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Thema: Flußspaziergang - Phase III

  1. #1
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    Flußspaziergang - Phase III

    Fertigstellung der Druckfahne

    Ich habe mir erlaubt, die Reihenfolge der Texte festzulegen. (Bislang kam kein Einspruch.)

    Thomas Becker bekommt jeweils zwei Seiten nach jedem Beitrag. Es müssen Innenseiten sein. (gerade, dann ungerade) Daraus folgt, daß an den Texten noch gearbeitet werden muß, an manchen zumindest. Die Orthographie ist auch noch nicht bestens. Mache ich. Keine Frage.

    Genauer:

    tonja 50 Wörter mehr schreiben
    plott 50 Wörter mehr schreiben
    Hagens Spaziergang um 30 Wörter kürzen
    Das Delta 50 Wörter liefern
    Hannemanns Wunsch 100 mehr oder weniger haben
    Klammers Babbpel braucht noch einen Satz
    Kyra 100 streichen oder 100 schreiben
    Liz 150 schreiben oder 70 streichen
    Robert 170 schreiben oder 30 streichen

    Bitte um Kenntnisnahme und Abarbeitung: Flußspaziergang als pdf

    [Diese Nachricht wurde von Robert am 21. August 2001 editiert.]

  2. #2
    Liz
    Status: ungeklärt

    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Zu Hilf !Robert !
    Ich bin noch im Rennen?

    Bei welchem Flussbeitrag soll ich steichen oder schreiben, bin nicht auf dem Laufenden.
    Ist es der Beitrag, den Du so charmant verändert hast?

  3. #3
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Hallo Robert,

    ich bin natürlich eher für Kürzen, aber da ich an dem Text so lange herumgeschrieben habe, erscheint mir natürlich jedes Wort wichtig, was es sicher nicht ist. Wenn Du das Kürzen machen könntest wäre ich Dir sehr dankbar, ich habe volles Vertrauen in Deine Entscheidungen, Du bist nicht nur Lektor sondern auch Leser, da fallen Längen viel mehr auf als einem textverliebten Schreiber.
    Wenn Du auf keinen Fall willst, werde ich es selber versuchen, aber das würde den Text wahrscheinlich eher verlängern
    Wenn Du allerdings meinst, es gäbe eine Stelle die ausführlicher sein sollte, mache ich das natürlich gerne selber.

    Viele Grüße

    Kyra

  4. #4
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Wohin die 100? Hier? Gut.


    Überschrift: Der Wunsch...

    Es ist die Zeit der Musik. Noten purzeln, Töne klettern auf unsichtbare Leitern, Sonette kichern, Symphonien brausen durch leere Räume, ohne die geringste Möglichkeit, jemals auf Ohren zu stoßen. Lange ist Nichts... nur Musik. Blues klebt sich fest an nutzlosen Saiten.
    Wünsche sprießen, Wünsche fließen in Begehrlichkeit. Starke Wünsche nach Veränderung. Die Noten skandieren als erste: "Wir wollen Hörer, wir wollen Hörer. Wir wollen ein Lager für Schlager!"
    Inferno herrscht, Crescendo. Ein Paukenschlag, und es erscheinen die großen Götter, Hörer mit geneigten Köpfen, Erben der Wünsche nach mehr... nach Meer?

    Still schlummerte die Insel am Grunde des Meeres; einzig erhellt usw. usw.........


    Schluß: ... Lelios tauchte aus der Tiefe des Meeres.

    Die Noten gewinnen. Immer gewinnt die Musik.

  5. #5
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    ISBN - Nr. eingetroffen:

    3-00-008430-4

    Hannemann: Ist okay so. Wird eingearbeitet. Die anderen bitte ich um Abgabe ihrer Textänderungen bzw. -äußerungen (wie Kyra), wie's denn gehandhabt werden soll.

    Die Noten gewinnen. Immer gewinnt die Musik.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Dem Wunsch entsprechend, kürzte ich nachfolgenden Text.

