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Thema: Naturwissenschaft - der Ordner

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 05.10.20, 11:46
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Quantenphysik reloaded

    Nachdem ich gefühlte 10000 videos und vorträge über Quantenmechanik, Doppelspalt, Allg. Relativitätstheorie, Big Bang, Big Freeze, Big Crunch, Big Mäc, E=mc2 usw. von Lesch, Gassner, PBS und FermiLab bis hin zu VT-Kuriosa konsumiert habe, muß ich sagen: Ich verstehe die Welt nicht (mehr).

    Wenn die Quantenphyisik recht hat, ist die Welt ein Haufen irrationaler, chaotischer und gleichzeitig unendlich fein abgestimmter Konstanten, Variablen, Größen - widersprüchlich und absurd bis zum gehtnichtmehr .....

    Die ganzen Quantenfuzzis gehen mir auf den Sack. Wahrscheinlich, weil sie recht haben. Meine schöne, alte Welt mit Teilchen, Wellen, Energie, alles wohl getrennt und berechenbar, kausal und deterministisch, diese alte, primitive Weltsicht ist zusammengebrochen, zerstäubt und aufgelöst durch die Quantenphysik.

    Alles klar. Nur: ich versteh das nicht.
  • 27.06.20, 14:50
    Streusalzwiese

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ja, meines Wissens wird das immer noch gelehrt. Der Vorteil vom Bohrschen Atommodell: Es ist anschaulich.

    Deine Lehrerin war nicht auf dem neusten Stand. Auch zu deiner Schulzeit wusste man schon, dasss das Bohrsche Atommodell kein Abbild der Wirklichkeit ist, sondern ein Modell mit dem man einige Eigenschaften von Atomen beschreiben kann, andere aber nicht.
  • 27.06.20, 09:06
    aerolith

    Geschwindigkeit von Elektronen

    Es gibt ein paar Bereiche in den Naturwissenschaften, die immer mal wieder mein Interesse wecken, zum Beispiel Geschwindigkeiten von Elektronen. Als ich zur Schule ging, wurde uns das Bohrsche Atommodell nahegebracht. Ich frug damals meine Lehrerin, die uns erklärte, daß Elektronen auf einer festen Bahn um den Atomkern herumsausten, ob das nicht dazu führen müsse, daß sie Energie verlören. Sie erklärte das mit der Zufuhr von Magnetismus, der Anziehung durch den Atomkern und der Interaktion mit anderen Atomkernen/Elektronen. Dennoch blieb da ein Verlust, meiner Meinung nach. Und das mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Elektronen erschien mir schon klarer, liegt ja auf der Hand, daß ein Elektron, das sich weiter weg vom Kern befindet, eine höhere Geschwindigkeit erreichen kann als ein sehr nah am Kern seiendes. Aber irgendwann kam mein Freund Achtpanther mit der Idee, hier die Quantenphysik zu bemühen, Elektronen also eher als nichts Festes im Sinne einer gleichbleibenden Geschwindigkeit zu begreifen, sondern als etwas, was auch Welleneigenschaften besäße. Damit war zwar nicht erklärt, welche Geschwindigkeit Elektronen besäßen, konstant oder variabel, aber das ermöglichte auf jeden Fall ein neues Denken. Und als dann aus Cern bekannt wurde, daß man in einem Teilchenbeschleuniger Elektronen bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit bringen konnte, war die Sache zwar nicht entschieden, aber Bohr zumindest sehr in Frage gestellt.

    Da soll mal noch einer sagen, in den Naturwissenschaften gäbe es keine Veränderungen hinsichtlich dessen, was als "wahr" gilt.

    Mich würde mal interessieren, ob man in der Schule immer noch das Bohrsche Atommodell lehrt.
  • 31.05.20, 08:28
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Absurd ist natürlich eine menschliche Wertung. Der Mensch aber ist dem Kosmos völlig gleichgültig, der Natur völlig wurscht. Es ist natürlich absurd, wenn ich als Mensch erwarte, das Geschehen im Kosmos folge irgendeinem Sinn und Zweck.
  • 30.05.20, 20:34
    Klaus Norbert

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    ... Ein absurder Kosmos ohne Sinn und Zweck.


