Altsteinzeit-Kulturen (8000-6000 v.Chr.) sind in verschiedenen Teilen Afrikas nachweisbar. Ein Klimawandel um 2500 v.Chr. machte das vorher versumpfte Niltal und die südlich der Sahara gelegenen Zonen für Menschen kultivierbar und führte gleichzeitig zur Wüstenbildung im Norden Afrikas. Da Ägypten, Karthago oder der Islam, wie er durch die Araber nach Nordafrika getragen wurde, bereits behandelt wurden, beschränken wir uns weitgehend auf Schwarzafrika. Auf dieses Schwarzafrika, der südsaharische Teil des Kontinents, strahlte Ägypten seit der ersten politischen Einheit um 3000 v.Chr. aus. Äthiopier und Sudanesen nutzten als erste ägyptische Errungenschaften wie Schrift, Eisenschmelze oder Zahlen. Wir erkennen hier einen Wesenszug der afrikanischen Geschichte: Aus Schwarzafrika kamen keine Impulse für die Weltgeschichte, weder in dem Sinne, daß aus Afrika eine Idee ausstrahlte noch in dem, daß Afrika eine Idee bewahrte und weiterentwickelte. Afrika ist ein sich selbst genügender Kontinent. Was man in Schwarzafrika von den Ägyptern oder auch später von den Europäern übernahm, es wurde nicht weiterentwickelt, um dann nach Ägypten oder Europa zurückzufließen. Technische oder zivilisatorische Entwicklungen liegen außerhalb des Interesses der Schwarzafrikaner. Die schwarzafrikanischen Bewohner durchleben ihre Leidenschaften im Miteinander, nicht durch eine wie auch immer geartete Staatlichkeit; sie leben in überschaubaren politischen Autarkien, die nicht auf Expansion gerichtet sind. Staatliche oder nationale Aspekte ihres Zusammenlebens sind von außen durch die Europäer an sie herangetragen worden und nicht aus ihrem Bedürfnis erwachsen; Stammesdifferenzen dagegen wurden und werden ausgetragen, meist kriegerisch.

Die historische Entwicklungslinie Afrikas:

Um 1100 setzte die Islamisierung südlich der Sahara ein, zuerst im Sudan, von da weiter nach Westen. Allerdings hielten sich naturreligiöse Vorstellungen bei vielen Stämmen in Schwarzafrika, das politisch uneinheitlich blieb. Es kam bis zur Entkolonialisierung im 20. Jahrhundert zu keiner Entstehung von Nationalstaaten. Zwar entstanden Imperien, aber die waren kurzlebig und brachten keine eigene politische Idee hervor: sie blieben ephemer und ohne historische Bedeutung.
Ähnlich verhält es sich mit den kulturellen Leistungen Afrikas. Als älteste Kunst Afrikas kennen wir die Felsbilder der Sahara, die um 6000 v.Chr. entstanden. Die kleinwüchsigen Buschmänner, die früher das Gebiet von der Südgrenze Kenias bis nach Südwestafrika bewohnten, malten naturalistisch anmutende Felsenbilder, die Jagd- und Schlachtszenen oder auch nur Landschaften wiedergaben. Die bedeutendsten Steinbauten Schwarzafrikas entstanden in der Zeit zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert, zuweilen mit Burgcharakter. Daneben gab es Künstler, die figural arbeiteten. Nok-Skulpturen aus gebranntem Ton befinden sich in der Bauchi-Hochebene in Nordnigeria und sind etwa 2000 Jahre alt. Diese fast lebensgroßen Gesichtsdarstellungen belegen eine Gießtechnik, die Schmiedekunst voraussetzt. Messing. Leider wurde diese Technik nicht weiterentwickelt. Alles andere entstand erst nach dem Eintreffen der Europäer und ist nicht eindeutig afrikanisch.
Auffällig bei vielen Arbeiten ist die Fähigkeit afrikanischer Künstler, nicht nur naturgetreu nachzubilden, sondern gegebenenfalls auch zu stilisieren, sich auf zentrale Charaktereigenschaften des Abzubildenden zu konzentrieren. Köpfe sind ihnen wichtiger als die Extremitäten, ergo werden sie größer gemacht, als sie es in Wirklichkeit sind. Aber was ist das schon, die Wirklichkeit? Der Künstler betrachtet die Welt mit eigenen Augen. Neben Heldenverehrung finden sich auch religiös motivierte Arbeiten. Es gab Totenverehrung, Totemismus. Dem Geist des Vorfahren wird in der Zeremonie ein Ersatzkörper dargeboten, um seine Gunst durch dieses Opfer zu gewinnen. Die Masken dienen als Stellvertreter, ein Rollenspiel. Busch- oder Walddämonen, denen Ehrfurcht erwiesen werden muß oder die versöhnt werden müssen, sind im Tanz oder Spiel die Masken. Der Tänzer schlüpft in die Rolle und wird zur Maske. Im Spiel mit den anderen Masken(trägern) ergießt sich eine dramatische Handlung, an deren Ende die Maske befriedigt und sich bedanken wird. Das Ziel der Masken(träger) liegt darin, die Fruchtbarkeit der Erde zu gewährleisten oder das Wohl des Volkes zu erhalten. Nicht alle Zeremonien und nicht alle Kunstgegenstände sollten allen verständlich sein, was auch den Hang des Künstlers zur Abstraktion erklärt. Masken sollen auch abschrecken, nicht nur die bösen Geister, sondern auch die Feinde des Maskenträgers, innerhalb und außerhalb der Stammesgruppe. Das deutet letztlich auf eine Welt, die als Kampf der Gegensätze wahrgenommen wurde, wobei der Kunst hier die Funktion zufällt, Dinge zu schaffen, die in diesem Kampf vom Auftraggeber eingesetzt werden können. Auch das ist Totemismus.
Neben dieser sakralen Kunst gab es, wie überall auf der Welt, ein reiches Kunstgewerbe zur dekorativen Ausschmückung von Gebrauchsgegenständen: Stühle, Trommeln, Becher, Waffen ohne Metall, und Schmuck.


Aufgabe: Stelle mit Freunden einen Totemtanz nach! Bemalt euch und führt eine Zeremonie durch, wie sie in Schwarzafrika noch heute stattfinden!

<html><img src = "http://vg06.met.vgwort.de/na/2fe6a8e6a5d7466f8e5f19bd6a32c5e3" width="1" height= "1" alt=""></html>