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Thema: Sommerflaute: Zeit für Spanisch

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Sommerflaute: Zeit für Spanisch

    Los milagros

    El sol... männlich?... natürlich! Folglich könnte, müsste es heißen: Der siedende Sonne sengte... Sonnensenge? Quatsch, der siegreiche sol stach stetig Sonnenstiche; verbrannte, brannte Sonnenbrände. Was tun?
    Solucien, eine erzählbare Lösung: Einhundertzwanzig Kilo winterbleicher Hannemann, dennoch von verlockendem Liebreiz, rammten den Fuß des Sonnenschirm, palo de sombrilla, in den störrischen Sand des Playa Mitjorn. Sand am Strand, nicht unbekannt - no del todo desconocido.
    Es machte „Pffft“ auf spanisch: Pffft. H-Punkt stutzte. (H-Punkt für Hannemann; kleiner erlaubter Kunstgriff, um auf einer Baleareninsel diese Geschichte über jenen maßlos faszinierenden Typen, der schon durch so viele Erzählungen, cuentas, leuchtete, in ein anderes, ein neues Licht, la luz del sol, zu rücken.) Also H-Punkt merkte auf, denn mit diesem „Pffft“ bei einer so einfachen Tätigkeit, wie den Pfahl des Parasol in den widerborstigen Sand am Playa Mitjorn zu rammen, hatte er wahrhaft nicht gerechnet. Ein gezischtes „Pssst“, einen Widerspruch, ausgestoßen von einem willkürlich herumliegenden, sich bei der anstrengenden Beschäftigung des Bräunens gestört fühlenden Deutschen hätte er vielleicht verstanden. Obwohl seines Erkenntnisstandes nach in unmittelbarer Nähe des von ihm gewählten Sandstrandplatzes (Strandsandplatzes?) gar kein Deutscher, ob blond, ob braun, herumlag, und sich daher auch kein Schwein belästigt meinen konnte. Doch mit dem fast seufzenden „Pffft“, das noch dazu direkt aus dem Sand zur pffften schien, konnte er nichts verbinden... aber auch rein gar nichts. Trotzdem zog H-Punkt den palo des lustig bunten Schirmes wieder aus dem schon erwähnten gegenspenstigen Granulat.
    öha! (Bayrisches Idiom, idioma bavara, für völliges Erstaunen.) öha, an der Spitze des Schaftes schimmerte Klares. Wer schafft, braucht Saft! H-Punkt prüfte mit neugierigem Finger und allseits bekannten gut trainierten Lippen. Öl! Er täuschte sich nicht. H-Punkt täuschte sich niemals, james. ER WAR AUF ÖL GESTOSSEN! OLIVENÖL VON BESTER QUALITÄT! ACEITE DE OLIVA!
    Was nun - Als profunder Schmecklecker der mediterranen Küche kannte H-Punkt selbstverständlich die Möglichkeiten... die Preise. Wenn, falls... kaum zu glauben: Er wäre reich - ein Sandplatzlager voll mit Olivenöl - unvorstellbar reich! INIMAGINABLE RICO! Er wollte tanzen, hüpfen vor Glück auf den heißen Körnern, die ihm eine goldig geldige Zukunft versprachen. Bailar, tanzen! Er sang... nicht spanisch: „Wenn ich einmal reich wär, dideldideldideldideldideldadeldideldumm...“ Halt, lieber noch einmal prüfen.
    Erneut stieß H-Punkt das emailierte Rohr in das selbe, vorher pffft-geplagte Loch. Es machte „Ay!“ Das Loch? Hannemann... Verzeihung, H-Punkt zog, legte sich dann auf seinen wohlgerundeten Bauch und stierte mit einem Auge in die sprechende Öffnung. Un hoyo silencioso, ein schweigendes Loch, wäre ihm vertrauter gewesen. Daher wunderte er sich: „Wieso Ei?“
    „Imbezil, Blödmann!“, tönte eine zarte Stimme aus dem schaurig schwarzen Loch. „Ay, übersetzt in Deine Sprache, heißt Auuah! Du hast mich angebohrt!“
