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Thema: China

  1. #26
    pjesma
    Status: ungeklärt

    AW: China

    ich habe gut geschlafen also berechtigt es mich mein senf abzugeben. ich habe versucht mich zu versetzen, und ich kanns, ich bin die fremde in der fremde...und dann hab ich in dem abschnitt:

    "Ich bin also kein Chinese? Deswegen darf ein Chinese ohne jeden Hauch von Skrupel mir gegenueber die Sau rauslassen? Fuer dafuer muesse ich Verstaendnis aufbringen? Chinesen waeren nicht unmoralisch, wenn sie ihre Intrigen spinnen, luegen und stehlen? Sie haetten nur eine etwas andere Moral? Und ich wuerde nicht unter das Artenschutzgesetz fallen......."

    versucht das wort chinese mit dem wort deutsche auszutauschen, und mich gefragt unter welchem umständen ich als fremde das geglaubt und so gedacht hätte. da mußte ich sehr wütend sein. oder naiv genug um mich für ein deut besser zu halten. und das wäre dann schon aroganz. und die aroganz hätte ich nicht in großer welt spazieren geführt, weil ich nicht bezwecken möchte dass die leute mich belügen, bestehlen und als fremdkörper behandeln.
    aber du bist ja nur wütend, gell?

    grüße

  2. #27
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China

    pjesma,


    Da hast Du wahrlich wahr. Ich bin wuetend, verletzt und vermutlich nicht ganz fair. Kann man sich unfairen Leuten gegenueber fair verhalten? Kann man sich so weit selbst verleugnen? Ist solches ueberhaupt erstrebenswert?


    Es ist ja kein Einzelvorfall, wenn auch der am meisten schmerzende. An jeder Ecke werde ich hier mit einer Unzivilisiertheit konfrontiert, die auf die Dauer mein Bild vom Menschen zerstoeren koennte. Naiv? Gott sei Dank habe ich mir eine gewisse Naivitaet bis heute retten koennen. Klar bin ich auch naiv.


    Nirgendwo auf der Welt bin ich solchen Barbaren begegnet...kls...

  3. #28
    kls
    Status: ungeklärt

    Post AW: China

    Mister, sie wollen etwas ueber mein Leben erfahren? Ich soll ihnen von meinem Alltag erzaehlen, von meiner Kindheit, meiner Zukunft? Ach, Mister, sie zahlen und ich mache alles mit. Ob ich nun rede oder ob ich mit ihnen ficke, der Preis ist immer der selbe. 100,00 RMB die Stunde.


    Ihr Europaeer seid schon seltsame Menschen. Ihr seid irgendwie wie Kinder. Ihr wollt Sex, in allen Variationen, aber ihr wollt auch was fuers Herz, - Liebe oder wenigstens Gefuehle, vielleicht Familienersatz. Da sind die chinesischen Maenner einfacher. Die reden nicht so viel. Die wollen nur ficken und meistens dauert das bloss 5 Minuten. Da kann ich manchmal 1.000,00 ? 1.500,00 RMB in einer Nacht machen. Das ist das 3 ? fache von dem, was hier eine Fabrikarbeiterin in einem Monat verdienen kann.


    Ich lebe mit meinem Freund zusammen, wir wollen in 5 Jahren heiraten. Nein, er ist ein moderner Mann, er ist nicht eifersuechtig. Und er schlaegt mich auch nicht, wenn ich mal kein Geld mit nach Hause bringe. Oder hoechstens ein wenig im Zorn, doch das ist schnell vergessen, denn wir lieben uns.


    Ich komme aus Jinzou in der Provinz Liaoning. Ich war als Kind immer die Klassenbeste. Englisch habe ich allerdings erst hier in Schanghai gelernt. Ganz nebenbei, einfach so, von meinen Kunden. Das unterscheidet Euch zusaetzlich von den chinesischen Maennern. Niemals wuerden die sich mit mir in der Oeffentlichkeit zeigen, aber ihr Europaeer ladet einen zum Essen ein und einmal bin ich sogar mit einem netten Englaender nach Bejing geflogen. Uebers Wochenende. Wir haben im teuersten Hotel gewohnt, es hiess, glaube ich Mercure Hotel, ich sage ihnen, das war einfach wunderbar. Wir haben den Kaiserpalast gesehen und die grosse Mauer. Wir sind gemeinsam ueber den Tian'anmen-Platz geschlendert und waren zusammen im alten Sommerpalast.


