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Thema: Das beheizbare Kind

  1. #1
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    Das beheizbare Kind

    Das beheizbare Kind

    Ein Tag beginnt. Das Kind sitzt in der Mitte des Zimmers und schreit. Es ist an den Stuhl gebunden. Wegen der Wärme, von der Familie. Kein Fortkommen.
    Der Winter ist kalt. Verbrannt das Holz des Waldes.
    Der Schrei wird leiser ein Stöhnen. Wimmert wo es enden will.

    Bei Stille wird aufgehorcht. Tätigkeiten unterbrochen. Aus Schlummern geschreckt. Bis einer hingeht zum Stuhl und das Kind schlägt. Ohne hinzusehen. Ein Hieb und es schreit.

    Wenn das Kind im Licht vor Schmerzen stöhnt, strahlt es große Wärme ab. Für die Familie. Ihre Körper, ihre Seelen. Drau?en klirrt die Kälte, der Himmel ist nah. Bäume brannten.

    Mit dem letzten Glanz der im Eis versinkenden Sonne fällt das Kind in einen ohnmächtigen Schlaf und erfriert.

    Jetzt beginnt die Zeit des Heizers, der nur bei Nacht kommt. Sie liegt schon erkaltend auf dem Lager. Wo vorher der Stuhl stand. Er legt sich neben sie. Streichelt ihre Haut. Vertreibt die Starre des Körpers, bis sie sich windet. Wimmert leise und schreit.
    Wo sie tief schlafend vor Wollust stöhnt, verströmt große Wärme. Für den Heizer. Vom Schlaf überfallen droht ihm der stille, kalte Tod. Er drängt sich eng an ihren Leib. Der Winter ein Eismeer. Lang ist die Nacht.

    Das Kind erwacht mit dem ersten Glanz der aufgehenden Sonne. Es wird Frost geben.
    -

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das beheizbare Kind

    2-3 Schönheitsfehler bereinigt. Bevor es 1 Anderer tut.


    Das beheizbare Kind

    Ein Tag beginnt. Das Kind sitzt in der Mitte des Raumes und schreit. Es ist an den Stuhl gebunden. Wegen der Wärme, von der Familie. Kein Fortkommen.
    Der Winter ist eisig. Längst verbrannt das Holz des Waldes.
    Der Schrei. Stöhnt nur leise. Wimmert wo es enden will.

    Bei Stille wird aufgehorcht. Spiele unterbrochen. Aus Schlummern geschreckt. Bis einer hingeht zum Stuhl und das Kind schlägt. Ohne hinzusehen. Ein Hieb und es schreit.

    Wenn das Kind im Licht vor Schmerzen weint, strahlt es große Wärme ab. Für die Familie. Ihre Körper und Seelen. Draußen klirrt die Kälte, der Himmel ist nah. Bäume brannten.

    Mit dem letzten Glanz der im Eis versinkenden Sonne fällt das Kind in einen ohnmächtigen Schlaf. Es erfriert.

    Jetzt beginnt die Zeit des Heizers, der nur in der Nacht kommt. Sie liegt schon erkaltend auf dem Lager. Wo vorher der Stuhl stand. Er legt sich zu ihr. Streichelt die andere Haut. Vertreibt die Starre des Körpers, bis sie sich windet. Stöhnt leise und wimmert.

    Wenn sie im Tiefschlaf vor Wollust stöhnt, verstrahlt eine große Wärme. Für den Heizer. Vom eigenen Schlaf überfallen droht ihm die Stille. Ein kalter Tod. Er drängt sich eng an ihren Leib. Der Winter ein Eismeer. Lang ist die Nacht.

    Das Kind erwacht mit dem ersten Glanz der aufgehenden Sonne. Es wird Frost geben.
    --

  3. #3
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    AW: Das beheizbare Kind

    Ich könnte Dir viel über die Kelten erzählen, über das Werden und Vergehen des Lichts...ihre Auffassung.
    Is aber schon spät, sag ich nur:Ihr habt ein Scheißwetter in Berlin... und das bei diesem Bürgermeister! Ist das wirklich gut so?

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das beheizbare Kind

    Zwei Beobachtungen zu Deinem Schreiben

    Ich bin mir nicht so sicher, ob Deine Pointierung nur Produkt Deiner mangelnden Interpunktionsgabe ist. Du hast da wohl die Gewohnheit angenommen, schnell einen Punkt zu setzen, damit gar nicht erst der Verdacht aufkommen könnte, Du könntest vielleicht und unter gewiß-ungewissen Umständen noch ein wenig Öl ins Feuer gießen wollen.
    Solche Sätze wie mein letzter dürften Dir verquast und inadäquat in bezug auf Deinen Text vorkommen. Sicher?
    Zweite Beobachtung: Du kannst pointieren und sagst wohl auch mehr, als Du es eigentlich vermagst. Schein statt Sein, dafür harnischtes Daseyn. Immerhin könntest Du so eine Lückenfüllerin werden, eine, die sich zwischen die Nesseln setzt und andere daran teilhaben läßt. Die Teilhabe vollzieht sich über künstlerische Mittel: Wer weiß, vielleicht photographierst Du, denn dazu bedarf es der Ermessung des rechten Augenblicks, der Pointierung.

    Konkret für den letzten Text: Die Regulierung des Wärmehaushalts ist mir nicht ganz klargeworden. Es wässert sich so aus.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das beheizbare Kind

    Ich bin mir nicht so sicher...
    Wenn das SO ist, dann steh hier nicht dumm rum, bitte.

    Betrachte die Welt als Lücke, die danach schreit, gefüllt zu werden.

    M

  6. #6
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    AW: Das beheizbare Kind

    2 6 4 Milliarden Lückenbüßer...Endziel!

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das beheizbare Kind

    Noch ein Katholik?
    Nicht Büßer. Füller!
    Über Endziel mag ich nichts sagen jetzt.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das beheizbare Kind

    Marina, Spätzchen, schüttest Du das Kind? Du verdienst Dir im Augenblick das große Dudu!

    Zur Sache: Lückenbüßer. Das ist doch mal ein Thema! Bedarf einer Exposition: die Welt als Wille und Vorstellung, die Welt als Form, als Vollkommenheit im Gleichgefühl der Kräfte. Lücken sind nur, weil ein System gestört ist; es ist noch nicht zerstört, nur gestört, eine Funktion hat ergeben, daß..

    Siehst Du die Welt als System, so magst Du solche Worte in Deine Sprache einlassen. Ich laß sie nicht herein - eine interessante Frage lautet: Läßt man Sprache herein oder ist sie hineingekommen?
    Die Welt ist für mich aus dem Lot, aber das Lot selbst ist im Untiefen, also depraviert, wie wir Kinder sagen.

    P.S. Weil ich nicht an eine Ordnung der Dinge glaube, kann ich mich nicht mit Kabbalistik befassen.
    Aber ich glaube, daß man die Dinge wieder richten kann, erst einmal im kleinen Kreis; daran halte ich mich: kleine Kreise.

  9. #9
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    AW: Das beheizbare Kind

    Wie wäre es mit Nische? Eine Nische zu besetzen ist elitär.

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