Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 25 von 34

Thema: China

  1. #1
    kls
    Status: ungeklärt

    Post China

    Das erste, was mir auffaellt sind diese wunderbar geformten Koerper der Frauen. Schon im Flugzeug fange ich mit dem Staunen an. Schlank, mit langen Beinen und knackigen Poetern. Wenn ich hingegen an die deutschen, indischen oder gar tuerkischen Breitarschwuchtbrummen denke…

    Ueber diesen Fotomodelfiguren tragen sie Pfannkuchengesichter mit Oberlippenflaum. Die Chinesinnen haben eine starke Neigung zu Bartwuchs. Wenn sie dann ihre Haerchen wegzupfen gibt‘s Entenhaut. Schade, Aesthet der ich nunmal bin… Und die oft und gerne zitierten, ach so geheimnissvollen Augen der Asiatinnen entpuppen sich als voellig unerotische Glubscher. Leer und nichtssagend. Die hoch angesetzten Jochboegen machen aus den Koepfen grosse Rauten – man trifft selten auf ein schoenes Gesicht.

    Ueberhaupt. Vergesst ALLES, was Ihr ueber die Chinesen glaubt zu wissen. Sie sind anders. Wie sehr anders habe ich zuerst gar nicht glauben wollen. Gemeinhin haelt man die Chinesen ja fuer hoeflich, leise, sauber und freundlich. Dem ist aber kein bisschen so. Wie die Japaner pflegen Chinesen nur in Massen aufzutreten. Und dann sind sie laut, unhoeflich und – sorry – dumm. Nun gut, das haben die Deutschen auch so an sich, doch wir lassen die Leute erst mal den Fahrstuhl verlassen, bevor wir uns hineinbegeben. Das koennen Chinesen nicht. Sie draengeln sich vor. Sie schubsen. Sie stuermen den Aufzug, pressen einen in die Ecke und dann darf man sich noch einer Runde vertikaler Befoerderung antun.

    Sie glotzen. Sie glotzen und glotzen und glotzen. Sie GLOTZEN! Nee, das ist echt nicht mehr schoen. Sie sind das unhoeflichste Volk auf Erden und wenn ich das sage, solltet ihr mich ernst nehmen, denn ich bin in der Tuerkei aufgewachsen, und die Tuerken… Egal, heute sind die Schlitzaugen dran.

    Ich bin zur Zeit in Yiangyin, das ist ein Kaff mit knapp 2 Mio. Einwohnern, die Wanderarbeiter nicht mit eingerechnet. Yiangying hat mehrere „International Hotels“, - leider spricht niemand von den Eingeborenen Englisch, noch nicht einmal die Leute an der Rezeption. Wer diese Sprche beherrscht geht naemlich ins 170 km entfernte Schanghei und verdient sich dumm und daemlich. Hier soll ich eine Gasthausbrauerei hinstellen. Ich mache das nicht zum ersten Mal, Ihr koennt also davon ausgehen, dass ich meinen Job beherrsche. Glaubt ihr mir? Gut, dann seid doch bitte so nett und teilt das mal den Chinesen mit. Denn die holen sich die teuren Experten ins Land, nur um grundsaetzlich das Gegenteil von dem zu tun, was diese Experten vorschlagen. Es ist dieser verdammte Stolz, der einen Know-How-Transfer verhindert. Versucht mal jemandem etwas zu erklaeren, der es besser meint zu wissen. Schlichtweg unmoeglich.

    Das erste, was ich anordne, als ich den Rohbau betrete ist ein „Meterstrich“, und wer Ahnung vom Bauen hat, weiss nicht nur, was das ist, sondern weiss auch, dass man ohne Meterstrich keine geraden Fussboeden hinkriegt oder Fenster einsetzen sollte. (Ein „Meterstrich“ wird mit dem Laser vom hoechsten Punkt des Rohbodens einen Meter hoch an alle Waende gesetzt und von dort aus wird der Endfussboden niveliert.) Der Bauleiter staunt. Dann wird 3 Std. (!!!) diskutiert. Meine Dolmetscherin gibt Alles und ich verlasse den Bau mit einem guten Gefuehl. Am naechsten Tag zeigt mir der Bauleiter stolz einen einsamen Strich an einer einsamen Saeule, ca. einen Meter ueber dem Rohboden und mein gutes Gefuehl verwandelt sich vor meinen Augen in ein eher ungutes Gefuehl. Ich beschliesse keinen Mord zu begehen und erklaere noch mal von vorne. Nach 2 Wochen gebe ich auf. Dann rotze ich den Boden halt Pi mal Pampus hin, was nur schief gehen kann. Memo an den Bauherren und siehe da, nur 2 Bauleiterabloesungen spaeter habe ich meinen Meterstrich.

    Der Bauherr ist Selfmademilliardaer, aber das beeindruckt mich kein bisschen. Maschinenbau, Chemie und Fahrgestelle fuer VW. Na und? Ich frage ihn, wie viele Gasthausbrauereien er schon gebaut haette. Das hier waere seine erste. Ja, und wie viele Kneipen haette ich denn wohl schon in die Welt gesetzt? Und also, was koennten wir daraus schlussfolgern? Aber Papa Chao hat keinen Sinn fuer Humor oder gar Ironie. Er ist es gewohnt keinen Widerspruch zu dulden. Als ich ihm vorrechne, das er taeglich 10.000 Dollar verliert, weil der Laden schon laengst geoeffnet haben koennte, zuckt er nur mit den Schultern. (Die Gasthausbrauerei in Schanghei macht 30.000,00 – 40.000,00 Dollar Umsatz am Tag. Also ca. 10.000,00 – 15.000,00 Dollar Gewinn vor Steuern. Papa Chao hat den GM (Generalmanager) abgeworben fuer ein Schweinegeld und nun sitzt der hier rum und hat nichts zu tun. Wie auch der Braumeister, wie auch ich.)

    Nachts um 11.00 klopft es an meiner Zimmertuer. Kleines Chinesenmaedchen versteht die Welt nicht mehr, als ich ihr Angebot ablehne. 100,00 Yuean sind etwas mehr als 10,00 Euro, dafuer kriegt man eine ganze Nacht mit beliebig vielen Abgaengen. Klar ist Prostitution in China verboten, aber was soll‘s. Alle Auslaender im Ort voegeln rum, als ob morgen ein geheimnisvoller genetischer Defekt weitere Erektionen verhindern koennte.

    Die Auslaender sind eh ein Thema fuer sich. Ab 17.00 Uhr treffen sie sich im „International“ und saufen. Reden uebers Ficken und wie bloede doch die Chinesen sind. Alle mit dem gleichen Ausdruck in den Augen, so dass man sie am liebsten fragen moechte: „Na, und vor welcher Frau bist Du weggerannt?“

    Es gibt keine Baukoordinierung, geschweige denn Zeitplaene. (Erst den Estrich giessen und dann den Rohboden wieder aufreissen um Abwasserrohre zu legen) Zeitplaene setzen voraus, dass man an eine gewisse Planbarkeit der Zukunft glaubt. In der chinesischen Kultur gibt es keine entsprechende Tradition. Man denkt divergent mit der rechten Hirnhaelfte, naehert sich der Problemloesung spiralig von aussen. Unsere Kultur hingegen hat eine ausgepraegte Tradition bezueglich der Planbarkeit von Zukunft. Wir glauben nicht an Schicksal oder Kismet. Wir denken konvergent mit der linken Hirnhaelfte, stossen vor zum Kern eines Problemes und seiner Loesung. Beide Methoden funktionieren. Nur nicht zusammen.

