wieder verstecken zu spielen, wenn ich nicht gesehen werden möchte - und niemanden sehen will!

    gut: daß du ein psychogramm entwickelst.
    schlecht: das du den text hermetisierst. dein leser hat hier bloß die möglichkeit, sich ganz auf den auktorialen erzähler einzustellen, andernfalls bliebe er draußen.

    Er soll es sich auch abgewöhnen! Er redet nichts Wichtiges.
    Wieso redet überhaupt noch jemand?
    Verzeih ein unseliges Wort, bittet er, aber die Sucht, du verstehst?
    Ich verstehe das mit den Mücken, die stören, antworte ich.
    Ich habe gesagt ..., dann verstummt er. Ich habe aufgelegt.
    ein blasses Du. schaff ihm mehr raum und mehr substanz.
    Es redet noch immer jemand! Wieso? Obwohl keine Zündhölzer mehr aus der Leitung kommen. Ich habe den Apparat angezündet. Die Flammen verfolgen die Leitung zurück bis zu dem Unwilligen.
    Er redet nichts Wichtiges.


    Wenn man ein Wort einen Augenblick zu spät verbrennt, kann man selbst daran verbrennen. Auch wenn das Wort kein hartes T hat und nicht wichtig ist. Ich beschließe, ab sofort immer die brennende Kerze mit mir zu tragen. Man kann ja nie wissen. Die Mücken habe ich schon vergessen.
    warum? ist das zufall oder notwendigkeit? ist sie vergeßlich, oberflächlich, unstät?
    Meine guten Vorsätze auch.
    dieser satz bricht das bisherige. er macht aus dem lyrischen ich eine zur selbstreferenz neigende und zur reflexion fähige person. das widerspricht dem obigen teil des textes, in dem eher der eindruck entstand, das lyrische ich sei quasi autoreferentiell, idiotisch.
    Jetzt muß ich nur noch den Aschenbecher wiederfinden.


    Einen Augenblick bin ich wie gelähmt vor Schreck. Er ist nicht mehr da. Wo soll ich jetzt meine Worte hinspucken? Aber ich kann mir sowieso keines anzünden, weil die Streichhölzer in der Leitung hängengeblieben sind. Und die Kerze ist auch ausgegangen.
    ein hübscher schluß.
  • 29.08.02, 10:49
    Griffon

    AW: Worte

    "Wenn man ein Wort einen Augenblick zu spät ausdrückt, verbrennt man sich den Mund."


    Diesen Satz habe ich bereits mehrfach gelesen - ich werde ihn wohl bald auswendig können. Und auch der Rest gefällt - sehr sinnige Formulierungen - gekonnt.


    Könnte ich mir ein Urteil erlauben (ich habe Nachholbedarf) würde ich den Text evtl. als Beitrag des Monats nominieren.
  • 28.08.02, 11:30
    strega

    AW: Worte

    Original erstellt von eulenspiegel:


    hatte mein statement naiv-treu-doof und nicht sarkastisch gefasst, nix für ungut.

    hätte ich deine texte eher kennengelernt (ich habe gestern einige gedichte von dir gelesen), hätte ich gewusst, wie dein kommentar gemeint war. so aber wären mir mimik und tonfall sehr hilfreich gewesen. leider kann man das nicht mitposten.


    liebe grüße,

    strega
  • 27.08.02, 23:19
    rodbertus

    AW: Worte

    Lieber Till! Verlang von einem Till nicht mehr, als da? er über s-pitze S-teine mit seinen S-tulpen s-tolpert. (s-pitz s-prechen!)

    Abgesehen davon würde ich mich nicht darüber wundern, wenn strega in der Tat einen Kamm hätte. ich glaube auch nicht, daß es möglich ist, Autor und Text zu trennen. Wäre es so, könnten das Schreiben auch Maschinen übernehmen. In einem virtuellen Forum wird das Persönliche als eine Als-Ob-Konstruktion gefördert und kultiviert, ein Affenzirkus, ohne den aber der Affe nicht existierte.
  • 27.08.02, 17:04
    eulenspiegel

    AW: Worte

    hallo strega,


    hatte mein statement naiv-treu-doof und nicht sarkastisch gefasst, nix für ungut,


    gruss eule.
  • 27.08.02, 15:38
    strega

    AW: Worte

    danke für die begrüßung, rodbertus!
    allzuoft werdet ihr mich hier wohl trotzdem nicht entdecken, nicht solange ich nicht selber wieder schreibe.
    - mögest du recht behalten! -
    die idee, aus dem forum ein buch zu machen, ist gut und sicher nicht so schwierig umzusetzen.

