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Thema: Ritzen

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Ritzen

    Ritzen

    Wie hilflos tröstende Kinderhände streicheln Tränen mein Gesicht, tropfen vom Kinn und vermischen sich mit dem Blut. Mein Weinen ist so lautlos der innere Schmerz brüllt in mir, die Klinge wird ihn aus seinem Gefängnis befreien. Der ersten Schnitt durch weiche Haut dringt nicht bis zu mir durch, ich treibe die Schneide tiefer - will einen Schwall des Rotes über meine Qual gießen. Dies Messer ist mein engster Vertrauter, der Freund der das Leid meiner Seele sichtbar werden lässt und es aus ihr heraus treibt, wie einen Dämon. Endlich dringe ich in mich ein, werde ruhig. So öffne ich Dir mein Herz.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 30. November 2001 editiert.]

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Ritzen

    Hallo Kyra
    ich kenne mich mit dem Ritzen nicht so gut aus. Dennoch ist es eine Agression gegen sich selbst. Selbsthass nicht gut genug zu sein.
    Ich glaube der Text ist zu weich, zu cremig.
    Zu sehr von mitleidigem Betrachten von außen gesehen.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen

    Hallo

    ich würde nicht darüber schreiben, wenn ich es nicht schon gemacht hätte.
    Und das Beschriebene war der Grund bzw. die Empfindung, so ist es auch bei den meisten anderen, ich kenne es von einer Freundin sehr gut. Aber wenn Du den Text so empfindest, ist er wohl zu cremig - schönes Wort dafür.

    Danke

    Kyra

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Ritzen

    hallo kyra,

    kenne das thema auch von einer freundin. habn gedicht drüber geschrieben, werds mal posten, passt ja grad so.

    die tränen passen mir nicht ins bild, weil sie nämlich oft nicht weinen, sondern es im ritzen rauslassen. (will aber nicht verallgemeinern, ist vielleicht verschieden). vielleicht meins du aber genau das mit "lautlos weinen".

    ich hab grad gesehen, du hast es schon gemacht. dadurch entzihet sich der text meiner kritik. denn du weißt es besser

    cu
    tt

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen

    ich glaube man kann dann nicht vor anderen Menschen weinen und das Weinen reicht nicht, weil es nicht tief genug geht, es ist lautlos und unwirksam

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen

    Die Seele leidet rot? Respekt vor Deinem coming-out, doch wäre ich ein Humoriger, dann würde ich sehr laut fragen: Leiden wir nicht alle an Rot?
    Entschuldige meine Ungebühr.

  7. #7
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    AW: Ritzen

    die mag ich die Ungebühr, ich hasse es wenn man ehrfürchtig über so etwas spricht. Nur nicht andächtig bleiben, außerdem liegt das 15 Jahre zurück, also längst verjährt...
    sag mir ein anderes Wort für Blut, Saft finde ich furchtbar....

    Grüße von der unblutigen Kyra

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Ritzen

    "Am meisten Eindruck hätte mir doch eine Verletzung im Gesicht machen müssen, bei der ich viel Blut verlor und vom Chirurgen genäht wurde. Ich kann die Narbe, die von diesem Anfall zeugt, noch heute tasten, aber ich weiß von keiner Erinnerung, die direkt oder indirekt auf dieses Erlebnis hinwiese".

    (Über Deckerinnerungen, S. Freud)

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause
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    Ritzen (2. Versuch)

    Ritzen 4
    Meine Wut will die Grenze der Haut sprengen, sie drückt und drängt hinaus. Das dünne Gewebe hält den Angriffen stand, erscheint unendlich dehnbar lässt meinen Körper schmerzen. Könnte ich nur schreien. Ich schlage mein Fleisch, versuche den Zorn zurückzutreiben. Ich fühle sein Toben an meiner Grenze zur Welt. Erst der Schmerz einer Wunde ist dem Götzen meines Hasses Opfer genug.


