Antworten

Thema: Brunnengeschichte: Was man aus dem Brunnen isst

Nachricht

Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

Sie können aus dieser Liste ein Symbol für Ihre Nachricht auswählen.

Zusätzliche Einstellungen

  • Wenn Sie diese Option aktivieren, werden URLs automatisch mit BB-Code ergänzt. www.beispiel.de wird zu [URL]http://www.beispiel.de[/URL].

Übersicht (Neuester Beitrag zuerst)

  • 15.07.03, 16:13
    Maike

    Brunnengeschichte: Was man aus dem Brunnen isst

    Was man aus dem brunnen isst

    Auf ging die tür ganz leise. Sie stand schon die ganze zeit dort und hat sich dennoch darüber erschrocken. Das sehen schlich sich förmlich in ihre augen. Diese beunruhigung...

    Jedesmal ab hier geht alles schnell. Immer ist ganz plötzlich sein gesicht da obwohl sich doch irgendwie sein ganzer körper durch den türschlund schieben müsste der sich eigentlich so langsam auftut. Dann steht alles von ihm da doch sie kann einzig sein gesicht mit den augen darin angucken. Manchmal hadert sie für sekundenbruchteile mit sich.. darüber - ob sie ihn wirklich erkennt nämlich. Sie weiss gar nicht wie er sich anfühlt oder gar wie diese haut an ihm riecht. Nur immer dieser anblick. Nichts sonst. Würde sie sich jetzt umdrehen könnte sie sich nicht mehr an ihn erinnern.

    Dann wird sein gesicht auseinanderwehen als hätte es die ganze zeit bloss aus glühwürmchen bestanden die zusammengeflogen kamen um an einem ort gemeinsam zu rasten und seine offenen augen sind ihre luftlöcher. Sie sind beinahe durchsichtig und ohne licht im hinteren teil ihrer leiber.

    Er ist dasselbe unbeständige bild in ihrem kopf wie die erinnerung an ihr eigenes gesicht..darüber muss sie sich immer aufs neue durch spiegelblicke gewissheit verschaffen da sie ihren anblick sonst so eiligst vergisst. Mit geschlossenen lidern verflüchtigt sich auch seine gestalt kaum merklich in dunkelnder verschwiegenheit..bis sich nur noch fragmente in ihre suchenden augen heraufwirbeln lassen. Alles was sie einst an ihm anschaute scheint dann wie schwebteilchen zum grund zu sinken..um als verlorene erinnerung niemals in vergessenheit zu geraten.

    Denkt sie an all die insekten während des vor ihm stehens muss sie fast kichern.. aber vorher wacht sie immer auf.. und der moment schiesst in ihren kopf zurück - das hierstehen angucken verwirrtsein und lachenwollen und dann doch nur noch die unsicherschwer haltenden füsse. Doch zum glück. Zwar gelangt sie so zurück ins oje! doch auch zurück ins richtig/real. Dies beschwerliche gefühl dazu ist ihr vertraut. Es sinkt wie märchenwackersteine in ihrem körper hinab.. zu jenem boden auf dem ihre fuesse ihr beinah ohnmächtig die kontrolle versagen. Aussen ist aber alles ruhig. Bestimmt ist sie ein netter anblick.

    Er guckt jetzt irgendwie schon die ganze zeit gleich. Vielleicht weil diese zwei stunden voreinanderstehen in 1,5 minuten passten oder weil er grad ein mimisches brachland ist. Die gedanken daran locken sie in eine ecke mit zimmerpflanzengrün und sie bemerkt all ihre neugier. Doch nein!.. heut fragt sie sich nicht weiter denkend danach. Hereingehen sieht von aussen ganz schnell aus. Doch alles von ihr hat sich immer noch vor der tür zurückgelassen. Warte. Jetzt kommt es nachgetraut.
    Er ist so vorsichtig und man kann die tür kaum einrasten hören. Seine arme sind das schönste an ihm. Ausser wenn er sein shirt auszieht. Da sind dann so knochen die manchmal unter ihren fingern seufzen und dann fühlt sie sich wie das meer wenn es alle ecken sanft rundet und diese gegossenen formen ans ufer spült. Bis sie sich ihr erneut entgegenwiegen.
    Aber es zählt gar nicht wenn man nur handflächen träumt die auf jeden teil seiner körperhaut passen würden als könnte man sie im moment des berührens ineinanderschmelzen hören.. ineinandergegossene haut.. bist die hand zurückweicht um bei sich selbst zu verweilen. Sie denkt ihre bedürftigkeit und verzweifelt einen augenblick lang.

