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Thema: Produktionsstandort Deutschland

  1. #1
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    Produktionsstandort Deutschland

    hab mir heut mal die verlagsziele durchgelesen, stolperte da über einen satz immer wieder und wieder - "wir produzieren in deutschland nur mit einheimischen arbeitskräften" - hm -
    warum eigentlich?

  2. #2
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    damit ist wohl gemeint, dass nocht zu Billigdruckern nach Taiwan ausgewichen wird, oder?

  3. #3
    rodbertus
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Kyra, ich habe keine Ahnung, was damit gemeint ist.
    Was ist mit einem Satz wie "Pferde fressen keinen Gurkensalat." gemeint?

  4. #4
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Pferde fressen keinen Gurkensalat, das erscheint mir stimmig, das versteh ich - wobei dieser satz als verlagsziel leider nicht genannt wurde, wenn ich nicht irre - und geh ich recht in der annahme, daß ihr euch bei der formulierung besagten zieles das ein oder andere gedacht habt? und das hat, so vermute ich weiterhin, mitnichten etwas mit pferden geschweige denn nahrungsmitteln zu tun?
    und isses nicht völlig wurscht, wo und vor allem von wem etwas produziert wird?
    das "was" ist natürlich nicht wurscht!
    und daß das in deutschland geschieht wird wohl praktische gründe haben (kyra, danke für deinen tollen hinweis hierzu...) - aber warum verdammich von "einheimischen" arbeitskräften?
    einheimisch - bin ich auch einheimisch? - ist stoiber einheimisch? der dalai lama? mr. jones? was ist ein uneinheimischer und was unterscheidet ihn in der produktion von einem einheimischen?
    fragen, die sich einem skeptischen zeit-genossen unserer tage wie gurkensalat dem ehernen rosse aufdrängen... -
    mit sozialistischem gruß aus dem einheim in altona...
    pawel

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Wusstet Ihr eigentlich, dass man manchmal auch außerhalb der deutschen Reichsgrenzen produzieren muss, wenn man ein gutes bibliophiles Buch machen will? Da gibt es in Tschechien beispielsweise noch Druckereien mit wahnsinnig alten Bleigussmaschinen, da kann man drucken, drucken, sage ich Euch, da erblasst jeder deutsche Offsetdrucker vor Neid, dass es noch solch scharf gesetzte Schrifttypen gibt.
    Arroganz ist ja an sich was Feines, aber nur für den Hausgebrauch in den eigenen vier Wänden, geht man damit an die Öffentlichkeit, kann man schon leicht auf die Schnauze fallen.
    Paul, Du hast Recht, obwohl Du ja eine Frage gestellt hast, also nichts behauptet hast, das haben andere.
    Wenn der Satz da so steht, dann ist das ein Satz zum Schieflachen, nur könnte einem das Lachen im Halse stecken bleiben.

  6. #6
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    daß sie in dem Land, wo sie ihre Bücher verkauft ( möchte ), Arbeitsplätze erhalten will...

    so hatte ich das auch verstanden....

  7. #7
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    ... bleibt immer noch die frage, was einheimisch bedeutet - aus der region erfurt? oder aus deutschland? - oder ist es gar philosophisch gedacht, quasi eingeweihte, die, die in der kunst heimisch...? -
    letzteres wohl eher nicht -
    gehts also darum, die zahl der arbeitslosigkeit in deutschland zu reduzieren? - hut ab, edles ziel - edler fänd ich jedoch arbeitskräfte zu wählen, die mit herz, wissen und verstand produzieren - deren ursprung sollte scheißegal sein, sind wir doch alle aus der gleichen ursuppe gekrochen, oder nicht - dieses deutschgetue geht mir ebenso auf den sack, wie dieses amigetue - was ja inzwischen aus solidarisch und mitleidspseudotrauergeheuchelsgründen datselbe zu sein scheint - verzeiht mir den barschen ton, aber das is ne empfindliche stelle von mich und in sachen kunst und kultur wäre es fein die ein oder andere "be-schränkung", "be-grenzung" über bord zu kippen - keine lust dauernd dem klirren der ketten in platons höhle zu lauschen, so finden wir doch nie ein blaues blümelein...