    Wieso ist der Kosmos ohne Sinn und Zweck absurd? Das erscheint mir nicht logisch, der Kosmos an sich ist doch den Menschen völlig unbekannt, Google Kosmos gibt es nicht.
  • 30.05.20, 18:22
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Tja, sieht wohl so aus. Ein absurder Kosmos ohne Sinn und Zweck.
  • 30.05.20, 14:14
    Streusalzwiese

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ich sehe das etwas lockerer. Unsere Vorstellung von Realität ist mesokosmisch bestimmt. Dass unsere Vorstellungen von der Welt nicht sehr weit reichen, sieht man daran, dass man bei der Antwort, warum es die Welt gibt, ins Straucheln kommt. Entweder es entstand etwas aus dem Nichts, was einem nicht logisch erscheint, oder es war schon immer etwas da, was einem auch unlogisch erscheint. Das bedeutet: Die Welt ist sicher verrückter als unsere Weisheit zu träumen vermag.
  • 30.05.20, 11:13
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Quantentheorie und klassische Physik - Nichtlokalität und Nichtrealismus versus Lokalität und Realismus. Gefühlsmäßig bin ich bei Einstein und Co. Quantenphysik ist für mich der Anfang vom Ende rationaler, auf Realismus beruhender Physik. Ihre Experimente liefern unverständliche, paradoxe Ergebnisse. Ich habe nichts gegen Zufall in der Welt, natürlich gibt es zufällige Prozesse. Warum nicht? Wenn man mir aber mit Verschränkung, Quantenfluktuation oder Kollaps der Wellenfunktion und Aufenthaltswahrscheinlichkeiten von Teilchen kommt, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Wenn das, was die Welt im Innersten bestimmt, so verrückt und grotesk ist, dann bin ich nicht von dieser Welt. Ein naiver Realismus wäre mir auch zu platt. Ich stell mir Elementarteilchen nicht als kleine Kügelchen vor, die wie Planeten um irgendeinen Atomkern kreisen. Das wäre zu naiv. Wenn sich aber alles in einem nebulösen Wust von Wahrscheinlichkeiten und aus dem Nichts auftauchenden und wieder verschwindenden Energiequanten auflöst, dann hab ich schon meine Probleme damit.
  • 01.11.19, 22:24
    anderedimension

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    In die Tiefe zu graben ist nicht ganz ohne...siehe Fracking - zudem muss auch das Verhältnis...Energieaufwendung/Energiegewinnung.....stimmen. Sonne, Wind und Wasser...das macht am meisten Sinn - das alles steht uns zur Verfügung...ohne Raubbau betreiben zu müssen. Da könnten wir schön viel weiter sein...aber es sind ausgerechnet die Grünen...die das verhindern.
  • 01.11.19, 20:05
    Lester

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Schmunzelt... tja, Luftikus… ich denke, so ein Gestänge von 12 Km Länge ist nicht ganz leicht als Drehbohrer zu gebrauchen, das wiegt gerne ein paar tausend Tonnen, das muss also anders gehen, also aufwendiger (aufwändiger). Zudem ist es in der Teufe auch höllisch heiß, Kruppstahl wird unruhig bei über 1000 Grad. Und dann ist der Aufwand irgendwie zu bezahlen, mag sein, dass sind nur ein paar Millionen, aber ich hätte da Zweifel, ob sich eine Privatperson oder Firma findet, das alles zu finanzieren. Nicht solange man nicht weiß, was da am Ende bei rumkommt. Ich würde mein Geld auch eher für ein neues Fahrrad, eine Kiste Dörflinger und Weiber ausgeben - als für die Bohrerei.
  • 31.10.19, 09:50
    rodbertus

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Mich wundert seit einigen Jahren die Unfähigkeit der Ingenieure, tiefer in die Erde einzudringen. Das tiefste gebohrte Loch soll etwa 12000 Meter betragen, 0,2% des Erdradius. Warum ist das so schwierig?
    Damit zusammenhängend scheint es mir unsinnig von einer Ausplünderung unseres Planeten zu sprechen. Wenn wir in etwa 200 Jahren Industrialisierung mit Hilfe von durchschnittlich vier Milliarden Menschen und einer Durchdringungsquote von 0,2% immer noch Reserven für zig Jahre besitzen, wie läßt sich dann die Behauptung aufstellen, unser Planet würde geplündert? Das wäre ja so, alsob ich meinem vierjährigen Sohn das Mitnehmen einer Schaufel Ostseesand vom Strand nach Hause verbieten würde, weil damit eine Strandsandentleerung einherginge.
  • 17.09.19, 22:54
    anderedimension

