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Thema: Geschichten vom Nein - der Schnurzel-Ordner

  1. #26
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    du bist ja schon immer ein nein gewesen!?
    das nein biss sich auf die lippen.

    sein vater war oder gewesen, seine mutter viel leicht.
    sie hatten sich nichts mehr gewünscht, als dass das kind
    ihre ambiguität ablegen sollte und ein klares wesen werden.
    aber im nein hielt sich doch der zweifel des vaters und das viele der mutter.
    beides schien ihm sehr sehr verlockend.
    vor allem das viele.
    nein war immer von allem ausgeschlossen.
    trotzdem faszinierte ihn etwas vom hörensagen:
    das ausgeschlossene dritte.
    er wollte es suchen gehen und ja sollte ihm ab jetzt die türen öffnen.
    abgesehen vom stöhnen war das das erste ja, mit dem er sich befreunden konnte.
    nein! nicht befreunden. scheiß zweifel. mist viel.
    die historische frage hatte das nein verwirrt. aber es würde entschieden nein sagen, an dieser stelle stehen zu bleiben. es sagte nein zu seiner vergangenheit und nein zu seiner gegenwart. zu etwas aber, das nein war, weil es noch nicht war, konnte man schweigen.
    nein! das war viel-leicht!
    so beschloss das nein, den konjunktiv zu verneinen.
    das ausgeschlossene dritte wurde seine passion. eine neinverwandte seele. ein nichts.

    das ja sah ihm kopfschüttelnd beim denken zu.
    seine wundervolle mutter war das trotzdem, seine väter doch und dennoch.
    du liebes neinchen, sagte es zärtlich. wir werden das kind schon schaukeln.

  2. #27
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    es fehlen achtundneunzig texte und zehn bilder zur herstellung eines NEIN-schnurzel-büchleins. ich bitte um progressive mitarbeit. das kann doch nicht so schwer sein. ich geb' mal einen vor:

    "Mama, ich will nicht nach Amerika!"
    "Halt's Maul, schwimm weiter!"

  3. #28
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    1.

    "Der Mächtigste ist der, der nie persönlich in Erscheinung treten muss, und doch allgegenwärtig ist", sinnierte das Nein, als es mit angeklebtem Schnurrbart durch die >Ich ruf dich an< und >Man sieht sich< Täler schlich.

    2.

    "Dem Sex bin ich nicht so zugeneigt", sprach das Nein vollmundig, als es ein Bordell passierte.
    "Nur bei -kniend, von hinten- laß ich mich erhärten", dachte es errötend weiter.

    3.

    Das Schiff, auf dem das Nein reiste, wurde von Piraten gekapert; das Nein als Beutegut auf das Piratenschiff verbracht.
    Wobei es sich beim Segeln unter der Totenkopffahne gar nicht so unwohl fühlte.
    "So lange mein großer Bruder über mich wacht, wird schon alles gutgehen", dachte es und lehnte sich entspannt an den Mast.

    4.

    Beim Familientreffen

    „No pasarán!“, sprach die spanische Empfangsdame lächelnd, und winkte das Nein durch.
    Nein betrat den Versammlungsraum.
    „Wir sind schon eine bunte Truppe“, dachte es sich beim Blick auf seine zahlreich erschienene Verwandtschaft. Vetter No im feinen grauen Anzug seines chinesischen Schneiders war da, auch Brüderchen Njet in schmucker, grauer Kosakenuniform, und alles was Rang und Namen hatte im Reich der Verneinung.
    Sogar das weiße Schaf der Familie, das ewig betrunkene französische Lebe-Non beglückte durch Präsenz.
    Nach eigener Angabe musste er sich verstärkt Wein und Gesang widmen, weil ihm sein Name beim Weib regelmäßig zum Verhängnis gereiche. Böse, d.h. wahrheitsliebende Zungen munkelten dagegen, dass diese Darstellung nicht ganz richtig sei, und sein Mißerfolg bei Frauen auf seine Unfähigkeit angesichts einer Flasche Wein nein zu sagen, zurückzuführen sei.
    Bei einem Arbeitsessen, das die Zukunft der Negation im englischsprachigen Raums zum Thema hatte, herrschte unter den Anwesenden weitgehende Einigkeit, daß die derzeit grassierende „Yes, we can“–Mentalität nur ein kurzes wie krankhaftes Zwischenspiel sei, und das englische Nein einer rosigen Zukunft entgegengehe.
    „Aus No wird no amoi was, wennen´s Scheißn net aufabart“, faßte der, eine graue Lederhose tragende, bayrische Vetter Naa etwas vulgär, aber treffend, zusammen.
    Zum Abschluß versammelte sich die Gesellschaft zu einem abendlichen Gruppenbild. Zur Abrundung des Tages wurde ein Vielleicht, das sich aufs Bild mogeln wollte, ordentlich vermöbelt.
    „Wir sind schon eine schlagkräftige Truppe“, dachte das Nein und grinste zufrieden in die Kamera.

