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Thema: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 28.07.19, 07:29
    rodbertus

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Jepp, das war ein gutes Treffen. Erinnre mich zwar nicht mehr an viele Einzelheiten, aber an eine gute Grundstimmung, v.a. blieb mir das zufällige Auffinden Paulchens im Gebirge bei einem Spaziergang im Gedächtnis. Und die gute Akustik in Obernberg.
  • 23.06.03, 18:06
    Klammer

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2003

    Liebe Gegenströmung,


    ich danke dir für diesen ausführlichen Bericht. Ich habe (fast) jedes Wort genossen. Interessant war mal wieder, wie unterschiedlich Menschen wahrnehmen.
    Ein Wort zu den Kollateralschäden in meinem Hirn:
    Ich kenne jemanden, der sieht seinen Schutzengel. Ich kenne jemanden, der hat ein Hologramm über seinem Bett hängen, weil seine Seele bei seinem Ableben dort hineinschlüpfen soll. Ich kenne jemanden, der hält die Cheopspyramide für eine Energieumwandlungsstation der Pharaonen, die den Sargophag als esoterische Badewanne nutzen. Er selbst läuft mit einer Plastikpyramide auf dem Kopf herum. Ich kenne einen, der malt in jedes seiner Bilder einen Spielkegel, um die "Geworfenheit" des Menschen zu verdeutlichen; Menschen mit hellen Augen hält er für die Nachfahren Kains. Ich kenne einen, der legt sich Steine auf den Bauch, um seine Magenschmerzen zu behandeln. Ich kenne einen, der glaubt, dass Jesus auch in Amerika missionierte. Und ich kenne eine Frau, die ihr Chi lockert und irgendwelche Samen transformiert.
    All diesen Leuten höre ich gerne zu. Sie sind alle im Besitz der Wahrheit.
    Ich halte es da mit Hannemann:
    "Es gibt keine Wahrheit, es gibt nur Meinungen. Aber das ist auch nur eine Meinung."


    Gruß, auch an Astrid, Klammer
  • 19.06.03, 18:27
    Hannemann

    Willkommen auf Tabor

    Angesprochen: Schöpferische, in finsterer Noth um edles lyrisch Wort ringende, aber auch heiteren Sinnes Prosa verfassende, jedenfalls künstlerisch wertvolle Schreiberlinge, ebenso, wie eigentlich immer, der mit ihnen ringende Lektor... meinetwegen und in Gottes Namen.


    Einladung




    Ein wohlmeinendes Schicksal fügte, dass wir - Frau Hanne, Hund George von Sanssouci und meine Wenigkeit, der Hannemann - vor einem halben Jahr unser Paradies, den Berg Tabor gefunden.
    Nun bedurfte es wie bei jedem anständigen Paradies, aus welchem Bewohner lange vertrieben, einiger weniger Handgriffe, die Schönheit eines alten Hofes und des zugehörigen Garten Eden neu zu beleben: Der Baum der Erkenntnis musste beschnitten, die Schlange fleischlicher Versuchung vertrieben und Früchte des guten Willens in schwarze, dem Unkraut fruchtbare Erde gepflanzt werden.
    Es ist vollbracht, fast. Doch genug, um einen Blick in unser Glück zu gewähren. Darum möchten wir Euch liebend gern einladen, mit uns eine Nacht im himmlischen Hofe auf Tabor zu verbringen.


    Samstag, den 12. Julei, ab 19.30 Uhr, Tabor 1, Gemeinde Egglham im Holzland, Niederbayern.


    Für Speis, wahrhaft keinen Erdäpfekas, kühlen Trank, rockig-bluesige Musik mit Barfuß-Tanz und ein wenig, kaum einschläfernde Kultur ist gesorgt.
    Gaben sind verdammt erwünscht: Im Tausch gegen ein unanständig Buch eine kleine, gerne auch größere Spende für die Renovierung der Kirchenkapelle Maria zu Schacha. Dem durstigen Hausherrn ein oder zwei gute Flaschen Wein jeweiliger Provenienz und für Frau Hanne sowie Hund George nur ein ausreichend Nichts, denn ein Hannemann trägt jene beiden Nießnutzer selbstverständlich gut versorgt und reich geschmückt auf seinen Händen durch ein Leben voller Freud und Sonnenschein.


    Geschätzte Gäste, welche aus fernen Landen anreisen, geben uns bitte in Bälde ihre vertraulich zu behandelnden Unterkunftswünsche unter Telefon 08565-964373 bekannt. Wir versprechen, für kurzen, doch tiefen Schlaf zu sorgen.


    Nun kömmt mal schön in Scharen,
    die neuen Taberer (niederbayrische Bezeichnung für gesellige Hofbewohner).



    [Diese Nachricht wurde von Hannemann am 19. Juni 2003 editiert.]
  • 18.06.03, 17:32
    tt-Rudi

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2003

    Poulets Foux


    Man nehme:


    Tabor, 264, 2 geistig verwirrte Hühner, die deutsche Bundesbahn und füge sie harmonisch zu einem literarischen "Dialog der Früchtchen" zusammen.


    Die Zutaten lässt man drei Tage gären, bis der blasierte, selbstgefällige Teig Blasen der Selbsterkenntnis wirft. Nun muss durch geübte, geduldige Hand die Wabbelmasse einer grenzgebenden Form übereignet werden und bei 180 Grad Heissluft 264 Stunden dehydriert werden, bis sich am unteren Rand der Cassarole ein melasseartiger Jus aus Sarkasmus, Zynismus und Ironie reduziert hat.


    Dieses Volumennichts füllt man auf mit cremiger hochprozentiger Lebensfreude, angereichert durch harzige Satire, bis sich, der sechs Sinne entziehend, eine Schöpfung der Klarheit und Reinheit formiert. Dieses Sein ist durch nichts zu vervollkommnen, weder durch Anwesende noch durch Zukünftige. Die Menage - quattre wird durch keinen bisher bekannten Genuss zu ameliorieren sein.


    Gelingt es, bis zum Ende der Komposition die Nerven zu behalten, erwartet den Maitre de Cuisine eine Sinnesfreude, die nur mit ekstatischen Ganzkörperorgasmen energetisch abzuleiten sind.


    Der Mensch
    hat lang an dem Gericht zu kauen
    muss lang es auch verdauen


    Nur, ganz verdauen
    wird er's nicht
    denkt man an der Verdauung Endgesicht
  • 17.06.03, 20:46
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2003

    Lieblingsbehauptung der gegen Strömenden: "Ich rede nicht gerne viel...!"