    China hat ein Wirtschaftswachstum von ueber 10 %. In 15 – 20 Jahren wird China eine Hypermetasupermacht sein, wenn es diesem wunderbaren Riesenland gelingen sollte die inneren Spannungen halbwegs auszugleichen. Die Wanderarbeiter zum Beispiel schlafen auf der Baustelle und das bei 10 Grad minus. Ohne Fenster. Fuer den Gegenwert einer Flasche Bier im „International“. Das ist Turbokapitalismus in uebelster Form. Als alter Anarchohippie moechte ich etwas dagegen unternehmen. Nur was? Letztens habe ich einem fuerchterlich penetranten Bettler, der mich 20 Minuten lang verfolgte und mir andauernd seinen Stock in die Fersen stiess seine Schale weggenommen und quer ueber die Strasse geschmissen. Und weil das so ein befriedigendes Gefuehl war, habe ich den Bettler selbst auch gleich hinterher geworfen. Theorie und Praxis. Ja, ja…

    Das Essen. Ja, es werden Hunde auf dem Markt angeboten. Schmecken lecker. Und all die Gutmenschen sollten jetzt gefaelligst die Schnautze halten. Schweine sind intelligenter als Hunde und werden bei uns unter aller Sau in Mastfabriken gehalten. Ja, Schlangenfleisch schmeckt besser als Huehnchen. Nein, Staebchen sind wirklich aeusserst unpraktisch.

    Auf dieser Tastatur befinden sich keine Umlaute. Auch die Stimmung ist selten so, dass ich Bock zum Schreiben habe. Aber: Fortsetzung folgt.

    Uebr. Es gibt es hier keine Rezeptpflicht. Das macht die Situation ertraeglich. Und womit langweilt Ihr Euch so rum?

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    12.August 2001
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    335
    Renommee-Modifikator
    0

    Question China

    Karl-Ludwig, gestern noch hab ich an dich gedacht, aber das glaubst du mir sowieso nicht. Was du da als unhöflich abwertest, da würde ich nochmal drüber nachdenken. In einigen Ländern ist Rülpsen und Furzen beim Essen höflich, bei uns eben nicht. Ist eine Sache der Perspektive, du verstehst? Frag doch mal nach, bitte. Ich hab sowieso noch ein paar Fragen:


    Fahren die Chinesen wirklich alle mit dem Fahrrad?


    Muß wirklich jede Familie dort ein Kind zeugen?


    Gibt es dort wirklich keine freie Meinungsäußerung?


    Ist Mao größer als die anderen Chinesen?


    Wie lange dauert es, die chinesische Mauer abzugehen?


    bis denne
    Tobias

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    998
    Renommee-Modifikator
    22

    China

    Nun denne, Provokation:

    Karl-Ludwig, mach einen Abstecher nach Bangkok, dort findest Du Deine Chinesinnen mit den feinsten Dir vorstellbaren Gesichtern.
    Der Grund: Viel chinesisches Kapital, und nur teilweise aus Hongkong, wanderte aus Angst vor dem Kommunismus nach Thailand aus. Und die Töchter des Kapitals - dort wie überall in der Welt - wissen sich zu wandeln; oft auch mit der Hilfe von Schönheitschirurgen. Teiggesichter findest Du überwiegend im Proletariat - dort wie auch bei uns im Kohlenpott. (Ich freue mich auf das Protestgeschrei von Schalkefans)
    Gleiches gilt für Benimm: Die hoch geschätzte Höflichkeit der Chinesen, Kultur, es gibt sie immer noch unter den vornehmen Familien. Aber ein Land, welches so lange real-sozialistisch regiert wird, verliert zwangsläufug alle Manieren. Dort wie hier, ich denke an die berühmte Hemdsärmeligkeit unseres Kanzlers und die Ruppigkeit des allerdings lernfähigen Lektors.
    Und auch die Küche leidet in einem der Currywurst hörigen Clique- hier wie dort, nur dass man Dir immerhin noch einen Abklatsch alten Könnens serviert. Früher einmal existierten zirka 250 eigenständige Küchenrichtungen in China, himmelhoch überragt von der unvergleichlichem Kaiserküche. Die beherrschen nur noch wenige Könner perfekt und die sie zelebrieren sind hochgesucht und überall in der Welt verstreut. Doch suche und Du wirst sie finden. Ich wünsche es Dir.
    Nebenbei, einen Hund zu verspeisen ist so außergewöhnlich nicht. In der Schweiz gibt es hervorragenden Hundeschinken. Was sollten die Eidgenossen auch sonst mit dem Überangebot an arbeitslosen Bernhardinern anfangen.
    Warum baut denn Dein Brötchengeber ein Brauhaus mit dem Wohlwollen der Regierung? Genug Bier und Schwein für die Genossen, das ist billig und stellt die Massen zufrieden, Altes sozialistisches Prinzip: Masse statt Klasse!
    Und zum mangelnden Arbeitseifer: Die Chinesen sind im Wandel, lernfähig, die Führungsspitze hat erkannt, dass es unumgänglich, einige Grundregeln des Kapitalismus zu übernehmen und mit Bewährtem zu verknüpfen. Dann sind sie auch schnell, siehe Trans-Rapid!

    Dennoch, freu-freu über Deinen Bericht und über die, welche noch folgen. Und laß das Mädchen nicht vor Deiner Zimmertür verhungern! Tu ein gutes Werk, schenk ihr Geld und die wenigen Samentropfen, die Dir noch geblieben.

    Etwas neidisch, Hannemann

  4. #4
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China

    >Fahren die Chinesen wirklich alle mit dem Fahrrad?

    Nein. Viele gehen zu Fuss oder fahren Moped und die Neureichen haben dicke, dicke BMW-Nachbauten.

    >Muß wirklich jede Familie dort ein Kind zeugen?

    So genau weiss ich das nicht. Geburtenplanung ist zwar angesagt, aber bestimmt kann man sich freikaufen.

    >Gibt es dort wirklich keine freie Meinungsäußerung?

    Man sollte schon aufpassen, was man sagt. Der Inlandgeheimdienst ist fast immer in der Naehe. Aber das Internet machts moeglich an relevante Informationen zu gelangen. Allerdings sind die meisten Menschen hier mehr am Geschaeft interessiert denn an Politik.

    Ist Mao größer als die anderen Chinesen?

    In vielen Geschaeftraeumen haengt sein Bild. Er hat den Chinesen ihr Gesicht wiedergegeben und die schlappen 50 Mio. Opfer seiner Vision werden einfach als notwendiger Schwund deklariert. Er war schon ein grosser Mann, der die Auslaender in ihre Schranken verwies. Diese hatten das Land unter sich aufgeteilt, wie in Afrika. Wenn Mao nicht gewesen waere, haette China das selbe Schicksal erdulden muessen wie Afrika.

    >Wie lange dauert es, die chinesische Mauer abzugehen?

    Keine Ahnung. Bestimmt SEHR lange. Ich glaube 1.500 km.