    Ritzen 3
    Du möchtest mir deine Liebe schenken? Obwohl ich sie nicht annehmen kann, wird sie mir nicht genügen.
    Ich siege für dich, lebe für dich und verachte mich dafür - verachte dich dafür. Will dir gefallen, will allen gefallen. Du lässt dich so leicht täuschen, siehst nicht meinen Hass. Ich würde dich gerne töten, damit du mir nah bist - tu es aber nicht - stochere mutlos in meinem Fleisch, um meinen Hass in Liebe zu verwandeln. Die Wunden sind meine Brücken für dich - nie wirst du sie überqueren können.

    Ritzen (2. Versuch)

    Es führt kein Weg zu mir, aber ich locke dich mit meinem Lachen. Wie gerne würde ich meine Haut über dich stülpen, mich mit dir darin verbergen.
    Du hast keine Chance, nie wirst du mich genug lieben, hasse ich doch selbst die Fremde, die meine Hülle ist.
    Nun, endlich alleine, gehe ich mir entgegen - öffne meine Haut. Ich dringe in mich ein.
    Könntest du das Blut ertragen, ich würde es dir schenken. So bleibe ich alleine mit mir, sehe meine Schönheit, fühle mich endlich im Schmerz (meiner Geburt?). Meine Sehnsucht ist gestillt.


    Lieber Robert, warum Du ausgerechnet diesen Text zur Überarbeitung vorgeschlagen hast, will ich gar nicht wissen
    Den ersten Text habe ich zum Vergleich darunter stehen lassen.


    Ritzen (erster Versuch)

    Wie hilflos tröstende Kinderhände streicheln Tränen mein Gesicht, tropfen vom Kinn und vermischen sich mit dem Blut. Mein Weinen ist so lautlos der innere Schmerz brüllt in mir, die Klinge wird ihn aus seinem Gefängnis befreien. Der erste Schnitt durch weiche Haut dringt nicht bis zu mir durch, ich treibe die Schneide tiefer - will einen Schwall des Blutes über meine Qual gießen. Dies Messer ist mein engster Vertrauter, der Freund der das Leid meiner Seele sichtbar werden lässt und es aus ihr heraus treibt, wie einen Dämon. Endlich dringe ich in mich ein, werde ruhig. So öffne ich Dir mein Herz.

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 06. Dezember 2001 editiert.]

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 10. Dezember 2001 editiert.]

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 10. Dezember 2001 editiert.]

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 19. Dezember 2001 editiert.]

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hier spüre ich Ernst und Sympathetie. Das, liebe Kyra, fehlt Deinem Schreiben zuweilen; darob sei es hier vollends auszuleben.

    Genaueres zu Deinen Versuchen - danke für beide Bereitstellungen - morgen, wenn ich wieder arbeitsfähig bin. Momentan ist mir nur nach Rülpsen.

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hier spüre ich Ernst und Sympathetie.


    darum finde ich die Texte die Du gewählt hast auch eher peinlich. Aber da muss ich durch.
    Auch diesen Stall Text, den ich völlig vergessen hatte.....
    Du bist schon ein guter Leser und Versteher...

    jetzt wende ich mich aber der Familie Mann zu, auf Arte. T. Mann hat in München um die Ecke gewohnt, wo ich aufgewachsen bin. Poschingerstr Ecke Pinzenauer, keine 200m von der Isar. Genau da wo wir immer gespielt haben. Damals muss das ein Neubaugebiet gewesen sein (So in "Ein Idyll" oder heißt es "Herr und Hund"? beschrieben).

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 05. Dezember 2001 editiert.]

  12. #12
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hier spüre ich Ernst und Sympathetie.


    darum finde ich die Texte die Du gewählt hast auch eher peinlich. Aber da muss ich durch.
    Auch diesen Stall Text, den ich völlig vergessen hatte.....
    Du bist schon ein guter Leser und Versteher...

    jetzt wende ich mich aber der Familie Mann zu, auf Arte. T. Mann hat in München um die Ecke gewohnt, wo ich aufgewachsen bin. Poschingerstr Ecke Pinzenauer, keine 200m von der Isar. Genau da wo wir immer gespielt haben. Damals muss das ein Neubaugebiet gewesen sein (So in "Ein Idyll" oder heißt es "Herr und Hund"? beschrieben).

    später...

    Diese Mann Geschichte ist zwar nicht gut umgesetzt, die Figuren Abziehbilder, die Einstellungen langweilig.
    (Film ist so ziehmlich das einzige wo ich mich recht gut auskannte...bin aber schon lange nicht mehr auf dem aktuellen Stand, aber was mittelmäßig ist, erkenne ich noch. Als Film viel zu süßlich, aber ich sehe es trotzdem gerne, wenn alle so gepflegt "unmoralisch" sind... und trotzdem respektvoll mit den Alten umgehen ....

    PS. Robert, manchmal habe ich den scheußlichen Verdacht, daß Du sensibel bist.
    Was für eine Erschreckende Vorstellung!


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 05. Dezember 2001 editiert.]

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Ja, Kyra, daraus machen wir eine hübsche Sache.

    Lockung durchs Lachen - guter Einstieg; in der Lockung liegt die Verlockung; ein Weibchen
    Das Hautstülpen bringt eine Erweiterung und eine Verengung/Verdichtung gleichermaßen; Erweiterung, weil der vergängliche Lockton/Gestus durch eine dauerhaftere Subsistenz wächst - letztlich ist Stülpung die logische Fortführung des Lockens und verengt ist die chose durch die Konkretation: Haut ist schon deutlich subjektiver als Lockung bzw. Lockmittel, die vage und jedenfalls nicht unbedingt subjektiv sein müssen.
    Der Anfang des dritten Satzes ist schwach; da kannst Du Dich auch nicht mit Retardation rausreden. Du mußt jetzt die Verdichtung einem Höhepunkt (wenn ich mir die Quantität des Gesamttextes anschaue) zuführen. Was geschieht beim Stülpen bzw. soll beim Stülpen geschehen? Was macht das Ich, was das Du? Chance unbedingt streichen.
    Wenn Du diese Achse richtig ansetzt, wird es ein guter Text.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    .....da kannst Du Dich auch nicht mit Retardation rausreden.
    würde ich auch nicht...was ist das?
    Ich schaue nach.

    ...ok. Verzögerung, verlangsamung eines Ablaufes, einer Entwicklung. Entwicklungsverzögerung. ich verstehe.

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 07. Dezember 2001 editiert.]

  15. #15
    kurzvormabschussiger
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    der erste satz gefällt, macht neugierig, der widerspruch. auch der zweite kann wohl stehen bleiben. dann wird's aber schlimm:

    lieben hassen fremde blut schönheit schmerz geburt sehnsucht

    das ist mit dem vorschlaghammer, und schlecht, da wird nicht mehr versucht, den text über den leser zu stülpen. da wird der leser mit der texthaut geschlagen, weil kein fleisch drunter ist.
    schade, hatte grossen gefallen an den ersten zeilen.

    gruss kurznachmabschussiger

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Ja, Kyra, laß die Achse stehen, dann sehen wir weiter! Und mach jetzt nicht schlapp! Bring zehn Vorschläge, denk sie aus, verschiedentlich.

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hallo Kyra,

    Beim ersten Test würde ich "Geburt" streichen. Der Schmerz der Geburt ist anders, als wenn du mit einem Messer in die Haut dringst. Vielleicht hast du ja Gedanken an eine Geburt gehabt. Aber das ist in jenem Moment unpassend. Vielleicht sind es ja eher Gefühle, einen Schmerz stillen zu wollen. Sich Schmerzen zufügen und dann damit die eigenen Schmerzen wieder stillen wollen. Ein Kreislauf. Aus dem es kein Entkommen gibt. Ich kann das nachvollziehen.

    Bo

  18. #18
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Es gibt kein Entkommen, NIEMALS...ohgottogottogott

    Wo die Mädels nur immer ihr Tiefschürfen hernehmen?

    Traurig vor soviel Antisex, Bestimmung der Frau, ein vielgeliebter Hannemann

  19. #19
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Danke Euch allen!
    Ich mache weitere Versuche und stelle sie dann vor.
    Das mit der geburt war eigentlich passiv gemeint, aber darum habe ich es auch in Klammern gesetzt, also als geboren weden, ich denke so richtig doll ist das für das Baby auch nicht. Es war als Schmerz des geboren werdens gemeint.
    Aber ist ja auch egal, zuviel Schmerz, Schönheit, Blut usw. Ich werde reduzieren.

