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Thema: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute

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  • 18.09.17, 17:20
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute

    Das Militär entwickelte zahlreiche Ideen für seine Zwecke, doch auch nichtmilitärische Lebensbereiche nutzten diese umgesetzten Ideen.

    Beispiele: Die Beutematerialien des Kriegsgeräts, was v.a. die Briten aus Deutschland mit nach England nahmen, gaben der Entwicklung der britischen Musikindustrie entscheidende (technische) Impulse. Sie brachten die Mehrspurtechnik (audielle Aufnahmen) von der deutschen Spionage; das Hi-Fi wurde entwickelt, um U-Boote besser verorten zu können. Klangwelten kamen zuerst aus der Militärtechnik.

    P.S. Trump will einen Rüstungsetat von 700 Milliarden $. Ob da irgendwas für den R'n'R abfällt?
  • 05.07.17, 12:31
    aerolith

    Nazi-Gold, Pleitegeier und Manns Judenphobie

    erstellt von Achtpanther:

    Die Erz-über zeugungen des Aerolith, ein wahrlich weites Feld. Vielleicht erzählst Du uns ja mal, wie Du Dir das mit der Herkunft des Nazigoldes vorstellst - unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Deutschland am Vorabend des Krieges faktisch bankrott war.



    Hier noch etwas Lesestoff, zu Mann & den Juden



    und zu Herkunft und Verbleib des Goldes


    Antwort
    der schweizer Regierung 1998 auf eine Anfrage, wieso die Schweiz im Auftrage der tschechoslowakischen Regierung Gold, 12,5 t, ans Reich auslieferte:

    Der Zwischenbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg (UEK) über die Goldtransaktionen geht an mehreren Stellen auf die Umstände der Auflösung des Golddepots ein, das die tschechoslowakische Zentralbank Anfang 1939 bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterhielt. Gemäss dem Bericht bestand das tschechoslowakische Depot bei der SNB aus 1013 Goldbarren (d. h. rund 12,5 Tonnen) im damaligen Wert von 61,4 Millionen Schweizerfranken. Das Depot wurde am 8. März 1939 vollumfänglich auf das Depot der Reichsbank transferiert. Das Gold wurde anschliessend in drei Lieferungen - am 15., 20. und 21. März 1939 - nach Deutschland gebracht.

    Eine sorgfältige Prüfung der Umstände dieser Operationen zeigt, dass sich die SNB strikt an die damals üblichen Gepflogenheiten hielt. Als Verwalterin von Depots mehrerer Zentralbanken war sie, nicht gehalten, die Gründe zu überprüfen, welche den Transaktionen, um deren Ausführung diese Banken sie ersuchten, zu Grunde lagen.
    Was den Transfer des tschechoslowakischen Goldes auf das Depot der Reichsbank betrifft, so muss man wissen, dass die tschechoslowakische Nationalbank diesen Transfer am 7. März 1939, also eine Woche vor dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei, selber angeordnet hat. Es hat sich herausgestellt, dass dieser Transfer im Zusammenhang mit Verhandlungen stand, die Deutschland und die Tschechoslowakei in letzter Minute führten, um gewisse Modalitäten des Münchener Abkommens vom 29. September 1938 zu regeln.
    Ebensowenig konnte sich die SNB dem Transport des tschechoslowakischen Goldes nach Deutschland widersetzen, denn dieses lag seit dem 8. März auf dem Golddepot der Reichsbank und die Schweiz hatte keine Massnahme zur Sperrung deutscher Guthaben ergriffen. In dieser Hinsicht verhielt sich unser Land keineswegs anders als die übrige Welt: Kein einziges Land ergriff im Anschluss an die Besetzung der Tschechoslowakei derartige Massnahmen.
    Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die Zentralbanken anderer Länder bezüglich des tschechoslowakischen Goldes ähnliche Entscheide trafen wie die SNB. Auf Anordnung der tschechoslowakischen Zentralbank transferierte die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am 8. März 1939 580 kg Gold, die in Brüssel lagerten, an die Deutsche Reichsbank. Eine ähnliche Transaktion wurde am 20. März, d. h. fünf Tage nach der Besetzung der Tschechoslowakei, von London aus getätigt und verschaffte der Reichsbank weitere 23 Tonnen tschechoslowakischen Goldes. Weder die belgische Nationalbank noch die Bank von England widersetzten sich diesen Transaktionen.
    Schliesslich ist zu bemerken, dass die Alliierten nach Kriegsende weder von den neutralen Ländern noch von der BIZ Rechenschaft über das von ihnen allenfalls erworbene tschechoslowakische Gold oder über die von ihnen allenfalls bewilligten Transaktionen mit solchem Gold verlangten. Trotzdem hatte die Tripartite Commission for the Restitution of Monetary Gold, welche die Alliierten eingesetzt hatte, um die von Deutschland ihrer Goldreserven beraubten Länder zu entschädigen, der Tschechoslowakei das Recht auf Entschädigung zuerkannt. Wie andere Länder auch, erhielt sie etwa 2/3 ihrer Verluste, d. h. rund 28 Tonnen Gold, gedeckt.
    Im Ergebnis ist der Bundesrat der Auffassung, dass die SNB nicht befugt war, die Ausführung des Überweisungsauftrags zu verweigern, den ihr die tschechoslowakische Zentralbank am 7. März 1939, eine Woche vor dem deutschen Einmarsch, übermittelt hatte. Da die Schweiz keine Massnahmen zur Sperrung deutscher Guthaben in unserem Land ergriffen hatte, konnte sich die SNB auch nicht dem Verlangen der Reichsbank widersetzen, das auf ihrem Depot in Bern lagernde Gold nach Deutschland zu schaffen.