  8. #8
    rodbertus
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Siehst Du, Paul? Mir geht das Nichtdeutschseingetue auf den Sack, wie das Deutschgetue und das Amigetue. Wenn Du unbedingt ideologisieren willst, dann tu es. Ich fresse nun mal gerne Gurkensalat. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen.
    Ach, und übrigens: Der Satz bleibt stehen. - Vorerst. Vielleicht ändere ich ihn nächste Woche in: Wir produzieren nur mit Druckern, die höchstens 1,85 m groß sind.

  9. #9
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    ich will nicht ideologisieren und ich freß auch gerne gurkensalat - will nur wissen, was einheimisch bedeutet, warum das da steht - das wird ja nicht so schwierig sein, das zu erklären oder was - und wenn der satz da stehen bleibt, so wird das wohl auch seinen grund haben - aber welchen nur??????
    brauchst hier nicht so rumtrotzen wie ein bub, der angst um sein förmchen im verlagssandkasten hat, robert, hoffe die freigeistigbaiowarische mentalität schlägt dir nicht aufs gemüt... - will hier schließlich mitspielen und spiele auch sehr gerne in eurem sandkasten - aber wenn da hundekacke in meine kuchen gerät, dann erzähl ich das meinem großen bruder und dann aber hallo...

  10. #10
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    dieses deutschgetue geht mir ebenso auf den sack, wie dieses amigetue
    Wobei das Ami- oder Multikultigetue in diesem Land ja wohl eher zur Gutmenschen-Grundausstattung gehört.
    Es ist schon traurig, daß uns der Präsident eines Landes, das im letzten Weltkrieg 20 Millionen Menschen verloren hat, daran erinnern muß, daß sich unsere "Intellektuellen" wie Vollidioten verhalten.

    Gruß

    K.

    Außerdem kommt vor dem "wie" kein Komma.

    K.

  11. #11
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    langsam fängt es an Spass zu machen
    ich will es so verstehen, dass damit eine (kleine?) Firma aus der ex DDR sagt, dass sie die hiesige oder von mir aus dortige Wirtschaft unterstützen will. Das finde ich sehr legitim, nachdem von UNS aus sehr vieles platt gemacht wurde, was längst nicht so pleite war wie es gesagt wurde. Wenn da die weigen Unternehmen die sich von da aus bekrabbelt haben, erst mal sich gegenseitig unter die Arme greifen ist das für mich mehr als ok. Das hat aber weniger mit deutschsein zu tun, als mir Solidarität!!!!!!
    Es würde aus einer gemeinsamen Geschichte resultieren, die ich mit Robert z.B. leider nicht habe, aber mit kls, uis hannemann usw. Es ist völlig falsch zu meinen (denke ich) nur deshalb weil wir deutsche sind wären wir uns nahe.
    Vielleicht nocht etwas im Erkältungsfieberwahn...

    Kyra

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Kassandra, da kömmt ein Komma hin, weil das WIE hier als Konjunktion mißbraucht wird, eine (nachgeordnete) Aufzählung und noch dazu beinahe eine Apposition heuchelnd, nicht einen Vergleich zum Gleichen herstellend. Aber das sind Feinheiten der Sprache, die sich bis zu Dir noch nicht durchgesprochen haben.

    Ich mach es Dir mal deutlich:
    Variante A: Es ist so groß wie ein Dummkopf. (bedeutet: er ist genau so groß wie ein Dummkopf)
    Variante B: Er ist so groß, wie ein Dummkopf eben ist. (bedeutet: er ist eben so, also ungefähr so groß wie ein Dummkopf)

    In unserem obigen Satz steht: "Mir geht das Nichtdeutschseingetue auf den Sack, wie das Deutschgetue und das Amigetue." Der Satz bedeutet nicht, daß Nichtdeutschseingetue und Deutschseingetue gleichberechtigt zu nennen seien. Denn ein NICHT kann mit einem ICHT niemals gleichgesetzt werden, wie wir spätestens seit dem schlesischen Schuster Böhme wissen - vgl. dazu meine Bemerkungen in diversen Ordnern, sondern hier haben wir eine Ellipse: Der Satz lautet eigentlich: Mir geht das Nichtdeutschseingetue auf den Sack, wie das Deutschgetue und das Amigetue mir auf den Sack gehn.
    ...womit ausgesagt wird, daß zwischen beiden Sackgängen eine Ähnlichkeit besteht, die jedoch nicht gleichzusetzen ist. Ich bitte das sorgesbesessen zu unterscheiden.

