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Thema: Was ist schön?

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 27.01.19, 13:33
    Lester

    AW: Was ist schön?

    Die schön sind

    Jene, die schön sind, stehen an ihren Fenstern
    mit ernsterer Miene, jedem Blick geben sie
    seinen eigenen Grund und bevor sie gehen
    hebt sich ein Vorhang und sie halten es aus.

    Auch wenn sie verzweifeln, bleibt jede Regung der Augen
    im Schattenriß ihres Gesichts und noch im Verbrennen
    sucht sich die Asche ihren eigenen Hauch, der sie verweht.

    Die Dinge verbinden sich mit ihnen bei ihrem Tun,
    selbst wenn zu ihrem Wünschen niemand mehr
    zustimmend die Hand hebt, ihnen fällt nichts unbestimmt,
    und niemals wie von ungefähr.
  • 28.12.05, 10:34
    Lester

    AW: Was ist schön?

    ...ich nehme an, du meinst den zweiten Satz. Der erste Satz, wohl auch Adagio, las ich, wurde Vorlage zur ersten Symphonie (genauer: zur Vorlage der Einleitung) von Mahler. So verschränken und befruchten sich die Dinge im Raum. Und wenn man von Schönheit spricht, darf -natürlich- Gustav nicht unerwähnt bleiben.
  • 08.12.05, 19:02
    rodbertus

    AW: Was ist schön?

    Schön ist ein Gefühl des Gefundenseins. Eine Melodie, begleitet vom Klang des Raumes, seiner Weite, die ihn im Ton verdichtet und im Ohr/Hirn entfaltet, damit der Hörer sich selbst in den unendlichen Weiten aufgehoben fühlt, eins in allem zu sein, das lebt.
    Man höre Beethoven, die 4.Sinfonie, opus 60, das adagio. Unglaubliche Verengung und Entfaltung. Besser geht nicht.

  • 26.11.05, 18:54
    aerolith

    Frauenlob singt...

    Frauenlob

    vrouwe ist ein boum der vrouchteklichen ordenungen,
    mit der blüte vräudenricher süze
    baltlich obez gevroumet hat.

    gepriset soum, mit sprechendiges lobes zungen
    glanz durchliutert mutlich ernstes blume,
    ach wie trazlich broget die phat!
  • 29.10.05, 14:30
    ala

    AW: Was ist schön?

    der kreisspruch des thomas ruht in sich.


    neben der subjektiv empfundenen schönheit, die sehrsehr stark prägung ist, gibts eine allgemeingültige schönheit, die sich mit dem erhabenen trägt. damit will ich keine diskussion über das erhabene auslösen, sondern die brücke zum frei machen schlagen: das erhabene löst uns aus den engen grenzen der subjektivität, macht uns wirklich frei von uns. wir sind davor nicht, sondern alles. es zieht uns ins alles hinein und dort gibt es keine grenzen mehr. die bereitschaft, sich ziehen zu lassen muß man aber selbst mitbringen.


    das urteil: schön! ist ein diktator. ungerecht, nicht durch leistung zu erwerben, sondern ein blitzschlag, von dem man getroffen wird. dies kann einem auch bei künstlicher schönheit passieren, aber merkt man die handwerkskunst, so sieht man an den gleichen stellen sogleich das, was eben künstlich ausgebessert wurde, als umso größeren mangel. so ist die wahrhaftigkeit kriterium der schönheit, denn sie hat nichts zu kaschieren.


    im übrigen ist das urteil schön! seltenst ein gleichbleibendes. es hängt von der eigenen stimmung ab, von der gewöhnung (hier allerdings mit bipolarer auswirkung: ich finde schön, weil ich es gewöhnt bin - ich finde häßlich, weil ich mich gewöhnt habe). es hängt auch von der eigenen eitelkeit ab: will man selbst sich mit etwas schmücken, die frau als mercedes? will man den medien konform gehen oder einem äußeren konsens? beide fragen zeigen die unfreiheit, die auch darin liegt.


    kurzum: schönheit gibts nur in der völligen freiheit des eigenen diktators, der sich dabei selbst vergißt, die anderen vergißt, ort und stunde vergiß?t "kicher"
  • 02.03.05, 20:57
    Paul