  4. #29
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Ja und Nein gehören zusammen.

    Zitat Zitat von emily
    ach was.

    das nein traf eines tages auf ein unbeschreibliches ja.
    das haute es dermaßen um, dass kein ton über seine lippen kam.

    wahnsinn, dich so unendlich zu lieben.
    wahnsinn, du treibst mich in die hölle.
    hölle.

    ja, sagte das ja.
    höhle.

    du willst mich jetzt bestimmt nicht küssen.
    nein, sagte das nein.
    und du willst mich auch nicht heiraten.
    nein, sagte das nein.
    und auch keine beziehung.
    nein, sagte das nein.

    nicht so stürmisch!, sagte das ja.
    ach, fernanda, stöhnte das nein.
    ach, nein, stöhnte das ja.


    Eine schöne Liebesgeschichte, liebe Emily!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Die gehören zusammen wie Rot und Grün, Kinderkriegen und Abtreibung, Leben und Ableben.
    Ja und Nein sind Instrumente wie linke und rechte Hand.
    Daumen runter, Delinquent tot.
    Ja und Nein machen kurzen Prozess, da, wo das Jain sich verfummelt.

    Sie sind ein verbaler Komplement?r-Kontrast und liegen sich im Wortkreis genau gegenüber.
    2 Mini-Silben mit Maxi-Macht!

    Was war eher da - das Nein oder das Ja?

    Die Idee mit der Reise finde ich gut.
    Der Weg ist gar nicht mal so weit, nur zum Ende des anderen Arms.
    Ein Verdauungsspaziergang mit Kielholen unter der Totenkopfflagge

    Abendgruß!

    (Chef, was ist denn ein Schnurzel-Ordner?)

  5. #30
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    das ist der ordner für die neinchen, naja. ein schnurzel ist ein neinchen. ein schnurzel-ordner ist ein ordner für oder über schnurzel, also über neinchen. hier wird dem problem nachgegangen, wie man etwas über jemanden sagen oder schreiben oder malen kann, dessen lebenssinn das verneinen ist. ein paradoxum.

    bei deinem bild irritiert mich der erhobene daumen. ein schnurzel würde so etwas nie tun. es würde aber auch nie den daumen senken, denn natürlicherweiese muß es auch das klare NEIN verneinen.
    ja ja, so ein schnurzel hat's schon nicht leicht.

  6. #31
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    Was war eher da - das Nein oder das Ja?
    ohne jeden zweifel das "nein"
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    Guten Samstag!

    Chef, dann ist die grüne Hand mit Daumen hoch kein Schnurzel, denn sie steht im Bild für das JA.
    NEIN ist rot mit Daumen runter.

    Für mich ging es um die von Emily beschriebene Liebe zwischen den Beiden. Und mal ganz ehrlich - die beiden gehören doch zusammen! Gäbe es denn überhaupt Schnurzel - Neinchens, wenn es keine Anti - Schnurzel - Jas gäbe?

    & anderedimension:

    Ich denke, dass ein erstes NEIN entscheidet, dass aus dem Es ein Ich wird. Und zwar dann, wenn sich ein kleines Menschlein das erste Mal bewusst verweigert.
    Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Bedürfnisse des Menschleins befriedigt worden, es war zufrieden. Es hat bis dahin JA zur Befriedigung seiner Bedürfnisse gesagt.

    Das NEIN ist näher am Ich, das JA ist näher am Wir.

    Ich bin mir selbst am nächsten. Also ist für mich auch zweifelsohne das NEIN zuerst da?
    Oder funktioniert das so nicht, weil ich immer auch Teil einer Gesellschaft bin?