    Nein, Mister, werden sie jetzt nicht nervoes. Das Klopfen an ihrer Tuere stammt von meiner Freundin. Sie will sich nur vergewissern, dass mit mir alles in Ordnung ist, denn manche Touristen haben recht abartige Gelueste und manchmal wuenschen sie auch es mit zwei Frauen gleichzeitig zu treiben. Mit der Security haben wir natuerlich eine Absprache. Die lassen uns in Ruhe, wenn wir puenktlich bezahlen.


    Prostitution ist zwar offiziell verboten, aber da die Maedchen fast alle ihre Familien im Hinterland unterstuetzen, wird es stillschweigend geduldet. Falls ihnen allerdings jemand das Leben wirklich schwer machen will, kann er mit Hilfe der Polizei hier eindringen. Das kostet sie dann 2.000,00 $ und sie koennen sicher sein, dass ihr Bild in der Zeitung erscheint.


    Ihr Auslaender wollt immer ohne Gummi. Es scheint euch egal zu sein, ob und was ihr euch holt. Viele meiner Freundinnen sterben fruehzeitig an Aids, aber dann heisst es offiziell immer Herzversagen oder Blutvergiftung.


    Jeden Monat unterstuetze ich meine Familie mit 2.000,00 RMB, denn das ist man seiner Familie einfach schuldig. Ohne Familie ist man ein Nichts. Dafuer tut meine Mutter so, als ob sie nicht wuesste, wieso ich so viel Geld abgeben kann. Den Rest verwaltet mein Freund. Er kann sich ein neues Auto leisten und ist immer sehr schick angezogen. Ich bin stolz auf ihn, denn er kennt sich an der Boerse aus und wird von Bankdirektoren empfangen. Geld muss arbeiten, das habe ich gelernt, denn es verliert staendig an Wert. In meiner Kindheit hat ein Kilo Aepfel 0,20 RMB gekostet, heute bezahle ich dafuer 3,00 RMB. Es waere doch schade, wenn ich all das muehsam erarbeitete Geld wieder durch diese Inflation verlieren wuerde.


    Nun Mister, ich sehe, dass sie endlich erregt sind. Warum die Touristen immer erst stundenlang reden muessen weiss ich nicht genau, aber sie koennen jetzt alles mit mir machen, was ihnen einfaellt, denn das ist mein Job.

  4. #29
    Anna
    Status: ungeklärt

    Post AW: China

    Hallo kls,


    dass hier eine Hure aus einer kleinen chinesischen Provinz, die nur durch ihre Freier Englisch (Sprachbrocken, nehme ich an) gelernt hat, in einer so gehobenen, fast schon gebildeten Sprache zu mir spricht, will mir überhaupt nicht passen. Das entspräche eher einer Edelnutte mit abgebrochenem Studium o.ä.


    Auch erzählt mir der Text überhaupt nichts Neues, enthält aber dafür alle gängigen Klischees.
    Nein, diese Geschichte spricht mich nicht an.


    LG, Anna

  5. #30
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China

    Chinesen

    Was wisst ihr denn schon über die Chinesen. Die schrecklich unangenehm ernüchternde Wahrheit lautet doch: Kaum! Und der Rest noch weniger. Aber mir, quasi als ewig strebend bemühter Geist und auch wie ein, im Ingenium der Aufklärung beheimateter eifriger Zelot des hehren, edlen Lichtes der heiligen, erhabenen Fackel einer ewigen, unzerstörbaren Wahrheit, uff, ist es an der Zeit eine erklärende, instruktive Aufhellung zu beurkunden, wie sie anderswo nie geschrieben würde. Jedenfalls nicht mit so vielen Adjektiven...