    In Bad Füssing herrscht nun Ruhe, die Rentner schlafen endlich wieder tief. Aber paßt schon.

    Es war schön mit euch beiden Zwuiderwurzn, bitte, kommt wieder mit den exhumierten Überresten von Taube 264.


    Und sie las wahrhaft nicht schlecht, nicht ganz.
  • 17.06.03, 20:06
    Klammer

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2003

    ...ich hab's mir ausgedruckt.
    Schau ma mal.


    Gruß, Klammer


    PS.: die Weißwurst wird nicht "gezuddelt" sondern gezuzelt. Aber "gezuddelt" ist auch ein schönes Wort.
  • 17.06.03, 18:06
    Gegenströmung

    Obernberg - Forumnutzertreffen 2003

    Obernberg 2003


    Für die Ungeduldigen die Kurzbilanz zuerst:


    Es passte scho! Das mit dem Lesen in Obernberg.


    Ob Hannemann, der Göttliche, im Zwist mit Blitz- und Orkangöttern just eine Stunde vor Lesebeginn lag, hinterfragte ich nicht mehr. Tatsache bleibt, dass der literaturinteressierte Niederbayer und Oberösterreicher an sich es vorzog, sich vor dem drohenden Weltuntergangszenario lieber in seinem Hinterstübchen zu verrammeln, statt in die erwachende Stätte neuer Kultur zu pilgern.


    Die angekündigte und tatsächlich auch schon seit dem frühen Morgen tagende Autorengruppe aus Österreich samt Verleger jedenfalls raffte zehn Minuten vor meinem Lesebeginn hektisch Handtaschen, Bücher und Autoschlüssel zusammen und entschwand in die diversen Alpentäler. Kaum aus Rufweite geraten, verzog sich der drohende Sturm dann Richtung Tschechien. Super Timing. So lieb ich das!


    In siebenständiger Bahnfahrt mit zuverlässiger, wenn auch außerplanmäßiger Stundenverspätung war ich in Passau zu meinem Lesedebüt angereist. Begleitet von Astrid, einer überaus phantasievollen Freundin, die tags zuvor noch ihren Kindern nochmals den Segen gab, angesichts der Möglichkeit, eventuell einem Mädchenhändlerring aus dubiosen Internetkreisen mit anschließender Verschleppung in die russische Pampa zum Opfer zu fallen... Dass es sich bei uns um lebenssatt gestandene Frauen zwischen Anfang 40 bis 50 handelte, schien sie in ihrem Sorgenszenario geflissentlich zu übersehen. Aber Kindersegnen ist immer gut.


    Was mir blieb zum Lauschen meiner Wunderwerke war dann unser eigenes fünfköpfiges Grüppchen, der zum Mobiliar des Ambiente zählende Burgmaler, die Burgherrin des wundervollen Kraftortes daselbst, ein scheinbar interessiertes sturmtrotziges Ehepaar in den Fünfzigern sowie ein Wiener Autor mit seiner geschmückten Muse, der mangels Fluchtauto seine Gefangenschaft vor Ort nun ertragen musste.... Aber es passte scho! Doch.




    Zur Lesung selbst dann später mehr. Auch intime Details über die von mir verursachten Kollateralschäden in Klammers Hirn, die einfach unvermeidlich waren. Mein lieber Freund Frank hatte mir tapfer in einer Mail vorher versichert: "Christa! Die Leute werden an Deinen Lippen hängen und sich einfach nur noch schlecht fühlen, weil sie nicht im Ansatz deine Vitalenergie und deinen Geist haben. Isso! Die Energieleitlinien dieses Universums treffen sich bei Dir wie an einer Kreuzung, an der alle Ampeln auf grün geschaltet sind. Unfälle finden nicht stattt, weil die kinetische Energie direkt im Hyperraum weiter geleitet wird. Bauchschmerzen sind wie eine rote Ampel. Das bist du nicht. Du bist grün und die anderen malen sich rot an. Prana Chi, die Macht sei mit Dir!? Solcherart seelenbalsamiert trat ich an...


    Aber vielleicht sollte ich es jetzt mal der Reihe nach versuchen, damit ein kleiner Gesamteindruck entsteht...


    Nach den tapfer ertragenen Einweihungsattacken auf meine lyrisch-prosaischen Seelenäußerungen im Forum für das geschriebene Wort, Abteilung Spruchreif für Anfänger, ereilte mich im Spätwinter die Leseeinladung nach Obernberg. Staunend über solcher Art geheime Einflüsterungen in Hannes göttliches Ohr dachte ich zunächst an einen kosmischen Witz. Doch er schien es ernst zu meinen. Und Ernstes nehme ich dann auch ernst - einzig zum Zweckes des Spielens! Aber erst am hiesigen Wochenende stellte sich nun heraus, dass es nie und nimmer um das Lesen einer Debütantin ging, sondern dieselbe nur Mittel zum Zweck für Hannemanns höchstpersönliche Schicksalsfrage war.


    Es ging und geht nur um 264. Dafür all mein Aufwand! Ich wurde zur karmischen Erfüllungsgehilfin, deren Hauptträgerin meine mitgeführte Freundin Astrid war.. Astrid mutierte zum Dreh- und Angelpunkt für das Gesamttreffen, die ich auch mit meinen "Sechs Frauen" nicht toppen konnte. Denn nur sie verfügte über den Schlüssel zu Hannemanns einziger Lebensfrage: Was ist mit 264?


    264 wurde zum roten Faden unseres gemeinsamen Treffens mit Hannemann, Klammer und Frau Hanne von Freitagabend bis Montagmittag, durchsetzt von äußerer Schwüle und innerer Wärme, durchdrungen vom Willen, am Rad der Welt mal ein wenig heftiger zu drehen und nebenbei noch dieses lästige Lesedebüt zu absolvieren. Wenn ihr nun glaubt, bei 264 handele es sich um eine Zahl, so irrt ihr. Die Zahl ist die Tarnkappe. Dahinter steckt Gott. Und mit ihm die Weltenformel, der Sinn des Lebens, das All-Sein des All-Seienden - die Summe von all das, was war, wird und schon immer ist. 264 ist Gottes Odem! Er streifte und küsste uns und ließ uns in den darauffolgenden schwülheißen Nächten nicht mehr schlafen.


