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Thema: demokratie und andere krater

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Wie heißt die größte deutsche Insel?

 

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  • 10.08.20, 12:16
    WirbelFCM

    AW: demokratie und andere krater

    Von ihrer Warte aus sind es ja auch keine Fehler. Die glauben wirklich (wirklich!), daß sie alles richtig machen und nur im Sinne des Volkes handeln. "Klingt komisch, is' aber so..." sagte Peter Lustig in solchen Fällen immer :)

    Ein "Ur-Rassist" weiß auch nicht, daß er was falsch macht. Der hat sich das sein ganzes Leben lang quasi mit der Muttermilch aufgesogen, für den ist es genau so selbstverständlich, daß der Neger ein minderwertiger Untermensch - eine Art Ungeziefer - ist, wie es für ihn normal ist, daß jeden Morgen die Sonne wieder aufgeht.

    Ansonsten bin ich da ganz auf Deiner Seite.

    ×
  • 10.08.20, 12:04
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Behaupte ja nicht, dass die Regierung diese Fehler absichtlich machte. Sind auch nur Menschen...mit all ihren Fehlern. Komisch wird es nur...wenn die Bevölkerung dann auch noch Blumen an diese Leute verteilt - und ganz komisch...wenn ein Politiker wie Spahn den Strauß auch noch annimmt. Da komme ich mir irgendwie verarscht vor. Wer das Geschehen nur halbwegs von Anfang an verfolgte...der hat doch gesehen, dass der Spahn mit allen Einschätzungen und Vorhersagen falsch lag. Wie kann ich eine solche Pflaume nur feiern? Es sind nicht die Politiker alleine...es ist die kollektive Verdummung...die zunehmend zum Problem wird.

    Soeben hat die SPD den Olaf Scholz aufgestellt. Also einer von Muttis Lieblingen, Olaf oder Jens, wird Muttis Erbe antreten...
  • 10.08.20, 10:39
    WirbelFCM

    AW: demokratie und andere krater

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    In meinen Augen hat die Regierung in Sachen Corona so ziemlich alles falsch gemacht, das man falsch machen kann.

    Von Deiner (und auch meiner) Sichtweise aus kann man das so sehen, von deren Sichtweise aus haben sie alles richtig gemacht. Du darfst nicht den Fehler machen, davon auszugehen, daß eine (unsere) Regierung daran interessiert wäre, Bürgerinteressen zu vertreten. Das Hauptaugenmerk der Regierung liegt darin, ihre Wiederwahl zu sichern und somit in erster Linie Lobbyismus zu betreiben, also ihren Sponsoren ökonomische und finanzielle Vorteile zu verschaffen. Und da eine Regierung kein eigenes Geld für derartige Tätigkeiten hat, muß sie dazu das Geld ihrer Bürger mißbrauchen. Und um das tun zu können, muß sie es der Bevölkerung zuerst einmal wegnehmen. Und da kommen wir auch schon zur zweiten Haupttätigkeit unserer Regierung, nämlich der Vertuschung dieses Raubes und dieser Veruntreuung.

    Wenn Du diesen logischen Zusammenhang erkennst, verstehst Du auch das Handeln der Regierung. Du kannst immer davon ausgehen, daß alles so geschieht, wie es geplant war.
  • 10.08.20, 09:40
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Ich mache Teile der Medien als Krater unserer Demokratie aus.

    Beispiel: die Tage titulierte SPON (spiegelonline) "wie rechts ist unsere Polizei?"

    Jeder, der etwas von Rhetorik versteht...weiß, dass das eine Suggestivfrage ist...denn sie unterstellt, dass die Polizei rechts sei...man nur noch feststellen müsse in welchem Maße.../eine Mutmaßung wird sozusagen als Tatsache verkauft. Was anderes wäre es gewesen...hätte man gefragt: "wie rechts sind manche Polizisten?"...oder "wie viele Polizisten sind rechts?". Man schreibt aber "Polizei". Bewusst, denn wir reden von Journalisten...deren Handwerkszeug unsere Sprache ist. Sie wissen also genau...wie man durch Formulierungen Wirkung erzeugt. Zu ihren eigentlichen Aufgaben gehört aber genau das...die Beeinflussung...zu vermeiden. Noch billiger als die Formulierungen selbst sind die Zahlen...die man ins Feld führt. Man spricht von 400 "Verdachtsfällen" insgesamt...und das kumuliert über 6 Jahre (2014 bis heute). Wir haben also 400 Verdachtsfälle...fast alle (noch) unbestätigt...über einen Zeitraum von 6 Jahren...und das bei 300.000 Polizisten. Selbst wenn sich alle Verdachtsfälle als begründet herausstellen würden...wären das noch keine 0,2%. Und wir reden jetzt von Menschen, die sich täglich mit dem Bodensatz unserer Gesellschaft konfrontiert sehen. Nehmen wir mal die Friseure, die Metzger, die Fensterputzer, die Priester, die Bademeister...oder die Eisverkäufer...wo immer man auch recherchieren würde...es wären vermutlich mindestens auch diese 0,2%...aber vermutlich noch viel mehr.

    Was ich damit sagen will: wir müssten uns bei unseren Polizisten bedanken...dass so wenige von ihnen rechts (geworden) sind...obwohl sie einen solchen Alltag haben. Und was machen unsere Medien daraus? Schweinerei! Wer kontrolliert die Medien? Wer haut da mal auf den Tisch? Die linksgrüne Berliner Szene missbraucht die Vorfälle in den USA...um gegen unsere Polizei Stimmung zu machen. Das machen sie zwar schon immer...aber noch nie zuvor mit einer breiten Unterstützung unserer Medien.

    Diese Journalisten sitzen in ihrem Elfenbeinturm der Glückseligkeit und richten über diejenigen, die für sie Kopf und Kragen riskieren. Eine große Schweinerei, die mich wütend macht.
  • 10.08.20, 07:37
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Momentan lernen sie ja den Umständen geschuldet eher wenig.