    Kommentar: Das ist eine weitverbreitete Mär von der deutschen Zahlungsunfähigkeit kurz vor dem Weltkrieg. Die Wirklichkeit dürfte anders ausgesehen haben. Ich lese derzeit Quellen des AA, in denen neben viel Langeweile auch manch interessantes Detail steht. So werden Wirtschaftsbeziehungen mit den Russen in aller Detailliertheit besprochen, u.a. haben die Russen Jahr für Jahr Millionen Schulden gegenüber dem Reich angehäuft, die sie opftmals mit Gold bezahlten. Mit südamerikanischen Staaten blühten die Handelsbeziehungen, die aber auch diese zu Säumern werden ließ. Da häufen sich Milliardenrechnungen zugunsten des Reiches. Bereits 1934. Wie dann erst 1939 bei deutscher Hochkunjunktur und sich verbessernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In dieses Bild paßt auch die Zahlung der Tschechoslowakei, die VOR dem Einmarsch erfolgte. 12,5 t sind nun kein großes Geld, verglichen mit den 10000 t, die Patton in Merkers gefunden haben soll.
    Da aber die meisten Handelsbeziehungen des Reiches auf Ware-Ware-Kontrakten lagen, dürften kaum nennenswerte Minusbeträge in den Büchern gestanden haben, zudem hatte ein Führerbefehl es deutschen Unternehmen verboten, Geschäfte auf Kredit zu machen. Die Mär von einer deutschen Verschuldung im Ausland ist also alles andere als glaubhaft. Wahr allerdings ist, daß aufgrund der Mißachtung des als "jüdisch" verschrienen Goldes (jedenfalls offiziös) eher geringe Goldbestände in der Reichsbank zu vermuten sind. Dagegen spricht die hier angezeigte Quelle. - Es bleibt verwirrend.

    Zur zweiten Aufforderung, ich möge doch einmal entsprechende wissenschaftliche Beiträge zu Thomas Manns Verhältnis zum Judentum zur Kenntnis nehmen, um meinen Standpunkt zu revidieren.
    ich habe etliche Beiträge gelesen, eines aber kam in diesen Beiträgen nicht vor: die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen Judentum und Kapitalismus. Genau diesen Zusammenhang hat Thomas Mann aber stets hergestellt, 1918 in seinen Betrachtungen und auch in seiner Joseph-Triologie. Wie ernst kann ich also diverse Darstellungen nehmen, dioe sich zwar lang und breit über Thomas Manns ambivalente Beziehung zum Judentum äußern, aber nirgends auch nur das Wort "Kapitalismus" benutzen? - Nicht sehr ernst, will mir scheinen.
  • 01.06.17, 17:23
    aerolith

    europäische Zusammenarbeit

    Wie der Diplomat Carl von Schubert (Staatssekretär im AA) 1926 aus Genf berichtete, schlug er bei Gesprächen über eine sich annähernde deutsch-polnische Zusammenarbeit schlichtweg vor, daß man Europa wirtschaftlich zu einem Block zusammenbauen müsse, um künftig in der Weltwirtschaft gute Chancen zu haben. Sein polnischer Kollege Jackowski stimmte dem zu. Eigentlich hatte er ein Lamento seines deutschen Kollegen erwartet, das die polnische Entdeutschungspolitik in Polen thematisiert hätte gehabt haben dürfen.