    Ob dieses Schlüsselwort nun nach dem 1. oder 3. Glas Weißwein zwischen den kulinarischen Gängen von Krake und Lotte fiel, vermag ich nicht mehr so genau zu erinnern. Immerhin: der beste Koch der Welt lud ein ins Ambiente des zweitbesten Koches der Welt, der ganz zufällig sein Sohn ist. Sinn und Sinnlichkeit - hier nun zunächst in Form tiefgeistiger Auslassungen und gaumenbetörender Genüsse - zogen uns schon am ersten Abend in einen starken Bann. Dabei spielte die Zeit verrückt und drehte, dehnte, schrumpfte und erweiterte sich nach Belieben.


    Als der Zeitpunkt kam, in dem Astrid in ihrer schnodderisch-lapidaren Art Hannemann beim Goutieren der 7. Krakententakel Leben und Sterben von Taube Nummero 264 vor den Kopf knallte, sank die Gabel. Verzweifelte Stille legte sich über sein Gesicht und sein Blick ging zunächst ins Leere. Klammer, das Ganze scharf beobachtend, wiegte bedenklich seinen Kopf, hoffend, dass die zarten Hände Frau Hannes die erlösend-berührende Geste nun finden, um seine spontan entstandene Desorientierung zu mildern. Aber Astrid, das mentale Mörderweib, blieb brutal. Trotz der sich ausbreitenden Blässe auf Hannemanns Antlitz hielt sie nicht inne und erzählte weiter und weiter von der Supersondertaube ihres briefmarkenzüchtenden Gatten. 264 war der Himmelsbote. Er hätte zu Hannemann gehört. Doch im Irrflug ihrer Lebensverzweiflung hatte sie Alfred angeflogen und gehörte ab sofort zu seinem Taubenschlag. Die Nummer 264 trug sie auf ihrem Ring. Sie war die Superlative schlechthin. Schön, edel, schnell, gewieft, gewitzt, intelligent, elegant, eloquent und sogar gefiedert. Statt dessen nun landet sie in Alfreds Züchterleben und versetzt dem Mann genau die unruhigen Stunden der Seinszustände, die ausschließlich und alleine Hannemann gegolten hätten. Doch Nummer 264 wurde von einem primitiven, hundsgemeinen Habicht in gieriger Gefräßigkeit und Mordlust geschlagen. So Astrids Version des unsäglichen Taubentodes zu Hannemann. Ob sie log, wissen wir nicht. Ob sie eigens zum mentalen Quälen nach Niederbayern angereist war, unter dem gemeinen Vorwand, mit ihrer harmlosen Freundin einfach ein wenig Kultur zu genießen, wissen wir nicht. Wir wissen überhaupt nichts wirklich. Das machte die ganze Sache immer schwieriger. Selbst ich fragte mich still: Was weißt denn Du eigentlich von Astrid? Aber wir wissen jetzt von Hannemanns Entsetzen und dass der Schlüssel zur Lösung des Weltenrätsels schon greifbar nahe an diesem Abend war - bis Astrid den Tod des himmlischen Friedensboten verkündete... 264 also verwundbar, gar sterblich? Das kann und darf nicht sein. Meine hilflosen Versuche, das Ganze kurz durch die Entwicklungsgenese des Siebenerrhythmus zu rechnen und zu betrachten, stachelte dann Klammer zum gnadenlosen Widerspruch zu meiner Gedankenwelt an. Nun ja, diese Atheisten in solchen Gesprächen sollte man wirklich erschießen! Jedenfalls erreichte meine spirituelle Grundgestimmtheit mit dem gottlosen Gemüts Klammers nicht eine ausreichend starke Symbiose, um den seit Minuten alternden Hannemann aus der eisigen Klammer seiner neuen Gedankensorgen zu befreien. Astrid grinste teuflisch.


    Habt Verständnis, wenn die komplexe, hochgeistige Auseinandersetzung über die 264 hier nur andeutungsweise wiedergegeben wird. Klammers mythologisch-menschheitsgeschichtliche Gesamtanalyse in all seiner komplexen gedanklichen Wendefähigkeit, übersteigt meinen kleinen Intellekt. Soll er das selbst machen. Aber das bedenkliche Wiegen seines leicht geneigten Kopfes, der häufig von unten nach oben schaut, bis der Blick beim anderen ankommt, hatte enorme Aussagekraft. Nein, nicht immer muss er was sagen! Sein Körper spricht ordentlich laut auch ohne Ton.


    Schwül die Nacht, heiß die Betten. Schwül auch die Träume im unendlichen Zimmerdschungel von Hannemanns bescheidener 500 qm-Unterkunft für notleidende, arbeitslose Künstler. Astrid in meiner alleinigen Gefangenschaft. Gut so. Rache an ihr für ihr unmögliches Benehmen bei unserem Gastgeber! So benimmt man sich nicht, wenn man eingeladen ist! Die Taubengeschichte hätte umgelogen werden müssen. Allein schon wegen des Sauerampfermousse. Ich redete und redete. Aus bloßer Noth! Ja, Robert lies: aus bloßer Noth! Hannemanns Seele zuliebe. Natürlich auch wegen des Mousse. Denn morgen würde ich sicher wieder hungrig sein.


    Der darauf folgende Tag sollte mit einem Programm ohne Ende gefüllt werden: Besichtigung von Passau, Glashütten in Tschechien, Innbegehungen, Kultur, Fahrten zu den Alpen, am besten gleich zum Ende der Welt. So Hannemanns Vorschlag. Er begann in der unvermeidlichen Weißwurstfrühstückswirtschaft, wo wir ordentlich mit Sekt die Würste zuddelten. Nun ja, bayerischen Würste für mich als Halbvegetarierin. Klammer beschied sich konsequent direkt mit einer Salzbretzn. Aber er durfte das, weil er ja nicht zum erstenmal bei diesem gastlichen Gastgeber weilte, der eh macht, was er will. Hannemann beruhigte mich, dass Weisswürste nicht zum schmecken und genießen gemacht seien, sondern einfach dazu gehörten. Bayerische Lebensart. Die Wirtin war nett, pfiffig und eine vollweibliche Frohnatur. Keck genug, Hannemann zum Butterkaufen zu schicken, weil Klammer mal wieder Sonderwünsche hatte und nicht zuddeln musste. Hannemann kannte sie gut. Vermutlich sehr gut. Doch welche Wirtin zwischen Main und Alpen kennt Hannemann nicht gut oder gar sehr gut?...