    Die Hongkongchinesinnen sollen wahnsinnig schoen sein. Ich war noch nicht in Hongkong. Yiangyueng ist Provinz. Auch in Schanghei sind die Chinesinnen sehr schoen. Die Toechter des Kapitals sind auch in der Tuerkei wie aus einer Frauenzeitschrift entsprungen. Natuerlich glotzen die Gebildeten nicht. Nur befinden sich diese woanders. Hier wird Geld gemacht, auf Teufel komm raus. Keine Zeit fuer Kultur. Der Abklatsch alter Kuechenkultur schmeckt dennoch ziemlich lecker. Ich war einmal in der Gasthausbrauerei Schangei waehrend des Betriebes. Meine Fresse aber auch. Ich befuerchte, dass ich langsam zu alt bin fuer dafuer. Die Transrapid bleibt noch ein Jahr geschlossen. Von wegen schnell.


    Zu meiner ablehnenden Haltung gegenueber kaeuflichem Sex kann ich nur entschuldigend anfuehren, dass ich noch nie dafuer bezahlt habe, ausser mit dicken, fetten Brocken aus meinem Herzen. Ich werde auch nicht damit anfangen. Viele der Maedchen kommen aus der Provinz und treiben es mit Einwilligung der Familie. Ich kaeme mir sehr imperialistisch vor und wuerde wohl nicht koennen. Aber vielleicht bin ich auch nur verklemmt.


    Ich finde meinen Reisebericht sehr unstrukturiert. Unsortierte Impressionen halt, aber so bin ich nun mal. Chaotisch bis zum Abwinken, ausser in meinem Job.

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: China

    falsch aufgebaut, aber die einzelteile sind manierlich


    sei nicht so fahrig

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    1.May 2000
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    258
    Renommee-Modifikator
    21

    Post AW: China

    great!


    I Like Chinese


    (Spoken)The world today seems absolutely crackers,
    With nuclear bombs to blow us all sky high.
    There's fools and idiots sitting on the trigger.
    It's depressing and it's senseless, and that's why...


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    They only come up to your knees,
    Yet they're always friendly, and they're ready to please.


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    There's nine hundred million of them in the world today.
    You'd better learn to like them; that's what I say.


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    They come from a long way overseas,
    But they're cute and they're cuddly, and they're ready to please.


    I like Chinese food.
    The waiters never are rude.
    Think of the many things they've done to impress.
    There's Maoism, Taoism, I Ching, and Chess.


    So I like Chinese.
    I like Chinese.
    I like their tiny little trees,
    Their Zen, their ping-pong, their yin, and yang-ese.


    I like Chinese thought,
    The wisdom that Confucious taught.
    If Darwin is anything to shout about,
    The Chinese will survive us all without any doubt.


    So, I like Chinese.
    I like Chinese.
    They only come up to your knees,
    Yet they're wise and they're witty, and they're ready to please.


    [From Eric Idle Sings Monty Python: I like Chinese,
    I like Chinese
    We sometimes bomb theire embassies,
    But we don't really mean to we thought they were trees]


    All together.


    [verse in Chinese]
    Wo ai zhongguo ren.
    Wo ai zhongguo ren.
    Wo ai zhongguo ren.
    Ni hao ma; ni hao ma; ni hao ma; zaijien!


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    Their food is guaranteed to please,
    A fourteen, a seven, a nine, and lychees.


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    I like their tiny little trees,
    Their Zen, their ping-pong, their yin, and yang-ese.


    I like Chinese.
    I like Chinese.
    They only come up to your knees...(fade)


    Music and lyrics by: Eric Idle
    Arranged by: John Du Prez

  7. #7
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: China

    Zu meiner ablehnenden Haltung gegenueber kaeuflichem Sex kann ich nur entschuldigend anfuehren, dass ich noch nie dafuer bezahlt habe...

    Und, was bringt das außer Pickel am A.? Ich hatte die gleiche Einstellung. Im Sheraton in Manila am Pool: Alle männlichen Gäste, hauptsächlich Manager, hatten diese überaus entzückenden Käuflichen an ihrer Seite, ich nicht. Alle Männer wurden verwöhnt, mit Lotion eingecremt, von zarten Händen massiert, ich nicht. Die Mädchen liefen bereitwillig zur Bar, brachten exotische Drinks und feurige Atzung, fütterten ihre Gönner, tupften deren Lippen, um sie mit Küssen zu verwöhnen. Ich mußte ungeküßt selber laufen...

    Das nächste Mal... obwohl, dann ist Frau Hanne dabei. Die läuft auch!

  8. #8
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China

    rodbertus: sei nicht so fahrig


    kls: Aber ich bin fahrig. Erstens bin ich als alter Toxomane der nicht vorhandenen Rezeptpflicht hilflos ausgeliefert. (Zu Eurer Beruhigung: Ich gehe mit meiner Neigung zu Opiaten und ihren Alkaloiden wesentlich verantwortungsvoller um als ich so angebe. Reine Kokketerie) und zweitens hat das chinesische Neujahr schon seit Wochen vorgezogene Knallefekte. Letzte Nacht wurde das Pferd dann endgueltig vom Schaf abgeloest. Aber Hallo! Ich weiss nicht wie viele Milliarden die Deutschen so in die Luft jagen, bin auch zu faul zum Recherchieren, aber dass hier ein Vielfaches an Volksvermoegen knallt, ist auch klar. Und nicht wie in Deutschland bloss von 24.00 Uhr bis 1.00 Uhr. Nein, nein. Sie knallen immer noch. (10.00 Uhr) Sie koennen gar nicht mehr aufhoeren. Die Strassen sind zentimeterdick mit zerrissenen Knallkoerperkorpussen bedeckt, darunter kleine Bomben von 25 cm Laenge und 10 cm Durchmesser, garantiert verboten. DAS nenne ich die wahren Chinaboeller, die wuerden in Teutoland unter die Aechtung strategischer Waffen fallen. Wenn so ein Ding hochgeht bekommst?e eine Vorstellung von echtem Kriegslaerm.


    Ich gelobe Besserung. Ich werde Zen-trieren, Konfusionzius trinken, Thai-Chi essen, mir saemtliche Schakras in die Haare schmieren und Kieselgaerten an meine Bekannten verschicken. Wenn das nichts nutzen sollte, kann ich immer noch ein kleines Chinesenmaedchen voegeln, bis ich in sexueller Erschoepfung eine Erleuchtung finde.


    Ja, oder so, oder wenigstens so aehnlich?

  9. #9
    pjesma
    Status: ungeklärt

    AW: China

    ich finde diese kleine notizen irgendwie kostbar. obwohl man die selbstverliebtheit daraus liest, wie der gute rodbertus schon sagte...macht es mir irgendwie nicht aus. ich sehe es mit augen eines menschens der sich nicht eingelassen hat, noch nicht oder der es gar nicht will, sich einzulassen, mit fremden augen, objektiv und subjektiv zu gleich. es bringt mir in erinnerung die eigene betrachtungen in diesen hierigen schönem lande, ganz am anfang wo ich mich auch noch fremd gefühlt habe, leichte mischung aus bewunderung, wundern und ironischen belächeln...alle die sachen die ich komisch fand, so dünn geschnittene brotscnitten und dann auch noch nicht weiß sondern dunkel und säuerlich, tolle schöne breitarschige und gebährfreudige weiber vereint mit alten glatzköpfigen ausgedienten kerlen, termine machen(termine!!!) für kaffee besuch, kein wasser trinken zu dürfen aus leitung...alles so kleine dinge, die die vorurteile beiden seiten in verhältnis stellen...anfangs bewertet mann noch, später aber ist es zu viel und mann akzeptiert ohne bewertung... und dann die müdigkeit, wenn man entdeckt dass das der stoff ist auf den ich mich jetzt einlassen muß, melancholie dass es nie wieder vertraut wird außer ich mache mich mit der fremde art vertraut...


    doch ich lese es gern, diese kleine china dinge...und hechle nach mehr...
    lg, pjesma

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.February 2001
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    144
    Renommee-Modifikator
    21

    AW: China

    Ja nun, kls, wie isses denn ausgegangen? Das mit dem Meterstrich, dem Hotelstrich und seiner Nutzung etc.? Das abrupte Abreißen des Informationsflusses ist verdammt bedauerlich. Oder hat man Dich wegen Deiner Nichtbeachtung der örtlichen Schönheiten weggesperrt und wir müssen uns auf schwarze Pferde klammern und den Ritter Rodbertus nebst Truchseß und allerlei begabtem Gefolge ins Gelbe Land schicken, Dich aus den Eisen herauszuschneiden?