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Zitat eulenspiegel


    Und. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Im Netz ist ja bekanntlich das Spiel mit Identitäten für manche sehr reizvoll ......
    Das ist richtig, aber mit der eigenen, mit seiner wahren Identität unterwegs zu sein...das ist die mit Abstand reizvollste Variante - und sie ist sehr effizient...denn weil sie, die Identität, immer hinterfragt wird...so sehr du dich auch um Authenzitität bemühst. Das hat den Vorteil, dass sich "die Anderen" Identitäten für dich ausdenken, die du dir ansonsten hättest ausdenken müssen.
  • 17.09.19, 22:28
    Klaus Norbert

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    ... Dass ihr unterschiedlich schreibt und argumentiert, könnte ja Teil der Inszenierung sein, sonst wären ja 2 Nicks für eine Person witzlos.
    Ich kam nur drauf, weil KN auf 3 Beiträge meinerseits antworete, die allesamt Anworten auf AD waren.
    Es war ja auch nur eine Vermutung.
    Und. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Im Netz ist ja bekanntlich das Spiel mit Identitäten für manche sehr reizvoll ...

    Ich bin meine eigene Figur.

    Und ich dachte, Sie sind der Vetter von Michael.
  • 16.09.19, 20:56
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Iss ja gut, hab's ja schon kapiert.

    Dass ihr unterschiedlich schreibt und argumentiert, könnte ja Teil der Inszenierung sein, sonst wären ja 2 Nicks für eine Person witzlos.

    Ich kam nur drauf, weil KN auf 3 Beiträge meinerseits antworete, die allesamt Anworten auf AD waren.

    Es war ja auch nur eine Vermutung.

    Und. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Im Netz ist ja bekanntlich das Spiel mit Identitäten für manche sehr reizvoll ...... ;-)
  • 16.09.19, 20:33
    Klaus Norbert

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    ... Aber es sieht für mich so aus, als ob der Klaus Norbert das alter ego von anderedimension sind.


    Wie kommen Sie darauf?

    Nein, er schreibt doch völlig anders als ich. Und er drückt anders dimensionierte Verhalte aus, mit denen ich nichts zu tun habe, außer als Nutzung einer wie Zielscheibe.
  • 16.09.19, 12:08
    anderedimension

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Weder naiv noch uninformiert, sondern einfach nur auf dem falschen Dampfer.
  • 16.09.19, 10:18
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Also vielleicht bin ich ja naiv. Oder nur uninformiert. Aber es sieht für mich so aus, als ob der Klaus Norbert das alter ego von anderedimension sind. Was ja bei mehrdimensionalen Wesen nicht verwunderlich wäre.
  • 15.09.19, 22:41
    Klaus Norbert

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    Ich behaupte, dass niemand die Quantenphysik versteht, verstehen kann. Weil Widersprüchliches bezüglich Naturgesetzen und Ergebnissen von Experimenten nunmal nicht verstanden werden kann. Es gibt nun 2 Möglichkeiten: unsere Experimente bzw. Ergebnisse/Schlußfolgerungen sind falsch oder die Welt funktioniert tatsächlich anders als unsere Logik und Vernunft.

    Je nach Temperament kann man sich für eine der beiden Mögllichkeiten entscheiden. Ich neige dazu, klassisch-konservativ geprägt wie ich bin - der Quantenphysik und ihren Vertretern zu misstrauen, als der Welt und dem, was sie ausmacht. Bin mir aber nicht sicher. Sollte die Welt tatsächlich zufällig, willkürlich, irrational gestrickt sein, dann lehne ich sie zwar ab, was aber nichts an ihr ändern wird.

    Wahrscheinlich ist die Welt zufällig, beliebig und irrational gestrickt. Würde das Verhalten des homo sapiens irgendwie erklären, dieser Auisgeburt einer kranken Phantasie.