    Danach wurde kurzerhand die Reise zwischen Tschechien und dem Ende der Welt gestrichen, was Hannemann superdicke Pluspunkte bei Astrid und mir eintrug. Er soll dem Schicksal dankbar sein, dass wir ihn in unserer rheinischen Fröhlichkeit dafür nicht mit Küssen überschütteten. So was machen wir schon mal, wenn wir uns freuen! Aber in Bayern werden ja Weißwürste dafür gezuddelt. Brav rollte uns sein Rolls Royce mit schnurrendem Motor auf den Allerheiligsten Berg Tabor, den wir bis zum Abend auch nicht mehr freiwillig verließen. Es war genau das Programm, was wir wollten und brauchten. Faulsein, nichts tun, rumschwatzen, Krebse grillen, rumlümmeln. Hach, einfach schön! Die Gören weit weg. Die Ehemänner Krebse, Briefmarken und Tauben versorgend... und wir herrlich faul!


    Die Ruhe der unberührten Natur auf dem heiligen Berg eignete sich nun vorzüglich für die offenbar notwendigen mentalen Einpeitschungen Klammers an sein Sorgenkind, dass sich am Abend nun anschicken könnte, Hannemann voll zu blamieren. So wurde ich dann der Lernfolterkammer seiner Rat-Schläge unterzogen, die mir geboten, wie ich zu lesen habe. Dabei entpuppte sich Klammer als perfider Lügner. Allen Ernstes behauptete er, selbst so langsam zu lesen, dass hinter jedem Satz genauso viele Sekunden-Pausen verstreichen müssten, wie der Satz Worte hat. Ich nahm das irgendwie wörtlich und ging in den Schatten der Schweineställe zum üben. Sie eigneten sich besonders gut dafür, weil die Schweine mittlerweile ausgetauscht waren mit ansprechenden Gemälden aus der deutschen Kunstszene. Diese wiederum waren des Grunzens nicht fähig, was mich die Stimme laut tönend erheben ließ. Ich hatte genau den perfekt inspirierenden Ort, um Klammers Vorgaben schon mal zu üben... Zwischendurch schaute mich George traurig mit wunderschönen braunen Augen an. George der Hüter des Hofes mit dem glattrasierten Hintern eines Pudels, jedoch im Körper eines 80-Kilo-Neufundländers wohnend. Ob seine traurigen Augen mehr mit der Hitze oder eher mehr mit meinen Sprachübungen zu tun hatten, bellte er mir nicht. Er wuffte rum und ich sagte ihm nur in regelmäßigen Abständen, wie schön und gut und edel er sei. Seinen Hundearsch erwähnte ich nicht.


    Klammer wiederum ließ sich unter erotisch lockenden Süßkirschen nicht nehmen, sich auf Hannemanns Text "Kuss des Zackenbarsches" nochmals zu konzentrieren, den er zu lesen gedachte und später dann auch wirklich ein Highlight wurde. Astrid und Hannemann wiederum bewegten die Nummer 264 in weitere als der herkömmlichen vier Himmelsrichtungen, bis Hannemann sich erschöpft zum Ausruhen zurückzog. Frau Hanne erwischte in der Hitze des Tages eine vorübergehende Kreislaufschwäche, die sie für uns leider längere Zeit unsichtbar machte.... - doch kaum hatten wir Hunger, standen ihre geübten Hände schon wieder zum Verwöhnen bereit. Sie muss uns beiden Frauen irgendwie angesehen haben, dass wir aus dem Alltagsstress heraus häufiger mit Pizza von Aldi hantieren - wiewohl Astrid im Gegensatz zu mir zumindest aber eine kulinarische Vergangenheit besitzt, die über meinen rheinischen Sauerbraten weit hinaus reicht.


    Am Abend dann das drohende Gewitterinferno. Ich schrieb anfangs drüber. Der größte Teil der österreichischen Autorengruppe war noch im ausklingenden Gespräch als wir das Gelände des alten Zollhauses betraten. Doch!, Leute, fahrt hin. Schaut euch an, was Heidi, die Verwalterin da Feines geleistet hat... Schade, dass nicht viel mehr Zeit für all die wundervoll prächtig gestalteten Räume, Ausstellungen, Begegnungsmöglichkeiten war.... Ich werde auch sehr gerne wiederkommen, wenn das Schicksal es will... und dafür dann auch eine niedergehende Schneelawine im Herbst in Kauf nehmen...
    Ein Ort von Ästhetik und Kraft. Von allen Örtlichkeiten die ich sah, sprach er mich am tiefsten an.




    Der Aufbruch der Künstler beim schweren Grollen mit den höllischen Farben am Firmament war nicht aufzuhalten. Auch wenn Goethe persönlich gelesen hätte. Klammer begann mit einem Text, dessen Sinnbezug zum Abendthema "Sinn und Sinnlichkeit" sich Hannemann so gar nicht erschließen wollte. Er sprach von Eros und Tod, von Moral und Tabu. Für mich war der Bezug leicht herzustellen. Aber das ist es für mich zumeist, weil meine Phantasie eh eigene Purzelbäume beim Gehörten schlägt. Egal wer was liest. Klammer las gut und: schnell. Der Lügner! Von wegen, so viele Pausen nach dem verklungenen Satz wie Worte darin. Von wegen: Die Leute können nur maximal sieben Worte auf einmal aufnehmen, dann muss immer ein Schnitt kommen. Dieser Theoretiker! Aber er las nun mal gut. Egal wie schnell oder langsam. Hinter ihm zu lesen würde keiner Anfängerin Freudentränen ins Gesicht treiben.... Die Aussprache über Klammers komplexe Gedankenkonstruktionen entfiel. Es war hochsommerlich und schwül. Der Weltuntergang hatte uns nicht einen einzigen Tropfen Abkühlung gegönnt. Wer bewegt da schon noch tiefe Gedanken bei einer solchen Vorlage!


    "Na, dann lies jetzt du." So Hannemann. Du war also ich! Zu meiner Person sollte ich ursprünglich was sagen. Da hatte ich mir schon ordentlich Mühe mit gegeben. Doch das wurde aus dem Programm gestrichen. Dann sollte Klammer mich vorstellen. Dies unterblieb aber ebenfalls und Mrs. Noname las als Anonyme. Aber es passte scho. Scho wieder. Angesichts der sechs fremden Teilnehmer wäre ein äußerer oder innerer biographischer Werdegang in dieser Atmosphäre an diesem Ort etwas merkwürdig rübergekommen.