    Was ich nicht verstehe - und vielleicht kann mir das jemand beantworten: warum nimmt in Zeiten von Corona nicht der Bund das Heft des Handelns in die Hand, wenn es um die Durchführung des Schulunterrichtes geht? Zwar ist Bildung Ländersache, aber hier geht es nicht um Inhalte...sondern um organisatorische Fragen, die einem höheren Ziel dienen. Meines Erachtens ist das jetzt gerade keine Ländersache. Der Bund hätte die Mindeststandards klar vorgeben sollen...sprich müssen - um dann den Kommunen unter die Armen zu greifen, die Schwierigkeiten haben diese Standards zu erfüllen. Man hat viele Wochen untätig verstreichen lassen. In meinen Augen hat die Regierung in Sachen Corona so ziemlich alles falsch gemacht, das man falsch machen kann. Unsere niedrige Sterblichkeitsrate ist der Disziplin der Bevölkerung, dem medizinischen Equipment und dem Einsatz von Ärzten und Pflegern zu verdanken - zudem hatten wir einige Wochen Vorsprung - und wir sind keine Küsschen hier Küsschen da Nation...wie Spanier, Italiener und Franzosen.
  • 06.08.20, 11:28
    WirbelFCM

    AW: demokratie und andere krater

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Die Hysterie ist eine der größten Gefahren der Demokratie.


    https://www.t-online.de/auto/id_8834...kleinkind.html

    Dieser Link führt u.a. zu einem Bild, auf dem ein Mädchen zu erkennen ist, das sich an einen Audi lehnt und dabei am Eis schleckt.

    Ein wirklich sehr schönes Bild, wie ich meine, und Teil einer Audi-Kampagne. Normalerweise keines Kommentares würdig, aber weit gefehlt. Dieses Bild sorgte in Foren und auf Medienportalen für hitzige Diskussionen. Linksgrüne machten sofort ein riesen Fass auf - und sorgten dafür, dass sich Audi entschuldigen musste. Für was eigentlich? Ja, es sterben Kinder durch Autos...und jeder einzelne Fall ist tragisch und zu bedauern. Was ist mit Fotos....bzw Werbung für Badeseen, Schwimmbäder und Badewannen? Todesursache Nr. 1 bei Kleinkindern ist nach wie vor der Tod durch Ertrinken.
    Leute, die sich bei solchen Fotos ansonsten nichts weiter denken würden...lassen sich vom Mainstream beeinflussen...denn wenn die vor mir alle sagen das gehört verboten...dann blase ich mal lieber ins gleiche Horn...bevor ich mich mit der großen Mehrheit anlege. Hysterie erweckt oft den Anschein da müsse was dran sein, auch wenn es übertrieben wirkt. Die Entschuldigung von Audi machte es erst wirklich schlimm...weil so die Aktivisten gleich zweimal die Bühne betreten konnten.

    Da gibt es einen schönen Spruch zu: "Kinder sollten in der Schule lernen, wie man denkt und nicht, was man denkt".
  • 06.08.20, 11:24
    WirbelFCM

    AW: demokratie und andere krater

    @eulenspiegel

    Aber ich denke, wir wissen alle, daß kein Mensch gleich ist. Jeder Mensch ist ein Individuum und damit anders ;-)

    @anderedimension

    Ich sprach nicht davon, daß 90% Idioten sind, sondern "Idios" (Untertanen, die breite Masse der Bevölkerung), bitte nicht verwechseln! :-)

    Definiere bitte mal "besseres System". Da liegt doch so ein bißchen der Hase im Pfeffer: dem Ökonom ist ein System recht, daß maximales Wirtschaftswachstum gewährt (was irreal ist), der Grüne eins, das optimalen Umweltschutz bietet, der Linke ein System, das ein tolles Sozialsystem bietet und der Rechte eins, das Tradition und Gerechtigkeit fördert.

    Keins davon kann jedoch mit Giralgeld als Basis funktionieren!

    Ein "ideales System" müßt im Grunde eine optimale Mischung aus allem sein. Es müßte "nachhaltig" sein, also eine Art Kreislaufwirtschaft, die sich selber am Leben erhält. Es dürfte der Entwicklung der Gesellschaft nicht im Wege stehen und individuelle Traditionen und Freiheiten fördern. Ob ich so eins kenne? Nein. Darum sagte ich ja auch, daß es gilt, so eines neu zu "erfinden", zu installieren, zu testen, ggf. zu korrigieren und optimieren und dann zu etablieren. Und das dann im Idealfall weltweit. Dann könnten wir auch locker 10 Mrd. Menschen ein nennenswertes Leben bieten. Wie brachte Gandhi das mal so schön auf den Punkt? "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier" ;-)

    Und Grundlage so eines Wandels kann nur über den Bildungsweg funktionieren! Wenn Du Kinder von Kleinauf auf Wettbewerb und Hamstern trainierst, werden sie später auch so denken. Wenn Du sie auf Kooperation und Bescheidenheit orientierst, werden sie sich später auch so verhalten. So ein Wandel ist kein Ereignis, das Du heute "per Gesetz" von heute auf morgen erledigst, sondern muß als Prozeß angesehen werden, der über 2-3 Generationen vollzogen werden muß. Ob die Menschheit diese Zeit noch hat? Fraglich...

    Aber der Legende nach sollen ja Donald Trump und Vladimir Putin sowas in der Art vorhaben
    Die haben auf jeden Fall definitiv die Möglichkeiten dazu, sowas umzusetzen. Und das vll. sogar wesentlich schneller als über 2-3 Generationen.

    Grundsätzlich - um jetzt mal wieder zur Regierungsform zurückzukommen - halte ich diese eher für nebensächlich. Wie ich ja schon sagte ist auch Demokratie eine Art der Diktatur. Oder nennen wir es vll. mal besser "eine autoritäre Regierungsform", weil der Begriff "Diktatur" ja recht negativ belastet ist. Wenn in einer Demokratie Verbrecher in die Regierung gewählt werden, wird der Staat vor die Hunde gehen (wie man am Beispiel Deutschland sieht), wenn in einer Diktatur der Diktator im Sinne seines Volkes und zum Wohle der Menschheit regiert, dann kann eine Gesellschaft auch in einer Diktatur aufblühen. Zahlreiche Unternehmen beweisen das. Apple bspw., da war der "Diktator" (Steve Jobs) ein Visionär, der die Wünsche und Bedürfnisse von Millionen Menschen bedient und somit eins der größten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt aufgebaut hat. Aber stell Dir mal vor, im Unternehmen würde Demokratie herrschen und ALLE Angestellten dürften entscheiden, wie die Arbeitszeiten aussehen, wieviele Stunden pro Woche gearbeitet würde, wieviel Urlaub es gibt und welches Gehalt... Was glaubst Du, wie lange Apple überlebt hätte?

