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Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Glück

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Glück

    Glück

    Rücken an Rücken stehen wir in unserem Kahn, mein Geliebter und ich, als wir die Wogen durchqueren.
    Menschen treiben durch das tosende Wasser, Hände recken sich mir entgegen, ich sehe Münder von beschwörenden Rufen verzerrt - allein ich kann ihnen nicht helfen. Schon früh haben mein Gefährte und ich erkannt, dem beständigen Flehen könnten wir nicht lange standhalten, so verschlossen wir unsere Ohren mit Wachs. Unsere Liebe gibt uns die Kraft für unser Glück zu kämpfen, den Fluten zu trotzen, unseren Nachen zu schützen.
    So wehre ich die Verlorenen mit dem Ruder ab, schlage auf die Hände, die am Bootsrand Halt suchen und uns zum kentern bringen könnten. Eine alte Frau versucht sich mit kraftlosen Greisenfingern festzukrallen, ihr Gesicht von Trauer der Heimatlosigkeit entstellt, ruft mir Worte zu die ich nicht höre. Ein leichter Schlag mit dem Ruderblatt lässt sie in der Tiefe versinken. Über ihren ertrinkenden Körper hinweg versucht ein Mann sich emporzuziehen, seine vor Hass und Hunger brennenden Augen sind das letzte was, ich von ihm sehe, als ich ihn mit einem heftigen Stoß der Alten hinterher schicke. Plötzlich werde ich einer kleinen Gestalt gewahr, ein Kind, der Kopf zu schwer für den verhungerten Körper, bereits dem Tode geweiht, versucht es dennoch, nach meinem Ruder zu greifen. Mitleid überkommt mich, ich zögere, ihm den Halt zu entreißen, aber da spüre ich die Wärme meines Gefährten in meinem Körper, ich wende mich um, sehe in seine Augen - unsere tiefe Liebe lässt uns einen Augenblick die Welt vergessen. Als ich mich wieder der See zuwende, ist das Kind verschwunden. Ein vertrautes Antlitz taucht aus dem Wasser auf, ein alter Freund, den das Schicksal jetzt ebenfalls ereilt hat. Er hat sein Glück nicht sorgsam genug gehütet, ließ Fremde in sein Boot - wir haben ihn alle gewarnt, er wollte nicht hören. Jetzt treibt er zwischen den anderen Unglücklichen, es macht mich traurig, nur kann ich ihm nicht helfen. Wenn ich damit anfinge, kein Ende wäre abzusehen und bald wären wir auch dort wo er jetzt ist. Langsam senke ich das Ruder über sein Haupt, er lächelt dankbar - wie langsam dieses Lächeln verschwindet als ich ihn nach unten drücke, erst im letzten Augenblick macht es einem ungläubigen Erstaunen Platz, bis er schließlich die Augen demütig schließt.
    Wie sehr liebe ich meinen Gefährten, wir werden unser Glück bewahren, den Stürmen trotzen und ewig leben.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 02. September 2001 editiert.]

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Glück

    Liebe Kyra,
    kein besonders gelungener Text. Er schwimmt und plätschert zwischen den Formen amorph dahin. Was wolltest Du Albtraumhaftes schreiben und vor allen Dingen in welcher Form? Parabel, Gleichnisgeschichte, mythologisches Märchen, es ist keine definitive Aussage, Entscheidung für eine Form zu erkennen. Was bleibt, ist nur noch kafkaesk, und das ist zu wenig, um den Inhalt einigermaßen zu tragen. Es bröselt auseinander.
    herzlichst uis

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Glück

    Hallo uis,

    Was wolltest Du Albtraumhaftes schreiben und vor allen Dingen in welcher Form?
    eigentlich keinen Albtraum, sondern das normale, private kleine Glück, was man vor den Angriffen der "Fremden" schützen muss. Grenzen zu und glücklich sein, die Devise. Nicht Kafka, sondern zynisch. Aber das scheint nicht rüber zu kommen, darum wohl mißlungen.