    Verkannte Wahrheit? Das Reich wollte eine EU, lange vor 1945. Wohlgemerkt: Es war hier nicht die Rede von bilateralen Wirtschaftsvereinbarungen, sondern von der Konstituierung eines europäischen Wirtschaftsraumes. Das darf dann doch mal betont werden. Es gab eine Alternative zu den Ereignissen um 1939/45. Stellt sich nur die Frage, warum dieser deutsche Wunsch scheitern mußte? Wer stand dagegen? Wen vertrat von Schubert in diesem Gespräch? Er war Offizieller. Überlebte als Diplomat mehrere Regierungen, ein enger Vertrauter Stresemanns, also Schwerindustrie. Zugleich eng mit den preußischen Junkern verbandelt. Ein brückenschlagender Mann.

    Kam es so, weil es so kommen mußte oder, weil es so kommen sollte? Steckt in der Geschichte ein von Menscheninteressen unabhängiger Sinn oder ist sie ein Kräftespiel, bei dem einzelne Menschen, gar Interessengruppen, weitaus mehr Bedeutung besitzen, als man das heute wahrhaben will? Lassen sich Gesetze formulieren, die Geschichte vorhersehrbar machen? Oder ist sie letztlich eine Projektionsfläche für dato Herrschende, die sich ein Geschichtsbild nach ihrem gusto modeln und daraus auch die Zukunft entstehen lassen können?
  • 01.06.17, 14:25
    aerolith

    Kriege der USA

    In den letzten zweihundert Jahren haben die USA über zweihundert Kriege geführt, Deutschland (nimmt man Östreich mit dazu) ca. fünfundzwanzig. Davon haben die Amerikaner nur zwei Kriege nicht als Angriffskrieg geführt.

    Ich frage mich gerade, ob der Krieg gegen die Japaner (1941-45) nicht vielleicht auch initiiert war, summa summarum: Das waren doch nicht alles notwendige bzw. gerechte Verteidigungskriege! (prophylaktischer Angriffskrieg = vorweggenommener Verteidigungskrieg zur Selbstbehauptung)

    Ich denk da noch ein bißchen drüber nach.
  • 04.03.17, 10:41
    aerolith

    Hermanns-Verhältnis

    Der russische Attache des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, bezeichnete in einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Brockdorff-Rantzau, das Verhältnis des Reiches zu Sowjet-Rußland als Hermanns-Verhältnis (Anspielung auf die Nibelungentreue, aber zugleich auf den Verrrat, dem Hermann der Cherusker durch eigene Leute ausgesetzt gewesen war), das durch die Absichten des Reiches, dem Völkerbund beizutreten, beendet zu werden drohe. Man sei dann zwar noch freundschaftlich miteinander verbunden, aber die Herzlichkeit müsse dahin sein.

    Das war 1925.

    Rapallo hatte eine gemeinsame Basis geschaffen, von der noch Hitler profitierte, als er den Nichtangriffspakt auf den Weg brachte. Die gemeinsame Basis war der Widerwille gegenüber dem Versailler Diktat, dessen Kampf beiden galt. Der Beitritt des Reiches in den Völkerbund erfolgte aus Absichten, die Ausländer aus dem Reich zu bekommen (Rheinlandbesetzung), wurde in Rußland aber so verstanden, daß die Westgrenzen des Reiches fortan als fest, die Ostgrenzen aber als ephemere Gebilde aufgefaßt werden müßten. Das Zweischneidige der deutschen Außenpolitik jener Tage wird hier besonders deutlich.
  • 04.02.17, 09:03
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte (II)

    Die emotionale Verbundenheit zwischen Deutschen und Ungarn zeigte sich um 1925 u.a. darin, daß es für die Ungarn zum schönen Ritual wurde, nach dem Zeigen eines Films über Zeppeline in Amerika das Deutschlandlied anzustimmen. Man stelle sich das vor! Heute unvorstellbar.
    Zeitgleich führte die Presse der Weimarer Republik von links bis rechts einen Feldzug gegen Horthy-Ungarn, das nicht bereit war, einen der nach Ungarn geflüchteten Erzberger-Mörder auszuliefern.
  • 05.01.17, 07:22
    aerolith