    Entscheidend ist letztendlich nur, ob die Regierung a) kompetent genug ist, b) seriös (im Sinne von Mensch und Umwelt und im Rahmen der Gesetze) handelt und c) auch genug Vertrauen unter seinen Untergebenen genießt, so daß er in Ruhe seine Visionen umsetzen kann, auch und v.a., wenn dazu mal unpopuläre Maßnahmen nötig sind (und das sind viele!). Welches System er dazu nutzt, halte ich im Grunde für zweitrangig, wenn nicht gar obsolet.
  • 06.08.20, 11:05
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Die Hysterie ist eine der größten Gefahren der Demokratie.


    https://www.t-online.de/auto/id_8834...kleinkind.html

    Dieser Link führt u.a. zu einem Bild, auf dem ein Mädchen zu erkennen ist, das sich an einen Audi lehnt und dabei am Eis schleckt.

    Ein wirklich sehr schönes Bild, wie ich meine, und Teil einer Audi-Kampagne. Normalerweise keines Kommentares würdig, aber weit gefehlt. Dieses Bild sorgte in Foren und auf Medienportalen für hitzige Diskussionen. Linksgrüne machten sofort ein riesen Fass auf - und sorgten dafür, dass sich Audi entschuldigen musste. Für was eigentlich? Ja, es sterben Kinder durch Autos...und jeder einzelne Fall ist tragisch und zu bedauern. Was ist mit Fotos....bzw Werbung für Badeseen, Schwimmbäder und Badewannen? Todesursache Nr. 1 bei Kleinkindern ist nach wie vor der Tod durch Ertrinken.
    Leute, die sich bei solchen Fotos ansonsten nichts weiter denken würden...lassen sich vom Mainstream beeinflussen...denn wenn die vor mir alle sagen das gehört verboten...dann blase ich mal lieber ins gleiche Horn...bevor ich mich mit der großen Mehrheit anlege. Hysterie erweckt oft den Anschein da müsse was dran sein, auch wenn es übertrieben wirkt. Die Entschuldigung von Audi machte es erst wirklich schlimm...weil so die Aktivisten gleich zweimal die Bühne betreten konnten.
  • 06.08.20, 09:47
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Mal eine Frage: wenn 90% der Bevölkerung Idioten sind, wie Du sagst, wozu dann eine intelligente Politik?

    Und klar hat die Demokratie auch ihre Schwächen, aber kennst Du ein auch nur halbwegs vernünftiges System, das als Gegenentwurf taugen könnte? Die Demokratie kennt keine Alternative, das hat uns die Geschichte gelehrt. Wie man sie mit Leben füllt, das ist doch die eigentliche Herausforderung. Und eine lebendige Demokratie heißt, dass sich möglichst alle daran beteiligen. Und man beteiligt sich nur dann...wenn man merkt...dass man mit seinem Engagement etwas verändern kann. Das Engagement vieler endet jedoch bereits an der Wahlurne. Und selbst heute glauben viele noch freie Wahlen=Demokratie. Und das ist natürlich Blödsinn.
  • 06.08.20, 06:14
    eulenspiegel

    AW: demokratie und andere krater

    a propos 'alle Menschen sind gleich':

    Alle Menschen sind gleich. Manche gleich gekränkt, andere gleich auf 100, manche gleich begeistert und wieder andere gleich entmutigt.
  • 05.08.20, 11:26
    WirbelFCM

    AW: demokratie und andere krater

    "Demokratie ist die Diktatur der Dummen" (Schiller?)

    Besser kann man es eigentlich nicht umschreiben. Oder wie ich immer sage: "Das Problem an der Demokratie ist, daß die Dummen immer an der Überzahl sind". Demokratie funktioniert nur mit aufgeklärten Menschen, aber nicht mit Dummen oder Unwissenden. Und da der Durchschnittsbürger überhaupt nicht an Politik interessiert ist, läuft es eben letztendlich immer auf eine Diktatur der Dummen hinaus.

    Außerdem funktioniert Demokratie nur mit Gleichgesinnten. Welchen Sinn macht es auch, wenn bspw. die Bayern mitbestimmen, was an der Küste passiert? In Niedersachsen oder MeckPom? Oder umgekehrt? Unlogisch, oder? Vom grundsätzlichen Gedanken her war die Demokratie im antiken Griechenland ja auch nur eine Art Dorf-oder Gemeindeverwaltung. Demos = "Dorf", kraten = "den Karren ziehen".

    Die Dorfbevölkerung teilte sich wie folgt auf:

    - die Deme - die aristokratische Führung
    - die Bürger - ein elitäres Kontrollorgan (eine Art Senatoren)
    - das Volk - Rechtsfreie, die Waffen tragen durften (hauptsächlich Miliz und Armee)
    - die Idios - die Untertanen, die breite Masse der Bevölkerung (ca. 90%)

    Nachzulesen bzw. -hören bei Andreas Popp.
    Ich persönlich denke übrigens, daß so ziemlich alle -ismen (Wirtschaftssysteme) und Regierungsformen überholt sind. Entweder funktionieren sie nicht, sind ungerecht oder die Nachteile überwiegen. Aber hauptsächlich sind sie (v.a. die Wirtschaftssysteme) überholt, nicht mehr zeitgemäß oder marktgerecht, weil sie mit dem technologischen Fortschritt nicht mehr standhalten oder einfach nicht mit der heute weitaus größeren Weltbevölkerung korrelieren (Stichwort: Ressourcenverschwendung).

    Es wird Zeit, etwas völlig Neues zu erfinden! Und ich fürchte, daß diese Aufgabe den Deutschen zufällt (wer sollte das sonst hinkriegen?). Aber erstmal müßte das deutsche Volk selber helfen können, ehe es der ganzen Welt helfen kann.