    Bislang war sie die erfinderin des androgynen gefühls. Doch heute nie mehr..

    Vor seinem blick schwimmt etwas durchsichtig flüssig. Sie ist davon allerding kaum irritiert. Nur wenn dieser winzige fisch darin angezwitschert kommt ist sie all ihres versuchten gefasstseins beraubt. Der hauch von grün säuselt geschmeidig entlang ihres blickfeldes und schaut kokett in ihre richtung. Ein wenig rot wird sie schon angesichts soviel jugendlichkeit. Seine augen empören sich dann verhalten über diese showstehlerei und natürlichste angabe. Ihre gesichtsmuskeln irren derweil völlig aufgebracht in alle erdenklichen richtungen im versuch eine gekonnte mine zurechtzubasteln. Der daraus entstehende zitternde mund zuckt meist ein kurzes grinsen ..dies ist ihr schrecklich unangenehm und sie spürt die erhitzung in ihre wangen schleichen. Sie ist ganz wütend darüber dass sie sowas immer noch nicht kann.. Bis sich das gedachte „verdammt!“ als chemische essenz in ihren gesamten kopf ergiesst.

    Nach dem hineinschlüpfen in seinen flur verlor sie seinen anblick. Die verflüssigenden bilder eroberten auch ihr gesicht und verwischten alle klaren formen. Sein kopf blieb beständig wie von wind erfasst..und schauten seine augen zu ihr so war ihr dies einzig erfahrbar indem sie suchend daneben blickte. Jedes fokussieren als entsetzlich verzweifeltes sehenwollen scheiterte wie lautes knieblutigaufschlagen. Es gibt kein sehen. Ihre augen schlossen sich erlöst.

    Seine wangen fliessen meist später in das gesicht hinein..wenn sich alles andere bereits erneut bewegen möchte. Sie zotteln so hinterher und lassen den kopf ganz ver-rückt aussehen. Vielleicht sind sie noch klein und können gar nicht so schnell. Ihr ausseratem reisst sie auf und lässt müde trauer bluten.

    Sie schaute sich zaghaft um und beschloss sich damit zufriedenzugeben dass ihr alles so erschien als würde man den kopf unter wasser halten. Sein gesicht wehte konturlos an ihr vorbei jedoch die körper blieben für sie erfassbar..einzig ihre beiden häupter schienen umflossen. Seine schönsten hände stopften sich gerade dringend in die hosentaschen und ihr blick huschte am fussboden entlang. Die bewegung in seinen schuhen lud sie kurz ein..er rollt seine zehen manchmal so auf als wäre er vier und versuchte beim aufstehenmüssen sich am bettlaken mit ihnen festzukrallen.

    Jetzt waren sie richtig zusammen.. in seiner wohnung. Ihr innen hörte auf sich schlagend zu fürchten. Er öffnet jetzt seinen mund und sicherlich kommen worte aus ihm heraus. Sie lässt sich darauf ein und nickt und guckt zurück und manchmal spricht sie auch. Doch ihr schauen bleibt in scheinbarer benommenheit viel schärfer als alles passierende gedämpfte geplauder. Als würde dieses sprechen in einem einzigen zimmer stattfinden..doch sie durchstreift eigentlich grad alle gemächer. Als blickte sie herauf aus einem dunklen Ort zum oben wo sie gar nicht ist.

    Sie stehen zusammen im zimmer. Dann fängt sie an und benutzt seinen raum. Das elternsofa, dieses fenster mit dem blick auf bestimmt beinah alle stadtdächer, die schaumstoffbälle zum jonglieren, den fussboden, die schwarzen musikgeräte..sie lässt all dies funktionieren und es scheint als wäre es tatsächlich von bedeutung.

    Das reden muss sein. Immer diese anstrengung. Sie träumt es still. Sehnsucht nach küssen und seinem mund bleibt.

    Mit offenen augen sieht sie sich aus dem fenster blicken..mit ihm fast dicht hinter ihr stehend. Er spricht von ihrem rücken..beiläufig..weil er so schön braun ist und es macht ihr gar nichts. Sie lächelt......es klang so schön.