    Der allgemeine Chinese lebt weggemauert als gewaltiges Plural weit hinter den Kuffnucken auf der anderen Seite in einem Land voll fleißiger Ameisen. Deswegen auch: "Reich der Mitte", - nicht etwa "Reich am Rande", womit wir schon bei der deduktiven Logik der Asiaten wären, im Gegensatz zur induktiven Denke der Westler. Vielleicht aber ist es auch umgekehrt. Chinesen sind von hier aus über eine Strasse aus Seide erreichbar. Sie sehen oft gleich aus. Mindestens aber sehr ähnlich. So jemanden nennt man Gegenfüßler, oder, falls man ein kluges Kerlchen ist, Antipode. Sie haben das Frauengemach zeitgleich mit der Bass-zu-Falset-Operation erfunden, dann aber fix ihre Hauptstatt verboten. Das könnte man hier auch mal einführen. Ob schlauerweise oder nur als weiteren Beweis der unergründlichen fernöstlichen Konfuzion mag Berufener entscheiden. Andere Städte haben statt dessen einen Nebenjob als Synonym, z.B. Shanghai für Menschenklau und Peking für Oper, wahlweise Ente, Kanton als mehrstimmiger Gesang. Der generelle Chinese per se muss ständig eine Pagode auf dem Kopf mit sich führen und die Augen zukneifen - er blinzelt sogar bei absoluter Dunkelheit, bloß sieht das dann keiner. So was würde jeden, auch von uns, auf Dauer gelb machen.

    Die Chinesen haben die Essgabel erfunden und anschließend wieder untersagt. Zu viele Zinken für zu viele Chinesen. Das hätte sich nicht rechnen lassen und wäre schief gegangen. Bei dieser Gelegenheit entwickelten sie logischer Weise die Politik und kamen deswegen fast 3.000 Jahre lang nicht mehr aus ihrer Gegend weg. Ihre Fauna besteht aus Pandabären und wird von der deutschen Steif-Knopf-im-Ohr-Fabrik gefertigt. Ihre Flora (Tee, Reis, Bambussprossen) stammt aus dem Reformhaus. Ihr Horoskop ist das Original, unseres hingegen ist nur eine Raubkopie, von Marco Polo flüchtig modifiziert um kostenintensive Urheberrechte auszuhebeln. Chinesen kleiden harmlose Raupen in kostbare Seide ein und lassen sie dann gegen Schatten boxen. Diese Raupen wiederum ernähren sich von Maulschellen, - sehr geheimnisvoll und total chinesisch. Gartenzwerge bestehen aus Terrakotta, sind lebensgroß, lächeln geheimnisvoll (was sonst) und tragen Uniform. Man sieht sie allerdings selten, weil sie direkt nach der Fertigung vergraben werden...

    Chinesen kommen bei Opium schwer in Wallung und führen auch Kriege wegen diesem Zeugs (Um keines zu kaufen, nicht etwa umgekehrt. - alles enorm orientalisch - schleierhaft) Des Weiteren binden sie ihren Frauen die Füße fest, damit ihnen diese nicht davon laufen können. Die Frauen auch nicht. Früher haben sie als Zeichen der Individualität (Gleicher unter Gleichen) Zöpfe getragen, heute verkaufen sie ihre Haare an die Lebensmittelindustrie. Die stellt daraus Erdbeergeschmack her und diesen importieren die Chinesen dann wieder-um um ihren Joghurt aufzupeppen.

    Chinesen knausern nicht mit Musiknoten und müssen eigenartige Tonleitern mit komischen Instrumenten wimmernd erklimmen, kein Westler würde dem nacheifern wollen. Die hohen Töne schaffen sie auch nur mit freundlicher Unterstützung von hausgemachtem Schießpulver.

    Chinesen mögen keinen Käse, - aber Vogelnester. Chinesen werden immer mehr. Mauerschwalben eher weniger. Die Natur allerdings beisst zurück und lässt sich ständig neue Mutationen von total unsympathischen Hühnerviren einfallen.

    Sie benennen eine kleine Insel nach einem Riesenaffen, den es in Wirklichkeit gar nicht gab, und dann schreiben sie es auch noch falsch. Überhaupt schreiben sie fast alles falsch. Nicht nur dass ihnen kein ordentliches Alphabet abgeht, - den Buchstaben - zum Beispiel würde man vergeblich suchen -, nein, häufig drehen sie den Textfluss auch noch in die Vertikale. Vielleicht weil sie selber fast auf dem Kopf stehen, da unten muss sich das bestimmt ganz schrecklich anfühlen. Vielleicht laufen ihre Ärzte deswegen auch barfuss rum...

    Es würde mich kein bisschen wundern, wenn die Wiege der Menschheit tatsächlich in China gestanden hat, genau so wie es neuere Untersuchungen vermuten lassen. Es würde mich auch kein bisschen wundern, wenn sie da immer noch steht. Bei den vielen Chinesen dort. In China sind Chinesen nämlich so häufig anzutreffen wie ... nun ... wie Chinesen in China. Und zusammengenommen wiegen die dann bestimmt eine ganze Menge. Logisch, dass sich dann die Wiege in der Nähe der zu wiegenden Menschenmassen befinden muss. Ist sowieso nur ein mystisches Substitut. Bei mir zu Hause erledigt das Wiegen die Evolution.

