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Thema: Szene

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Szene

    Szene

    Maria tritt zögernd durch die Gartenpforte. Vor ihr liegt die Wiese mit den alten Bäumen, die Mittagssonne zeichnet Scherenschnitte um ihre Stämme, die Stille scheint durch das gleichmäßige Zirpen der Grillen hörbar zu werden. Die Fenster des Hauses sind weit geöffnet, kein Windhauch bewegt die Gardinen. Maria fühlt wie ihr Schritte die lebendige Ruhe stören, obwohl kein Mensch zu sehen ist, fühlt sie sich beobachtet, nicht vom Haus her, eher als würde sie auf eine Bühne kommen - der Zuschauerraum ist dunkel, alle Augen sind auf sie gerichtet, während sie mit verhaltenem Gang die Szene betritt, allein sie kennt das Stück nicht, weiß nicht wohin sie sich wenden soll, was diesem Auftritt folgt - undurchschaubar sind die Erwartungen. Sie fühlt Angst während sie dem Kiesweg zur Terrasse folgt. Die kleinen knochenweißen Steine bleiben stumm unter ihren Schuhen, scheinen sie nicht zu bemerken und bestrafen sie so für ihr Eindringen, sie machen Maria klar, dass sie niemals diese Rolle spielen könne; das Mädchen, das in dieser Szene erwartet wurde, wäre den Pfad hinab gehüpft, dass die unbewegten Kieselsteine einen Freudentanz unter ihren Füßen aufgeführt hätten. Sie ist erleichtert, als sie die Terrassenstufen erreicht. Oben angekommen sieht sie mit einem Abschiedsblick in den Garten hinab, als hätte sie ihre erste Aufgabe gelöst. Langsam dreht sie sich zum Haus. Maria lässt ihren Blick ruhen und versuchte dieses neue Bild zu deuten. Die Flügeltür ist weit geöffnet, will sie in die dunkle Kühle des Hauses locken - ein Raum der sich nach einem Menschen sehnt. Sie widersteht dem Drang sich von den schützenden Mauern umarmen zu lassen, sieht den gedeckten Gartentisch im Schatten der Erle, drei Personen werden erwartet. Maria sieht genauer hin, nein das Essen ist bereits lange beendet, in den halbvollen Gläsern schwimmen ertrunkene Fliegen, das Obst auf der Silberplatte ist braun und faulig, rauchgleich steigen Fruchtfliegen von ihm auf. Zwei der Stühle scheinen heftig zurückgeschoben worden zu sein, der dritte Stuhl steht so am Tisch, als würde ein unsichtbarer Gast noch immer an der Tafel verweilen. Plötzlich erinnerte sie sich, dies ist ihr Platz, hier sitzt sie immer ihren Eltern gegenüber. Aber alles ist verändert, wendet sich ab, verschließt sich vor ihr. Dann lässt das Verstehen sie erschauern, sie will noch nicht gehen, klammert sich an den Erlenstamm und fühlt wie ihre Todeskälte in den Baum dringt und sich mit ihm verbindet. Wenig später liegt der Garten wieder verlassen in der Nachmittagssonne.
    ich weiß, kitschig

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Szene

    Das ist wie ein Kiesel, den man ins Wasser warf. Der Kiesel ist klein, das Wasser gischtig, ein steifer Nordost. Was bleibt?

    Ich bitte um eine sechsbändige Einführung: Wer ist Maria? Was ist eine Szene? Wer sitzt im Zuschauerraum?

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Szene

    Hallo Robert,

    mit Szene meinte ich eben, dass ich mich nicht lange über das Vorher auslasse. Der Inhalt ist ja einfach genug, totes junges mädchen kommt als Geist noch einmal ins Elternhaus, weiß aber noch nicht dass sie tot ist, aber es dämmert ihr, sie kann die Rolle der Lebenden nicht mehr erfüllen. Dann traurig und weg.

    aber ich glaube das Problem ist eher, der Kitsch, ...die Frau in weiß oder so

    Danke

    Kyra

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Szene

    Liebe Kyra,
    in Deiner Antwort beschreibst Du einen plot, aus dem Du in Deinem Text viel zu wenig gemacht hast. Der Text gefällt mir nicht, er ist bei weitem nicht kitschig. Dass Du davor aber auch immer so eine Angst zu haben scheinst...
    Nein, er ist einfach nicht ausgearbeitet, ausgefeilt genug. Sicher hängt das nicht mit der Kürze oder Länge eines Textes zusammen, hier meine ich eher, dass es mit der Perspektive an sich zusammenhängen könnte.
    Stell Dir mal vor, das alles wäre durch einen Ich-Erzähler vermittelt worden, dann hättest Du am Ende vielleicht einen Überraschnugseffekt erzielt, ein toter Ich-Erzähler, beispielsweise... Oder aber es wäre aus der Du-Perspektive geschildert, dicht, suggestiv und den Leser in den Text hineinziehend. So aber fragt man sich, wo der Erzähler denn steht. Wandelt er zwischen den Welten in seiner Allwissenheit?
    Deshalb also gefällt mir der Text nicht, versuch mal eine andere Lösung.
    herzlichst
    uis

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Szene

    Ach, die Kyra, alias Anisimow, alias Ame Schulze, alias, alias, alias! "Galeristin", hahaha! - In unserem Forum hat sie denselben Schmarrn gepostet, im "4w-Forum" ebenso, und dann, nachdem sie alle bemuehten Antworten zusammen hatte, wieder geloescht. Eine fiese Tour! Fallt auf die nicht rein, ist 'ne linke Ratte!
    Schulze, lass Dir mal was Neues einfallen, so ganz so doofi sind nicht alle! Ich krieg Dich ja doch, Du verheu(che)ltes Schweinchen!

    Der Mensch zu Mensch verkommen...

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