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Thema: Auf dem Lexotanil

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Auf dem Lexotanil

    Undank ist der Gäste Lohn (Ausschnitt)


    Das Oberdeck der 'Katatonia' ist zum Schutz vor der stechenden Sonne mit gelber, von tausenden glühender Tage ausgebleichter Leinwand überspannt. Die grellweiße Lichtflut über dem Fluß, welche die felsigen Ufer zu beiden Seiten mit der kochenden Luft zu einem flirrenden Glossen verschmilzt, wird durch die träge im Fahrtwind schlagenden Stoffbahnen zum golden-schattigen Dämmer gemildert. In seinem Schutz drängen sich Tische und Stühle, an denen Passagiere sitzen und sich von geschäftig durch die engen Freigänge drängenden weißjackigen Bedienern Speisen und Getränke auftischen lassen.
    Am ansteigenden Bug des Schiffes läuft das schützende Leinen in einem spitzen Dreieck aus. Hier, im besten Fahrtwind, bricht das Licht von beiden Seiten in die Überschattung ein, webt so ein Zwischenreich aus blendendem Wüstentag und bräunlichem Dämmer. In dieser Zone sitzen, rund um einen, der ihren bewundernden Blicken nach als ein Besonderer angesehen werden muß, schlanke Jünglinge mit empfindsamen Gesichtern und lauschen den Worten des Besagten, den sie in fügsamen Eifer, doch mit gehörigem Abstand umringen. Ansgar Bleton heißt der weihevoll Umsessene, dieser landaufundab nur in avantgardistischen Kreisen, dort aber Bestens bekannte Dichter und Künder. Keiner weiß übrigens, wie man den Namen des Meisters in der rechten Weise betont. Denn die, die ihn kennen, flüstern ihn nur, aus übergroßer Ehrfurcht, und im Flüstern läßt sich nun einmal keine ordentliche Aussprache hervorbringen. Um das Flüstern die-ses Namens nicht jedesmal anmerken zu müssen, wird künftig der Name des Meisters, Ansgar Bleton, wenn von einem Anhänger in gedämpfter Lautstärke ausgesprochen, in kleinerem Satz wiedergegeben.
    Ansgar Bleton ist trotz der Hitze ganz in Schwarz gekleidet, schwarzseiden schimmert das Hemd und auch der elegante Anzug. Das lange weiße Haar trägt er streng nach hinten gekämmt. Diese durch einige Locken am Hinterhaupt feminin anmutende Haartracht wird wettgemacht durch die hochgewölbte breite Stirn mit den starken Augenwülsten, die tiefliegende Eulenaugen, die scharfe Nase mit den hohlen Wangen, dem schmalen Mund über dem grimmig ragenden Kinn darunter. Der Meister sitzt schweigend. Sein Blick geht unerbittlich über die vor Ergebenheit hechelnde Jüngerschar, aus der ein jeder die Aufmerksamkeit seines Herrn ersehnt und fürchtet zugleich.
    Lange schaut er in die Gesichter, derer sich ein jedes vor der Macht seines Blickes senkt. Dann hebt er die Hand und deutet mit einer Geste, an der sich Autorität und Überdruß zu gleichen Teilen finden lassen, in die Schar der Umsitzenden. Der durch den Fingerzeig Herausgehobene wird bleich und rot, erhebt sich, zu schnell, um dies mit Würde zu vermögen, von seinem Sitz, rafft fahrig einige Blätter Papier zusammen, krümmt sich devot zu seinem Herrn hin und beginnt vorzutragen.
    Wir verstehen kein Wort. Zu weit entfernt von der Gruppe, aus der uns eine, ganz vorne am Bug hockende Gestalt merkwürdig vertraut vorkommt, stehen wir . Zu laut auch summen die Gespräche der speisenden Gäste, das eifrige Geklapper von Besteck und Geschirr, das schmatzende Tappen der gummibesohlten Bedientenschuhe, das vierbeinige Scharren gerückter Stühle. Zudem wird unsere Aufmerksamkeit von zwei in diesem Augenblick neben uns, wir lehnen am Geländer der ins Schiff hinabführenden Treppe, aus dem Bauch des Schiffes emporsteigenden Gästen eingefangen. Die Emporkömmlinge tragen das dunkle Tuch der Eiferer, den langen mit Henna gefärbten Bart, die in der gleichen Farbe gehaltenen aufdringlichen Koteletten, den schwarzen Hut mit stark aufgebogener Krempe, die obligate Brille mit violetten Gläsern. In den Händen halten sie Rezitationsketten aus dicken gelben und schwarzen Perlen.