    Per kaiserlichen Dekret herrscht für Drachen Leinenzwang. Flügel schlagende Schmetterlinge verursachen Taifune. Die Katzen heißen alle Mao und werden zusammen mit Seetang serviert. Mandarinate werden in Weißblech gedost und so könnte ich seitenlang die Gnosis des Landes der aufgehenden Sonne in Worte kleiden, es bliebe noch genug zu Staunen übrig.

  6. #31
    Kurzvormabschussiger
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    AW: China

    Im Mai hatte sich das ISO in den Kopf gesetzt in Hong Kong ein Kreditwesen einzuf?hren.

    Zur Erklärung: Der Kommunismus fordert eine Vorkassengesellschaft, d.h. Dienstleistungen und Waren werden sofort oder kurz nach der Übergabe bezahlt In Hong Kong wird das an den Gaststätten deutlich:

    1) Essen am Schalter bestellen und sofort bezahlen

    2) Der Kunde bekommt ein Schildchen mit einer Nummer und wartet auf sein Essen.

    3) Das Essen wird gebracht


    Ebenso läuft es in Hotels unter Verwaltung von Hong Kong: Das Zimmer wird im voraus bezahlt.
    Auch Krankenhäuser verlangen Vorkasse. Geldautomaten unterstützen nur das Debit-System, d.h. abgehobenes Geld wird gleichzeitig sofort vom Konto abgebucht.
    Im Kapitalismus hingegen werden Umsätze kreditiert. Sprich: Erst nach dem Essen wird üblicherweise bezahlt.

    Bei der Bezahlung wird häufig die Kreditkarte benutzt, so daß ein Institut (VISA, AMEX, Mastercard) auf Umsätze, die im Verfügungsrahmen liegen, einen zinslosen Kredit bis zum Monatsende gestattet.

    Laut der Weltbank hängt die Einordung in Entwicklungsklassen von der Anzahl möglicher kreditierbarer Umsätze eines Landes ab. In den USA können 98 % aller Umsätze kreditiert werden, in Deutschland sind es knapp 65 %, während China ein Schlußlicht mit 1,3 % darstellt. Jeder Wert unter 30 % bedeutet laut Weltbank, daß es sich um ein Entwicklungsland handelt.

    Hong Kong soll im Aufschwung sein, also muß eine Kreditgesellschaft erschaffen werden. Jeder Händler soll in 10 Jahren in der Lage sein, Kreditkarten zu akzeptieren. Dafür sind allerdings ein paar Dinge notwendig:


    1) Es muß ein dichtes Netz von Kreditkartenunternehmern geschaffen werden. (Ist bereits geschehen.)

    2) Clearing-Stellen müssen eröffnet werden.

    Das Clearing ist ein Vorgang, bei dem ein PC entscheidet, ob es Umsatz gebucht werden kann oder nicht. Der Kunde geht zum Händler, der Händler führt eine Kreditkartenzahlung durch. In diesem Moment entscheidet eine Clearing-Stelle, ob der Umsatz akzeptiert wird.

    3) Die Clearing-Stellen müssen abgesichert werden. (Das ist sehr schwer, denn in Hong Kong ist nichts wirklich sicher. Die Netzwerke sind alt und jeder der in der Lage ist zapft die Leitungen an.)

    4) Ein ähnliche Organisation wie die SCHUFA muß gegründet werden, um die "Schwarzen Schafe" herauszufiltern.


    In Hong Kong ist es kaum möglich von A nach B unkompliziert zu kommen, die Busse ändern ihre Nummer, Taxen fahren nur in ihren Bereichen. Die Armutsviertel überwiegen. Ich habe vorher noch nie einen so großen Gegensatz zwischen arm und reich gesehen. Das Klima ist erdrückend.