  11. #11
    kls
    Status: ungeklärt

    Post China und ich. Eine Hasstirade...

    Pathologisches Grenzgebiet


    Als Projektmanager, so ist es zumindest auf meiner Visitenkarte vermerkt, bin ich nun wirklich einiges gewohnt. Ich habe unter anderem insgesamt ca. 2,5 Jahre lang in der Türkei produziert und dachte eigentlich, schon alles erlebt zu haben, was man in diesem Zusammenhang überhaupt erleben kann: 20 Kg Schellack verhunzt, weil man anstelle von Alkohol Wasser nahm, elektrostatische Verchromung anstelle von Feuerverzinkung, verkehrt herum eingespannte Sägeblätter (Saligmann Bey, Keskere aläämäyor = Herr Saligmann, die Säge tut's nicht), Styroporleisten auf Rückbüffets, und, und, und?


    Aber Chinesen heimsen bei mir sämtliche Preise ein, die ich für Blödheit zu vergeben habe. Zu doof einen Eimer Wasser umzukippen, zu stolz es zu erlernen. Sie haben wenig bis überhaupt nichts an Gesicht zu verlieren, denn sie besitzen gar keines. Deswegen achten sie auch so sehr darauf. Sie kaufen sich teure ausländische Experten ein, nur um nicht auf diese zu hören, denn es könnte ja Gesichtsverlust bedeuten. Über jede Tube Silicon wird so lange diskutiert, bis das Verfallsdatum überschritten ist. Sie sind den ganzen Tag über mit ihren kleinen politischen Intrigen (Ich nenne es immer: Babypissspielchen) beschäftigt, anstatt ihren Job zu erledigen. Sie brechen in Dein Hotelzimmer und ins Büro ein, um an irgendwelche Unterlagen zu kommen, mit denen sie eh nichts anzufangen wissen. Sie schieben dir Trojaner auf die Platte um die Korrespondenz auszuspionieren. Sie haben dieses SARS-Problem, rotzen aber dennoch unbeschwert alle naselang auf den Boden. Wenn ich morgens auf die Baustelle komme, darf ich mir als erstes in sämtlichen Ecken pissende Arbeiter antun. Wohlgemerkt, es handelt sich um eine Gasthausbrauerei mit fertig verlegtem Fußboden. Und Scheißehaufen in den Kühlhäusern. 90 % der Arbeit vom Vortag kann ich erst mal wieder abreißen lassen. Eine banale Wendeltreppe mit 16 Stufen a 180 mm Tritthöhe durfte 5 x (in Worten: Fünf mal) gebaut werden, bevor ich dieselbige nicht mehr zum vorsätzlichen Mord erklären musste.


    Privat sind sie noch schlimmer. Nicht die Spur einer Moral. Sie lügen und betrügen, sie setzen Gerüchte in Umlauf, sie intrigieren, klauen und haben keine Würde. Sie stinken und ihnen beim Essen zuzugucken ist schlimmer, als einem Hooligan beim Kotzen.


    Die Frauen sind alle vernuttet. Wedel mit einem 100,00 Euroschein und JEDE würde dir ihr Geschlecht um den Schwanz wickeln. Na gut, vielleicht zwei unter hundert nicht. Sie ekeln mich an.


    Wir Europäer haben ja zum größten Teil einige der 10 Gebote verinnerlicht. Selbst wenn ich sage: Ich glaube nicht an Gott, meine ich bestimmt nicht Zeus oder gar Vishnu. Gewisse Regeln haben wir einfach drauf. Man hat als zivilisierter Mensch eine Moral, ein Gewissen, Ideale und den Wunsch nichts "Böses" zu tun. So etwas kennt der "Chineese vulgaris" als solcher nicht. Sie denken maximal von Wand bis Tapete, sie wissen nicht, dass der Charakter durch die Taten geformt wird. Sie ahnen nicht, dass jede Schlechtigkeit, die man einem anderen zufügt, zuallererst mal sich selber antut. Nun gut, das haben auch in Deutschland die Wenigsten kapiert.


    Ich finde Chinesen einfach widerlich. Ich kam wirklich ohne große Vorurteile in dieses Land. Ich war bereit mich auf diese Kultur und ihre Menschen einzulassen.


    Würg-Spei-Kotz

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    5.644
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    28

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Gar nicht schlecht. Anschaulich, deskriptiv, exemplarisch, aber nicht verdichtet. Muß eine Tirade verdichten? Vielleicht. Sie liest sich dann nicht als staccato, sondern wirbt um Beteiligung bzw. Anteilnahme. Selbst eine Haßtirade wirbt doch eigentlich; sie schreit: ICH LEIDE, HELFT MIR! Dann hat der Ich-Erzähler, den es zumeist gibt, vielleicht sogar geben muß, nur die Möglichkeit, sich außen vor zu stellen oder aktiv aus dem inneren Kreis heraus handelt und den Gegenstand bzw. das Subjekt seines Hasses objektiviert und handhabt.
    Scheler schrieb seinerzeit ein bedeutsames Buch über den Haß, seine Kälte und seine auf der Vernunft fußende Zerstörungskraft der Liebesfähigkeit. Haß frißt kalt und zerstört den Menschen. Literatur kann helfen, hier das Gefressenwerden selbst auszuhöhlen durch Distanzierung.

  13. #13
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Ja, da du haben wahr. Natuerlich schafft es mich ein wenig. Aber der Zorn ist groesser. Ich werde dieses Projekt durchpruegeln. Da bin ich Westphale. Ich lasse mir doch von niemandem eine Niederlage aufzwingen. Doch im Moment koennte ich jedem Chinamann einen vors Maul kloppen.


    "Literatur kann helfen, hier das Gefressenwerden selbst auszuhöhlen durch Distanzierung."


    Ach Robert, Du verstehst mich und langsam.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    13.May 2000
    Ort
    Köln
    Beiträge
    759
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Hallo kls,


    da ich dich wirklich nicht für einen Rassisten halte, kannst du mir erklären, warum die Chinesen so sind? Ich hatte nie mit welchen zu tun. Bei Japan hören mein persönlichen Kenntnisse auf. Warum sind sie so wie du sie beschreibst? Es gibt viele Völker, die nicht gerne arbeiten. Afrikaner, wenn sie es sich leisten könne, ebenso Russen. Solche Menschen tun nur das Notwendigste. Sind die Chinesen in ihrem Inneren noch immer das umherziehende Steppenvolk? Nomaden? Ich dachte die seien so leistungsorientiert? Auch eine "Unkultur" ist eine Kultur. Woher kommt sie? Oder sind sie aus ihrer Kultur entwurzelt worden? Mich interessiert das, weil mein Bild eines "Chinesen" so völlig anders ist.