    Heraus genommen:
    So spricht auch ein Computerhelpdesk", schoß es mir durch den Kopf.
    Ein leichtes Ziehen machte sich im Magen bemerkbar.
    beschleunigte meine Schritte, indem ich (bestehenden Satz umgestellt)
    inzwischen ... jetzt
    So ungefähr sprach ich zu Dr. Hoffmann.

    Im nachfolgenden Text sind somit 33 Wörter herausgenommen. Für den Fall, daß es immer noch nicht genau paßt, kann Robert gern noch ein paar Worte kürzen.


    Ein Spaziergang am Fluß im Jahre 2035
    Man muß vorsichtig sein. Der Tunnel ist lang, dunkel und endet in einem Steinbruch. "Steinbruch, Steinbruch": murmele ich vor mich hin. "Mit dem Steinbruch hat es etwas auf sich. Irgendwo soll hier ein Fluß fließen. Angeregt durch die Umgebung belebt sich meine Erinnerung. Das muß der Steinbruch sein! Liegen hier seine sterblichen Überreste? Es hat keinen Sinn danach zu suchen. Schließlich liegt alles mehr als 115 Jahre zurück. Aber ich ahne, daß ich hier richtig bin."
    Ein paar Tage vorher.
    Ich fuhr mit der Rolltreppe aus der U-Bahn Station. Meistens tragen die U-Bahnstationen Straßen- oder Platznamen, aber diese Station führte den Namen einer Firma: "Vitalrekonstruktion". Ein paar Schritte und ich stand vor dem modernen, beeindruckenden zweihundert Meter hohen Verwaltungsgebäude. Die Außenfront reflektierte das Licht durch die versetzt und verschachtelt angeordneten Glasprismen, die das Licht spektral brachen. Von der Helligkeit geblendet, mußte ich die Augen zusammenkneifen. Eine Marmortreppe führte direkt zur riesigen Glasstüre, die sich majestätisch vor mir öffnete. Fasziniert von der luxuriösen Ausstattung der lichtdurchfluteten Eingangshalle schaute ich mich unsicher um. Mein suchender Blick blieb bei einer freundlich lächelnden Dame hinter dem Empfang hängen. Die Anspannung wich dadurch etwas, nachdem ich sie bemerkte. Ich bin froh, nicht mit einem, mir so verhaßten, anonymen Computerhelpdesks vorlieb nehmen zu müssen. Bevor ich mich auf das Abenteuer eines Geschäftes mit dieser Firma einließ, las ich die Broschüre des Unternehmens: "Bei uns steht das Leben im Mittelpunkt, nicht die Maschine. Wir befinden uns in einem erneuten Wandel - die Menschen sind der maschinellen Betreuung überdrüssig. Wir lassen Leben entstehen - nachdem es sich so lange nur vernichtet hatte." So ungefähr lauteten die Verheißungen. Aber genug der Abschweifungen: Die Empfangsdame merkte wohl, meine kurze geistige Abwesenheit, grüßte freundlich und ich teilte ihr meinen Termin bei Dr. Hoffmann mit. "Ja, wunderbar, ich darf Sie im Namen unserer Firma "Vitalrekonstruktion" begrüßen. Ich begleite Sie in das Büro, wo sie dann mit Dr. Hoffmann ihren Fall besprechen können." Nach einem kurzen Augenblick des Wartens stiegen wir in den Aufzug. Kaum war die oberste Stockwerkstaste gedrückt, jagte der Aufzug los und bremste im gleichen Augenblick wieder abrupt ab. Die Aufzugstür öffnete sich, und wir betraten den Dachboden. Heiße und stickige Luft schlug mir entgegen. Der erste Eindruck eines äußerst großzügigen Ambientes verflog schlagartig. Ich mußte leicht gebückt laufen, um mit meinem Kopf nicht an der Decke anzustoßen. Der Holzboden knarrte unter meinen Füßen, an den Seitenwänden standen