    Die augenblickliche begegnung mit seiner gesundheit - dieses fragen nach ganz winzigen dingen..so souverän dass es unsicher macht..(und sie hat es schon ganz verlernt..über solche nichtigkeiten hinweg erst den versuch zum zueinander anzutreten) - schleudert ihr versuchen zerstörerisch an die zimmerwände. Ihre arme schwingen ein mattes taumeln und bestimmt ist es zeit diese seinewohnung zu verlassen..doch er ist so ein schöner anblick. Sie geniesst verschwenderisch dieses überteuerte einkaufen.

    Sie stolpert benommen zu jenem sessel und verlangt nach ihrem können....nicht-hinfallenmüssen oder verrutschen weil sich alle feinmotorik furchtvoll in das hintere dunkel des zimmers zurückgekrochen hat. Mit soviel altsein sollte das doch gehen...und sie hat sich auch schon zugesehen bei geschmeidigen mitmenschenbegegnungen............................ ......ach.

    Manchmal ging sie allein in sein badezimmer..der brunnen stand dort in schummrig rotstichigem licht und roch feucht nach kühldunklen steinen...durchquert von winzigen moosfüsschen. Wenn sie in ihm hinabblickte sah sie das erdinnen. Eigentlich hätte ja irgendwo das zimmer mit den gänsegardinen vom untenmieter anfangen müssen. Aber das wundern darüber hörte nach dem sechsten mal hinabklettern auf. Manchmal flackerte der verstand eine empörte wallung mitsamt dieses gedankens - stirnfaltenfurchend über soviel ignoranz. Doch verstande sind auch nur menschen und erkennen ihren überfluss.

    Wenn das telephon klingelte beeilte er sich immer. Dann konnte sie vorsichtig den kopf in den nacken sinken lassen..und stand sie an der wand so hielten ihre hände breitgefächert diese hinter ihrem rücken. Dann versank ihr körper in dem milchigen weiss der tapete so dass einzig das dunkle braun ihrer wimpern einen lidschlag schimmerte. Verstohlen glitt ihr schauen zu seinen haaren hinauf wovor es furchtbar verloren verharrte.

    Sie atmet mit dem raum..das ist anstrengend weil es ein anderer rhythmus ist - natürlich - und ihr körper sich dagegen sträubt ihn anzunehmen. Dann zergliedert sich ihr leib und sie gelangt aufgefädelt zerbrochen hinter das band aus geflossenem anblick. Doch hier ist es nacht und die liebe so überwältigend dass kein sehnen nach zu sehendem sie aufrührt. Die dunkelheit lässt sie endlich still sein und das beständige versuchen sich an ihn heranzureden endet. Sie schmeckt den duft seiner haut - ganz wahrhaftig..ohne platz dazwischen für schürfende zweifel..“Lass mich hierbleiben für immer in diesen zwei minuten.. „

    Sie fliesst sich lautlos an seinem rücken entlang..verweilt..solange es schweigend sein darf. Ihr kopf schmilzt in einem letzten blicken..vorbei an allen formen..während seine wärme achtsam in ihren körper diffundiert.

    Unten ist es endlich die wahrheit. Das beieinandersein tropft ihre existenz in eine gussform und sie weiss dass er jetzt ein zusehendes gesicht vor ihre augen trägt. Doch ihr körper lässt sich erfassen von jener woge aus flüssigem durchsichtig ..dass alles schwere pulverisiert zu farbe die ihr herz rötet.
    In diesem sichtlosen versteck ergibt sich sein verstand und strömt ihr auf die lippen. Dies schmeckt nach allem an dem sie satt werden kann.

    Sie weiss sich an ihn heran und zerstösst alle furcht.. bis ihr gefühl vernichtet zu boden schmettert ..sie erträgt das betrachten des geschundenen.. entblösst alles wundsein als beginn der verwandlung.

    Ihr körper ist jetzt wesen dass sich abzieht..von ihr.. um von wurzeln erklommen zu werden..ein gar nicht länger umhülltes gefühl..erfahren von gleissendem durchdrungensein. Wahrhaft organisches zerstösst den letzten hauch gedachter wände deren geatmetes nichts ergebende fülle umströmt.

    Als sie zurückkletterten und ihre hände oben das kühle kachelblau unter sich begruben versanken die wände seines badezimmers und auch die decke, der fussboden.. alles begann wegzuschmelzen bis der raum nur noch aus weite bestand. Auch er hat es gesehen und kam um sie zu küssen. Ich lasse sie ineinander wehen und sie verwinden ihren verlust.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •