Es müssen hier zwei Stellschrauben im Wechselspiel des politischen Machtspiels zwischen dem Kaisertum und den Reformatoren genannt werden: zum einen das Papsttum, zum anderen die Stände. Das Kaisertum mußte katholisch bleiben, schließlich vergab nur der Papst die Kaiserkrone. Papsttum und Reichsstände flankierten das Kaisertum und waren als Gleichgewichtsgaranten der Reichspolitik vor allem daran interessiert, das Kaisertum nicht zu stark werden zu lassen, allerdings auch stark genug, um es gegebenenfalls als Ordnungsmacht gegen das Gleichgewicht Störende einsetzen zu können. In diesem Spannungsfeld erwuchs Libertät, ein Ergebnis der spezifisch deutschen Form frühneuzeitlicher Politik. Die deutsche Libertät: Ein nicht verabsolutierter Monarch muß um Akzeptanz bei Adel, Volk und Kirche gleichermaßen kämpfen und entsprechende Zugeständnisse (Kapitulationen) versprechen, die in einer wechselseitigen Machtverschränkung auch gegenseitig kontrolliert werden, währenddessen seine englischen, spanischen, russischen, schwedischen oder französischen Kollegen als eine Art oberste Zwangsgewalt weitgehend ohne dieselben Kapitulationen regieren.
Nur wenige Jahre lang ist die Reformation in Deutschland echte Bewegung gewesen, Bewegung des ganzen Volkes. 1524 war bereits entschieden, daß ihre Durchführung Sache der Territorien und daß ihre geschichtliche Form die Landeskirche sein würde. Luther ist an diesen beiden Prozessen mit seiner persönlichen Entscheidung innerlich beteiligt. (Freyer II, S. 823.)

Als Luther 1517 Thesen an die wittenberger Schloßkirche schlug, herrschte im Reich Maximilian I. von Habsburg. Er war ein Durchschnittskaiser ohne besondere Leistungen, sieht man einmal davon ab, daß in seiner Ägide um 1500 das Reichsexekutionsgesetz durchgesetzt wurde, das das Reich in Reichskreise einteilte und so die Möglichkeit besserer Verwaltung schuf. Doch den politischen Nutzen zog er nicht aus dieser administrativen Meisterleistung, die das Reich zu einer beispielhaften korporativen Gemeinschaft [1] hätte machen können. Oder doch? War Maximilians zögerliche Politik gegenüber den absolutistischen Tendenzen seiner Zeit die richtige Antwort und sicherte den Deutschen das Gleichgewicht der Kräfte, das sie benötigten?
Das Offenbare: Maximilians Sohn Philipp starb lange vor seiner Zeit, und als sich Maximilian 1519 sterbend nach einem Nachfolger umsah, so kam aus seiner Familie nur der Enkelsohn Karl in Frage. Der war auch der Enkel der berühmten Isabella von Kastilien, in den spanischen Niederlanden aufgewachsen und sprach kein Deutsch.
Wir müssen hier zweierlei unterscheiden, das Offenbare und das Geheime. Der offenbare Sinn dynastischer Politik liegt darin, für die Familie den größtmöglichen Machtbereich zu erwerben, zu schützen und auszubeuten. Nun besaßen die Habsburger Streubesitz in halb Europa mit einer Bevölkerung, die weder national noch religiös einheitlich war. Und so kommen wir zum geheimen Sinn dynastischer Politik, wie er sich schon seit dem Mittelalter durchsetzte: Es geht um Gleichgewicht. Zwischen den einzelnen Machtblöcken in Europa mußte ein Gleichgewicht hergestellt werden, das den Krieg zwischen den Großen unterbinden würde, wohl aber kriegerische Aktivitäten gegen Unabhängige zuließ. Geheim daran war, daß es unbewußte Vorgänge waren, die Herrschenden selbst kaum bewußt ihre Politik betrieben. Daß sie das Gleichgewicht im Sinne ihrer Obrigkeitspflicht schaffen müßten, blieb den meisten verborgen, darum ist es geheim zu nennen. Nichtsdestotrotz lief alle Politik darauf hinaus, ob die Fürsten es nun wollten oder nicht.
Maximilian warf also seinen Enkelsohn Karl ins Rennen um den deutschen Königsthron.
Karl setzte sich gegen den französischen Mitbewerber durch [er zahlte 850000 Goldgulden (drei Tonnen Gold) an die Churfürsten → ca. 50 Millionen €], wurde von den Churfürsten gewählt und wollte nun auch Kaiser werden. Dazu bedurfte es einer papstfreundlichen Politik. Und an dieser Stelle kommt Luther ins Spiel.