Bänke, auf denen alte Menschen mit schwarzer Kleidung und tief in die Stirn gezogene Hüte saßen. Sie warteten geduldig, zusammengekauert und sprachen nichts. Vor jeder Tür stand ein Türhüter, nur selten wurde eine Türe geöffnet und heraus kam ein weiterer Türhüter, wobei auffiel, daß goldene Knöpfe ihre schäbigen Uniformen schmückten. Sehr irritiert und abgelenkt durch das ungewöhnliche Ambiente, war ich bemüht, den Schritten meiner Begleiterin zu folgen. Mit eindringlichen Handbewegungen trieb sie mich zur Eile. "Auch wenn Sie pünktlich an der Rezeption vorsprachen, können wir uns es nicht erlauben jetzt zu trödeln!" Schwer atmete ich die abgestandene, verbrauchte, staubige Luft ein. Mir wurde bei der unerträglichen Hitze schwindelig. Doch ich riß mich zusammen, lies mir nichts anmerken und folgte gehorsam. Abrupt blieb sie stehen und wies mich an, auf der Bank Platz zu nehmen. Sie tuschelte mit dem dort stehenden Türsteher, wobei ich nicht verstand, was sie mit ihm sprach. Langsam und fest durchatmend nutzte ich die Zeit, um mich etwas zu erholen. Es wäre wichtig, gestärkt und mit klarem Kopf mein Anliegen hervorzubringen. Gerade fand ich auf der unbequemen Bank eine passende Sitzposition, da riß mich das gierige Keuchen des Türstehers aus meinem Dämmerzustand. Auf Augenhöhe merkte ich, wie die Hand meiner Begleiterin in seiner Hosenfalle steckte und sich rhythmisch bewegte. Der Türsteher bemerkte meinen vor Staunen weit geöffneten Mund und fühlte sich dadurch bemüßigt, grinsend, japsend eine schmutzige Anspielung auszuspeien. Sein Atem beschleunigte sich, der Speichel lief aus seinem Mund und dann zuckte der ganze Körper. Sie ließ von ihm ab und wischte sich ihre Hand an ihrem Kostüm ab. Schnell fand der Türsteher seine Besinnung wieder, schloß seinen Reisverschluß und forderte mich auf, ihm zu folgen. Von all den unerwarteten Empfindungen überrollt, stand ich völlig verwirrt auf und schloß mich ihm an. Der Gang, der uns erwartete, war noch etwas niedriger als der vorherige Hauptweg. Ich kam ihm nur schwer nach, da ich im Gebücktgehen ungeübt war. Aber die Widrigkeiten sollten noch zunehmen, denn jetzt zwängten wir uns Stockwerk über Stockwerk über eine schmale Wendeltreppe nach oben. Jedesmal, bevor wir das nächste Plateau erreichten, verengten sich die Stufen. Meine Ärmel streiften auf der einen Seite das Geländer und an der anderen schabte meine Jacke an der gekalkten Wand. Nachdem die dauernde spiralfärmige Drehbewegung Schwindel erzeugte, kam ich meinem Türsteher nicht mehr nach. Ich hörte ihn vor Wut schreien, wo ich denn bliebe. Er hätte schließlich nicht den ganzen Tag Zeit, er müsse wieder zurück, es wäre eine unheimliche Gefahr für ihn, was er hier täte und ich gefährde ihn durch meine Lahmheit zusätzlich. Er hätte gute Lust, mich unverrichteter Dinge zurück zu bringen! Ich nahm darauf hin alle Kraft zusammen und erhöhte meine Steiggeschwindigkeit. Plötzlich stieß mein Kopf furchtbar an der über mir verlaufenden Stufe an. Ein dumpfer Schmerz ließ meinen Kopf schier zerplatzen und Schwärze erschien vor meinen Augen. Aber nichtsdestoweniger, das Schimpfen des Türhüters im Ohr, zog ich den Kopf tiefer ein und nahm zwei Treppen auf einmal. Außer Atem erstieg ich endlich die letzte Stufe. Der Türhüter wies mich an zu warten. Er klopfte an eine große Holztüre, die er, nachdem er glaubte, eine Eintrittserlaubnis gehört zu haben, vorsichtig öffnete. Da er sie nur einen Spalt aufmacht hatte, um zurückhaltend seinen Blick ins Innere des Raumes zu richten, konnte ich nichts erkennen. Er trat ein und ließ mich stehen. Zuerst hetzte er mich menschenverachtend die Treppen hinauf, um mich dann ewig, es müssen sicherlich zwanzig Minuten gewesen sein, die mir aber um ein vielfaches länger vorkamen, warten zu lassen. Erst dann ging die Tür erneut auf, und er winkte mich mit einem unverschämten Grinsen herein. Ich trat auf eine Galerie, und unten, in der Mitte des Raumes saß, wie mir der Türsteher zuflüsterte, Dr. Hoffmann. Von meiner Position aus sah ich nur seinen mir abgewandten Rücken und seinen glatzigen Hinterkopf. Der Türsteher huschte hinaus, so daß ich allein auf der Galerie stand. Ich stützte mich am Geländer ab und wollte etwas sagen, da ergriff er unverhofft das Wort: "Sie sind H. und wollen Kafka revitalisieren lassen?" Ich begriff, daß meine Odyssee durchs Labyrinth erfolgreich gewesen war, sammelte mich und erwiderte fast schon geschäftsmäßig trocken: "Guten Tag, Herr Dr. Hoffmann. Ja, ich muß mein Problem loswerden und erhoffe mir, dies dadurch zu schaffen!" Kaum verhallten die Worte, frage Hoffmann nach, ob ich denn die Rechnung schon beglichen hätte. Diese Frage erwartete ich am allerwenigsten. Sie verunsicherte mich, natürlich bezahlte ich alles, aber meine Quittung hatte ich nicht bei mir. Während dieser Gedanken durchwühlte er Papiere und ohne meine Erwiderung abzuwarten, sprach er erneut: "Ah, ja hier. Sie zahlten den vollen Betrag, gut, dann steht dem Folgendem, zumindest nichts formales mehr entgegen! Erzählen sie ihr Problem!" Erleichtert von dieser Wende berichtete ich ihm, ich sei seit fast einem Jahr in einen Prozeß verwickelt, wobei ich den Grund der Anklage nicht kenne. In dieser Zeit erinnerte ich mich eines Buches von Kafka, in dem dem Helden genau das gleiche Schicksal ereilte, wie derzeit mir. Der Held, ein gewisser Josef K., wurde am Ende des Prozesses hingerichtet, das Motiv hierfür blieb für mich im dunkeln. Ich hoffe nun, daß ich durch den auferstehenden Kafka den Grund erfahren kann, warum sein K. dem Tod ausgeliefert wurde. Erfahre ich den Grund, könnte ich mich endlich wirkungsvoll verteidigen. Ich stecke in der gleichen Hoffnungslosigkeit wie seiner Zeit der K.. Er hörte geduldig zu und schwieg daraufhin. Um das peinliche Schweigen zu vertreiben, suchte ich nach weiteren Worten, aber er schien das zu merken, so daß er sich meldete: "Gut, wenn sie meinen, dadurch ihr Problem lösen zu können, gebe ich ihnen folgende Anweisung: Wir benötigen eine Woche, um Kafka zu revitalisieren. Wir müssen ihn in Prag auf dem Straschnitzer Friedhof ausgraben, die sterblichen Reste in unser Labor bringen und ihn dort zu seinem zweiten Leben erwecken. Ist er wiederhergestellt, werden wir ihn zum Steinbruch bringen. Wir verständigen sie, wann genau sie sich dort einfinden müssen, um ihn zu treffen. Ich läute jetzt dem Türsteher, er wird sie hinausbegleiten. Auf Wiedersehen." Kaum verhallten die Worte, stand schon der Türhüter vor mir. Wir verließen die Galerie. Der Kontrast konnte nicht größer sein. Durch einen klimatisierten Fahrstuhl kam ich dort wieder an, wo ich vor einiger Zeit die Halle betrat. Die Dame hatte noch Dienst und verabschiedete sich freundlich von mir. Ich schlenderte mit den Kopf voller verwirrender Gedanken zurück zur U-Bahn und fuhr nach Hause.
    Im Steinbruch. Ich höre das Rauschen des Flusses. Ich soll mich dort einfinden, wo das Rauschen am besten zu hören ist. Der Steinbruch bricht das Rauschen, verstärkt es als Echo, ich höre es genau, es wird immer lauter. Als ich mein eigenes Wort nicht mehr verstehe und vorsichtig auf den Steinen balanciere, erschrecke ich mich, als plötzlich eine blasse Gestalt hinter den Gesteinsbrocken hervorläuft. Er könne höchstens Anfang Vierzig sein, doch er erscheint wesentlich älter. Auch stellte ich ihn mir wesentlich größer vor, als stattliche Erscheinung, aber er ist eher klein. Schwarze nach hinten gekämmte Haare, eingefallene Wangen, leicht abstehende Ohren, stechenden Blick, korrekter Anzug mit langem Mantel, weißes Hemd und gestreifte Krawatte - das muß er sein - auferstanden von den Toten - also es hat tatsächlich funktioniert. Die Firma Revitalisierung kann Tote auferwecken, sie wieder Fleisch und Blut werden lassen! Mein Herz pocht, die Knie zittern, ich rutsche ab vor lauter Aufregung, kann mich gerade noch fangen und taste mich vorsichtig zu ihm vor. Mit hastiger Stimme rufe ich gegen das Rauschen, floskelhaft, um meine Erregung zu verbergen: "Guten Tag, Herr Dr. Kafka! Es freut mich, sie hier zu treffen, mein Name ist H." Kafka drückt meine Hand freundschaftlich fest und erwidert: "Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Wir sollten zum Fluß hinunter gehen, dann können wir uns besser verstehen." Wir stolpern über die Steine und gelangen hinunter zum Fluß. Dort treiben die Wassermassen, die schon teilweise über die Ufer getreten sind, aber der Weg daneben, zwar matschig und voller Pfützen, ist noch begehbar. Kafka hustet schwer und spuckt in sein Taschentuch, ich sehe, daß es dunkelrote Blutklumpen sind, die er auswirft. Wieder zur Ruhe gekommen, sagt er trocken: "Ich habe nicht mehr lange zu leben! Sie kennen die Stelle, wir waren gerade am Steinbruch." Am Horizont tauchen zwei schwarz gekleidete Männer auf, die uns schnell entgegengehen. Erschrocken und bleich vor Schreck einer dunklen Vorahnung frage ich meinen Begleiter, um mehr über die Hintergründe des Todesurteils zu erfahren: "Herr Kafka, ihr Josef K. wurde zum Tode verurteilt! Warum? Was wurde ihm vorgeworfen?" Kafka erwidert: "Sie erinnern sich sicherlich der Szene, in der der Geistliche dem Josef K. die Türhüterlegende erzählte! Hierin liegt der Schlüssel verborgen, um das Rätsel zu lösen." Ich konnte nicht mehr antworten, denn die beiden Gestalten sind mit uns inzwischen auf gleicher Höhe und werfen Kafka mit roher Gewalt in den Fluß. Mich unterhacken sie an beiden Armen und zerren mich rücklings den Weg zurück zum Steinbruch. Dort angekommen, zieht einer der beiden sein scharfes Messer aus der Scheide. Er stößt das Messer zwischen die Rippen direkt in mein Herz. Leise höre ich im Sterben, wie der eine zum anderen sagt: "Ein Narr!"

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    zum Grenzübertritt...

    habe dir einen zweiten Absatz geschrieben, den man hinten anfügen kann. 52 Wörter.
    Was hältst du davon?

    Die Häscher kamen schnell. Sie hatten ein Signal vernommen. Ein ungewohntes, lange nicht gehörtes Signal. Es klang wie das Pochen eines Herzens. Leise und zaghaft, ein wenig anschwellend dann und wann, mit kleinen, unkontrollierten Hüpfern. Als sie sich näherten, h?rten sie eine kleine Melodie. Rasch verschlossen sie ihre Ohren. Sie waren vorbereitet.

    Gruß, plott.

  8. #8
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Danke, Liz und Kyra für die Post.

    Fehlen noch Das Delta und Robert (!), Klammers Satz und tonja. Dann sind wir erst mal mit dem Text fertig.

    Denkt aber nicht, wir seien dann wirklich am Ende. Nach dem Zusenden denke ich, wird der eine oder andere noch Hand anlegen wollen an seinem Getext. Schließlich machen wir ein Malerbuch, da soll sich all das gegenseitig befruchten. Becker sagte mir gestern, daß er nach der Endredaktion des Textes an seinen Bildern noch ein wenig nachmalen wolle. (Jetzt hab ich nur Ängste wegen unseres Premierentermins.

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Lieber Robert.
    Ein Satz fehlt dir in meiner Geschichte, damit die Umbrüche funktionieren. Ach wie prosaisch ist doch das Werk des Lektors! Nun, besser ein Satz mehr als 50 Wörter streichen, sage ich immer.
    Hier ist der Satz in seinem Zusammenhang:
    --------

    [A. d. Hm: auch das folgende Fragment gilt bei einigen Fachleuten als apogryph:]
    Fragment 98 883 207 320, links Unten, kursiv, Abteilung LXXVI:

    Meine Freunde, ihr habt euch hier versammelt, um Abschied zu nehmen, doch es ist kein Abschied für immer, weil ich etwas für euch hinterlassen habe. [...] gehe ich von dieser Welt in der Erwartung, dass auch mein Testament nicht [...] geschrieben werden muss, da es eines Tages ein Computer für mich macht. Blicke ich auf die Jahre zurück, die ich in Arbeit für mein großes Werk verbracht habe, gibt es einen Tag, der mich wie ein Leuchtfeuer begleitet hat, es war der Nachmittag, an dem ich mit [Achim] am Fluss spazieren ging, es muss am [5(?)]. August 2035 gewesen sein oder am 18. April 2036 oder [...]. Egal, es war der letzte Tag, den ich in der Außenwelt verbrachte. Er bestätigte mich.
    -------

    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  10. #10
    Das Delta
    Status: ungeklärt

    AW: Flußspaziergang - Phase III

    DER SCHÄFER AM DELTA

    Die 50 Worte sind anzusiedeln am Ende der Tagebuchnotiz vom
    22.05.2035, DIENSTAG:
    Ich zähle mit. Donner und Blitz. Er ist nah, aber nicht nah genug. Ich komme nicht unter die Vier. Unbefriedigend.

    Später. Der Schäfer zeigt mir eine Flaschenpost. Die erste seines Lebens, am Flußufer gefunden. Ein zerschrammtes Glas, verschlossen mit porösem Kork. Ich öffne es, entrolle mit Vorsicht das fleckige Papier und lese:
    "Geliebte! Du weißt nicht, wer ich bin. Vertraue dem Fluß: Unsere Zeit wird kommen. Warte auf mich. 23.1.56."

    23.05.2035......

  11. #11
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Ich habe die ersten drei Texte passend.
    Werden an Frau Hanne, Marina und Kyra verschickt.
    Kyra, Deinen Text habe ich gestutzt und umgestellt. Bitte nacharbeiten, wenn's Dir nicht paßt. Aber er paßt jetzt, formell und dramaturgisch.

    Bei Frau Hanne mußte ich nur virerundsiebenzig Rechtschreibfehler editieren. Und den Anfang ans Ende stellen, den Mittelteil kürzen und aus dem Biber einen Hamster machen. Sonst blieb der Text in seiner Substanz erhalten.

    Oh oh, nicht sollt ihr jetzt denken, die Arbeit sei getan. Inzwischen sind wir bei 23500 Wörtern und 175 seiten, ein Ende ist nicht abzusehen. Wenn mir keiner in die Parade fährt, geht es immer so weiter.

    Schönen Abend noch, ich geh jetzt mit Bo ins grüne Gras und denk' mir was.

  12. #12
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    B I B E R! Hamster wäre, als ob Du, Mörder, Koljas weißen Hai (Gott schenke ihm ein langes Leben...dem Hai) in eine Filzlaus wandeln würdest.
    E S B I B B E R T ! Sonst gibt's nen Bötel auf die Moppen!