    Erkennbare Worte, wohl nix mit dem Reichtum. „Angebohrt, angebaggert? Ich habe Dich höchstens etwas angemacht“, der sprachgewandte H-Punkt murmelte die Verbesserung. Dann musste er grinsen. Ein selten dämliches Bild, una pintura rara, das er gerade abgab: Bäuchlings im Sand am Strand, das linke Auge auf ein kleines Loch fixiert, stritt er mit einem unbekannten Stimmchen über die Art eines harmlosen Urlaubsflirt... dachte er.
    „Taladrar, idiota! Wenn ich Anbohren sage, dann meine ich es auch!“ Das Stimmchen konnte keifen. „Zweihundertvierundsechzig Jahre, wenigstens meiner Einschätzung nach, habe ich beschaulich und wohlbehütet in meiner Dose verbracht, und dann kommst Du, cabeca de cerdo, und bohrst mich einfach an. Nun gut, wohl nicht mehr zu ändern, folglich...- „Wer bist Du eigentlich?“ H-Punkt unterbrach, sein Wissen-Wollen zwickte gemein. „Und was zum Teufel ist eine cabeca de cerdo?“
    „Ein Schweinskopf, bei Dir scheinbar männlich. Und ich, ich bin eine echte Wunderölsardine. Darum...“ „Eine Wunderölsardine?“ „Nicht mehr und auch nicht weniger. Hör mal, willst Du jetzt Deine drei Wünsche oder...?“ „Welche Wünsche?“ „Oh Gott, ooh Dios mio, bist Du aber dämlich, est?pido. Befreit Mann, selbst Du, eine echte Wunderölsardine, dann hat Mann, selbst Du, natürlich drei Wünsche frei.“
    „Ach so ist das!“ Toll, geil, lascivo, das war ja noch besser als Öl... allein.
    „Ja, so ist das!“ Sardonia äffte. „Also wünschelst Du nun, oder möchte gnädiger Herr Hannemann, Senor Annemannias, auf seine Rute verzichten?“
    Sie kannte seinen Namen? Anzunehmen bei einer echten Wunderölsardine; nur das mit dem Wünscheln und seiner Rute brachte sie anscheinend etwas durcheinander. Scheiß egal - kein Befehl - mierda igual. „Als erstes wünsche ich mir, dass Cher...“
    „Nur Wünsche, die aus dem mare steigen!“ Das klang gebieterisch, hoheitsvoll. „Bedenke Erdfloh, pulgon, mein Reich ist das Wasser!“ Das auch.
    „Okay, okay, dann wünsche ich mir eben eine Meerjungfrau mit dem Aussehen von Cher und den weichen, wollüstigen Lippen eines Zackenbarschs, eines Epinephelinae; gerade richtig zum...“
    „Ententido, hab‘ schon verstanden.“ Stimmchen schien hastig. „Dein zweiter Wunsch?“
    „Mit ihr in meiner eigenen Dose... für immer, para siempre!“
    Heiser, sie klang eindeutig heiser. Angebohrt! Sah sie sich schon in dieser Rolle? „Und nun Dein letzter Wunsch!?“
    „Endlich wieder richtig irdisch... schweinigeln, contar obscenidades, ol?!“
    H-Punkt war und blieb ein Schelm. Und Meerjungfrauen küssen besser... auch bei allergrößtem Sonnenstich.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Sommerflaute: Zeit für Spanisch

    Anneman! Muy bien. Mierda co?o! Fuertementerror.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Sommerflaute: Zeit für Spanisch

    Jetzt verstehe ich endlich den Inhalt von Frau H's Urlaubsansichtskarte:
    "Der Sonnen scheinet. Wir essen den ganzen Tag nur Fisch. H. buddelt fast zärtlich im Sand. Von den Nächten ganz zu schweigen. Ich habe mir deswegen eine neue Frisur zugelegt."

  4. #4
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    AW: Sommerflaute: Zeit für Spanisch

    Ihr nehmt mich nicht ernst!

  5. #5
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    AW: Sommerflaute: Zeit für Spanisch

    das kann man so nicht sagen hannemann. dieses textlein hat meine vollste unterstützung. wir mögen uns. das bedeutet aber wohl für die generelle zuhörerschaft das man es nicht ernst nehmen kann, was dir wiederum recht gibt. was habe ich gesagt?

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