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Thema: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

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  • 04.11.19, 11:34
    anderedimension

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Lass deiner Phantasie freien Lauf


    ....so heißt es.

    ...und wenn ich ihr freien Lauf lassen kann,
    dann muss ich sie auch zügeln können

  • 04.11.19, 09:59
    resurrector

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    ein interessantes thema. ob vor der "phantasie" das adjektiv "sprachliche" stehen muß, ist eine frage der intention. meine intention bezog sich nicht so sehr auf die sprachliche umsetzung der phantasie, sondern vielmehr auf die phantasie selber. wer verstanden werden will - dichter eher weniger, schriftsteller eher mehr -, sollte sich schon überlegen, ob er seine gedanken ins kraut schießen läßt oder eben sich selber regeln unterwirft, die zu bestimmen in seiner freiheit liegen.
  • 05.03.03, 22:18
    Ignaz

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Diverses misfällt mir:


    a) Robert, du solltest bei aller gebotenen Sparsamkeit deinem Satz das Wort "sprachlichen" vor "Phantasie" angedeihen lassen: Du bist Germanist und Literat und lebst in Worten.


    b) Begriffliches ist dem Unbehuften unklar: Was ist Phantasie? Ist es gleichzusetzen mit "Traum", "Wunsch", "Kreativität", und was ist dies wiederum?


    c) Ich hab wenig Wissen darüber, was der Menschheit Philosophen zum Thema erwogen, aber ich schätze, dass "Regeln" eher dem kognitiven, bewussten, zielgerichteten Erleben dienen, und mir scheint, dass "Phantasie" auf einer anderen Ebene ist -




    darf ich über meine Phantasie reden? Danke! Sie scheint von meinen Begabungen und Neigungen beeinflusst zu sein und bewegt sich von Tag zu Tag ein wenig verschieden - auch wenn sie bisweilen ähnlichen Bahnen folgt ... und tatsächlich muss ich sie und mich in Gesetzmässigkeiten programmieren.


    Das war vor zehn Jahren aber noch nicht so! - Es kam mir neulich in den Sinn: Was, wenn selbst ich einst sterblich bin?

    i.




    Und werden nur der Gestirne Günstlinge wissen?
  • 05.03.03, 09:41
    tinka

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    ein reglement ist etwas künstliches, eine art disziplinierung, in gewisser weise eine zubereitungsart, die das gericht für möglichst viele bekömmlich machen soll.
    ich denke, wenn sich phantasie entäußert, entäußern muss, dann tut sie es. und wenn sie ihre adressaten nicht erreicht, ist ihr das entweder gleichgültig oder sie versucht andere wege. man sollte ihr die natürliche bewegungsfreiheit nicht nehmen wollen.


    so einfach ist das.
  • 05.03.03, 03:23
    Robert

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Das ist tatsächlich eines meiner wichtigsten Arbeitsgebiete, das dem Dichter und Schriftsteller gleichermaßen zu vermitteln: Arbeit am Wortwerk ist eben dies. Der Dichter muß achtgeben, daß ihm vor plusternder Ekstase nicht das X zum U wird; der Schriftsteller hat das Wort nicht bloß einer gemachten oder überkommenen Regel gemäß zueinander zu stellen. Phantasie ist das Bindemittel, wodurch aus einem Text über die Differenz zwischen dem konglomeranischen Flibustier und dem angoranischen Schmusekater ein lesbarer Text wird, Phantasie ist gleichermaßen bedingt durch die Konzentration aufs Wesentliche. Wenn das erkanntermaßen Thema eines Textes geworden, so ist mir um den Gebrauch des Phantastischen (nur ein kleiner Unterschied) nicht bang. Ist die Phantasie aber nur ein Mittel, eigene Unklarheit aufzuweichen (im Sinne von das unklar gebliebene Wesentliche auch dem eigenen Auge zu verdecken), so ist Phantasie sogar ausgesprochen schädlich.
    Mithin: Erst das klären, was Wesen des Eigenen ist, erst Selbstverständnis klären, dann die Mittel finden.
    Phantasie (der scheinbar willkürliche und beliebige Gebrauch der Formen/Ideen zur Darstellung des dichterischen Themas) selbst ist ein Mittel, muß also, weil im Wesen spielerisch dargereicht, strengen Regeln folgen, die dem Leser nachvollziehbar sind.
    Nimmt man einem Tisch durch den Einsatz seiner Phantasie die Füße, die Platte und die Flächigkeit, so bleibt vom Wesen des Tisches, eben Auflagemöglichkeit zu sein, nicht viel übrig.
    Und jetzt geh ich schlafen, bin so müd vom langen Wandern.
  • 04.03.03, 22:16
    uisgeovid