    Chef, dann ist also ein Eremit ein echter Schnurzel?

  8. #33
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    guten morgen

    Ich denke, dass ein erstes NEIN entscheidet, dass aus dem Es ein Ich wird. Und zwar dann, wenn sich ein kleines Menschlein das erste Mal bewusst verweigert.
    Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Bedürfnisse des Menschleins befriedigt worden, es war zufrieden. Es hat bis dahin JA zur Befriedigung seiner Bedürfnisse gesagt.

    Das NEIN ist näher am Ich, das JA ist näher am Wir.
    du hast es auf den punkt gebracht - besser kann man es nicht formulieren.

    das ganze hat auch eine tragische seite...zb bei missbrauchsopfern

    er fasst mich an...ich wehre mich nicht und schweige - das wird als "ja" gewertet.
    gibt mal wieder einen aktuelle fall; eine ordensschwester (das werk) wurde von einem priester mehrmals missbraucht, zeigte diesen jahre später an. er hat die sexuellen übergriffe gar nicht geleugnet, sah sie aber darin legitimiert, dass die schwester kein "nein" äußerte - und er bekam recht. jaund nein, so simpel diese wörter auch scheinen, es liegt viel darin verborgen.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #34
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    Das ist wahr, so ein NEIN kann eine befreiende und damit bejahende Wirkung erzielen. Aber ein vollkommen sich seiner selbst bewußtes Schnurzel müßte auch dieses klare NEIN verneinen, wobei gefragt werden muß, ob ein Schnurzel sich klar zu seinem Wesen, dem Nein-sagen, bekennen kann, denn das wäre ja letztlich nur die Umkehrung des Ja-sagens, die Negation ist auch eine Konstruktion.

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Geschichten vom Nein (5) - der Schnurzel-Ordner

    Die Geburt des Ja

    Das Nein war nicht immer schlecht auf das Vielleicht zu sprechen. In seiner triebhaften Jugend war es den Reizen des Vielleicht verfallen. Die leuchtenden Möglichkeiten im Dekollete des Vielleicht hatten es ihm angetan.
    Als das Vielleicht eines Tages: "Willst Du nicht mit mir schlafen?" fragte, rührte es ein "Nein!" und legte ungestüm los. Angesichts der Umstände und der beteiligten Partner war es wenig überraschend, dass Verhütung keine Rolle spielte.

    Als das Vielleicht von morgendlicher Übelkeit geplagt wurde, ging es zum Arzt.
    Der eröffnete ihm nach einer Untersuchung: "Ich gratuliere! Sie sind in anderen Umständen."
    "Und was ist es?" fragte das Vielleicht zögerlich.
    "Es ist ein Jaaber", stellte der Arzt fest.

    Als die Zeit der Geburt gekommen war, rief das Vielleicht ein Taxi und ließ sich zur Entbindung in die Klinik fahren. Auf den Vater konnte es nicht warten. Der war vor ein paar Monaten zum Zigarettenholen gegangen und noch nicht zurückgekehrt.
    Der Geburtsvorgang erwies sich als mehr als Problematisch. Die Ärzte stellten fest, dass das Jaaber zu sperrig für den eher kleinen Geburtskanal des Vielleicht war. So mussten sie das Skalpell zum Einsatz bringen, indem sie das Jaaber durchschnitten.
    Zur allgemeinen Erleichterung wurde festgestellt, dass beide Teile lebensfähig waren.
    Dem erschöpften, aber stolzen Vielleicht wurden ihr Ja und ihr Aber in die Arme gelegt.
    Die beiden entwickelten während ihrer Kindheit prächtig. Balgten sich und spielten Streiche. Gingen auch öfter eigene Wege.
    Am schlagkräftigsten waren sie aber als Duo. Und am gefürchtesten. Die Leute verkrochen sich ängstlich in ihren Wohnungen wenn Ja, Aber durch die Straßen patroullierten.

  11. #36
    Gast
    Status: ungeklärt

    blöde Frage

    Zitat Zitat von Anja


    Eine schöne Liebesgeschichte, liebe Emily!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Die gehören zusammen wie Rot und Grün, Kinderkriegen und Abtreibung, Leben und Ableben?