    Und dann ist der Mensch noch so geworden, daß er nicht immer so gut funktioniert, das kann doch nicht gewollt sein?


    Dann machen wir eben weiter. Ich habe mich schon als Kind gefragt, was mit diesen Unmengen Müll geschieht.
  • 15.09.19, 09:54
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ich behaupte, dass niemand die Quantenphysik versteht, verstehen kann. Weil Widersprüchliches bezüglich Naturgesetzen und Ergebnissen von Experimenten nunmal nicht verstanden werden kann. Es gibt nun 2 Möglichkeiten: unsere Experimente bzw. Ergebnisse/Schlußfolgerungen sind falsch oder die Welt funktioniert tatsächlich anders als unsere Logik und Vernunft.

    Je nach Temperament kann man sich für eine der beiden Mögllichkeiten entscheiden. Ich neige dazu, klassisch-konservativ geprägt wie ich bin - der Quantenphysik und ihren Vertretern zu misstrauen, als der Welt und dem, was sie ausmacht. Bin mir aber nicht sicher. Sollte die Welt tatsächlich zufällig, willkürlich, irrational gestrickt sein, dann lehne ich sie zwar ab, was aber nichts an ihr ändern wird.

    Wahrscheinlich ist die Welt zufällig, beliebig und irrational gestrickt. Würde das Verhalten des homo sapiens irgendwie erklären, dieser Auisgeburt einer kranken Phantasie.
  • 14.09.19, 11:28
    aerolith

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Das mit der Quantenphysik ist ziemlich einfach, Till: Die Welt existiert aus sich gegenseitig bedingenden, zugleich anziehend-abstoßenden Quantifizierungen, deren Wirkung darauf beruht, wie sie sich zu Ort und Zeit verhalten.
    So ungefähr jedenfalls, behauptet zumindest diese Seite.

    Natürlich lehne ich das ab. Würde ja bedeuten, daß alles relativ sei, was mir nun wieder schnurzpiepegal. Klarerweise gibt es vieles, was bedingt ist, Verhältnisse aufbaut und derer bedarf, nicht aber alles ist so.
  • 14.09.19, 09:28
    anderedimension

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Aus dem politischen Bereich ist er schon längst getilgt, da redet niemand von Rassen - dafür aber von "den Anderen". Und das, so bin ich der Meinung, sollte erlaubt sein. Niemand sollte sich dazu gezwungen fühlen jedermanns Freund sein zu müssen.

    Man kann das Pferd auch von hinter aufzäumen: wer sind im ganz privaten und intimen Bereich unserer Freunde? Das sind i.d.R. Menschen, die ähnlich wie wir selbst ticken. Die können aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen kommen - und oft ist das auch so, aber viel wahrscheinlicher ist, dass er entweder aus meinem Kulturkreis kommt, oder sich diesem anpasste. Der afghanische Student, der in meiner WG lebt, kann mein bester Freund werden...aber nicht dann...wenn er Steinigungen gut findet und im WG-Bad Ziegen schlachtet. Die Herkunft alleine sagt nicht besonders viel aus. Es ist nicht nur der Mensch selbst (Charakter)...sondern auch sein soziales Umfeld, in dem er sich bewegt, was Sympathien weckt...oder Ablehnung hervorruft. Die sogenannten no-go-Areas sind Bezirke...innerhalb derer sich Zugezogene unserer Kultur entziehen...um sich die mitgebrachte zu 100% bewahren zu können. Aber nur innerhalb kultureller Schnittmengen kann sich Rassismus verflüchtigen. Das wussten auch die Nazis...weshalb sie Juden und Sinti und Roma erst mal separierten, damit sich Rassismus und Antisemitismus ausbreiten können.