    Original erstellt von eulenspiegel:
    schön, wie sich die kampfhähne zwei jahre später den kamm kraulen!
    etwas hat sich anscheinend nicht geändert: manchen gehts immer noch um die person, nicht um den text. aber ich werde versuchen, auf persönliches nicht mehr persönlich zu reagieren...
  • 27.08.02, 06:48
    eulenspiegel

    AW: Worte

    schön, wie sich die kampfhähne zwei jahre später den kamm kraulen!
  • 26.08.02, 22:32
    rodbertus

    AW: Worte

    wer einmal aus dem blechnapf frißt, strega, der kommt nicht los von diesem mist. auch du! tu quoque!


    Ich freue mich, daß Du wieder zu uns findest. Der Herbst wird wohl ein Fest für die Heimkehrer. Und sie treffen die Dagebliebenen. Und sie werden Worte finden, sich zu bewahren, den Nächsten.
    Es freut mich, daß dieser Text eine Heimat fand. Vielleicht findet er eine zweite. Irgendwann werden wir aus unserem Forum auch ein Buch machen müssen. Wir müssen.
  • 24.08.02, 08:45
    strega

    AW: Worte

    das ist nun wirklich eine überraschung...
    auch ich würde heute einiges anders machen, was aber mittlerweile egal ist, weil ich schon lange keine worte mehr finde.
    auf diesen text bin ich aber stolz. ich würde nichts dran ändern und denke, er ist wirklich nicht schlecht. demnächst erscheint eine anthologie, in der dieser text zu lesen sein wird. einer meiner ersten texte schließt eine reihe von veröffentlichungen ab - texte, die erst danach entstanden sind.
    ich schreibe nicht mehr. das ist der grund, weshalb ich auch an keiner diskussion in literaturforen mehr teilnehme.
  • 16.08.02, 09:23
    rodbertus

    AW: Worte

    Ist zuweilen interessant, in alten Ordnern zu blättern. Heute würde ich es anders machen.


    Der Text übrigens ist nicht schlecht, besser als vieles, was ich derzeit lesen darf.
  • 05.08.00, 23:14
    strega

    AW: Worte

    liebe miranda,


    ich bin gerade zurückgekommen und freue mich unheimlich darüber, dass mein text bei dir und anderen so ein echo gefunden hat. aus den verschiedensten gründen konnte ich seit monaten nicht mehr schreiben. du und die anderen habt dieses verlangen wieder in mir geweckt. dafür bin ich dir und allen, die positiv auf "worte" reagiert haben, dankbar.


    ganz liebe grüße,

    strega
  • 01.08.00, 11:53
    Miranda

    AW: Worte

    schön, der text (der für mich ganz neu ist), ich weiß auch nicht, warum er mich so anspricht. vielleicht der malina-touch, vielleicht die überfüllten aschenbecher, vielleicht der umgang mit worten. klasse. gefällt mir sehr.

    liebe grüße

    Miranda
  • 01.08.00, 09:29
    strega

    AW: Worte

    oh pinky,
    deine gedichte meinte ich doch gar nicht! weißt du denn nicht, dass deine texte für mich die schönsten sind, die ich jemals gelesen habe? habe ich dich das nicht schon einige male wissen lassen? du solltest aus deinen texten bücher machen, denn sie sollten niemandem vorenthalten bleiben.


    pinky,
    was ich über deine gedichte geschrieben habe, nehme ich zurück. nicht umsonst habe ich dir im lc geschrieben, dass ich sie mag. ein wenig sentimental sind sie schon, aber ich habe sie gern gelesen.


    und jetzt bitte schluss mit dem nick-verwirrspiel! ich steige nicht darauf ein.