    Stalin und die Antikomintern

    Nach Abschluß des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes 1939 kursierte in Bärlin das Gerücht, Stalin werde nun bald dem Antikominternpakt beitreten.
  • 16.11.16, 18:51
    aerolith

    französisch-sowjetisches Bündnis

    Die außenpolitische Isolation Sowjet-Rußlands um 1930 ist eine Mär. Die Russen konnten sich mit der Tschechoslowakei und Frankreich wichtige Verbündete sichern.
    Das schlug sich unter anderen um 1936 darin nieder, daß die etwas produktionsarme französische Rüstungsindustrie zu wenig Kriegsmaterial produzierte, das aber für den Krieg gegen Franco gebraucht wurde. Die Russen loieferten das Material nach Frankreich, die es an ihre Rotfrontkämpfer in Spanien weiterleiteten. Parallel dazu versuchte Delbos (Außenminister) vergeblich, mit Italien, das Franco unterstützte, zu einem Abrücken von der Achse Rom-Berlin zu bewegen. Die Italiener verlangten schlichtweg, daß Frankreich seine Unterstützung der Francogegner einstellen solle, wozu Frankreich nicht bereit war.
    Sowjet-Rußland seinerseits versuchte nach 1936, sich seiner außenpolitischen Partner zu entledigen und nach deutschen Vorbild eine autarke Wirtschaftspolitik zu betreiben. So reduzierten die Russen ihre Konsulate auf etwa die Hälfte und verlangten auf der Basis der Parität das gleiche von Finnen, Italienern, Deutschen, Türken, Tschechoslowaken etc... Der Außenhandel schmolz dahin, zugleich borgten sich die Russen 200 Millionen RM vom Reich. Bizarr. Zurückgezahlt haben sie es nie.
  • 02.09.16, 16:55
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte (II)

    Polens Ministerpräsident Beck brachte im Dezember 1937 während des Besuches des französischen Außenministers Delbos die Juden-Frage zur Sprache. Er schlug Delbos vor, die jüdische Emigration nach Madagaskar zu forcieren. Delbos stimmte dem offenbar zu und sagte Unterstützung zu. Zugleich soll es polnische Kolonialwünsche gegeben haben. (Akten zur deutschen auswärtigen Politik, S. 87.) Wo denn nur?

    Das jedenfalls berichtet der deutsche Geschäftsträger in Warschau, Wühlisch.
  • 19.08.16, 15:40
    aerolith

    Entschädigung für deutsche Kolonialgebiete

    Der Präsident der Südafrikanischen Union, Hertzog, konzedierte der deutschen Regierung 1938 berechtigte Ansprüche auf Ersatz für das 1919 durch Versailles verlorengegangene Schutzgebiet Deutsch-Südwest. Die deutsche Regierung allerdings wollte keine Ausgleichszahlung, denn die nationalsozialistische Politik sah vor, alle Deutschen in einem Reich zu vereinigen: "der Gedanke einer finanziellen Abfindung für ein deutsches Kolonialgebiet mit einer erheblich deutschen Bevölkerung [ist] für uns indiskutabel" (Hans Georg von Mackensen, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, 31. Oktober 1938). Dazu zählten auch die etwa 100000 Deutschen in Südwest. Diese Politik lief auf böhmische Zustände hinaus. Ein Antrag der Deutschen aus Südwest würde die Annektierung des Gebietes bedeuten, die Südafrika hingenommen hätte, vielleicht auch Britannien und Frankreich. Vielleicht. Vielleicht nicht. Man weiß nicht, was die Äußerungen des südafrikanischen Präsidenten von 1938 wirklich bedeuten. Seine wohlwollende Haltung zum Reich kostete ihn 1939 die politische Karriere, wahrscheinlich auf Druck der Briten.

    Erläuterungen: Die in diesem Gebiet außerdem ansässigen Herero, Nama und Hottentotten waren weitgehend Nomadenvölker, die dort immer mal ansässig waren und erst etwa hundert Jahre vor den Deutschen ihre Nomadenzüge auf diesen Teil Afrikas gelegt hatten. Sie sollten das auch fürderhin tun dürfen, hatten sich aber zu dieser Zeit weitgehend mit den Deutschen in Südwest arrangiert und díenten ihnen als Hausdiener oder weniger als Feldarbeiter (das Gebiet eignet sich nur zur Viehwirtschaft), vereinzelt auch im Bergbau, waren also wenigstens saisonweise weitgehend seßhaft geworden. Eine afrikanische Staatsbildung gab es nicht, keine Parteien, keine modernen Strukturen. Die deutsche Organisation nahm die Afrikaner auf, sofern diese paßten und willig waren. Eine Apartheid wie in Südafrika gab es in Südwest nicht. Die Afrikaner besaßen vor dem Weltkrieg die Möglichkeit, zu Reichsbürgern zu werden, denn das Reich knüpfte Staatsangehörigkeit nicht an die Nationalität. Das Reich war eben kein Nationalstaat! Das kam aber kaum vor, wenngleich Herero-Führer Reichsbürger geworden sein sollen. (das muß ich aber erst noch prüfen)

