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Thema: Heiligt der Zweck die Mittel?

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  • 13.08.18, 19:44
    anderedimension

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    9/11 führte zu dieser Frage - und sie beantwortet sich von selbst...denn die Amerikaner arbeiten heute enger denn je mit den Saudis zusammen...und die sind nun mal die geistigen Väter eines Bin Laden. Der Zweck heiligt die Mittel...siehe Trump.
  • 11.08.18, 22:41
    Kris

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Es ist doch grundsätzlich so, dass man sich mit dem identifiziert, was einen in seiner Überzeugung bestätigt. Wenn ein Arzt im Busch sagt, dass der Zweck die Mittel heiligt und ihm das Desinfektionszeug für eine Not-OP ausgegangen ist, dann seh ich da kein Problem.
    Es ist doch alles, aber auch absolut alles von der Intention des Menschen abhängig. Und die einzige Möglichkeit, die zu kontrollieren sehe ich darin, meine eigene Angst zu konfrontieren.
  • 11.08.18, 14:36
    rodbertus

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Tut mir leid, aber ich muß da klärlichst widersprechen. Wer so argumentiert, der kann nämlich alles und jedes rechtfertigen; er kann es an seinen Nutzen und Zweck binden, den er per se als gut und gerecht definiert. Ein islamistischer Attentäter kann so argumentieren, ein Bomberpilot spricht von notwendigen Kollateralschäden und ein xbeliebiger Attentäter stellt eine Bombe ins gegnerische Hauptquartier und rechtfertigt das mit seinen heiligen Gesetzen, die ihn zwangen, so zu handeln, wie er eben handelte.

    Nein!

    Wer keine moralischen Mittel zur Durchsetzung einer moralischen Weltordnung anzuwenden weiß, der verfolgt auch keine moralischen Ziele. Anders gesagt, der muß das seiner Meinung nach waltende Unrecht eben walten lassen und nach geeigneteren Mitteln suchen als denen der Gewalt, die nur wieder neue Gewalt erzeugt. Schließlich widerlegt er in dem Augenblick, da er unmoralisch handelt, sein moralisches Ziel. Und sage itzt keiner, wer ein Omelett wolle, der müsse das Ei zerschlagen, denn ein Omelett herzustellen hat mit einer moralisch/unmoralischen Handlung schlichtweg gar nichts zu tun.
  • 09.08.18, 00:20
    Kris

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Wer kann nicht zwischen Substanz und Akzidenz unterscheiden? Ich? Wer bestimmt die Substanz?
    Wenn "der Zweck kann Mittel adeln" das Lügen miteinbezieht, dann tipp ich darauf.
  • 08.08.18, 15:45
    aerolith

    Heiligt der Zweck die Mittel?

    Da die Frage immer mal wieder und in verschiedenen Kontexten hochkocht und, was ich für sehr betrüblich halte, mancheiner hier nicht zwischen Substanz und Akzidenz unterscheiden kann, mache ich diesen Ordner auf. Ich wünsche eine anregende Unterhaltung.
  • 08.08.18, 12:31
    Kris

    AW: AfD-Ordner

    Ich kann mir nur vorstellen, dass jemand mit einer Art Gerissenheit (so die Art wie Oskar Schindler sie im Film zeigt) ein echtes Gegengewicht hätte setzen können. Also direkt bei Hitler ansetzen (also bei dem, der die meiste Macht hat und die Befehlsgewalt) und ihm das Gefühl geben, dass er eine große Nummer ist, um dann zu beeinflussen. Also alles, was er so über sich denkt, stehenlassen, und dann darüberhinausgehen. Seinen Glauben, eine große Nummer zu sein, benutzen, um andere Entscheidungen treffen zu lassen.
    Inwieweit da jemand mitgeht, hängt aber davon ab, ob das Bedürfnis nach Macht (Zerstörung/Vernichtung) oder Bewundertwerden an erster Stelle steht.
    Außerdem hätte man da wirklich dicht an Hitler herangemußt, eine Respektperson sein müssen bzw. seine Ängste in der Hand haben müssen. Also seine Mutter vielleicht...

    Fazit: mehr Mut als Verstand haben
  • 08.08.18, 09:37
    anderedimension

    AW: AfD-Ordner

    Sehe ich wie Streusalzwiese. Das Attentat war "verhältnismäßig"....
  • 07.08.18, 21:27
    Streusalzwiese

    AW: Stauffenberg-Desaster

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    Wer es ehrlich mit seinen Zielen meint, der setzt als Mittel keine Attentate, ergo unmoralische Mittel, ein und tötet Menschen.
    Kommt auf die Ziele an und darauf, ob es Alternativen zu einem Attentat gibt. Unter Hitler konnte man kaum demokratische Opposition betreiben.
  • 05.08.18, 00:45
    aerolith

    Heiligt der Zweck die Mittel?

    Ein Jungafdler aus Niedersachsen soll itzo aus der Partei ausgeschlossen werden, weil er den Stauffenberg-Hype nicht mitmachen will und ihn einen Verräter nennt.
    Oh, Mann! Die Sache ist doch einfach zu regeln, wenn man nicht dem politisch Korrekten radebrechen möchte.