    Ob wir das noch erleben?

    Hmmm...

    ×
  • 05.08.20, 09:02
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Demokratie= "Gerechtigkeit" auf dem größt möglichen Nenner

    Nenner= Schnittmenge an Gleichheit

    Könnte man jetzt war widersprechen und sagen...dass die (siegende) Mehrheit oft etwas ganz anderes will...als die (unterlegene) Minderheit...man dennoch von einer demokratischen Entscheidung reden kann...obwohl es zwischen beiden Parteien keinerlei Schnittmengen gibt. Aber Demokratie...so wie ich sie verstehe...fängt an diesem Punkt erst an - heißt; dass ich...auch wenn ich die siegreiche Partei bin...versuche die Wünsche der unterlegenen Partei so weit es geht mit einzubinden...sofern sie sich mit meinen Zielen vereinbaren lassen. Wünschenswert, dass man sich schon vor einer Abstimmung auf mögliche Kompromisse einigt, an die man sich dann auch nach der Abstimmung hält.

    Umso gleicher...desto größte die Wahrscheinlichkeit von Einvernehmlichkeit und Einverständnis

    Da muss man nur die Augen aufmachen und sich in der Welt umschauen. Dort, wo es viele und sehr unterschiedliche ethnische Gruppen gibt, herrscht selten bis nie eine Demokratie. Und unter solchen Voraussetzungen lässt sie sich auch nur schwer installieren...selbst wenn alle Parteien das möchten.

    Eine "gute Demokratie" darf man mE aber nicht nur an ihrer nationalen Ausrichtung messen - auch die Art und Weise wie man mit seinen Nachbarn umgeht...ist wichtig - und da kann eine allzu große Homogenität auch hinderlich sein. Eine Demokratie, die nur nationale Interessen berücksichtigt, ist von außen betrachtet womöglich eher ein fauler Apfel.

    Corona-Hilfspaket (Eurobonds)

    Für mich ein Paradebeispiel einer nicht funktionierenden Demokratie. Ein Beschluss von solch historischem Ausmaß...einer solchen Tragweite, hätte mE nicht auf die Art und Weise...wie geschehen, durch das Parlament gepeitscht werden dürfen. Rein formal gesehen ist zwar alles verfassungsgemäß abgelaufen, aber unter moralischen Gesichtspunkten hatte die Regierung dafür kein Mandat. Noch vor einem halben Jahr wäre man mit den Euro-Bonds kläglich gescheitert. Nun hat man eine Katastrophe als eine Art Trojanisches Pferd benutzt...wie einst die Achaier.

    Das Hauptargument (Zeitdruck) ist billig und vorgeschoben...denn man hätte sich ja auf eine Summe X als Soforthilfe verständigen können...um dann den Rest in aller Ruhe zu verhandeln. Denn wie gesagt; die Tragweite dieses Paketes ist für den Durchschnittsbürger nicht greifbar. Und das Argument...wir bekämen ja über den Handel das Geld wieder zurück...würden vom Paket profitieren...ist ein solcher Blödsinn...dass es mich wundert, dass da so viele Menschen das glauben und nacherzählen.

    Nur als Beispiel: in der Handelsbilanz mit Italien haben wir jährlich einen Überschuss von 8 bis 12 Milliarden Euro. Das ist Brutto und sagt erst mal überhaupt nichts über Gewinne oder Verluste aus. Gehen wir mal von 20% Gewinn aus, dann reden wir maximal über 2,5 Milliarden Euro Überschuss. Wir schenken aber den Italienern hunderte von Milliarden...bzw bürgen für Kredite. Und das alles davon ausgehend, dass die Wirtschaft so boomt wie vor Corona. Auf der einen Seite also höchst spekulativ...und auf der anderen Seite auch unter den besten Voraussetzungen definitiv ein dickes Minusgeschäft.

    Das ist nur die wirtschaftliche Seite - hinzu kommt die moralische...wie Renteneintrittsalter usw...
    Ich halte dieses Paket nach wie vor für ein Verbrechen an gleich mehreren Generationen. Und: es öffnet Tür und Angel. das ist wie bei einem Hund...beißt er einmal...dann beißt er wieder.

    Nachtrag. Die größte Ungerechtigkeit an diesem Paket hätte ich fast vergessen.

    Es handelt sich um eine Umverteilung des Kapitals von unten nach oben. Die Rechnung bezahlt der Steuerzahler, profitieren tut fast ausschließlich die Groß-Industrie, die aber nur 20% aller Arbeitsplätze stellt.

    allgemein zu Demokratie und andere Krater:

    gerade geht durch die Nachrichten, dass die Opposition in Weißrussland Frau Merkel um Hilfe bittet...betreffend Überwachung der heimischen Wahlen. Bin mal gespannt...wie Merkel reagieren wird. Ich würde mich da wohl heraushalten.
  • 05.08.20, 08:10
    eulenspiegel

    AW: demokratie und andere krater

    Was sich alles Demokratie nennt. Es ist einerseits Form und andererseits Inhalt. Und jede der beiden Schubladen ist mit unzähligen Exemplaren gefüllt.

    Formal - meinetwegen methodisch - würd ich direkt, repräsentativ, zentralistisch, föderal, monarchisch, parlamentarisch et. al., Mischformen inkludiert, nennen.
    Inhaltlich hingegen sehe ich kapitalistisch, mehr oder weniger sozial abgefedert, sozialistisch, mehr oder weniger autoritär, liberal-säkular samt allen möglichen Mischformen mit vielen Schwerpunkten von ökologisch-naturschützerisch bis radikal-ausbeuterisch.