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Phanta-sie...Re-geln...? Geht das zu-sammen? Ein nur scheinbarer Widerspruch, wenn man ihn seiner Radikalität entkleidet, mit der Robert nur allzu gern seine Axt schwingt. Robert ist oftmals der Henker des Dichters, das hat er so ähnlich mal bei der Formulierung des Unterschiedes zwischen einem Dichter und einem Schriftsteller definiert und formuliert. Ja, Robert, einen Dichter machst Du platt, köpfst ihn, wenn Du seine Worte umstellst oder er-setzt. Anders einen Schriftsteller, dem stellst Du etwas richtig als Lektor, der Du bist mit Leib und mit Seele. Lieber Hannemann, lieber Freund im Geiste, es gibt keinen wirklichen Grund ent-rüstet zu sein. Nimm einmal die Musik als Beispiel: Bach hatte die Idee, die Vision, die Phantasie, den basso continuo zu ersetzen, aufzulösen, abzuschaffen, dem Piano eine gänzlich neue orchestrale Rolle zukommen zu lassen als Soloinstrument. Das war die Phantasie...die Regeln dazu? Niemand hat sich so wie Bach dem Regelwerk der Musik untergeordnet und dabei gleichzeitig so modern, so avantgardistisch gearbeitet. Phantasie und Regel...doch zwei Dinge, die zusammen denkbar sind. Ich habe ganz bewusst auf Beispiele aus der Literatur verzichtet. Das wird Robert nachholen und mit Vehemenz vorzutragen sich befleißigen, was für ihn auch wieder ein recht phantasievoller Akt sein wird, an Regeln hält er sich dabei sicher, auch wenn's seine eignen sind...


    herzlichst uis
  • 03.03.03, 22:01
    Trist

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Hallo,


    Ein ähnliches Thema dies, wie das mit den Türen die aus Menschen kommen..
    Surrealismus ist nicht mehr ungewöhnlich in der bildenden Kunst, wie auch in der Literatur.
    Die surrealistische Literatur gab völlig oder teilweise Logik, Vernunft, Syntax und ästhetische Gestaltung auf. Sie will nur passiv Bildsequenzen, die von psychischen Mechanismen gesteuert werden, aus dem Unterbewußtein?, festhalten. Um damit wohl auch Bewußtsein und Wirklichkeit global zu erweitern und alle geltenden Werte umzustürzen.


    Beispiele gibt es reichlich: Celan, Benjamin, Döblin, Kafka, Nossak, Hesse...


    Lieben Gruß von
    Trist
  • 03.03.03, 21:55
    minnie

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Hallo,


    vielleicht meint Robert auch, daß es mitunter nötig ist, die eigene Phantasie zu zügeln, um ab und an - z.B. um ein Steak zu essen - in die Realität zurückzufinden.
  • 03.03.03, 21:51
    Gegenströmung

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    "Nichts bedarf strengerer Regeln als die Phantasie."