    P.S. Bei wikipedia wird behauptet, Mackensen sei am 4. Feber 1938 von Neurath in seinem Amt als Staatssekretär abgelöst worden. Die mir vorliegende Quelle trägt das Datum 31. Oktober 1938; von Mackensen zeichnet hierin als Staatssekretär. Der Adressat ist der deutsche Botschafter in Pretoria.
  • 14.08.16, 19:18
    aerolith

    Italienischer Umgang mit sich "vergessenden" Frauen

    Als ein Wesensmerkmal des Nationalsozialismus gegenüber dem Faschismus gilt dessen Rassismus. Allerdings hatte Mussolini nichts gegen die 70000 Juden, die seinerzeit in Italien lebten. Dafür bestrafte er rigoros italienische Frauen, die sich mit Rassefremden einließen. Er berichtete auf einer Autofahrt von Potsdam nach Bärlin 1937 dem Staatssekretär im Äußeren, Vicco von Bülow-Schwante, daß ihm drei (!) Fälle bekanntgeworden seien, die sich in den italienischen Kolonien "vergessen" hätten. Er habe diese Frauen auspeitschen lassen und dann für 5 Jahre "in Konzentration" schicken lassen.

    Meiner Meinung nach ist das gelebter Rassismus. Ganz nebenher erfährt man, daß Italien Konzentrationslager besessen haben muß.
  • 07.08.16, 16:51
    aerolith

    Der Einfluß politischer Führer

    Politischen Führern wird oft vorgeworfen, sie würden auf die Entwicklung der ihnen anbefohlen Nationen zu wenig Einfluß nehmen. Ich erinnre mich an Kohl, dem das vorgeworfen wurde, auch Merkel wird immer wieder vorgeworfen, ihrer politische Richtlinienkompetenz zeige sich darin, daß sie richtungslos operiere.

    Ein verkannte Wahrheit der Weltgeschichte lautet, daß Zeiten, in denen große Nationen scheinbar richtungslos operieren, die glücklichsten Zeiten für diese Nationen sein können, oft sogar sind. Es ist eher so, daß Zeiten, in denen diese Führer agieren müssen, meist durch Krieg, Unruhe und Not gekennzeichnet sind. Die Größe einer Nation zeigt sich durch ein nahezu undurchdringliches System gegenseitiger Pflichten und Interessen, das erst in Notzeiten radikal aufbricht und nivelliert. Dann ist die Führungsfähigkeit der Eliten gefragt. In Friedenszeiten dagegen geht es nicht um Führungsnachweise, sondern um Gestaltungswillen, um die Förderung aller in der Gesellschaft wirkenden Kräfte, der guten wie der schlechten, der zerstörerischen wie der aufbauenden. In Krisenzeiten zeigt sich erst die Güte eines Systems, die Qualität der Entscheidungen aus Friedenszeiten. Die Gestaltung der Gesellschaft ist kein Aufgabenbereich des politischen Führers, sondern der Gesellschaft, ihrer Vielfältigkeit. Der politische Führer muß nur dafür sorgen, daß jede Kraftentwicklung möglich ist, gerade die, die gegen seine eigenen Auffassungen gerichtet sind. Erst dann wird die Gesellschaft wachsen, denn nichts stärkt sie mehr als das Wachstum an ihren Flügeln und nichts tötet sie mehr als die Nivellierung der Interessen in einem grauen Einheitsbrei.
  • 28.03.16, 16:43
    aerolith

    Die Rote Fahne

    ...durchlebte einen Bedeutungswandel. Heute besitzt sie zwei Bedeutungen:

    a) am Ende eines aus einem Fahrzeug lugenden Aggregats gibt sie ein Achtung für hinterdrein Fahrende und
    b) sie ist das Symbol der Arbeiterklasse, gemeinhin der marxistisch (verbildeten) Proletarier.