    Anna

    Kurt Schwitters

    AN ANNA BLUME

    O du, Geliebte meiner siebenundzwanzig Sinne, ich
    liebe dir! - Du deiner dich dir, ich dir, du mir.
    - Wir?
    Das gehört (beiläufig) nicht hierher.
    Wer bist du, ungezähltes Frauenzimmer? Du bist
    - bist du? - Die Leute sagen, du wärest - laß
    sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
    Du trägst den Hut auf deinen Füßen und wanderst
    auf die Hände, auf den Händen wanderst du.
    Hallo, deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt.
    Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich dir! - Du
    deiner dich dir, ich dir, du mir. - Wir?
    Das gehört (beiläufig) in die kalte Glut.
    Rote Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
    Preisfrage:
    1. Anna Blume hat ein Vogel.
    2. Anna Blume ist rot.
    3. Welche Farbe hat der Vogel?
    Blau ist die Farbe deines gelben Haares.
    Rot ist das Girren deines grünen Vogels.
    Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid, du liebes
    grünes Tier, ich liebe dir! - Du deiner dich dir, ich
    dir, du mir - wir?
    Das gehört (beiläufig) in die Glutenkiste.
    Anna Blume! Anna, a-n-n-a, ich träufle deinen
    Namen. Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
    Weißt du es, Anna, weißt du es schon?
    Man kann dich auch von hinten lesen, und du, du
    Herrlichste von allen, du bist von hinten wie von
    vorne: "a-n-n-a."
    Rindertalg träufelt streicheln über meinen Rücken.
    Anna Blume, du tropfes Tier, ich liebe dir!

    .................................................. .................................................. .

    schöner geht kaum.
  • 02.03.05, 09:25
    Lester

    Wachheit

    Um 20:45 Uhr nach HH. Neben mir links eine wahre Quasselstrippe, aber die Zeit verging dadurch sehr schnell, buchstäblich wie im Fluge, sie flirtete nach allen Seiten, war aber nicht gerade 1 Schönheit. Dagegen saßen 2 wirklich auffallende Schönheiten 2 Reihen weiter vorne. Später beim Warten auf das Gepäck sah ich sie öfter an, versuchte vergeblich herauszufinden, wieso sie auf mich schön wirkten. Sie standen am gegenüberliegenden Ende des Förderbandes, also relativ weit weg, sie waren in weite Mäntel gekleidet, eventuelle Formen waren nicht zu ahnen, nur die Gesichter waren deutlich zu sehen, und es war der Ausdruck, der mich faszinierte und die Art ihre Haltung + Bewegungen. Sie wirkten wacher als ihre Umgebung, auch auf diese Entfernung.
  • 01.03.05, 18:12
    Paul

    Zauberflöte

    derzeit ists die arie der königin der nacht aus mozarts zauberflöte.
    könnte ich immer und immer und immer wieder...

    sehr schön


    kaum weniger schön, eben englisch

  • 26.02.05, 16:51
    aerolith

    ...hätte aber die Liebe nicht

    Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nur dröhnendes Erz oder eine lärmende Zimbel. Und wenn ich die Gabe der Prophetie hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; und wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe an die noch Ärmeren und meinen Leib den Kranken schenkte, hätte aber die Liebe nicht, so nützte mir das alles nichts, so wäre ich nichts und niemand. (nach Paulus aus dem Brief an die Korinther)


    Es ist dies nicht die Liebe im Wortsinn des Eros, sondern agaph, die tugendhafte und selbstlose, induividualitätverneinende Liebe zum Nächsten.
  • 28.01.05, 16:54
    aerolith

    Was ist schön?

    Als heute ein siebenjähriges Mädchen im Zug dem schreienden Brüderchen einen Kuß gab und dieses daraufhin zu schreien aufhörte und lächelnd am aufgeweichten Brotkanten zutschte: das war schön.
  • 22.04.03, 15:54
    traumtänzer

    AW: Was ist schön?

    Schön ist, was im Angeschautwerden gefällt


    T. v. Aquin
  • 03.04.03, 16:17
    decariot

    AW: Was ist schön?