    Die deutsche Philosophie hat eines hervorgebracht: Der Zweck heiligt NICHT die Mittel.

    Stauffenberg dachte da anders. Er wollte mittels eines Mordanschlags einem guten Zweck dienen. Nehmen wir mal an. Also dachte er, wenn ich die Bösen in die Luft sprenge, mich natürlich nicht gleich mit, beseitige ich einen Bösen und diene einem guten Zweck, nämlich meinen politischen Zielen. Ja, falsch im Sinne der deutschen Philosophie, denn die akzeptiert eine solche Denke nicht. Der Westen schon. Deshalb nimmt er auch Kollateralschäden in Kauf; schließlich glaubt er, er sei gut.

    Wer es ehrlich mit seinen Zielen meint, der setzt als Mittel keine Attentate, ergo unmoralische Mittel, ein und tötet Menschen.

    Die AfD begreift das nicht. Sie zeigt sich wieder mal als westliche, liberale Partei. Pfui Teufel!
  • 20.01.15, 19:33
    anderedimension

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    ad ist für die todesstrafe?
    ja!


    ein paar beispiele zur übung:
    1. ich stehle einem reichen mann geld und verteile es unter den armen.
    moralisch oder unmoralisch?
    2. ich setze meine ziele mit hilfe geltender gesetze durch.
    moralisch oder unmoralisch?
    3. ich verhindere den aufmarsch mir nicht passender politischer verbände in dem glauben, damit das allgemeinwesen vor etwas schlechtem zu bewahren.
    moralisch oder unmoralisch?

    1. unmoralisch. du maßt dir an zu wissen wer arm und wer reich ist.
    aber selbst wenn du es wüsstest; es bleibt unmoralisch.
    2. moralisch, denn deine ziele decken sich mit dem willen des volkes, sonst ließen sie sich nicht gesetzlich durchsetzen
    3. so nicht zu beantworten. recht geht vor glaube. wenn sich dein glaube vom geltenden recht gedeckelt ist, ob beabsichtigt oder nur zufällig, ist das moralisch.
  • 20.01.15, 12:09
    aerolith

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    ad ist für die todesstrafe? bitte um eine ausführlichere darlegung im ordner zur todesstrafe.


    die frage nach dem heiligen zweck ist einfach zu beantworten. an den mitteln erkennt man den zweck.


    es ist ganz einfach, zwischen gut und böse zu unterscheiden: wer setzt welche mittel ein?


    der böse setzt jedes mittel, um seine ziele zu erreichen, denn der zweck heiligt ihm die mittel.
    der gute setzt nur moralische mittel. eben deshalb ist es sehr viel aufregender, ein guter zu sein, denn dem ist nicht alles wohlfeil, karlchen!


    punctum saliens oder, wie es neudeutsch heißt, casus knacktus, ist die beantwortung der frage: was ist moralisch?


    die antwort darauf leistete unsere aufklärung, vertieft die klassik: moralisch ist all das, was, kategorisch durchgeführt, ein allgemeines sein kann. und das kann sich dann jeder beantworten, ob das, was er da tut, ein allgemeines sein könnte.


    ein paar beispiele zur übung:



    1. ich stehle einem reichen mann geld und verteile es unter den armen. - moralisch oder unmoralisch?
    2. ich setze meine ziele mit hilfe geltender gesetze durch. - moralisch oder unmoralisch?
    3. ich verhindere den aufmarsch mir nicht passender politischer verbände in dem glauben, damit das allgemeinwesen vor etwas schlechtem zu bewahren. - moralisch oder unmoralisch?
  • 01.09.14, 09:43
    kls

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Hey, ich will niemanden zur 'richtigen Wahrnehmung zwingen, indem ich sein Leben beende. Diese Bestie dort sollte nur unschädlich gemacht werden. Meinetwegen könnt ihr Kim auch ins Monsterkabinet stecken, zu all den anderen.


    Wenn Ceaușescu und seine Frau nicht ganz schnell getötet worden wären, hätte sich ein Riesenstunk daraus entwickelt, den Rumänien nun wirklich nicht brauchte. Wäre das etwa gut gewesen, wenn da kein ultimativer Schlussstrich gezogen worden wäre?


    Das Problem ist es doch, sich innerhalb von Regeln zu bewegen, um nicht seinen Nimbus des Guten aufs Spiel zu setzen. Und im Notfall die Regeln nur als Richtlinien zu interpretieren, die auch mal geknickt werden dürfen, wenn es nicht anders geht.


    Die Bösen ändern schneller ihre Regeln, als wie die Guten hinterherkommen können. Das böse Böse ist außerdem viel spannender als das gute Gute. Das Gute selber ist nämlich eine stinklangweilige Angelegenheit. Das Gute wirkt konservierend und ist irgend etwas Gemütliches in Hausschuhen, das Böse hingegen verspricht Abenteuer und viel Adrenalin.


    Und nun gehe ich hin und schmeiße den Begriff 'heilig' aus meinem Sprachschatz. So!
  • 31.08.14, 09:45
    Michael

    Wer sagt, was ein heiliger Zweck ist?