    Grüße an Ostphalen und Westphalen


    Kyra

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    5.644
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    28

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Hallo Kyra! Auf den Punkt hast Du hier einen Berührungsebene zwischen mir und Karlchen gebracht: Wir sind beide Dickköpfe. Stur. Wir ziehen unseren Stiefel durch, komme, was da wolle. Und leiden darunter, da? wir so sind, wie wir sind. Und erfreuen uns daran. Gleichermaßen.


    Ostfalen grüßt Westfalen in Chinaland. Ich setz mich jetzt an die Elbe und bomle mit de Beene, trink mein Bier und weine ein bißchen. Dann schreib ich was über grundehrliche Bestandheit, über ehrlose Vertraulichkeit und vereinsamte Herzensherrlichkeit.


    Schreib Du mir mehr über pißgelbe und pißgeile Chinesen, dußlige Schreiner und Schneider aus Niederndodeleben in Ostfalen, über kotzgrüne Abenddämmerung in Mexiko und so. Ich les es gern.


    Verlange zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht, daß ich Hand anlege. - Ich sehe, wir haben einander verstanden.

  16. #16
    kls
    Status: ungeklärt

    Post Größlebli

    Nächsten Monat werde ich 53. Ich habemehr falsche Zähne im Mund als echte. Ich sollte wohl auch eineBrille tragen und außerdem sacke jedes Jahr etwas mehr in michzusammen. Deswegen gehe ich auch leicht nach vorne gebeugt, die Händeauf dem Rücken verschränkt, um meinen Rücken zu entlasten.Bauchfalte und Hängearsch sind weitere Attribute meiner äußerenErscheinung. An manchen Tagen habe ich sogar so was wie einen Buckel.Die Körpergröße schwankt zwischen 1,79 und 1,81, je nach Termin.


    Wie alle alternden Männer verspüreich eine starke Affinität in Richtung Jugend und Schönheit. DasUnverfickte zieht mich an. Ein ewiges Thema.


    Nein, ich habe es gar nicht nötig zubegründen und um euer Verständnis buhlen. Es ist nicht wichtig, objemand meine Geschichte liest. Es ist nur wichtig, sie nieder zuschreiben:


    Nach der Landung in Pudong mussten wirFluggäste auf den Plätzen sitzen bleiben, bis der Arzt mit einerInfrarotpistole durch die Gänge gelaufen war und unser allerTemperatur kontrolliert hatte. Die SARS Seuche bestimmt zur Zeit denAlltag in China. Im Grunde ist die Seuche auch schuld an dieserbescheuerten Liebesgeschichte, wo ich mich (zum wievielten Malewohl?) zum Affen machte.


    Ich wurde von einem Chauffeur erwartet.Mundschutz und Handschuhe. Eine große deutsche Brauerei ist unserGeschäftspartner. Er brachte mich zum "German Center" inSchanghai, wo ein Montagetrupp unserer Firma auf meine Bauabnahmewartete. Anschließend wollte ich mich im "Hayet"einchecken, aber dann nahm ich doch lieber ein Taxi nach Yiangying.Besser erst gar nicht länger als nötig in Schanghai verweilen. Wiegesagt, SARS hat großen Einfluss auf den Alltag.


    Aber in Yiangying wollte man mich nichtins "International" lassen. Es war Sonntag und keineDolmetscherin erreichbar. Niemand konnte mir die kryptischen Zeichenauf der kleinen blauen Karte erklären, welche mir der vermummteEmpfangschef in die Hände drückte, anstelle des ersehntenZimmerschlüssels. Ich war nun schon seit 36 Stunden wach.


    Die Tür zur Verwaltung des Kunden inYiangying war offen. Der Prokurist warf einen Blick auf das kleineblaue Kärtchen, dann lächelte er mir aufmunternd zu, bedeutete mitinternationalen Gesten mich zu entspannen, zu setzen und hängte sichans Telefon. Ich nickte weg.


    Eine Kinderstimme weckte mich: "Sir,please wake up." Also öffnete ich widerwillig die zugeklebtenAugen und da stand sie, mein erneutes Golgatha. Das konnte ich zudiesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen. Im Gegenteil. SimplesBauerngesicht (Pfannekuchenfresse, so lästerte ich intern) mitmongolischen Augen auf einem leicht pummeligen Körper von höchstens1,50 Größe.


    "Grunz!"


    "We must go to hospital for healthcheck. No Money need."


    "Grunz!"


    Trotz meiner Übermüdung konnte ichein schelmisches Zucken in ihren Mundwinkeln feststellen.


    "Sir, after health report you cando check in."


    Wir ließen uns zum Krankenhaus fahrenund ich wurde gründlich untersucht. Thorax röntgen, Spatel in denRachen, Blutabnahme: Alles o.k.


    Im Besitz eines Seuchenfreireportesdurfte ich nun endlich ins Bett. Schon im Fahrstuhl hatte ich sievergessen.


    Am nächsten Tag wollte ich Geldwechseln. Aber mein Pass war weg. Stimmt ja. Ich hatte ihn derKleinen in die Hand gerückt, damit sie im Krankenhaus dienotwendigen Formalitäten für mich erledigen konnte.


    Sie wartete auf mich in der Lobby. Ichsetzte mich zu ihr und bestellte Kaffee und grünen Tee. Sie gab mirden Pass zurück. Wir unterhielten uns. Ihr Name war Emma. Emma Wang.Sie studierte Englisch und Büroverwaltung, also eine zukünftigeChefsekretärin. Hier nennt man so was „General Manager Assistant“.


    Da die Universität wegen derLungenpest geschlossen worden sei, würde sie in der eigenen Wohnungvia Internet büffeln. Sie begleitete mich zur Bank und da sichmanche Dinge niemals ändern, musterte ich sie genauer, als sie mitder unglaublichen Energie ihrer Jugend anschließend einige Hemdenfür mich kaufte. Sie handelte und feilschte, als ob es ihr eigenesGeld wäre. Außerdem war sie kein bisschen mollig. Nur weil dieanderen Chinesinnen normalerweise sehr schlank und zierlich sind,wirkte ihre frauliche Figur auf den ersten Blick etwas pummelig. Unddas Gesicht wurde von zwei großen Schlitzaugen beherrscht. GrosseSchlitzaugen geht normalerweise ja gar nicht, aber bei ihr ging esdennoch.


    Sie war wunderschön. Hochintelligent.Aus anständiger Familie und 24 Jahre alt.


    Da war doch noch was? Genau. Ich habeseit 4 Jahren keine Frau mehr angefasst. Ey, alter Mann, biste jetztvöllig abgedreht? Sie ist eine Chinesin, du bist ein Europäer. Sieist zu jung, du bist zu alt. Du bist groß, sie ist klein. Sie istein Bauernmädel, du ein Kapitalistensöhnchen. Du bist einGlobetrottel, sie war nie weiter weg als bis Schanghai. Und alsHauptargument: Sie ist eine Frau und du bist ein Mann. Wie soll dasdenn funktionieren?


    Ich ließ sie vor der nächstenApotheke stehen und kaufte mir 2 Fläschchen Hustensaft mit Codein.Dann setzte ich mich auf eine Parkbank und süffelte mir 240 mgOpiumderivat rein. Als die Wirkung einsetzte sah ich das alles schonwieder viiiiel gelassener. Nix da! Dieser Bereich ist und bleibtTerra non grata.


    "Sir, if you need a sleep, youshould better go back to the Hotel. Your money might be stolen.Chinese thieves are very clever, 'cause they know what will happen tothem, if they were caught."