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: China

    feng-shui ist schon ok. zum größten teil ist da durchaus vernünftiges volkswissen drinnen. sitzordnungen und so. schreibtisch immer so einrichten, dass man mit dem gesicht zu tür schaut, schlafbett nicht mit dem fußende zur eingangstür etc.


    in hong kong (übrigens "duftender hafen" - dort duftet heute nur mehr die wc-ente) haben wird mit feng shui kohle gemacht. der marktwert von büros und wohnungen bestimmt. da täte aufklärung not!


    zum beispiel musste ein bürogebäude, das vom aussehen einer zigarette ähnelte, mit einem riesigen wasserbehältnis auf der dachfläche nachgerüstet werden - um die balance zwischen feuer und wasser herzustellen. nicht als swimming-pool benutzbar, reiner feng-shui schmafu. riesiges beraterhonorar.


    widerlich.


    empfehlenswert: die schnecken auf dem nachtmarkt. nicht empfehlenswert: krawatten auf dem nachtmarkt zu kaufen: einfach zu kurz!






    http://static.twoday.net/schlesinger.../hongkong2.jpg


    diesen ausblick hat man, wenn man auf der damentoilette der bar des peninsula pinkeln geht: hongkong,victoria-island. m?nner (wenn sie auf der herrentoilette sind) pinkeln richtung kowloon.

  8. #33
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    AW: China

    feng shui arbeitet mit kleinen symbolischen einheiten. eine welle, außen gut sichtbar an der hochhauszigarette angebracht, dürfte genügen. überdies kommt es entscheidend auf die symbolik der vier umgebenden landschaften an, roter vogel, grüner drache etc.


    zu kurze krawatten sind widerlich, jedenfalls nicht elegant. die spitze muß auf der gürtelschnalle ruhen.

  9. #34
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    Post China

    Der Osten Asiens, wo ein Viertel der Menschheit lebt, hat eine lange Geschichte hinter sich. Historische Bedeutung, die über das engere Lebensumfeld hinausgeht, hat immer etwas mit politischen Konzepten zu tun, mit dem Kampf der Vertreter derselben. So gibt es Weltgegenden, in denen besonders intensive Auseinandersetzungen stattfanden, andere wiederum leben im Kreislauf einer selbstgenügsamen Lebensweise, die sich kaum entwickelt und nur von außen gestört werden kann. Diese Störung allerdings folgt – früher oder später. Historisch bedeutungsvoll sind die Gegenden, in denen heftige Auseinandersetzungen und damit Umwälzungen vor sich gehen. Wichtig für die historische Bedeutsamkeit ist, ob die Umwälzung nachhaltig, einer Idee oder gar einem Konzept folgte oder sich letztlich lediglich die Macht des Stärkeren durchsetzte, der die Strukturen beließ und sich an die Spitze stellte. Neben einer quasi uninteressanten Abfolgelistung herrschender Geschlechter steht die allgemeine historische Entwicklung, die sich unabhängig vom Willen einzelner Persönlichkeiten vollzieht. Der Gang der Geschichte. Manche sehen den Gang der Weltgeschichte in einem ständigen Kampf zwischen Abend- und Morgenland.

    Kong-Qiu aus der Provinz Shangdong, 551 v.Chr. geboren und ca. 479 v.Chr. gestorben, lehrte folgendes:
    „I, 3: Glatte Worte und heuchlerische Miene – da ist es mit einem guten Charakter meist nicht weit her.
    I, 8: Sei immer treu, zuverlässig und aufrichtig. Hab keine Freunde, die deiner nicht würdig sind. Wenn du Fehler gemacht hast, dann scheue dich nicht, sie zu korrigieren.
    I, 11: Zu Lebzeiten deines Vaters folge seinem Willen; nach seinem Tode orientiere dich an seinen Taten. Wenn du lange Zeit nicht vom Weg des Vaters abweichst, kann man sagen, daß du dich ehrfürchtig und pietätvoll verhältst.
    II, 4: Als ich fünfzehn war, war mein ganzer Wille aufs Lernen ausgerichtet. Mit dreißig Jahren stand ich fest. Mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr. Mit fünfzig kannte ich den Willen des Himmels. Als ich sechzig war, hatte ich ein feines Gehör, um das Gute und das Böse, das Wahre und das Falsche herauszuhören. Mit siebzig konnte ich den Wünschen meines Herzens folgen, ohne das Maß zu überschreiten.
    II, 7: Was man heute im allgemeinen unter Erfüllung der Pflichten gegenüber den Eltern versteht, ist die Sorge um deren Unterhalt. Doch die Menschen füttern auch ihre Hunde und Pferde. Wenn man gegenüber den Eltern keine Ehrfurcht hat – welcher Unterschied besteht dann zwischen der Sorge um den Unterhalt der Eltern und der Aufzucht von Hunden und Pferden?
    II, 14: Der Edle verhält sich zu allen gleich, der Gemeine hingegen liebt Kumpanei und Cliquenwirtschaft.
    IV, 11: Dem Edlen geht es um innere Werte, der Gemeine hingegen ist auf Materielles auS. Der Edle denkt an die richtigen Vorbilder, der Gemeine strebt nach Gunst.
    IV, 12: Wer immer den eigenen Vorteil sucht, bekommt Ärger.
    XV, 28: Wo die Menge haßt, prüfe, warum sie haßt. Wo die Menge liebt, prüfe, warum sie liebt.“ (Konfuzius: Gespräche. Leipzig 1988.)

