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Thema: Kultur der Griechen vs. Zivilisation der Römer: ein Leistungsvergleich

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  • 15.05.15, 10:12
    aerolith

    Kultur der Griechen vs. Zivilisation der Römer: ein Leistungsvergleich

    Kultur setzt auf die Ausbildung innerer Werte, die dann eine äußere Entsprechung erhalten. Wer kultiviert sein will, befaßt sich mit dem Denken anderer, versucht es zu verstehen und setzt sich damit auseinander. Ein zivilisierter Mensch muß das nicht tun, er läßt es gelten. Die Griechen setzten sich auseinander, die Römer ließen gelten. Die Griechen waren nicht in der Lage, ihr Land zu gestalten, bauten keine Straßen, keine Brücken, überhaupt sind ihre ingenieurtechnischen Leistungen nur im Schiff- und Tempelbau bedeutsam geworden. Ihre Städte waren grau und bestanden aus Lehmziegeldreck, nur vereinzelte Gebäude würden auch heutiger Ästhetik standhalten. Sie bauten wenige Bäder, das Wasser war meist verdreckt, zumal sie auch keine Aquädukte benutzten. All das kam erst mit den Römern und auch das erst seit dem 2. Jahrhundert v.Chr., bis dahin lebten die Römer auch mehr oder weniger im Dreck. Nero besaß Sinn für Schönheit und wollte Rom völlig neu aufbauen, mit Parks und Grünoasen fürs einfache Volk, mit Hilfe von Baubestimmungen, damit die Wohnblocks nicht mehr nur Profit abwarfen, sondern auch Sicherheit für die darin Wohnenden bedeuteten.

    Anhang 75

    Während die Griechen Philosophien entwickelten, mathematische und naturwissenschaftliche Probleme lösten, Theaterstücke schrieben, dabei sich gegenseitig zerstörten und in ihre engen Poleis kaum Fremde einließen und wenn, sie dann nicht mit den gleichen Rechten versahen, die sie sich selbst zugestanden, ließen die Römer alle Fremden ins Land und gaben ihnen auch die Möglichkeit, sozial aufzusteigen, was schon dadurch geschehen konnte, daß ein pater familias einen Neuling adoptierte und so zum römischen Bürger machen konnte, wohingegen das griechische Familienoberhaupt dazu nicht das Recht besaß: das durfte nur die Versammlung der Bürger entscheiden. Aber die Römer waren nicht in der Lage, neue Lebensmuster zu entwickeln; im Grunde gab es für sie nur den Stoizismus, der sie auf der einen Seite zu treuen Staatsbürgern mit großem Ernst machte und andererseits ihre wilden Phantasien in vergnügungssüchtigen Exzessen ausleben ließ, was die besondere Affinität der Römer fürs Theater und die sportlichen Schauspiele in den Arenen erklärt.
    Die Römer bauten Badehäuser (170 Thermen im 1. Jahrhundert v.Chr. allein in Rom) als Kommunikationszentren und versahen ihre Hygiene öffentlich; die Griechen trafen sich in kleineren Kreisen (Symposien) und tafelten, tagelang. Die Römer kannten Fußbodenheizung und Massage, nutzten zur Nahrungszubereitung 60 Gewürze und kannten so etwas wie eine Wasserleitung, die aus den Bergen täglich 10000000 l frisches Wasser zur Verfügung stellte; die Griechen dagegen waren hier wohl unterversorgt, legten aber auch weniger Wert auf die Zubereitung der Nahrung, Hygiene und Körperertüchtigung, was bei einem Volk, das die Olympischen Spiele erfand, viel bedeuten mag, denn die Wettkämpfe der Griechen waren in der Hauptsache Gottesdienste und sehr viel weniger Körperertüchtigung oder –hygiene. Die Römer ließen in Rom jedem Gott einen Tempel bauen, solange dem Kaiser resp. Rom selbst Treue gehalten wurde. Die Griechen wachten eifersüchtig darauf, daß ihr Stadtgott Huldigung auch durch Fremde erfuhr und waren hier im Ganzen engherziger, dogmatischer.

    „Daß neben dem griechischen Osten ein römischer Westen sich als gleichwertiges Glied zu stellen vermag, ist damals [nach Caesars Tod] entschieden worden; der Erzieher und Bildner [die Griechen] hat den Lernenden [Rom] nicht erdrückt, sondern entfaltet. Die hellenistische Redekunst war Rhetorik geworden, seit sie im öffentlichen Leben nichts mehr zu sagen hatte; um so mehr galt sie in der Schule, die […] den Prunk des 'asianischen' Stils pflegte. Von ihr lernte der römische Redner und schuf von den Brüdern Gracchus bis zu Cicero die besondere Kunst der römischen Rede. Hier war ein Inhalt; hier stritten Staatsmänner mit dem Wort um die Macht; hier mußten sie ein Volk überzeugen oder überreden, Gegner bekämpfen oder vernichten; hier gab es Prozesse, auf die eine Welt horchte. An der griechischen Sprache hellenistischer Gestalt, in der Zucht griechischer Grammatik ist damals erst das Lateinische durchschult und durchgearbeitet worden; noch zur Zeit Hannibals war es eine ungefüge, halb verfallende Sprache.“ (Schubart, S. 214.)


    Aufgabe: Differenziere anhand zweier Definitionen Kultur und Zivilisation! (II)

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