    Aha. Jetzt wurde ich auch schonheimlich beobachtet.


    "Don't worry 'bout me. I am oldenough to take care of myself. But you should go home and learn alittle bit, so that you can be a manager one day and earn a lot ofmoney."


    "As a girl in China my educationhas come nearly to an end. I have to start working to get mycertifications."


    "In my office I have a framedproposition: 'Think big!' Your dreams must be very small."


    "What kind of medicine was thatone, you toke?"


    "Even my mother was too afraid toask me this kind of questions. And she is dead."


    Wir mussten beide laut lachen. IhreAugen waren das Erotischste, was ich je an einer Frau gesehen hatte.Braune Iris mit schwarzem Rand auf schneeweiß. Irgendwie vaginal.Volle Babylippen. Pausbäckchen mit Grübchen. FaltenfreierHalsansatz.


    Den Leser hält es kaum noch auf demStuhl. Haben sie nun oder haben sie nicht. Um den Spannungsbogen zuknicken: Nein, sie haben nicht.


    Den Rest dieser Geschichte könnt ihrdem unten stehenden Ausschnitt aus einem Brief an meinen bestenFreund entnehmen:


    Ich hätte sie auch geheiratet, nurdamit sie einen deutschen Pass bekommt. Dann hätte ich ihr einenUmschlag mit genügend Geld für den Rückflug geschenkt. Ich hättemich nach der Mindestzeit wieder scheiden lassen. Sie wäre freigewesen, nur mit wesentlich mehr Möglichkeiten, ihr Leben zugestalten. Bei den Perspektiven, die du meinem Finanzministeraufgezeigt hast, wäre es auf ein Maul mehr zu füttern, nun wirklichnicht angekommen. Ein Deal! Sie hätte in Hannover Wiwi studierenkönnen. Oder Sprachen. Meinetwegen auch Astrophysik.


    Es tat mir einfach gut, händchenhaltenddurch die Fußgängerzone zu wandeln. (Mehr ist nicht passiert) Ichkonnte förmlich zugucken, wie sich längst verschüttet geglaubteGefühle zurückmeldeten. Es war so schön. Klar, ich wusste, dasssie mich spätestens dann in den Arsch treten wird, wenn sie sich inDeutschland eingelebt hat, aber bis dahin?


    Ich bin nicht schwanzgesteuert. Es istmeine Art zu lieben. Wenn ich liebe, dann ist mir ALLES andereegal!!!


    Aber sie musste noch einen Testbestehen, also gab ich ihr einen Umschlag mit 1.000,00 Euro undschrieb sinngemäß dazu, sie möge nun selber entscheiden.


    Sie hat es dann doch lieber vorgezogendie 1.000,00 Euro zu behalten und mich mit Lügen zu füttern. Ichmeine, somit noch recht billig davon gekommen zu sein. Wenn ich ihrenmiesen Charakter erst in Deutschland durchschaut hätte, wäre eswesentlich teurer gekommen. 1.000,00 Euro bedeutet nur, dass mir 33Tage lang statt 40,00 Euro täglich, bloß 10,00 Euro zum 'auf denKopf hauen' zur Verfügung stehen werden. Das geht auch. Das istimmer noch mehr, als hier ein Abteilungsleiter verdient.


    Aber es tat mal wieder so richtig weh.Ganz dolle. Deswegen warf ich mein Handy aus dem Fenster. Deswegenwollte ich hier ruckartig weg. Aber nach einigen Tagen kotzen und nixessen bin ich nun schon wieder fast so stark, wie ich sein muss, umdiesen Job abzuschließen. Im Prinzip war ich nur 12 Stunden langdermaßen von der Rolle, dass es einfach besser war, micheinzuschließen und Anweisung an der Rezeption zu hinterlassen, dassich offiziell ausgecheckt hätte. Keine Telefonate. Und Anni mögemir den nächsten Flug buchen. Und Scheiß auf die Bierbar. Scheißauf meine Karriere. Scheiß auf ALLES. Mir war wirklich danach, demHandy hinterher zu hüpfen. Aber schon am nächsten Tag habe ich meinSelbstmitleid in Power transponiert, so wie du es auch machst.Ungefiltert den Unmut zeigen, wenn mir jemand dämlich kommt. Es isteine Technik, die ich dir abgeschaut habe. Unterkiefer vorschieben,Zähne nach außen und Probleme klären, die zu lange auf diegestreckte Bank geschoben waren.


    Du weißt, dass ich so bin, wie ichbin. Ein infantil-regressiver kleiner Junge, der kindischenVerlustängsten und -schmerzen versucht davon zu laufen. Ich wäre andieser Stelle lieber wie du. Ich habe unrecht! Ihr, die ihr Liebebloß für pubertäres Rumgeöttel haltet, ihr habt recht. Wenn ichHabgier mit Unschuld verwechsele, wenn ich Seelennähe glaube zufühlen, wo es sich doch nur um bloßes Kalkül handelt, dann bin ichtatsächlich ein nix merkender, alter, seniler Blödmann. Insofernhat mir die Kleine geholfen, verspätet, ein wenig erwachsener zuwerden. Wenn älter werden bedeutet böser zu werden, ja, dann binich wohl gerade etwas älter geworden.


    Jeder macht sich auf seine Weise selberzum Affen. Klaus mit seinem Fickschlitten, der ihm einen Tripperanhängt, ich mit meiner überdimensionierten romantischen Ader, dumit? Ach was, das steht mir jetzt wirklich nicht an.


    Der Laden allerdings wird definitivSpitze. Was ich hier lerne ist tatsächlich unbezahlbar. Ich lasseeinfach alles gnadenlos wieder abreißen, was nicht „DrunkenChineeseproof“ ist. Keine Weibergeschichten mehr. Besten Dank aberauch. Und nach Saufen ist mir immer noch nicht.


    Es war so schön, einige Tage in einemTraum zu leben. Zu LEBEN! Zu spüren, wie sich zwischen ihrer Hautund der meinigen elektrostatische Felder aufbauten, ihreAufmerksamkeit zu fühlen, die Hoffnung zu erleben, in ihren Augen zuertrinken, zu wissen, dass man doch nicht der einzige Mensch aufdieser Welt ist, an sie zu denken. Doch sie nahm lieber den einenFisch, wo sie doch den ganzen Teich voll hätte haben können.


    Am Schlimmsten erscheint mir, dass siemit dieser Tat ihren zukünftigen Weg festlegte. Wenn es doch soeinfach ist, ein Jahresgehalt innerhalb von einer Woche abzuzocken,warum dann noch arbeiten gehen? Warum nicht alte, einsame Ausländerzur Kasse bitten?


    So, nun habe ich ausreichend von deinerZeit verschwendet, dir von meinen emotionalen Unausgeglichenheiten zuberichten. Morgen verlege ich mein Büro auf die Baustelle um Fehlerschon im Ansatz zu erkennen. Das wollen wir doch mal sehen, ob mandas Tempo nicht verdreifachen kann.


    Karl-Ludwig, der Gröleblifi (Größter lebender Blindfisch)

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    10.June 2000
    Ort
    Oldenburg
    Beiträge
    308
    Renommee-Modifikator
    21

    AW: China

    Lieber Kls,


    warum fühle ich mich nicht wohl in deinen Geschichten, obwohl ich sie mit großer Neugier und ebensolchem Interesse stets bis zum Ende lese. Ich glaube, weil ich mich stets ausgeschlossen fühle. Hier wird in Extremen gedacht. Vielleicht aber auch, weil ich mich gerne angesprochen fühlen würde. Deine Schreib- und Denk(?)art fordert das mütterliche geradezu heraus. Kaum auszuhalten, aber darum umso lesenswerter.