    Paulchen, den großen Bruder mußte ich jahrelang selber spielen. Tja, was heißt EINHEIMISCH? Drück ich mich so aus: Das sind die, die in einem Heim wohnen. Manchmal wohnen sie in einem anderen Heim und essen auswärts, dann sind es Ausheimige und als solche nicht mehr für unsere Belange zu gebrauchen. (Der Anfahrtsweg wäre auch zu weit.) Das Belängliche ist das Ausgeheimte, darum nennt man Ausheimige auch Heimchen. Die Ausheimigen hören das aber gar nicht so gerne, denn es erinnert sie daran, wie es war, als sie noch Einheimische genannt wurden, nichts sehnlicher aber sein wollten als Ausheimige.
    Zu Deiner Beruhigung laß Dir aber gesagt sein, daß wir im Ausland auch nur mit Einheimischen produzieren würden, denn dann sind die ja dort nicht mehr die Ausheimigen, die dann wir wären, sondern die Einheimischen, wie auch der komische Spruch, daß die meisten Menschen Ausländer seien, völlig idiotisch ist, denn die meisten Menschen sind ja Einheimische; wäre es umgekehrt, würden die Ausheimischen bald nicht mehr wissen, wo sie denn nun eigentlich heimisch sind. Lohnt es sich darüber nachzudenken? Ich denke, nein. (Für Kassandra: Dieses Komma unterstreicht die Nachstellung des Geistes gegenüber dem Wort.)

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Da zirp ich leise, wie es Heimchen tun:
    da halt ich ihn, da muß er sich verwehren!
    (Ihm legt mein Ruf sich ums Gelenk . .)
    Den Wind hör ich in vielen Nächten wiederkehren:
    "Bei uns flammt Ferne, bei dir ist es eng . . ."
    Da zirp ich leise, wie es Heimchen tun.

  14. #14
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    aha - also der wohnort kann durchaus ein heim sein - und logischerweise wohnt im einheim der einheimeische - was mitnichten etwas mit der heimat zu tun haben muß - die wiederum wird meist mit dem geburtsort in verbindung gebracht, was hier aber wohl nicht das thema ist - manche wahnwitzige bezeichnen den ganzen globus hier als ihre heimat - das sind dann wohl sog. weltenbummler - oder die strasse - dabei handelt es sich eher um vagabunden - schätze die sind dann eher unheimlich - so all-mählich hab ichs... -
    und wenn ichs mir recht überlege, könnte der satz ja dann doch in die glutenkiste -
    hm?

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Natürlich kommt kein Komma vor dem "wie", Robert, da es sich um einen Vergleich handelt:
    "Er ist (ebenso)so groß wie ich". Duden S. 561, rechte Spalte.
    Für den von Dir unterstellten zweiten Halbsatz gibt es keinerlei Hinweise, da es ihm sowohl an Subjekten als auch an Prädikaten gebricht:
    "Er ist so erzürnt, wie ich es noch nie gesehen habe." Duden, ebenda.
    Offensichtlich übt die Dauerlektüre des hier Dargebotenen keinen günstigen Einfluß auf Deine geistige Verfassung aus.

    Gruß
    K.

    Uneigennütziger Buchtip: http://www.cis-gate.de/homepages/haubold/traumtor.htm

  16. #16
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Kassandra, mit Dir streit' ich mich doch gern. Du bist so herrlich berechenbar. Bist auch schön brav in die Falle getappt. Was unterscheidet EBENSO von EBEN SO?

    Außerdem bedenke, meine Liebe, daß Sätze in ihrem Zusammenhang gesehen werden müssen, inhärente Kohäsionen will ich Dir nicht zumuten, die übersteigen das Erzgebirge nicht. Öhem, es wäre nett, wenn Du beim Beispielsatz bleiben würdest.

    Ich geb Dir mal 'ne Faustregel für den Einsatz des WIE mit auf den Weg: WIE als Vergleichspartikel bei Gleichheit, dann zumeist kein Komma, zudem bei Vergleichen in den seltensten Fällen ein Nebensatz geschaltet wird. Wäre ja auch noch schöner, etwas Gleichartiges in der Hierarchie des Satzes hintanzustellen. Das WIE aber bei einer Näherbestimmung einzusetzen, heißt gleichzeitig, es einem Nebensatz vor zu stellen (ich würd diese drei Worte jetzt gern zusammenschreiben, will Dich aber nicht unnötig verwirren). In unserem Beispielsatz geht es eben nicht um Gleichartigkeit, sondern um Verschiedenartigkeit. (Das ist ein Witz, den aber keiner bemerkte. Ich ziehe nämlich die Deutschtümelei der Nichtdeutschtümelei vor. Anzumerken bleibt, daß ich beides nicht sonderlich mag. Aber wenn ich gradieren soll, dann würde ich die Deutsch-, Franzosen-, Brit- oder Amitümelei jedenfalls der Nichtdeutsch-, Nichtfranzos-... vorziehen.)
    Wenn ich kein Komma gesetzt hätte, dann würde die Vergleichung 1:1 ausfallen, dann würd' ich beides gleichsetzen, ich zähl' aber nur auf, gradiere dadurch und vermeide Wiederholungen. Das nennt man in der Stilistik eine Ellipse oder, um es hier ganz genau zu sagen, einen Anakoluth. (Diese Stilfigur ist seit ca. 2500 Jahren bekannt.) Das Komma erst macht diesen Satz dazu, ein fehlendes Komma hätte beide Bedeutungseinheiten in ungerechtfertigter Weise und sinnentstellend (was meine Aussage betrifft) gleichebig behandelt.

    Bei grammatikalischen Fragen wende Dich vertrauensvoll an mich, meine Liebe.

    Der letzte Satz war grammatikalisch nicht korrekt: Welche stilistische Figur wurde vom Autoren verwendet?

  17. #17
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Oh Gott Robert, woher weisst Du das alles????
    Doch nicht aus der Schule, oder?
    Man möchte es vielleicht nicht glauben (so wenig wie ich es beherrsche), aber ich finde es toll wenn jemand so spitzfindig exakt mit Sprache umgeht, würde ich auch gerne können (aber nicht lernen)
    die Bewunderung gilt ebenso Kassandra, die sich ja offenbar dieser Diskussion stellen kann, die ich nur atemlos vom Spielfeldrand beobachte.

    Kyra

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Robertilein, Wortkaskaden helfen Dir hier nicht weiter. Das klingt zwar alles recht plausibel und sachkundig, geht aber völlig am Thema vorbei.
    Bleiben wir doch beim Ausgangspunkt:
    dieses deutschgetue geht mir ebenso auf den sack, wie dieses amigetue
    Was haben wir denn hier?
    Leider schießt Du bereits am Anfang Deiner "Argumentation" ein sattes Eigentor:
    "WIE als Vergleichspartikel bei Gleichheit ... kein Komma"!!!
    Exakt, Du Held der gemarterten Muttersprache!
    Und was sagt uns der Terminus "ebenso"?
    Richtig, er steht wie "genauso und geradeso" (Duden, S. 136, rechte Spalte) für Gleichheit.
    Unserem armen Paul geht also Deutschtümelei in gleicher Weise auf den Sack WIE dieses Amigetue. Auch hier steht logischerweise kein Komma.
    Aber das Tollste kommt noch: "Außerdem bedenke, meine Liebe, daß Sätze in ihrem Zusammenhang gesehen werden müssen ..."
    Dagegen wäre nicht viel zu sagen, wenn es sich um die Darstellung eines logischen Zusammenhanges handeln würde, aber hier geht es um INTERPUNKTION.
    Letztere folgt in der deutschen Sprache recht strengen Gesetzen, die auf physisch benachbarte Sätze keinerlei Rücksicht nehmen.
    Dein Argumentation ist löchriger als die Dächer der Thüringer Berghütten, auch wenn Du noch so viele anakuluthische Nebelbomben wirfst.