    Im Mittelalter wurde bei Markttagen eine rote Fahne aufgezogen. Solange sie hing, war dies für alle Stadtfremden das Zeichen, daß sie unter Marktrecht stünden, also unangreifbar waren. Wurde sie eingeholt, mußten die Fremden (Kaufleute, Juden, Fahrende) die Stadt verlassen und verloren den Schutz durch die Stadt.
  • 13.01.16, 16:29
    aerolith

    Druschba-Trasse (Freundschaft)

    Die Erdgastrasse "Druschba", an der Tausende Mitteldeutsche arbeiteten und die als Objekt der deutsch-russischen Freundschaft zu DDR-Zeiten propagandiert worden war, war in Wirklichkeit ein westdeutsch-russisches Projekt. Die Essener Ruhrgas AG plante und finanzierte es großteils. Heute verdienen neben der Ruhrgas AG (und die BRD) der russische Staat damit Millionen p.a. Im Laufe der Jahrzehnte dürften es einige Milliarden geworden sein. Ein Bricklebrit.

    Quelle
  • 08.09.15, 16:13
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte (II)

    Das Verhalten der SPD während der Weimarer Republik war schon bizarr. Zwar ließe sich beinahe alles unter der Überschrift "Staatsräson" subsumieren, doch etliche Sumpfblüten lassen da schon fragen, ob man nicht bereits im Winter 1918/19 (mit der gewaltsamen Niederschlagung der bolschewistischen Räte), gemeint ist das Zusammengehen der eigentlich dato marxistischen SPD mit den kapitalistischen Linksliberalen und anderen Bürgerlichen zur Rettung der kapitalistischen Basis des Reiches, klugen Köpfen in der SPD hätte klarsein müssen, daß sie da irgendwie die falsche Richtung einschlugen. Besonders deutlich wird die Tendenz ihrer politischen Fehlleistungen im merkwürdigen Wechsel ihrer Beziehung zu Hindenburg. 1925 wurde Hindenburg als verkalkter Repräsentant der überlebten Monarchie, als Deutschnationaler, Kriegsverbrecher (Hindenburg stand auf der Liste der Kriegsverbrecher, die Frankreich erstellt hatte) und Staatsfeind von den Sozis bekämpft, 1932 machten sie ihn zu ihrem Kandidaten als Retter der Weimarer Republik.

    Am 4. Dezember 1924 stand im sozialdemokratischen "Vorwärts" folgendes dazu:



    Anmerkung der Redaktion: Wir hatten im Wolkenstein einen Ordner zu bewußtem Haarmann, dem Schlächter von Hannover. Jonathan hatte da mal etwas geschrieben. Dieser Text wird demnächst in selbigen Ordner verschoben worden sein.
  • 02.09.15, 14:48
    aerolith

    Hindenburg und Hitler

    Daß Hindenburg Hitler zum Kanzler ernennen mußte, lag in der Natur der Sache der Demokratie der Weimarer Republik. Die stärkste Partei im Reichstag besaß ein Anrecht auf Stellung des Reichskanzlers - früher oder später. Die NSDAP ihrerseits sah in Hindenburg einen Vertreter der Sozialdemokratie, zumal der aus der DNVP ausgetreten war. Klingt merkwürdig, war aber so, wie diese Rede Goebbels' belegt. 1925 galt Hindenburg den Vertretern der "nationalen Opposition" (also allen Parteien von der DVP an rechtswärts) als Hoffnungsträger. Mit Hindenburgs Festhalten an Brüning, der wiederum die SPD zum regieren benötigte, veränderte sich die Meinung der Nazis gegenüber dem greisen Feldmarschall spätestens nach 1930. Fortan galt er ihnen als Feind, als Unterstützer der von ihnen so gehaßten Weimarer Republik.
    Die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Hindenburgs für Frankfurt/Main bezeugt einmal mehr das linksfaschistische Denken heutiger Politiker: historisch ungeschult oder umdeutend, oberflächlich und in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Zeitgeist Entscheidungen treffend.
  • 01.09.15, 18:45
    aerolith

    Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte (II)

    Daß Hitler beim Aufstieg der NSDAP auch jüdisches Geld nahm, ist allgemein bekannt. Daß er sich aber auch öffentlich mit führenden jüdischen Bankiers und Industriellen traf, war mir neu. So teilt der KPD-Abgeordnete Neubauer in seiner Rede am 16.Oktober 1931 im Reichstag (unwidersprochen von anwesenden Nazis) mit, daß beim Harzburger Front-Treffen u.a. Mittendorf von Shell (Kriegsgeräte gegen das Reich im Weltkrieg), Gottstein vom (jüdischen) Jakob-Michael-Konzern (offenbar alte Frontkameradschaft) und Regendanz vom amsterdamer Büro der Rothschilds (!) eingeladen und anwesend waren.
  • 23.06.12, 18:18
    aerolith