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1521 in Worms trat Karl V. vor einem Reichstag auf. Luther war da und sollte sich rechtfertigen, obzwar längst gebannt, erschien er, zumal ihm freies Geleit zugesichert worden war. Karl war in Aachen zum deutschen König gekrönt worden, hatte eine ständische Regierung eingesetzt und so ein wenig Ordnung geschaffen. Und nun kam Luther. Karl sah in diesem mitteldeutschen Mönch einen Unruhestifter, der seinen Plänen zwar nicht unmittelbar gefährlich werden konnte, aber doch immerhin Gefahr bedeutete. Zudem hatte der Papst strikt gefordert, daß an Luther Bann und Acht vollstreckt werden müßten. Karl mußte dem Papst gehorchen, wollte er Kaiser werden. Luthers Schirmherr, der sächsische Churfürst, hatte darauf bestanden, daß die Acht erst dann vollstreckt werden könne, wenn Luther mit der Schrift widerlegt worden sei. Luther ließ es darauf ankommen. Er war sich seiner Sache sicher.
Als Luther in Worms erschien, sollen die Steine nach ihm geschrien haben, wie der päpstliche Gesandte Rom meldete. Er war in aller Munde, die Befreiung war groß. Die Deutschen fühlten mit ihm, ob in Ost-, Nord-, Süd- oder Westdeutschland. Besonders groß war die Zustimmung im Nordosten und Südwesten. Die rückständigen Friesen und Bayern nahmen Luthers Bestrebungen weniger wahr. Neben der Erneuerung der Religion galt es, im Reich eine zweite Aufgabe zu lösen: eine ständisch-monarchische Verfassung, wie sie durch den administrativen Beschluß der Reichskreise schon angeschoben war. Nun durften die Reformen nicht stillstehen.
Karl V. wunderte sich über die allgemeine Begeisterung, die Luthers Lehre in weiten Teilen Deutschlands bei Volk und Ständen hervorrief. Er mußte den Papst im bevorstehenden Kampf mit Frankreich um die Vorherrschaft in Europa an seiner Seite wissen. Nun, der Papst hatte Luther zum Ketzer erklärt, das machte ihm die Entscheidung leicht, wie mit diesem Mann aus dem Volke zu verfahren sei. Allerdings war die Stimmung auf dem Reichstag eine andere. Die Reichsfürsten kümmerte das päpstliche Verdikt nicht viel, im Gegenteil, sie bekamen so eine Chance, gegenüber ihrem König ein Gegengewicht zu schaffen, sich zu profilieren, und ihre Zustimmung zur königlichen Politik von weiteren Zugeständnissen abhängig zu machen. Doch Karl V. bedurfte in diesem Augenblick der Churfürsten nicht mehr als des Papstes, denn seine Churfürsten hatten ihn bereits zum König gewählt, mehr konnten sie nicht tun; der Papst aber sollte ihn zum Kaiser krönen, also ließ er die Churfürsten fallen und schickte Luther, ohne auf seine religiösen Gründe überhaupt zu hören, in die Acht. Die Fürsten des Reichstages fielen um und stimmten mehrheitlich ihrem Herrn zu, denn sie hatten ihr wichtigstes politisches Ziel erreicht: der König hatte ihnen ein Reichsregiment zugesagt, was der Einsetzung einer Reichsregierung gleichkam. Im Gegenzug hatte der Reichstag Karl 200 Römermonate Unterstützung gegen Frankreich zugesagt (200 mal 128000 Gulden = 25600000 Gulden = 1,5 Mrd. €), was letztlich auch im Sinne des Reiches lag und nicht nur dem machtpolitischen Kalkül des Habsburgers entsprach. Jeder hatte also bekommen, was er wollte. Nur Luther nicht, nur der größte Wunsch aller Christen des Reiches wurde nicht erfüllt, eine Reform der Kirche an Haupt und Gliedern.
Karl war zufrieden. Aber waren wirklich die wichtigsten politischen Entscheidungen gefallen? Kaum, denn die große Mehrheit der Deutschen fühlte wie Luther, der die Tore aufgestoßen hatte, der den Deutschen Freiheit gab, Selbstverantwortung und dennoch das Gefühl größtmöglicher Sicherheit. Luther hatte erklärt, daß kein Christ der Gnade verlustig sei und daß kein Christ gute Taten vollbringen müsse, um ihrer wahrhaftig zu werden. Der Spanier auf dem deutschen Thron verstand das nicht, diese Not, die die Deutschen quälte, die eben dazu führte, daß sie Ablässe kauften, daß sie in gar keinem politisch-moralischen Verhältnis zu ihrem Land standen, zur Ordnung, wie sie ihnen durch den Papst und ausländische Monarchen verordnet worden war.
Luther war in die Acht (war vogelfrei; durfte von jedem getötet werden) geschickt, was Lebensgefahr bedeutete. Die Mär von der Entführung durch einige Getreue und Luthers mehr oder weniger zweijähriger freiwilliger Aufenthalt auf der Wartburg als Junker Jörg sei hier nur erwähnt, nicht aber thematisiert. Uns interessiert vielmehr, welche Veränderungen und Wirkungen aus Luthers Weigerung auf dem Wormser Reichstag von 1521, seine Auffassungen den gegebenen der Konzile anzugleichen, folgte.