    Kyra

  20. #20
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Es steht nebeneinander. Diese Kakophonie des Spritzens. Sind Blut und Haß Füllmittel des Schönen? Dringt das Schöne ins Tiefere? Selten. Nicht beim Malen, nicht beim Anschauen. Kennst Du einen Maler, der das Darunterliegende thematisierte? Wenn ja, stell ein Bild vor. Würd' mich interessieren.

    Das ist es, was Du versuchst. Was mir gefällt. Was Dir aber nicht gelingen wird. Was mir auch gefällt.
    Versuch es nur. Quäl Dich!

  21. #21
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hallo Robert,

    Kennst Du einen Maler, der das Darunterliegende thematisierte? Wenn ja, stell ein Bild vor.
    Du bist der erste Wortmensch der mir begegnet, der das Wesen der bildenden Kunst begreift. Komischerweise sind Wortmenschen was Kunst angeht, meist sehr konservativ, wollen "hübsche Bilder".

    .......... Was Dir aber nicht gelingen wird. Was mir auch gef?llt.
    Versuch es nur. Qu?l Dich!
    das mache ich ja!!
    Du solltest das als neue Therapieform anbieten. Es liegt bei mir so lange zurück, aber ich schwöre Dir, diese Art des darüber Schreibens wäre damals sehr hilfreich gewesen. Die Schilderung der Seele einer Tat (Handlung), verhindert die Ausführung. Darum wird dem Denkmenschen wohl oft vorgeworfen, er sei zu passiv.
    Nur eine Morgentheorie.

    Kyra

  22. #22
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Deine (längeren) düsteren Texte vom Rande der Gesellschaft sind allemal besser, als diese Fragmente. Insofern stimme ich Robert zu - es gelingt Dir (noch?) nicht.

    Dennoch - Du bist ein Juwel unter den Protagonisten hier - ein ungeschliffenes ...

  23. #23
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Hallo K.C.

    Du schreibst:

    ....Deine (längeren) düsteren Texte vom Rande der Gesellschaft sind allemal besser, als diese Fragmente. Insofern stimme ich Robert zu - es gelingt Dir (noch?) nicht.
    an k?rzeren Texten (fragmenten) lässt sich aber leichter üben, es ist halt der Versuch in die Tiefe zu kommen. Ich sehe diese Texte als reine übung. Quälend allemal - da weiß Robert schon, wie er mich drangsalieren kann. Es sind Tauchversuche. Wenn es mir hier ein wenig gelingt Tiefe zu gewinnen, werde ich es bei den längeren Texten können, ohne es zu merken/wollen. Ich sehe es als Training, es schärft mein Denken/Schreiben immer an dem gleichen Brocken herumbeissen zu müssen, obwohl ich ihn viel lieber ausspucken würde !!!!!!
    Eigentlich will ich lieber immer etwas Neues anfangen, nichts nacharbeiten, und, vor allem, mich gedanklich nicht zu tief begeben. Ich glänze lieber in einigen gelungenen Formulierungen, das ist zwar nicht schlecht, aber weit entfernt von gut. Da ich mal Sport gemacht habe, weiß ich, dass man nur durch solche übungen besser wird. Sie machen keinen Spass, aber hinterher kann man plötzlich einen langen Lauf, einen schönen Sprung bewältigen, der vorher undenkbar war. Und es sieht mühelos aus...

    Viele Grüße

    Kyra

  24. #24
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Ritzen (2. Versuch)

    Liebe Kyra,

    da magst Du durchaus recht haben - Übung macht den Meister.

    Allerdings kann man sich auf diese Weise auch verzetteln. Oftmals ist der erste Versuch im Grunde auch der Beste, weil er aus dem Bauch heraus kommt. Manchmal ändert und "verbessert" an seinen Texten ewiglich herum - und am Ende sind es nur noch schön geschliffene aber sinnentleerte Sätze. Oder man ist schließlich doch wieder dort, wo man angefangen hat.
    Aber wie gesagt - Textarbeit kann nicht schaden, wenn man es nicht bis zum Excess treibt.

    Auch viele Grüße,

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