    Demokratie würd ich tatsächlich nur das System nennen, die Inhalte variieren. Demokratie wandelt immer am Abgrund der Abschaffung von innen heraus. Demokratie ist nie erreicht, immer nur ein Ziel, muss immer gegen ihre Feinde verteidigt werden. Ist wahrscheinlich auf lange Sicht nicht beständig. Dass sie nur mit 'Gleichen' funktionieren kann, glaub ich nicht. Es kommt immer drauf an. Auf religiös-kulturelle Prägungen genauso wie Bildungsstand, Wohlstand etc. Die Feinde der Demokratie haben nur dann eine Chance, wenn soziale Sicherheit, Identität in Gefahr sind oder eine andere 'Bedrohung' inszeniert werden kann.
  • 04.08.20, 17:28
    aerolith

    AW: demokratie und andere krater

    Lese zur Zeit Carl Schmitt: Die geistesgeschichtliche Lage des Parlamentarismus. 1925. Brauche ich fürs Geschichts-Lehrbuch.
    Schmitt erklärt darin die Demokratie als Methode, nicht als mit politischem Inhalt behaftetes System. Er formuliert:
    C.S., S. 34
    Eine Demokratie kann militaristisch oder pazifistisch sein, absolutistisch oder liberal, zentralistisch oder dezentralisierend, fortschrittlich oder reaktionär und alles wieder zu verschiedenen Zeiten verschieden, ohne aufzuhören, Demokratie zu sein.
    Da ich dem Mann auf den bisherigen 33 Seiten zuzustimmen geneigt bin, möchte ich auch hier zustimmen. Schmitt geht davon aus, daß eine Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn sie Gleiche voraussetzt. Alles Heterogene zerstört demokratische Ansätze, seien sie wirtschaftlich, rassisch, nationell oder auch nur im Kontext der Intelligenz.
  • 27.10.19, 06:15
    aerolith

    Wahlsystem und Größe des Parlaments

    Das bundesdeutsche Parlament solle 600 Plätze für Abgeordnete nicht überschreiten, hieß es vor Jahresfrist in einer Fixierung des Wahlgesetzes. Derzeit gehen etwa 700 Abgeordnete ihrer Tätigkeit nach. Es wird befürchtet, daß es nach der nächsten Bundestagswahl 800 Abgeordnete sein könnten. Das liegt an der Zerklüftung der bundesdeutschen Parteienlandschaft und der damit verbundenen Überhangmandatsvergabe.
    Parteienforscher befürchten, daß 800 Abgeordnete zu Lasten der Bürgernähe gehen könnten. Abgesehen davon sind 800 Abgeordnete auch viel teurer als 600, was gar nicht mal die 200 Mehrzuversorgenden betrifft, wenn sie aktiv sind, sondern vielmehr deren Pensionsansprüche und die ihrer Zuarbeiter.

    Ich meine dazu dreierlei:
    1. Abgeordnete sollten keine Diäten erhalten. Ihre Parteien, für die sie schließlich Politik machen, sollten sie versorgen.
    2. Das Wahlrecht sollte verändert werden. Einfache Mehrheit darf nicht mehr ausreichen, um einen Wahlkreis zu repräsentieren. Am Ende reichen bei einer Wahlbeteiligung von 50% 23% der Stimmen gegen 22% für den Zweitplazierten, um ein Direktmandat zu erringen, was nicht demokratisch ist. Man sollte die Mehrheit eines Wahlkreises hinter sich wissen. Gegebenenfalls muß es eine Stichwahl geben.
    3. Die Platzverteilung mit Direkt- und Listenplätzen finde ich gut. Allerdings muß hier klarer geschieden werden und jede Stimme Bedeutung haben. 300 Plätze für die einzelnen Wahlkreise sind somit fix. Die übrigen 300 Plätze werden so verteilt, wie es die Prozente und die Zahl der Stimmen ergeben. Sagen wir, es haben 75% der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, dann werden noch 225 Plätze vergeben, die gemäß des Stimmenanteils auf die einzelnen Parteien verteilt werden.

    Auf diese Weise fällt auch die lästige und undemokratische 5%-Hürde weg.
  • 05.09.19, 09:18
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Ich sah neulich die erste Rede Adolfs Hitlers als Kanzler vor dem Reichstag. Da hing ein übergroßer Banner....über den ganzen Saal gespannt.... mit der Aufschrift " Nieder mit dem Marxismus"..Das bestätigt mich nochmal in meiner Meinung, dass ohne einen drohenden Marxismus ein Hitler gar nicht möglich gewesen wäre. Die Menschen sahen im Nationalismus den einzigen Ausweg dem Marxismus zu entkommen. Und da sehe ich die Parallele zur heutigen Situation. Zugewinne gibt es seit Jahren nur links (Grüne) und rechts (AfD). Es ist kein Marxismus, sondern "nur" der Sozialismus, der uns droht...aber das reicht aus um die Nationalen auf den Plan zu rufen. Es braucht also dringend (wieder) eine Politik der Mitte...will man dieser Zuspitzung entkommen. Eine Politik der Mitte heißt für mich, dass man beiden Seiten gleichermaßen Zugeständnisse macht. Dazu wäre mE nur eine CDU ohne Merkel in der Lage - zB mit einem Merz an der Spitze. Es passiert aber genau das Gegenteil...Merkel bleibt und es werden darüber hinaus Linksbündnisse geschlossen. Da mögen sich die Bündnispartner für den Moment zwar freuen können...aber mittelfristig gesehen wird das die Lage nur verschlimmern. Den Wütenden wird zwar immer wieder aufs Brot geschmiert...dass es ihnen wirtschaftlich doch ganz gut geht...was diese auch gar nicht verneinen...dabei wird aber übersehen, dass es hier auch ums Prinzip geht. Manche Dinge will man einfach nicht, egal wie wenig sie einem persönlich schaden. Und in dem Ruf "Merkel muss weg", steckt das alles mit drin.
  • 08.08.19, 12:00
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    ja eben - durch eine solche (im wahrsten Sinne des Wortes) Medienpolitik mache ich Faschisten überhaupt erst gesellschaftsfähig...indem der "Normalbürger" den Faschisten in vielen Punkten ihrer Anklage quasi zustimmen muss, auch wenn sich sein Fazit von dem des Faschisten deutlich unterscheidet. Die Medien machen diesen Konsens möglich.
  • 08.08.19, 11:15
    rodbertus

    AW: demokratie und andere krater

    Das hat bereits in den 90ern mein Bruder untersucht, damals im Kontext der Rezeption von Botho Strauß in der DDR/Mitteldeutschland. Das ist also nicht neu, was Du hier feststellst. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, daß Journalisten per se eher im linken Spektrum der Gesellschaft anzusiedeln sind, auch in der Kaiserzeit oder in den frühen Jahren der BRD. Journalisten wollen aufdecken, anklagen, dechiffrieren, enthüllen, darstellen...