    Mitleidige Grüße
    K.
    http://www.cis-gate.de/homepages/haubold/home.htm

  19. #19
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Es lebe das Europa der Regionen, die Inversion und der Anakoluth. Brav, Robert, hast alles fein erklärt. Manche Leute sind Lehrer geworden, weil sie einmal im Leben Recht behalten wollten, hauptsächlich vormittags und nachmittags haben sie ja frei. Gröhl.
    Wenn Kassandra jetzt klug ist, gibt er nach und antwortet hier nicht mehr, sondern stellt endlich mal wieder einen Text hier hinein.
    Das ist unproduktive philologische Fliegenbeinzählarbeit, die ich nicht mag. Basta per oggi.

  20. #20
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Hallo Uis,

    Du schreibst:
    Das ist unproduktive philologische Fliegenbeinzählarbeit, die ich nicht mag.

    aber es ist doch auch ein Spass, dieses herumargumentieren, zitieren, Recht haben wollen. Solche Diskussionen machen halt manchmal Freude, weil es um Scharfsinn geht. Da ist jeder formale Inhalt gut, darauf kommt es nicht an. Hast Du so etwas nie gemacht? Das ist halt eine andere Form von Fingerhakeln

    Kyra

  21. #21
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    oOOCH, Kassandra, das war aber ein schwacher Konter. Den fang ich schon in Deiner eigenen Hälfte ab: Ich zitiere Dich, wie Du mich zitierst..
    "WIE als Vergleichspartikel bei Gleichheit ... kein Komma"!!!
    Eben. Aber in meinem Falle ist keine Gleichheit angegeben, sondern eine Modalbestimmung, eine Vergleichung. Vergleichung mit WIE betont gegebenenfalls die näheren Umstände, betont das Hinzukommende, betont das, was eben anders ist. Der Witz meines Satzes besteht darin, daß er ein WIE setzt, aber einen Anakoluth (es heißt Anakoluth, Kassandra) benutzt, um eben zwischen dem Gleichen und Anderen (ich schreibe dieses Wort ungern groß, aber hier scheint es mir angeraten zu sein) deutlich zu akzentuieren. Ein IST ist mit einem NICHTS nicht zu koinzidieren. Darum der Vor-Wurf Böhmes. Den könntest Du als Sachsen doch kennen. Der war Schuster zu Görlitz. Böhme schrieb und dachte vom Ichts und NICHTS, welches er in Beziehung, nicht aber in Koinzidenz zu setzen suchte. DAS ist der tiefere Grund eines, meines WIE. Das Wie ist kein Partikel für Gleiches, wohl aber für Gleichartiges, für einen Vergleich reicht es, einem GLEICH geht es aus dem Weg, insofern es nicht anders kann.
    Er ist so groß wie ich.
    Er ist so groß, wie ich es eben bin.
    Er ist eben so groß wie ich. (ungefähr genauso groß)
    Er ist ebenso groß wie ich. (genauso groß bzw. genau so groß, wie es angegeben wurde)

    Unsere Sprache bietet hier einen schönen fromalen Gedanken, indem es die Unterordnung durchs Komma anzeigt. Allerdings läßt sie dies nur zu, wenn ein Verb, ein sich Einbeugendes in den Gedanken genommen wird. Darob stell ich den stilistischen Fakt ins Haus: Der Fakt lautet, es fehlt dem Satze ein Verb, dieses steht aber im HAUPTSATZ, nicht im Nebensatz. Nennte ich es, so hätte ich mich selbst angeschmiert, hätte mich eines Wiederholenden anzeigen müssen, aber: Ich hab's net getan.
    Zwischen EBENSO und EBEN SO solltest Du unterscheiden. EBENSO heißt GENAU SO, EBEN SO heißt GENAUSO. Beinahe. Klingelt's?

    Bei Paul würd' ich Dir zustimmen. In Pauls Satz muß, aus seiner Position heraus, kein Komma stehen. In meinem Satz muß, wegen meiner anderen Position, eines stehen, weil mir das AMIgetue mehr auf den Sack geht als das Deutschseingetue. Aber darüber wollten wir doch jetzt nicht wirklich sprechen.

