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Thema: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

  1. #1
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    1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    Die Distanz gleich dem Eisfach, das mein Begehren frisch hält.
    Schockgefrostet schießt die Hitze durch meinen
    Kilometerweit entfernten Körper gefühlter Gedanken

    Verringert sich die Entfernung zwischen uns,
    Entladen sich unsere Körper -
    Welch Influenz

    Auferstanden
    Setze ich meine Füße in Gang,
    Die Lichtmaschine meiner Seele zu regenerieren

    Und je weiter die Strecke,
    Desto zeitlos näher komme ich
    Dir wieder

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    Nicht übel, wäre da nicht diese klitzekleine Deviation in bezug auf die Gefangennahme der Form, die dem Textlichen Ausgänge versperrt.
    Beispiele?
    Zitat: erstellt von allerliebstem:Die Distanz gleich dem Eisfach, das mein Begehren frisch hält.
    Warum steht da ein Punkt? Soll hier auf einen Satz verwiesen sein, der keiner ist? Ja, mein Gott, warum sollte denn auch ein IST stehen, wenn's ohne nicht auch ginge! Die Distanz ist wie ein Eisfach... würde dieser Satz beginnen müssen. Und das klingt zugegebenermaßen grauslig. Aber was geschieht? Der Leser denkt sich diesen Satz so. Und damit stirbt ein Stück Phantasie. Weitere Satzzeichen fehlen. Halt, eine Parenthese. Was grenzt sie ab, um Schwung zu holen für den größeren Schwung? welch influenz Differenziere WELCH und WAS FÜR EINE! Was unterscheidet WELCH und WAS FÜR EINE? Der Schluß im Vagen, ein Unwort namens LICHTMASCHINE geriert sich zu einem Uneinholbaren. Na ja, vielleicht willst DU auch nur uneinholbar sein mit diesem Text.

    Fazit: Ist ein Stück Literatur, aber mehr gewollt und wenig zugedichtet, hast wenig gedichtet, mehr vermagst Du, denke ich.

  3. #3
    Bert
    Status: ungeklärt

    AW: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    ... grandios!

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    Danke für deine Hilfestellung. Mit den Satzzeichen hab ich mich etwas gestritten, meist fehlen sie bei meinen Texten (dachte bisher - das Fehlen dieser lässt dem Leser mehr Raum für Interpretation) Der Punkt nach dem ersten Satz ist wirklich heftig. Ich denk - nach deinen Anregungen - sollte der erste Satz sogar erst nach der zweiten Aussage stehen.

    Weiß nicht, ob ich deine Kritik richtig verstanden habe, wäre über deutlichere Wortwahl dankbar.

    "Was unterscheidet welch von Was für eine"

    "was für eine" lässt für mich zu viel Möglichkeiten entstehen - aus der Erfahrung heraus...

    "Welch" klingt intensiver - einmaliger - trifft das Gespür; das Unterstreichen durch ein Satzzeichen(!) erscheint mir zu plakativ...(oder? hilf weiter!)

    Bitte um Erklärung des Satzes (der Kritik oder gar der Ironie???):

    "Na ja, vielleicht willst DU ja auch nur uneinholbar sein mit diesem Text."
    Ich kann ihn nicht deuten.

    Resümee: Nach dieser konstruktiven kritischen Betrachtungsweise werd ich wohl weitere Versuche wagen...

    a.

  5. #5
    tom
    Status: ungeklärt

    AW: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    na dann, her mit dem nächsten

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: 1. Versuch: "Bedingte Spanne"

    Geheimnisse des Wörtchens IST: das Ist will auf etwas verweisen, es holt aus, kann nur etwas heim- oder ranholen, aber selbständig ist's wohl nicht. Du sparst es aus, dann wird Dein Text uneinholbar, weil der Bezug fehlt. Kennst Du das Bild der Schlange, die sich in den Schwanz beißt? Uneinholbar! Kein Ist, sondern nur ein Ewigseiendes, ein Sowohlalsauchdennochodersogarnicht. In Gedichten mag das gelegentliches Stilelement, aber mit der Tür würd' ich nicht ins Haus fallen wollen, zumal Du, wie du selbst feststellst, durch eine klitzekleine Umstellung Linie und Geratenheit in Deinen Text bekämest.

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