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Thema: a.d. Tagebuch einer Terroristin

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Post a.d. Tagebuch einer Terroristin

    2.4.1996 23:24.
    Mit Spitzweg in der Dachkammer. War schön. Etwas feucht.


    Später:
    beschlossen, die Brücke zu beseitigen.
    Brücken trennen die Menschen, hast du gesagt, ich dachte Königskinder, und du: die Brücke fluten! Dann das trockene Tal und die dornigen Triebe der Rosenzüchter.
    Ich nahm deine Hand: Komm, lass uns springen! Komm, stirb mit mir!

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Durst An O.

    Der Sprung ins Nichts ist ein Sprung auf Festes. Der Sprung ins Wasser ist ein Sprung ins Leben. Sprung vor oder nach dem Fluten des Tals? Sprung vor oder nach dem Anlegen von Rosensträuchern? Ein Sprung in Rosenbeete ritzt noch jeder Jungfrau die weiche Haut aufs Blut hin auf.


    Die Diktion stimmt. Der Text ist anarchisch. Das ist gut. Aber er bemüht sich um Stereotype, was ihm nur dann behagt, wenn er geradeaus geht, nicht aber, wenn er diese Stereotype scheinbar terrorisiert. Verstehst Du den Unterschied, marina?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Durst An O.

    die dornigen triebe der rosenzüchter - welch eine metapher und trotzdem falsch! die feuchte dachkammer - gewiß, da drängt sich das bild von dem regenschirm hinein .. königskinder und gemeinsames sterben - zuviel bedeutungsvolles, kein sinnzusammenhang - bildungsversatzstücke. ein bißchen ansatzweiser humor macht es auch nicht besser.


    big

  4. #4
    howah
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    AW: Durst An O.

    Ich schließe mich dem bigen Vogel voll an. Dass Brücken Menschen oder die Königskinder trennen, strimmt ja auch nicht, oder?

    Howah

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Durst An O.

    Original erstellt von Robert:
    Verstehst Du den Unterschied, marina?

    Nur ansatzweise. Vielleicht könntest du mir auf die Sprünge helfen.


    m.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Ja, gut. Hat anarchische Grundmuster.
    Bei Spitzweg muß ich immer an das Querschiff im Dom denken. Das athmet nach einer Bombe, Stilbruch. Was aber nicht die Frage klärt, wie denn mit Verunstaltungen, mit Beleidigungen fürs Auge umgegangen werden muß?! Hast Du vielleicht noch eine Methode in petto, die nicht im Absprung oder der Zerstörung ein Fazit zu finden glauben macht?


    Sehr schön ist die Vergleiche mit den Königskindern. Aber doch ungefüttert. Hängt in der Luft. Ja, das müssen sie wohl tun, wenn die Brücke gesprengt ward! Aber, ich muß doch einmal fragen, warum es denn Kkinder sein müssen: das Bild zerreißt Du.


    Es bleibt: Der Text hat ein anarchisches Grundmuster. Jetzt warte ich auf Teil II! Oder sind wir am Boden zerschellt?

  7. #7
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Wer spricht von Zerstörung. Die böse Brücke steht: Im Licht. Ich auch. Und du.

  8. #8
    rodbertus
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Ich kenne einen, der glaubt, daß Satan ein moralisches Prinzip sei, das uns nicht nur anzutreiben hat, sondern gleichberechtigt und per se existierend ist. Ich glaube das nicht, denn das Böse hebt sich - bei Lichte und als Prinzip besehen - schließlich selbst auf. Ein Böses benötigt ein Pendant, sonst kann es nichts bewirken. Und Dein Text hat nur den Drang, sich selbst aufzuheben. Und darum bin ich auf Teil II gespannt. Mich würd es schon interessieren, ob Du eine Entwicklung aufzeigen könntest.

    Terroristen sprechen von Zerstörung. Die ist ihr Elixir.

  9. #9
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Teil II auf VHS


    Wir filmten, bis die Sonne unterging. Erwachten in der Dunkelheit. Zeit für den Heimweg. Das trockene Tal, die Dornen.
    Im Jenseits die zartfarbige Szene einer StratokumulusWolkenfreien Zukunft.




    Kannst du Videorecorder programmieren?

  10. #10
    rodbertus
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Nein, aber ich bin ziemlich flink im Aufheben von spitzen Steinen.
    Einen schenkte mir meine Liebste zu Weihnachten. Der thront jetzt - beinahe schwebend - auf meinem Bildschirm und zeigt die Leichtigkeit eines nur möglichen Zerdrücktwerdens an. Das ist der Unterschied zwischen dem Wünschbaren und dem Tatsächlichen. Aber darüber wolltest Du nicht tatsächlich mit mir reden, oder?

  11. #11
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    Post weihnachtliche Träume

    TRAUM 1:
    Es ist Weihnachten. Es hat geschneit. Ich gehe zum Briefkasten hinunter. Der Hinterhof liegt in Watte. Aus dem Briefkasten quellen Hunderte von Briefen und Glückwunschkarten. Es sind so unermesslich viele, daß ihre Massen den Behälter förmlich gesprengt haben. Das Türchen hängt schief in der Angel.
    Ich denke: Briefbombe aus tausend Briefen, ohne Bombe. Kann keinen Inhalt entziffern, hat unter dem Druck stark gelitten. Nur obenauf die eigene Adresse. In einer Handschrift, die der meinen entfernt ähnelt.