    Um eine Frage zu erörtern, sind zunächst die Worte in einen definierten Kontext zu bringen. Also, was ist heilig? Und wer sagt, was heilig ist? Wer denkt selbst und wer glaubt, was andere sagen? Buddha meinte, glaube nichts, nur weil es gesagt wurde. Nicht einmal, wenn ich es gesagt habe.


    KLS fragt berechtigterweise, mit welchem Recht wir versuchen, Menschen Hoffnung auf inneres Wachstum in ihr Herz zu pflanzen. In einer Situation, die den Verstand zur Kapitulation zwingt, scheint es absurd, auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Zweitens ist der Versuch, einem anderen in irgendeiner Form "helfen" zu wollen, immer eine Herabsetzung des Gegenübers und damit ein Ego-Spielchen um Aufmerksamkeit. Drittens sprechen jene, die Nicht-Wissen. Wissende sind jene, die nicht sprechen. Erkenntnis wird gespiegelt, nicht gelehrt. Weitergabe, also die Spiegelung von Wissen zur erfahrbaren Selbsthilfe ist das, was als Essenz des Zeitlosen Wissens bezeichnet werden könnte.


    Heilig ist, was Menschen eine praktische Anleitung zum eigenen Erleben einer erweiterten Form von Existenz darstellt. Eine gleichzeitige Identität in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt. Das ist der Hintergrund des Falles aus einem vormals paradiesischen Zustand einer geistiger Einheit in die Vielfalt und Einfalt bei der SELEKTIVEN Deutung menschlicher Sinneseindrücke. Dem Fall eines geistigen Wesens in die Dichte und Bedrängnis der Materie. Heilig ist alles, was Menschen ihre ungetrübte Heiligkeit vor das innere Auge führt. Im Reptiliengehirn anglegt, um Fressfeinde aus der Luft zu erkennen, warnt es uns heute vor Fraßschäden an der Informationsgeometrie unserer Gedankengebäude. Information bedingt offene Kommunikation über einen beliebigen Betrachtungsgegenstand. Ist ein Urteil schon gefällt, ist jede Kommunikation nur die Verteidigung eines vormals angenommenen Standpunktes.


    Heilig ist nicht zu definieren, da jede Definition etwas nicht umfasst. Heiligkeit ist zunächst im Gegenüber zu erspüren. Wenn Heiligkeit einfach empfunden wird, bedarf es keiner Definition. Eine Definition ist einzig eine Richtschnur für den Verstand, ein mentales Hinweisschild in symbolischer Form. Symbolisch, weil schon ein Name begrenzt.


    Heiligkeit in uns selbst kann eher gespürt werden, erleben wir wundervolle Momente innerer Ganzheit in der Beziehung zu Menschen. Dann gibt es, was KLS berechtigte Kritik an dieser verführerischen Redeform darstellt, keinen Grund mehr, irgendetwas zu kritisieren. Aber ein Geschenk anzunehmen, bedeutet, es zu teilen. Ein definierter heiliger Zweck impliziert, dass Gott nicht allen die gleichen Gaben mitgegeben hätte, sondern manche von außen belehrt werden müssten, was richtig sei. Einzig um diese Auswahl in den Konzepten der Wahrnehmung aufzuzeigen, schreibe ich soviel "mystischen Hirnfick", wie KLs' berechtigter Vorwurf lautet. Es soll nur erinnern, der Inhalt ist insofern zweitrangig. Die Intention ist es, den Lehrplan individuell ins Gedächtnis zu rufen.


    Diese Umkehrung vom NEINCHEN zum bedingungslosen Annehmen, dessen was ist, ist eine Umkehrung der Betrachtung der Welt und ihrer Ursache. Könnten wir einmal als Ursache Liebe in Betracht ziehen, würde sich unser Montagepunkt der Wahrnehmung neu ausrichten lassen. Von einer Welt der Angst zur Freiheit zu gelangen, ist Intention der Worte. Freiheit statt Angst, ein Plakat auf einer Demo, zu der sich noch 1000 Menschen hingetraut haben.


    Den Tod als Waffe für das Leben einzusetzen, ist ein absurdes Konzept. Eine freie Welt kann nicht darauf gegründet werden, bestimmten Menschen oder Gruppen Schuld für irgendetwas anzulasten. Wir haben uns in einigen Dingen absolut geirrt und sind dem historischen Holzauge in eine Situation gefolgt, die, rein rational betrachtet, keine Lösung beinhaltet, die nicht schon das nächste Problem wäre.


    Mit einem weiteren Punkt hat KLS natürlich intuitiv recht: Ist erkannt worden, in einem Seelenschulungsprogramm quasi "ausgebildet" zu werden, bleibt nur der Blick nach innen. Was uns verwirrt, sind einerseits die unendlichen Möglichkeiten der sinnlich wahrgenommenen Welt, andererseits eine Ahnung davon, sich in dieser Vielzahl möglicher Entscheidungsbäume nicht erst einmal verlaufen zu haben. Es göttliches Spiel, in die bewusste Unwissenheit abzusteigen, um sich selbst erkennen zu können. Aber wir sind innerhalb eines gemischten Bildungssystems mit vielen Schulklassen. Im historischen Verlauf hat sich quasi ein Rückstau an Sitzenbleibern gebildet. Ein Rückstau aus Dauerwiederholern, die den Sinn des Spiels vergaßen. Um also die Entwicklung dieses Zyklus zu einem Abschluss zu bringen, wurden die Neueinschulungen ausgesetzt.