    Danke

    Kyra

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Glück

    ich finde diesen text gut

  5. #5
    mimi
    Laufkundschaft

    AW: Glück

    Trotzdem:
    überarbeiten wäre gut,
    vielversprechende Ideen.
    Gruß
    Mimi

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Glück

    erstellt von Kyra: Rücken an Rücken stehen wir in unserem Kahn, mein Geliebter und ich, als wir die Wogen durchqueren.
    Menschen treiben durch das tosende Wasser, Hände recken sich mir entgegen, ich sehe Münder von beschwörenden Rufen verzerrt
    Präpositionalkonstruktionen nach Möglichkeit meiden, zumal hier die Verwendung von von hart an der Grenze zur Umgangssprachlichkeit steht.
    - allein ich kann ihnen nicht helfen. Schon früh haben mein Gefährte und ich erkannt, dem beständigen Flehen könnten wir nicht lange standhalten, so verschlossen wir unsere Ohren mit Wachs.
    Das ist ein Vorgriff und Rückgriff gleichermaßen, außerdem täte hier eine Erweiterung in der Täterbeschreibung not. Muß aber nicht.
    Unsere Liebe gibt uns die Kraft für unser Glück zu kämpfen, den Fluten zu trotzen, unseren Nachen zu schützen.
    So wehre ich die Verlorenen mit dem Ruder ab, schlage auf die Hände, die am Bootsrand Halt suchen und uns zum Kentern bringen könnten.
    Mehr dazu. Blut muß fließen, Haß auf den gesichtern beschreiben, Not zeigen und beschreiben, erschüttern.
    Eine alte Frau versucht sich mit kraftlosen Greisenfingern festzukrallen, ihr Gesicht von Trauer der Heimatlosigkeit entstellt
    genauer
    , ruft mir Worte zu, die ich nicht höre. Ein leichter Schlag mit dem Ruderblatt läßt sie in der Tiefe versinken.
    Nein. So nicht.
    über ihren ertrinkenden Körper hinweg versucht ein Mann sich emporzuziehen, seine vor
    Vor? Das ist Deine Disktinktion zur Vereinfachung der Sprache. Keine Präpositionen verwenden. Versuch es einmal, nur so ein Übungsdrang. [quote]Haß und Hunger brennenden Augen sind das letzte, was ich von ihm sehe, als ich ihn mit einem heftigen Stoß der Alten hinterher schicke./quote]hm

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Glück

    Ach, die Kyra, alias Anisimow, alias Ame Schulze, alias, alias, alias! "Galeristin", hahaha! - In unserem Forum hat sie denselben Schmarrn gepostet, im "4w-Forum" ebenso, und dann, nachdem sie alle bemuehten Antworten zusammen hatte, wieder geloescht. Eine fiese Tour! Fallt auf die nicht rein, ist 'ne linke Ratte!
    Schulze, lass Dir mal was Neues einfallen, so ganz so doofi sind nicht alle! Ich krieg Dich ja doch, Du verheu(che)ltes Schweinchen!

    Und "Textarbeit"? Das mag das Schweinchen gar nicht! Bildet sich auf das Geschmier auch noch was ein, die selbstverkannte "Galleristin", hahaha!

    Huh!

  8. #8
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Glück

    Es ist so schemenhaft, so vergünglich und so selten. Wenn wir es ausnahmsweise mal erfahren, stellen wir keine Fragen mehr nach dem Sinn des Lebens. Wir leben dann im Sinn des Lebens. Unser Grübelapparat schaltet auf Leerlauf

    Für mich ist das Wort Glück mit einem Bild gekoppelt: Man nehme eine palmengesäumte Westküste mit ca. 50 Meter Sandsteifen vor dem Meer. Eine dahinter untergehende Sonne sorgt für weiches Licht und die Palmen halten ihre Nüsse fest, während der Wind ihnen zärtlich Einen bläst. Sorry, aber das Kalauernde, die Erinnerung an einen witzigen, wenn auch ordinären Gedanken, gehören einfach mit dazu. Ein Feuerchen brennt, in der großen Kühlbox befinden sich genügend Utensilien um ein fettes Picknick zu veranstalten. Nur edelste Köstlichkeiten, erlesene Weine, frisches Brot, Eski Ka‘er (Ein Käse ähnlich Parmesan), Oliven, Weintrauben, etc.