    Die Virulenz des Kapitalismus

    Die Virulenz des Kapitalismus liegt in einem einfachen psychologisch-soziologisch-ontologischen Gesetz begründet, das seine Lebensdauer für nahezu ewige Zeiten bewirkt. Der Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens von einem Kritiker zu einem Bewahrer seines (erworbenen) gesellschaftlichen Umfelds. Greift er Verhältnisse in seiner Jugend an - zumeist, weil er außerhalb der Macht und des Erwerbsprozesses steht -, ändert sich das schlagartig an dem Tag seines Eintritts in verantwortungsvolle Tätigkeit oder den Erwerb von Besitz. Plötzlich stehen konservative (Wert erhaltende) Aspekte hoch im Kurs der Weltwahrnehmung, also seine Einbindung in den Erwerbsprozeß, seine Partizipation an Entscheidungsprozessen, seine Einbindung in diese (teuflische) Welt.

    Da der Kapitalismus die immanente Fähigkeit besitzt, diese Dynamik des Lebens in sich aufzunehmen, wird er ewig existieren.

    Es ist ja nun auch nicht so, daß es ihn erst seit zwei-, dreihundert Jahre gäbe; schon im alten Babylon gab es kapitalistisch anmutende Verhältnisse mit Geld- und Wechselgeschäften, Kapitalgesellschaften und (bilateralen) Handelsverträgen...
  • 30.07.11, 18:06
    aerolith

    Olympiade 1936 - Einmarsch der Franzosen

    Der gute Michael Reinsch verfaßte heute einen Gedenkartikel zum 75. Jahrestag der Eröffnung der Olympischen Spiele zu Bärlin. Er entblödet sich nicht, die jüdische Sportlerin Helene Mayer als eine zu zeihen, die sich internationale Kritik durch das Bezeigen des damals als "deutschen Gruß" geltenden und heute "Hitlergruß" genannten römischen Grußes eingefangen haben soll. Der Mann sollte sich die Dokumentation Leni Riefenstahls anschauen: nicht nur die Deutschen zeigten den "deutschen Gruß", u.a. Franzosen, Ungarn, Italiener oder Polen marschierten mit selbigem ein. Das war 1936 ein Akt der Höflichkeit, keine politische Kundgebung für die Nazis, also keine Bekanntgabe, daß man selber Nationalsozialist sei. Sicherlich war es auch eine politische Kundgebung, ähnlich geartet wie das um 1970 obwaltende "Hi!", aber anders als die Faust in Mexiko. [1968 in Mexiko grüßten afroamerikanische Sportler mit der Malcolm X - Faust, das war politisch]

    Die Kritik Reinschs ist ein typischer Fall von Interpolation. Heute wird alles, was sich mit dem NS verbinden läßt, verdammt, so auch der Gruß, den Hitler wählte, um seine Verbindung zu Mussolini und im weiteren Sinne als mutmaßlicher Rechtsnachfolger des Römischen Reiches (Adler!) anzuzeigen. Es wird mit dergleichen tendenziöser Darstellung Geschichtsklitterung betrieben und letztlich ein Popanz aufgebaut, der wohl vielen Journalisten Geld bringbt. Sie können dann diesen Popanz pflegen, den Troll füttern und verdienen nicht schlecht dabei. Mit Seriosität hat das nichts zu tun.

    Wirklich dumm wurde es dann allerdings, als Reinsch behauptet, die DDR habe die Strukturen der Nationalsozialismus zum Aufbau ihrer Sportsupermacht benutzt. BSGs (Betriebssportgemeinschaften), Sportleistungszentren und Pioniersport als integrale Bestandteile des totalitären Staates.

    Hallo, Reinsch, das gab es alles schon vor den Nazis und nicht nur in Deutschland. Das gibt es auch andernorts. Daß der Sport in der DDR eine größere Bedeutung besaß als heute in der BRD, lag v.a. daran, daß er Aufstiegs- und Reisemöglichkeiten schuf, die es zwar heute auch gibt (vielleicht sogar noch stärker als zu DDR-Zeiten), v.a. aber daran, daß die DDR immer im Wettkampf mit der BRD stand. Die Effizienz, die der DDR-Sport erzielte, hätte ich mir für die Wirtschaft gewünscht. Allerdings galt in der DDR ein Grundsatz für die Effizienz in der Wirtschaft: "Mehr geht nicht. Wir können nicht zwei Großmächte ernähren."
    Beim Sport mußten man seinerzeit auch aufpassen, damit man nicht besser abschneide als die Sowjetunion. Das waren spannende Zeiten, wenn es ans Schwanzmessen (Medaillenspiegel) bei Olympischen Spielen ging.