    So erleben die Rentner in der ersten Klasse ihre Situation zunehmend als unhaltbare Trotzreaktion. Offensichtlich konnte nicht alles verdaut werden, was gesagt wurde. Und da alles gesagt wurde, ist nichts mehr zu sagen. Aber es darf darüber gesprochen werden, warum nicht verstanden werden will. Das ist eine heilige Pflicht, seinem Nächsten mitzuteilen, dass wir uns auf dem Spielfeld des Lebens verlaufen wollten. Sonst macht es keine Freude, wieder zu finden, was wir immer waren. Aber echt, dieses kindische Ego-Kriegsspiel macht doch keinen Spaß mehr. Es als ausgelebt zu betrachten, löst die Notwendigkeit der ständigen Wiederholung im Lichte eines erweiterten Betrachtungshorizontes auf.


    Heilig kann nur sein, was Leben und Seelenentwicklung fördert. Heilig kann niemals sein, was jemanden tötet oder dessen Lebensrechte selektiv begrenzt. Jemand wurde von seinem inneren Schweinehund überwunden. Geht uns allen immer wieder so, sollte also keiner den ersten Stein werfen. Ein Heiliger Krieg würde bedeuten, dass Gott Krieg gegen sich selbst führt. Was aber einen liebevollen Grund des Ganzen ausschließt. Lassen wir uns daher nicht von der "Wirklichkeit" scheinbarer Realität irgendeiner sich verändernden Form dazu verleiten, einer Seele aufgrund eines unrichtigen Gedankens die Lebensberechtigung abzusprechen.


    Wo hierfür im Mittelalter die Scheiterhaufen brannten und dann das Fegefeuer erfunden wurde, stand einstmals das Verbrennen aller mentalen Konstrukte auf dem Lehrplan. Es klingt absurd, wir brauchen das Werkzeug des Verstandes, um zu einer Ebene zu gelangen, in der Denken nutzlos wird. Aber auch darüber kann man mal gesprochen haben. Es selbst zu fühlen, ist jedoch der einzige Weg dorthin. Der letzter Schritt, in einem Prozess der beständigen Zunahme von Präsenz, kann jedoch nicht erzwungen werden. Einzig der Gedanke, es noch nicht verwirklicht zu haben, lässt Subjekt und Objekt der Betrachtung noch getrennt erscheinen. Die Einheit von Subjekt und Objekt der Betrachtung ist quasi das Abschlussziel unserer Universitätsausbildung. Alles was den Lehrplan unterstützt, ist heilig. Der Hauptschwerpunkt dieser Seelenschule liegt auf Vergebung. Mitgefühl bedeutet auch, dass der Sitzenbleiber nicht verurteilt wird.


    Heilig könnte also genannt werden, was die Sitzenbleiber motiviert, überkommene Konzepte durch neue Ideen zu ersetzen. Lernen wollen muss jeder selbst. Die Heiligkeit im Sitzenbleiber zu sehen, könnte Zutrauen erzeugen. Erst Zutrauen schafft Vertrauen. Trauen wir einer feindlichen Umwelt jedoch nur das Schlchteste zu, sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Es gibt nichts, das nicht heilig wäre. Erst die Definition von "heilig" schafft etwas, dass demzufolge "unheilig" sein muss.


    Zu erkennen, nichts erkannt zu haben, ist die Grundlage der Korrektur fehlerhafter Grundannahmen. Descartes Kuhhandel mit dem Papst sei in Erinnerung gerufen: Um Leichen sezieren zu dürfen, musste er geloben, nicht mehr nach dem Geist in der Seele zu fragen und einzig den Körper zu erforschen. Diese Trennung von Geist, Seele und Körper führte zur Verortung der Seele im Verstand eines Körperautomaten. "Ich denke, also bin ich" ist diesem Kuhhandel geschuldet. Konnte niemand vorhersehen, wie lange die Intention des Kuhhandels unter dem Teppich der Geschichte verborgen bleibt. Der Verstand ist das Problem; und der Feind, den man nicht sieht, ist immer der Gefährlichste. Er dachte eben, wir würden die geschluckte Kröte eher bemerken.


    Nicht erkannt wurde, dass wir nicht der Denker sind. Wir können die Gedanken beobachten. Gedanken erzeugen Wirkungen. Es gibt keine getrennten Innenwelten, es gibt allein ein Bewusstsein. Alle Konzepte und Hinweisschilder, die behilflich sind, das Gegenüber selbst zur Erfahrung dieser Umkehrungsmöglichkeit von Wahrnehmungsmustern anzuregen, sind heilig.