    Ja und Nein sind Instrumente wie linke und rechte Hand.
    Daumen runter, Delinquent tot.
    Ja und Nein machen kurzen Prozess, da, wo das Jain sich verfummelt.

    Sie sind ein verbaler Komplementär-Kontrast und liegen sich im Wortkreis genau gegenüber.
    2 Mini-Silben mit Maxi-Macht!

    Was war eher da ? das Nein oder das Ja?

    Die Idee mit der Reise finde ich gut.
    Der Weg ist gar nicht mal so weit, nur zum Ende des anderen Arms.
    Ein Verdauungsspaziergang mit Kielholen unter der Totenkopfflagge?

    Abendgruß!

    (Chef, was ist denn ein Schnurzel-Ordner?)

    Was war eher da? Was soll diese Frage? Hauptsache was hingeschrieben, das intellektuell klingen soll.
    Irgendwann ist es auch mal gut. Zeit loszulassen.

  12. #37
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Das Ei hat einen Knacks. - Warum ist das so?


  13. #38
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Das Ei hat einen Knacks. - Warum ist das so?

    ja zu pflanzlichem leben - eßt mehr tiere!

  14. #39
    Gast
    Status: ungeklärt
    Das Nein ist ursprünglich ein Komperativ: nicht - nein - ausgeschlossen.

    Das Ja sei ein Ja, Das Nein ein nicht: jetzt nicht, hier nicht, so nicht....

  15. #40
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Gestatten, NEIN, NEIN, der Schnurzel.

    Zitat Zitat von uisgeovid
    Geschichten vom Nein ...(5)

    Nun sollte das Nein einmal verreisen ?
    hatte es endlich einmal ja gesagt?
    Wenigstens so ganz ganz leise?
    Zu den Reiseplänen etwa?
    Zum Kofferpacken?
    Zum Fahrkartenkaufen?
    Nein!
    Es war eine Dienstreise -
    in das Land der Jasager,
    ihnen endlich mal wieder Kultur
    beibringen...
    Präsenz zeigen,
    einfach anwesend sein,
    Abschreckung genug.
    Und wirklich -
    Das Nein liebt diese Reisen...

  16. #41
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Keine Hast unterm Mast

    Zitat Zitat von Streusalzwiese
    Das Schiff, auf dem das Nein reiste, wurde von Piraten gekapert; das Nein als Beutegut auf das Piratenschiff verbracht.
    Wobei es sich beim Segeln unter der Totenkopffahne gar nicht so unwohl fühlte.
    "So lange mein großer Bruder über mich wacht, wird schon alles gut gehen", dachte es und lehnte sich entspannt an den Mast.

  17. #42
    Gast
    Status: ungeklärt

    Krank

    Hier ist alles krank.
    Schrecklich.
    Auch nebenan in den Threads.
    Weg bin ich.

  18. #43
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Keine Hast unterm Mast

    Zitat Zitat von Anja
    (Für Skorbut ist es noch zu früh.)

  19. #44
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Gruppenbild mit (spanischer) Dame

    Zitat Zitat von Streusalzwiese
    Beim Familientreffen

    „No pasarán!“, sprach die spanische Empfangsdame lächelnd, und winkte das Nein durch.
    Nein betrat den Versammlungsraum.
    „Wir sind schon eine bunte Truppe“, dachte es sich beim Blick auf seine zahlreich erschienene Verwandtschaft. Vetter No im feinen grauen Anzug seines chinesischen Schneiders war da, auch Brüderchen Njet in schmucker, grauer Kosakenuniform, und alles was Rang und Namen hatte im Reich der Verneinung.
    Sogar das weiße Schaf der Familie, das ewig betrunkene französische Lebe-Non beglückte durch Präsenz.
    Nach eigener Angabe musste er sich verstärkt Wein und Gesang widmen, weil ihm sein Name beim Weib regelmäßig zum Verhängnis gereiche. Böse, d.h. wahrheitsliebende Zungen munkelten dagegen, dass diese Darstellung nicht ganz richtig sei, und sein Mißerfolg bei Frauen auf seine Unfähigkeit angesichts einer Flasche Wein nein zu sagen, zurückzuführen sei.
    Bei einem Arbeitsessen, das die Zukunft der Negation im englischsprachigen Raums zum Thema hatte, herrschte unter den Anwesenden weitgehende Einigkeit, daß die derzeit grassierende „Yes, we can“–Mentalität nur ein kurzes wie krankhaftes Zwischenspiel sei, und das englische Nein einer rosigen Zukunft entgegengehe.
    „Aus No wird no amoi was, wennen´s Scheißn net aufabart“, faßte der, eine graue Lederhose tragende, bayrische Vetter Naa etwas vulgär, aber treffend, zusammen.
    Zum Abschluß versammelte sich die Gesellschaft zu einem abendlichen Gruppenbild. Zur Abrundung des Tages wurde ein Vielleicht, das sich aufs Bild mogeln wollte, ordentlich vermöbelt.
    „Wir sind schon eine schlagkräftige Truppe“, dachte das Nein und grinste zufrieden in die Kamera.