    Das Problem mit dem Journalismus dieser Tage besteht darin, daß die vierte Gewalt im Staate nun eher weniger Interesse hat, Dinge aufzudecken, es sei denn, sie richten sich gegen rechts oder besonders üble Kapitalisten. Die "linken" Journalisten sind gar keine Linken mehr, sondern Teil dessen geworden, was sie per se in einem kapitalistischen Gemeinwesen zu bekämpfen hätten, sie sind Establishment. Daher verschiebt sich der gesellschaftliche Kompaß gerade. Rechts ist das neue Links. Das aber ist extrem gefährlich für den gesellschaftlichen Fortschritt, denn zu den Rechten gehören auch die Nationalliberalen, die alles andere als patriotisch sind.
  • 08.08.19, 08:19
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Zitat kath.net (Katholische Nachrichten) 08 Juni 2018, 09:00

    http://www.kath.net/news/64043

    Studie: Journalisten sind grün und links


    Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung. Die Redaktionen sind daher kein Abbild der Bevölkerung


    Basel (kath.net)
    Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung. Dies zeigt eine dänische Studie, die die politischen Einstellungen von Medienschaffenden in 17 entwickelten Ländern untersucht hat. Dies berichtet „Basler Zeitung“. Das Resultat zeigt klar, dass die Redaktionen kein Abbild der Bevölkerung sind. Außerdem sind Journalisten überwiegend politisch links eingestellt und stehen damit auch deutlich im Kontrast zur politischen Einstellung der Bevölkerung. Am seltensten ist in den Redaktionen eine nationalkonservative Haltung zu finden, die allerdings in der Bevölkerung rund sechs Mal häufiger vertreten ist.
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    Wie gefährlich ist das für eine Demokratie? Ein solches Missverhältnis (Journalismus vs Realität) gab es noch nicht mal zu Zeiten der NSDAP

    Manipulation bleibt Manipulation...ob von links oder von rechts ausgehend

    Eine solche Schieflage potenziert sich...da der eigentlich Konservative irgendwann glaubt er stünde mit seiner Haltung alleine - und da wir Herdentiere sind....

    Wer will es da den Menschen übel nehmen...wenn sie von "Lügenpresse" reden?!?
  • 07.08.19, 12:14
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    "Die Medien" haben sich gestern selbst entlarvt!

    Bei M. Lanz war unter anderem Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Kognitionsexpertin, zu Gast. Urner promovierte in London und ist heute Lehrende an der Hochschule in Köln. Man könnte also meinen...die hätte was auf dem Kasten. Hat sie aber nicht - was diese junge Dame da gestern von sich gab...das war einfach nur doof. Sie meinte doch tatsächlich, dass die Medien über solche Verbrechen, wie aktuell in Frankfurt/Stuttgart verübt, nicht mehr berichten sollen, da die Bürger mit solchen Nachrichten nicht umgehen können. Man solle lieber über Straftaten aus Simbabwe berichten. Nochmal nachgefragt...wiederholte sie ihre Aussage. Diese Frau unterrichtet täglich hunderte von Studenten...
  • 07.08.19, 07:40
    eulenspiegel

    AW: demokratie und andere krater

    'Die Medien', schränken wir den Begriff mal ein auf die meistgelesenen und konsumierten Publikationen wie die ÖR Sender und sagen wir mal die top 10 des Journalismus, dann sehen wir in der Tat eine Meinungswüste. Es gibt nur eine veröffentlichte Meinung und die ist grün-rosa, oder nicht farblich konnotiert, ist sie links der Mitte. Wer davon abweicht und Mitte oder Mitte rechts steht, gilt aus Sicht der öffentlichen Meinungshüter als rechts bis rechtsextrem.

    Man vergleiche die CDU/CSU eines Alfred Dregger, Heiner Geisler und F. J. Strauss mit der heutigen Union und sieht sofort, dass die damalige Union näher der AfD als der heutigen Union positioniert war. Der heutige politische und mediale Diskurs ist geprägt von gegenseitiger Ausgrenzung. Hier die Lügenpresse und die Landesverräter, da die Staatsfeinde und Rechtsextremen/Neonazis. Auf Argumente geht man auf beiden Seiten nicht ein. Lohnt sich ja auch nicht, weil der jeweilige Gegner doch ausserhalb der Verfassung steht und ohnehin nur als Feind wahrgenommen wird.

    Man schaue sich nur die Leserkommentarseiten einer selbsternannten Qualitätszeitung wie 'Die Zeit' an. Wer die Blattlinie - grün-rosa mit einem gehörigen Touch talibanistischen Moralhütertums - unterstützt, darf fast alles: Beleidigen, Unterstellungen und Diffamierungen posten, Beschimpfen und Denunzieren. Ist ja für eine gute Sache. Wer sich bloß kritisch, also nicht beleidigend oder diffamierend, zur Blattlinie äussert, wird von der rigiden, ja willkürlich-totalitär waltenden Moderation sofort gelöscht. Auf Grund dieser totalitären Einseitigkeit habe ich meine Registrierung bei diesem Blatt nach einiger Zeit löschen lassen.

    Das Gleiche wie für die 'Zeit' gilt praktisch für alle 'anerkannten', vom Meinungs-TÜV geprüften Q-Medien und den ÖR Sendern. Demokratie sieht anders aus.
  • 04.08.19, 11:59
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Man kann da gerne unterschiedlicher Meinung sein. Ich selbst bin kein Verfechter dieser oder jener Theorie - ich wäge ab und ziehe mir überall das heraus...von dem ich überzeugt bin. Was die Medien angeht...das ist ein sehr allgemeiner Begriff. Ich gehe von den big five aus...die erreichen täglich Millionen von Lesern...während wir hier vielleicht von zehn Menschen, wenn überhaupt, gelesen werden. Und ob die Medien nun von den Mächtigen instrumentalisiert werden...oder in einem vorauseilenden Gehorsam im Sinne der Mächtigen berichten...das ist vom Ergebnis her das gleiche. Der Debattenraum ist, so wie viele Studien das aussagen, sehr eng gesteckt.