    Zu Beginn mein Sinngedicht über das Schweigen von Menschen, die mit Stille Räume füllen. Eines meiner Lieblingsgedichte.


    Dann meine "Sechs Frauen. 20 Minuten Prosa. Meine multiplen weiblichen Anteile in den Raum werfend, mit Augen rollend, gestikulierend. Den Blick der Teilnehmer suchend und feststellend, wie die unterschiedlichen Reaktionen in der Gesichter angesichts dieser wollüstigen Weiber im Text so rüber kommen. Der Maler kam aus dem Lachen nicht heraus. Astrid prustete sich in die Hände. Der Wienerschmähautor schaute fest und stark in jede andere als meine Richtung im Raum, willentlich bemüht, meinen Blick niemals zu kreuzen. Ob er vor eventuell erotisch funkensprühenden Augen eine Erektion sonst unter dem Tisch bekommen hätte oder ob er angesichts der Textinhalte sich krampfhaft bemühte, nicht in den Tiefschlaf zu fallen und sich sicherheitshalber blickfängig lieber an einer Raumsäule festhielt, verriet er mir auch später nicht. Das Ehepaar in den Fünfzigern schien ins Leere zu blicken. Auch sie vermieden den Blickkontakt mit mir. Eigentlich hätte mich das verunsichern müssen. Doch ihre Augen waren im Blick so wundervoll leer, dass ich in diese Augen meine eigene Fülle des momentanen Seins spiegelte. Nichts war geeigneter als diese blicklose Leere. Ob sie nun wiederum ihrerseits von einer gewissen Schamlosigkeit meiner "Sechs Frauen" schockiert waren oder alternativ an die eigene Sexualität im Ruhestand dachten oder neue Phantasien in sich hegten, dieselbe mittels bestimmter dort angesprochener Methoden auf eine neue Ebene zu heben, blieb ebenfalls ein Abendrätsel für mich... Dann wiederum beobachte ich Hannes und Klammer Beobachtung meiner selbst. So beobachteten wir uns gegenseitig. Minutenweise wurde für mich eine Beobachtungsorgie daraus, die für eine Anfängerin recht interessant ist. Frau Muse, die Schöngeschmückte des Malers, schaute hin und wieder zu mir hin, was ich zum Anlass eines Lächelns nahm, dem sie sich einfach nicht entziehen vermochte: und lächelte kurz zurück. Mehrfach. Immerhin. Wenigstens eine Person im Raum der meinem schamlosen Leseblick mal etwas spiegelte. Und sei es ein konsequent von mir abgefordertes Lächeln. Auf Frauen ist eben mehr Verlass als auf analytisch-beobachtende Männerhirne... Wie war das noch? Was schrieb mir Frank Stunden zuvor? "Alle werden an Deinen Lippen hängen.."... Ach, lieber Frank... die Wirklichkeit!


    Nach dem Enden der "Sechs Frauen" kein Aussprachebedürfnis. Hannemann war enttäuscht. Wie gern hätte er doch jetzt gehört, dass ich mal aus dem persönlichen Nähkästchen plaudere und mich vielleicht sogar noch anschicke, anlässlich gezielter Fragen nun die taoistische Samentransformation vielleicht sogar in einem Kurzseminar spontan mit den Anwesenden zu erüben.... Da hätte der Bär getanzt. Und George auf dem Hof vermutlich mit! Trotz oder wegen der Schwüle... Doch das war offenbar genauso überfordernd, wie Klammers Traktat über Tabu und Tod im Hinblick auf Eros und Moral.... Tja, Klammer: Brauchen wir beide ein anderes Publikum? Was meinst du?


    Nun die Verursachung des unvermeidlichen Kolateralschadens. Ich las. Lyrik. Ja las. Lyrik liest man aber nicht. Man spricht sie, intoniert sie, bewegt sie mit dem ganzen Körper. Lyrik ist nicht zum Lesen. Sie muss Zelebration sein. Opfergang. Sakrales Element. Bei Lyrik hat der Sprechende zu leiden, sich zu freuen, in Ekstase zu geraten. Aber ich las. Hannemann und Klammer flüchteten sich am Ende eines jeden kleinen Textes in ein freiwilliges Kurzkoma, wie sie mir schonungsvoll 24 Stunden später beide gestanden. Aufwachend dann bei beim nächsten Beginn des nächsten Textes, hoffend, dass ich es begreifen möge. Doch ich las. Ruhig, stur, so gut und gern betonend ich konnte. Es muss hart für sie gewesen sein. Ich fand mich okay. Also, fürs erstemal. Vielleicht war das am Ende noch die Oberhärte für sie. Das Weib ist nicht mal mit Kritik kleinzukriegen! Das Schmeißen mit faulen Eiern aus dem Publikum würde sie vermutlich als lustiges Ballspiel spontan improvisierter Lebensfreude interpretieren. Natürlich empfahlen sie mir ein Seminar bei einem arbeitslosen Schauspieler, der hohen Kosten wegen in meinem schwerwiegenden Fall, der vermutlich viele Stunden braucht. Ich werde dafür sparen. Meine "Sechs Frauen" ließen sie durchgehen. Das mussten sie wohl auch aus rein psychologischen und humanitären Gründen. Außerdem mussten sie mit einem Bericht im Forum rechnen. Zudem bin ich unberechenbar.
    Mein Totalverriss hätte vielleicht auch eine dauerhafte Psychoschädigung ausgelöst, dessen moralische Folgen sie wohl nicht tragen wollten. Ach, doch, ich war nicht sonderlich schlecht. Wirklich nicht. Meine Phantasie reicht wirklich für schlechtere Leser aus. Es passte scho. Auch das!


    Nach mir las Bruno Jaschke aus seinem Roman. Der Hund des Verlegers spielte in dieser psychodramatischen Satire die Hauptrolle und war inhaltlich wie auch lesetechnisch ein hohes Vergnügen. Ebenso auch der "Kuss des Zackenbarsches" von Hannemann, den jedoch Klammer las. Es wurde herzlich viel gelacht. Mich lachte es unentwegt.