    Wir hatten da schon mal einen Streit. Er endete damit, daß ich Dich aus dem Forum warf. Jetzt frag' ich Dich, ob Du nicht lieber wieder in Deine anderen Foren zurückkehren willst oder, um mit Uis' Worten zu sprechen, Dich durch die Einstellung eines Textes konstruktiv einbringen möchtest?!

  22. #22
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Hallo ui und Robert,
    Bei Paul würd' ich Dir zustimmen. In Pauls Satz muß, aus seiner Position heraus, kein Komma stehen. In meinem Satz muß, wegen meiner anderen Position, eines stehen, weil mir das AMIgetue mehr auf den Sack geht als das Deutschseingetue. Aber darüber wollten wir doch jetzt nicht wirklich sprechen.
    Ich habe NUR über Pauls Satz gesprochen. Folglich gilt ? 1.
    Er endete damit, daß ich Dich aus dem Forum warf.
    Das ist leider sachlich falsch, da ich mich freiwillig und begründet zurückgezogen hatte (das "Rauswerfen" kam dann als Retourkutsche).

    Texte habe ich nur in Fragmentform vorliegen; fertige (veröffentlichte) Texte sollte man m. E. nicht wiederkäuen. Fragmente (Ausschnitte) könnte ich jederzeit anbieten.

    Gruß
    K.

    P.S. Kunst ohne Handwerk ist Dilettantismus.

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Produktionsstandort Deutschland

    Widerspruch! Das ist die gleiche Ungenauigkeit wie oben. Dilettantismus bedeutet nichts anderes als Liebe zur Sache. Daß damit oft fehlende handwerkliche Meisterschaft einhergeht, ist eine andere Sache. Fehlende handwerkliche Meisterschaft allerdings dem Begriff "Dilettantismus" unterzuschieben, ist ebenso falsch wie das Gegenteil, nämlich handwerkliche Meisterschaft als Kunst zu bezeichnen. Es kann sein, daß ein Meister des Handwerks zugleich auch ein Künstler in seinem Handwerk ist. Es kann sein.

    Dilettantismus ist eine Lebenseinstellung und kein Gradmesser irgendeiner Fertigkeit oder eines Zustandes. Goethe liebte die Dilettanten, denn bei ihnen konnte er sich sicher sein, daß sie etwas aus Leidenschaft betrieben, weil sie das, was sie da taten, liebten - und das ist in der Kunst immer noch entscheidend. Kunst ist zuerst Willensakt, nicht aber Handwerk. Das Können, das dem Begriff der "Kunst" im Wortfeld begegnen muß, bedeutet nicht substantiell Handwerk, sondern Umsetzung eines im Inneren und durch göttlichen Funken initiierten Willensaktes, der sich anderen mitteilen läßt. Ein Schrei, Gekritzel, eine Geste, ein Gebet.. das sind die Ursprünge der Kunst, deren Manifestationen und Erstarrungen das wurden, was sie heute ist, irgendetwas vom Oberbau der Gesellschaft, nicht aber ihre tragende Säule. Eben Leute, die behaupten, Kunst sei Handwerk, entstand ihre Depravation, ihre Dekadenz, das, was manche mit Schwulsein und Ästhetizismus, mit weichgewordener Zivilisation verbinden. Das aber ist Kunst gerade nicht. Sie ist ein ursprünglicher und lebensbedrohlicher Willensakt, der sich ausdrücken will und dafür Formen sucht, an deren Beherrschung und Vervollkommnung der Künstler zeitlebens arbeitet. Er wird zum Handwerker, wenn er eine einmal gewollte Form nur noch formal ausformt; er bleibt Künstler, wenn aus ihm immer neue Formen dringen, derer er nie Herr wird. Man beachte das! Aber das ist die Folge und nicht das Wesen der Kunst. Das KÖNNEN der Kunst kömmt daher, daß ein Mensch es schafft, sein Weseninneres so auszudrücken, daß es sowohl als Individuelles als auch Allgemeines wahrgenommen wird.
    Doch, wie gesagt, heute ist Handwerk im Kunstbetrieb maßgeblich. Und das ist wieder eine andere Sache. Ich sage nur: Die Welt ist voller Idioten, gerade im beckmesserischen Kunstbetrieb.

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