    Schön ist, was vor mir selbst standhält und an dem ich mich weiden mag. Schönheit ist ein subjektives Empfinden und ihre Berechtigung erfährt sie durch das Individuum.Alles ist Schönheit und alles ist hässlich.
    Aus eigener Zufriedenheit wächst die eigene Schönheit. Um mit Brecht zu sprechen:
    Ich weiß doch: nur der Glückliche
    ist beliebt. Seine Stimme
    hört man gern. Sein Gesicht ist schön.
  • 25.03.03, 09:34
    Trist

    AW: Was ist schön?

    Hannig ist schön, wenn er Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand aneinander reibt und Geschichten erzählt von anderen, vergessenen Welten.


    Frau Hanne ist schön, wenn sie ihm dabei zuhört mit offenem Herzen und weiten Augen.


    Robert ist schön, wenn er mit seinen Visionen davonfliegt und ihm dabei - gegen die Schwerkraft - die Haare zu Berge stehen und seine Mundwinkel auch nur noch gen Himmel weisen.


    Das schwarze Pferd ist schön, wenn er Mut macht und trotzig gegen sich und die Welt kämpft wie gegen Windmühlenflügel. Und er ist schön, wenn er sich dafür am nächsten Tag entschuldigt.


    Florian ist schön, wenn er Mutter und Freund in einer Person ist, er selbst dann noch auf der Erde bleibt, wenn andere längst den Kontakt mit ihr verloren haben.
  • 04.09.02, 01:34
    Mr. Jones

    AW: Was ist schön?

    .................................................. ......
  • 04.09.02, 01:08
    rodbertus

    AW: Was ist schön?

    Guter Gedanke, Jonathan. So gut, daß ich nach-denken will: Das Häßliche widersteht nicht. Das Nein widersteht. Das Häßliche will eben nicht widerstehen, es will beharren. Das ist etwas anderes, als nein zu sagen. Das Schöne sagt gern nein. Es ist geradezu eine Zierde des Schönen, sich zu verweigern. Das Schöne bleibt Wunsch, Ziel des Wollens. Das Häßliche ist Wollen, ohne Ziel sein zu können.


    Stunden später trinkt ich immer noch Ziegenmilch, aber schöner ist sie auch net geworden.
  • 04.09.02, 00:57
    Mr. Jones

    AW: Was ist schön?

    schön ist: was sich immerzu hingibt.
    das hässliche nur widersteht.
  • 03.09.02, 23:11
    Paul

    AW: Was ist schön?

    ja, der wandel.
    was wäre nur ohne den, bauer hans?
    nur noch vergehen.
    aber so.
    wandelt sich alles immer.
    scheint schön manchmal.
    manchmal scheints schrecklich.
    scheint ne verzwickte spirale, in der wir da wandeln... .
    ich persönlich bin richtig wandelsüchtig.
    manchmal setz ich mir eine pelzmütze auf den kopf, schwuppdiwupp, verwandelt...
  • 03.09.02, 22:05
    Hannemann

    AW: Was ist schön?

    Schön ist der Wandel.
    Obwohl, ich ziehe um, meine mir lieben Amseln bleiben jedoch im alten Revier.
    Schön ist die Hoffnung.
    Vielleicht trapsen ja Nachtigallen auf dem Berge Tabor?
    Schön wär's schon.
  • 02.09.02, 21:27
    Marina

    AW: Was ist schön?

    Ja, Paul, immer diese Zufälle! Irgendwie sind die mir nicht ganz geheuer. Ungeheuer!




    Schöner als schön:
    COINCIDENTIA OPPOSITORUM
    Gleichzeitigkeit, Verschmelzung, Amen.
  • 02.09.02, 18:45
    Paul

    AW: Was ist schön?

    ja, rudi, das verstand ich auch nicht...
    schönheit, die empfunden, kann erzeugt werden, geschaffen - das ist doch stoff für das manifest!!!
    griffon, wohlwahr, für uns mag alles schein, mag gar der schein "nur" scheinen - gar ist nicht einmal nichts nichts, weil wir überzeugten nihilisten natürlich wissen, daß es nichts natürlich auch nicht gibt, so wie eben auch alles... -
    aber das hält mich nicht davon ab, an eine "urschönheit" zu glauben, die zumindest erahnbar, eben empfunden - mit raum und zeit und wissen hat das nix am hut - das geht dann wahrscheinlich ins religiöse...(ts, ausgerechnet ich...)
    schönes thema, das!
  • 02.09.02, 18:19
    tt-Rudi

    AW: Was ist schön?