    Dass ich neben und zwischen den beiden lesetechnisch blaß aussah, tat meinem fröhlichen Lachen keinen Abbruch. Meine Stimmung war wie fast immer: bestens....! Sie können's halt. Sie sind es gewohnt, sind geübt und freier im Sprechen. Ihre Betonung sitzt, ihre Atmung hat nicht mit Erstickungsanfällen zu kämpfen, sondern kann sich für Langsamkeit und Schnelle dort spontan entscheiden, wo sie richtig ist. Das alles ist bei mir noch anders. Die beiden haben es mir recht professionell vorgemacht. Ich hatte viel Freude an ihren Lesungen. Bitte fragt mich nicht, warum es mir angesichts der soviel besseren Kollegen nun kein bisschen schlecht dabei erging, weil ich ja eigentlich im Zentrum des Geschehens stehen sollte! Ich bin so. Ich fand das alles hochinteressant und klasse und habe kein Problem, mich an den Besseren des Abends herzlich zu erfreuen. Gratulation an die beiden hiermit nochmals, inklusive Hannes Zackenbarschküsse.


    Dann kam noch unsere nichtschreibende "Autorin" Astrid zu einem ungeplanten "Sonderauftritt", in dem sie unvorbereitet, spontan, fröhlich, satirisch, schwarzhumorig aus dem Alltag mit ihrem verehelichten briefmarkenzüchtenden Taubenschlagbesitzer berichtete.
    Der nächste Knaller des Abends. Feinster Erzählstil, der nicht literarisch, aber warmherzig, fröhlich, menschlich war und anrührte. Je tiefer sie in die dunklen Seelenschächte ihres Mannes hinunterglitt, um so sympathischer entwickelte sich sein Bild im Raum. Gelebte Paradoxien, voller Analyse und Wärme zugleich.
    Sie sollte Erzählerin werden, jenseits des geschriebenen Wortes. Ich beneide sie um diese Gabe...


    Der Abend war gefüllt und bunt - trotz der nur 11Menschen. Es hatte eine intime Grundatmosphäre. Die Aussprachen jedoch waren eher kurz und oberflächig, bzw. fanden kaum statt. Das Gehörte interessant, tief, witzig, humorvoll. Begegnung war im Raum spürbar. Natürlich wären mir Steigerungen denkbar, das Ganze hätte man auch anders aufziehen können... Reich seminarerfahren bin ich ausspracheverwöhnt und weiß wie es ist, wenn sich im Raum ganz neue Energien sammeln durch ein gemeinsames Denken am zuvor gemeinsam Erlebten oder Gehörten.... Aber all das ist erst Beginn. Noch ungeformt, im Werden begriffen. Die Menschen müssen sich erst finden. Mein Kommen oder Nichtkommen hätte den Abend weder gerettet noch bereichert. Aber er hat ihn auch nicht zerstört oder gelähmt. Das drohende Un-Wetter, die Hitze waren ungünstigste Faktoren im äußeren, die man aber Wochen oder Monate vorher nicht planen oder einkalkulieren kann. Es hätte auch ein angenehm kühler Frühsommerabend mit 40 oder 50 Gästen werden können....




    Die Lesung war Beiwerk für mich an diesem Wochenende. Allerdings wertvolles Beiwerk. In dieser Art war sie Ersterfahrung, die spannend war. Meine Aufregung hatte sich in Grenzen gehalten, doch die Vorauswahl der zu lesenden Werke hatte mich viel Zeit und Mühe gekostet, weil ich mich durch fast tausend eigene Texte durcharbeiten musste, mangels ordentlichen überblick über Gutes, Weniger Gutes oder Schlechtes. Es war lohnend für mich, denn dieser Neuüberblick geht ja über Obernberg für mich weit hinaus. Auf mich wartet viel Arbeit. Das ist ein gutes Ergebnis.


    Den nächsten Tag fütterten Astrid und ich unsere Blicke mit Rentnern in Bad Füssing, während diese wiederum die Tauben fütterten. Als wir genug Blicke gefüttert hatten, blickten wir uns kurz und wortlos an und gingen zum Sonnenbaden ins Hannemann-Domizil, wo wir uns endlich frei und nackt bewegen durften ohne in polizeilichen Gewahrsam wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses genommen zu werden.


    Unser Tag war angefüllt von Sprechen und Lachen, von Analysieren und Bewegen all der Eindrücke, der Menschen, der Gespräche... Das mit dem dauerhaften Lachen hat ja nun immunstärkende Wirkungen und wird von uns so herzlich gerne gepflegt. Solange es Männer in der Welt gibt, gehen uns die Lacher nicht aus. Langweilen uns dieselben, lachen wir über uns gegenseitig. Das nahm einen nicht unerheblichen Raum ein...


    Abends dann nochmals Treffen mit Frau Hanne, Hannemann und Klammer bei Maria, der Meisterin italienischer Küche. Ja, Hannemann kennt sie gut. Aber Frau Hanne auch! . Ach, köstlich all das Carpaccio. Ich entschied mich im übrigen für Zackenbarsch! Er mundete herrlich. Die Taube 264, in der ersten Version von Astrid längst physisch verstorben, tauchte hin und wieder mental nochmals auf, wurde aber dann langsam abgelöst über Fragen der Glaubwürdigkeit und des Selbstverständnisses der katholischen Kirche. Wen brachte Astrid mal wieder aufs Tablett? Ja! Alfed, den briefenmarkensammelnden Taubenzüchter mit den irre spannenden Hobbys, der so ganz nebenbei auch noch katholischer Religionslehrer ist. Irgendwie war er ständig dabei. Eine Fahrkarte brauchte er günstiger Weise jedoch keine zu lösen.


    Der Abend wurde schon wieder thematisch interessant. Gut, dass die Abreise bevor stand. Zu viel Interesse und Harmonie ist ja nicht so leicht wegzustecken. Man soll das nicht unterschätzen.... Die Deutsche Bahn am nächsten Tag war unzuverlässig. Sie kam pünktlich. Sie kam auch pünktlich zuhause an. Ich bin Zuverlässigkeiten und Verspätungen gewohnt. Deshalb war auch kein Mann und kein Sohn erreichbar. Niemand rechnet bei uns mit Zuverlässigkeiten. Aber Ursel kam. Ursel, die Daheimgebliebene, die unser Duo hätte ergänzen sollen. Beim nächsten Mal, Ursel? Na, frag Hanne.
  • 16.05.03, 23:33
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

    Der nächste Stammtisch findet am 14. Juno statt. Der Verleger, den Klammer und meine Wenigkeit beim ersten Treffen niedergemacht, hat angekündigt, zwischen zehn und fuffzehn Autoren als Verstärkung zu laden. Wer stärkt meinen Rücken?