    P.S. Besonders bizarr an dem "Hitlergruß" der Jüdin Mayer ist, daß die beiden anderen Damen "Blutarier" waren, die eine in Berlin geboren, für Österreich startend, die andere ebenfalls Deutsche, aber für Ungarn startend. Beide zeigen den Gruß nicht, aber die Jüdin, die für Hitler-Deutschland startet, tut es. Bizarr!
  • 10.11.10, 13:53
    aerolith

    AW: Verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte - von 1889 bis heute

    Nach Auskünften des Abwehrspezialisten Bentivegni war es Botschaftsangehörigen während des Dritten Reiches in ausländischen Botschaften untersagt, etwas zum Nachteil des Gastgeberlandes zu unternehmen. (Es gab einen entsprechenden Führerbefehl.) Bei aller Agententätigkeit durften solche Attaches bzw. Angehörigen nichts unternehmen, was ihre Stellung exponieren könnte.
  • 02.07.10, 10:29
    aerolith

    britische Xenophobie

    England verwehrte nach dem ersten Weltkrieg Mischlingen (ein Elternteil deutsch, eins britisch) Anstellungen im öffentlichen Dienst mit eben der Begründung, daß ein Elternteil deutsch sei.
  • 05.04.10, 13:17
    meinungsloser
    und die katze tritt die ecke krumm...
  • 20.03.10, 12:13
    aerolith

    Keelhaul

    Operation "Keelhaul" (1945): muß erforscht werden.

    Ungeheuerlicher Vorgang, wenn wahr, der sogar schon Verwendung bei einer James-Bond-Verfilmung fand. Verbrechen oder politisches Kalkül?
  • 04.10.09, 12:55
    kls

    Der Mensch...

    ... ist nur ein Tintenfass, in welches ein Schicksal eine Feder taucht und ein Leben schreibt. Herrlich beknackter Spruch, wie ich finde.

    Historiker sehen zwangsläufig Zusammenhänge, Prozesse, welche die Schlüsselereignisse der Menschengeschichte deterministisch erklären. Das kann, muss aber nicht die Wahrheit sein. Vielleicht sind Ereignisse weniger kausal, sondern bloß chaotisch strukturiert, dennoch gewissen Rhythmen unterworfen. Und dann kommt eben mal wieder eine Kultur hochgeschwappt, nach 1,618 Einheiten klatscht sie wieder zurück. Und weil nun dieser Apfelmännchenweltformel insgesamt Folge geleistet werden muss, braucht es da einen Mao, dort einen Bismarck, hier einen Hitler, alle von dem Abfolge her im Nachhinein erklärbar, aber in Wirklichkeit nur Mustererfüllung eines chaotischen Metaprogramms.

    Robert, wie du raus lesen kannst, verlangt selbst die Ablehnung von Determinismus deterministisches Denken. Vermutlich können wir Menschen nicht anders. Unser Hirn sucht wohl evolutionsbedingt nach Zusammenhängen, selbst wenn diese nicht gegeben. Das hat uns von den Bäumen getrieben.
  • 04.10.09, 09:49
    aerolith

    Fortschrittsglaube

    Die Katastrophe des ersten Weltkrieges brachte es mit sich, daß der Fortschrittsglaube gebrochen wurde.

    Während bis zu dieser Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts Weltgeschichte unter dem Paradigma des Universalismus gesehen wurde und die Betrachtung der Weltgeschichte auf den Glauben an den Fortschritt der Menschheit aufbaute, kamen nunmehr die Pessimisten zum Zuge, die das Geisteserbe der Antike nun anders fruchtbar machten. Statt kosmopolitischem Humanismus im Weltreich der Gedanken, das unsichtbar alle Menschen miteinander dem Besseren zuführte (Hegels Weltgeist-Idee), fußend auf dem Idiom der Gleichheit der Menschen und gefüllt von der Hoffnung eines Weltbürgertums, kamen depravierende Gedanken, Untergangsstimmungen ins vordere Bewußtsein, was zwangsläufig in dem Diktat einer beherrschenden Idee, einer beherrschenden Rasse enden mußte. Die alten Ideale hatten schließlich in die Katastrophe geführt, die neuen waren noch unverbraucht und versprachen eine Führung mit dem ewigen Reich des Friedens.
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