    Wer mit den Haien schwimmt, der wird die Angst vor ihnen verlieren...aber seinen Respekt behalten. Wer im sicheren Käfig abtaucht und vor jeder Attacke geschützt ist, der wird seine Angst behalten, aber seinen Respekt verlieren.
  • 14.09.19, 09:03
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ich hab ja nix dagegen, den Begriff Rasse aus dem politischen Bereich zu tilgen. Ich hab auch nix dagegen, ihn aus dem Bereich der Wissenschaft zu tilgen. Dann ist die Wissenschaft aber aufgefordert, zu klären, was den Menschen genetisch ausmacht, wo die Grenze zu Hominiden, Menschenaffen usw. verläuft. Dass der Begriff der Rasse beim Menschen weitgehend obsolet ist, ergibt sich schon daraus, dass ein Großteil des menschlichen Erbguts durch Vermischung unter den verschiedenen Stämmen, Ethnien und regionalen Spezies ohnehin nicht mehr als indigen betrachtet werden kann. Wanderungen gab es immer und 'Mischehen' auch. Selbst unter Völkern, die streng auf Abgrenzung schauten, wie z. B. die Juden. (Interessant bis köstlich sind ja die Bemühungen, zu definieren, wer nun Jude sei und wer nicht. Da zeigt sich schön der Spagat zwischen Abstammung und Glauben).

    Also seh ich das sehr gelassen. Ein Streit unter Gelehrten sollte nicht politisch missbraucht werden und Biologen sollten sich nicht mit pseudowissenschaftlichen Argumenten in politische und gesellschaftliche Diskussionen unter dem Mäntelchen der Wissenschaft einmischen. Sollen sie doch erstmal klären, ob der Begriff Rasse wissenschaftlich überhaupt fassbar ist und ob man ihn überhaupt braucht dort.

    Aber so ist das oft, wenn sich Naturwissenschaft in gesellschaftliche Diskussionen einbringt. Sie stiftet nur Verwirrung.

    Herders Idee halt ich persönlich für sehr schräg. Aber ich besitze ja auch nicht die Gnade des Glaubens. Ich respektiere solche Ideen, doch verstehe ich sie nicht. Genauso wie die Quantenphysik übrigens. ;-) (die ja von Religion kaum mehr zu trennen ist).
  • 14.09.19, 08:58
    anderedimension

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ich glaube wenn jemand sachlich und ohne jede Wertung von den Besonderheiten und Eigenarten verschiedenster Volksgruppen berichtet, dann kommt niemand auf die Idee das mit Rassismus in Verbindung zu bringen. Erst im herabwürdigenden Vergleich redet man von Rassismus. Bleibt also die Frage...ob es diese Vergleiche braucht. Die werden vom Normalbürger (nicht vom Wissenschaftler) erst dann angestellt, wenn er mit, neben oder in Konkurrenz mit dem Anderen leben muss. Besuche ich diesen in seinem Kulturraum, sagen wir mal im Urlaub, dann ist das eigenartige Verhalten interessant, lustig, abenteuerlich,...eben einfach nur anders. Das kennen wir aber auch aus unserem Alltag, innerhalb des eigenen Kulturkreises, wenn wir zB sagen: "sie/ihn finde ich ganz interessant...aber leben wollte/könnte ich mit ihr/ihm nicht. Und umso mehr wir uns genetisch unterscheiden, desto größer ist wohl die Wahrscheinlichkeit...dass der Andere ein anderes Verhalten an den Tag legt...als das...das uns vertraut ist. Und so liegt es in der Natur der Sache...dass wir ihm eher misstrauisch begegnen. Von Geburt an bringen wir ein natur-oder gottgebenes Vertauen mit...bis dieses das erste Mal missbraucht wird...oder sich als Nachteil erweist. Das Kleinkind vertraut erst mal jedem.

    Deshalb halte ich Rassediskussionen...die von der Gesellschaft geführt werden...für überflüssig. Sie führen zu nichts. Sie werden aber immer geführt werden, denn sobald du die negative (in deinen Augen) Eigenart des Einzelnen auf eine/seine ganze Volksgruppe projezierst...bist du in den Augen vieler ein Rassist...auch wenn du gar nicht vorhast aus deiner Feststellung Konsequenzen zu ziehen...die dem Anderen zum Nachteil reichen. Wenn ich links und rechts von mir Sinti und Roma als Nachbarn habe und deshalb wegziehe...bin ich dann schon ein Rassist - oder erst dann, wenn ich von den anderen verlange wegzuziehen?
  • 13.09.19, 20:44
    aerolith