    Ich fordere Strömerchen in den Ring! Mail mir mal, damit wir uns über die großzügigen Rahmenhandlungen (Unterkunft, fettmachende Verpflegung und Besüchtigungen) einigen. Aber natürlich und ganz selbstverständlich ist auch jeder andere Hansel willkommen.
  • 11.05.03, 00:57
    Hannemann

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie ein an sich gestelzter Text - Grußwort des Herrn von Wolkenstein - durch einen hervorragenden Verleser, an diesem milden Maienabend Klammerus, gewinnt. Musik, fast schon Blues, doch für unsere österreichischen Freunde war es wie Mozart und Johann Strauß in einem, sie staunten ergriffen.
    Doch ich war auch nicht schlecht: "Liebe acht so zahlreich Erschienene, gestatten, mein Name ist Hannemann. Für diejenigen, welche mich noch nicht kennen, was eigentlich kaum vorstellbar, ich vergnüge mich an Kunst..... also an Unfug!" Wirkungsvolle Pause. "Wenn Sie wie auch ich unter Kunst bitte verstehen wollen, daß sie sich unwillig fugt!"


    Booaah, Niederösterreich war hingerissen, besonders, weil ich es mit einen kleinen "bitte" in den Kreis meiner elitären Gedanken einbezogen.


    Quatsch, verzeiht den Spott, es war rundummadum ein schöner Abend des Austausches. Jene trugen vor, Klammer las mit Inbrunst- Innkunst unsere Beispiele. Erneut für mich Beweis, daß Menschen, die am Erhalt und Werden neuer Kultur interessiert, kaum Schwierigkeiten haben, sich intensiv und gut miteinanderfüreinander zu unterhalten. Worüber? Fragt nicht, weil auch nicht wichtig. Das überhaupt bestimmte, der Wunsch nach Fortsetzung und daß die Teilnehmer in alle Himmelsrichtungen ziehen und verkünden werden: "Seht, wir waren Zeugen eines Beginns!"


    So sei es: Obernberg, Tabor et Orbi!
  • 11.04.03, 18:57
    rodbertus

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

    Das ist ein ausgesprochen löbliches Unterfangen, mei Libber. Ich möchte Dir auch gleich ein abendfüllendes Thema vorstellen: Dämonen.


    Neben guten gibt es abgefallene Engel. Für Engel als solche gibt es keine Möglichkeit, sich mit Menschen zu verständigen. Denn beide besitzen keine für gegenseitige Verständigung bestimmte Organe.


    Darin sind sich Ägypter, Inder, Iraner und Griechen einig. Und so hat es Klemens von Alexandria dem Platon abgesehen.


    Aber wir heute? Definieren wir uns die Engel neu? Machen wir Menschen aus ihnen?
    Was ist ein Engel, ein Dämon?


    Meinen wir Engel, wenn wir sie mit uns sprechen lassen? Warum sich einen Namen nehmen, der besetzt ist? Ich kann zu einem Tisch auch Gurke sagen! Dann ist dann ab sofort eine Gurke. Aber wenn ich in einen Laden gehe und nach zwei Gläsern Tische frage, dann wird man mich nicht verstehen... Oder?
  • 05.04.03, 18:20
    Hannemann

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

    Literatur-Deppen-Dance


    Heidi Eichinger, allerbester Burggeist, und meine Wenigkeit haben heute bei einem Glas Weißburgunder die Gründung eines Literaturstammtisches in unsere vier Augen gefasst. Jeder, welcher Lust hat, mit mächtigem Wort meist Nichtssagendes, aber durchaus Ernstgemeintes zu verkünden, darf sich uns anschließen. Dieses Literaturweltverändernde soll vorerst einmal pro Monat stattfinden und zwar immer am zweiten Samstag in den frühen Abendstunden. Für Wein und Speis wird wohl gesorgt, den Ablauf des Treffen bestimmen völlig zwanglos die Teilnehmer: Lesen, ratschen und vielleicht auch musizieren, also Austausch - auch unter den Völkern.


    1. Termin: Samstag, 10. des Wonnemonats Mai im Jahre 2003 a.D.
    Wo? Kunsthaus Burg Obernberg, Marktgemeinde Obernberg am Inn, Oberöstereich




    Wer von euch Geschätzten zufällig oder absichtlich zwengs Erholung in der Gegend - das kann Frau oder Mann bei uns sehr gut -, ist herzlichst eingeladen. Bei Unterkunftsorgen bin ich gerne behilflich. Nun kömmt mal schön, Hannemann


    Für Klammer in Begleitung der holden Irmi wäre der erste Termin fast ein Muß. Über die lyrischen Damen des Forums, sowie über die Ostdivision Magdeburg mit Umgebung würden wir uns wahrhaft außerordentlich schön freuen.
  • 23.09.02, 17:27
    Paul

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Hänschen, Hänschen -
    jetzt hab ich die Kacke am Dampfen -
    aber wohlan,
    Essen war lecker,
    Trinken auch!
    Dank nochmals undso.
    Blonde gabs wenig, die, die ich denn mal,
    war grau!
    Sehr verbunden auch!
    Die Nacht ich brav im Kämmerchen, alleine wie der Tod.
    Ja, das war schon was und hat sich geprägt!
    Hänschen, wirklich ehrwürdig.
    Robert leidet auch (im Wohnzimmer hängt ein Bild von Nietzschen, für die Kids versuchte ich eine Suppe zu zaubern... - computerspielen fanden sie dann doch spannender).
    Kyra, rot und klinkernd (dazu schwarze Mütze... -gewählt!)
    Schwarzes Pferd! Ausgerechnet! Als hätte ich nicht schon genug an der Backe! Blinzelt verschmitzt und machts auf die Schnelle!
    Deutliches Hut ab und mein Favorit für den gleichzeitigen Herbsteintritt! Heißt ein 5P-Abo für die nächsten drei Monate! Spannend! Anstreichen. Alleine. Und Akku entleeren. Zack und gut is!
    Mr. Jones - puh, sehr reserviert! Jedem das seine. Ich neige eher zu seniler Bettflucht. Aber wenn es schon hell und tagt, dann die Ameisen....
    Florian hat Päpp! Kennt gute Musik.
    Nie wieder schlepp ich mir die Schultern an so schweren Taschen wund - in Hamburg schien die Sonne und gleich zwei Regebögen...
    aber wenn dann die Haare ab, dann komme ich gerne auf das Dichterst?bchen zur?ck... -
    irgendwo muß man doch bleiben!
    Verneigung, Handkuss und weiter in der ewigen Wiederkehr...
  • 23.09.02, 10:25
    Kyra

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    .....Was hat nur dieser Bernouilly, was ich nicht habe? Ach ja, den Schmelz der Jugend, vergänglich.