    Jemanden zur "richtigen Wahrnehmung" zwingen zu wollen, indem man sein Leben einfach beendet, wäre keine Lösung des ursächlichen Problems. Wobei Probleme FÜR uns sind. Ansonsten wären es Kontrableme. Probleme führen uns zurück zur Wahrnehmung unserer Seele. Sie verschwinden, erkennen wir uns selbst. Töten ist kein Weg zur Freiheit.
  • 31.08.14, 07:56
    anderedimension
    ich halte den tyrannenmord für legitim. wer das leben anderer beendet...der tritt das recht auf sein eigenes ab...
  • 28.08.14, 06:32
    kls
    Wie passen Aeroliths und Michaels Aussage: 'Tyrannenmord ist verwerflich' zu dem oft zitierten Spruch von Augustinus, ein ungerechtes Gesetz sei kein Gesetz?


    Widerstand gegen Unmenschlichkeit darf sich nicht selber seiner Mittel berauben.


    Der Truthahn hatte vergessen, die Intentionen der Nettigkeit zu hinterfragen, aber der Thanksgivingday wäre dennoch passiert. Ihr beide lest Euch, als ob es Grund zu hoffen gäbe. Glaubt mir - den gibt es nicht -, Appelle an die Vernunft nutzen wenig bis gar nichts, das habe ich an meinen eigenen, am inneren Schweinehund gescheiterten, guten Vorsätzen erlebt.


    Menschen, Leute und Dinge. Schwer zu unterscheiden...
  • 27.08.14, 07:18
    Michael

    Heiliger Entzug von Lebensrechten?

    Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Wie kann es heilig sein, Tyrannen zu morden? Utilitarismus, das Benutzen von Menschen in manipulativer Form zur Umsetzung zumeist verschleierter Ziele dahinter, ist ein Ausdruck des Egos, dass sich mit Projektionen der Zukunft beschäftigt. Sich die Welt zu dem zu machen, was gerade nutzt, ist eine fehlerhafte Grundprämisse. Auch fatale und letale Irrtümer sind nur Gedanken, die gedacht werden. Irrtümer scheinen dummerweise oftmals so lange richtig zu sein, bis der Irrtum erkannt wird. Statt für relative Wahrheiten in einer möglichen Zukunft jetzt schon wieder zu morden, sollten wir erkennen, dass durch Unmenschlichkeit kein menschliches Miteinander entstehen kann.


    Als Beispiel könnte die globalen Wasserheuschrecken dienen: Es scheint ihnen nützlich, rund 2 Milliarden Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zur Umsetzung von Lebensinteressen zu entziehen. Nützlich dahingehend, nunmehr in manchen afrikanischen Staaten für Wasser in Plastikflaschen einen Preis zu erzielen, der über dem von Benzin liegt.


    Wer ist jedoch schuldig im Sinne der Anklage?
    Selbst wenn der derzeitige Kleinstaatentyrann gelyncht würde, wird der nächste Regierungsgierige von den Wanderwasserheuschrecken erneut ins Zwangskorsett kartellartiger Globalstruktur gepresst. Wie könnten wir Lebensrechte der Zukunft schützen wollen, indem wir in der Gegenwart Lebensrechte entziehen?


    Daneben führen nicht nur falsche Gedanken zum Entzug von Lebensrechten. Auch der Nichtbesitz eines Arbeitsplatzes, wird bei einem globalen Überangebot an Arbeitskraft, mit dem Entzug von Lebensrechten geahndet. Welches Ziel wird verfolgt? Die Masse von Sklaven auf einem Arbeitsplaneten durch die Androhung von Todes-, Verhungerungs- und Unterwerfungskonflikten, zu einem Verhalten zu bewegen, dass letztlich einer, im Tierschutz verbotenen, Qualzucht gleichkommt. Sehen die Tiere im Stall ein Siebtel ihrer Artgenossen verhungern, wobei ein Viertel nicht einmal mehr ausreichend Trinkwasser bekommt, entsteht zermürbender Sozialisationsdruck auf unserer Farm der blinden Tiere.


    Heute schon für die Zukunft von morgen über Leichen zu gehen, kann kein Mittel sein, die ursächliche Situation auf unserer Farm zu verändern. Die Gefahr besteht darin, auf einen möglicherweise erstrebenswerten Gesellschaftszustand einer Zukunft hinzuarbeiten. Selbst wenn es nach einer persönlichen Wahrnehmung der Himmel wäre, ist der Weg zur Hölle mit genau diesen guten Vorsätzen gepflastert.


    Alle Systeme, die eine natürliche Entfaltung des Lebens behindern, arbeiten mit Hochdruck an ihrem eigenen Untergang. Dem Ego Vorwände für weitere Repressalien zu liefern, löst eine Gegenreaktion aus, die den Grundzustand weiter verschärft. Das defizitäre Grundparadigma im Nützlichkeitsdenken ist die resultierende Entmenschlichung. Wir verhalten uns wieder wie Tiere, die, im Kampf um das ausgehende Futter am Schweinetrog, ihre dünne Sozialisationskruste verlieren.


    Die BWL unserer Farm der Tiere spricht in einer Analogie von der Truthahnillusion: Als der Truthahn auf unsere Farm der Tiere kam, wusste er nicht, ob er dem Bauern trauen kann. Mathematisch und statistisch äußerst bewandert, erstellt er Berechnungen zur Wahrscheinlichkeit seines Überlebens. Mit jedem Tag wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Bauer ein freundliches Wesen ist, natürlich größer. Am 39. Lebenstag ist er völig sicher, dass der Bauer nur sein Bestes will. Am 40. Tag ist Thanksgiving.