Luther hatte erklärt, daß die kirchliche Ordnung um 1500 nicht dem Buchstaben und Geist der Schrift entspräche. Für den Neuaufbau einer Landeskirche [2], d.i. ein Gedanke, der sich geradezu aufdrängte, benötigte Luther die Obrigkeit, den Adel, die Fürsten. Zunehmend verband sich damit auch der Hinweis auf soziale und politische Ungerechtigkeiten, Angelegenheiten, die Luther vom Volke zugetragen wurden oder die er selber kannte und die nun mit dem Neuaufbau der evangelischen Kirche gleichsam weggetragen werden sollten. Luther prüfte die Wirklichkeit mit Hilfe der Schrift. Und hier kam es zu verschiedenen Auslegungen, denn die Verhältnisse um 1500 waren in vielerlei Hinsicht andere als die in der Schrift beschriebenen.
Der politisch bedeutsame Adel wollte mit dem König gegen Frankreich schlagen, zugleich aber Luthers Pläne unterstützen. Zugleich drängte der Adel auf die Bildung eigener Herrschaften. Der König wiederum benötigte die militärische Macht des Adels, um gegen Frankreich bestehen zu können, andererseits stand er unter dem päpstlichen Druck, Luther zu bannen. Von unten drückten die Bauern, die in dieser Situation die Möglichkeit sahen, überfällige Änderungen im Verhältnis zu ihren Herren anzumahnen, zugleich aber auch endzeitliche Erwartungen ins Spiel brachten.
Das Reich war eine einzige Kampfzone, die Luthers Anschlag entzündete. Das Mittelalter war vorbei, neuzeitliche Gerechtigkeitsphantasien verbanden sich mit mittelalterlichen Endzeiterwartungen; am Firmament leuchtete Utopia [3], das Dritte Reich des Lichts. Die Bauern rotteten sich zusammen, verjagten den altgläubigen Klerus, stürmten die Kirchen und verbrannten alles Schriftliche (Schuldlisten, Ablässe, Verzeichnisse, Bücher), das Alte sollte sterben. Ging ihre weltliche Herrschaft mit, gut, tat sie es nicht, so fand der Kampf auf zwei Ebenen statt. Das ist ein typisches Kennzeichen revolutionärer Zeiten: wechselnde Koalitionen.