    für alle, die glauben, ich hätte mich vergraulen lassen, weil ich mich in den nächsten tagen nicht zu wort melden werde: ich fahre für eine weile in den süden und werde in der zeit jeden pc meiden.
  • 01.08.00, 08:40
    pinky

    AW: Worte

    es sind nicht die dinge, die die menschen beunruhigen und ins unglück stürzen, sondern die meinungen über die dinge.
    liebste strega, du willst schrifstellerin werden. ich nicht. manche sind esel, die sich daraus nichts machen, daß sie kartoffel- und kohlsäcke schleppen. du kannst meinetwegen anstatt gemüse bücher schleppen und dich dabei erhaben vorkommen. es macht kein unterschied. ich mag lieber frei herumspringen und sentimental sein, ohne mich rechtfertigen zu müssen. und vergi? bitte nicht, daß ich pinky bin, d.h. mein vater ist der kitsch.


    noel
  • 31.07.00, 23:31
    strega

    AW: Worte

    ach wolkenstein,
    wenn du das auch so siehst, warum hast du dann so ein gezeter um ein fehlendes s in meinem kommentar gemacht? dass ich für deine textkritik offen bin, habe ich dich ja schon wissen lassen. vielleicht solltest du lernen, zwischen text und person zu unterscheiden.


    hi Leon,
    vielen dank für deine überaus konstruktive kritik! von einem, der nichts als kitsch in seine gedichte packt, kann man wohl nicht mehr erwarten.
  • 31.07.00, 21:17
    Leon

    AW: Worte

    nun ja, der aschenbecher kann sich freilich nicht wehren, daß man ihm eine geschichte zuschreibt. damit beginnt auch die krankheit des textes wie jede geschichte. wenn denn nun der aschenbecher reden könnte, würde er sagen: ich bin weder eine vagina, noch ein uterus. ich habe auch nie beim freud studiert. aber das ist nur rein hypothetisch.
  • 31.07.00, 20:43
    rodbertus

    AW: Worte

    strega, wenn Du es jetzt noch drei Mal sagst, daß Du usw., dann will auch ich es Dir glauben. Ich habe das schon während der Studienzeit den vielen gutbürgerlichen jungen Damen geglaubt, die aus purer Langeweile Germanistik und Kunst studierten und außer einer zuweilen zutage tretenden Hübschheit die Seminare mit ihrer Anwesenheit beglückten, zur Sache aber selten genug etwas beizutragen hatten.


    Man unterscheide zwischen einem Ordner-Eingangstext und Kommentaren. Der Eingangstext sollte keine Fehler beinhalten, keine Tippfehler, keine anderswertig vermeidbaren. Kommentare sind vor Fehlern nicht gefeit.

    Der Weg der Arbeit ist vorgezeichnet. Den Rest magst Du selbst erledigen. Du bist schließlich eine Studierte.
  • 31.07.00, 10:22
    strega

    AW: Worte

    hallo,


    wenn ich die "tussieh" sein soll, muss ich dich berichtigen. ich habe mich nicht verabschiedet.


    vielen dank für deine anregungen zum text! ich werde sie überdenken.
    vielen dank auch, dass du mich auf meine tippfehler aufmerksam machst! in zukunft werde ich dich auch auf deine aufmerksam machen. mir sind schon etliche aufgefallen, aber ich hielt es für erbsenzählerei, darauf herumzureiten. sei getrost, ich bin der deutschen sprache schon mächtig, auch wenn du mir etwas anderes einreden möchtest.


    auf eine angenehme feindschaft, süßer!

    strega
  • 31.07.00, 10:07
    aerolith

    AW: Worte

    Ein Studierter? Na bravo. (Kennste die Szene aus "Spur der Steine", in der Manne Krug dem Parteisekretär auf den Zahn fühlt? "Ah, 'n Studierter!" ungefähr Minute 16) Dann solltest Du wissen, daß auf DU in die zweite Person konjugieret werden muß, also muß es heißen BEKLATSCHST. Daß Frauen schön zu sein haben, anbei auch noch den Mund halten sollen, das habe ich gehört. Mancher behauptet das. Mag es aber nicht so recht glauben. Hieße das nicht, ein Gutteil Menschheit zu begrenzen? Gegen Begrenzungen habe ich einiges einzuwenden.