    Schön ist auch, von Aerolith mit Hölderlin verglichen zu werden.
  • 02.09.02, 17:04
    rodbertus

    AW: Was ist schön?

    Allerdings IST etwas schön. Für jeden etwas ganz Besonderes, um es in Deiner Sprache zu sagen, liebreisender und nachdenkrestringierter Griffon. Das Jeweils mag verschiedene Gestaltungen besitzen, die Empfindung allerdings dürfte ähnlich sein. Bei allen und bei jedem. Und da das nun mal so ist, läßt es sich auch erzeugen, das Schöne. Das Schöne ist einerseits Zustand, andererseits prozeßhaft, v.a. aber ist es etwas, was beim Betrachter/Empfindenden etwas erzeugt, nämlich v.a. Wohlsein.
  • 02.09.02, 16:16
    Griffon

    AW: Was ist schön?

    Nichts IST schön. Nichts IST häßlich. Oder richtig oder falsch oder wie auch immer. Alles ist nur subjektive Empfindung. Was für den einen schön ist, kann für den anderen häßlich sein.


    Nichts IST - es scheint nur ...


    All what we see or seem -

    is but a dream within a dream.
    (E.A.P.)
  • 02.09.02, 15:13
    Paul

    AW: Was ist schön?

    üblicherweise war es doch die amsel, die ich nun gar nicht mit tod in verbindung bringen mag, nur weil sie schwarz, die als erste ihr lied am morgen, wie auch als letzte ihre geschichte am abend dumdeitirillierte -
    war, weil ich sie schon lange nicht mehr hörte.
    erwähnen muß ich, daß ich just gestern in mein "schreibheft" notierte: wo sind eigentlich die amseln hin?... zufälle gibts...

    rob, was ist befreiung? wird doch nicht die liebe sein...#

    zweiter Versuch einer annäherung


    nun gut.
    nicht die schönheit ist der schmerz.
    die empfindung, die die schönheit in uns wachruft, die tiefste, intensivste empfindung beim auf-, wahrnehmen der schönheit!
    schönheit ist natur!
    schönheit ist die erde!
    schönheit ist das universum!
    das tiefste fühlen dieser schönheit, das sich verbinden mit ihr, verschmelzen -
    das ist wie ein fall,
    wie ein fall ohne absprung,
    ohne aufprall.
    der freie fall.
    der ewige fall.
    die lust an diesem ewigen fall ist leidenschaft... .
    sie zu spüren nenn' ich schmerz.
    süßer schmerz!!!
    wohllüstiger schmerz.
    urliebe...


    natür-lich auch sie, die mit der samtenen haut...
  • 01.09.02, 23:03
    rodbertus

    AW: Was ist schön?

    Der Gesang des Todes, den die Amsel mimt, er kommt am Morgen, wenn das Neue sich Bahn bricht. Wie wahr. Und wie wenig wahrhaftig. Oder?
    Paul, der Schmerz, er hat mit der Schönheit vielleicht eine Schnittstelle. Ahnungen des Todes. Da geb ich Dir recht. Darauf kömmt's aber net an.
    Ist es nicht vor allem die Befreiung, die uns am Schönen teilhaben läßt? Ich weiß um das Schöne. Es hat mich ereilt. Vielleicht war ich nicht darauf gefaßt. Sie hatte diese samtene Haut, dieses Gleiten machte mich verrückt. Es war nur die Ahnung von dem Darunterliegenden. Nichts mit dem Durchaus, wie Du es schreibst. Viel mehr. Und Blumen sind immer blau. Purpur laß ich noch gelten.
    Die Erde ist eine Scheibe, ihrem Wesen nach. Sie wird es einst wieder sein, aber schöner ist sie, wenn sie rund vorgestellt. Wie heute sie ist. Sie ist keine Scheibe, aber ihrem Wesen nach ist sie's. Gesang steigt nur aus Sphären. Die aber sind nur vorstellbar. Und das ist das ganze Geheimnis: Vor-Stellung. So auch die Ahnung unter der Haut. Puls.


    tt, ich danke Dir für den Hölderlin.


    Ariadna. Verlorene Weberin. Was stellst Du Wissen vor? Gewöhnung bringst Du ins Worten? Schmach. Sagst Dinge, die sehr verständig klingen, aber kalt sind. Blubb.
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