    1. Ein unüberdachter Faktor der Zukunftsprojektion lässt die Gesamtrechnung zur Illusion werden.
    2. Bringt es etwas, den Bauern zu töten, die Verhältnisse auf dieser Farm der Tiere zu verbessern?
    3. Bringt es etwas, den Investor zu töten?
    4. Bringt es etwas, die Fleischesser für die Haltungsbedingungen auf unserer Farm verantwortlich zu machen?


    Oder wäre es nützlich, die Gier des blinden Egos als Ursache all der heiligen Kriegsspiele zu erkennen? Bleiben wir auf diesem historischen Schlachtfeld, erliegen wir einer Truthahnillusion. Wir glauben, durch den strategischen Ausbau subjektiver Fehlwahrnehmungen zur objektiv besseren Welt der Zukunft zu gelangen. Die Qualzucht zu beenden, brauchen wir Tiere jedoch JETZT Wasser und Futter. Dazu bräuchte es Menschen, die das tierische Ego liebevoll beleuchten. Das Ego zu töten, ist unmöglich. Eher tötet es uns. Diese Strategie kann nicht gelingen, so werden wir das kollektive Ego nicht los. Das Morden findet ein Ende, wenn niemand mehr im Menschenmord einen Vorteil sieht.


    Wenn Qualzucht für den Investor Zwangsprogramm ist, wieviele Bauernopfer sollen wir bringen? Das Grundparadigma der unauffüllbaren Gier ist das Gefangenendilemma. Unauffüllbare Gier ist ein Charakteristikum des Egos, der Utilitarismus dient seine Ideologie. Ursächlich ist jedoch ein ruinöser Wettbewerb früherer Nationalökonomien innerhalb multinationaler, kartellartiger Gesamtstrukturen zur möglichst effizienten Generierung von Profiten für die marktbeherrschenden Global-Player.


    Statt dieses zu erkennen, greifen wir benachbarte Farmen an und versuchen, durch kollektiven Soziozid die Fleischpreise zu stabilisieren. Irrre wahrscheinlich, damit den Ausgangszustand menschlicher zu gestalten. Es sind veränderte Grundprämissen, die wir brauchen: Nicht, was nutzt mir, sollte gefragt werden. Es sollte gefragt werden: Was transformiert die Ursache und würde damit allen einen Nutzen bringen?


    Deutlich wird, dass die Wahl der Mittel immer aus selektiven Gesichtspunkten erfolgt. Diese Truthahnillusion noch in die Zukunft zu übertragen, vermindert die Wahrscheinlichkeit, dass die sich die Lage der verhungernden und verdurstenden Truthähne verbessert.


    Lebensrechte selektiv zu entziehen, wird in unserer Gesellschaft zunehmend toleriert, zumindest solange es andere trifft. Wir folgen einer Wirtschaftphilosophie, die in ihren Bilanzen keinen Raum für Menschen lässt. Was kostet die Welt? Was kostet die Zivilisationsgeschichte? Was kostet ein Mensch?


    Der Mensch wurde zum Wirtschaftssubjekt. Noch schlimmer: Sein eigenes Überangebot bedingt seinen eigenen Wertverfall. Neben den freien Gütern (Luft, Wasser, Boden und Naturverbrauch) wird nun der Mensch zur Massenhandelsware herabgestuft. Beliebig austauschbar und ohne Wert in der Kalkulation global agierender Wanderheuschrecken. Bekämpfe daher nicht die Wanderheuschrecken, du wirst sie nicht erreichen. Stärke die natürlichen Fressfeinde und setze auf natürliche Schädlingsabwehr. Auf Unterdrückung folgt Befreiung. Warum fließen alle Flüsse zum Meer? Weil es niedriger ist.


    Sich zu erhöhen, bedingt den eigenen Untergang. Eine Konferenz der Tiere könnte helfen. Morden für den Frieden ist keine Strategie, die Nutzen bringt. Verrohung wird nur durch Mitgefühl therapiert.
  • 26.08.14, 06:05
    kls

    Hochgeschaufelt

    ... weil ich AH meine derzeitige, tagelang obenan stehend, belanglose Geschichte nicht mehr weiterhin oben stehen sehen kann, und BEH, weil dieses Thema einen schwierigen Fall von Gewissenskonflikt beleuchtet. Das bedeutet es nämlich 'Mensch' zu sein: Ständige Entscheidungen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch. Alleine die Definition fällt häufig schon ganz schön schwer.


    Wir entscheiden jeden Augenblick: Trinke ich noch einen Kaffee? Rauche ich noch eine Zigarette? Und solange kein Anderer darunter leidet ist das auch völlig in Ordnung.


    Bei Konflikten in der Peripherie ist die Wahl der Mittel in erster Linie von den Möglichkeiten vorgegeben. Die dazu passende Moral lässt sich leicht zusammenstricken.


    Nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel! Nur: Manchmal muss man seine moralischen Prothesen (Dafürüberlegungen - Nicht Zahnersatz) in die Tonne treten und ganz gemein sein. Meistens stellt sich hinterher heraus, dass es auch ohne Blutbad gegangen wäre und die Mittel kein bisschen geheiligt waren.