    Aber genug.


    Reden wir noch ein wenig über den Text, jetzt, nachdem auch diese Tussieh sich verabschiedete. (Wie leicht das geht! Es sind doch immer wieder die selben Knöpfe, auf die man drücken muß.):


    erstellt von strega: Der Aschenbecher hatte sich so oft wiederholt, bis er keine Worte mehr fand und warten mußte, bis ihn jemand ausleerte. Wenn man ein Wort einen Augenblick zu spät ausdrückt, verbrennt man sich den Mund. Deshalb soll endlich jemand den Aschenbecher leer machen!

    Frage 1: Nach welcher Rechtschreibung verfährst Du? Soll ich LEER MACHEN im wörtlichen Sinne verstehen müssen oder im übertragenen? Ein wörtlicher Sinn ist schwierig vorstellbar, es sei denn, der Aschenbecher besitzt eine Möglichkeit zur Reaktion. Exakt wäre entleeren. Im übertragenen Sinne müßte die Personifikation des Aschenbechers, die Du anfangs anzeigst, zu einer Möglichkeit genutzt werden -vom Schreiber gleichermaßen wie von Leser-, in der dem Aschenbecher selbst Bedeutung und Sinn subsumieret wird. Es scheint so zu sein, denn der A. FAND KEINE WORTE. Gut, sehen wir weiter.
    Du sprichst von einem AUGENBLICK. Der Sinnzusammenhang zwischen Wort (Gewalt) und Augenblick (Unmacht; denn nichts ist unmächtiger als ein Augenblick - Ewigkeit ist genauso unmächtig, nur die Dauer besitzt Gewalt) wird im DRUCK, im Ausdruck vermittelt, dazu ein SPÄT, genauer, ein ZU SPÄT. Das aber kann dem Augenblick nicht genügen, weil es assoziiert, daß dem Augenblick Gewalt gegeben sein muß, zumindest Bewußtheit, was nicht der Fall ist. Dazu schwingt die Gewalt des Wortes im Wort MUND mit. Nun ja, ein Wortfeld, ein interessantes, ein nicht Ausgewuchtetes, ein nicht ausgewuchtetes Wortfeld generierst Du da. Wollen wir mal weitersehen! Ein DESHALB? Also ist die Personifikation vollendet! "Dessen halber" bedingt den Genetiv, bedingt einen personalen Grund. Kein Darum, ein Deshalb! Das Leer Machen (kleiner Scherz) ist natürlich entsetzlich.


    Erst einmal genug. Ist mein Abschiedsgeschenk an Dich, Studierter.
  • 31.07.00, 08:46
    strega

    AW: Worte

    lieber robert,


    du bist wirklich sehr empfindlich. ich hoffe, du hast trotzdem gut geschlafen. um deine freundschaft habe ich dich nie gebeten, auch nicht darum, dass du meinen text beklatscht. ich habe ihn ja hier hereingestellt, um etwas dazuzulernen, nicht, um honig ums maul geschmiert zu bekommen. doch ich habe hier nur gelernt, dass frauen süß zu sein haben und den mund halten sollen. danke für deine belehrung!


    noch etwas: after würde ich nicht mit leser gleichsetzen, ich mag die männer ja doch. im übrigen habe ich germanistik studiert. ich brauche in dieser richtung also keine aufklärungen bzw. auslegungen.


    das wär's dann, schätzchen.
    strega
  • 30.07.00, 22:07
    Robert

    AW: Worte

    Das generische Maskulinum (gleichwohl wie das generische Femininum) steht für Geschlechtsabstraktion; es ist die Fähigkeit von Bezeichnungen, geschlechtsabstrahierend verwendet zu werden, insbesondere wenn es nicht um konkrete Lebewesen resp. Wesen geht.

    die Schlange, die Sprache, die Nation, die Natur, Dekan, Professor, Doktor, Student, Kunst, Politik u.ä.

    Dein Text ist nicht gut. Ganz einfache Geschichte: Du tötest, willst aber gefallen. Klatschsucht nenn ich das. Gehemmte Klatschsucht. Und das KOMMT DANN DABEI HERAUS; WENN DEM Klatschen nicht genug Beachtung geschenkt wird.