Die Bauern waren selten genug in der Lage, positive Ziele zu formulieren, dennoch gab es sie, positive Vorschläge. Aber meist gewannen schwärmerische oder anarchische Kräfte die Oberhand, was immer mit einem Blutrausch, einer monströsen (voreiligen) Siegesfeier und anschließender Niederlage der Aufständischen endete. Am bekanntesten wurde die Schlacht von Frankenhausen, wo Tausende aufständische Bauern von gedungenen Landsknechten niedergemetzelt wurden. [4]
Luther betrachtete die aufständischen Bauern mit Skepsis, er sah darin eine Störung der öffentlichen Ordnung. Das war die weltliche Ordnung, die durch weltliche Ordnungskräfte repräsentiert werden müßte. Schnell wurde Luther von den radikaleren Kräften als Fürstenknecht beschimpft, der die heiligen Grundrechte an die weltliche, unheilige Obrigkeit verrate. Darüber ließe sich streiten.
Indessen erstarkten im Südosten die Türken. Sie hatten 1526 in Ungarn eine wichtige Schlacht gewonnen, den ungarischen König besiegt und getötet und näherten sich Wien. Das brachte zwar Ungarn und Böhmen wegen eines Erbfalls [5] an Österreich, zugleich aber auch die tödliche Gefahr der Vernichtung durch die Osmanen. Die Franzosen witterten ihre Chance, die Habsburger ein- für allemal zu vernichten und verbanden sich mit den Türken! Der Papst unterstützte die Franzosen.
Das ist ein weiteres Kennzeichen der (frühen) Neuzeit: die Religion wird zu einem politischen Mittel, nicht mehr zum Zweck der Politik. Der Papst verbündete sich mit den Türken gegen den deutschen König. Diese Konstellation wäre im Mittelalter undenkbar gewesen.
Karl V. gab seinem Bruder Ferdinand den Auftrag, im Reich zu regieren und wendete sich außerdeutschen Angelegenheiten zu. Auf dem Reichstag zu Speyer (1526) wurde die Neuordnung der Kirche auf ein kommendes Konzil [6] verschoben, bis dahin solle ein jeder sich so verhalten, wie er es gegen Gott und die kaiserliche Majestät zu verantworten gedenke. Das bedeutete Religionsfreiheit im Reich. Karl schickte nun, da ihm die Hände frei wurden, Landsknechte nach Italien, die dort furchtbar wüteten und den Papst dazu zwangen, Karl zum Kaiser zu krönen. 1529/30. Im gleichen Jahr tagte in Speyer wieder ein Reichstag, der diesmal beschloß, daß das alte Kirchenregiment im Reich aufrechterhalten werden sollte. Hiergegen legten vor allem die nördlichen Teile des Reiches Protest ein, denn sie hatten Luthers Vorstellungen eines evangelischen Kirchenaufbaus bereits in vielen Punkten durchgesetzt; sie unterschrieben eine Protestnote, in der sie anmahnten, daß ein Reichstagsbeschluß, den alle gefällt hatten, nicht durch einfache Mehrheit wieder umzukippen sei: sechs Fürsten und vierzehn Reichsstädte unterzeichneten diesen Protest (u.a. Chursachsen, Hessen, Nürnberg, Ulm, Straßburg). Der Kaiser hatte keine Kraft, diesen Protest zu bestrafen, denn die Türkengefahr war zu bändigen. Die Türken belagerten Wien. Ferdinand wurde von Ungarn, Böhmern und vielen anderen Südosteuropäern zu ihrem König gewählt. Im Reich wurden die Kräfte gesammelt, um die Türken zu vertreiben, auch die Lutheraner beteiligten sich. Es gelang, wobei die Wiener selbst den Großteil der Leistung vollbrachten. Die Türken zogen ab.
Der Reichstag 1530 sollte nun Klarheit in der Religionsfrage bringen. Die Protestanten verließen sich darauf, daß ein Konzil Klarheit schaffen würde, aber der Papst verweigerte die Berufung desselben. Er war unehelich geboren, was in Anwendung des kanonischen Rechts Priesterweihe nicht zuließ. Das wäre vor einem Konzil herausgekommen, da dort alle Mitglieder hinsichtlich der Unlauterbarkeit ihres Herkommens geprüft würden. Also verweigerte Klemens VII. diese Prüfung, mithin das ganze Konzil. Statt dessen schmiedete er erneut eine Liga gegen den Kaiser und verband Frankreich stärker mit seinem Hause, indem er seine Nichte Katharina von Medici mit dem französischen Prinzen Heinrich liierte.
Im Reich einigte man sich 1532 auf dem Reichstag in Nürnberg darauf, daß ein Konzil das Problem der Kirchenspaltung im Reich regeln solle. Der Kaiser hielt sich aus den kirchenpolitischen Streiterein heraus, zumal er außenpolitisch stark in Anspruch genommen wurde und bald im Westen, bald im Osten gegen die Feinde des Reiches kämpfte. Sein Fehlen im innenpolitischen Diskurs zur zentralen Frage dieser Zeit, der anstehenden Kirchenspaltung, stärkte die Protestanten, die in den Jahren nach 1530 ihre machtpolitische Basis erweiterten.