    Wie erotisch ein Mensch wirklich ist, kann man sowieso frühestens feststellen, wenn er/sie Ende 30 Anfang 40 ist. Dann erst ist der Schmelz angekrazt, lässt die Substanz hervorschimmern. So mußt Du Dir keine Gedanken machen. Erotik passiert im Kopf, gelle......
    und wenn der Geist schrumpelig wird, ist es viel schlimmer als wenn die Haut hie und da eine Falte wirft.
  • 22.09.02, 22:12
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Grummel, Grummel!

    Was hat nur dieser Bernouilly, was ich nicht habe? Ach ja, den Schmelz der Jugend, vergänglich. Selbst Frau Hanne murmelte Sehnsucht nach kurzer Sünde. Ich fesselte sie an die Kette für Küche und Bett. Recht getan, der Teufel im lila Kuhfell Unanstands kömmt aus der Schweiz!

    Männerfreundschaft: Alle verscheucht - auch Kyra französisch -, blieb endlich die Zeit für gute Musik und "ernste" Gespräche mit dem schwarzen Pferd und Herbert, dem Videokünstler. Was der digital aus unserem Treffen gekünstelt, ist fast noch besser als das wahrhaft Erlebte: Schaurig schöne Bilder, die in Dichtung und Klängen gefangen. Der Rappe und ich sind einer Meinung, seine Aufzeichnung bewegter bewegender Bildern euch Allen im Forum zugänglich zu machen. Paßt schon!

    Na ja, dann gabs noch ein Wallergeschnetzteltes, eine mit Steinpilzen gefüllte Kalbsbrust und viele Gläschen auf den Wahlsieg von Stoiber. Eine zufällige Besucherin, die störend frug, ob denn noch eine Lesung, beschieden wir bescheiden: "Wir sind erlesen!"

    Das war's.
  • 21.09.02, 23:58
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Esch war dasch Fescht!


    Paul kam am Nachmittag - die Nacht zuvor hatte er beim Verein christlicher junger Männer in Passau geschlafen... drei Stunden, danach ward er wegen übler Zwiebelausdünstung mehrmals durch die Donau geschwenkt. Heute Nacht jedoch ruht er in den weichen Armen einer blonden Oberösterreicherin, bei seinem Heiratsversprechen war ich Zeuge.... falls er sich neun Monate später vor den Folgen drückt.


    Im Ernst: Allen Mitwirkenden meinen herzlichen Dank. Hervorheben möchte ich die Lesung von Frau Müller, Ostwind, sowie den Vortrag Klammers, welcher bei der Uraufführung meiner "Geilen Farben" mir verlegene Röte ins Gesicht trieb. Ich wußte wahrhaft nicht, daß ich so gut!


    Die Ossis speisen morgen Mittag im Saurüssel letzte bayrische Kost, reisen danach gen Heimat. Ich bleibe zurück und halte die Fahne. Doch eines bleibt: WIR HABEN NEUE FREUNDE GEWONNEN! MIT SICHERHEIT!


    DANKE!

    ... ach ja, und die samtene Stimme von Marina bleibt in meinen Träumen.
  • 21.09.02, 16:49
    Quoth

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Ja, ist er denn nun gekommen oder nicht? Und warum gibt es hier keine Bilder von der zechenden Großen Koalition? Ihr seid doch sicherlich mit einer Digi-Cam gesegnet...
  • 21.09.02, 07:11
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Trüber Morgen, Schwermut lähmt die Glieder. Wie ein russisch Lied hält Nebel das Land umfangen: WO IST PAUL?
  • 20.09.02, 23:13
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Die Mumie von Goethe hat laut ger?lpst!

    Die Frage des Abends: Wo ist Paul?
    264 wildfremde Männer befragte die schüchterne Frau Hanne am Bahnhof in Passau, ob sie Paul... und keiner war es.


    Die Bluttäubchen wollten nicht munden, die Kasknödel steckten im Halse, der Wein wurde schal. ALLE, wahrhaft ALLE, riefen unisono im gemischten Chor: WO IST PAUL?


    NICHT DA!!!


    Und nun paßt wahrhaft das alte Gedicht:


    Die Luft ist dreckig,
    der Inn jedoch rein.
    Einzig logische Erklärung:
    Der Paule
    muß ersoffen sein!


    Seltsam, seltsam,
    Flut kam, Paul nahm.


    Sonst noch was?
    Nun, Kyra turtelt, Mann macht mit,
    freiwillig. Robert heiratet Marina, Klammer klammert wie eh und herjemineh, das schwarze Pferd verschluckte sich an einer Ente.
    Doch wo ist Paul?
  • 20.09.02, 16:49
    Bauer Hans

    AW: Intern Obernberg - Forumnutzertreffen 2002

    Tatsächlich, Sachen gibt's!!!


    Paul, Harke in der Hand, hat sich mit der Deutschen Eisenbahn verfahren, steht nun einsam in München-Pasing. Wodka trinkend und Zwiebeln kauend?


    Ich schicke Frau Hanne los, am Geruch, der Nase nach, wird sie ihn schon erkennen.
  • 20.09.02, 13:13
    Bauer Hans

    Intern Obernberg - Forumnutzertreffen

    Das schwarze Pferd ist als erster Mitwürgender herbei gallopiert. Ich fütterte ihn mit sechs Leberknödeln, seitdem grast er friedlich im Garten.


    Florian träumt mit glasigen Augen, weil er - draußen vor der Heimattür - einen tiefen Blick ins Paradies getan... ins niederbayrische.


    Robert hat mir den Text einer Rede geschickt, begleitend gemurmelt, ich würde ihn, sein Blabla, ohnehin nicht verstehen. Das ist so! Irgendwie will er von uns Affen sprechen, die noch auf Bäumen sitzen und eine Magdeburger empfindsame Seele gar nie nicht begreifen. Auch da hat er recht! Doch ich fürchte, mit dem Nichtverständnis bin und bleibe ich keineswegs der einzige. Und morgen schon weilt er unter Oberöstereichern, dann aber... oho!


    So, jetzt hole ich Marina und Pauli vom Bahnhof ab. Erkennungszeichen: Rötliches Haar und Hammer mit Sichel bei Marina - mein Herze klopft -, Ziegenbart und Fellmütze bei Paul. Werde ich Käfige brauchen?

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