    Gründlich mustern die zwei Fundamentalen das tafelnde Volk im Schatten, langsam drehen sich beide Köpfe, von ihren Gesichtern sind, hinter den wilden Bärten, den dunklen Brillengläsern und den dramatischen Koteletten streng genommen nur die Nasen ersichtlich
    Man kommt bei näherer Betrachtung nicht umhin, an den beiden neuen Gästen die ansonsten von derartigen Eiferern zur Schau getragene, aus moralischer Bombensicherheit resultierende, überlegene Gleichgültigkeit gegen die übrige Umwelt zu vermissen und eine starke, wenngleich gut unterdrückte, Spannung wahrzunehmen.
    Diese ist wohl auch einem weiteren unter den schützenden Stoffbahnen weilenden Gast aufgefallen, jenem sehnigen, lebhaften Herrn dort, mit dem leise im Winde flatternden störrischen Kranz rötlichbrauner Haare auf dem runden Schädel. Ein kleiner Bauch wölbt die blutrote Weste, die er ohne ersichtlichen Grund unter seiner landesüblich gemusterten Reisejacke trägt. Er sitzt alleine an einem Tisch in der Mitte, wippt auf seinem Stuhl, schnalzt mit Daumen und Zeigefinger nach dem Kellner und läßt dabei die beiden sich für professionelle Eiferer so untypisch verhaltenden Neuankömmlinge nicht aus den Augen. Den herbeigerufenen Bediener schickt er mit seiner Karte auf die beiden los. Die schrecken ungebührlich auf, bei der Übergabe des kleinen Stückchens geprägten Kartons. Mit eng zusammengesteckten Köpfen lesen sie die auf der Rückseite hingekrakelten Worte. Dann drehen sie die Karte in offensichtlicher Ratlosigkeit und lesen den Eindruck auf der offiziellen Seite:

    Dr. Felix Schwacke
    Enthusiast
    Am Hinterhalt 23
    Dejavue/Bredouille

    ist darauf zu lesen, Name, Beruf und Adresse, und wie wir der Geschichte vorausgreifend verraten, eine Straße in Dejavue, der größten Stadt der Bredouille. Erneut dreht der hakennasige Kartenhalter die Pappe um.
    'Ich weiß, wer Sie sind! Aber keine Sorge, ich werde schweigen. Lassen Sie mich Ihnen Gesellschaft leisten, ich liebe es nicht, alleine zu essen. Ihr ergebener F. Schwacke'
    steht da in energischer Schrift. Und noch ehe sich die beiden schlüssig werden, ist der Absender aufgestanden und mit einigen schnellen Schritten am Tisch.

    "Gestatten Sie?", fragt er lächelnd, hat dabei einen unbesetzten Stuhl vom Nebentisch herangezogen und sitzt, noch ehe eine abwehrende Reaktion möglich ist. " Sie sind in Hamsterdamm an Bord gegangen? Sagen Sie nichts, was Sie enttarnen könnte! Hier haben sogar die Stühle Ohren. Ich erkenne Sie, trotz Ihrer Verkleidung. Denn ich bin ein großer Verehrer Ihrer Geschichten." Satt von einer Wonne, wie sie nur aus glücklichsten Erinnerungen aufzusteigen vermag, lächelt Dr. Schwacke an zwei sein Lächeln wiederspiegelnde Sonnenbrillen hin. Er neigt sich der Hakennase zu.
    "Vor allem die Erzählungen aus dem gelberen Universum haben es mir angetan ! Aber auch Ihre Erlebnisse mit der Magierin Salammbo! Oder Ihre Schilderung dieser unendlichen Weiten der inneren Mogelei, welche der gewaltige Wandercharismatiker Schubniak Flagranti mit seinen Ungeheuern durchstreift! Doch zutiefst beeindruckten mich ihre Schilderungen der großen chinesischen Mauer. Ich wußte nämlich bis zu dieser Lektüre nicht, daß dieses Bollwerk über seine ganze Länge hinweg Ohrtürme bekommen sollte, um den herannahenden Feind bei Tag und vor allem bei Nacht erlauschen zu können. Man stelle sich vor: bronzene Ohren, an die zwanzig Meter hohe, exakte Abbildungen des entsprechenden kaiserlichen Knorpels, und dahinter die Horchposten, die mindestens den Rang eines Mandarins der gelben Stufe bekleiden hätten müssen, lauschend durch die gewaltige Muschel hinüber in die nächtlichen Weiten der innerasiatischen Steppe. Ich bin sicher, daß die Mauer, ob mit oder ohne Ohrtürme, gegen den Ansturm des Schubniaken und seiner Lehre von der grundsätzlichen Hinfälligkeit allen Seins gerichtet war. Diese Botschaft mußte ein Volk wie die Chinesen entsetzen, ein Volk, das die Ordnung so sehr schätzte, daß sie diese über alle Götter hinweg in den Rang der höchsten Gottheit erhob. Auch der unversönliche Gegensatz von Bauern und Steppennomaden gelangt übrigens mit dem Bild der wehrenden Mauer zu seiner schönsten Darstellung. Kurz gesagt, ihr Werk ist bildende Reiseerzählung im besten Sinne. Ich danke Ihnen im Namen aller Leser !"
    Dr. Schwacke fährt seine sehnige Hand aus und ergreift die entsprechende des reglos sitzenden Hakennasigen. Der schüttelt, willig in der Übertölpelung, seine von der Rechten des Enthusiasten umklammerten Finger. "Ich habe nie von Ohrtürmen gehört, geschweige denn über solche Bauwerke geschrieben", murmelt er verwirrt, immer noch benommen durch das so plötzlich und im Übermaß auf ihn gehäufte Lob.

    "Ach, wirklich? Sollte ich in meiner Begeisterung einige Details dazu erfunden haben - Ist es nicht erstaunlich, wie Ihre Geschichten die Phantasie des Lesers zu beflügeln vermögen?" Schwackes Lächeln vertieft sich durch einen Hauch Bosheit "Aber wenn Sie mit in der Ihnen so überaus gut zu Gesicht stehenden Bescheidenheit nicht über Ihr Werk sprechen wollen, wechseln wir doch einfach das Thema. Ich will Sie keinesfalls bedrängen!"

    Des Enthusiasten rechte Hand schnellt in die Höhe. Mit lautem Schnalzen macht er den in nächster Entfernung durch die Tischreihen eilenden Bediener auf sich aufmerksam. Er streckt vier Finger nach oben gegen die schützende Leinwand und überschreit den aus dem Stampfen der Schiffsmotoren, Stimmengewirr, Geschirrgeklapper und dem Schnalzen der beschattenden Stoffbahnen dahin blubbernden Geräuschebrei. "Laudanumtee für mich und meine Gäste!" Sein Blick von umfassender Sympathie geht über die damit so öffentlich Geladenen hin. "Sie waren also in Hamsterdamm, dieser merkwürdigen Metropole, die als „Stadt der Abertäufer“ einging in die Geschichten des Schublosmos. Sie kennen die Historie des Ortes?"

    Verneinend schütteln die beiden Bärte.

    Schwacke läßt sich nicht lange bitte:"Hamsterdam war vordem, doch was besagen schon Zeiten im Schublosmos, eine reiche, aber vulgäre Ansiedlung, voll protzendem Wohlleben und einer hoffärtigen Bevölkerung, die sich von den alten Göttern des Steinlandes abgewandt hatte und in überzeugter Perversion den Dämonen aus den dunklen Schächten huldigte. Als erstes entgleiste das Sexualleben. Ich will hier nicht in die verkommenen Details gehen. Es mag der Hinweis genügen, daß so mancher Penis seit Jahren keine Vagina mehr von innen gesehen hatte, sondern sich von abseitigen Prinzipien geleitet ausschließlich in den Dienstboteneingängen herumtrieb. Die Sitzungen des Magistrats hatten nichts mehr von dem gesunden Volksempfinden, das bürgerliche Versammlungen von jeher auszeichnet. Man schwelgte in allgemeiner Zweckentfremdung statt sich in der gebotenen Rechtschaffenheit zu üben.Dann suchte eine Reihe von Katastrophen die Stadt und das umliegende Land heim. Zuerst schlugen überall in Katatonien gewaltige Klumpen an Klitze ein. Sie fielen als berggroße Kloben aus heiterem Himmel, platschten auf und platzten dabei, wie die Bäuche von verwesenden Walen, lösten Brände, Seuchen und Lautverschiebungen aus. Die Stuporen wurden rebellisch, diese in den Weiten der katatonischen Steinwüsten, weiß der Himmel von was, lebenden nomadischen Ureinwohner. Sie machten die zügellosen Hamsterdammer für die Katastrophen verantwortlich, überfielen die Vorstädte in wilden Vergeltungsaktionen und demontierten bis in Zentrum der Stadt hinein ganze Häuserzeilen. Die Bewohner verschleppten sie ins unwegsame Gelände um den Sinupret und ließen sie dort zu ihrer Belustigung auf Leben und Tod gegen die eigenen Schatten kämpfen.Schließlich stand das gesamte Land auf gegen die Stadt und sogar der Handel kam zum erliegen, denn der Fluß war wegen Niedrigwassers nicht mehr schiffbar. Und wäre er schiffbar gewesen, was hätte dies genutzt? Stein kam überall im Schublosmos aus der Mode in jenen Tagen. Warum und wohin hätte man ihn also verschiffen sollen?
    Dann fielen die Abertäufer ein in Katatonien. Woher? Aus einem vom Lauf der Geschichte vergessenen Nebensatz? Aus einer verschütteten Fußnote? Keiner weiß es mit Bestimmtheit zu sagen.
    Die Abertäufer schickten zuerst ihre Wegbereiter. Vielarmige eiserne Riesen suchten zu Tausenden das Land heim. Sie waren blind und taub, weil ohne Köpfe, ihre Hälse liefen in sinnlose kleine Spitzen aus. Nur ihr Anführer, ein gewisser Umspanner verfügte über ein Haupt. Die Riesen waren mit ihrem Leiter und auch untereinander durch stählerne Seile verbunden, an die sie sich mit ihren langen Armen festklammerten. So führten sie einander in hunderten von Meilen langen Reihen durch das geplagte Land und trampelten gesichts- und gefühllos alles Lebende in den Staub.
    Nach den Riesen kamen die Prediger. Sie riefen zur Umkehr auf, zur Reinigung, zur Befreiung vom Vergangenen, zur erlösenden Taufe. Die Hamsterdammer, zermürbt von all dem Unglück, waren rasch begeistert vom Feuer der Reden. Sie kamen zur festgesetzten Stunde an den Lexotanil, um sich taufen zu lassen. Der reinigende Akt bestand, wie bei allen derartigen Zeremonien, in einem langen Untertauchen jedes Willigen, und alle Hamsterdammer wollten. Dabei hatten die Abteräufer, selber von amphibischer Natur, nicht mit der für ihre Begriffe recht knappen Luft der Konvertiten gerechnet. So trieben die Täuflinge, fast alle Einwohner der Stadt, nach der recht würdigen und umständlichen Zeremonie bäuchlings den Lexotanil hinab. Wie über den Fluß verstreute Lilienblüten sahen sie aus, in ihren weißen weiten Kleidern aus feinster Steinwolle. Und nur ihre Schatten blieben zurück in den stillen Straßen. Ich war als Berichterstatter der Fluß-Rundschau Zeuge dieser tragischen Vorgänge.
    Entkommen war bloß die Sippe des Rochus. Stallknechte von Natur aus und verstockt obendrein, hatten sich Männer, Frauen und Kinder im Hause des Baphomet versteckt, weil sie das Wasser scheuten und auch jede Art von gründlicher Reinigung. Sie nahmen schließlich die menschenleere Stadt in Besitz, verbündeten sich mit den herrenlosen Schatten und schwangen sich zum Herrschergeschlecht auf. Man lockte frisches Blut aus allen Teilen des Schublosmos an, mit Parolen wie: 'Kommt nach Katatonien und werdet steinreich!' oder 'Wir schwüren Stein und Bein auf Ihre Zukunft in unserem Land!? Diese Geschehnisse liegen nun schon gut anderthalb Generationen zurück. Trotzdem dürften Sie deren Auswirkungen am gegenwärtigen Zustand des Landes bemerkt haben. Ich gehe derzeit in Hamsterdamm nicht von Bord. Der Apath ist ein herrschsüchtiger Scharlatan, ein Operettentyrann, ein „Rattenscheich im Schattenreich“, wie es unser verehrter Dichterfürst" seine Stimme kommt ins Flüstern "Ansgar Bleton" und gewinnt wieder die alle Geräusche überquäkende Lautstärke, "der übrigens auch an Bord weilt, dort vorne am Bug sitzt er, sehen sie ihn, den schwarzgekleideten weißhaarigen, inmitten seiner Anhänger, so trefflich formulierte. Dem Apathen fällt nichts weiter ein, als mit seiner Schattenbande alles ehrliche Fleisch und Blut im Lande zu tyrannisieren Aber nun genug von meinen Weisheiten. Waren Sie am Hofe des Apathen? Haben Sie dort den großen Tückheim angetroffen? Als ich ihn vor Jahren letztmalig sah, wollte er in den Palast, als Hauslehrer, um einen zivilisierenden Einfluß auf den damals noch blutjungen Herrscher auszuüben. Mit Tückheim war ich früher, in unserer gemeinsamen Studentenzeit, sehr vertraut. Besonders stolz war er auf seine Fähigkeit zu Jaulen wie ein Hund. Er vertrieb damit einmal fünf Raufbolde am Bahnhof von Schnetterteng. Er aß dort gerne Würstchen am Imbißstand und alpträumte von einer aufziehenden allgemeinen Geistesverdunkelung, einer landesweiten Bestialisierung, die ja dann wohl auch eingetreten ist."

    "Wir haben den Besorger Tückheim tatsächlich im Palatsch angetroffen. Er..", beginnt der knollennasige Eiferer, wird aber von seinem Gefährten mit einem Untertischtritt gegen die Kniescheibe zum Verstummen gebracht.

    Doch Schwacke achtet nicht auf dergleichen, zuviel fällt ihm ein zu den wenigen Worten seines Gegenüber." Jetzt sitzt er also tatsächlich als Bediensteter im Palatsch dieses tyrannischen Popanz? Was hat er vor? Oder hat er nur klein beigegeben? Welche Funktionen übt er eigentlich aus?"

    "Es heißt in Hamsterdam, Tückheim wäre, ebenso wie sein Kontrahent Heizdecker, im Palatsch erdacht worden, erfunden vom Lehrer des früheren Apathen.", läßt der Hakennasige nun selber einige Vorsicht fallen.

    "Was soll er sein? Von Poppenspäler erdacht?" Schwacke lehnt sich zurück und winkt spöttisch lachend einem Bediensteten zu. "Von diesem Flickschuster - Das glaubt man im Ernst? Ich kenne übrigens auch den Poppenspäler aus früheren Tagen in Boullion. Wir hatten beide Lehrdeputate an der dortigen Hochschule. Poppenspäler vermochte noch nicht einmal ein geschlossenes System ersinnen, umso weniger einen wie den Heizdecker, der nun wirklich ein großer Systematiker war, wenn er das auch nicht zugeben wollte. Poppenspäler galt damals als chronischer Nörgler, der gegen alle gegenteiligen Argumente darauf bestand, man wisse nichts mit Gewißheit, und selbst diese Behauptung sei ungewiß und nur seiner Vorliebe für einfache Lösungen und seinem generellen Hang zur Miesmacherei geschuldet. Er hoffte zweifellos auf einen Ruf an den Lehrstuhl für Allgemeine Ignoranz an der August-der-Dumme Universität in Deschavue. Diese Professur bekam aber einer seiner Schüler, ein gewissen Hansi Albern, der die Gedanken seines Lehrers radikalisierte und behauptete: man wisse nichts und auch wenn man etwas wissen könnte, wäre dieses Wissen zumindest völlig uninteressant. Man könne sich also entsprechende Mühen „von Haus aus“ oder apriori ersparen. Poppenspäler fühlte sich übergangen, verbitterte, ging nach Hamsterdamm und wurde dort Gelegenheitsdozent für Ableitungen, bis man ihm die Stelle des leitenden Intriganten anbot. Er wurde zuguterletzt aber doch nur einfacher Palastphilosoph. Heizdecker und Tückheim waren zu diesem Zeitpunkt noch in der Bredouille. Ich weiß das gewiß, denn ich stand mit beiden in regem brieftaublichen Kontakt. Heizdecker, nach seiner Entlassung als Begriffswart der Stadt Humbug, war auf der Suche nach der Volksseele, er wollte ihr oberster Volksmund werden. Tückheim bellte zwischen seinen Vorlesungen immer noch am Würstchenstand des Bahnhofs von Schnetterteng, ja, es gelang ihm mit den Jahren, ein komplettes kleines Wolfsrudel imitieren. Aber vertreiben konnte er damit keinen mehr. Alle Raufbolde der Stadt waren inzwischen überparteilich organisiert und hatten sich bis an die Zähne bewaffnet. Doch ich schweife schon wieder ab. Jedenfalls hat Poppenspäler keinen seiner beiden Kontrahenten erfunden."

    Der herbeigewunkene Bediener ist während der letzten Worte Schwackes an den Tisch getreten und fragt den Enthusiasten nach seinen Wünschen. Dieser bittet um die Speisekarte. Der Bediener eilt davon, Schwacke blickt ihm sinnend nach und einer der Eiferer nutzt die für einen Moment entstandene Stille.

    "Wo sind Sie an Bord gekommen?", will der Dünnere der beiden wissen, offensichtlich um den gnadenlos anbrandenden Monolog Schwackes zumindest vom Hofe des Apathen abzubringen.

    "Wir waren am Sedativ", gibt Dr. Schwacke bereitwillig Auskunft. "Die Katatonia führt seit Kurzem hinauf bis zu den Stromschnellen vor dem Massiv. Von da an kommt man in Booten weiter. Wir, das heißt", der Enthusiast beugt sich über die Tischplatte hin zu den beiden verdutzten Bärtigen, seine Stimme sinkt zu einem Flüstern herab, "Ansgar Bleton", er wird wieder lauter, der Oberkörper fährt entsprechend zurück, "und seine Schüler, sowie meine Wenigkeit als Berichterstatter, nahmen am dortigen Dichterwettstreit statt. Die Schüler des großen Künders gewannen, wie zu erwarten war, mit klarem Vorsprung in der Sparte 'Oden und Weihegesänge'. Der Meister selbst dichtet ja nicht mehr. Er hat sich insgesamt, in seiner ganzen Person, zur fleischgewordenen Hymne an das Höhere verwandelt, durch jede Faser seines Leibes, in jeder Regung seiner Seele. „Worte sind wie eine Treppe, man braucht sie, aber nur um über sie ans Ziel hinaufzusteigen. Keiner will für immer auf der Treppe sitzen, das wäre ja bloßes Showbiz“, sagt Ansgar. 'Aber jeder muß sich seine Treppe zum Eigentlichen selber bauen, Stufe für Stufe'. Als Schüler des Meisters gilt, wer unter Aufsicht und Leitung des großen Dichters diese persönliche Steige zum Licht hinauf baut. Jedes gelungene Gedicht stellt eine Stufe dar und der Meister prüft jeden Vers jedes seiner Jünger gnadenlos gründlich auf seine Tragfähigkeit. Aber zurück zum Dichterwettbewerb im Sedativ: Ich selber mied die meisten dieser Veranstaltungen im Inneren des Berges. Nicht aus Desinteresse, nein, für mich hat der Sedativ in all seiner Gastlichkeit etwas äußerst Bedrückendes. Waren Sie schon einmal im Massiv?"

    Die beiden Eiferer kommen kaum zum Nicken, schon klappt der gnadenlose Kiefer des Dr. Schwacke auf zu weiteren Erläuterungen. "Ach, dann wissen Sie ja um die einnehmende Freundlichkeit des Berges. Ich entzog mich allen versuchten Vereinnahmungen, was mir, zugegeben, nicht leicht fiel. Selbst Meister Bleton hat diesmal zwei seiner Jünger an den Sedatic, wie er in Katatonien genannt wird, verloren. Jedenfalls verließ ich das Massiv und ging mit einigen Freischärlern in die Wüste. Wir sammelten die Feigen des Stachelkopfes, einer Kakteenart, die dort seit unvordenklichen Zeiten als Tor zu den Göttern verehrt wird. Die wenigen noch ursprünglich lebenden Ureinwohner essen seine berauschenden Früchte, um in Kontakt mit ihrem Gott Pfuideibel zu kommen. Die Freischärler und auch ich kosteten von dem heiligen Obst. Angeblich soll der darin enthaltene Stoff unglaubliche Visionen hervorrufen. Ich erlebte nichts dergleichen. Die Feigen erzeugten in mir nur das überwältigend starke Gefühl, wichtige und tiefe Gedanken im Kopfe zu haben, was nicht der Fall war, wie ich anderntags bei der Lektüre meiner unter der Wirkung dieser Droge gemachten Aufzeichnungen feststellen konnte. Die Gedanken bleiben die gleichen, nur das Gefühl ihrer Bedeutsamkeit steigert sich ins Enorme. So wird aus dem Einfall: „ich habe zwei Geine zum Gehen“, eine kosmische Weisheit, über deren Bedacht man im Rausch der Kakteen in ein abgründiges Staunen gerät. Diese und ähnliche Erfahrungen waren mir eine Lehre: es gibt keine verborgenen Geheimnisse oder tiefen Weisheiten, sondern nur das Gefühl, es gäbe derartiges hinter den uns bekannten Gegebenheiten. Und dieses Gefühl resultiert aus einer mutwilligen oder krankhaften Veränderung des Hirnstoffwechsels. Damit war ich schlagartig von allen Tiefgründeleien kuriert. Ich hatte erkannt: in der Tiefe lauert nur Fäulnis, alles was uns angeht, liegt unverborgen an der Oberfläche des Lebens. Das Offenbare ist das offenbarte Geheimnis. Die Welt besteht in einem reißender hellen Strom von Bildern, eine unendlich fließende Fülle, ohne Dauer. Sie werden nun gewiß einwenden, es gäbe noch den Betrachter der Bilder, das „Ich“, das „Selbst“, die „Person“, oder wie man derlei Spukgestalten in den ver-schiedenen Glaubensrichtungen der Philosophie und ähnlichen Spekulantien auch nennen mag. Aber auch diese sogenannten inneren Instanzen sind nur Gefühle, die Bilder in uns auslösen, Bilder, in denen wir uns als ein „Selbst“, was immer das auch sein soll, vorstellen. Und, ich wiederhole: die sogenannte Realität besteht nur aus dieser Abfolge von Bildern, darüber hinaus gibt es nichts."

    Der auf die beiden Enthusiasten niedergehende Redeschwall wird durch das leise Klingeln der in den hohen dampfenden Teegläsern stehenden Löffel auf dem Tablett des an den Tisch tretenden Bedieners unterbrochen. Schwacke mustert wohlwollend das Absetzen der Gläser vor seinen Gästen und bittet um die Speisekarte. Stumm blicken die beiden vermutlichen Missionare auf Tee und Spender.

    Doch Schwacke übergeht die üblicherweise mit dem ersten Schluck einhergehenden Höflichkeiten. "Diese Erkenntnis, meine Herren, wird sich unwiderruflich durchsetzen in allen gesunden Hirnen. In wenigen Jahrzehnten werden metaphysische Themen als ebenso unanständig, ja als geradezu widerwärtig gelten, so wie heutzutage Gespräche über Defäkation an einer gepflegten Tafel. Und die Mehrzahl aller philosophischen und religiösen Begriffe werden in die Gespenstergalerie der Unwörter und entarteten Begriffe verbannt. Ja, meine Herren, die Welt ist nur, was wir zu erleben vermögen. Und wir erlebenden Wesen sind nichts anderes als unsere Erlebnisse selbst: ein nie endender, ewiger Strom von Bildern."

    "Wir sind ewig?" fragt der mit der Knollennase. "Dann sind wir also Ihrer Meinung nach unsterblich?"

    "Aber selbstverständlich! Ich zumindest, was ich Ihnen umgehend beweisen werde!" trompetet Dr. Schwacke und beginnt die Speisekarte zu studieren. Während sein Blick über die aufgezeichneten Speisen geht, dröhnt seine Rede fugenlos auf die beiden Bärtigen ein: " Da mir der Tod völlig unbekannt ist, ich lebe, wie Sie zugeben müssen, und kann deswegen mit dem Tod noch keine persönliche Bekanntschaft gemacht haben, kann ich mich also mit Fug und Recht für unsterblich halten, zumindest bis Sie mir das Gegenteil beweisen. Aber daß ich sterblich bin, könnten Sie mir schlüssig nur im Falle meines Todes belegen. Nur, wenn ich gestorben bin, ist da nach ihrer Definition niemand mehr, dem Sie diesen Beweis vorlegen könnten. Das heißt aber, Sie werden mir Ihren Beweis in jedem Falle schuldig bleiben müssen. Und unbeweisbare Behauptungen interessieren mich nicht. Sie kommen für mich überhaupt nicht in Betracht, denn räumte ich Ihren haltlosen Vermutungen Plausibilität ein, dann könnte jeder beliebige Dafürhalter ankommen und mir die haarsträubendsten Ansichten zum Fürwahrhalten aufdrängen. Und das wäre, wie Sie einsehen dürften, völlig unzumutbar. Es gibt heute übrigens gebratenen Jovial, eine Delikatesse!" Der Enthusiast reicht die in Leder gebundene Speisekarte an die Eiferer weiter und wirft dem nächststehenden Bediener seine Bestellung an den Kopf. "Ach, welche großen Zeiten sind dies!" ruft er dann und streckt sich ausgiebig "Jeder Tag bietet eine Überfülle an Zuständen !".........

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Auf dem Lexotanil

    Freue mich immer wieder ueber Deine Texte, Doderer. Sie sind kurz zu binden, weise im ersten Schritt, anschmiegsam in der verschnörkelten Sprache. Nein, machst Du schon ganz prima, min jung!

    Drei Punkte:
    1. Die Namen muessen nicht mit der Tür ins Haus fallen. Nicht immer. Manche Feste dagegen will gestürmt sein. Das ist wie mit den Frauen: Manche mögen's heiß, manche.
    2. Die ersten Sätze sind zu komplex.
    3. Zu viele Kreise, die sich meist nicht verwirblen, wenn sie's aber dann doch vereinzelt tun, dann spähen sie schon nach etwas Neuem, dadurch entsteht im Text so eine mißfällige Unruhe.