    Lieben Gruß von
    Trist

  18. #18
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    kyra: (...) kannst du mir erklären, warum die Chinesen so sind? (...)


    Liebe Kyra,


    ich habe lange darueber nachgedacht, und bin zu folgendem Zwischenergebnis gelangt: Chinesen haben keine Seele. Nicht lachen. Ueberall konnte ich es zwischen mir und den Menschen zum Fliessen bringen. In Indien, Pakistan, Afghanistan, Irak, Iran, Tuerkei, Nepal, England, Frankreich...


    Nur hier sind die Menschen wie blinde Spiegel. Keine Verbindung herstellbar, da die andere Seite ohne Telephon.


    Es liegt wohl daran, dass es fuers Ueberleben seit Jahrtausenden notwendig war, seine wahren Gedanken zu verbergen. "Wahrheit" als solche ist kein erstrebenswertes Ziel. Sie kennen nicht den Begriff der "Schuld". Sie kennen hoechstens "Scham". Deswegen luegen sie. Damit sie sich nicht schaemen muessen.


    Niemals wuerde ein Chinese dem Finanzamt die unterschlagene Steuer nachzahlen, so wie es in Deutschland manche Idioten tun. Im Gegenteil. Verbergen, vertuschen, Nebelwaende errichten, bloss damit die Schande nicht offenbar wird.


    Chinesen haben keine Seele...kls...

  19. #19
    Administrator
    Registriert seit
    31.October 1998
    Beiträge
    263
    Renommee-Modifikator
    23

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    So schlimm sind die Asiaten nicht, Karlchen. Ich glaube, sie unterscheiden sehr viel stärker als wir zwischen tolerieren und akzeptieren. Das Akzeptieren ist nämlichst sehr viel schwieriger zu erreichen, zumal für einen, der von außerhalb kömmt. Hat man ihnen einmal weisgemacht, daß man selbst nur ein Suchender ist, so öffnen sie sich. Fragen, nicht sagen. Scham und Beschämung liegen auf der Ebene des Wissens und der Wahrheit.


    Ich habe meine Erfahrungen in Asien vor über fünfzehn Jahren gemacht. Es war die Weite des Wissens, nicht die Dichte, die mich antraf; es war nicht die Herzlichkeit oder eine Form des Humanismus, die mir gefiel - wenn dieses Wort hier überhaupt eine Bedeutung haben kann -, sondern die Wahrnehmung meiner selbst als Suchender. Das interessierte sie dann doch, dadurch öffneten sie sich. In der Wüste, in der ich war.


    Ich gebe zu, daß ist einem, der ihnen Saufhütten baut, leicht mitgeteilt. Sie sehen Dich nicht als Suchenden. Da kannst Du bauchtanzen, und es wird sich nichts rühren.


    Glücklicherweise bin ich kein Asiat, ich ertrage viel mehr, als ich tragen kann. Und springe lachend über Pfützen.

  20. #20
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    998
    Renommee-Modifikator
    22

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Der Asiate! Einen ugrischen Finnen mit einem Strombolianer gleichzusetzen, wäre sinnvoller als "den Asiaten" über einen Kamm zu scheren. Kinners, betrachtet doch einmal die Ausmaße! Und auch nur die von China!
    Ich Trottel habe einmal versucht, die chinesische Küche zu studieren. Welche chinesische Küche? Welchen chinesischen Koch? Es gibt ungefähr 264 Hauptströmungen mit 345654234567890 Nebenästen. Und so dürfte es auch mit den Menschen sein.
    Nur weil Du gerade in Kleinkackapfui eine alkoholische Bedürfnisanstalt baust - wird ein Geschäft, aber vergiß die Grills für die Schweinshaxn nicht, sie werden heiß geliebt - kannst Du von den schlitzäugigen Bierdimpfi nicht auf den "Chinesen" schließen.
    Ich fand noch Größe und das alte Wissen. Und schau, was sie heute schon auf dem Weltmarkt bedeuten, und wo sie erst in Zukunft stehen werden. Bisher regierte ein mischgemaschter sozialistischer Kommunismus, doch die Jugend studiert, auf Geheiß, eifrigst das Verhalten der Erfolgreichen. Schau unseren Osten an: Die lernen doch auch erst den Klimmzug.
    Warum meinst Du, daß die Chinesen euch riefen? Weil sie von Deutschland, Weihenstephan und den besten Braumeistern der Welt gehört. Brauereigaststätten hätten sie in Thailand billiger bekommen, die beliefern mittlerweile die meisten Länder rund rund um den Golf von Bengalen und das südchinesische Meer, nachdem sie ebenfalls von Weihenstephan befruchtet wurden. Und auch die "Chinesen" wollten nur von Besten lernen, um irgendwann die Besten zu sein.
    Ich weiß nicht, wie das Wort in Chinesisch, aber, lieber Ludewig, in Thai wärest und bist Du nur der Farang.
    Also reiß Dich an Deinem kurzen Riemen und mach dem großartigen Reich der Mitte Beine. Du darfst!

  21. #21
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Das wird wohl unser Verständnisproblem bleiben, lieber Hannemann. Weil Du eben an Klischees, kleinste gemeinsame Nenner oder Pauschalisierungen nicht glauben kannst, gibt es sie für Dich nicht.


    Ich sehe die Farbe braun, einen Menschen, eine Wahrheit, einen Gedanken und sage dann: "Das ist die Farbe braun! Das ist ein Mensch, eine Wahrheit oder ein Gedanke..."

    Du sagst: es gibt gar kein Braun, Menschen sind verschieden, also gibt es sie nur sehr bedingt als Meinung, Wahrheit ist sowieso nicht - und das ist auch nur eine Meinung - und Gedanken sind alle schon einmal gedacht worden, also gibt es nichts Neues unter der Sonne.


    Und dann können wir Stunden und Tage darüber streiten. Wir können es aber auch lassen. Wir könnten auch versuchen, den text des anderen zu verstehen und mit ihm darüber zu sprechen, was ihn bewogen haben könnte, den Text so und nicht anders zu schreiben.
    Manchmal, nein zumeist irre ich mich aber auch. Und deshalb gibt es keine Chinesen, keine chinesische Küche, keine Pinkelbuden in Timbuktu und braune Garagendächer sind in Wirklichkeit gelb. Und das ertrage ich dann auch noch. Weil ich springen kann.


    Liebes Karlchen! Du hast Dich nicht darüber geäußert, inwiefern Asien Dein Schreiben verbesserte. Darüber würde ich sehr gern etwas lesen.

  22. #22
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China und ich. Eine Hasstirade...

    Robert und Hannemann,


    Wegen der Dualitaet muss es natuerlich neben dem Konstruktivismus auch den Dekonstruktivismus geben. Koennte man doch auch ein vulgaerphilosophisches Saufgelage a la olle Griechen anzetteln.


    Ich glaube, dass sich mein Schreiben geaendert hat, weil ich z. Zt. ueberhaupt keine Drogen mehr nehme. Wegen SARS gibt es keine Hustensaefte cum Codeinum mehr ohne Rezept. Und andere Gifte koennten meine Bewegungsfreiheit erheblich einschraenken...