    Wer zB am Arbeitsplatz zu erkennen gibt, dass er mit der AfD sympathisiert...der muss Konsequenzen befürchten. Wenn, dann macht man das mit vorgehaltener Hand. Das ist das Werk der Medien, die den Menschen sagen...was man von einem AfD Sympathisanten zu halten hat.
  • 04.08.19, 11:24
    aerolith

    AW: demokratie und andere krater

    Demokratie heißt Volksherrschaft oder Volkswillen. Die modernen Demokratiekonzepte haben diesen Begriff nur passend gemacht, indem sie behaupten, daß Demokratie NUR vom Volke auszugehen habe, nicht aber selber die Herrschaft des Volkes sein müsse. Das ist ja eben die westliche Demokratieformel. Etikettenschwindel? Das ist wie in der Gilmore-Girls-Folge, in der die Lorelais zur Babyparty fahren und folgende Formel hören: "Grün ist das neue Blau." Gemeint ist hier: Es soll keine Rolle spielen, welches Geschlecht das erwartete Kind hat, es wird so oder so geliebt. Das ist auch richtig. Ich habe sowohl einen Sohn als auch Töchter. Und ich liebe sie alle gleich. Intensiv. Aber ich liebe sie auch unterschiedlich, nämlich hinsichtlich dessen, was sie jeweils sind und was sie für mich und unsere Familie bedeuten. Grün ist eben nicht das neue Blau, sondern Grün ist Grün und Blau ist Blau. Es spielt eine Rolle.

    Was Dewey hier vorschlägt, nennt man Aristokratie, da sie nicht natürlich wachsen soll, ist es ihre depravierte Form, die Oligarchie. So wie sie in Britannien schon lange besteht.
    Die Rolle der Medien ist von Lippmann falsch dargestellt worden. Sie sind nicht per se die Macht, sondern nur ein Instrument der Mächtigen. Wenn die Medien die Macht hätten, würden auch solche Foren wie dieses, Zeitungen, die nicht zum Mainstream gehören, winzige Radiostationen oder Bücher, die nur wenige Leute lesen, Macht besitzen. Und das tun sie nicht, weil sie im öffentlichen Diskurs keine Stimme erhalten, sondern Randerscheinungen bleiben. Wie anders dagegen um 1780, als ein paar Hundert Exemplare von "Nathan" Furore machten, so daß sie den öffentlichen Diskurs bestimmten. Oder Schillers "Räuber", die in Württemberg beinahe eine Staatskrise auslösten.
    Nein, AD, die Medien haben keine Macht, sie sind nur ein Mittel der Mächtigen, durch das sie Macht ausüben.

    Eliten können bestimmte Dinge besser, daher nennt man sie ja so. Das Problem ist nur, daß Eliten sich mit dem, was sie gut können, nicht zufriedengeben. Ein Süßwarenhersteller, der Milliarden mit seinen Gummibärchen machte, muß von gesellschaftlichen Prozessen keine Ahnung haben, aber er kann seine Vorstellungen über die Medien zum Teil des Diskurses machen. Das passiert auch.

    Wir brauchen KEINE Erweiterung des Debattenraumes. Das ist ja wie bei den vielen Köchen. Wir brauchen mehr Toleranz. Es ist heute NICHT möglich, daß sich Debattenräume außerhalb der politischen Korrektheit bilden; es gibt keine Vielfalt, sondern nur eine linksgrüne Einheitssoße. Die Gegner, das müssen nicht nur sogenannte Rechte sein, können sich nur monadische Rückzugsgebiete sichern, auch die werden durch Staatsschutz und mainstreamleute unterwandert, entweder werden sie lächerlich gemacht oder eben als Staatsfeinde, was sie oft genug auch sind, diffamiert und damit zerstört. Das ist auch die Pflicht des Staatsschutzes; entscheidend ist doch aber, was als staatsfeindlich bezeichnet wird. Sollte es in einer Demokratie nicht auch das Recht auf Widerstand geben? Sollte eine Demokratie nicht gerade auch mit ihren Feinden auskommen müssen? Und wer sagt denn, daß die BRD eine ewige Existenz besitzen muß? Die BRD selber. Das muß sie auch. Aber vom Standpunkt eines Dialektikers aus betrachtet, ist sie nur ein Fliegenschiß in der Geschichte.
    Mein Vater sagte, als ich ihn wegen der Zukunft des Sozialismus 1990 befragte: "Ich glaube, daß der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte ist. Das darf nicht sein." 1990 war Fukuyama gerade groß in Mode. Da fand ich diese Bemerkung eines alten Kommunisten ziemlich erstaunlich.
  • 04.08.19, 09:31
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Zu diesem Thema gibt es einen Vortrag von einem Prof.Dr. Mausfeld - Überschrift:

    Elitendemokratrie/Meinungsmanagement

    stark verkürzt und mit eigenen Worten wiedergegeben:


    Anfang des Jahrhunderts gab es zwei Herren, Lippmann und Dewey, die ganz unterschiedliche Theorien vertraten...wie eine Demokratie auszusehen hat.

    Lippman sprach sich für die Elitendemokratie aus - was so viel heißt wie; der Bürger ist doof , darf deshalb maximal aus einer ihm präsentierten Elite auswählen.

    Für Dewey hingegen ist der Bürger in seiner Gesamtheit als Gemeinwesen nicht doof, sofern der Öffentliche Debattenraum nicht eingeschränkt wird.

    Für Lippmann brauchte es diesen uneingeschränkten Debattenraum nicht - eine Elite bestimmt...welche Informationen bereitgestellt werden...und in welchem Raum/Rahmen diese behandelt werden.

    Aktuelle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass wir heute eine Demokratie im Sinne Lippmanns haben, da die Medien den Debattenraum bestimmen (und einschränken). Das entspricht auch meiner Wahrnehmung...und der Wahrnehmung vieler...

    Prof. Mausfeld sagt, dass es ein links/rechts heute nicht mehr gibt, da alle oppositionellen Haltungen links von der eingeschränkten Mitte liegen.