    Der Zweck sorgt für Modifikation der eingesetzten Mittel. Moral ist ein variables Konstrukt.

    wer tyrannen mordet, bleibt ein mörder und muß entsprechend bestraft werden.

    Stauffenberg bei Erfolg ins KZ?


    'Mörder' sind nicht immer 'Mörder'?


    Hinrichtungen nach Recht und Gesetz sind kein Mord? Soldaten morden auch nicht? Hiroshima war kein Massenmord?


  • 29.12.12, 06:08
    Merlin Petrus

    Werte

    Wer den Mörder bestraft,
    ist nicht besser als der Mörder
    und jener, die Tyrannenmord gutheißen.


    Damit es Tyrannen gibt,
    werden Menschen gebrochen,
    die fortan nicht ihr Ich leben,
    sondern das ihrer Peiniger
    fortsetzen.


    Der Zweck heiligt nicht die Mittel,
    doch die Mittel heiligen den Zweck.
  • 12.02.12, 10:36
    rodbertus

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    das thema bricht immer wieder auf - seit jahrhunderten, denn auch kluge menschen scheuen sich nicht davor, zwischen mittel und zweck die verbindungslinie so zu ziehen, daß der zweck auf das verwendete mittel ausstrahlt, aber eben so, daß er es adelt
    boccaccio meinte um 1350: "Soll ich den Gewaltherrn König, Fürst heißen und ihm Treue bewahren als meinem Obern? Nein! denn er ist Feind des gemeinen Wesens. gegen ihn kann ich Waffen, Verschwörung, Späher, Hinterhalt, List gebrauchen; das ist ein heiliges, notwendiges Werk. Es gibt kein lieblicheres Opfer als Tyrannenblut." (de casibus virorum illustrium, Buch II, Kap. 15.)

    für mich ist es das nicht. wer tyrannen mordet, bleibt ein mörder und muß entsprechend bestraft werden.
  • 20.05.11, 20:50
    saul

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    soziozid, was sonst!


    http://www.dr-trier.de/Themen/Partei...eneration.html
  • 18.05.11, 08:44
    rodbertus

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    2006 argumentierte merkel noch wie eine protestantische pfarrerstochter, daß der zweck nicht die mittel heilige. nach dem mordanschlag gegen osama bin laden jubelte sie und drückte ihre freude über den tod des feindes aus. auch in amerika gab es jubelarien. nun ist von zumal westlichen kapitalisten nichts anderes zu erwarten, als daß sie eben eine heiligung IHRER mittel gutdünken, während der feind einsetzen mag, was er will, es werden immer schlechte mittel und schlechte zwecke sein.
    um 1990 machte eine besprechung die runde, in der der stasi-chef mielke 1980 seinen einsatz der todesstrafe für feinde rechtfertigte. irgendwie erinnert mich seine argumentation an das, was heute in der öffentlichkeit breitgetreten wird. entweder muß jeder mächtige schlechte mittel einsetzen oder diejenigen, die schlechte mittel einsetzen, müssen bestraft werden. beides zusammen geht nicht. entweder bist du der gute oder du bist ein genau so übler genosse wie dein feind. das geschwafel, genossen, von der wehrhaften demokratie ist unsinn. wenn die demokratie sich nicht anders zu helfen weiß, als daß sie genau so böse ist wie ihre feinde, dann ist das prinzip der demokratie (oder der staatsform, die sich als solche bezeichnet) falsch. dann müssen andere formen der herrschaft gefunden werden. so jedenfalls geht es nicht, daß quasi jeder getötet werden darf, der de facto zum feind erklärt wird. wo soll das enden?
  • 09.09.06, 17:04
    ala

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    noch vor der frage nach der (schein)heiligkeit der mittel steht doch die frage nach der legitimität von zweck-mittel-relationen als solchen. es hat immer etwas berechnendes, ist damit grob irrtumsanfällig und geht und verfehlt den humanismus am naheliegenden, nächsten, schon deshalb. leider, und das ist die geschichte, gehen die berechnungen oft auf und bestärken den wahn. daraus entsteht die religion (jesuiten), der zweck könne dann auch noch die mittel heiligen.
    wobei meist bei den zwecken schon nicht mehr nachgefragt wird, wenn sie nur gut klingen und einen endlich an die mittelchen, die selbstzwecke wurden, heranführen können.
    zum exempel terrorismus ist zu erinnern, daß die militärs neue ziele brauchten, als der "feind" wegfiel. das klassische völker- und kriegsrecht war auf konflikte zwischen staaten zugeschnitten. weltweite einzeltäter, auch noch so gut organisierte (fällt mir jetzt neben terroristen nur die regionale mafia ein) wurden über das nationale strafrecht, bei extrem schweren taten über das im nationalen recht aufgenommene "weltstrafrechtsprinzip" integriert. kriege waren deshalb also nicht möglich. der internationale strafgerichtshof fordert die freiwillige unterwerfung der heimatstaaten - spielt hier also keine rolle.


    wenn nun die militärs ins strafrecht übergreifen, und das tun sie nur auf befehl, so ist im kern des nationalstaats etwas oberfaul. mit raketen auf einzelmenschen zu zielen ist die fäulnis jeder zivilisation. zivilpersonen fallen zudem in die rechtslücke, daß nicht einmal das humanitäre (!) kriegsrecht sie schützen kann. sie verbleiben als tote "kollateralschäden".


    libanon zeigt auch, daß offenbar die aufbauphase wirtschaftlich lohnen kann. und dann auch alle wieder dabei sind, die zum vorherigen krieg bedenken hatten. tja, der vater aller dinge - das beste mittel zu fast jedem zweck?
    die fortsetzung der politik mit anderen mitteln?


    staaten haben miteinander nach völkerrecht auszukommen. für individuen genügt das strafrecht. nur weil beides nicht optimal funktioniert, ist die vermengung dennoch nur scheinlösung, umgeht die anstrengungen, die erforderlich sind, um die probleme zu lösen.


    stellt sich die frage, wie problemlösung sich zur mittel-zweck-relation verhält.
    zweck ist ja die beseitigung des problems oder seine weltunschädliche integration. der erste unterschied besteht darin, daß diese zwecke für sich konkret und human anliegen, jedem einzelnen sein nächster vor augen. die "lösung", einen anderen nächsten tot vor sich liegen zu haben, ist keine, sei der auch meilenweit weg im irak, israel oder libanon.
    diese kleinen zwecke können keine großen mittel vertragen, ohne sich zu sich selbst in widerspruch zu setzen. sie würden damit offenlegen, daß das mittel zum selbstzweck wird.
    drittens hat die problemlösung in sich die maxime, nicht zusätzliche probleme zu schaffen. sie muß also unmoralische mittel von vornherein ausschließen.
    und zur urmutter aller kausalität, der naturwissenschaft, ist zu sagen, daß sich diese längst ihrer relativität zugunsten des grundsätzlichen "trial and error" im symbol des experiments bewußt ist. übernimmt man versuch und irrtum, kann man die frage nach der "heiligung" gar nicht mehr stellen. wir haben akteure, arenen, interessen und die machtfrage. an der machtfrage kristallisiert sich alles. die mittel der mächtigen und die mittel der ohnmächtigen. und jeder zweck entlarvt sich hier als abstrakt. als wegsehen vom nächsten, statt ihn konkret in den arm zu nehmen und zu trösten und notfalls neben ihm draufzugehen.
  • 09.09.06, 14:26
    rodbertus

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    das ist der protestantische nordosten deutschlands, der die dinge sicher aufs tapet bringt. frau merkel, genau das ist ihre aufgabe, so etwas anzusprechen!

    http://www.bpb.de/apuz/29462/deutsch...a-merkel?p=all [Link wurde später eingefügt, da der ursprüngliche Welt-Artikel vom 8.9.2006 vom Netz gewnommen wurde]

    Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Ganz recht so. Doch jetzt müssen wir auch den nächsten Schritt gehen und diejenigen hinterfragen, die unmoralische Mittel anwenden. Denn die haben auch (zumeist) einen Zweck vor Augen, der sie zu den ihnen adäquaten Mitteln greifen ließ/läßt.
  • 31.05.05, 07:21
    Das Gift

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Ein interessanter Ordner - in Anbetracht der Daten, an denen hier kommentiert worden ist. Noch interessanter ist, dass sich vieles, was am 11.9.2001 in diesem Thread spekuliert wurde, bislang mehr oder weniger bewahrheitet hat. Damals hörte ich aus dem Autoradio davon und mir ist durch den Kopf geschossen ist, so makaber es auch aufgefasst werden mag: "Selbst schuld. Jetzt gehts erst richtig los."
    Tja, ich habe wohl soweit Recht behalten, mal sehen, wie es weiter geht ...
  • 11.09.02, 17:47
    Quoth

    AW: Heiligt der Zweck die Mittel?

    Europa am Scheideweg. Das ist für mich am 11. September herausgekommen. Auf der einen Seite die anmaßenden Vereinigten Staaten mit ihrer korrupten Plutokratie und schrankenlosen Herrschaft der Gier. Auf der anderen Seite der Steinzeitislamismus mit abgehackten Händen, klitoridektomierten Frauen und gesteinigten Ehebrecherinnen. Beides kann für Europa nicht der Weg sein, beides sind Koalitionen, die die meisten von uns aus tiefster Überzeugung ablehnen. Europa auf der Suche nach einem dritten Weg. Gibt es ihn? Oder werden wir bei diesem Versuch zwischen den feindlichen Lagern zerrieben werden? Um ihn zu beschreiten, müßte Europa stark, sehr stark werden. Hierfür bedarf es der Politiker mit einer Vision und ungeheurer Durchsetzungskraft. Ich sehe sie nirgends. Der senile Zausel aus Bayern? Die ruhige Hand aus Hannover? Was kann aus Deutschland Gutes kommen? Tony Blair im Kielwasser Bushs. Chirac ein billiger Kompromißler. Ich fürchte, nach der Wahl werden wir, egal wer sie gewinnt, an der Seite des großen Bruders stehen, mag uns dann seine Wallstreet auch zuscheißen.
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