    TRAUM 2:
    Überfallartig betreten fremde Personen meine Wohnung, überreichen Geschenke, bringen die Räume in Ordnung (Staubwedel.sauger). Dekorieren mit Stoffen und goldfarbigen Kissen. In die Mitte des großen Zimmmers baut einer ein Zelt aus blauseidenen Tüchern. Andere kommen, andere gehen. Bringen einen schwarzen Hund mit, einen runden fliegenden Fisch, einen belgischen Rammler, eine Katze. Die sind nur gemietet, denke ich, aber sie bleiben, nachdem die Personen verschwinden. Mit ihnen das Zelt. Vorher die Frage einer Frau: Hast du in der letzten Nacht von Paris geträumt?
    Die Tiere und ich gehen hinaus, um Nahrung zu besorgen. Der Fisch fliegt mit.

  12. #12
    rodbertus
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Ich bin mir nicht so sicher, woran ich mit Dir bin: Du pendelst mir noch zu stark. Und immer, wenn ich nach Dir greifen will, dann platzt eine Deiner Briefbomben gleich Seifenblasen vor meinem Angesicht. Was denkst Du, wie ich mich fühle?


    Traum 1 ist o.k., Traum zwo beliebig. Genauer?


    Mehr davon. Ich will Dir in die Seele schauen, Kleines!

  13. #13
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Es ist nicht Zeit, an der es mangelt, sehr geehrter von Wolkenstein.
    Wie du dich fühlst, mit etwas seifig Platziertem vor Augen: Im Angesicht, das kann ich nur annähernd erahnen. Da greift mein Denken nicht hin, oder.


    Traum 1 ist irreal, der zweite die Wahrheit. Das wird dir/mir nicht helfen.


    m.

  14. #14
    rodbertus
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    erstarb an Kraftlosigkeit und innerem Widerspruch wie die ganze Terroristenszene

  15. #15
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Keine Kunst: Die Prüderie der Protestanten!

  16. #16
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    Post a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Alle heutigen Einträge schienen mir anfangs kalt, infam, heuchlerisch. Bis ich bemerkte: Auch ihr habt Angst. Was ist schlimm daran?

    Ihr habt keine Angst? ZU SPÄT ZU SPÄT? Schlaft schön, meine Söhne.

    ________
    Zum Tee, am Runden Tisch mit Osama
    ________

    Ich weiß nicht was ich denken soll.
    Ich denk nur das: Ich find dich toll.

    Ich weiß, daß ich nicht glauben kann
    an dich, du bist ein Schattenmann.

    Ich weiß, du bist kein Kerl für mich.
    Weil ich dich saufe, untern Tisch.

    M

  17. #17
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Durst An O.

    Jaaa. Aus dem Tagebuch einer Terroristin? Und greif ihm an die Eier und zieh ihm sein bißchen Verstand dran raus! Wenn's hülfe!
    Diese Form von Kraftpoetik nehm ich mir gern an.

    Das war ein gutes Wort, eines der Stärke und des Verdrusses gleichermaßen.

    Prima, Marina.

    P.S. Über Formschwächen und fehlende Antithetik reden wir später.

  18. #18
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Durst An O.

    kähm drauf an, du schattenhaftes wunderwesen... ist es weit von deinem virtuellen aufenthalt zu einem besuch in der postleitzahlenregion 69... bzw. vice versaß singles fühlen sich aufgrund plüschologischer untersuchungen nämlich noch viel singliger in diesen zeiten existenzieller bedrohung, ups ich rede mich wieder um kopf und kragen...

  19. #19
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    AW: Durst An O.

    Ruf mich an. 030 441 2 991. Ich kann die Nummer auch singen.
    M

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Durst An O.

    dann gib mir halt auch ein glas von diesem trank, der angst.

    gruss stöver (der sogar angst vor sich selber hat)

  21. #21
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Durst An O.

    Ein wenig Angst soll ganz gesund sein. Und verdoppele die Wirkung.
    M

  22. #22
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    Nein, keine Prüderie. Die ist nur Ergebnis, nicht Grund für etwas. Nichts stirbt schneller als ein ausgelachter Prüderer. dear prudence

    Was aber einem Terroristen mangelt, das ist der tiefere Sinn seines Daseins. Er liegt nicht in diesem diabolischen Destruktiven, er will ja nicht einmal das, sondern gibt vor, etwas zu zerstören, weil dies ihn tötet. Er will also eine moralische Handlung vornanstellen, durch die er sich zu befreien hofft.
    Es taugen die Zwecke nun aber einmal dem Menschen nur so weit, wie er sich Mittel gibt (geben will), diese zu erreichen.


    An diesem Widerspruch, eben keine moralischen Mittel zu seiner Befreiung sehen zu können, stirbt der Terrorist, zuerst an innerer Not, dann an äußerer. Wäre nicht weiter schlimm, doch meist reißt er andere mit in seinen Strudel. Und das ist schlimm.

  23. #23
    rodbertus
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    ich bin für eine mobile eingreiftruppe, die genau solche leute aufs korn nimmt und denen zeigt, wo der hammer hängt! nieder mit dem terrorismus!

  24. #24
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    AW: a.d. Tagebuch einer Terroristin

    wo ist denn hier der terrorismus?
    der einzige beitrag in die richtung ist der aufruf zur mobilen eingreifgruppe und der richtet sich gegen das piratenhandwerk.
    schade um den tollen titel man hätte es freilich ahnen können, wenn der beginn bei spitzweg unterm dach liegt

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