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Thema: opfergabe

  1. #1
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    opfergabe

    erhaben
    sitzt er
    auf einem felsen
    sein haar wallt
    wild im spiel
    des windes
    auf seinem haupt
    die krone aus feuer -

    kristallen
    funkelt das meer
    spiegelt
    bricht
    licht
    die gischt peitscht
    unablässig um seinen
    steinern thron -

    krächzend
    kreisen gierig krähen
    am himmel
    bald schon bald -
    sein weisses gewand
    blutverschmiert
    wie seine hand
    in der ein lebloser schwan -

    er weint

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: opfergabe

    ja, das gefällt mir. aber warum unterbrichst du die schöne alliteration?

    bye
    tt

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: opfergabe

    Titanisch, Paul, was?
    Da hat es also den alten Zeus endlich mal erwischt, nachdem er bei seiner Gespielin war, und er wird zum Opfer eines götterfressenden Gottes oder so. Verzeih mir die kühne Deutung, ich mag sie, weil sie mein einziger Zugang zu diesen Zeilen ist. Deshalb krittele ich auch nicht an den Worten herum. Ich glaube, so muss es gewesen sein, bei den Göttern, die sich selbst auffraßen, und geweint haben sie danach auch manchmal. Bloß... wer opfert wem was?
    Ich arbeite nochmal dran.
    herzlichst uis

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: opfergabe

    $%@&!

    bzw Sonovabitsch, wenn ich deiner habhaft werde, dann aber endgültig 'sdarowje - Keule, du machst mir Kummer! Denkst du auch noch in anderen als poetischen, ja, metaphorisch lodernden Bahnen im Land der dichten Denker? Komm auf den Teppich, laß uns übers Meer fahren, fünfzig Tage Bombenhagel und Granaten, Bratkartoffeln schälen in schäumender Gischt, old Chatterhand... Ach. Fahr zur Hölle, nimms mich mit?

    - und nimm's nicht so tragisch, weil ein guter Seemann sticht doch auch, tatendurstig frohgemut, ins Rote Meer...

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: opfergabe

    Gewand, krächzend ändern

    das Ende vom WIE befreien, hier mußt Du eine Metapher finden, die an den Anfang rückbindet; Griechentum ist immer auch Bedingnis des Kreises; Ewigkeit will eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt, als Bild ist das aber übernannt;
    Stabreime passen mir hier nicht, das hat was von althochdeutscher Heldendichtung. Und wenn Dich das nicht zum ändern bewegt, hast Du den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden. Hic Rhodos..

  6. #6
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    AW: opfergabe

    hauerha, da wird schon wieder mit zaunphählen gefuchtelt, muss ich den kopf wohl einziehen... -

    krächzend weg, also:
    gierig
    kreisen Krähen,
    die krächzen... -

    hm, klingt doch schön - diese partizip-frage wurde mir hier auch noch nie beantwortet - ist doch verdichtung im wahrsten sinne, einen plumpen relativsatz in ein wörtchen zu verpacken - warum also nicht - steht das in einem buch (dei 10 gebote der dichtkunst...)?

    gewand weg, also:
    kittel!
    hm, gewand muss wohl auch bleiben, ich dacht dabei (bzw. ich sah es ja auch, is quasi eine fiktive bildbeschreibung...) an eine art toga - wobei dem geschreibe weder griechische noch römische mythologie anhaften soll - wenn so ists zufall - soviel ich weiss bringen götter keine opfer - von mir aus mag eine art prometheus mitspielen wollen - aber die tränen weisen doch auf das allzumenschliche... -

    das WIE weg, also:

    das ist spannend, ich liebe weglassen, und das wie einfach weglassen gefällt mir sehr gut!

    die stabreime weg, also:
    auch da will ich dir recht geben, hab ich mich verführen lassen, die verlockung, du weisst...

    und sonst, robert, inhaltlich wars dir wieder schnuppe?

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: opfergabe

    Das ist nicht so sehr die Frage, ob du BEWUSST Mythologisches einbautest. Das ist beim Scheiben überhaupt kein Fragepunkt. Dennoch ist es bei einem gebildeten Menschen unabdingbar, daß er diesem Mythus Genüge tut.

    Ich arbeite gerade einen von mir 1994 excerpierten Text von Erwin Rohde ins wiki philosophica, "Die Religion der Griechen". Rohde, ein Freund Nietzsches, schrieb wundervolle Sachen, obwohl er wohl ein knochentrockner Philologe gewest, einer von der Sorte, wie sie zu Hunderten in Universitätstädten rumhingen. Das meiste bei Rohde dürfte rationalen Ursprungs sein, aber ein wenig wird selbst bei diesem Mann des Geistes aus dem Unter- und Unbewußten gespeist worden sein. Ich will das jetzt auch nicht dezidiert betrachten, sondern vielmehr auf den Punkt kommen, den Ursprung des Religiösen, den Quellpunkt unseres Welterlebens. Opfergabe Gottes an die Welt, aus dem reinen und unverfälschten Sein geboren, der Mensch, die Natur, die Götter selber.

    KEIN Gott, der Götter keiner, hat die Welt erschaffen!

    Das ist die Präambel der griechischen Religion. Man denke darüber nach. Ein Satz, wie in Stein zu meißeln, wirkliche Freiheit dem Menschen erst gebend.

  8. #8
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    AW: opfergabe

    tjaha, der satz gefällt mir! wohlwahr. er beinhaltet so etwas wie: runter vom sofa... . zudem deucht mir, daß wir alle kleine götter. ohne damit das universum schmälern zu wollen. im gegenteil...

  9. #9
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    AW: opfergabe

    "krächzend
    kreisen gierig krähen"

    schöne alliteration!

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