Aufgaben:


  1. Nenne Gründe, die Luther das Schicksal Jan Husens ersparten! (II)
  2. Beschreibe das Konfliktfeld der Regierungszeit der Kaiser! (II)
  3. Gehe auf Vor- und Nachteile einer in einer neuen Kirche manifestierten Kirchenspaltung im Reich ein! (III)



[1] Der korporative Gedanke basiert nicht auf der Rechtsgleichheit, sondern auf gemeinsamem Willen, der sich in einer Erklärung widerspiegelt und zur politischen Tat wird.

[2] Der Beginn des evangelischen Landeskirchensystems ist mit den Kirchen- und Schulvisitationen 1527 in Chursachsen zu fixieren, das sind Besuche von churfürstlichen Beamten, die den Unterricht in den Schulen oder auch die Predigten in den Kirchen besuchten, um zu prüfen, ob lutherisch gelehrt resp. gepredigt werde.

[3] Utopia, z. dt. Nichtland. Den Begriff entwickelte der englische Politiker und Geistliche Thomas Morus in seiner gleichnamigen Schrift über ein Land, in dem es gerecht zugeht, zugleich aber strenge Zucht und Ordnung herrschen.

[4] Arnold Hauser sah im Bauernkrieg eine Folge der Arbeitslosigkeit im Anschluß an die Verschiebung des Kapitalinteresses von der landwirtschaftlichen zur industriellen Produktion, die im Reich, dem Funktuationspunkt des europäischen Kapitals jener Zeit, besonders starke soziale Verwerfungen zur Folge hatte, die, zudem noch mit religiösen Ideen durchmischt, in der am stärksten betroffenen Gruppe, den Bauern, zum Ausbruch kam. (Arnold Hauser: Sozialgeschichte der Kunst und Literatur. Dresden 1987. S. 329ff.) Dem Bauernkrieg ging die Bundschuh-Bewegung („Das Zeichen des Bundschuhs als Banner hatte seinen Ursprung daher: Der Ritter trug als besondere Auszeichnung Stiefel; der Bauer, wenigstens der unfreie, als Zeichen der Untertänigkeit und Unfreiheit Schuhe, gitterartig vom Knöchel an aufwärts mit Riemen gebunden. Dieser allgemein getragene Bauernschuh hieß von dieser Art des Bindens Bundschuh. “ In: Wilhelm Zimmermann: Der Große Deutsche Bauernkrieg. Berlin 1989. S. 30.) voraus. bundschuh.jpg

[5] Den Nachfolger auf dem ungarischen Thron trat nach ungarischem Recht der Gemahl der Schwester des ungarischen Königs an. Das war Ferdinand von Österreich, der jüngere Bruder des Kaisers.

[6] In der frühen Neuzeit hoffte man, daß ein Konzil die Probleme der Kirche lösen könnte, die Konzilbewegung. Es gab starke Kräfte, im Bürgertum, die forderten, daß die Kirche breiter aufgestellt und die Hilfe des Stadtpatriziats annehmen müsse, um die administrativen und politischen Aufgaben zu erfüllen, die das Papsttum spätestens nach Bonifatius VIII. 1302 formulierten Diktum, daß der Papst auch in weltlicher Hinsicht das Oberhaupt der Christenheit sei, forderte.