    Wieder Rechtschreibflüchtigkeitsfehleransammlung. Zu vernachlässigen.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    Hallo gevatter,

    freut mich, daß es gefallen hat,

    kritikpunkt 3 - sehe ich ein,
    ich hab die neigung mich von meinen einfällen forttragen zu lassen, allerdings ist dies nur ein ausschnitt und so mancher kreis wird an anderer stelle geschlossen.

    fehleransammlung - grauslich, ich hoffe, meine korrekturleser tun mir bald wieder den gefallen, ich selber kann das an eigenen texten nicht, gehe stattdessen sofort dazu über, erneut an den inhalten herumzuschrauben und vergesse dabei prompt die prüfung der form.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    sach mal, doderer,
    das kommt mir zum teil enorm bekannt vor, zumal der anfang war doch kürzlich schon mal gegenstand preisender huldigungen, oda?
    ungeachtet dessen find ichs wieder schön auf der katalonia bei ansgar! zumal irgendwann der lexotanilrausch (gibts den wirklich?) seine oberflächensensibilierende wirkung zu entfalten scheint und ein feuerwerk geliehener lichter auf den leser herabtropft, wies in sidney nicht schöner sein könnte! nur den namensrausch sollte man ein wenig domestizieren!
    bigvogel, in rezitationsketten verbandelt

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    hallo bigvogel,

    die frühere begegnung mit bleton war ein anderer abschnitt des geschehens auf dem lexotanil- (keine angst,weiteres kommt nicht) damals stand der fokus der erzählung näher beim meister und seinen jüngern, bekam deshalb ein gedicht eines schülers sowie die darauf bezugnehmende rede des ansgar mit.
    Das geschehen hier spielt zur gleichen zeit,ein gutes stück vom bug entfernt im schiffsrestaurant. die erzählung ist wüst und überdreht, ein stück aus der schule des ebersberger manierismus der sogenanten 'almsick schule'. diese in einem winzigen oberbnbayrischen ort südöstlich von münchen beheimatete richtung postuliert, daß ein text 'komplett' oder 'autark' sein, d.h. seine eigene parodie, ja überhaupt seine eigene umgebung, wie autor, leser und sogar kritiker enthalten muß.

    Das 'feuerwerk geliehener lichter' und die auf den leser herabtropfenden tropfen find ich hübsch.Domestiziert gehörte der text allerdings.
    Aber die arbeit! Es sind über 400 seiten! Da schreib ich lieber was neues, denk ich.


    herzliche grüße

    doderer

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    das könnte schade sein!
    wenn ich das mitausgelöst haben sollte, entsprachs keineswegs meiner absicht! und ich hoff, du meinst das nich so ernst!
    ansonsten war deine entgegung hoch interessant für mich - ich denk, ich komm darauf nochmal zurück!
    betreten auf käfigstange rumtrippelnd,
    bigvogel

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    hallo bigvogel,

    betreten auf käfigstange rumtrippelnd
    -kicher!
    dazu besteht nun wirklich kein grund!
    ich war nicht im geringsten angegrätzt von deinen worten, ganz und gar nicht! Ich hab, so denk ich, ein gelassenes und sachliches verhältnis zu meinem geschreibe, zumindest zu älteren texten wie diesen - die frischen sind natürlich immer mit herzblut geschrieben.
    Nein - ich habe hier schon viele hilfreiche kritik bekommen - ganz präzise auf die schwachpunkte treffende aussagen von ed und it - deswegen stell ich meine texte ja ins hiesige forum.Scheu dich bloß nicht, da kräftig zuzulangen - ich bin froh darüber.

    herzlichen gruß

    doderer

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    Hallo doderer, ich bin die letzten paar Tage über der Tastatur eingeschlafen (brauchte nicht lange dazu) und lese den Text erst heute - und gern.

    Aber die Namen sind wirklich gruslig.
    Mehr in Berlin? (ja, ich komme)?
    Gr?üß, it
    PS: seltsamer Text im Vergleich zum Anzug. Ich hätte nicht gedacht, daß er von ein und demselben Autor stammt.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Auf dem Lexotanil

    hallo it, hocherfreut, wieder was von dir zu lesen,

    seltsamer Text im Vergleich zum Anzug. Ich hätte nicht gedacht, daß er von ein und demselben Autor stammt
    das war beabsichtigt:
    der lexotanil spielt philosophisch, literarisch und erkenntnistheoretisch in den dreißigern-
    der anzug ist historisch nach dem ende des zweiten weltkriegs angesiedelt - und dafür wollte ich einen anderen stil haben

    zu den grusligen namen- scheint eine südostoberbayrische variante von humor zu sein- pamina, die auch aus diesem winkel stammt, fand die namen lustig.

    zum treffen in berlin - ich komme, wenn es mir irgend möglich ist.


    gute tage

    doderer

  10. #10
    archivarius
    Laufkundschaft

    AW: Auf dem Lexotanil

    Das war ein in der Tat witziger Text, den ich den Forumatikern gern ins Gedächtnis rufe.

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