    In Leserinnen steckt übrigens der Leser nicht drin, in Klafter steckt auch kein After, oder? Aber hinter dieses Geheimnis der Sprache wirst Du auch noch kommen. So einfach geht es nämlich nicht, daß mit einem Suffix gleich alle Mißverständnisse ausgeräumt sind.

    Frau ist ursprünglich männlich konnotiert gewesen, fro geheißen, funktional gebraucht und bedurft. -in ist auch nur Kürzel von EIN. Wußtest Du das? jenes ist aber sächlich, immer schon. Das Eine, die Eine, der Eine; jetzt hörst Du mich lachen, weil es gleich gültig ist.


    Es lebe die unbedarfte Oberflächlichkeit, die so weise den politischen Auguren folget. Hogwh!
  • 30.07.00, 21:54
    strega

    AW: Worte

    hallo süßer,


    verzeih bitte die leserinnen, ich wusste ja nicht, dass in diesem forum dem männlichkeitswahn gefrönt wird. allerdings muss ich dir widersprechen: in dem wort stecken auf jeden fall die leser mit drin. oder hätte ich leser/innen schreiben sollen? ist doch etwas umständlich, oder?


    wegen der neuen orthographie mach dir keine sorgen! es wird fleißig weiter reformiert. bald soll es eine reform der reform geben. so habe ich es zumindest gehört. vielleicht stimmt es ja auch nicht.


    übrigens hast du mich jetzt auch verwirrt.


    das schätzchen grüßt dich recht herzlich
  • 30.07.00, 19:31
    aerolith

    AW: Worte

    Warum nur die Leserinnen? Ich hab da wohl nichts zu vermelden? Und jetzt sag nicht: die Leser und Leserinnen. Das nehm ich Dir genauso übel, denn im Leser sind die Leserinnen subsumiert, in den Leserinnen die Leser aber nicht. In Gottheit (DIE) sind Götter und Göttinnen subsumiert. Quatsch nicht jeden Tagesquark nach, Süße. Wir sind hier nicht die Gleichstellungsbeauftragten. (Übrigens sollten wir dieses Wort in unseren Unwort-Ordner aufnehmen.)

    Aber ich will nicht nur motzen, sondern das Problem, weil es mir ein gesellschaftliches zu werden scheint, sprachwissenschaftlich genauer beschreiben.

    Wenn ich Dein "Leserinnen" recht verstehe, so soll damit die männliche und weibliche Leserschaft erfaßt werden, anders gesagt, genus und sexus fallen zusammen. Noch schärfer formuliert: das grammatische Geschlecht wird mit dem biologischen logisch verbunden, in eins gesetzt. Ja, manchmal deckt sich das grammatische Geschlecht auch mit dem biologischen. Man denke an Gedanke, der doch beinahe immer männlich ist. Von Frauen kömmt da viel zu wenig, schon gar nicht systematisches. War das itzt übertrieben? Aber grammatisches und biologisches Geschlecht decken sich gelegentlich auch nicht. Man denke an Schwester. Hoplla, das Wort ist ja ein Mischwesen, eine männliche Endung und ein weiblicher Artikel, ein Indikator dafür, daß dieBestimmung nicht so einfach ist.

    Vielleicht könntest Du dann auch die neue Orthographie im Orkus verschwinden lassen und Dich einer sinndurchdachten verordnen. Und glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Ich hab die neue O. studiert, hab meine Bedenken eingebracht, hab gewettert, sie waren nicht zu bewegen, die Herren und Damen Strukturalisten. Auch das dürfte einen gesonderten IQ-Ordner wert sein.


    Zur Sache, Schätzchen: Tötend vs. Getötet (sein). Im Sein steckt das Werden, im Handeln das Zuvor. Ich muß da ein wenig Anlauf nehmen. Das Unwichtige ist vorgelagert, es korrespondiert mit dem Nichtsagen. Ja, richtig, Du willst reduzieren, die Sprache sozusagen wegtöten. Nein, Du willst sie getötet haben durch die Reduktion aufs Wesentliche. Das aber ist unwichtig, Deiner Beschreibung nach. Und somit hast Du mich verwirrt.


    Gedankenstriche, strega.
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