    Der Anfang der chinesischen Zivilisation ist, wie andern Orts auch, mit Neuerungen verbunden, die entweder aus dem Geist des Volkes selbst entstanden oder von außen in dieses Volk getragen worden sind, das aber, wach genug, den Vorteil der Neuerung zu erkennen, diesen auf eigene Bedürfnisse adaptiert. Die Verwendung des Pferdewagens um 1700 v.Chr., die Verwendung von Bronze zum Gießen von Werkzeugen und der Gebrauch der Schrift sind dies für China. Alle drein wurden aus dem Westen importiert, aus Sumer die Struktur der Schrift (das Nebeneinander von Laut- und Bildzeichen), aus der eurasischen Steppe der Gebrauch des Pferds resp. Pferdewagens und auch die Herstellungstechnik von Waffen und Werkzeugen. Das plötzliche Auftreten bezeugt den Import, andernfalls gäbe es Übergangsstufen.
    Gegen die Annahme des eben genannten fundamentalen Eingriffs steht die Tatsache chinesischen Desinteresses an außerchinesischen Vorgängen. Die Europäer ihrerseits orientierten sich, die Ausnahme Marco Polo bestätigt dies noch, erst ab dem späten 19. Jahrhundert nach Osten, beuteten es aber nicht in der Form aus, wie sie es mit dem Rest der Welt taten, was wohl schlichtweg am chinesischen Naturell gelegen haben mochte, diesem wenig transformativen, restriktiv-sturen Naturell, das nichts Fremdes aufnimmt, das sich nicht mit eigenen Vorstellungen vom Leben assimilieren läßt – und davon gibt es nicht viel, wie die Entwicklung bis in unsere Zeit veranschaulicht.
    Weltgeschichte ist Tragödie, zuweilen auch in der Form der Komödie. Selten gewinnen die Guten, d.s. diejenigen, die eine Idee zur Besserung des gesamten Menschengeschlechts besitzen. Meist gewinnt der Stärkere, der das ist, weil er die meisten oder wichtigsten Menschen hinter sich scharen kann, die ihm folgen, weil es ihnen mehr einbringt als der Kampf für die andere Seite. Das muß ein objektives Gesetz der Geschichte sein, Eigennutz, der mit der Idee des absoluten Geistes korreliert, daß es also gegen das Machtimponiere eine Gegenbewegung im Menschen gibt, die ihn trotz Leid und Tod immer wieder aufstehen und Gerechtigkeitsphantasien in die Weltgeschichte bringen läßt, Rebellen.