  13. #13
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Phase III ist weitgehend abgeschlossen. Hier ist die Textdatei, vollständiger Text. Liz habe ich löschen müssen. Paßte nicht, bekam ich mental nicht auf die Reihe. Tut mir leid. Ich mach es wieder gut. Irgendwie. Gib mal einen Piep!
    Wir haben jetzt 18 Geschichten und 16 Bilder. Zur Hamstergeschichte wird etwas gemalt, der Turmbau zu Babel ist gemalt. Merkwürdigerweise -sic!- hat Becker vor kurzem ein derartiges Bild gemalt. Muß wohl Gedankenübertragung gewesen sein. Oder ist Klammer vielleicht Becker?
    Die Bilder hab ich jetzt in den Text nicht miteingestellt. Die Datei ist ohne schon 500 k groß, mit Bildern wäre sie 7,7 MByte groß. Jeder entnimmt sein Bild bitte und kann es selbst einführen. Auf Wunsch schicke ich auch jedem seinen Text per mail.

    Die nächste Aufgabe: Jeder schaut sich sein Bild an und versucht, seinen Text vielleicht noch ein bißchen zu verändern, der Bildaussage anzupassen. Wenn's denn möglich ist. Ich habe den Text bereits gesetzt, bin aber für Änderungen, so sie künstlerisch notwendig sind, jederzeit zu haben.


    Bevor wir zu Phase IV übergehen (jeder legt nach Einblick bzw. Draufblick auf sein Bild noch einmal Hand an seinen Text), möchte ich die Liste der noch zu erschaffenden Bilder auflisten:

    Hannemann und Frau Hanne haben noch kein Bild. Ich glaube auch kaum, daß sie sich für die Arche-Bilder begeistern werden können. Schließlich fehlt als viertes Bild dies zu Koljas Spaziergang.
    Nr. 5 und 6 sind Klammer-Bilder. Für den Bapphel stelle ich mir etwas im Stile Turm zu Babel von Bosch vor, für den Spaziergang fehlt eine klarere Akzentuierung.

    Also, 6 Bilder fehlen noch.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Hallo Robert.

    Ich gratuliere: das Flussbuch gefällt mir immer besser, auch die Bilder sind sehr ordentlich.

    Ich habe meine Texte noch einmal durchgearbeitet. Dabei sind mir folgende Fehler aufgefallen:
    "Der Badeplatz" ist in den Kopfzeilen "Der BAdeplatz" geschrieben.
    (apropos: Mit diesem Titel kann ich leben, auch wenn mir natürlich "kleine Veränderungen" besser gefallen würde.)
    Auf Seite 53,8 fehlt das Wort "nicht". Der Satz lautet: "Auch am nächsten Tag war Stefan morgens nicht am Wehr."
    Am Übergang von Seite 53 auf Seite 54 stimmt die Trennung nicht. "Freund-" muss gelöscht werden.
    Seite 55, 13. In dem Satz ist nach "Freundin" ein Komma zuviel.

    Zum Babbpbeltext:

    Du hast den Badeplatz in die alte Rechtschreibung zurückgesetzt, dies aber bei Babbpbel unterlassen. Ich schlage vor, ihn zumindest teilweise in die alte Rechtschreibung zu transportieren, was die innere Zerrissenheit der Fragmente noch deutlicher machen würde.

    Mir ist aufgefallen, dass der von dir angeforderte Satz nun doch nicht im Text erscheint. Absicht?


    Gruß, Klammer

    (Ich muss dich enttäuschen. Auch wenn in der Lichtung ein Maler vorkommt: Ich bin keiner.)
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  15. #15
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Badeplatz ist besser. Idee mit der Zerissenheit wird aufgenommen. Der Satz ist verschwunden. Bitte um nochmalige Zusendung. Kleinere Reparaturen werden sofort erledigt. Danke.

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Flußspaziergang - Phase III

    Lieber Lektor,
    FAST alles jeritzt...
    (wg Problem mit mail auf diesem Weg)

    Auf Seite 121, Zeile 19 möchte ich noch etwas ändern.
    Statt: "Ich weiß. Ich schwöre": ICH HABE IHN GEHÖRT.

    und auf Seite 122, Zeile 17
    "Manchmal sind meine Ohren so groß, sagt der Wolf...":
    .., SAGT DIE WÖLFIN...

    Ich glaub, das wars jetzt.
    Vielen Dank für die Mühe von Marina

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