    Wenn man sich die Bedeutung von "Phantasie" und "Phantastik" klarmachen würde, hätte der obere Satz durchaus seine Berechtigung. Danach wäre Phantasie eine "moralisch-ethisch-künstlerische Kraft". "Moralisch" jedoch nicht im Sinne von herkömmlicher moralinsauerer Anschauung aus kulturhistorisch geprägten Traditionen heraus, die ich eh zumeist ablehne, sondern einer Kraft der Seele und des Bewusstseins, dass wirklich aus höheren Regionen auch inspiriert ist. Ok, ich weiss, dass der Begriff "höhere Regionen" schon wieder ein Terminus technicus ist, der nun diskutiert werden müsste, um jetzt nicht mißverstanden zu werden. Phantastik wiederum wäre ein Seelenblabla, das kruden Herz- und/oder Hirnwindungen ohne wirklich inspirativem Ausgangslogos entstammt. Dabei kann Phantastik durchaus auch phantasiereich "anmuten".... jedoch fehlt in der Regel die Qualität, die Tiefe, die echte Aussage... während wirkliche Phantasie einem tieferem Impuls folgt. Diese tieferen Impulse wiederum sind Bestandteile des individuellen Bewusstseins, das schon eine entsprechende Reifung hat und den Menschen auch innerlich zu berühren vermag. Echte Phantasie ist insofern dann eine moralische Kraft, deren Tabu eigentlich nur die Flachheit wäre...
    Was die "strengen Regeln" angeht, so glaube ich nicht, dass dies einer "deutschen Regulierungswut" entstammt, sondern damit korrespondieren müsste/sollte, dass die "Regeln des Bewusstseins" mit in diesen künstlerischen Anspruch mit einfließen.
    Und diese sollten hoch sein! (Beispiel: Michael Endes "Unendliche Geschichte" wäre ein gelungenes Beispiel, wo es nicht um Phantastik, sondern um echte Phantasie geht, sofern man das Werk in seiner Bedeutung wirklich versteht und nicht darin ein unterhaltsames "Kinderbuch" sieht).


    Ob ich damit jetzt allerdings umfänglich verstanden werde, weiss ich nicht. Aber vielleicht versteht mich damit ja jemand? Ich würde mich freuen!


    Gruß
    Christa
  • 03.03.03, 21:47
    Klammer

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Ich sehe das etwas differenzierter. Niemand will hier die Phantasie reglementieren. Nicht einmal Robert. Das wäre schlicht Unfug. Will aber ein literarischer phantastischer Text funktionieren, muss er sich auf seine eigenen Regeln einstellen und in sich, so verrückt er auch sein mag, schlüssig sein. Ich hasse es, wenn in SF oder in Fantasyerzählungen jemand zwischendurch den Hasen aus dem Hut zieht, "weil er sich das in seiner Fantasie so ausgedacht hat". Ich fühle mich dann als Leser verarscht. Wenn sich jemand auf meine Gedankenspiele einlässt, dann erwartet er auch, dass ich nicht mit ihm spiele und hin und her springe ohne Ziel und Sinn.
    Ich denke, dass das ungefähr Roberts Standpunkt ist. Meiner ist das auch.


    Gruß, Klammer


    PS.: Decariot, was ist denn mit dir los? Hast du Kreide gefressen?
  • 03.03.03, 21:44
    minnie

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Hallo Tin-ka!


    Mal im Ernst, ich finde diesen Satz eigentlich nicht gefährlich, weil er sinnlos ist. Phantasie hat keine Regeln, und wenn sie welche hätte, wärs sie keine Phantasie. Ich tippe darauf, daß Robert die Entäußerung der Phantasie gemeint hat, und da ist es doch irgendwie... Wer weiß, was die Leute so für Phantasien haben... Also im Interesse der öffentlichen Sicherheit würde ich schon...


    mfg Minnie Maus
  • 03.03.03, 21:39
    decariot

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    ich bin zwar nicht robert,aber würde gern dazu etwas sagen.
    phantasie (ich kann dieses "fantasie" nicht ausstehen) hört da auf zu existieren,wo sie eingezwängt wird. regeln kann es bei phantasie nicht geben.das wäre wie regenbogen ohne regen.
  • 03.03.03, 21:36
    tinka

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    ich halte einen solchen satz für gefährlich... außerdem ist unklar, ob damit die phantasie selbst reguliert werden soll oder ihre entäußerungen?
  • 03.03.03, 21:15
    minnie

    AW: Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    "Nichts bedarf strengerer Regeln als die Phantasie."


    Also ich würde sagen: ja.


    Viele Grüße von Minnie
  • 03.03.03, 20:18
    Hannemann

    Phantasie und Regeln: Gehorcht die Phantasie Regeln?

    Robert. "Nichts bedarf strengerer Regeln als die Phantasie."


    Typisch deutsche Regulierungswut, unüberlegtes Bla-Bla oder hoch bedeutungsschwanger?


    Ich bitte um Diskussion.

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