    Über die Unmöglichkeit, China christlich zu missionieren: „Während die Christen an einen transzendenten [wenn der Mensch seinen Erfahrungshorizont verläßt und trotzdem einer Sache gewiß ist] Gott glaub(t)en, mach(t)en die Chinesen keinen wesensmäßigen Unterschied zwischen dem Herrscher in der Höhe, dem Himmel, der Erde und den 'zehntausend Geschöpfen'; die einen beton(t)en die Gespaltenheit, die anderen die Einheit der Welt. Während der christliche Gott persönlich ist, bewußt und einmalig, ein allmächtiger Schöpfergott, ist der chinesische Gott eine anonyme Ordnungsmacht, die die Schöpfung beseelt, eine Form von Energie, chi, die sich von den beiden Urenergien, ying und yang ableitet. Während der christliche Gott sich über den Bergen und Wolken offenbart und dem Menschen in leiblicher Gestalt erscheint, 'spricht der chinesische Himmel nicht', wie Konfuzius sagt, und ist nur in indirekter Form erfahrbar. Scharfsinnig und mit unerbittlicher Logik begründeten die Buddhisten [vorherrschende Glaubensrichtung in China] ihre Kritik am Glauben der [christlichen] Missionare. Gott, sagten sie, ist ohne Anfang, ohne Persönlichkeit, ohne Eigenschaften, ohne Leidenschaften und ohne Ende. Im Gegensatz dazu besitzt der christliche Gott eine Persönlichkeit, bestimmte Eigenschaften (Allmacht, Allwissenheit, Erbarmen) [und Liebe!], Leidenschaften, also kann er nicht der Absolute sein.“ (Citati, S. 203/204.)
    Nun, aus China ist uns derlei Ideengut nicht bekannt geworden, was daran liegen mag, daß sich chinesische Philosophie in erster Linie mit Fragen des Alltags oder dem Problem der Eignung für den Dienst bei einem Herrn (die sogenannte legalistische Schule) befaßte und metaphysische Fragen bestenfalls zweitrangig behandelte; es fehlte der chinesischen Wissenschaft also an Schwunghöhe, um Leistungen zu erbringen, die über den Tag hinaus Gültigkeit besäßen, anders gesagt, die Weltbedeutung über den eigenen, engen Lebenskreis hinaus hätten entwickeln können. Die letzte Geistesgröße von Weltbedeutung war Konfuzius aus dem 6. Jahrhundert v.Chr., dessen Lehre eher konservativ, werterhaltend und staatstragend genannt werden muß, aber keine die Wahrnehmung des einzelnen in seinem ersten Wirkverbund, der Familie, übertreffende Staatsidee in sich trug. [1] Das muß die Chinesen über die Jahrtausende nicht interessiert haben. Und so ist ihre Geschichte eine einzige Abfolge wiederkehrender Dynastiekämpfe, die China in Teilen oder im Ganzen beherrschen, mal mehr, mal weniger brutal im Umgang mit ihren Untertanen. Herrscher führten das riesige Imperium, brachten aber letztlich nichts hervor, was weltgeschichtlich bedeutsam gewesen wäre. Technisches (Kampfstile, Akupunktur, Heilkunde) und Zivilisatorisches (Teezeremonie, Küche, Feuerwerk, Zirkus) findet sich in China die Fülle, aber nichts nachhaltig Bedeutsames für die Kulturgeschichte der Menschheit, andernfalls läsen wir heute Werke von chinesischen Philosophen oder Schriftstellern, hörten chinesische Musik oder sprächen über politische Konzepte chinesischer Philosophen oder Politiker – für die Malerei, Architektur und Plastik gilt das ganz genauso, denn so schön chinesische Bilder auch sein können, sie bleiben auf einer Abstraktionsstufe und besitzen einen Stil über Jahrhunderte hinweg; so hübsch Pagoden (mehrstöckige Türme mit umläufigen Simsen) anzusehen sind, ihre Wolkenkratzer und Villen bauen die Chinesen nach anderen, europäisch-amerikanischen Kriterien, und so aufregend die Terrakotta-Armee oder ihre Monstermonumente auch sind, eine Venus von Milo haben sie nicht hervorgebracht.