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Mir geht das ähnlich, Till, aber ich glaube, ich habe andere Beweggründe als Du - und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Ich begrüße den Gedanken Herders, wonach jedes Volk eine Idee Gottes sei, die sich in der Welt verwirkliche. Als Christ sehe ich in jedem Menschen eine Idee Gottes, die sich verwirklichen soll. In diesem Kosmos ist der Begriff "Rasse" überflüssig, da sich Volk und Rasse niemals verbinden lassen.
    Aber auf der anderen Seite gibt es da Darwin und Haeckel, deren Gedankenwelt die Einzelstellung des Menschen im Kosmos zumindest in Frage stellte und uns zu einer Art "hochgekommenen Affen" machte. Wenn ich also für Dackel, Pferde und Hamster den Begriff "Rasse" zulasse, muß ich dies auch für den Menschen tun. Dann aber muß die Wissenschaft auch definieren können, wer wann zu welcher Rasse gehört. Und das dürfte ziemlich schwierig werden. Schwieriger als bei Hunden oder Pferden? Vielleicht erleben wir ja bald Meisterschaften zur Bestimmung des reinrassigsten Menschen, Rasse xc21? Nebenbei bemerkt: Es kam kürzlich heraus, daß wir Deutschen etwa 2% Neanderthaler-Gene in uns tragen. Die Afrikaner dagegen nicht. Wenn itzt der eine mit dem anderen, wird dann der Afrikaner zum Neanderthaler?

    Nun bin ich aber weder Darwinist noch Biologe. Daher lehne ich für meinen Sprachgebrauch - und eigentlich auch fürs Denken - den Begriff ab.

    Die Jenenser nun, also die Erklärung der Zoologen, wollen aber den politischen Begriff "Rasse" letztlich auf Hunde und Affen übertragen und entsprechend tilgen, weil eben im politisch-psychologischen Sinn mit dem Begriff Schindluder getrieben wurde/wird.
    Das ist nun einerseits schon verständlich und sogar wissenschaftlich, denn es ist durchaus statthaft, den Diskurs um ein Wort zu vermehren wie zu mindern. Ich halte es aber für unwissenschaftlich, Begriffe aus dem einen Wirkungskontext schlichtweg auf einen anderen zu übertragen, d.i. eben der von mir genannte Kategorienfehler.
  • 13.09.19, 20:28
    eulenspiegel

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    Ich bin zwar gegen politische, moralische, religiöse oder sonstige Denkvorgaben oder -verbote, besonders in den Wissenschaften, und finde, dass Wissenschaft frei sein soll, wenigstens, was ihr Denken und theoretisches Forschen betrifft (Grenzen sind dort gesetzt, wo andere Menschen und Tiere leiden, gequält oder missbraucht werden), aber ich wüsste schon gerne, was eine Rasse sein soll, wer das definiert und wie man Rassen unterscheidet.

    Welche körperlichen, seelischen, geistigen Merkmale sind rassenbedingt, taugen zur Differenzierung von Rassen?
    Ab welchem qualitativen/quantitativen Unterschieden im Genom spricht man von unterschiedlichen Rassen?
    Wenn ja, wieviele menschliche Rassen gibt es?
    Was sind rassische Merkmale, was sind Variationen innerhalb einer Rasse?
    Wer braucht den Begriff Rasse, wer gebraucht ihn?
    Wozu dient er in der Wissenschaft?
    Was sind Rassen, was sind Ethnien, was sind Völker, Nationen, Stämme?
    Sind das nicht alles willkürliche Unterscheidungen?
    Usw.

    Ich hab zwar nichts gegen den Begriff Rasse, hab was gegen den allerorten grassierenden Vorwurf des 'Rassismus', sobald ich eine nicht genehme Meinung äussere, ich hab aber ein Problem mit der Einteilung von Menschen in Rassen. Weil das am Ende immer in ein qualitatives Einteilen in höherwertiger/minderwertiger mündet. Ein indigener Stammesangehöriger im Amazonasurwald ist weder mehr noch weniger wert als ein europäischer Wissenschafter am CERN oder ein milliardenschwerer Ölprinz vom Golf. Gehören sie unterschiedlichen Rassen an, wenn ja, wonach differenziert wer, wann, wo, wozu diese?

    Ich halte das für ziemlich überflüssig. Bei Hunden und Katzen verseh ich's noch, bei Menschen eher nicht.
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