    (Nun reicht's erstmal, Abendgruß!)

  20. #45
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    Gerüchte ums Ja

    Um das Ja rankten sich viele Gerüchte: Manche nannten das Ja eine Missgeburt; weil es ein Inzuchtprodukt, für das zwei besoffene Neins verantwortlich wären, sei. Böse Zungen sprachen gar von einem flotten Dreier, den ein Nie, ein Nicht und ein Nein in einer schummrigen Kneipe durchgezogen hätten. (Gar nie nicht nein gesagt ...)
    Diese Gerüchte waren gegenstandslos, wie oben beschrieben.
    Andere behaupteten, das Ja sei eine Schlampe, weil es zu keinem Nein sagen konnte. Da war in der Tat etwas dran. Wobei es in Beziehungsangelegenheiten mehrgleisig unterwegs war. Mit dem Pan sah man es öfters, auch der Maika war es nicht abgeneigt. Sogar zum Wohl hatte es eine innige Beziehung.
    Auch wurde es mehrmals in schnittigen Sportwagen aus britischer Produktion gesichtet: opulent mit grünem Schmuck behangen.

  21. #46
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    Ein Inzuchtprodukt, für das zwei besoffene Neins verantwortlich zeichnen...

    Zitat Zitat von Streusalzwiese
    Um das Ja rankten sich viele Gerüchte: Manche nannten das Ja eine Missgeburt; weil es ein Inzuchtprodukt, für das zwei besoffene Neins verantwortlich wären, sei. Böse Zungen sprachen gar von einem flotten Dreier, den ein Nie, ein Nicht und ein Nein in einer schummrigen Kneipe durchgezogen hätten. (Gar nie nicht nein gesagt ...)
    Diese Gerüchte waren gegenstandslos, wie oben beschrieben.
    Andere behaupteten, das Ja sei eine Schlampe, weil es zu keinem Nein sagen konnte. Da war in der Tat etwas dran. Wobei es in Beziehungsangelegenheiten mehrgleisig unterwegs war. Mit dem Pan sah man es öfters, auch der Maika war es nicht abgeneigt. Sogar zum Wohl hatte es eine innige Beziehung.
    Auch wurde es mehrmals in schnittigen Sportwagen aus britischer Produktion gesichtet: opulent mit grünem Schmuck behangen.

  22. #47
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Klare Kante

    Klarerweise ein Ja zu diesem Ordner. Schnurzeln ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Seit Jahrzehnten. Ich hoffe, das bleibt noch ein Weilchen so, denn es reinigt ungemein.
    Darum ein deutliches für all die Schnurzel in der Welt.

  23. #48
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Geschichten vom Nein - der Schnurzel-Ordner

    Als das Nein durch das Land der Genderistas fuhr, sah es aus dem Zugfenster blickend eine Demonstration. Auf Schildern stand „Nein zum Negerkuss“, „Nein zum Zigeunerschnitzel“ und „Nein zum Kosakenzipfel!“ zu lesen.
    “Ein gastliches Land“, dachte es sich. „Leider kann ich keinen Halt machen, weil der Bahnhof geschlossen wurde und die Bahnhöfin noch nicht eröffnet ist.“


    Auf die Frage nach seinem Lieblingsmonat antwortete das Nein: "Der Mai."
    "Ist das nicht eher etwas für ein Ja? Bei Ihnen wären wir eher davon ausgegangen, dass sie den November oder den April favorisieren.", entgegneten die Fragesteller.
    "Ich bin ein unbequemes Nein.", sprach es da und ging seiner Wege.

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