    Man kann sich enen großen Kreis vorstellen (unbegrenzter Denk+Möglichkeitsraum)...in dem sich wiederum ein sehr kleiner Kreis am rechten Rand befindet (Debattenraum). Der kleine Kreis verkörpert die Mitte. Alle anderen Positionen befinden sich links davon...also am linken Rand des großen Kreises. Selbst der Rechtspopulismus ist links zu verorten...zumindest daran gemessen...was links und rechts einst mal bedeuteten. Die links/rechts Achse ist obsolet.

    Was mir mein Gefühl sagt...der Schulterschluss von Medien und Grünen (beide Teil einer Elite)...ist also viel mehr als nur ein Gefühl.

    Die Elitendemokratie basiert auf einem beschränkten Debattenraum und einer verantwortlichen Mitte. Genau das haben wir heute - und so nehmen das auch viele Bürger wahr.

    Im letzten Jahr wurde eine dänische Studie veröffentlicht. Man wollte untersuchen... ob das..das viele Menschen behaupten...dass die Medien stark nach links gerückt sind...der Wirklichkeit entspricht. Man untersuchte in 17 verschiedenen Ländern...und das Ergebnis war sehr überraschend: Es ist nicht nur so...wie viele Menschen das wahrnehmen...sondern noch viel schlimmer: Unter den Medienvertretern sind im Verhältnis zur Restbevölkerung dreimal so viele Grüne und Feministen. Die Medien vertreten also alles andere als die Meinung des Volkes. Wer von Lügenpresse spricht...der lügt nicht.

    Übrigens: es gibt Studien und empirische Daten...die beweisen...dass Eliten und Experten rein gar nichts besser wissen oder machen als das als Gemeinwesen betrachtete Volk.

    Nur im Nachhinein, wenn des darum geht den Irrtum zu verkaufen, sind sie, die Experte, besser...weil sie sich ihre Ausreden schon vorher zurechtlegen.

    Fazit: man stellt heute fest, dass viele Antworten und Lösung für heutige Probleme ausserhalb des Debattenraumes liegen. Herzstück der Demokratie ist aber ein Öffentliche Debattenraum...der so groß ist wie der Denk und Möglichkeitsraum...in dem alle Interessen vertreten sind.

    Um viele unserer Probleme lösen zu können...braucht es eine radikale Erweiterung des Debattenraumes.


    Ironie der Geschichte: Einst wurde die Spiegel Redaktion von Linken gestürmt...heute müssten Rechte die Redaktion stürmen...

    Das beste für alle wäre...die Medien würden einfach nur berichten...und zwar alles - und weniger kommentieren...sprich manipulieren. Was passiert...wenn ich dort nicht die Inhalte finde...die ich finden möchte? Ich wandere zu einem Blatt ab...das diese Inhalte abbildet. Dort besteht aber die Gefahr...dass dieses Blatt nur solche Inhalte wiedergibt. Und so spaltet sich eine Gesellschaft...jeder liest/hört nur noch das...das ihm passt.

    Aus diesem Grund appeliere ich an alle Lehrer, Erzieher, Pädagogen...dass sie diese Tendenz nicht noch verstärken...indem sie den Debattenraum noch mehr einschränken. Es gibt ohnehin ein Gesetz aus den 70ern (mir fällt der Name jetzt nicht ein), der es den Lehrern untersagt ihre persönliche Meinung den Schutzbefohlenen überzustülpen. Sie sollen die Schüler befähigen sich eine eigene Meinung bilden zu können. Ich weiß, dass da viel Missbrauch betrieben wird.


    Nachtrag: ich versuchte neulich mit einer Journalistin des Spiegels in den Dialog zu treten...ihr Fragen zu stellen. Sie verfasste einen Bericht zu den Vorwahlen in den USA - also zu den Kandidaten der Demokraten...und zu den Kandidaten, die für die Republikaner gegen Trump antreten könnten...oder antreten wollen. Die Medien sind frei...das ist auch richtig so...aber sie haben einen Ehrenkodex...an den sie sich schon lange nicht mehr halten. Der Bericht war in seiner Rhetorik sowas von suggestiv und manipulativ...dass man das nicht einfach so durchgehen lassen sollte. Normalerweise sollten Journalisten zwischen Bericht und persönlichem Kommentar klar trennen...diese Trennung auch deutlich kennzeichnen. Das wird immer öfter...und wurde auch hier nicht gemacht. Das hatte von der ersten bis zu letzten Zeile den Charakter eines persönlichen Rachefeldzuges. Bei den Leserkommentaren wurden auch nur die veröffentlicht, die der Journalistin nach dem Mund redeten. Entweder man lässt keine Kommentare zu...oder alle durch (außer Beleidigungen, Herabwürdigungen usw). Ich will nicht alle Medien über einen Kamm scheren, denn es gibt auch positive Ausnahmen, doch ist da eine Tendenz zum vorauseilenden Gehorsam ganz klar erkennbar.

    Mir, und anderen...die so denken wie ich, wird kein Raum für Debatten gegeben.
  • 30.07.19, 14:35
    anderedimension

    AW: demokratie und andere krater

    Zitat aerolith

    Die westliche Demokratie ist die von Großstaaten. Es ist seit langer Zeit bekannt, wie wenig sich der Großstaat demokratisch strukturieren läßt. Wie auch? Demokratie bedeutet Volkswillen. Wie kann sich ein Volkswillen in einem Großstaat abbilden lassen? Durch Vertreter und Parteien, die Meinungen abbilden und im gesellschaftlichen Diskurs Mehrheiten organisieren, die ihrerseits dem Wähler zur Disposition stehen. Er kann dann entscheiden, ob er seinen Willen in dem abgebildet findet, was sich seine Vertreter auskunkelten.

    Soweit klar? Oder übersehe ich etwas?
    Ja. Demokratie heißt nicht Volkswillen, sondern: "der Wille geht vom Volk aus".

    Ein Unterschied, denn Volkswillen würde bedeuten: Tyrannei der Mehrheit. Gerade weil wir das nicht wollen, haben wir eine parlamentarische Demokratie
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