    „Der chinesische Mythos nennt als ersten Herrscher Panku, den Weltenschöpfer. Ihm folgten dreizehn Brüder, von denen jeder 8000 Jahre regierte; sodann neun 'Kaiser der Menschheit', die 45000 Jahre das Weltenzepter schwangen. Der erste Kaiser der heiligen Geschichtsbücher des 'Reiches der Mitte' heißt Fuhi und soll 2953-2838 v.Chr. regiert haben; ihm wurden große Kulturerfindungen zugeschrieben, wie Viehzucht, Fischfang und Zitherspiel. Sein Nachfolger Schennung (angeblich 2838-2698 v.Chr.) führte den Ackerbau ein – man beachte die zeitliche Reihenfolge: Viehzucht, Hirten, Fischer, seßhafte Bauern. Der dritte Sagenkaiser heißt Huang-di (angeblich 2686-2598 v.Chr.). Huang-di erfand den Wagen, die Webkunst und den Bootsbau. Seine Gemahlin, die Kaiserin Si-ling, lehrte das Volk die Seidenraupe züchten und Fäden und Kokons pflegen. Auch die Erfindung der Schrift schreiben die alten Bücher Huang-di zu; sein Name blieb im Volksglauben lebendig als der 'gelbe Kaiser'.
    Auf die 'Erfinder-Kaiser' folgten die 'Helden-Kaiser': Dsi, Dschuan-hü (2514-2436 v.Chr.), Dsün (2436-2366 v.Chr.). Dann kamen die Kaiser der sogenannten halbhistorischen Zeit, Yao und Schun. Aus der Bezeichnung 'halbhistorisch' spricht die Vermutung, daß den Sagen jener Zeiten historische Begebenheiten zugrunde liegen. Yao soll um das Jahr 2250 v.Chr. den Kalender eingeführt haben. Schun (2258-2204 v.Chr.) soll das Strafrecht verfaßt haben, während in Yü (2201-2194 v.Chr.) der Erbauer der ersten großen Kanäle verehrt wird. Yü gilt als Gründer der 'ersten Dynastie' der Hia. Hier scheinen sich schon Mythos und Geschichte zu finden, denn die Hia-Dynastie hat wohl tatsächlich existiert, allerdings später, als die Sage will, nämlich von etwa 1800 bis 1500 v.Chr., und zwar im heutigen Honan. Der letzte Hia-Kaiser war nach der Sage, vielleicht aber auch in Wirklichkeit, ein grausamer Wüterich, dem die Geschichtsbücher den sympathischen Namen 'Zerstückeler' gaben. Er soll von Tang, dem Gründer der folgenden Dynastie Schang, gestürzt worden sein. Diese Schang-Dynastie ist zweifellos historisch.“ (Nobel, S. 30/31.)
    Die Chinesen sind seit Jahrtausenden begabte Handwerker, bringen aber keine neuen Muster hervor. Sie kolportieren und bauen nach, treten in die Fußstapfen ihrer Meister und erlernen fleißig die Tradition, streiten auch mit anderen (Chinesen), aber sie sind nicht in der Lage, Dinge zusammenzudenken, politische oder philosophische Gegensätze auszuhalten. Sie fassen schnell auf, lernen, aber sie entwickeln das Erlernte nicht weiter und müssen immer wieder von vorn anfangen. Sie können es auswendig lernen, aber sie rezipieren es nicht und entwickeln es nicht weiter. Das betrifft die Faszination der Chinesen für die europäische Klassik, es werden europäische und amerikanische Autoren gelesen und diskutiert, aber es wird auch (bei Erhaltung des itzigen chinesischen Naturells) in tausend Jahren keinen von den Abermilliarden Chinesen geben, der hier wird Bedeutendes leisten können. Sie können die Persönlichkeit der Kunst nicht erfahren, nur nachmachen. Es interessiert sie nicht. Und so ist in China eine politische Ordnung installiert, die importiert wurde, hat sich eine Wirtschaftsform durchgesetzt, die ebenfalls importiert wurde und China über kurz oder lang zur größten Wirtschaftsmacht und dem reichsten Land der Welt machen wird, ohne daß wir in Europa einen chinesischen Musiker, Dichter oder Philosophen werden uns annehmen können. Das hat seinen Grund in der Geschichte und dem Selbstverständnis der Chinesen, ihrer Kontinuität. Die Kontinuität Chinas in seiner historischen Bestandheit als Imperium der Mitte liegt in verfahrenstechnischer Hinsicht im ko-ming-Prinzip, das regelmäßige revolutionäre Lösungen nach dem Erschöpfen einer Dynastie und ihres angemaßten himmlischen Auftrags zum Grundsatz der Staatsräson macht. Damit war die innere Ruhe schnell wiederhergestellt: die fortgesetzte revolutionäre Situation konservierte so die Macht in der herrschenden Dynastie, die von den Göttern allein dadurch, daß sie herrschte, sanktioniert wurde.


    Aufgaben:


    1. Gib Gedanken bezüglich des Charakters der Chinesen wieder! (II)
    2. Setze dich mit zwei Weisheiten des Konfuzius auseinander und erkläre ihre Funktion für die chinesische Gesellschaft! Weise Konservatismus nach! (III)



    [1] Die ethische Revolution des Konfuzius bestand darin, daß er das Vorrecht der Geburt zugunsten des Leistungsprinzips aushebelte: Adel sei kein ererbtes Privileg, sondern eine moralische Qualität, die erworben werden müsse. Daß dennoch keine chinesischen Individuen bekannt geworden sind, die sich besonders hervortaten, muß daran liegen, daß zwar dieser Gedanke des Konfuzius charakterbildend wirken, aber immer auch soziale und ethnopsychologische Aspekte mitdenken muß. Der Chinese wirkt nicht in die Gesellschaft hinein, sondern besitzt seinen Platz innerhalb der Familie, sein auf diesen Kosmos beschränkter Wirkungsbereich.

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