    Eine wohltemperierte Gitarre und eine möglichst sinnliche, nette Tante in Griffweite, dazu etwas Kiffkram und vielleicht auch ein kleiner Schluck Opiumtee. Der Moralist guckt so lange woanders hin.

    Ja, mit so einem Klischee behaftetem Bild verbinde ich den Begriff Glück. Nix mit: Erleuchtung, Ruhm oder plötzlichem Reichtum, nur Befriedigung meiner realen Bedürfnisse. Und wenn mir diese Stunden später von meinem Anteil am Paradies wieder abgezogen werden sollten, ist mir das dann auch so etwas von Egal. Denn ich bin endlich glücklich und dem entsprechend dumm

    Ein größerer Denker, als ich es jemals sein werde, betrachtete dieses Thema eher abwertend: Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Natur nicht vorgesehen,. Und da kann man mal sehen, wie Projektion funktioniert. Nur weil Kant selber ziemlich unglücklich war, hatte es der Rest der Menschheit gefälligst auch zu sein, obwohl jeder wissen sollte, dass die Natur doch schlau genug ist, überhaupt gar keine Pläne zu verfolgen, sondern reiner Selbstzweck ist.

    Gut, gestern Abend war der Proband glücklich, aber nun bricht auch ihm der nächste Tag vor die Füße und nun kommt die entscheidende Frage. Wie verhindert man Unglück? Antwort: Gar nicht! Es gehört einfach mit dazu. Angeblich, weil wir sonst gar nicht merken würden, wie glücklich wir sind, wenn wir mal glücklich sind. Eine äußerst gewagte These. Zwischenmenschliche Katastrophen, körperliche Einschränkungen, Krieg, Schmerzen, Krankheiten, Kater, Tod, das gehört alles dazu. Tut mir ja selber leid. Ein wenig kann der Mensch sich in diesem Zusammenhang zuweilen selbst belügen, so in der Tonart: Lieber einige Schmerzen, als gar nix merken. Manchmal funktioniert es sogar. Ansonsten muss man die Phasen zwischen den Glücksmomenten einfach nur irgendwie aushalten, ohne größeren Mist zu bauen. Und noch ein Tipp, den mir meine Mutter mit auf den Weg gab: Miss den Menschen nicht an seinen Fehlern, sondern an seinen Vorzügen! Vergleiche ihn nicht mit den Vorstellungen davon, wie er deiner Meinung nach zu sein hätte. Er ist es nämlich nicht. Er wird es nie sein. Und folge niemandem in Seinem Namen, denn keiner kann in Seinem Namen sprechen.

    Heute sollen es 11 Grad werden. Geht es mir gut? Ja, danke der Nachfrage. Es geht mir gut und ich bin sogar etwas glücklich ( Etwas glücklich , welch schräge Formulierung), auch ohne palmgesäumte Westküste mit ca. 50 Meter Sandsteifen vor dem Meer.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Glück

    Das indirekte Hinweisen auf Kant ist selbstredend falsch, der Mann war nicht ungluecklich und auch nicht langweilig, sondern, was bei Philosophen in der Tat selten vorkömmt: glücklich. Seine Tischgesellschaften waren seinerzeit in Königsberg Stadtgespräch und für jeden, der dazu eingeladen wurde, eine Adelung. so was kömmt nicht von ungefähr.

    Dein Text biwakiert zwischen Witz und Klischee. Das Klischee entsteht immer dann, wenn etwas oberflächlich behandelt wird. Bei aller Leichtigkeit, die Einwegliteratur haben muß, darf aber das Oberflächliche dem Leser nicht auffallen. Darin besteht die Kunst, Karlchen, dem Leser eben die Illusion zu geben, er lese etwas leicht Bekömmliches, ihn dann aber doch sanft zu dem zu führen, was ausgesagt werden soll.

    Glück ist ein weites Feld. Vielleicht findest du in der Wolkenstein-Datenbank ein paar Anregungen, Dein Thema ein wenig ausgewogener zu gestalten.

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