    Natuerlich ist es sinnlos, vom "Asiaten" zu sprechen. Ich schrieb ueber Chinesen. Speziell jene, die in Jiangjing ablungern. Andere Chinesen habe ich noch nicht naeher kennengelernt. Dazu eine Prise Liebeskummer und plautz, schon ist die Basis fuer eine pauschalisierende Hasstirade vorhanden.


    ...voll im Stress...kls...

  23. #23
    kls
    Status: ungeklärt

    Post Wenn ein Chinese lächelt

    Die Menschen haben ihre Gruende. Diese Gruende koennen sie auch jederzeit begruenden. Wenn man sich nur etwas Muehe gibt, kann man diese Gruende garantiert nachvollziehen. Dieses Spielchen kann man bis zur Aufloesung der eigenen Identitaet treiben.


    Ich bin also kein Chinese? Deswegen darf ein Chinese ohne jeden Hauch von Skrupel mir gegenueber die Sau rauslassen? Fuer dafuer muesse ich Verstaendnis aufbringen? Chinesen waeren nicht unmoralisch, wenn sie ihre Intrigen spinnen, luegen und stehlen? Sie haetten nur eine etwas andere Moral? Und ich wuerde nicht unter das Artenschutzgesetz fallen, weil ich ein Langschwanz bin?


    Das ist gequirlte Babyscheisse und diese liegt den Deutschen Gutmenschen im Blut. Mehr Verstaendnis fuer die Taeter aufbringen, als fuer die Opfer ist hipp.


    Ich hingegen leiste mir den Luxus einer Moral. Manchmal muss ich diese an den Raendern ein wenig dehnen, aber im Prinzip komme ich nicht im Dutzend, von hinten und im Dunkeln. Ich spuere den Schmerz des anderen. Ich begegne Fremden mit Respekt. Ich raeume jedem erst mal ein Positivkonto ein. Ich bemuehe mich kein Schweinehund zu sein. Nicht wegen den anderen, sondern wegen mir.


    Einfach weil ich partout kein Schweinehund sein WILL!


    Aber zum ersten Mal in meinem Leben moechte ich jemanden wirklich vernichten. Und anschliessend auf den Kadaver pissen, die Fleischbrocken an streunende Hunde verfuettern und den Schaedel als Briefbeschwerer nutzen.


    In der Geschichte ??Der Groeleblifi?? hatte ich ja beschrieben, wie ich mich von einem kleinen Chinesenmaedchen habe ausnehmen lassen. Inzwischen kenne ich auch die Hintergruende:


    Es war naemlich der Prokurist. Der Mister Yuean. Diese, stets Anzug tragende, freundlichst laechelnde Beleidigung der menschlichen Rasse.


    Er ist mit der Kleinen versippt. Er hatte sie angerufen und ihr erklaert, dass sie keinen Job im Konzern bekommen wuerde, wenn sie sich weiterhin mit dreckigen Auslaendern rumtreibt. Dann hat er ihre Familie auf sie gehetzt, sie enorm unter Druck gesetzt und als das alles nichts bewirkte, hat er einfach behauptet, dass ich andauernd kleine Maedchen verscheissern taete. Vielleicht hat er sogar Frauen organisiert, die beschwoeren konnten, dass ich sie nur benutzt und anschliessend weggeworfen haette. Aber mich hat er die ganze Zeit ueber nur freundlichst angelaechelt.


    Das habe ich ueber mehrere Ecken rum erfahren. Die beste Freundin meiner Dolmetscherin ist die Schwester von Emmas Schwaegerin, oder so, ganz genau habe ich das nicht geblickt. Und die Kleine kann mir das Geld nicht zurueckgeben, weil er es in Verwahrung genommen hat.


    Inzwischen bin ich allerdings auch so paranoid, dass ich nicht mehr beurteilen kann, ob mir diese Version nicht nur untergejubelt werden soll. Meine Freund-Feind Kennung ist zerstoert.


    Neuerdings jedenfalls sehe ich Emma manchmal morgens in einen firmeneigenen Shuttlebus steigen. Dann ist mein Tag von vorne rein gelaufen...


    Wenn ein Chinese laechelt, sollte man schleunigst Alarmstufe rot ausrufen...

  24. #24
    zitrin
    Status: ungeklärt

    Wenn ein Chinese lächelt

    allmählich zeichnet sich ab, wieviel rassismus und chauvinismus einer hier aufbringen muss, um glatte talentlosigkeit im schreiben zu kompensieren.


    z

  25. #25
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: China

    Es ist Sonntag. Gestern habe ich mich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder dem Teufel Alkohol genaehert. Mann, wat war ich besoffen.


    Heute tut es mir leid. Aber so richtig. Wer keinen Alkohol gewoehnt ist, sollte sich fuer den naechsten Tag gute Kopfschmerztabletten parat legen. Als Substitut setze ich mich vor den PC und gestatte meinen Verwirrungen etwas Ausgang. Dazu einen Liter Erdbeerjoghurt und panierte Sardinen.


    25 Tischler auf der Baustelle. Und ca. 20 Fremdgewerkler. Na gut, wenn man die Zeiten abrechnet, die an den Steckdosen gefummelt, mit ueberfluessiger Laberei vergeudet oder auf der Suche nach einer passenden Schraube vertan wird, sind es nur noch halb so viele. 480 Sitzplaetze soll der Laden bekommen, nur ein Hannemann kann ermessen, wieviel Logistik alleine in der Kuechenadministration noetig ist. 135 Mitarbeiter hat der GM (Generalmanager) beantragt, 50 bekam er vorlaeufig bewilligt.


    Ich kaempfe um jedes Detail. Altes Holz, klassische Oberflaechen, nostalgische Leisten, nur Massiv. Klar koennte man den Laden auch billiger hinrotzen, aber dann wuerde er genau so aussehen, wie alle Laeden hier in China. Man muss kein Tischler sein, um zu erkennen, dass ueberall billig, billiger am billigsten produziert wird. Ich hingegen bestehe auf Einhaltung der Arbeitsvorbereitung.


    Letzte Woche hatte ich ein laengeres Gespraech mit dem Bauherren. Er ist die Nummer 76 in der Forbes Liste der reichsten Chinesen. Ob er denn so reich waere, billig zu kaufen? Aber der Papa Chao hat keinen Sinn fuer Humor. Gott sei Dank hatte ich als erstes die Fermentation fertig gestellt. Als Probe und Demonstration. Da kann selbst ein Chinese nicht mehr gegenargumentieren. Die Bilder, welche ich Robert zusandt, mit der Bitte, diese hinzu zu fuegen, sind leider schon etwas aelter.


    Es tut meinem Ego einfach gut, etwas zu bewegen. Um jeden einzelnen Klinker habe ich gekaempft. Und jedes Problem geloest. Nur den Zeitplan, den kann man knicken. Wenn ich hier in 3 °C 5 Wochen fertig sein sollte, werde ich schier unkuendbar sein. Es wurden auch schon Versuche unternommen, mich abzuwerben, aber selbst 80.000 Dollar im Jahr, 120 M2 freie Wohnung und 2 bezahlte Fluege im Jahr nach Deutschland koennen mich nicht reizen. Ich wuerde kaput gehen.


    Mein Herz ist schwer. Aber ich laechel. Ich moechte mich am liebsten laut schluchzend meiner Mama an die Schulter werfen. Doch die ist schon lange tot. Bin ich denn der einzige Mensch auf Erden? Verkaterte Memme zetert es in mir. Also raffe ich mich auf, gehe auf die Baustelle und meckere eine Runde die bloeden Tischler an. Und schon geht es mir besser.

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •